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„Wie war denn deine Woche?“, fragt mich eine liebe junge Frau am Freitag. Wie immer sind meine Gedanken zuerst so: „Eigentlich nicht viel, ganz normale Woche“. Und dann – fällt mir im Wochenrückblick doch das Eine oder andere ein. Und dorthin nehme ich dich im Wochenrückblick der KW33 mit:
„Setz dich einfach irgendwo hin und spiele“, sagt meine Lehrerin. Nichts lieber als das. Ich packe meine Figur, Matilda mit den Riesenaugen und der Riesenbrille, und verziehe mich ins letzte Eck des Gartens. Das kleine Publikum ist ganz vorne am Haus. Ich fühle mich sicher, dass ohnehin keiner vorbei kommt. Schneide wie geplant einen Apfel auf, sortiere die anderen Äpfel auf einem kleinen Koffer und bin bereit, das Geplante für mich zu spielen. Ich schlüpfe mit den Händen in meine Figur und spiele für uns beide.
Was geschieht im Leben, wenn wir die Erwartung und die Selbstkontrolle ziehen lassen? Genau. Wir kommen in einen Flow. Als schließlich doch Menschen bei mir auftauchen, mir zuhören und Fragen stellen, spiele ich einfach weiter. Als wäre ich immer noch allein und würde weiterhin „nur“ üben. Ich erlebe das erste Mal in meinem Leben, dass ich Ideen sprachlich und vor allem ohne inneren Druck und Vorausplanung umsetze. Dass ich eigentlich erst gemeinsam mit anderen Menschen in einen Spielfluss komme, ohne mich sehr anzustrengen. Wenn du Lust hast, schau dir das Video an, das der Liebste glücklicherweise von einer Szene mitgefilmt hat. Ist wie immer auf Linkedin zu sehen, den Link findest du unter dem Foto.

Bei mir bedeutet das in diesem Sommer, nach innen zu hören und das zu machen, was ich mich schon lange reizt. Wofür ich mir aber keine Zeit genommen habe. Weiterhin bin ich spielerisch unterwegs. Weiterhin tue ich, ohne darüber nachzudenken, was ich ab Oktober wieder „ernsthaft“ machen werde.
Du hast von meinem Hutkopf nichts mehr gehört, weil der erste Hut kein Hut geworden ist. Erinnerst du dich? Gemeinsam mit dem Sechzehnjährigen haben wir uns vorgenommen, in seinen Sommerferien ein Projekt zu realisieren, für das die Stadtwohnung zu klein ist. Samuel baut an seiner Drachenmaske weiter. Ich an meinem Hut, der ein Fisch werden soll.
Schimmelndes Paperclay macht mir zwei Mal einen Strich durch die Rechnung. Ich komme zwar mit frischem Paperclay gut weiterg, bedenke aber nicht, dass der Hut einerseits durch die vielen Schichten mit Zeitungspapier und Paperclay schrumpfen könnte. Was er tut. Und dass er ein wenig bombastisch konzipiert ist. Die Sache wird zu schwer!
Fazit? Der Fisch wird eine tolle Skulptur. Nicht auf meinem Kopf. Sondern bei einer der nächsten Ausstellungen. Paperclay rühre ich erst im kühleren Herbst wieder an. Wir arbeiten nun mit Pappmaché. Zeitungspapier funktioniert wunderbar, schrumpft mir aber zu stark. Also nehmen wir in diesem Durchgang Packpapier und eine intuitive Mischung aus Kleister und Holzleim. Sowohl die Drachenmaske als auch der neue Fischhut für meinen Kopf entwickeln sich gerade sehr gut. Die Sonne und der warme Wind trocknen unsere Werkstücke flott. Am Sonntag kommt bereits die Farbgrundierung auf unsere Untergründe.
Ich habe wirklich keine Ahnung, wohin mich dieser starke Wunsch nach bespielbaren Figuren bringen wird. Theater hatte für mich immer schon etwas Anziehendes, Magisches. Selbst die Figur zu sein, die ich sonst baue, mir eine Verkleidung für eine Rolle zu bauen, das kenne ich noch nicht. Das will ich schon ein paar Jahre ausprobieren. Es ist ziemlich unglaublich, was mit Karton, Klebeband und herumliegenden Papier alles machbar ist.
Stay tuned! Ich halte dich gerne auf dem laufenden.

Der Liebste feiert seinen Geburtstag gern. Ich glaube, das ist eine recht typische Löweneigenschaft. Früher waren wir ziemlich sicher im Ausland, wenn dieser Tag nahte. Seit wir im Sommer in den Tiny Houses leben, hat sich das verändert. „Lass uns einen Tag unterwegs sein, uns treiben lassen“, schlägt Alexander überraschend vor. Afrikatemperaturen in Kärnten. Es fühlt sich hier ohnehin an wie irgendwo im Süden Kroatiens. So ist das, wenn man dort lebt, wo andere Urlaub machen.
Alexander liebt es, mit der künstlichen Intelligenz im Austausch zu sein. So auch dieses Mal. Er findet mit ihr heraus, dass es am Afritzer See, ganz in unserer Nähe, einen tollen freien Badeplatz mit vielen Parkmöglichkeiten gibt. Also gönnen wir uns einen Cappuccino am Millstätter See und machen uns dann auf die Suche. Ich bin wirklich gespannt, ob es dieses Mal klappt. Halluzinationen sind ja bei der AI an der Tagesordnung.
Wir lassen das Strandbad hinter uns, brauchen wir ja nicht. Und stehen vor den Stoppschildern eines Campingplatzes. Ich grinse schon in mich hinein. Alexander gibt nicht auf. Die Englisch sprechende Betreiberin zeigt uns einen privaten Parkplatz hinterm Haus und fordert uns auf, zu Fuß weiter zu gehen. Ja, sicher, dort ist ein Badeplatz. Ich staune. Wir packen unsere Badesachen und gehen los. Fünfzehn Minuten später stehen wir vor neuen Stop-Schildern. Naturcamping. Betreten und Durchgang nur für Campinggäste. Fünf Ausrufezeichen. Und weitere Warnschilder.
Wir kehren lachend um. Mir fällt ein, dass mir eine Freundin vor Wochen einen Standort von einem Badeplatz an der Gail geschickt hat. Dafür ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen. Wir landen in einem Naturparadies, das wie Kroatien riecht und hitzetechnisch an Afrika erinnert. Wilde Auenvegetation. Falter, die ich noch nie gesehen habe. Grillen oder Heupferdchen, die rote Flügel ausbreiten, wenn sie sich von uns gestört fühlen. Wie ich mich über das knarrende Geräusch schrecke, das sie mit ihren Beinchen machen! Es ist wunderbar an dem Fluss, der überraschend viel Wasser führt. Ich kann nur hoffen, dass dies noch lange ein Geheimtipp für Ruhesuchende bleibt.

Und dann als Krönung des Tages die partielle Sonnenfinsternis mit Sonnenuntergang. Dafür sind wir schon viel zu müde. Das blaue Licht sehen wir noch, mehr verhindern die Hügel vorm Platz. Mein Ältester sendet mir Traumfotos aus Portugal. Das genügt uns vollkommen.
Wir ahnen es schon länger, nun ist es gewiss: unser Tiny House hat einen mittleren Wasserschaden rund um die schönen dänischen Fenster. Es war keine gute Idee, die Fronten nicht mit Regenrinnen auszustatten. Beim Zirkuswagen bestand ich glücklicherweise darauf. Nun wird auch das Tiny House nachgerüstet.
Im Baumarkt fragt der Liebste vergangene Woche um Ersatzholz für die kaputten Fassadenteile. Die Angestellte im heißen Baumarkt schüttelt nur den Kopf. Ein müder Blick auf den Bildschirm. Keine Nut- und Federbretter in dieser Breite. Es tut ihr leid. Ich spüre mit jeder Zelle, wie sehr die junge Frau unter der Hitze leidet. Und dass wir hier dieses Mal nicht weiterkommen. Wir versuchen es an einem anderen Tag noch einmal. Gehen selbst in die Holzabteilung. Und finden sofort, was wir suchen. Was für ein Riesenglück. Die kaputten Bretter werden in den nächsten Wochen Stück für Stück ausgewechselt. Ist keine leichte Arbeit, aber ein nötige.
Wir haben dazu gelernt. Es gibt ja den Spruch, dass du beim ersten Haus die meisten Fehler machst. Wir können das jetzt auch bestätigen…

Seit heuer gibt es hier in der Umgebung einen neuen Veranstaltungsort. Der Verein „all aspects“ lädt crossover zu höchst unterschiedlichen musikalischen Veranstaltungen ein. Am Freitag Abend ist ein Vortrag über Nordindien dabei. Alexander überredet mich, dass wir uns das trotz Hitze und Müdigkeit ansehen. Die cleveren Menschen haben eine Leinwand aus Silofolie an der verfallenen Burgmauer angebracht. Ein einfacher Beamer projiziert hochprofessionelle und herrlich bunte Fotos auf die kreative Leinwand. Die Veranstaltung ist richtig gut besucht. Vielleicht auch, weil die Familie der Veranstalterin indische Kulinarik anbietet.
Peter Stocker begleitet seinen Vortrag live mit Erzählungen und Erinnerungen. Mir war gar nicht bewusst, wie riesig Indien ist! Und wie immer bin ich sprachlos vor Entzücken über die Buntheit und die Schönheit von Menschen, Gebäuden und Märkten. Eigentlich sollten wir unsere rollenden Häuser auch bunter bemalen. Mal sehen, was wir machen, wenn die Schäden repariert sind.

