Der Hugo und der Herbst

Als Marie Fitzgerald gestern Abend waschelnass und heulend mit ihrem sperrigen Koffer vor der Tür steht, schüttelt Ethel Rose erst einmal den tropfenden Regenschirm in die Nacht. Dann holt sie den guten schottischen Whiskey unter der Abwasch hervor. Ihr ganz besonderes Fensterputzmittel für ganz besondere Anlässe. Jetzt hat sie eh schon Ewigkeiten nicht mehr getrunken. Also mindestens seit ihrem Geburtstag. „Dieser Schuft hat seit Jahren eine Beziehung, wenn er auf seine Baustellen fährt“, schluchzt Marie ins zweite halbleere Glas. Und so weiter und so fort. Wie gemein. Wie verblödet diese Männerwelt ist. Ab jetzt lebt sie nur mehr mit Frauen. Und Basta. Ob sie nicht Platz für sie hätte in der großen Wohnung? Sie brauche eh nur ein Bett. Und vielleicht einen Kasten. Den Rest könne man doch teilen. Ethel Rose trauert dem Abendkrimi hinterher, den sie gerade verpasst. Freundin ist Freundin. Sie nimmt sich vor, eine Stunde widerspruchslos zuzuhören. Reicht wortlos ein Schneuztuch nach dem anderen. Füllt Gläser nach. Zündet eine Kerze an. Steht ein Weilchen am offenen Fenster und saugt gierig die regenfrische Luft ein. Viele dramatische „Mhmmmms“ und „Oh mein Gott, wie kann er nur“ später ruft sie den Pizzadienst an. Brokkoli und Pilz und ohne Käse bitte. Marie will alles. Plus Ananas und extra viel Mozarella und Oliven und Artischocken. Und pronto.

Heute Morgen bemüht sie sich, das Chaos in der weißen Küche zu entfernen. Sie haben sogar gequalmt, der Whiskey hat ihren Verstand benebelt. Zum Glück wollte Marie ihren Freund dann doch nicht anrufen. Sie lallte schon. Dankbar genießt sie den heißen Bohnenkaffee mit Hafermilch in der Rosentasse und überlegt, womit sie ihrer Freundin heute eine Freude machen könnte. Sie rührt noch einen Löffel braunen Zucker ein. Die glühenden Nadeln in ihrem Kopf weichen bleierner Müdigkeit. Aber heute kann sie sich nicht ins Bett legen. Dort liegt Marie und schnarcht ihren Rausch aus. „Hast du Lust, heute mit Marie und mir ins Einkaufszentrum zu gehen und zu shoppen?“ fragt sie Eloise. Sie ist die Erste, die heute zu erreichen ist. Als die Freundin die Geschichte des gestrigen Abends hört, ist sie voller Verständnis. „Aber shoppen? Mit Nasen-Mund-Bedeckung? Und müssen wir für den Frühstücksprosecco dann mit oder ohne Schutz zum Italiener gehen?“ Alles klar. So wird das nichts. Sie ruft Claire an. Unterbreitet auch ihr den Vorschlag, um die gemeinsame Freundin ein wenig von ihrem Schmerz abzulenken. „Quatsch“, lacht Claire. „Ich habe gestern so eine coole Doku gesehen. Wir packen jede fünf ausrangierte Teile in eine Tasche, die uns nicht mehr passen. Schuhe, Taschen, Kleidungsstücke. Aber sie müssen noch schön sein. Und wir machen einen Kleidertausch, bei dir daheim. Das sah gestern voll spannend aus“, sprudelt sie ins Telefon. Sie bringe Frühstück und Prosecco mit. Eloise sei natürlich auch eingeladen. Je mehr kämen, desto lustiger wäre so etwas. Haben sie in der Doku gesagt. Seufzend lässt Ethel Rose das Handy sinken. Als sie aus den Augenwinkeln das Aufblinken des Displays sieht, schaut sie in ihren Facebook Newsfeed. Und siehe da. Google schlägt vor, endlich mal wieder beim Versandriesen nach Kleidung zu suchen. Hört dieses Handy mit? Sie schickt Eloise eine Whatsapp Einladung zum späten Brunch und beschließt, sich eine Dusche zu gönnen. Beine enthaaren ist sowieso dringend nötig. Nicht auszudenken, wenn ihre Freundinnen sehen, wie nachlässig sie mit der Entfernung ihrer Körperbehaarung ist.

Als sie den Rumpler aus dem ersten Stock unter ihren Füßen in der Duschtasse spürt, spült sie gerade das Shampoo aus ihren Haaren. Dann hört sie auch schon, dass Marie weint. Na prima. Rettung. Krankenhaus. Drama. Kleidertausch findet heute eher nicht statt. Während sie dem Notarzt ihre Adresse durchgibt, versucht sie Marie vom Boden hochzuhelfen. Dann reicht sie ihr in einen bequemen Pullover und Leggings und beide sehen, wie angeschwollen der linke Knöchel ist. „Lass uns das jetzt von einem Arzt anschauen“, beruhigt sie die aufgeregte Freundin, die auf keinen Fall ins Krankenhaus will. „Und am Nachmittag, wenn du wieder daheim bist, haben wir eine Überraschung für dich!“

Als die Sanitäter Marie mit dem Rollstuhl aus der Wohnung fahren, verschiebt sie den Kleidertermin auf den Nachmittag. Ja, Prosecco ist auch am Nachmittag gut. Mit Hollerblütensirup und Minze einfach perfekt. So ein Hugo hilft sicher, den anderen Hugo zu vergessen. Oder wie der hieß. Als sie zum Bus rennt, um ins Krankenhaus zu fahren, rutscht sie fast aus. Der ganze Boden ist voller nasser, gelber Blätter. Der Sommer neigt sich seinem Ende entgegen.

Leben, wo andere Urlaub machen

Frühstücks.Raum

„Frühstücken? Es ist so schön im Garten… Und ich möchte gleich jetzt die Puppenhaare machen…“ „Wir haben ein paar Tage kein Kind, komm. Lass uns was unternehmen. Und der Termin um 11 Uhr… Oder soll ich uns wirklich nur was vom Bäcker holen?“ First World Problems in Stoberdorf. Es ist am Morgen schon ganz schön warm. Wir sollten vielleicht. Wirklich. Könnten endlich mal. Müssten das ausnutzen. Na gut. Längsee. Wir frühstücken am Längsee, schauen in welchem der zwei Bäder mein veränderungsbegeisterter Cafetier-Freund mit seiner Genuss-Schmiede gelandet ist. Und dann sofort wieder nach Hause. Weiterarbeiten.

Halbzehn. Bei der Strandbadkasse stehen die Menschen wie in England an. Schön brav hintereinander. Corona sei Dank. Der Parkplatz ist voll. Huch. Um diese Zeit schon. Schlossbad Parkplatz, ein paar hundert Meter weiter. Die Parkplatzreihen sind nicht ganz so dicht gefüllt. Und yes. Genuss-Schmiede Taupe steht an den neuen Holzwänden. Hier sind wir richtig. Jetzt muss es nur noch ein Frühstück geben und unser Morgen ist gerettet. Klar dürfen wir nur auf einen Kaffee hinein, sagt die freundliche junge Frau an der Badekasse. Der Umbau hat dem alten Bad sehr gut getan. Ich war lange nicht mehr hier. Von wegen, dem Wasser ist es egal, welche Figur ich habe. Ich hadere ein bissel mit mir und meinen Denkmustern. Kurz. Es ist viel zu idyllisch. Der Liegeplatz ist locker gefüllt, der Steg mit den zwei Tretbooten und einem Kanu mehr oder weniger leer. Drinnen ist es hell, viel Holz, riesige Fenster. Auf der Terrasse die vertrauten Möbel aus der Stadt. Blick zum See. Geruch nach See. Nach Sommer. „Es war die beste Entscheidung meines Lebens“, strahlt Harald Taupe, Chef der Sommeridylle und Herr über mobilen Backofen, Reindling und die g’schmackigste Schlossbad-Essenskarte, die ich bisher an diesem Platz erlebt habe. Einmal mehr sind wir uns einig, dass die einzige Sicherheit im Leben die Veränderung ist. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Plus Durchhalten. Plus zur Kenntnis nehmen, wer bei Veränderung mitgeht und wer Widerstand leistet. Und weiter leben. Wir kommen mit Familie und Freund*innen wieder, das ist ein Versprechen. Inklusive Hupfer in den spiegelnden See. Ich könnte ja eines meiner textilen Wesen einpacken und daran in anderer Umgebung weiter arbeiten. Inspiration hat viele Gesichter…

Stadt.Raum

Während mein Liebster seinen Termin wahrnimmt, erledige ich ein paar Wichtigkeiten in der Stadt. Tausche mich am Markt mit meinem Seelenbruder über das Leben aus. Vereinbare den Launch meiner homepage für September. Finde in unserem tollen Kunstgewerbegeschäft am Hauptplatz exakt die Ölpastellkreiden, die ich für die nächsten Schritte in der Textilwerkstatt brauche. Und bin viel zu schnell fertig. Einer der wenigen Schattenplätze in einem Café am Hauptplatz muss gegen coronaleugnende Einheimische verteidigt werden, die nicht glauben wollen, dass sie mir mit Tisch und Stühlen nicht so nahe rücken sollten wie sie es gerne möchten. Gell, die Cafétiers der Stadt werden sich schon was dabei gedacht haben, wie sie ihre Tische und Stühle platzieren. Auch diese Übung gelingt. Drei Hochzeiten und ihre aufgehübschten Gesellschaften sehe ich an diesem Samstagvormittag. Streetfood, Bauernmarkt, Flohmarkt. Wären da nicht immer wieder Mund-Nasen-Bedeckungen zu sehen, könnte mensch glauben, alles ist wie immer.

