„Wie war denn deine Woche?“, fragt mich eine liebe junge Frau am Freitag. Wie immer sind meine Gedanken zuerst so: „Eigentlich nicht viel, ganz normale Woche“. Und dann – fällt mir im Wochenrückblick doch das Eine oder andere ein. Und dorthin nehme ich dich im Wochenrückblick der KW33 mit:
Puppentheater und Perfektionismus
„Setz dich einfach irgendwo hin und spiele“, sagt meine Lehrerin. Nichts lieber als das. Ich packe meine Figur, Matilda mit den Riesenaugen und der Riesenbrille, und verziehe mich ins letzte Eck des Gartens. Das kleine Publikum ist ganz vorne am Haus. Ich fühle mich sicher, dass ohnehin keiner vorbei kommt. Schneide wie geplant einen Apfel auf, sortiere die anderen Äpfel auf einem kleinen Koffer und bin bereit, das Geplante für mich zu spielen. Ich schlüpfe mit den Händen in meine Figur und spiele für uns beide.
Was geschieht im Leben, wenn wir die Erwartung und die Selbstkontrolle ziehen lassen? Genau. Wir kommen in einen Flow. Als schließlich doch Menschen bei mir auftauchen, mir zuhören und Fragen stellen, spiele ich einfach weiter. Als wäre ich immer noch allein und würde weiterhin „nur“ üben. Ich erlebe das erste Mal in meinem Leben, dass ich Ideen sprachlich und vor allem ohne inneren Druck und Vorausplanung umsetze. Dass ich eigentlich erst gemeinsam mit anderen Menschen in einen Spielfluss komme, ohne mich sehr anzustrengen. Wenn du Lust hast, schau dir das Video an, das der Liebste glücklicherweise von einer Szene mitgefilmt hat. Ist wie immer auf Linkedin zu sehen, den Link findest du unter dem Foto.

Meinem Weg vertrauen
Bei mir bedeutet das in diesem Sommer, nach innen zu hören und das zu machen, was ich mich schon lange reizt. Wofür ich mir aber keine Zeit genommen habe. Weiterhin bin ich spielerisch unterwegs. Weiterhin tue ich, ohne darüber nachzudenken, was ich ab Oktober wieder „ernsthaft“ machen werde.
Du hast von meinem Hutkopf nichts mehr gehört, weil der erste Hut kein Hut geworden ist. Erinnerst du dich? Gemeinsam mit dem Sechzehnjährigen haben wir uns vorgenommen, in seinen Sommerferien ein Projekt zu realisieren, für das die Stadtwohnung zu klein ist. Samuel baut an seiner Drachenmaske weiter. Ich an meinem Hut, der ein Fisch werden soll.
Schimmelndes Paperclay macht mir zwei Mal einen Strich durch die Rechnung. Ich komme zwar mit frischem Paperclay gut weiterg, bedenke aber nicht, dass der Hut einerseits durch die vielen Schichten mit Zeitungspapier und Paperclay schrumpfen könnte. Was er tut. Und dass er ein wenig bombastisch konzipiert ist. Die Sache wird zu schwer!
Fazit? Der Fisch wird eine tolle Skulptur. Nicht auf meinem Kopf. Sondern bei einer der nächsten Ausstellungen. Paperclay rühre ich erst im kühleren Herbst wieder an. Wir arbeiten nun mit Pappmaché. Zeitungspapier funktioniert wunderbar, schrumpft mir aber zu stark. Also nehmen wir in diesem Durchgang Packpapier und eine intuitive Mischung aus Kleister und Holzleim. Sowohl die Drachenmaske als auch der neue Fischhut für meinen Kopf entwickeln sich gerade sehr gut. Die Sonne und der warme Wind trocknen unsere Werkstücke flott. Am Sonntag kommt bereits die Farbgrundierung auf unsere Untergründe.
Ich habe wirklich keine Ahnung, wohin mich dieser starke Wunsch nach bespielbaren Figuren bringen wird. Theater hatte für mich immer schon etwas Anziehendes, Magisches. Selbst die Figur zu sein, die ich sonst baue, mir eine Verkleidung für eine Rolle zu bauen, das kenne ich noch nicht. Das will ich schon ein paar Jahre ausprobieren. Es ist ziemlich unglaublich, was mit Karton, Klebeband und herumliegenden Papier alles machbar ist.
Stay tuned! Ich halte dich gerne auf dem laufenden.