Normalerweise kann ich meine Pflanzen mit einem Guss alle zwei Tage am Leben erhalten. Derzeit ist gerade wieder mehr gießen nötig. Afrikaluft, heiße Winde und hohe Tagestemperaturen setzen meinen Schätzen massiv zu. Meine Himbeeren geben auf. Eine nach der anderen. Ich grabe sie im Herbst aus und setze sie an sonnengeschütztere Plätze. Hoffentlich haben wenigstens die Wurzeln diesen Sommer überlebt.
Dafür wächst und duftet der Salbei wie verrückt. Ich sehe diese Woche auf Social Media, dass eine Frau Salbeiblätter um Blüten wickelt und das über einem Gitter verräuchert. Das möchte ich unbedingt auch ausprobieren. Funktioniert bestimmt so gut wie der Kaffee, den wir derzeit sowohl beim Kochen als auch beim Essen verräuchern. Dass heuer ein Wespenjahr sein wird, ist mir schon im Frühling klar, als viele Königinnen unterwegs sind. Wir finden zwei Nester im Anfangsstadium und entfernen sie in der Kühle des Morgens. Ein drittes übersehen wir. Es war schon verlassen und vor unsere Blicken gut geschützt in einem Regal im Nebengebäude, verbunden mit einer Schachtel mit Werkzeug.
Jetzt im August ernte ich trotz Hitze und Trockenheit täglich. Paprika. Tomaten. Pepperoni. Zucchini, Gurken und Strankerln. Strankerln ist Kärntnerisch für grüne Bohnen. Alles blüht und wuchert wie verrückt. Eine junge Nachbarin kommt vorbei und fragt, ob sie sich Samen von meiner üppigen Blumenpracht mit Cosmea, Ringelblume und Trichterwinde nehmen darf. Ich schenke ihr ein paar Cosmeen, die mir die Küchenkräuter zuwuchern. Wie schön, auf so eine Art und Weise miteinander in Kontakt zu kommen!
Montag soll eine Kaltfront mit Regen durchziehen. Gut für die Natur. Schlecht für die Fassade des zu renovierenden Tiny Houses. Danach soll es schon wieder über 30 Grad haben. Der Sommer, er ist noch nicht vorbei!

Sorry, Clickbait. Aber ich freue mich so. Die neue Website wird fertig, endlich. Allein hätte ich das niemals geschafft. Danke Alayna für deine unglaubliche Hilfe und Geduld mit mir und meinen Ideen. Und meiner vollkommenen Unkenntnis vom Bauen einer Website. Mit einem gekauften Template, das jetzt anders aussieht als gekauft. Haha! Wir haben alles umgekrempelt. Und das ist gut so.
Ende August könnte endlich Schluss mit der alten Site sein. Keine Sorge. Das bin immer noch ich, du wirst sogar Fotos meiner Figuren wiedererkennen. Die Struktur ist vollkommen überarbeitet. Mein Blog tritt zurück in die zweite Reihe. Meine Figuren übernehmen die Hauptrolle in dieser digitalen Show. Irgendwie werde ich es auch schaffen, hier eine Umleitung von der alten auf die neue Site einzurichten. Du hast dann genügend Zeit, dich für den neuen Newsletter einzutragen oder weiterhin meinem Blog zu folgen.
Jetzt kommen die Abschlussarbeiten, die es echt in sich haben. Verlinkungen. Noch mal Texte überarbeiten. CTAs setzen. Das eine oder andere neue Bild einfügen. Und dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge von WordPress Abschied zu nehmen, das einer Bloggerin wie mir sehr gute Dienste geleistet hat. Bloggen und texten ist auf der neuen Plattform für mich äußerst gewöhnungsbedürftig. Ich wünsche mir sehr, dass es hier noch Verbesserungen gibt.

28 Grad. Eigentlich ist das Abkühlung. Wir messen 38 Grad, als wir vor ein paar Tagen unterwegs sind. Die Luftfeuchtigkeit ist nach den Gewittern der letzten Tage hoch. Hochsommer wie früher, würde ich sagen. Wir hier atmen erleichtert durch. Eine volle 32. Kalenderwoche liegt hinter mir. Ich nehme dich wieder mit.
Wochenrückblick KW 32
Seit 2019 suche ich Gruppen, in denen vor Ort Figuren, Puppen und Skulpturen gemacht werden. Es sieht so aus, als hätte ich nach sieben Jahren die erste und einzige gefunden. Was ich am Wochenende in der „Villa Marienheim“ in der Künstlerstadt Gmünd erlebe, ist die Erfüllung meiner Träume als Puppenmacherin. Eine Kleingruppe. Tolle Anleitung einer erfahrenen Frau. Ein erfrischendes und fantasievolles Thema für ein Wochenende. Pappmaché. Ton. Und ganz viel Lachen, Lernen und Ausprobieren.
Ich baue eine Apfel-Buchhalterin. Haha. Ausgerechnet ich. Die, die Buchhaltung liebt. Ich habe Lust darauf, mich mit dem Buchhaltungsthema auf meine Art auseinander zu setzen. Sowohl diese Figur, als auch die „Villa Marienheim“ sind etwas, worüber ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben werde. Demnächst auf der neuen Website.

Auf den Straßen hat sich das Bild verändert. Die Blechlawine rollt nicht mehr nur nach Süden. Sondern sie rollt nach Süden u n d nach Norden. Tag und Nacht. Wir nutzen unsere Landesstraßen, weil der Stress auf der Autobahn viel zu viel ist.
Ich habe sowieso das Gefühl, mit meinem Auto gerade an in einem sechsspurigem Kreisverkehr im Kreis zu fahren. Und die Ausfahrt nicht zu finden. Sechs (!) Wege funkeln und verlocken zum Weitergehen. Ich bin ehrlich unschlüssig, ob ich wie früher einfach jenen im Sturm erobern soll, bei mein Herz am wildesten klopft. Oder doch warte. Oder gar keinen nehme?
Zu meiner Vision passen alle Ausfahrten. Ich erzähle meinem Liebsten davon. „Was, wenn du den restlichen Sommer dazu nutzt, einfach alle sechs auszuprobieren und mit ihnen noch ausgiebig zu spielen und sie auszuprobieren?“, fragt der Klügste von allen. Das war genau die Antwort, die meinen inneren Stress verpuffen lässt. Spielen, ausprobieren und dann im Oktober weitersehen.

Als mein Vater vor drei Jahrzehnten vorschlägt, ich solle nach Gmünd ziehen, lehne ich bestimmt ab. Nun, als Queenager, Spätzünderin und endlich auf dem in mir angelegten Weg, sehe ich die Vorteile, in so einem Künstlerumfeld zu leben. Jetzt nutze ich das sehr bewusst und bin einigermaßen erstaunt, dass mein Vater so hellsichtig war. Wie gern ich ihm das in unserer gemeinsamen Zeit gesagt hätte…
Schon bei meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin vor ein paar Jahren empfinde ich herzklopfend, dass es mich in dieses Feld des Theaterspiels mit Puppen zieht. Die Ausbildung war ein Hineingustieren in die Möglichkeiten, ein Kratzen an der Oberfläche, um einen Überblick zu bekommen. Mittlerweile bekomme ich das Wissen im Kopf mehr in den Körper. Jeux Dramatiques mit einer erfahrenen Übungsgruppe. Jetzt lerne ich auch noch eine begnadete Puppenspielerin und Puppenbauerin kennen. Allein, wie sie die Figuren angreift, führt und ihre jeweiligen Geschichten erzählt, ist zum Hinknien berührend. So wenig ist nötig, um beim zuschauenden Menschen Gefühle zu erzeugen. Ich zeige ihr zwei meiner aktuellen Figuren. Und sie sagt, dass man sie spielen könnte. Sie haben genug Charakter.
Der alte Traum erwacht wieder zum Leben. Leicht ist genau nichts beim Spiel mit Handpuppen. Persönlich scheitere ich gerade auf ganzer Linie. Hier wird nichts erzählt, hier wird gespielt. Und angedeutet. Ich habe wackelige Knie, das ist sowas von neu für mich. Von der höchst motivierten und ein bisschen erfahrenen Puppenmacherin nun also zur Puppenspielerin. Ich werde berichten.

Wir essen seit Monaten so gut wie kein Fleisch. Das Angebot an Ersatzprodukten aus Erbsen, Hafer oder Soja wird immer besser. Fleisch schmeckt auch nur, wenn es gut gewürzt ist. Das genau Gleiche gilt für vegetarisch-vegane Produkte.
Und was mache ich?
Wir sind eingeladen. Zum Grillen. Und klar esse ich mit, worauf wir eingeladen sind und was köstlich duftet und wunderbar schmeckt. Wir verbringen einen sehr erfreulichen und schönen Nachmittag im familiären Kreis und es scheint, dass mein Stoffwechsel das Gegessene ganz gut hinbekommt. Doch etwas ist anders. Ich bin angerührt wegen Kleinigkeiten. Zornig und aufbrausend wegen Nichtigkeiten. Zwei Tage lang nerve ich alle in der Familie. Ob das am Fleisch liegt oder am Sonnensturm, dem Neumond oder dem Wechsel – ich kehre auf alle Fälle freiwillig und gerne zurück in unsere bevorzugte Form der Ernährung.

Vor zwei Jahrzehnten ist mein Vater nach kurzer, heftiger Krankheit verstorben. Seine Lieblingsblume war die Bauernblume Cosmea. Er bettelte ihre Samen einer alten Frau im Kärntner Bodental ab, Und seither wächst sie in all unseren Familiengärten. Auch an seiner Gedenkstätte.
Diese Cosmea hat sich heuer ganz besonders prächtig versät. Weil sie alle anderen Pflanzen im kleinen Hochbeet zurückdrängt, entscheide ich: Du darfst gern bei mir wachsen. Aber so geht das nicht weiter.
Meine Intuition, mein Vater oder mein grüner Daumen reden mir zu, die Pflanzen trotz Hitzewelle jetzt sofort aus der ohnehin staubtrockenen Erde zu ziehen und sie umzusetzen. Ein Platz hinter dem Zirkuswagen am Abhang scheint mir der richtige zu sein. Ich setze sie wie Geschwister in zwei große Gruben, baue ihnen ein Gerüst und gieße ein paar Tage ausgiebig. Es geht gut, sie wachsen an!
Als ich am Mittwoch meine Morgenseiten schreibe, fällt mein Blick aus dem Fenster auf diese Blumen meines Vaters. Sie wiegen sich im Wind. Dunkelrosa, hellrosa und weiß. Distelfinken nutzen die langen, elastischen Halme, um besser an die Samen der Kanadischen Goldrute zu kommen, die ebenfalls hier wächst.

Ich bin selbst überrascht. Vergangene Woche entsteht kein einziger Linkedin-Beitrag. Die Hitze macht mir zum ersten Mal gesundheitlich zu schaffen. Außerdem habe ich gerade überhaupt nichts berufliches oder privates zu sagen. So viele aus meiner Bubble sind sowieso noch urlaubend unterwegs. Ein paar persönliche Nachrichten gehen immer im Hintergrund hin und her. Mehr nicht.
Rundherum brummt das echte Leben. Reale Treffen. Ausstellungen und Vernissagen. Einladungen. Fantastische Workshops an allen Ecken und Enden. Ein Sechzehnjähriger mit Sommerferien. Besucherinnen und Besucher. Die neue Website. Ich könnte mich echt zerreißen, so viele kulturelle Angebote gibt es gerade. Bevor uns der jährliche Winterschlaf in Südösterreich wieder übermannt und die Rollläden am See überall wieder hochgezogen werden.