Kunst.Raum Bahnhof

Nein. Es reicht uns noch nicht. Es ist schön, unter Menschen zu sein. Mit Abstand, was ich sowieso liebe. Unsere niederösterreichische Freundin hat uns auf eine Gartenausstellung irgendwo am Wörthersee hingewiesen. Und heute Morgen sehe ich, dass Klakradl im Kunstbahnhof Wörthersee Station machen. Wir lassen uns treiben, wie wir uns sonst auf unseren Sommerreisen treiben lassen. Meiden Autobahnen und Schnellstraßen und fahren gemütlich durch die Mittelkärntner Landschaft. Schön ist es hier. Mit ordentlicher Verspätung genießen wir noch ein paar musikalische Leckerbissen der vier Vollblutmusiker*innen, treffen eine Facebook-Bekannte und vereinbaren einen realen Besuchstermin in unserem Paradies. Plauschen mit Freund*innen. Und lassen uns weiter treiben.

Kunst.Raum Hof

Unseren Hunger stillen wir zwei Reisenden stilecht mit veganer Kost aus dem Supermarkt. Wie leicht das mittlerweile geht. Sitzen gemütlich im Schatten unseres Kofferraums unter einem Baum. Und machen uns auf den Weg zu unserer Freundin. Lachen und stellen fest, dass Beginnzeiten für uns Richtwerte sind. Und kommen auf die Minute pünktlich zur Eröffnung des schönsten Kunstevents an, das ich persönlich bisher erlebt habe. Okay. Stimmt. Ich habe noch nicht so viele Ausstellungseröffnungen erlebt. Dieser Virus zwingt Menschen, neue Formate zu entwickeln. Von mir aus dürfen auch in Zukunft gern Ausstellungen und Konzerte in Scheunen, sich öffnenden Gärten und Innenhöfen, auf schwimmenden Bühnen und zu Hause bei den Menschen stattfinden. Elitäre Vernissagen in heiligen Hallen waren und werden nie so ganz meine Sache sein. Kunst zu den Menschen zu bringen schon viel mehr. Als Newbie in diesem Bereich genieße ich es, ein paar Gesichter zu vertraut klingenden Namen aus der Kärntner Kunst- und Kulturszene direkt zu erleben. Natürlich merke ich mir erst mal gar nichts. Aber das wird schon werden. Wir genießen bildende Kunst, Musik, ein tolles Buffet, gute Gespräche und die Umgebung. Danke ihr Menschen!

Kunst.Raum Waldarena

2015 waren wir hier zum ersten Mal. Damals, als so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg und Grauen nach Europa und nach Krumpendorf in eines der ersten Auffanglager kamen. Und auch in Krumpendorf die Wogen hoch gingen wegen Ängsten vor den Veränderungen, die bereits stattfanden. Nie werde ich dieses bunte Fest vergessen, das spätere Freund*innen hier veranstalteten. Unser ganzes Leben hat sich 2015 verändert. Und mit diesen fünf Jahren Erfahrung sitzen wir heute abschließend und für uns selbst überraschend auf den Holztreppen der Waldarena. Und lauschen den feinen und den rockigen Klängen unserer Freunde Elke, Harald und David. Schön mit Abstand, ja klar. Gerne. Das Sonnenlicht wird weniger. Ein langer Tag geht zu Ende, der sich so anders entwickelt hat als wir dachten. Morgen. Morgen sitze ich wieder an meinem Puppen. Heute war ein anderer Tag.

Ethel Rose

Es ist Sommer. Es sollte heiß sein. Ist es aber nicht. Dieser Sommer verschont die Menschen vor so vielem. Vor Sonnenbrand. Hitzekoller. Vorm unnötigen Wegfahren. Vorm unnötigen Geldausgeben. Seufzend sitzt Ethel Rose in ihrer englischen Küche mit den weiß lackierten Holzstühlen. Vor dem Rosenteegeschirr mit dem zweiten Darjeeling. First Flush. Und vor der letzten Pfingstrose dieses Sommers, die sie vor dem nächsten Regenschwall abschnitt und in die Küche herein rettete.

Ethel Rose

Ethel Rose will heute endlich einkaufen gehen. Das Mandelmus ist aus. Und ohne Mandelmus schmeckt der ganzen Familie das vegane Curry nicht. Der Tipp kommt von ihrem besten Freund Till, dem Mann ihrer besten Freundin Claire aus dem Nachbardorf Kleinau. Seit der IT Experte coronabedingt zu Hause im homeoffice arbeitet, kocht er. Manchmal. Wenn ihn Claire lässt.

Ethel Rose

Sie träumt vor sich hin. Der letzte Urlaub in St. Yves liegt schon viel zu lange zurück. Eine Tigermücke singt ihr ins Ohr, wie gern sie an ihrem Blut naschen würde. Sie erschrickt. Springt auf. Einkaufen. Sie schnappt sich die fast leere Liste. Hafermilch macht sie heute noch selbst, wenn sie ihre Enkelin aus dem Kindergarten geholt hat. Und eigentlich hat sie keine Lust, hinaus zu gehen. Die Sonne scheint durchs Küchenfenster herein. Das könnte nach all dem Regen einen Putzdurchgang brauchen. Und außerdem…

Ethel Roe hat nicht damit gerechnet, dass ihre besten Freundinnen Claire und Eloise an ihren zweiundfünfzigsten Geburtstag denken. Heute. Niemand sollte daran denken. Über fünfzig. Sie geht auf die sechzig zu. Unfassbar! Als sie am späten Nachmittag vor ihrer Tür stehen und sie mit Champagner und Gladiolen überraschen, helfen keine Einwände. Die drei Freundinnen werden an diesem Abend nicht nur ihren Fünfuhrtee stilgerecht zu sich nehmen. Genauere Details dieses Geburtstags sollen noch lange Zeit hinter vorgehaltener Hand weiter erzählt werden…

Tierisches und Menschliches aus dem Paradies

Wir sitzen im Morgenlicht beim Frühstück vor meinem Atelier. Beim mehr oder weniger veganen Frühstück. Eine der grundsätzlichsten Umstellungen, die dieser Virus mit sich brachte, war die der Ernährung. Wir haben den Wechsel vom tierischen Eiweiß zum pflanzlichen Eiweiß noch keinen Moment bereut. Danke an meine Tochter Isabella. Ihre Konsequenz ist es, die diesen schon länger im Raum stehenden Wunsch möglich macht. Danke auch an meinen Mann, der seine Kreativität so geduldig in der Küche ausübt. Seine Barista-Hafer-Milch im Kaffee ist mittlerweile genauso gut wie die im Packerl. Wir essen noch ab und zu ein Sonntagsei von unserem Lieblingsbauernladen, weil es den Tieren dort gut geht. Auch der „eigene“ Honig wird löffelweise geschätzt. Vor allem von den beiden Männern, die Süßes lieben. Aber Käse und Milch oder Fleisch aus einer Industrie, die Tiere und Menschen derart schlecht behandelt, kaufen wir nicht mehr. Mittlerweile kann ich beim Einkauf auch den Käse im Kühlregal ohne Wehmut ignorieren. Die Aufstriche aus Sonnenblumenkernen, Bohnen und Sesammus schmecken ohnehin interessanter. Derzeit sind wir auf der Suche nach den entbitterten Lupinenprodukten. Einmal mehr. Vor acht Jahren scheiterten wir am Angebot. Mittlerweile haben vor allem junge Menschen gute Vorarbeit geleistet und die Produktpalette heimischer Anbieter wird größer.