Ein Geburtstag und eine partielle Sonnenfinsternis
Der Liebste feiert seinen Geburtstag gern. Ich glaube, das ist eine recht typische Löweneigenschaft. Früher waren wir ziemlich sicher im Ausland, wenn dieser Tag nahte. Seit wir im Sommer in den Tiny Houses leben, hat sich das verändert. „Lass uns einen Tag unterwegs sein, uns treiben lassen“, schlägt Alexander überraschend vor. Afrikatemperaturen in Kärnten. Es fühlt sich hier ohnehin an wie irgendwo im Süden Kroatiens. So ist das, wenn man dort lebt, wo andere Urlaub machen.
Alexander liebt es, mit der künstlichen Intelligenz im Austausch zu sein. So auch dieses Mal. Er findet mit ihr heraus, dass es am Afritzer See, ganz in unserer Nähe, einen tollen freien Badeplatz mit vielen Parkmöglichkeiten gibt. Also gönnen wir uns einen Cappuccino am Millstätter See und machen uns dann auf die Suche. Ich bin wirklich gespannt, ob es dieses Mal klappt. Halluzinationen sind ja bei der AI an der Tagesordnung.
Wir lassen das Strandbad hinter uns, brauchen wir ja nicht. Und stehen vor den Stoppschildern eines Campingplatzes. Ich grinse schon in mich hinein. Alexander gibt nicht auf. Die Englisch sprechende Betreiberin zeigt uns einen privaten Parkplatz hinterm Haus und fordert uns auf, zu Fuß weiter zu gehen. Ja, sicher, dort ist ein Badeplatz. Ich staune. Wir packen unsere Badesachen und gehen los. Fünfzehn Minuten später stehen wir vor neuen Stop-Schildern. Naturcamping. Betreten und Durchgang nur für Campinggäste. Fünf Ausrufezeichen. Und weitere Warnschilder.
Wir kehren lachend um. Mir fällt ein, dass mir eine Freundin vor Wochen einen Standort von einem Badeplatz an der Gail geschickt hat. Dafür ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen. Wir landen in einem Naturparadies, das wie Kroatien riecht und hitzetechnisch an Afrika erinnert. Wilde Auenvegetation. Falter, die ich noch nie gesehen habe. Grillen oder Heupferdchen, die rote Flügel ausbreiten, wenn sie sich von uns gestört fühlen. Wie ich mich über das knarrende Geräusch schrecke, das sie mit ihren Beinchen machen! Es ist wunderbar an dem Fluss, der überraschend viel Wasser führt. Ich kann nur hoffen, dass dies noch lange ein Geheimtipp für Ruhesuchende bleibt.

Und dann als Krönung des Tages die partielle Sonnenfinsternis mit Sonnenuntergang. Dafür sind wir schon viel zu müde. Das blaue Licht sehen wir noch, mehr verhindern die Hügel vorm Platz. Mein Ältester sendet mir Traumfotos aus Portugal. Das genügt uns vollkommen.
Wasserschaden am Tiny House
Wir ahnen es schon länger, nun ist es gewiss: unser Tiny House hat einen mittleren Wasserschaden rund um die schönen dänischen Fenster. Es war keine gute Idee, die Fronten nicht mit Regenrinnen auszustatten. Beim Zirkuswagen bestand ich glücklicherweise darauf. Nun wird auch das Tiny House nachgerüstet.
Im Baumarkt fragt der Liebste vergangene Woche um Ersatzholz für die kaputten Fassadenteile. Die Angestellte im heißen Baumarkt schüttelt nur den Kopf. Ein müder Blick auf den Bildschirm. Keine Nut- und Federbretter in dieser Breite. Es tut ihr leid. Ich spüre mit jeder Zelle, wie sehr die junge Frau unter der Hitze leidet. Und dass wir hier dieses Mal nicht weiterkommen. Wir versuchen es an einem anderen Tag noch einmal. Gehen selbst in die Holzabteilung. Und finden sofort, was wir suchen. Was für ein Riesenglück. Die kaputten Bretter werden in den nächsten Wochen Stück für Stück ausgewechselt. Ist keine leichte Arbeit, aber ein nötige.
Wir haben dazu gelernt. Es gibt ja den Spruch, dass du beim ersten Haus die meisten Fehler machst. Wir können das jetzt auch bestätigen…