Maren Martschenko fragt in ihrem #reflectandleaarn zusätzlich, was uns motiviert hat, Geplantes zu erledigen. Viele Erledigungen waren das vergangene Woche nicht. Oder doch. Ich habe keinen einzigen der vielen Termine verpasst, vergessen oder verschoben, weil alle in meinem digitalen Kalender eingetragen waren. Also – hat mein Kalender ein Motivationssternchen verdient.
Das zweite Sternchen bekommt meine wunderbare Webdesignerin in Portugal und unser ebenfalls eingetragener und geplanter WochenCall am Freitag. Das Ziel ist klar professionelles Feedback für eine Website und das Ausfassen neuer, abschließender Aufgaben. Doch die Freude am privaten Austausch, am Zuhören und Mitfühlen, überwiegt bei uns beiden eindeutig.
Schließlich war ich vergangene Woche äußerst motiviert, Familienwäsche zu waschen. Ein weiteres Sternchen für die uralte Waschmaschine, die zuverlässig einweicht und auch wieder schleudert. Irgendwann ist trotz Sommer und wenig Kleidungsbedarf Schluss mit sauberer Wäsche. Jetzt sind unsere Laden und Kästen wieder eine Weile gut gefüllt.

Heiß. Heißer. Am heißesten. Ich quetsche mir trotzdem einen Wochenrückblick der KW 31 aus meinem ausgetrockneten System.
Offensichtlich kommen die Hundstage im Süden Österreichs heuer zwei Wochen früher. Irgendwann im Lauf dieser heißen Tage wird mir bewusst – knapp vier Wochen noch. Und dann ist dieser Sommer schon wieder fast vorüber. Abends ist es bereits deutlich früher dunkel als noch vor vier Wochen. Also nichts wie genießen. Der Herbst kommt noch früh genug!
Und hier gehts zum 31. Wochenrückblick dieses Jahres:
Größtes Hurra: meine wundervolle Tochter ist bei uns zu Besuch. Wir versuchen, die heißen Stunden zu ruhen und in den kühleren Stunden etwas miteinander zu unternehmen.
Zum Beispiel frühstücken zu gehen in der Villa Verdin in Millstatt am Millstätter See. Den Betreiber lernen wir im Winter beim gemütlichen Kaffeeplausch in der Lieblingskonditorei von Max Wohlkönig kennen. Thomas lädt uns ein, im Sommer vorbeizuschauen. Ein Traumhaus in Traumlage am See, mit Buffet auch für verwöhnte Veganer-Gaumen. Aber auch für Marmeladenfeinspitze, Caffè-Gourmets und Genießer des traumhaften Seeblicks aus der Kiwi-Wein-Glyzinien-überwuchterten Außenterrasse.

Ich rühre und knete mir mein Paperclay selbst zusammen. Und entdecke: Nicht jedes Stärkemehl verhält sich wie Maisstärke. Tapioka fühlt sich trocken zwar ähnlich an, ist aber mit allen Paperclayzutaten vermischt deutlich klebriger und weniger bindend als die Maisschwester. Fazit: will ich die Masse nur spachteln, leistet Tapioka auch gute Dienste. Will ich Paperclay formen, greife ich in Zukunft wieder dankbar auf Maisstärke zurück. Wieder etwas dazu gelernt!
Mein natürliches Paperclay hält im Kühlschrank nicht einmal mehr zwei Wochen (!) durch. Nicht bei diesen Außentemperaturen. Ich entsorge den zweiten verschimmelten Teig dieses Monats, dieses Mal schon deutlich wütender auf mich selbst. Fazit: machen und tagesaktuell anwenden. Oder später machen, von vornherein, wenn ich sicher arbeiten werde. Schade um die kostbaren Zutaten…

Diese Woche ist besonders, was meine Herkunftsfamilie betrifft. Irgendein alter Widerstand zwischen meiner Mutter und mir löst sich wie aus dem Nichts in Liebe auf. Was jahrzehntelang immer wieder schwer war, ist plötzlich leicht. Ich bin traurig, dass es so lange gedauert hat. Und zugleich dankbar, dass es jetzt geschieht. Noch haben wir in diesem Leben Zeit, die wir miteinander verbringen und in der wir unser Miteinander spüren können.
Ich liebe es, meine Figuren zuerst geistig zu entwickeln, sie dann zu formen und mit der passenden Geschichte fertig zu stellen. Und – das ist mit intensiver Arbeit verbunden. Für intensive Arbeit ist es gerade zu heiß. Vielleicht erinnerst du dich, was ich letztes Jahr um diese Zeit gemacht habe? Ich ging diesem alten Wunsch nach, mir eine Häuserzeile aus Altholz zu bauen. Sie landete schlussendlich über dem Eingang meines Zirkuswagens.
Heuer reizt mich etwas ganz anderes. Riesenfiguren. Ich fange mit einem Hut an, auf dem ein Riesenfisch, walartig oder fantastisch, thronen soll. Und wieder taucht diese alte Idee in mir auf, dass Häuser auf dem Rücken des Riesenfisches sein werden. Haha, du hättest mich sehen sollen! Ich ufere mal wieder vollkommen aus. Der Fisch aus Karton und Paperclay wird r i e ß i g und der Hut ist auch ohne all die geplanten Häuschen schon viel zu schwer. Ich gebe die Idee natürlich nicht auf. Schneide kommende Woche das Kopfteil zurecht, damit der Fisch weiterschwimmen kann. Zwar nicht auf meinem Kopf, sondern auf dem runden Gerüst. Und aus einem geplanten Hut wird einfach ein viel zu große Skulptur für den Zirkuswagen. Und die darf mit auf die nächste Ausstellung.
Und der Hut? Stay connected. So schnell gebe ich nicht auf!

Ich weiß, dass ich im Leben schon viele Umwege und Sackgassen genommen habe. Doch der größte Umweg aus heutiger Sicht war vermutlich dieser:
Ich wollte schon als Jugendliche mit etwa 15 Jahren eine Lehre zur Silberschmiedin machen und künstlerisch aktiv werden. Weil ich mich nicht mit ganzer Kraft gegen den Willen meines Vaters durchsetzte, schlug ich nach der Matura statt dem geplanten Studium der Germanisitk und Publizistik den Weg der Fotografin und später der bildbegleitenden Journalistin ein.
Ich durfte gegen Ende immer mehr Künstlerinnen und Künstler interviewen und sprachlich und bildlich portraitieren. Dadurch landete ich bei meinem zukünftigen künstlerischen Mentor Luka Anticevic Und der stellte damals die ersten Weichen, dass ich mich dem endlich widmen konnte. Ich verdanke ihm und anderen Helfern in meinem Leben, dass ich seit meinem fünzigsten Geburstag die Künstlerin lebe.

Meine durchwachsene Kalenderwoche 30 endet Samstag Abend mit der Nachricht, dass es in Berlin einen Anschlag auf friedlich feierende Menschen gibt. Ich kann nicht so tun, als hätte das keine Auswirkungen auf mich. Ich trauere mit euch!
Gewalt tötet. Gewalt mit Motiven aus Fundamentalismus und starren, patriarchalen Glaubenskonzepten legitimiert Täter. Und erzeugt Opfer. Es tut mir so leid für die Angehörigen, die trauern. Und für jene, die noch darauf warten, ob ihre Liebsten durchkommen. Im Herzen bei euch, Berlin!
Und hier gehts trotzdem zu einem Wochenrückblick:
Unsere Terrasse ist zwar gebaut. Aber sie hat noch keinen Schutz nach oben. Der wäre gut bei Regen. Und der ist dringend nötig wegen gefrässiger Amseln. Die Vogelbeeren der Eberesche sind zwar noch nicht reif. Das hindert unsere gefiederten Freunde nicht daran, sich die orangen Früchtchen organisiert einzuverleiben. Sie kommen in Scharen.
Gönnt euch! Wir kommen ohnehin an diese Beeren nie mehr ran. Was die Amseln uns gönnen, ist ihre prompte Verdauung. Am Samstag hält mir der Liebste die Leiter. Und ich kraxle knieweich in hohe Höhen, um die durchhängende Plane höher zu hängen. Gemeinsam mit unserem tollen Terrassenschirm und einem neuen Sonnenschutz schaffen wir es, die Sitzplätze nach zwei Jahren kacksicher zu machen. Selbst ist die Frau!
Auch wertvolle Glaubenssätze haben manchmal ein Ablaufdatum. Manche früher, andere später. Und manche gar nie. Was ich zur Persönlichkeit des Scanners heute zu sagen habe, kannst du in meinem Social Media Beitrag auf Linkedin nachlesen. Den Link dazu findest du unter meinem Screenshot.

Diese Woche ist gut gefüllt mit medizinischen Terminen meiner Liebsten im Familienkreis. Heute, Sonntag Abend, kann ich sagen, dass alle am Weg der Heilung sind. Jede und jeder im individuellen Tempo. Wir haben es trotzdem hinbekommen, gestern einen selten harmonischen Ü80-Geburtstag zu feiern, bei dem so viel Liebe und Zuhören im Raum war wie lange nicht mehr. Ich bin so voller Dankbarkeit für diese schönen Stunden.
Was für ein Vergnügen, Menschen hier zu unseren Tiny Houses im Tiny Paradise einladen zu können! Es ist zwar fast so kalt wie voriges Jahr um diese Zeit. Ihr habt vielleicht Pech mit dem Wetter, ihr beiden Lieben! Aber, wir haben heuer eine Terrasse, auf der wir es uns gemütlich machen können. Kerstin ist Buchhebamme. Was in ihrem Fall bedeutet, dass sie vorwiegend feinstfühlige Frauen dabei begleitet, ihr persönliches Buch zu schreiben und erfolgreich zu veröffentlichen.
Es ist wohl kein Zufall, dass eine meiner Kundinnen im September ihr erstes Buch rund um Paulo, meinem Türsteher für Gedanken, veröffentlichen wird. Sie hat sich nach mir mit Kerstin auf den Weg gemacht. Wir sind auch in der Online-Welt so verbunden! Ich freue mich schon sehr darauf, über dieses Buchprojekt zu berichten.
Danke für euren liebenswürdigen, genussvollen und unkomplizierten Besuch, Kerstin und Frank!