Die Terrasse vor meinem Wohnwagen bricht nach fünf Jahren witterungstechnisch zusammen. Also sind wir mit Sack und Pack für die gemeinsamen Sommermahlzeiten in meinen neuen Gartenraum vorm Atelier umgezogen. Alexander mäht heuer entgegen unseren Permakulturwerten jene Flächen sehr kurz, an denen wir uns oft aufhalten. Der tägliche Zeck‘, den vor allem ich mir aus der Haut ziehe, ist normal geworden. Ich kann zuschauen, wie die Kleinsttiere über meine Schuhe die Wadeln entlang an mir hochkrabbeln. Mittlerweile reagiere ich nicht mehr so hysterisch sondern schätze gute, präzise Zeckenzangen. Und eine gut desinfizerende Creme, die wir von einer Reise aus Südtirol mitgebracht haben. Brennt höllisch. Lindert aber den Juckreiz und verhindert erfolgreich eine Entzündung. Seit gestern sind an zwölf Plätzen Zeckenrollen verborgen. In der Hoffnung, dass Mäuse, die Ursprungswirte, tatsächlich die mit dem Wirkstoff der Chrysanthme präparierte Watte in ihre Nester tragen und wir das überwältigende Zeckenwachstum eindämmen können. Die Zecken scheinen überhaupt keine natürlichen Fressfeinde mehr zu haben. Und die milden Winter tragen das ihre zu ihrer rasanten Vermehrung bei.

Salat aus dem Garten

Apropos Tiere: nach den Fliegen im Herbst und im Frühling haben nun Waldameisen Gefallen an meinem Atelier gefunden. Ich bin mir nicht sicher ob wir es geschafft haben, das Atelier genau an ihren natürlichen Arbeitswegen zu platzieren. Oder ob sie die Schafwolle lieben. Oder mich. Was unwahrscheinlich ist. Und einseitig. Jedenfalls – ziehen sie seit Wochen quer durch mein Atelier oder fallen mir von oben auf den Kopf. Vielleicht müssen wir doch noch einmal ausrücken und all die Ritzen und Lücken abdichten, die im Vorjahr offen geblieben sind. Einen Versuch wäre es wert.

Königskerze an Mohnblüte

Der heurige Noch-Nicht-Sommer mit Regen, angenehmen Temperaturen und irr schwülen Hitzetagen macht, dass es im Garten gefühlt subtropisch zugeht. Stoberdorf war, wenn ich den Erzählungen von Alexander’s Kindern zuhöre, schon immer ein wucherndes Paradies. Heuer ist der Garten kaum mehr zu bändigen. Die Wegwarte, die ich vor zwei Jahren bewusst setzte, weil sie mir hier so fehlte, bildet einen dichten Waldzaun vorm Haus, in dessen Schatten unsere Katzenmama ihre Babies stillt. Jeden Morgen freue ich mich, wenn ich an dieser Hecke entlang gehe und die lichtblauen Blüten sich der Sonne entgegen recken. Das ist ein Blau, das meine Seele nährt.

Regentropfen

Ich kuriere nach unserem Jüngsten die erste Sommergrippe oder den ersten Schnupfen dieses Jahres 2020 aus. Gott sei Dank ist die drückende Schwüle des gestrigen Tages mit dem Sturm und dem Starkregen des gestrigen Abends verschwunden. Meine rinnende Nase und das bisschen Temperatur sind für mich ein Zeichen eines nach wie vor gut funktionierenden Immunsystem. Trotz Angst. Trotz Vorsicht. Trotz Rücksicht auf andere, denen dieser Virus mehr schaden könnte als mir. Schon erstaunlich, dass mensch auch einen Schnupfen als erfreulich „normal“ empfinden kann…

Glockenblume

Gehandwerkt und verregnet

Genau. Es regnet. Mal wieder. Was grundsätzlich gut ist. Wenn im Garten nichts ansteht, habe ich kein schlechtes Gewissen, mich an den Computer zu setzen. Mitte Juni. Nach zwei schwülen Sommerhitzetagen zeigt das Thermometer nachwinterliche Temperaturen unter 15 Grad. Jedes weitere Wort ist überflüssig.

Regenbogen Katze

Eins und eins ergibt viele

Normalerweise stricke oder häkle ich um diese Jahreszeit nicht mehr. Viel zu heiß. Viel zu schwitzig. Aber da gibt es zwei Frauen in meinem Leben, die selbst färben, Ann und Sandra. Hier in Kärnten. Ihre Stricktreffen vor dem Lockdown waren die reine Inspiration. Ich wünsche uns allen, dass wir diesen Freitag genau daran wieder anschließen. Abgesehen davon, dass sie handwerklich an ähnlichen Dingen interessiert sind wie ich, haben sie meine latente Begeisterung fürs Stricken erweckt. Von wegen weibliches Handwerk. Ich darf in meinem Leben weiter unüberprüfte Vorurteile aufräumen, die sich in versteckten Schubladen ins Dunkle ducken. Stricken und Häkeln begeistert Frauen und Männer. Die Online-Community ist riesig und die gefertigten Stücke haben eine unglaubliche Qualität. Wir wissen aus der kinesiologischen Forschung, dass es dem Menschen sehr dient, beide Hirnhälften zu aktivieren. Wenn ich mit der linken und mit der rechten Hand strickend auf glorreiche Ideen komme, so hat das hirntechnische Hintergründe. Bei mir zeigt sich die Wirkung, dass meine räumliche Vorstellung erwacht. „Du bist ein Mädchen, Mädchen können nicht räumlich denken!“ Ha! Sobald ich mit beiden Händen arbeite, kann ich mir genau ausmalen, wie ich meine Strick-, Häkel- oder Nähschritte anlegen muss, um zu einem passablen Ergebnis zu kommen. Kaum flitzen die Nadeln durch die Reihen, „sehe“ ich die nächsten Schritte. Lässig, oder?

Regenbogen Raupe

Die Katze vom Regenbogen

Meine bunte Regenbogen-Katze hat es nicht (mehr) in den Shop geschafft. Sie wurde im halbfertigen Zustand reserviert und wohnt mittlerweile in Graz. Ich widme ihr hier ein paar Zeilen der Nachbetrachtung. Angefangen hat ihre Entstehung mit dem #regenbogenkal2020 einer begnadeten Wiener Strickerin. Durchaus auch gesellschaftspolitisch motiviert tummeln sich auf ihrer Plattform Frauen und Männer, die tolle Strick- und Häkelprojekte umsetzen. Eine wie ich, die grad mal mit Ach und Krach einfachste Strickleistungen hinlegt, die staunt, was mit Stricknadeln und sehr oft selbst gefärbten Fäden alles machbar ist. Socken stricken, Pullover stricken – kann sein, dass ich das im Winter angehe. Mich reizt es derzeit, mich figural auszutoben. Einfach aus dem Bauch heraus jenen Wesen Leben einzuhauchen, die auftauchen. Da sind archaische Figuren dabei. Aber auch solche, die aussehen wie Puppen. Oder eben Fantasiewesen. Alles sehr spannend und unabsehbar. Derzeit schlüpft eine bunte Drachin von meinen Nadeln. All das Vorzeichnen hat wenig genutzt. Sie wird ganz anders als erwartet. Lass dich überraschen.

Regenbogen Katze

Gequiltet und inspiriert

Mir tut es für alle an Textilem interessierte Handwerker*innen leid, die am Montag die textile artist Heike Schäfer im Villacher Revilla verpassten. Patchwork und quilten ist so viel mehr als ich dachte. Wir haben sie dreieinhalb Stunden mit unseren Fragen gelöchert. Voller Eindrücke dieses textilen Handwerks probiere ich bis zu ihrem hoffentlich stattfindenden Quiltkurs im Herbst, was mit einer Haushaltsnähmaschine und mit Handarbeit umsetzbar ist. Mittlerweile habe ich mit Hilfe einer Top Näherin herausgefunden, wie ich meine Maschine für diese Arbeit adaptieren kann.

Rückzug und Miteinander

Regenzeit nach einem langen, trockenen Winter und Frühling. Es wird und wird nicht Sommer. Als ich gestern gegen Mittag mit dem Auto losfahre staune ich. Was für ein Licht! Es nieselt. Die Sonne scheint durch die Wolken, alles schimmert. Genauso wäre es jetzt in Cornwall. Und genau dort wären wir, wenn – ja, wenn. Danke geschätztes Wetter, dass du hier in Südösterreich so ein Wetter inszenierst. Nach dem Drama-Regenbogen vor drei Tagen wundert mich gar nichts mehr.