Inspiriendes Nordindien
Seit heuer gibt es hier in der Umgebung einen neuen Veranstaltungsort. Der Verein „all aspects“ lädt crossover zu höchst unterschiedlichen musikalischen Veranstaltungen ein. Am Freitag Abend ist ein Vortrag über Nordindien dabei. Alexander überredet mich, dass wir uns das trotz Hitze und Müdigkeit ansehen. Die cleveren Menschen haben eine Leinwand aus Silofolie an der verfallenen Burgmauer angebracht. Ein einfacher Beamer projiziert hochprofessionelle und herrlich bunte Fotos auf die kreative Leinwand. Die Veranstaltung ist richtig gut besucht. Vielleicht auch, weil die Familie der Veranstalterin indische Kulinarik anbietet.
Peter Stocker begleitet seinen Vortrag live mit Erzählungen und Erinnerungen. Mir war gar nicht bewusst, wie riesig Indien ist! Und wie immer bin ich sprachlos vor Entzücken über die Buntheit und die Schönheit von Menschen, Gebäuden und Märkten. Eigentlich sollten wir unsere rollenden Häuser auch bunter bemalen. Mal sehen, was wir machen, wenn die Schäden repariert sind.

Hitze, Wespen und tapfere Pflanzen
Normalerweise kann ich meine Pflanzen mit einem Guss alle zwei Tage am Leben erhalten. Derzeit ist gerade wieder mehr gießen nötig. Afrikaluft, heiße Winde und hohe Tagestemperaturen setzen meinen Schätzen massiv zu. Meine Himbeeren geben auf. Eine nach der anderen. Ich grabe sie im Herbst aus und setze sie an sonnengeschütztere Plätze. Hoffentlich haben wenigstens die Wurzeln diesen Sommer überlebt.
Dafür wächst und duftet der Salbei wie verrückt. Ich sehe diese Woche auf Social Media, dass eine Frau Salbeiblätter um Blüten wickelt und das über einem Gitter verräuchert. Das möchte ich unbedingt auch ausprobieren. Funktioniert bestimmt so gut wie der Kaffee, den wir derzeit sowohl beim Kochen als auch beim Essen verräuchern. Dass heuer ein Wespenjahr sein wird, ist mir schon im Frühling klar, als viele Königinnen unterwegs sind. Wir finden zwei Nester im Anfangsstadium und entfernen sie in der Kühle des Morgens. Ein drittes übersehen wir. Es war schon verlassen und vor unsere Blicken gut geschützt in einem Regal im Nebengebäude, verbunden mit einer Schachtel mit Werkzeug.
Jetzt im August ernte ich trotz Hitze und Trockenheit täglich. Paprika. Tomaten. Pepperoni. Zucchini, Gurken und Strankerln. Strankerln ist Kärntnerisch für grüne Bohnen. Alles blüht und wuchert wie verrückt. Eine junge Nachbarin kommt vorbei und fragt, ob sie sich Samen von meiner üppigen Blumenpracht mit Cosmea, Ringelblume und Trichterwinde nehmen darf. Ich schenke ihr ein paar Cosmeen, die mir die Küchenkräuter zuwuchern. Wie schön, auf so eine Art und Weise miteinander in Kontakt zu kommen!
Montag soll eine Kaltfront mit Regen durchziehen. Gut für die Natur. Schlecht für die Fassade des zu renovierenden Tiny Houses. Danach soll es schon wieder über 30 Grad haben. Der Sommer, er ist noch nicht vorbei!

Das Ende, es naht!
Sorry, Clickbait. Aber ich freue mich so. Die neue Website wird fertig, endlich. Allein hätte ich das niemals geschafft. Danke Alayna für deine unglaubliche Hilfe und Geduld mit mir und meinen Ideen. Und meiner vollkommenen Unkenntnis vom Bauen einer Website. Mit einem gekauften Template, das jetzt anders aussieht als gekauft. Haha! Wir haben alles umgekrempelt. Und das ist gut so.
Ende August könnte endlich Schluss mit der alten Site sein. Keine Sorge. Das bin immer noch ich, du wirst sogar Fotos meiner Figuren wiedererkennen. Die Struktur ist vollkommen überarbeitet. Mein Blog tritt zurück in die zweite Reihe. Meine Figuren übernehmen die Hauptrolle in dieser digitalen Show. Irgendwie werde ich es auch schaffen, hier eine Umleitung von der alten auf die neue Site einzurichten. Du hast dann genügend Zeit, dich für den neuen Newsletter einzutragen oder weiterhin meinem Blog zu folgen.
Jetzt kommen die Abschlussarbeiten, die es echt in sich haben. Verlinkungen. Noch mal Texte überarbeiten. CTAs setzen. Das eine oder andere neue Bild einfügen. Und dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge von WordPress Abschied zu nehmen, das einer Bloggerin wie mir sehr gute Dienste geleistet hat. Bloggen und texten ist auf der neuen Plattform für mich äußerst gewöhnungsbedürftig. Ich wünsche mir sehr, dass es hier noch Verbesserungen gibt.
































