Wie ich schon in meinem Beitrag über Scanner auf Linkedin feststelle: Ich liebte es in der Vergangenheit schon arg sehr, mich zu verändern. Alle zwei Jahre grundsätzliche Veränderungen, das ist mein altes Normal.
Auf der Suche nach guten Fotos für die neue Website finde ich heraus, dass meine Einzelfiguren der Serie der Ratten schon im Jahr 2023 viel Bewegung in sich tragen. Auch damals war es bereits Kate Church aus Canada, die mich mit ihren bewegten Zirkusfiguren inspirierte. Jetzt, ein paar Jahre später, geht es mit der neuen Serie der „Queenager“ und ihren besonderen Kronen genau in diese Richtung weiter.
Website, Squarespace und WordPress. Hmpft. Ich bin seit vielen Jahren verwöhnt, was das Bloggen auf WordPress betrifft. Squarespace und Blog, das ist keine große Verliebtheit. Das ist eher ein rationales und logisches „Damit-wir-das-halt-auch-anbieten-Ding“. Ich bin wirklich enttäuscht. Keine Inhaltsübersicht im Beitrag. Kaum Formatierungsmöglichkeiten, ganz anders als auf den tollen Sites. Bitte gerne an die Verantwortlichen weiter sagen!
Was ich richtig gut finde ist die Tatsache, dass ich text-inhaltlich alle alten Blogbeiträge aus WordPress importieren kann. Die Fotos muss ich hinterher einzeln neu einpflegen. Dabei lese ich die alten Texte durch und lösche, was ich nicht mehr brauche.
Hey, Squarespace: Die Fotoabteilung in Ordnern ist genial. Sie dürfte für mich bei der Suche gerne alphabetisch geordnet sein und geöffnet bleiben, während ich in diesem einen Ordner weiter suche. Habe ich ihn doch erst nach längerem Suchen alphabetisch unlogisch irgendwo erjagd. Vielleicht kommt das ja in einem der nächsten Updates dazu?
Seit wir keinen jagenden Tiger mehr bei uns haben, wagen sich auch gefiederte Freunde und Eichhörnchen immer näher an uns heran. Als ich an einem frühen Morgen am Laptop und an der Website sitze, höre ich die üblichen Amselgeräusche deutlich näher. Sie werden doch nicht… Doch! Eine Amsel sitzt mitten in meinen wenigen Weintrauben. Mein Weinstock trägt heuer zum ersten Mal. Hey, Amsel, zisch ab! Rauf mit dir zur Eberesche. Dort darf geerntet werden.
Und weil Herr Amsel schimpft wie ein Rohrspatz und nur darauf wartet, dass ich wieder im Zirkuswagen verschwinde und er weiter Weintrauben verschlingen kann, handle ich. Durchsichtiger letzter Vorhang raus. Leiter aufgestellt. Und Vorhang v o r die Trauben gehängt. Ja, jetzt schaust du ein bisschen blöd. Das ist Absicht. Meine wenigen ersten Weintrauben teile ich heuer nicht!

Der Sechzehnjährige bekommt heuer von uns keine Ferienwoche mit Geschirr, sondern mit dem American Music and Arts Camp geschenkt. Was wir zu Beginn nicht wissen, ist Standard in der AMC-Family: Handys werden fast durchgehend an die Betreuerinnen abgegeben. Es ist einfach genial, was sie in knapp vier Tagen lernen und am fünften Tag auf der Bühne aufführen.
Der Sechzehnjährige ist voller Freude dabei und mitten drin, obwohl er wirklich ein Anfänger ist. Er, der sich pubertierend nur bewegt, wenn er muss, kämpft sich durch fordernde Choreografien und Melodien. Und stellt fest, dass er nach dem Stimmbruch endlich wieder zu einer Singstimme zurück findet. Zwei Oktaven tiefer. Und wunderschön.

Ich träume davon, seit ich mich als Künstlerin selbstständig gemacht habe. Heuer im Sommer wollte ich endlich mit Kindern Riesenfiguren bauen, die sie selbst verkörpern. Doch der Kurs kommt nicht zustande.
Was macht eine, die einen Plan hat? Genau. Sie setzt ihn anders um.
Dazu inspiriert hat mich die wunderbare Minitaturkünstlerin Katharina, der ich schon eine ganze Weile online beim Arbeiten auf die Finger schaue. Und deren kluge, gesprochenen Texte zu den Videos ich mit Begeisterung anhöre. Jetzt hat sie ein Hexenhäuschen aus Pappe gebaut. Als Hut. Für ihren Kopf. Und das will ich auch ausprobieren. Nein, kein Hexenhäuschen. Kopieren, das mag ich so gar nicht. Es wird ein ganz besonderer Fisch werden, den ich vor vielen Jahren gezeichnet habe.
Geduld, Geduld! Kommende Woche gehts mit diesem bombastischen Hut weiter!

Es ist Sonntag Nachmittag. Zeit für den Wochenrückblick der Kalenderwoche 29 dieses Jahres. Wollsocken, dicker Pulli, heißer Kräutertee. Hochsommer 2026. Vor zwei Tagen sause ich im Bikini im Halbstundentakt unter die solarbetriebene Lauwarmdusche, um die Hitze besser auszuhalten. Es ist ein großes Lernen, mit dem veränderten Klima und seinen Auswirkungen umzugehen.
Ich habe mir vorgenommen, mich mit Videos vertrauter zu machen. Meine Lehrerin Julia Gorr hat uns ein tolles Begleitskript gegeben, wie wir uns besser strukturieren. Daran halte ich mich. Was mir deutlich mehr Arbeit macht als das vorherige Skripten und Aufnehmen ist die Filmnachbearbeitung. Da sind gut und gerne zwei, drei Stunden um, bis ich zufrieden bin. Und ganz egal, ob ich mich in einem Jahr wegen der Qualität dieser ersten Filme in Grund und Boden geniere oder nicht: ich übe weiter, bis Film mir nicht mehr so fremd ist.
Gern lade ich dich ein, dir einen Beitrag zu meiner Arbeit im Zirkuswagen und John Steinbeck von dieser Woche anzusehen. Du findest ihn im Link unter der Bildbeschreibung auf Linkedin.

Meine britische Freundin Sue hat ein Kinderbuch geschrieben. Über zwei Erdmännchen im naturwissenschaftlichen Museum in London. Es hat mich gereizt, ob ich ihre Sprachmelodie in die deutsche Sprache übertragen kann. Ihren Sinn für Humor, ihre Sicht auf die Welt. Zuerst geht einfach alles schief. Meine Vorschläge für Übersetzungen sind Kommentare im Korrekturprogramm. Sue, die noch nicht gut Deutsch spricht, klickt dankbar für meine Arbeit auf das orangefarbene Häkchen. Im guten Glauben, die Vorschläge seien nun im Text angekommen. Pustekuchen. Sie hat nur akzeptiert, dass es einen Vorschlag gibt – und futsch ist er.
Was nichts gemacht hätte. Doch Sue druckt sofort und begeistert Autorenexemplare. Ein typisches Sprachmissverständnis zwischen uns beiden. Ich habe Vorschläge gemacht. Sie hat das als Korrektur verstanden. Als sie mir ein frisch gedrucktes Exemplar mitbringt, falle ich fast vom Sitz vor Schreck. Schon am Titel prangt ein erster kapitaler Genitivfehler, der nicht mal im Skript war. Ich blättere mich durch die Seiten. Fehler über Fehler. Wo sind meine Korrekturen? Manche Stellen sind doppelt, einmal korrigiert, einmal in der alten Übersetzung der Künstlichen Intelligenz. Sue schenkt ihrer Nachbarin ein Exemplar. Eine ehemalige Englischlehrerin. Nie wieder kann die ehemalige Journalistin mit recht guten Deutschkenntnissen der Dame unter die Augen treten…
Ich setze mich noch einmal zwei Nächte an den Text. Korrigiere jetzt ungeniert und konsequent. Arbeite mit DeepL und suche nach Formulierungen, die das Britische erhalten und in unserem Deutsch verständlich werden. Jetzt, im zweiten Durchgang, fühlt sich der Text endlich stimmig an. Und glückicherweise befinden wir uns immer noch v o r dem nächsten Druck. Das Augenzwinkern ist erhalten geblieben, dem Himmel sei Dank. Und jetzt stimmt auch die Grammatik. Die Englischlehrerin darf jetzt unbedingt noch einmal Korrektur lesen. Sechs Augen sehen mehr als vier…

Ich wundere mich, warum neben den Tomaten so starke Pflanzen aufgehen. Die scheinbar auch die Tomatenpflanzen bedrängen. Also nehme ich mir ein Herz und reiße ein paar aus. Staune noch, warum das so schwer geht. Beikräuter gehen sonst ganz leicht weg. Als mich mein Mann fragt, wo wir eigentlich heuer die Physalis hingesetzt haben, wird mir heiß…
Dann will ich meine Queenager-Tänzerin weitergestalten. Hole den Paperclay aus dem Kühlschrank. Er ist magentafarben und grau mit Schimmel überwuchert. Im Kühlschrank. Was für ein Schreck! Ich stelle mich sofort hin und koche den nächsten Kleber aus Mehl, Wasser, Zucker und einer ordentlichen Menge Essig, bevor ich die anderen Zugaben einknete. Dieses Mal muss ich schneller sein als der Schimmel dieses Sommers.
Seit etwa 18 Monaten schmerzt mein linkes Handgelenk. Manchmal mehr, manchmal weniger. Manchmal sehr. Ich gewöhne mich an Schmerzen, bin ja nicht mehr die Jüngste. Als ich wegen meines verdrehten Knies hinkend zu einem Konzert komme, erzählt mir eine Frau von der Tinktur ‚Retterspitz‘. Meine Freundin Christine ist die Einzige, die sofort weiß, was das ist. Und redet mir gut zu. Also hole ich mir ‚das’Retterspitz‘ aus der Apotheke. Ich bin skeptisch und mache einen nächtlichen Wickel ums Handgelenk. Und was soll ich sagen: die Mischung wirkt! Meine Handgelenksschmerzen sind deutlich weniger, nach nur zwei Behandlungen. Und nein, das ist keine versteckte Werbung, selbst gekauft, selbst angewandt und für gut befunden.
Ich habs wirklich geschafft! Vergangene Woche ist Dead Line für die Überarbeitung von Schulangeboten in Österreich. Mir ist schon länger klar, dass ich neue Angebote für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren machen will. Ich füttere die Künstliche Intelligenz mit meinen eigenen Überlegungen und Vorstellungen. Mit dem, was ich auf keinen Fall mehr machen will. Und mit dem, was es statt dessen sein soll.
Melde dich sehr gern bei mir, wenn du in Kärnten oder Wien an einer Schule arbeitest und Kunstprojekte mit Figuren umsetzen willst! Dann sende ich dir meine Planung für 2026/27!