Drei Monate bin ich jetzt auf Rückzug. Mehr oder weniger. Drei Monate, um mir anzuschauen, wer ich als Künstlerin bin. Jetzt gerade. Drei ruhige und geschenkte Monate, um viel Neues auszuprobieren. Meiner Intuition und meiner Liebe zu folgen. Drei Monate, um die Ruhe des selbstbestimmten Arbeitens zu schätzen. Und auch drei Monate um mir darüber klar zu werden, dass die Menschen in meinen Netzwerken kostbar sind und ich unsere Beziehungen hüte und pflege wie einen Schatz.

Regenwasser tropft in die Gießkanne

Unsere Politiker*innen und Expert*innen sprechen von einer neuen Normalität nach dem Lockdown. Und meinen damit, dass die Wirtschaft mit Schutzmaßnahmen wieder Fahrt aufnehmen soll. Kann. Muss. Ich, die Nichtexpertin, fürchte, sonst wäre sehr schnell sichtbar, wie fragil und ohne Fundament diese Geldwirtschaft bereits ist. All die kleinen EPUs und KMUs können ein Trauerlied davon singen.

Auch ich mache mir Gedanken. Ich schaue hinaus ins Cornwall-Licht. Es tropft und rinnt, die Gießkannen und Kübel fangen das kostbare Regenwasser auf. Fließe ich mit dem Fluss weiter wie bisher? Was ist wichtig geblieben nach der dreimonatigen Pause? Was kann ich getrost vergessen?

Mir ist im Lockdown nie langweilig. Nach zwei Wochen hört die getriebene Unruhe des „Jetzt-hab-ich-endlich-Zeit-jetzt-muss-Ich“ auf. Irgendwann bin auch ich ausreichend und ohne schlechtem Gewissen ausgeschlafen. Funktioniert mein Hirn ausgeruht wie nach einem Retreat. Der Wunsch, Wesen zu erschaffen ist nicht nur geblieben. Er ist stärker geworden. Genäht. Gestrickt. Gehäkelt. Gezeichnet. Gestickt. Gefilzt. Mit paperclay oder Draht oder zwischen Bäume gehängt. Ganz egal.

Rose

Das künstlerische und kreative Gestalten eines mir vorher unbekannten Wesens füttert eine Seite in mir, die sich immer danach gesehnt hat. Meine prall gefüllten Bücherregale sind stumme und bunte Zeugen meines jahrzehntelangen Versuches, dieses innere Sehnen zu beruhigen. Das ständige Umgestalten unseres Wohnraumes und ein paar mickrige Versuche, als Künstlerin den Fuß in die illustre Welt ernst zu nehmender Künstler*innen zu setzen, bleiben als Erinnerung. Auch Scheitern ist ein Weg. Meine Kinder und ich sind Lebenskünstler wider Willen. Und vielleicht ist das die beste Schulung, die wir erhalten konnten. Wer weiß das schon so genau.

Sobald ich in diesen Wochen und Monaten die Wunderwelt unseres Gartens oder mein Atelier betrete, bin ich schlagartig wo ich sein will. Mein Mann und ich teilen diese Liebe. Er ist fast nur mehr im Garten. Oder am Zeichentisch. Ich bin fast nur mehr im Atelier. Oder davor. Diese Arbeit mit den Händen erfüllt und nährt mich. Möglicherweise heilt sie auch still und leise, ich kann das nicht ausschließen. Ich habe überhaupt kein Problem, stundenlang nicht zu reden. Wie gebe ich dir einen Einblick in diese Erfahrung? Ich kann dir Websites empfehlen. Und entweder bekommst du Herzklopfen oder nicht. Ich kann dir Bücher borgen und dich drin blättern lassen. Doch wie schaffe ich einen Raum, dich das erleben zu lassen, was mir so gut tut?

Hollunder

Ich überlege, wie ich das in den letzten Jahren Gelernte und persönlich Erfahrene an andere Suchende weiter geben kann. Kannst du dir mit dem Kopf ausmalen wie es ist, wenn die Quelle deiner Kreativität wieder zu sprudeln beginnt? Wie es ist, wenn du Raum und Zeit und Essen und Trinken vergisst, weil du so vertief in deinen Prozess bist? Spürst du, was ich spüre, wenn ich einem Wesen den Arm annähe und es sich auf meinen Oberschenkelnd sitzend an mich drückt und ich weiche Knie kriege, weil ich so verliebt bin? Ahnst du was ich fühle, wenn Bilder und Ideen durch meinen Kopf ziehen, auf die ich beim Nachdenken niemals gekommen wäre? Aus den Erfahrungen von zwei Jahren mit Workshops weiß ich, dass das Erschaffen von Wesen keinen Menschen kalt lässt. Auch dann nicht, wenn er so ein Wesen für einen anderen Menschen erschafft, für ein Kind, eine Freundin oder als Erinnerung an einen Menschen, der ihm einmal viel bedeutet hat.

Sind Workshops die einzige Möglichkeit?

Eine sehr liebe Freundin fragt nach ihren Erlebnissen mit ihrem bei mir bestellten Wesen an, wie es anderen Menschen mit den Geschöpfen geht. Was sie erleben, was sie ihnen auslösen. Sollen wir so ein Treffen auf die Beine stellen? Die Wesen miteinander sein lassen und uns austauschen? Irgendwas in mir nickt begeistert. 

Zoom- oder Skype-Konferenzen sind eine für mich neue und durchaus funktionierende Möglichkeit, sich auszutauschen. Kannst du dir vorstellen, dein Wesen unter digitaler Anleitung zu erschaffen?Und/oder braucht es auch persönliche Treffen?

Ich träume noch immer von einem monatlichen Puppenmacher*innen-Treffen, wie wir es eine Woche vor dem Lockdown dabei waren, zu organisieren. Mal hier, mal da. Als Empowermentgruppe für Puppenliebende. Ist das noch aktuell, interessiert? Online? In echt?

Gemeinsam mit einer Freundin planen wir eine Veranstaltungsreihe mit kreativem Gestalten von Wesen, Spüren und Reflektieren. Sie ist eine gütige und weitblickende Mentorin und wir erhoffen uns von der Zuammenarbeit ganz neue Einsichten in das kreative Tun mit sich selbst. Frühestens im Herbst, so der Virus uns lässt. 

Kontaktiere mich gerne, hier in den Kommentaren. Oder via Kontaktformular

rainbow cat

Amanda R. Bowy

Meine Regenbogenprinzessin Amanda R. Bowy ist bereit, ihr buntes Licht in dein Leben zu scheinen. Hier erfährst du ein wenig mehr von ihr und mir und was uns gerade bewegt.

AMANDA R. BOWY
Ein Fantasiewesen aus der Familie der „Regalhucka“, Naturmaterialien, handgemacht, eigenes Design, Unikat

geboren am 22. Mai 2020 in Stoberdorf/Österreich

Preis € 350,-
ohne Tigerkatzenbaby – just saying…
exklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt oder kann persönlich abgeholt werden

Amanda R. Bowy und der Wandel

Heute hat die Regenbogenprinzessin das Atelier verlassen. Und wie so oft bin ich ein bisschen traurig und vermisse ihren Anblick und ihre Ausstrahlung. Wenn mich meine Wesen zum ersten Mal räumlich verlassen, fehlen sie mir eine Weile körperlich. Dass Madame sichtbar sein will, ist schon im Frühling dieses schrägen Jahres 2020 klar. Ein Wesen drängt darauf, aus diesem mittelbraunen Woll-Filz gemacht zu werden, der mir zufällt. Kein Plastikindustriefilz, wirklicher, echter, richtiger Filz aus Schafwolle! Und es drängt ganz klar darauf, ein kleines Stückchen erwachsener zu sein als die meisten ihrer Vorgänger*innen. Also keine niedlichen runden Bäckchen sondern definierte Wangen. Eine besondere Nase. Volle Lippen. Und in einer Technik, die ich vor allem bei textilen Künstler*innen aus dem englischen Kulturraum bestaune und bewundere. Und die ich unbedingt ausprobieren will.