Der Liebste schneidet eines Morgens viel der kanadischen Goldrute aus unserer Wildnis. Er setzt die Blüten mit Alkohol an, weil er damit malen will. Und ich denke schlagartig an Canada. An meine Reise vor elf Jahren. Sehnsucht durchflutet meinen ganzen Körper. Damals weiß ich noch nicht, dass ich Figuren machen werde. Ich kenne auch Kate Church noch nicht, die dort lebt. Ohne große Erwartung durchsuche ich am Abend Google Maps, wo diese tolle Künstlerin eigentlich lebt. Vergleiche die gefundene Kleinstadt mit den gemachten Fotos der Reise in meinem Archiv – und dann trifft mich fast der Blitz. Ich war da! Herzklopfen!! Ich war doch auf der Reise runter nach Halifax in der Bay, in der Kate lebt und lehrt. Und ich hatte keine Ahnung… Ich habe dazu vergangene Woche einen Linkedin-Beitrag gemacht.
Was mir das sagt? Eine Freundin meint, dass manche Wege einfach so anfangen. Du hast noch keine Ahnung vom zukünftigen Weg. Aber dein Weg beginnt, sich von selbst zu entrollen. Gänsehaut. All over. Heute säße ich sofort in einem ihrer raren Präsenzworkshops, das wäre ganz oben auf meiner Reiseliste!

Als ich als junge Mama Barbara Shers Buch über Scanner lese, bin ich sehr sicher, dass ich ein Buch über mich lese. Ich verändere alle zwei Jahre meine Vorliebe(n). Ich ziehe ständig um, wenn mensch mich lässt. Ich mache dauernd 15 Sachen zugleich. Und ich bin sehr lange ein bisschen stolz drauf. Endlich meine Schublade des Andersseins gefunden. So vielfältig und bunt bin ich eben. Das zeichnet mich aus. Das musst du aushalten, wenn du mit mir zusammen sein willst.
Mittlerweile sehe ich das ein wenig anders. Was, wenn mein Charakter des Scanners ehe eine Antwort auf die vielen schwerst verarbeitbaren Reize meines Lebens bin? Weil ich grundsätzlich Schwierigkeiten mit Reizverarbeitung habe? Und ganz praktisch: dient es mir wirklich, an meiner Website zwei Tage intensiv zu arbeiten, dann drei neue Projekte anzufangen, weil sie mich reizen – und dann nach zwei Wochen wieder mit der Website von vorne anzufangen, weil ich schlicht und ergreifend vergessen habe, wie weit ich schon war und was der nächste geplante Schritt gewesen wäre?
Dieses Mal mache ich es anders. Website hat gerade Priorität. Genau d e s h a l b war es liebeboll und klug vom Leben, mir heuer sämtliche Sommer-Kinder-Workshops zu streichen. Ich hätte mich wieder heillos überfordert, weil meine Ansprüche an mich sehr hoch sind. Und im Herbst wäre garantiert keine Website fertig gewesen. Zusätzlich ist jetzt meine Lieblings-Web-Designerin eine Königin des Dranbleibens. An einer Sache. Wir werden in ein oder zwei Wochen fertig sein. Ein Projekt in knappen zweieinhalb Monaten beendet haben, das zwei Jahre nicht und nicht entstehen konnte.
Falls du ein Scanner bist und dich damit wohl fühlst und erfolgreich bist, vergiss bitte meine Überlegungen. Mir hat es damals lesend sehr geholfen, mich so anzunehmen, wie ich bin. Heute erkenne ich, dass das möglicherweise eine Strategie war, die mir weniger gedient hat als ich dachte. My Way. Deiner kann ganz anders aussehen!

Liebe Maren, was ich vergangene Woche anders als gemacht habe als ursprünglich gedacht?
Ich erzähle dir von heute, weil der Eindruck noch so frisch ist.
Heute sitze ich statt beim Frühstück im Lieblingscafé vor dem Getränkeautomaten in einem Krankenhaus. Schlürfe beruhigenden heißen Kakao, warte und spüre sehr viel. Das Wartezimmer ist so richtig voll. Gesundheit und Krankheit kennt keinen Sonntag. Überall sind Menschen, die gerade echte Schwierigkeiten mit ihrem Leben haben. Auch drinnen vor den Untersuchungsräumen sind Reihen von Wartenden. So viele, dass manche Behandlungen direkt bei uns im Warteraum durchgeführt werden. Wir tauschen Blicke aus, ein Lächeln, einen mitfühlenden Satz.
Ständig werden von der Rettung neue Notfälle durchgeschoben. „Wir nehmen zuerst die Brustschmerzen dran, tut uns leid“, sagt ein Pfleger, als eine Frau verzweifelt fragt, wann sie endlich dran kommt. Sie wartet seit drei Stunden. Ganz offensichtlich hat sie große Schmerzen. Vier Stunden bin ich zufällig an dieser Grenze zwischen Leben und Tod, die man in Notaufnahmestationen erlebt.
Daheim erzähle ich dem Lebensgefährten meiner Mutter, was wir gerade erlebt haben. Er fasst für mich zusammen: „Wenn du dich im Leben ein bisschen mutlos und deprimiert fühlst, setz dich ein paar Stunden in den Warteraum eines Krankenhauses“. Es stimmt. Die Sonne scheint heller, wenn du den Warteraum wieder verlassen darfst. Und du hast eine große Übung in Demut und Empathie hinter dir, falls du dich darauf einlassen konntest.

Wochenrückblick auf die Kalenderwoche 28. Himmel, achtundzwanzig Wochen mal sieben Tage. 196 Tage ist dieses Jahr schon unterwegs. Und wir sind alle mitten drin. Eine Freundin staunt, dass ich immer noch einen Wochenrückblick schreibe. Ich kann konsequenter sein, als ich mir das selbst vorstelle…
Danke wie immer an dieser Stelle an Maren, die im Rahmen ihres #reflect&learn diese Woche fragt, welcher Tag für einen Rückblick ganz besonders geeignet wäre. Er hat direkt mit einem neuen Gefühl zu tun. Und mit einem Hängesessel. Wenn du Zeit und Lust hast, dann klick dich gern hinüber in meinen Linkedin-Kanal. Den Link findest du auch unter dem Beitragsbild.

Oder so. Es passiert mir heuer wirklich zum ersten Mal. Ich gratuliere meiner wundervollen Tochter einen Tag zu früh zu ihrem 35. Geburtstag. Und eine liebe Freundin gratuliert mir, ebenfalls diese Woche, zu meinem Februargeburtstag. Und dann erfahren wir wie nebenbei im Chaos der Falschgratulationen online, dass die jetzige Frau meines Bruders genau an diesem einen Tag vor meiner Tochter Geburtstag hat. Ich sorge mit meinem Zahlenchaos mal wieder für viel Heiterkeit.
Ich merke gerade, die Beschreibung klingt wie eine dieser horriblen Textaufgaben in Mathematik, vor der ich als Jugendliche mit Brett vorm Kopf und Nebel in den Hirnwindungen sitze. Die Welt der Zahlen eben.
Ich bin viele. Auch als Künstlerin. Deshalb habe ich mich 2019 ja auch als Künstlerin bei der Krankenkasse angemeldet. Keine Einschränkungen mehr, entweder die Tätigkeit nur als Journalistin oder nur als Pressefotografin. Sondern all in. Herausfinden, wie ich mich ausdrücken will. Film zählt eindeutig dazu. Ich liebe dieses Medium. Julia Gorr ist zur Zeit meine Lieblingspädagogin, wenn es um das Erlernen von Videoskills geht. Und hell yeah, ich will lernen, gute Videos zu drehen. Richtig gute, nicht nur so nebenbei. So perfekt wie AI werde ich sowieso nie. Aber ein bisschen schlüssig und professionell darf mein Auftritt trotzdem werden.
Jede Woche ein Videobeitrag, das nehme ich mir vor. Nicht alle werden das Licht der Öffentlichkeit erblicken.
Das Aufnehmen meiner Stimme ist dank Tipps das kleinste Problem. Allerdings ufert das Aufgenommene genauso aus wie das Geschriebene. Ich bin eine geborene Querdenkende, beziehe zugleich sehr viele Lebensfelder ein. Ich bin so gemacht. Schreibend geht das Konzentrieren schon recht gut. Gesprochen fällt mir spätestens beim technisch aufwändigen Schnitt ein, was ich alles weglassen hätte können.
Wie würde Julia sagen? Das brauchst du vielleicht für ein anderes Video…
Meine Mutter verträgt den heurigen Sommer deutlich schlechter als Frühling, Herbst und Winter. Was bedeutet, dass wir gerade ein Netz entwickeln, damit sie in ihrem herausfordernden Alltag nicht verzweifelt. Der Liebste hat tägliche gesundheitliche Herausforderungen, die mich mehr besorgen als ihn. Irgendwie erschüttert die Zeit gerade sehr viele Menschen um mich herum, die mir wichtig sind. Da ist meine eingeschränkte Fortbewegung schon fast ein Klacks dagegen.
Große Freiheit? Derzeit eher viele offene Fragen und emotionaler Roller Coaster. UND der Versuch, trotzdem an dem dran zu bleiben, was mir Freude macht und auch gut tut. Ich entwickle eine neue Beweglichkeit für meine Figuren weiter, die sich an meiner Lieblingskünstlerin Kate Church orientieren. Wenn ich könnte, würde ich mir sofort einen Flug nach Canada buchen und bei ihr in einem ihrer raren Workshops sitzen. So tüftle ich selbst, wie sie Bewegung so einfriert, dass die Lebendigkeit erhalten bleibt.
Ohne mein Freundinnen-Netzwerk wäre ich derzeit kraft- und mutloser. Egal, ob es ein ermunternder Satz, ein Hinweis auf Social Media oder in der Accountability Gruppe oder echte Treffen an anderen Orten als daheim sind: es tut mir gut, einfach die zu sein, die ich bin. Mit Menschen, die das auch leben. Das ist Selfcare im besten Sinn für mich. Zuhören. Mitteilen. Das vertraute Feld verlassen. Neue Perspektiven und Wege sehen und hören. Weitergehen.
Vergangene Woche ganz überraschend auf einem Fest in St. Kanzian. Durchwegs junge Menschen, die diesen Vibe haben, den wir als junge Menschen früher bei Festivals ebenfalls lebten: wir finden und wir suchen Lösungen, wir teilen, wir benennen, wir gehen miteinander weiter. Und verbinden das ganz selbstverständlich mit Kunst. Danke Christine, dass du mich mitgenommen hast. Danke Cattalina für deinen berührenden Text über Geburten.

Gestern sind meine 1-mm-Federstahl-Stäbe gekommen. Kennst du nicht? Ich bisher auch nicht. Im Hin- und Herraten mit Gemini, wie ich meine Figuren so lange als möglich mobil halten kann, bevor das fixierende Paperclay die Bewegung einfriert, spuckt der Dialog dieses Wort in unsere Nachdenkrunde. Dünne Stäbe, die die Form behalten. Kein Alu, das sich in alle Richtungen biegt. Ersatzknochen für Körper, die in meinem Kopf herumspuken. Der frische Paperclay wartet schon im Kühlschrank auf seinen Einsatz.
Ich habe momentan das Gefühl, als Künstlerin in einem Trichter zu leben. So viele Ideen, so viele Möglichkeiten tauchen auf, wie ich etwas Neues gestalte. Und wenn ich mich umsehe, dann passt dieses Trichterdasein auch zu vielen anderen Menschen um mich herum. Ein Schelm, wer denkt, das könnte etwas mit der Zeitqualität zu tun haben?
Sie ist fertig. Viele, viele Details. Eine gefärbte Zeitungskrone mit Kupferschicht. Es war nicht einfach, dieses Material in unserer Kleinstatt zu ergattern. Ich bekomme die allerletzte (!) Tube eines Materials, das ich vor Jahren noch ganz einfach bei OBI kaufen konnte. Jetzt nicht mehr. Meine Nana bekommt keine Ausgestaltung des Gesichtes, sie ist bereits die, die sie ist. Eine Nana, die für alle Frauen auf diesem Planeten von Fülle, Freiheit, Lebendigkeit und wiegenden Hüften erzählt.

Diese Woche beginnt mit einem Kochunfall, der zu einem weiteren führt. Eine schräge Serie für einen Wochenrückblick. Die Hoppalas dominieren meine ganze Woche. Nun als Abschluss ein vorsichtiger Schritt nach dem anderen…
Nach der zweiten Hitzewelle dieses Sommers ist vor der nächsten Hitzwelle. Doch zuerst gibt es eine wilde Abkühlung. Mit Sturmböen von Osten, was für unseren Platz hier höchst ungewöhnlich ist. Meine grünen Bohnen wachsen seit letztem Jahr auf einem dreiteiligen Tunnel mit Netz. Eine wilde Rose hat sich darauf ausgebreitet. Die Blütenpracht war atemberaubend. Das Gewicht auch. Die Blattmasse ist ideal für verspielte stürmische Winde. Wir schaffen es, den Tunnel zu zweit fünf Minuten festzuhalten, als er sich hinzulegen beginnt. Können aber anhand der dunkelgrauen Schwärze der Wolken leicht abschätzen, dass wir demnächst eiskalt geduscht werden. Also schneide ich kurzentschlossen die Rosenranken ab und wir legen den Tunnel hinter die Häuser.
Inzwischen ist der Bogen professionell an unseren Hochbeeten fixiert und hält hoffentlich zukünftigen Winden stand. Die grünen Bohnen brauchen Halt! Diese Reparaturarbeit führt zu weiteren. Rosen am Zirkuswagen und ein Schmetterlingsflieder bekommen ebenfalls ein improvisiertes Gerüst. Und der tiefhängende Wein mit den ersten Trauben seines Lebens hängt nun deutlich höher. Yeah!

Der Sechzehnjährige möchte, dass ich ein Buch lese, das ihm gut gefällt. Eine sehr, sehr nette Geschichte. Entweder mit Künstlicher Intelligenz überarbeitet oder vorher von ihr entwickelt, das weiß ich nicht. Es gibt zig wiederholte Erklärungen für Situationen, die jeder Lesende mit links auch nach dem ersten Mal verstanden hat. Ich habe das Gefühl, in einem Fan-Fiction-Roman von „Drachenzähmen leicht gemacht“ zu hängen.
Aber – es gibt eine sehr nette Stelle, die ich hervorheben will. So gut, das in einem Jugendbuch zu lesen. Die Protagonistin träumt schon als Kind davon, ein Café für Drachenbabies und seine menschliche Familie zu führen. Eine Gratwanderung, was das Wirtschaftliche betrifft. Denk an Grisu und du weißt warum. Als sie wieder einmal zweifelt, ob sie jemals damit erfolgreich sein wird, sagt ein junger Mann zu ihr: „Aber du bist doch schon erfolgreich, du hast dir deinen Traum verwirklicht! Selbst wenn du scheiterst, hast du doch jetzt schon Erfolg. Du betreibst ein Café für Drachenbabies“.
Diese amerikanische Sicht auf das Scheitern und aus Fehlern lernen, ich liebe sie.
Der Montag ist noch voll heiß hier bei uns in Kärnten. Hunger? Eher nein. Wir einigen uns darauf, uns Wedges aus frischen Kartoffeln vom Lieblingsbauern zu machen. Garten-Backrohr mit Backpapier und Öl vorgeheizt. Kartoffeln geachtelt, frischen Gartenrosmarin geschnitten. Ich denke noch, ach blöd, wie bekomme ich das heiße Backblech aus dem Rohr, ich hätte alles kalt vorbereiten können. Hole das Backblech mit Schwung aus dem 220 Grad heißen Ofen und will es abstellen. Eine einzige starke Windböe und mir fliegt das Papier mit dem Öl…
Genau. Sofort eiskaltes Wasser auf den verbrannten Unterarm. Mindestens zwanzig Minuten sagt Frau Doktor Google. Und als der Schmerz ein bisschen nachlässt, google ich, welche Pflanzen jetzt helfen werden. Aloe Vera haben wir nicht. Aber Spitz- und Breitwegerich und Beinwell. Ich zerkleinere die Blätter mit der Kräuterwiege und pappe mir das ganze mit einem Verband auf die arg schmerzenden Stellen. Danke Natur, ich bin gerettet. Eine halbe Stunde nach dem Auflegen habe ich Sekunden ohne Schmerz. Und nach zwei Stunden ist er überhaupt weg.
Den restlichen Tag kann ich ziemlich knicken. Als ich mit weichen Knien die Treppe meines Zirkuswagens hinauf gehe, rutscht die Treppe unter mir weg und ich fliege nach oben. Ich kann mich irgendwie halten, doch offenbar bekommt mein Knie etwas ab. Also hinke ich nun auch. Rechter Unterarm, linkes Knie. Ich wäre so gern zu einer Almwanderung mit Frauen mitgegangen, doch ich muss absagen. Hmpft. Nächstes Mal hoffentlich!

Ich sitze an einem Morgen verschlafen auf meinem Prinzessinen-Kompost-Klo-Thron zwischen den Tomatenpflanzen. Nehme aus den Augenwinkeln Bewegung in den Bäumen rechts von mir wahr. Meine Güte, schwarze und braune Eichhörnchen mit weißen Bäuchlein sind schon munter und unterwegs! Die Amseln warnen durchdringend. Doch ich glaube, es ist eher eine erste Kontrolle von Samen. Haselnüsse und Walnüsse tragen heuer schwer an ihnen. Die pelzigen und schimmernden Freunde turnen von Ast zu Ast, stürzen zwischendurch fast ab, fangen sich wieder. Fliegen und klettern weiter. Mich ignorieren sie vollkommen, so vertieft sind sie.
Warum mich das so glücklich macht? Als unser freilebender Kater noch bei uns war, fing er ein Eichhörnchen nach dem anderen aus den Bäumen. Im Vorjahr sahen wir kein einziges. Jetzt dürfte sich die Population erholt haben. Ich bin nach den waaghalsigen Manövern hoch oben im Geäst recht sicher, das hier Jungtiere trainiert wurden.
Mir tut es ausgesprochen gut, jeden Freitag im Website-Meeting zu sitzen und meiner Lieblingsdesignerin Bericht zu erstatten, was ich weitergebracht habe. Und woran ich scheitere. Auch wenn sie diese Woche wegen Fußball kurzfristig ausfällt, bereite ich mich vor. Ich frage meine AI, warum mich meine eigenen Texte überhaupt nicht emotional erreichen. Es stimmt alles mit ihnen. Aber sie berühren mich Null Komma Josef.
Die Antwort ist verblüffend. Mir wird „journalistischer Stil“ attestiert. Zu viel Abstand, zu viele Fakten, zu wenig fühlen, in der Sache sein, Nähe zulassen. Also schreibe ich Donnerstag Nacht und Freitag Vormittag alles komplett um. Keine Änderung an der Struktur, aber am Inhalt.
Und noch etwas schaffe ich diese Woche: ich setze mich eine Stunde an meinen alten PC in der Stadtwohnung und lade sämtliche Fotos, Videos und Dokumente auf eine externe Festplatte. Mein MacBook hat einen schwachen Arbeitsspeicher, mit ausgelagerten aber jederzeit greifbaren Daten will ich mir helfen. Auch das funktioniert nun endlich.
Mein Knie lässt diese Woche überhaupt keine hüpfende oder drehende Bewegung zu. Der Liebste rät mir, sanft mit mir umzugehen nach diesen zwei Unfällen. Und vermutlich auch nach der Anspannung nach seinen drei Krankenhausterminen. Körper sind nicht endlos belastbar. Unsere Zellen merken sich alles. Und er hat recht. Ich lege mich täglich zwei Mal hin und schlafe tief und lange. Meine Kundin Sabine erzählt mir noch, dass das ihre beste Strategie nach solchen Vorfällen ist. Und ich merke, sie hat recht! Ich schlafe mich gesund, halte immer noch Siesta…
Als ich an einem Nachmittag auf Instagram bin, wird mir wieder ein flotter Chinese mit Tai Chi Übungen in die Timeline gespült. Und ich staune. Es sind im Grunde genau meine Übungen. Nur deutlich langsamer. Mit wesentlich mehr Spannung und Ruhe in der Bewegung. Ich probiere ein bisschen und stelle erstaunt fest, wie gut mir das Langsame tut. Anspannen. Entspannen. Atmen. Das Anhalten nach einer Bewegung, das Nachspüren. Ich schreibe meine Übungen um. Sobald es wieder leichter geht, wird das mein morgendliches Training sein.
Alle meine Zimmerpflanzen leben mittlerweile bei mir in den Schattenbereichen unseres Paradieses. Einer habe ich die fünf Meter langen Ranken geschnitten, weil sie einfach nicht mehr gesund aussah. Und die abgeschnittenen Ranken in ein Wassergefäß gesetzt. Was soll ich sagen: nach drei Wochen wurzeln die Abgepeltzen. Und heute Morgen beim Gießen sehe ich, dass die beschnittene Pflanze in jeder Achse neue Austriebe hat. Halleluja!
Maren fragt diese Woche um ungelesene Bücher, die sich bei mir stapeln. Ja, es gibt welche. Aber die liegen in der Stadtwohnung. Ratgeberbücher. Auf die habe ich gerade überhaupt keine Lust. Liebe Maren, lieber erzähle ich dir hier, was ich gerade parallel lese:
Ein eigensinniges und ziemlich schamloses Durcheinander, ich weiß. Wen wunderts? Dir liebe Maren viel Freude mit dem Salzpfad, ich fand das Buch noch besser als den tollen Film!
Schon im Frühling erfahre ich, dass es heuer in Seeboden einen Nana-Workshop unter der Anleitung der wunderbaren Jutta Berger geben wird. Wir sind schon sehr lange miteinander verbunden. Singend. Malend. Freundschaftlich. Und teilen die Liebe für die Kunst von Niki de Saint Phalle. Dieses Wochenende sehen wir uns nach ganz langer Pause wieder. Im Impulscenter Seeboden, in der kühlen Werkstatt im Souterrain. Fünf Frauen formen Frauenkörper, wie es ihnen gefällt.
Keine der Figuren gleicht der anderen. Und jede Figur passt so punktgenau zu der Frau, die sie hergestellt hat. Ich bin natürlich nicht ganz fertig geworden. Freue mich darauf, nächste Woche noch einmal an der Figur zu arbeiten.