Amanda R. Bowy

Der Kopf gefällt mir. Die Augen sind sehr besonders, die Lippen sinnlich. Sie bekommt eine tolle Nase. Körper und Arme entstehen. Beine. Und trotzdem heißt es für das Wesen, einige Monate zu warten. Der Instagram #regenbogenkal2020 ist der perfekte Zeitpunkt, das dunkelhäutige Wesen wieder aus dem Korb der unerledigten Geschöpfe heraus zu holen. Und es einzustricken. Mit Regenbögen, Liebe zu Detail. Glitzer und Gloria. Von den Haarspitzen bis zu den Zehen. Es ist ein absoluter Zufall, dass zwei textile „people of colour“ auf meinem Arbeitstisch liegen, als George Floyd in den Staaten so schrecklich zu Tode kommt. Und mit seinem Sterben diese Bewegung lostritt, auf die ich gefühlt ein Leben lang warte. Ich habe heute nachgerechnet. Es ist für mich 38 Jahre her, dass wir in der Schule hitzige, tränenreiche und wütende Debatten über das Apartheitsregime in Südafrika, über Menschenrechtsverletzungen überall auf diesem Planeten führten. Uns mit Martin Luther King und der first nation und der Sklaverei in Amerika beschäftigten. Voller Scham und Wut waren über das, was Menschen angetan wird, nur weil ihr Haut dunkler pigmentiert ist als die Haut weißer Menschen. Was ist nur los mit uns Menschen, dass wir so extrem langsam lernen, dass wir als Menschheit und mit allem, was auf diesem Planeten kreucht und fleucht, engstens verbunden sind? Dass es eben nicht egal ist, wie und unter welchen Umständen für mich produziert wird, wenn dabei meine Schwestern und Brüder und dieser Planet, der unsere Grundlage bildet, ausgebeutet werden? Dass immer noch viel zu viele Menschen Hungers sterben, weil es hinten und vorne nicht reicht mit dem bisschen Geld? Unter so prekären Umständen und mit so viel Ablehnung von einer Mehrheitsbevölkerung, von der auch wir weißen Frauen nur den Hauch einer Ahnung haben?

knitted shoes

Und so geht Amanda R. Bowy im Juni, dem Monat des Regenbogens und der Queer-Community, nicht nur als Botschafterin für die grenzenlose Liebe zwischen allen Menschen hinaus in die Welt. Sondern sie passt wie ein fuzzikleines Zahnrädchen in die globale #blacklivesmatter Bewegung, die unseren Planeten rasend schnell umrundet. Und hoffentlich dieses Mal viele Menschen erreicht und berührt und nachhaltig in ihnen Veränderung bewirkt. Die heutige Demo in Klagenfurt gegen Polizeigewalt und Rassimus ist von jungen Menschen auf die Beine gestellt worden. Als junge Menschen sich auf den Boden werfen, die Hände am Rücken, und „I can’t breath“ skandieren, erfasst mich eine solche Welle von Traurigkeit, dass mir die Tränen herunter rinnen. Meinem Mann geht es ebenso. Ich kann mich den Demo-Chören nicht anschließen. Mir bleibt die Stimme weg. Diese Traurigkeit, die Ungerechtigkeit, die Erschöpfung – ich kann sie spüren. Ich baue so sehr darauf, dass die jungen Menschen von heute am Weg ins Erwachsenwerden, in die Arbeits- und Wirtschaftswelt nicht vergessen, wofür sie in Wien vorgestern und heute in Klagenfurt durch die Straßen gezogen sind. In Klagenfurt, wo meistens mehr Ordner bei Demos sind als Teilnehmer! Danke Klagenfurt! Danke ihr Menschen, die ihr euch gezeigt habt! Ihr entscheidet nun, wie es weiter geht. Ihr jungen Leute seid der Pfeil, der von unseren Bögen fliegt. Ganz frei nach Khalil Gibran. Wir werden da sein, wenn ihr unsere Unterstützung braucht.

Amanda R. Bowy

Amanda R. Bowy spricht für mich, wenn du sie im Kunst&Werk in St. Veit an der Glan besuchst. Ich bin seit heute mit meinen Wesen und ihren Geschichten Partnerin unserer ehemaligen Kolleg*innen vor Ort. Im Grunde haben wir nur den Status geändert und bleiben mit den feinen Menschen dort verbunden. Ich werde immer wieder eine meiner textilen Skulpturen mit einer Botschaft ins Geschäft setzen. Und wenn es wieder leicht möglich ist auf Möglichkeiten hinweisen, mit mir das Herstellen textiler Wesen gemeinsam zu machen. Danke Angela und Ingrid und Sultan für die heutige feine Zeit mit euch. Und danke Amanda, dass du dich heute so kurz vor deiner ersten Reise noch fotografieren hast lassen. Das hätte wir bei dieser neuen Normalität nach der Quarantäne nämlich beinahe vergessen. Die Tigerbabies lieben dich genau so sehr wie ich. let your light shine. Und ich blättere noch ein wenig im Instagram Account und lasse die Zeit mir dir im Herzen vorüber ziehen…

Fingerpuppen und andere Zeitvertreiber

Darf ich vorstellen: hier sind Finger-Wesen. Handgestrickt und etwa erwachsenenhandgroß. Teilweise bestickt und behäkelt. Mit Baumwollwatte gefüllt und aus Wollresteln gemacht. Jedes Wesen ist ein Unikat, entspringt meiner Fantasie und ist ausschließlich dazu da, dir und deinem Kind ein treuer Begleiter zu sein. Mit und ohne Coronaviren oder Quarantäne. Kein Spielzeug für Kinder unter drei Jahren, da verschluckbare Kleinteile dabei sind. Diese bunten Gesellen können vorlesen. Geschichten erzählen, verstecken sich gerne in Handtaschen und Hosentaschen und haben eine rege Fantasie. Sie passen auf Erwachsenenfinger und können bei Bedarf unten am Bündchen umgekrempelt und verkürzt werden. In meinem Blog kannst du ein bisschen mehr über ihre Entstehung erfahren. Falls du eine Idee für eine Fingerpuppe für dich und dein Kind oder Enkelkind oder das Kind der Nachbarin hast – lass es mich wissen! Gerne krame ich in meinen Kisten und stelle weitere von diesen kleinen Figuren her.

MR DACHS

handgestricktes Unikat,
€ 25,- exkl. Versandgebühren

Mlle CANDY RAINBOW

handgestricktes Unikat,
€ 25,- exkl. Versandgebühren

MR FOX

handgestricktes Unikat,
€ 25,- exkl. Versandgebühren

JANUS PRIDE

handgestricktes Unikat, Vorder- und Rückseite
€ 25,- exkl. Versandgebühren

MRS DACHS

handgestricktes Unikat,
€ 25,- exkl. Versandgebühren

REGENBOGEN RAUPE

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Sonne

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Die Sonne hat ein neues Zuhause gefunden/the may sun is sold!

Biene

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

MR CANDY RAINBWO

handgestricktes Unikat,
€ 25,- exkl. Versandgebühren

Schnecke

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Schmetterling

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Marienkäfer

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Libelle

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Igel

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Drache/Krokodil

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Häschen

handgestricktes Unikat
€25,- exklusive Versandgebühren

Sommerblume

handgestricktes Unikat
€25,- exkl. Versandgebühren

Finger und Puppen

Wenn ich es zulasse, Wirtschaft anders zu denken als ausschließlich im Austausch von Geld, dann entstehen in allererster Linie Beziehungen. Menschen, die mich kontaktieren, nehmen Anteil an dem, was ich so liebe. Sie wissen oft, worum es mir mit meinen Wesen geht. Sie lassen sich auf einen gemeinsamen kreativen Prozess ein. Solche Beziehungen und dabei stattfindende Begegnungen beseelen. Sie inspirieren und zeigen mir, woran ich weiter arbeiten werde.

Biene, Igel, Blume, Krokodil

Meine heuriges Fingerpuppenprojekt entsteht aus so einer Begegnung. Vollkommen überraschend. Und vermutlich aus der Umstellung meines Schulprojektes von vor Ort zu online. Kein direktes Arbeiten mit den Kindern! Wie ich das heuer vermisse! Ich habe etwas ganz anderes im Kopf, als ich einerseits ein von mir erschaffenes Wesen an eine Kundin übergebe. Und mir andererseits gerade Gedanken über Handpuppen mache, die man beim Vorlesen verwenden kann. Ehrlicherweise denke ich über gefilzte oder textile Wesen nach. Doch dann erzählt mir diese Frau, die mittlerweile eine wundervolle Freundin ist, von ihrem Enkelkind. Und dass in ihrer Familie mit Enkelkind so gern mit Fingerpüppchen gespielt wird. Sie zeigt mir ein Foto dieser „Tulis“. Und es ist Liebe auf den ersten Blick.