Der Sechzehnjährige hat ab Freitag neun Wochen Sommerferien. Was für mich bedeutet, meine beiden Männer leben hier bei mir und müssen nicht mehr in der Früh geholt und Abends zurück in die Stadt gebracht werden. Ich kann endlich wieder ausschlafen und muss mir nicht allzu viele Gedanken um Termine machen.
Wenn es wieder so heiß wird – in Frankreich, Spanien und Portugal kochen die Temperaturen bereits – dann mache ich im Juli ungeplante Hitzeferien.
Es gibt einen aktuellen Unfallbeitrag und andere Versagen zu lesen. Und einen Beitrag über meinen stylischen Filzhut, den ich mir in der Künstlerstadt Gmünd geleistet habe. Viel Vergnügen auf meinem Profil auf Linkedin!
Willkommen zum Wochenrückblick der 26ten Kalenderwoche. Halbzeit dieses Jahres. Knapp vorm Vollmond. Es fühlt sich hochsommerlich an.
Als ich heute den Rückweg zum Zirkuswagen einschlage, habe ich ganz starke Glücksgefühle. Heuer richte ich mich zum ersten Mal wirklich hier am Platz ein. Ich arbeite und schlafe seit zwei Wochen hier. Erlebe Wind und Wetter, Hitze und Abkühlung. Glühwürmchen, verfressene Schnecken und das tägliche Gartengießen. Frühstück auf der wundervollen Terrasse. Gut beschattet. Gut aashaltbar, sogar in diesen heißen Tagen.
Ich komme und komme nicht zum Filmen und Fotografieren des Innenausbaus, weil ständig etwas kleines Neues entsteht. Oder andere Dinge vorgehen. Vielleicht – vielleicht nächste Woche?
Hier gehts zum Wochenrückblick!
Maren Martschenko fragt diese Woche in ihrem #reflect&learn, ob wir etwas über uns dazu gelernt haben.
Und tatsächlich, habe ich. Nichts Weltbewegendes. Psst, rück näher. Ich. Bin. Keine. Badeanzugfrau. Nicht weitersagen. Ich mag dieses enge, nasse oder trockene Zeugs am Körper gar nicht. Ich suche seit zwei Jahren nach Bikinis, die sich meiner veränderten Figur anpassen. Tja, was soll ich sagen. Beim lächelnden Onlineversand werde ich vor einer Woche fündig. Und erleichtert schmeiße ich einerseits die alten, am Gummibund ausgeleierten und ausgebleichten Bikiniteile weg. Und verstaue die andererseits die altbackenen Badeanzüge wieder in hinten im Zirkuswagen.

Die Hitze hat mir erstaunlich wenig Energie gekostet. Dem Liebsten ein bisschen mehr. Dem Schüler am meisten. Die Schule kocht, hitzefrei scheint es in Österreich nicht mehr zu geben. Wir sind gewarnt. Können uns auf heiße Temperaturen einstellen. Ich lebe seit zwei Wochen durchgehend und sehr privilegiert im Zirkuswagen. Hier am See und mit den Bäumen ists einfach kühler als in der Stadt.
Was Energie gekostet hat, war die Absage eines Sommercamps für Kinder im August. Schweren Herzens, ich war schon in der Vorbereitung und freute mich darauf. Zwei Anmeldungen statt zehn oder mehr. Für mich ein bisschen überraschend. Es hat sich im Nachbarbundesland noch nicht herumgesprochen, wieviel Freude es Kindern bereitet, mit mir Figuren zu bauen. Ich mache das Projekt nun hier bei mir am Platz. Mit Jugendlichen, die für alles offen sind.
Und was soll ich sagen? Da kommt doch glatt ein Workshop daher, der mich als ewig Lernende interessiert. Und er hat auch mit Figuren und Papermaché zu tun. Ich werde berichten.
Bei einem Gespräch mit dem Liebsten am nächsten Tag bricht es aus mir heraus: ich möchte wieder mehr Musik machen. Singen, Musik, das war und ist so ein wichtiger Teil meines Lebens. Da halten ich und meine innere Künstlerin noch etwas zurück. Ich mache mich die Tage auf die Suche nach einem guten Kondensatormikrofon.

Ich arbeite an meiner Queenager-Serie mit tanzenden Frauen. Mache einen Fehler, den ich sehr bereue: Ein Standbein aus Aluminiumdraht bei einer tanzenden Figur, das klappt nicht. Und als ich sie nach dem Trocknen in den Zirkuswagen tragen will, stolpere ich über die wackelige Stiege zum Zirkuswagen… Der Knöchel der Tänzerin ist wieder ab und gebrochen…
Am nächsten Morgen habe ich eine Eingebung. Sie, die Tänzerin, bricht durch die Oberfläche. Wie ein Löwenzahn. Wie die Königskerze, die wir bei einer Vernissage in Millstatt bewundern. Durch den harten Asphalt hat sie sich einen festen Halt gebaut. Tief verwurzelt. Und im Wind tanzend.
Ich mache eine Verstärkung ans Bein. Klebe den galvanisierten Draht in die Holzplatte. Und gestalte einen neuen Boden. Es kommt, wie es immer kommt, wenn es zuerst schief geht. Jetzt hält die Sache richtig gut. Und sieht gleich viel besser aus. Der spannende Riss vor dem „Durchbruch“ darf bleiben. Nun geht es darum, wie ich den Kopf gestalte. Nächste Woche dann!

Es ist Sonntag Abend. Heute vor einer Woche. Gerade habe ich auf „senden“ gedrückt und mein Wochenrückblick ist online. Ich will noch einmal kurz auf Linkedin vorbei schauen. Und dann bleibt mir, vor Schreck, ein bisschen die Spucke weg.
Mein Videolehrerin Julia Gorr hat einen Beitrag veröffentlicht, den ich überhaupt nicht mitbekommen habe. Über mich und meine innere Künstlerin, die Figuren und Puppen erschafft. Über Videos, an die ich vor der Umsetzung allzu hohe Ansprüche stelle. Mit einer liebevollen Wärme in den Worten, dass ich sprachlos bin. So eine Außensicht, die tut ausgesprochen gut. Freundinnen sind deutlich freundlicher mit mir als ich mit mir selbst umgehe. Danke meine Liebe!
Ich teile dir den Beitrag mit einem Link unter dem Screenshot. Besuche mich gerne auf Linkedin!

Eigentlich ist es viel zu heiß, um ins Auto zu steigen und zu einer Veranstaltung nach Villach zu fahren. Uneigentlich habe ich aber zugesagt, als es noch kühler war. Also fahre ich. Mich erwartet eine kleine Frauengruppe und Kathrin Sowa-Mörtl, die zum eineinhalbstündigen Waldbaden einlädt.
Meine Erkenntnisse:

Die Kombination gewachsener Baumschatten und der von einer Freundin geschenkte, gebrauchte orange Schirm machen, dass wir recht einfach durch diese Hitzewelle kommen. Die Solardusche spendet nicht nur eisig kaltes Wasser aus dem Schlauch sondern erfrischt nur herrlich. Darauf schaue ich diese Woche sehr dankbar zurück. Und die Hitzewelle soll ja noch ein paar Tage anhalten.
Ich bin so dankbar für die Unterstützung bei der Website! Darf dabei auch einen Menschen besser kennen lernen, der mir zunehmend ans Herz wächst. Und hey Leute, die Site wird luftig, freundlich und total schön. Niemals hätte ich das alleine so hinbekommen. Fühl dich gedrückt, du Herz auf zwei Beinen!
Die Glühwürmchen. Immer noch treiben sie mich Abend für Abend hinaus ins Dämmerlicht. Irgendwo in meinem Hinterkopf ist eine Erinnerung, dass Glühwürmchen und Schnecken symbiotisch sind. Und was soll ich sagen: Jetzt weiß ich endlich, warum heuer so unglaublich viel weniger Nacktschnecken am Platz sind. Die Larven der Glühwürmchen ernähren sich von ihnen! Grausliche Details erspare ich dir hier. Und ich erspare mir, allein auf weiter Flur der Feind dieser verfressenen Nacktschnecken zu sein.
Ich habe es übrigens hinbekommen, diese grün schimmernden Seelchen zu filmen. Mit echter filmischer Jagdlust, sie ist meiner Stimme anzuhören. Dazu müsstest du aber rüber auf meine Social Media Plattform des Vertrauens kommen. Den Link zum oft geklickten Beitrag lasse ich dir hier.