Schnecke

Und tja, ein paar Wochen später – hier sind sie. Meine ersten gestrickten, behäkelten und bestickten I-Dolls erblicken täglich das Licht dieser Welt. Sie sind für Erwachsenenhände gemacht. Unter Aufsicht können sie bestimmt auch von Kindern bespielt werden. Ich habe extra unten ein Bündchen angestrickt, das man umschlagen kann, um die Puppe zu verkleinern. Sie sind bewusst einfach gehalten. Vieles ist angedeutet, manches dafür mit Genuss und ohne auf meine Zeit zu achten, aufwändig bestickt. Ich sage nur Libelle. Meine Libelle muss funkeln. Sonst ist es keine Libelle. Gestrickte Libellen funkeln nur mit schimmernden Glasperlen. Diese Fingerpüppchen „passieren“ wie nebenbei. Ganz ohne Schnitt und Anleitung, einfach so. Das ganze Stricken geht wie nebenbei. Beim Lesen. Beim Film. Beim Reden. Ich brauche etwa zwei Abende oder zwei Terrassenbesuche einer Freund*in für eines dieser Wesen. Weißt du eigentlich, dass beidhändiges Arbeiten beide Hirnhälften aktiviert und dabei kreative Prozesse ablaufen? Also – ich breche hiermit eine weitere Lanze fürs beidhändige Arbeiten sprich stricken! Es macht mir zunehmend Freude. Bis auf die Größe wird jedes Wesen ein bisschen anders. Du kennst mich ja. Zwei Mal das Gleiche langweilt mich. Die Fingerpüppchen sind Unikate, die jedes Mal geringfügig anders ausschauen werden. Vieles kommt aus dem Pflanzen- und Naturreich. Und ganz oft steht eine Emotion dahinter. Bei der Häsin beispielsweise, die schüchtern lispelt. Ganz im Gegensatz zur Blume, die jedem erzählt, wie toll sie diesen frühen Sommer findet. Und die schielende Schnecke, die von ihrer Schönheit ganz begeistert ist.

Krokodil

Unser Sami ist ein recht guter Seismograph, was Anziehung betrifft. Ich hab das Gefühl, ihm bleibt immer ein bisschen die Luft weg, wenn ich ihm neue Minis zeige. Für die Fotos reißt er sich drum, mit den Fingerlingen zu spielen. Und Alexander will sich noch beim Abendkrimi das Krokodil mit den Glupschaugen reservieren. Er kann froh sein, dass das Krokodil nur mit gehäkelten Zähnen zubeißt! Er hat sich schon ordnungsgemäß für den Übergriff entschuldigt und erklärt, dass in jedem von uns mindestens (!) zwei Persönlichkeiten wohnen. Und dass es auch ihm als erwachsenen Menschen gut tut, die zum Sprechen zu bringen. Da werde ich wohl noch ein paar Wesen machen müssen…

Hase

Und ja, natürlich, du kannst diese Wesen auch erwerben! Sami darf noch ein paar Tage mit ihnen reden und welche bei mir bestellen. Und dann stelle ich die erste Partie ab 25. Mai 20 Uhr in den Shop. Sie werden wöchentlich aktualisiert, je nachdem, was mir so einfällt. Und wer uns als erstes verlässt. Gern mache ich auch Wesen, die noch nicht da sind. Wir Menschen wachsen ja an unseren Herausforderungen.

Libelle, Biene, Marienkäfer, Blume, Krokodil

Yasemine und das weibliche Handwerk

Wir sind hier in Stoberdorf in der neunten Woche unserer Quarantäne mit einem Homeschooler. Aus Gründen, würde meine Freundin Ina sagen. Irgendwann wurde es mir in den letzten Wochen zu langweilig, am Abend Pullover und Mützen und Socken für meine Wesen zu stricken oder zu häkeln. Abgesehen davon, dass sie diese tollen Stücke nicht übereinander anziehen können, war es vom Prozess her logisch, die Wesen selbst auf diese Art in Angriff zu nehmen. Häkeln fällt mir leicht, nur gefällt mir das Maschenbild nicht für eine Hautoberfläche. Also entscheide ich mich für das Stricken. Raus aus meiner Komfortzone, mal wieder. Yasemine und ein zweites Wesen entstehen. Von den Zehenspitzen bis zum Hals und zu den Handgelenken Strickmaschen. Mit einem Spiel feiner Sockenstricknadeln. Ganz old fashioned, immer in Runden und mit vielen Markern. Die übliche Zettelwirtschaft für auf- und abgenommene Maschen. Immerhin ein Hauch von Struktur. Das intuitive Stricken orientiert sich an meiner räumlichen Vorstellung der Schnitte für die Stoffwesen. Kopf und Hände werden später gefilzt, ich möchte dort keine Maschen sehen. Nach fast drei Jahren probieren und tun und studieren und lernen und wieder ausprobieren kann ich auf Einiges an Fertigkeiten zurückgreifen. Es wird spielerischer, leichter. Ich traue mir mehr zu. Und ich traue mich mehr. Es ist wie mit dem Lernen eines Instrumentes. Am Anfang sind in unserer Kultur die nervtötenden Etüden. Und irgendwann lernst du, dich zu lösen und zu improvisieren.

Ich erinnere mich rund um Yasemine an eine zwei Jahre zurück liegende Diskussion. Eine Freundin findet, dass es falsch sei, bei der Herstellung textiler Wesen und Puppen von „weiblichem Handwerk“ zu sprechen. Es würde zu sehr ausschließen. Wir forschen eine Weile, 2018 war ja DAS Jahr des Handwerks. Vom Bundesministerium beforscht werden Tischler, Schmiede und ähnliches Handwerk mehr. Nähen kommt in der wissenschaftlichen Arbeit vor. Und es ist viel die Rede von kaum mehr existenten Gewerben wie Schneider, Weber, Näher. Viele schöne Worte, tolle Lobgesänge auf das Handwerk und seinen immensen Wert für den Wert des immateriellen Erbes der Kultur einer Region. Aber monetär ineffizient. Häkeln, stricken, sticken? What? Ein Gewerbe? Nö. Als ich 2018 bei der WKO nachfrage, ob es eine Ausbildung oder Lehre für Puppenmacher*innen gibt, wurde mir nach zwei Wochen aus Wien und Klagenfurt beschieden, dass es das definitiv nicht gibt.

Für die Herstellung meiner Wesen braucht es eine Menge von diesem weiblichen Handwerk. Ich nähe von Hand und mit der Maschine. Aquarelliere und maskenbildnere. Ich stricke. Häkle und sticke. Filze und färbe. Webe und pflanze Färbepflanzen in unser Paradies. Ich lerne, mit Draht umzugehen. Ein bisschen florale Gestaltung kommt dazu. Um unser Schaf kümmert sich meine Freundin Hemma. Da fehlt mir jedes Können und Wissen. Ich kann Lara nur viel zu selten gernhaben und ein- oder zweimal im Jahr auf sehr unprofessionelle Weise ihre Wolle verarbeiten. Manchmal bin ich auch bildhauerisch tätig, mit Pappmaché oder Wolle. Für die Stabilisierung mancher Wesen bitte ich meinen Partner und die Maschinen seiner Tischlerwerkstatt um Hilfe. So viel Handwerk!!

Was ist das also? Meine Nähkenntnisse würden derzeit gebraucht. Ihr wisst schon, Masken nähen. Ich denke noch darüber nach. Dazu müsste ich ein passendes Gewerbe anmelden. Die Künstlerin näht nicht. Gewerbetechnisch. Doch was ist mit Fertigkeiten wie häkeln, stricken, sticken? Ein Handwerk wie tischlern und nähen? Ein feines unbezahltes Hobby zugunsten der Familie? Wie so vieles, das Frauen „freiwillig“ und unentgeltlich machen. War dieses Können immer schon „nicht systemrelevant“? Und wurde somit nicht mit Geld entlohnt? Ich weiß selbst zu wenig darüber. Bin bei meinen Nachforschungen allerdings auf Fragmente einer japanischen Tradition gestoßen. Herausragende „Künstler“, und dazu zählen auch kulturtechnische Fertigkeiten, wurden oder werden vom Staat insofern unterstützt, als man ihnen ein staatliches und lebenslanges Gehalt auszahlte. Voraussetzung: die Bereitschaft, dieses Wissen neben ihrer künstlerischen Arbeit in Form von vielen Jahren Lehre an junge Menschen weiter zu geben. Hier stehe ich mit meiner Forschung sprachbedingt an. Falls DU mir darüber etwas erzählen kannst, dann freue ich mich wirklich! Daran könnten wir hier in unserer Kultur vielleicht anknüpfen.

Falls du das Kaffeeservice meiner Kaffeetanten ebenso bewunderst wie ich, dann empfehle ich dir einen Besuch bei Rapunzel Naturkost im deutschen Regau. Dort wird in einem langen Prozess das Besuchercafé umgebaut. Ein Teil des Geschirrs bekam ein neues Design. Du weißt vielleicht, dass Alexander in den Anfängen dieser Firma aktiv dabei war, als Zeichner und Grafiker und Teil der Wohngemeinschaft. Er ist mit den Menschen dort verbunden geblieben. Der Winterauftrag für das Porzellandesign ist wunderschön in der Ausführung. So genial, wenn Alexander’s Arbeit noch ein bisschen sichtbarer wird.

EPU und andere Abkürzungen

Nach sechs Stunden ist mein unternehmerisches Gründungsjahr 2019 als in Österreich noch nicht anerkannte Künstlerin in Spalten und Zahlen zerlegt. Einnahmen. Minus Ausgaben. Es wird hinten und vorne nicht reichen für einen Ausgleich aus dem Härtenotfallfond. Irgendwie schaffe ich das mit der SVS (Gewerbliche Sozialversicherung), andere Fixkosten habe ich glücklicherweise nicht. Und ich habe als ehemalige Pressefotografin und Journalistin gelernt, wie man bescheiden aber gut lebt, wenn man ständig wirtschaftlich am Limit entlang schrammt. Pimperlbuchhaltung für die Pimperlunternehmerin. Stimmt schon, was ein Facebook-User von uns Freischaffenden und EPUs so sagt. Wir sollen jetzt gefälligst daheim bleiben und nicht jammern. Keine Rücklagen gebildet? ja, was soll dann diese Scheinselbstständigkeit? Vor wenigen Jahren sah mich meine coachende Freundin als Chefin eines größeren Unternehmens, das Puppen herstellt. Ich. Mich. Nicht. Gar nicht. Ich bin keine begeisterte Konsumentin. Also fast nicht. Bücher. Material zum Tun. Weiterbildung und Reisen mit unserem selbst umgebauten Personenkraftwagen. Dafür gebe ich Geld aus. Für Fertiges fehlt mir meistens das Bedürfnis.

An meiner Haltung zum Geld stimmt was nicht? Zum Loslassen? Ach, lasst mich in Ruhe mit Empfehlungen für meine Haltung. Wenn ich heute die erschütternden Berichte von (alleinerziehenden) Menschen lese, die mit kleinen Betrieben vor dem wirtschaftlichen Nichts stehen, dann dreht sich mir der Magen um. Wir nennen sie EPUs. Ein-Personen-Unternehmen. Oder KMUs. Klein- und Mittelbetriebe, besser kann es die WKO (Wirtschafskammer) auch nicht übersetzen. Hinter dieser Abkürzung verbergen sich echte Menschen aus Fleisch und Blut. Mit echten Bedürfnissen und Gefühlen. Manche mit Familien, Kindern, Enkelkindern. Manche für sich alleine. Ihre haarscharfe Gratwanderung kenne ich aus eigener Erfahrung. Mit drei Kindern. Solche Menschen, die es aus eigenem Antrieb und aus eigener Begeisterung für ihr Tun schaffen, diesem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. Ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld, meistens ohne Arbeitslosenversicherung – die Pensionsversicherung frisst schon genug. Diese Menschen werden nun von Menschen angegriffen, die nicht nachvollziehen können, wie mensch von so wenig Geld leben kann. Tja. Ich muss nicht Steuerberaterin sein um mir aus ihren Zahlen auszurechnen, wo sie sparen, wo sie investieren und was sie sich vom Mund absparen. Jede Geschichte ist ein bisschen anders. Dass das sehr oft Menschen sind, die für ihre „Arbeit“ für und in der Familie oder fürs Gemeinwohl nicht bezahlt werden – dieses Fass lasse ich für heute lieber zu. Und wir sollten dringend darüber reden.

Ich weiß, dass ich subjektiv bin. Aus meiner Sicht argumentiere. Ich nehme mir diese Freiheit, subjektiv zu sein. Unternehmer*innen tragen meiner Meinung nach das ganze Risiko, die ganze finanzielle Verantwortung dieser Geldwirtschaft. Für sich. Für ihre Angestellten. Fürs Gemeinwohl. Für eine Wirtschaft, die ständig wachsen muss. Sie zahlen die Gehälter unserer politischen Vertreter, die zukunftsweise und nachhaltige Entscheidungen für unser gemeinsames Wohlergehen treffen sollen. Dazu treten Politiker*innen bei Wahlen an. Eigentlich. Wirtschaftlich erfolgreich ist die Unternehmerin, der Unternehmer, wenn sie und er günstig(st) herstellt oder einkauft und gewinnbringend weiter verkauft. An so viele Kund*innen als möglich. Selbermachen in der Region rechnet sich in dieser wachstumsgezwungenen Wirtschaft immer weniger. All die kleinen Handwerksbetriebe fallen dieser Ratio zum Opfer. Was ist der Zauber am Geldverdienen, außer dass ich muss, weil alles Geld kostet? Warum stelle ich nicht selbst her, was ich brauche? Warum brauche ich Berater*innen, die mir sagen, wie ich mein selbst Geschaffenes besser verkaufe, indem ich nicht verkaufe sondern Geschichten erzähle, damit du kaufst? Wo ist die Lust am schöpferischen Tun? Habe ich ein Brett vorm Hirn?

Können wir bitte Wirtschaft weiter denken? Das Wohlergehen dieses Planeten mit einbeziehen in unsere Überlegungen? Nicht dass sie uns braucht, diese Erde. Sie kann sich wunderbar ohne uns weiter drehen. Aber wir leben nun einmal hier. Auch das wird seine Gründe haben. Geld war bei seiner Erfindung ein geniales Tauschmittel. Und das ist gar nicht so lange her, wie uns eingeredet wird. Neben den Überlegungen eines jetzt dringend nötigen Grundeinkommens oder des geldlosen Nutzens von Gebäuden und Böden – was gibt es da noch? Komplementäre Wege des Tauschens von Zeit, ein super Übungsfeld. Schenkwirtschaft, Regionalwährungsbewegungen, Permakultur, Repair-Cafés, TransitionTownBewegungen, Lebens- und Arbeitsprojekte, in denen es mehr um Beziehung als um Geld geht – schauen wir dort bitte hin? Probieren wir es aus, solange uns die Puste nicht ganz ausgeht. Nicht nur einzelne Menschen und kleine Gruppen – sondern wir als Gemeinschaft. Die Zeit scheint gekommen, das „Alte“ genauer anzuschauen. Auszusortieren, was davon keinen Bestand hat. Heute. Das Funktionierende mitzunehmen. Mit Neuem zu arbeiten und zu experimentieren. Selten hat sich die Abhängigkeit des Menschen von diesem starren Geld- und Wirtschaftssystem so ehrlich gezeigt wie jetzt.

Textile Skulpturen und unsichtbare Mächte

Die Eremitin in mir schränkt die Zeit auf social media auf ein Minimum ein. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal. Offensichtlich treffen diese Entscheidung mehr Menschen. Abos von besonders ängstlich nach Kontrolle schreienden Menschen aus der timeline zu entfernen ist eine Erleichterung. Wenn das Recht, recht zu haben, regiert, nehme ich mir das Recht, auf meine Art mit meiner Lebenszeit umzugehen. Und mit Menschen in Verbindung zu bleiben, die zuhören können, ohne zu missionieren, zu belehren oder ihre starren, engen Glaubenskonzepte wie Kriegsgebiete zu verteidigen. Es ist was dran, dass man Menschen erst in Krisenzeiten kennen lernt.

Wohl zum ersten Mal in meinem Leben gibt es keine Ablenkung durch einen geregelten Alltag. Unsere stille Entscheidung im Vorjahr, das große Haus in den nächsten Jahren für andere Menschen in einer Art Nachbarschaftsgemeinschaft mit Werkstätten zu öffnen und mit unseren Händen in kleinen Wohnraum zu investieren war richtig. Für uns. Gott sei Dank haben wir darauf gehört. Nichts geht von heute auf morgen. Abhängig davon, ob wir heuer Material ertauschen oder anschaffen können wird es weiter gehen. Ein Schritt nach dem anderen.

Mein Atelier ist mehr oder weniger fertig. Wie ich mich über die zwei gerade fertig gestellten Fensterumrandungen nach Süden freue! Nach den gefühlt eiskalten Monaten zu Jahresbeginn ist klar, dass noch eine Bodenisolierschicht dazu kommen wird. Fliegen, Wanzen, Marienkäfer und ähnliches Getier brauchen Grenzen, die zu befestigen und zu silikonieren sind. Der neue alte Arbeitstisch im Retrochic ist wunderschön anzuschauen und ein Segen für meinen Rücken. Der ganze Raum hat an Größe und Effizienz gewonnen. Die kleine ausziehbare Traumcouch lebt in meinem Kopf und wird ihren Weg zu mir finden, wenn die Zeit gekommen ist. Derzeit behelfe ich mir mit den Matratzen unseres ungenutzten Reiseautos. Und wir überlegen schon, wie sich eine auszieh- oder ausklappbare Holzkonstruktion gestalten ließe.