Ich lese irgendwann als junge Mutter, dass wir uns trauen sollten, lila Hüte zu tragen. Nicht erst als alte Frauen, sondern auf der Stelle. Nun, ich erfülle mir diesen Wunsch erst jetzt. Und er ist auch nicht lila. Auf die Idee, mir nicht wie üblich ein knallbuntes Stück zu kaufen, bringt mich die stylische Margareta aus Gmünd. Nachdem ich alle Farben und Formen ausprobiert habe, die ihre Künstlerin anbietet, hält sie mir einen fast unscheinbaren hin.
Was sagst du dazu?

Im wilden Teil unseres Paradieses leben Glühwürmchen. Ich freue mich schon die ganze Woche darauf, dir davon beim Wochenrückblick der Kalenderwoche 25 davon zu erzählen.
Tagsüber sehen wir die unscheinbaren braunen Käfer nicht. Doch nachts, wenn das Licht sich Richtung Dunkelheit neigt, sind die grünen, glühenden Pünktchen im Essigbaumwald unterwegs. Manche sitzen ruhig da und blinken. Andere fliegen eifrig durch die Gegend. Wie Irrlichter. Mir kommen die Tränen. Was für ein Glück, so etwas wieder zu erleben! Keine digitale Welt kann mir diese ursprüngliche Freude machen…
Ich nehme dich nach einem angenehmen Gewitter und Temperaturen um 20 Grad mit in meinen Wochenrückblick:
Seit Montag schlafe ich auch im Zirkuswagen. Warum? Die Schneckenmonster hören nicht auf, meinen Muskatellersalbei anzunagen und zu löchern. Da kennen sie mich aber schlecht. Ich erwische sie, eine nach der anderen. Die nackten Roten, den Tigerschnegel und eine gelbe Schnirkelschnecke. Der Muskatellersalbei setzt wieder neue Blätter an. Und ich bin weiterhin nachts unterwegs und siedle die schmatzenden Freundinnen aus.
Es ist für mich ein großer Unterschied, ob ich nur manchmal im Wald oder am Ufer des schönen Millstätter Sees spazieren gehe. Oder ob ich 24 Stunden direkt in der Natur lebe. Das Grün, die in allen Farben blühenden Blüten, die so unterschiedlichen Vogelgesänge und das Grillengezirpe tun mir deutlich besser als der Lärm der Stadt.
Weil heuer so viel Quendel wächst, möchte ich endlich mein eigenes Zatar machen. Das ist eine köstliche Gewürzmischung aus dem arabischen Raum, mit Sesam und Thymian und Salz, das kommt für den Winter ins Glas. In einem Rezept lese ich, dass eigentlich das säuerliche Sumach zu dieser Gewürzmischung gehört. Wir lesen nach. Essigbaum! Sumach sind die roten Fasern des Blütenstandes des Essigbaumes. Hinter unseren Wägen sind die Hänge voll mit dieser ungeliebten Gartenpflanze. Die ich persönlich sehr mag, vor allem wegen ihrer wunderschönen Herbstverfärbung. Wer hätte gedacht, dass wir aus den roten Blütenständen einen so wichtigen Bestandteil für Zatar extrahieren können!

Einer meiner Feuerpferdfreundinnen schenke ich heuer zum Sechziger einen gemeinsamen Tag in Gmünd. Kennst du dieses Gefühl, dass sich manchmal ein Mensch wie deine Schwester oder dein Bruder anfühlt? Es ist wundervoll, sich mit einer Freundin durch Ausstellungen und Galerien dieser wunderschönen Künstlerstadt treiben zu lassen. Die Hauptausstellung im Kunsthaus ist nett, haut uns aber nicht um.
Umso begeisterter sind wir, als sich Gretel Miklautz für uns Zeit nimmt. Sie führt uns durch ihre tolle Ausstellung in der hinteren Gasse. Große Empfehlung! Sei unbedingt lange vor der Mittagspause um 13 Uhr oder überhaupt erst am Nachmittag ab 15 Uhr bei ihr. Vielleicht hast du Glück und bekommst eine Privatführung dieser belesenen, klugen Frau, die zu jedem Werk Hintergründe und Geschichten erzählen kann.

Als vergangene Woche ein starker Regen meine rankenden Kletterrosen am Zirkuswagen beutelt, schneide ich eine prachtvolle, voll erblühte Rose ab und stelle sie mir an den Schreibtisch. Der Duft! Die Farbe! Betörend.
An einem Morgen, als ich die ersten Wege ins Freie mache, fällt mein Blick auf meine tanzende Figur aus der Serie „Queenager“. Sie steht zum Trocknen am Südfenster, die duftende große Rosenblüte neben sich. Und ich bekomme fast Schnappatmung. Was für ein wunderschönes Bild! ein tanzender Frauenkörper, diese Riesenrose, die nicht mehr taufrisch aber immer noch wunderschön ist.
Wozu mich das inspiriert? Die abgeschnittene Rose wird verwelken, das ist ganz sicher. Aber jetzt, jetzt duftet und blüht sie. Wie eine Erinnerung, das Leben zu leben, so lange es dauert.

Ich habe mir nicht leicht damit getan, zu Wochenbeginn in den Zirkuswagen zu ziehen. Der Liebste ist nicht fit. Ich hole ihn jeden Morgen zum Frühstücken aus der Stadt. Und bringe ihn am Abend wieder zurück. Meine Mutter geht gesundheitlich durch eine schwierigere Phase. Ich bleibe täglich mit ihr in Verbindung.
Und ich merke, wie sehr ich alleine an unserem schönen Platz auftanke. Egal, ob ich abends Glühwürmchen im Garten bewundere oder lese oder einfach sitze und vor mich hinschaue und genau gar nichts mache. Ich bin mit mir allein auch sehr glücklich.
„All-Eins-Sein“ hat Anne Wilson-Schaef das genannt. Ich brauche keine Kirche, keine Glaubensgruppe und keine Verhaltensregeln. Je näher ich in der Natur und bei mir sein kann, desto entspannter ist mein Nervenkostüm. Mit frisch aufgeladenen Lebensbatterien schaffe ich auch einen schwierigeren Alltag. Und bis jetzt funktioniert diese Strategie sehr gut.
Übrigens: seit letzter Woche hängen alle geplanten Vorhänge vor den bezogenen Regalen im Zirkuswagen. Mein Raum ist lang und freundlich und sehr viel ruhiger als vorher. Bestätigt auch der liebste Tischler, der immer wieder staunt, was alles mit Textilien zu machen ist.
Ich bin diese Woche sehr stolz, als ich mir wieder mein eigenes Papermaché koche und aus vielen Materialien zusammen knete. Es ist kein Vergleich, ob ich gekauftes Trockenpulver anrühre. Oder selbst das nötige Material herstelle. Der Teig ist glatt und lässt sich wunderbar verarbeiten. Er hält nur im Kühlschrank länger und sollte zügig verarbeitet werden.
Und dann kommt der Sechzehnjährige. Druckst herum. Es geht um ein Schulprojekt im Atelier der plastischen Kunst. Ein Booknook nach eigenen Ideen. Er ist in diesem Semester mit der Arbeit an diesem Projekt nicht fertig geworden. Hat zwei Mal alles daheim vergessen und jetzt muss er liefern. Natürlich braucht er Papermaché! Am Ende sitzen wir zu dritt und überlegen, wie er das Begonnene zügig zu Ende bringen könnte. Bis auf einen kleinen Rest bin ich mein Material nach dem Wochenende los. Was solls. Nächste Woche koche ich mir neues!

Als ich eine junge, verheiratete Frau mit zwei kleinen Kindern bin, eröffnet mein Vater eine zweite Steuerberatungs-Kanzlei in Gmünd.in Kärnten/Österreich. Und bietet mir an, ebenfalls in diese kleine Stadt zu ziehen. Ich bin am Anfang meiner arg verspäteten Pubertät. Will alles, nur nicht hier in diesem Bezirk wohnen bleiben. Und sage ihm ab.
Mir ist heute ein bisschen weh ums Herz, dass ich damals nicht erkenne, dass mein Vater vollkommen richtig spürte, dass hier der ideale Boden für die Künstlerin in mir entsteht. In meiner jahrzehntelangen Abwesenheit hat sich diese Stadt zu einer vorzeigbaren Künstlerstadt mit offenen Ateliers, Galerien und vielen Künstlerinnen und Künstlern entwickelt, die ganzjährig oder als Artist in Residence hier leben.
Ich habe das damals überhaupt nicht gespürt oder erkannt. Und sehe erst jetzt, wie feinfühlig er manchmal war.
Kaum ist meine Lieblingsdesignerin einen Freitag nicht da, kippe ich in den Boykott meiner vorgenommenen Arbeiten an der Website. Na gut. Es gibt auch ein technisches Problem. Mein neu angeschafftes Macbook kann zwar meine alten externen Datenfestplatten lesen, aber nicht darauf schreiben und sie neu strukturieren. Ist gerade ein bisschen kompliziert, weil der Arbeitsspeicher klein und meine Bilder- und Videodatenmengen riesig sind. Und ich eigentlich alles auf eine externe Festplatte speichern sollte.
Neue Woche. Neue Chance. Und die Designerin ist auch wieder da!
Ich sitze naturgemäß viel, um meine Figuren herzustellen. Deshalb habe ich auf Anraten von Freundinnen mit gezielten Turnübungen für mein Lymphsystem begonnen. Morgens gegen acht Uhr schüttle, dehne und strecke ich meinen sechzigjährigen Körper. Eigentlich probiere ich schon seit Winter aus, was mir in dieser Hinsicht gut tut. Einige der jetzigen Übungen kenne ich gut. Eine sehr geliebte Drachenübung aus dem Qi Gong hänge ich an. In dieser Reihenfolge und Konsequenz – ich arbeite mit einer kleinen Spickliste 10 Übungen pro Morgen ab – tun sie mir erstaunlich gut.
Maren Martschenko fragt Zusatzfragen im Rahmen ihres #reflect&learn, und ich antworte auch diese Woche sehr gern. Wie halte ich meinen Fokus, privat und arbeitend:

Falls du Lust hast, mit mir und anderen direkt auf Linkedin zu kommunizieren, dann komm gern dazu, wenn wir uns austauschen. Vergangene Woche erscheinen zwei Beiträge, einer zu meinem Über-Drüber-Outdoor-Studio und einer zur zauberhaften Aurica und ihrem Lippfisch.
Komm gut in die neue Arbeitswoche und trink genug! Dieser Sommer wird heiß!