Ich arbeite an völlig neuen Köpfen. Es waren wirkmächtige Schritte, Grundsätzliches über den Aufbau von Puppenkörpern und Puppenköpfen aus der Technik der Waldorfpuppen zu lernen und auszuprobieren. Diese Art der Herstellung wird immer die Basis sein, die mir künstlerische Umsetzung ins Figurale ermöglichte. Und für kleine Wesen passt diese Herangehensweise weiter. Das Wort „Puppe“, das mir jahrelang gegen den Strich ging, mich triggerte und ärgerte war rückblickend betrachtet mein Prozess, der Einstieg in meine Kunst. Nun geht es ans freie Formen. Ich studiere Gesichter, Münder, Nasen, Augen und Ohren. Es ist ein Unterschied, ob ein menschliches Wesen lacht, weint oder giftig schaut. Der Ausdruck von Gefühl im Gesicht ist spannend. Zeichnend und malend kam ich nicht so recht weiter. Meine Welt ist das Formen mit den Händen. Daraus kann ich dann Schnitte ableiten, die auf Papier landen. Geometrische Körper und sie als Schnitt auszurollen beschäftigt mich, die Mathematik-Geschädigte. Da heilt wieder etwas. Derzeit scheinen die entstehenden Köpfe meiner Innenwelt zu entsprechen. Sie sind bunt und ich bemale sie mit Fäden, mit gefärbter Wolle, Pailetten und Perlen. Gehäkeltes und Gesticktes kommt zum Einsatz. Unglaublich, wie viele tutorials es dazu im Internet gibt! Im Hinterkopf warten Ideen für freie Applikationen mit Textilien und Stickfuß der Nähmaschine. Für den nächsten Kopf. Groß. Ich muss immer wieder groß arbeiten, mit dem ganzen Körper, unter Einsatz all meiner Kraft. Manchmal ist der entstehende Kopf größer als mein eigener. Immer kommt Material zum Einsatz, das ich bereits daheim habe. Danke Maria für den kostbaren Schatz an wunderschönem Material, auf den ich immer und immer wieder zurück greifen kann. Beim Herstellen der Köpfe entwickeln sich in meiner Fantasie Umsetzungsmöglichkeiten stabiler Körper für eine Ausstellung. Auch die haben mit dem Material zu tun, das ich in unseren Lagern finde. Drähte. Hölzer. Textilien und Dekorationselemente. Dieses Suchen und Finden setzt unglaublich viel kreatives und logisches Potential frei.

Nach Merime und dem Geldfresser beschäftigt mich nun ein Magier. Oder eine Magierin. Es ist vollkommen unklar, ob er eine Sie wird oder ein Er oder beides. Unser Jüngster sucht einen Namen für diese Figur. Immer wieder kommt er vorbei und seine „Aaahs“ und „Oooohs“, seine natürliche Freude an der Entstehung der Kopftätowierungen mit Nähseide und Nadel bestätigen mir meine gefühlten Schritte. „Immer habe ich mir so einen Magier vorgestellt. Der ist ganz sicher nicht aus Österreich, wahrscheinlich auch nicht aus Europa“, hat er mir gestern anvertraut. Und mit seinen einfachen Worten bestätigt, was ich beim Machen des Eierkopfes dauernd fühlte. Für mich ist es wieder eine dieser Phasen, von der ich nicht weiß, wohin sie mich führt. „Es“ ist einfach zu tun. Und es geht leicht, logisch, wie von selbst. Beim Tun kommen Ideen, Bilder, Worte. Und wenn ich glaube, nach diesem Kopf sei Schluss, dann täusche ich mich. Wie sonst soll ich mir erklären, dass sich noch nicht gemachte Augäpfel bis ins Detail und in die Montage in mein Tagesbewusstsein drängen und Formen annehmen. Nur die Gesichtsform kann ich noch nicht klar erkennen. Logisch. Mein Magier ist noch nicht ganz fertig.

Während ich hier an meiner Tastatur des Laptops meine Gedanken ordne und sortiere und verdichte legt mein Liebster draußen ein großes Gemüsebeet an. Die Saatkartoffeln sind am Weg. Ganz viele Pflanzen warten schon im Wintergarten, dass die Eisheiligen da waren. Ich werde heute Nachmittag mein Versprechen einlösen, die Südseite von den wilden Brombeerranken zu befreien. Ich wünsche rundherum ein sonniges, warmes Wochenende!

Quarantäne und Wirtschaft

Meine „Wirtschaft“ ist aufgeräumt. Zwei Tage intensivsten Nähens für einen Alles-andere-als-Nähprofi liegen hinter mir. Langsam biegt sich mein Kreuz wieder gerade. Mein Arbeitsplatz mit Nähmaschine am tiefergelegten Tisch mit Hocker hat endgültig sein Ablaufdatum erreicht. Draußen in der Garage wartet der aufgehübschte Upcycling-Schreibtisch. Ein ehemaliger Arztschreibtisch aus Sperrholzresten, nach dem Krieg gebaut. Der Umbau vor etwa 10 Jahren verkleinerte das wuchtige Ding. Der weiße Anstrich vor vier Tagen gibt ihm nun das Aussehen, das er für mein Atelier haben muss. Meine Eckbank ist gemütlich, wandert aber zurück in den Seminarraum. Das wird mein Osterprojekt. Frühjahrsputz und so.

Als Mittwoch Morgen mein Handy brummt und mir signalisiert, ich möge einen Kommentar auf der homepage freigeben und kommentieren, ahne ich noch nichts. Ich bin VOR meinem Morgenkaffee. Und ich bin so ein Morgenmuffel, sei froh, dass du mir zu dieser Zeit nicht über den Weg läufst. Eine Dame schreibt mir „Ich möchte Masken bestellen“. Liebe Grüße und eine Telefonnummer. Mein Hirn, schlafgrantig, ächzt. Wo um Himmels Willen hab ich geschrieben, dass ich Masken mache? Bei meiner Coachin? Ich reiße mich zusammen, schreibe Unverfängliches und das Versprechen, mich zu melden.

Zehn Minuten später. Ich richte mir gerade meinen lebenserhaltenden Kaffee. Telefon. Eine total freundliche Frau erzählt mir, da wäre eine Artikel in der Kleinen Zeitung. Ob ich die Künstlerin sei, die auch Atemschutzmasken näht. Jetzt fällt der Groschen! Genau! Ich wurde ja letzte Woche interviewt. In dem Einerlei der Quarantäne habe ich das sofort wieder vergessen. Danke geschätzte Mittelkärnten Redaktion, das war ein super Bericht über Einige von uns, die nun das tun, was eben nötig ist. Genau. Nähen.

Zwei Tage lang rattern Maschine und Hirn. Natürlich geht auch mir der Einziehgummi aus. Die gewohnte gute Nähseide. Und mir wird so Einiges klar, was jetzt möglich ist. Nämlich andere fragen, ob sie noch Material haben. Beziehungsweise kreativ werden mit Ersatz für Ausgehendes. Danke Barbara für den Tipp mit den Jerseywürschteln, na klar! T-Shirt-ReUse! Und ich kann Garn eindrehen. Du weißt schon. Türgriff, Garnfäden, Bleistift – und drehen! Und irgendwann kann ich auch sagen: Danke, genug! Es gibt so viele andere Menschen, die diesen Dienst an der Gemeinschaft leisten und ihre Nähfähigkeiten zur Verfügung stellen. Ich muss nicht alles allein tun. Wir können die Arbeit gut untereinander verteilen. Wirtschaften miteinander. Wirtschaften ohne Wachstumszwang. Eine Form von Wirtschaften, das auch andere Menschen zum Zug kommen lässt. Frauen-Wirtschaft?

Als mir das so richtig klar wird, nehme ich Tempo aus dem Zuschnitt, aus dem ratternden Nähen wie im Schlaf. Bügle ich liebevoller jede Kante. Denke beim Nähen herzwarm an die zukünftigen Träger*innen. Wir haben ja immerhin ein Weilchen miteinander telefoniert, um uns über den Stoff und die Trageweise zu einigen. Ich höre von panischer Angst vor dem Virus bis zur Notwendigkeit, die Maske den ganzen Tag zu tragen. Ich nähe nicht für Geld. Ich nähe für Menschen, um Ängste zu verkleinern. Um Gesundheit zu erhalten. Um sie zu stärken. Und ja klar, die Post will sich den Transport bezahlen lassen. Ich verbrauche Material und Strom. Das wird ausgeglichen. Und ist so stimmig für mich, für meine Situation, die mit keiner einzigen anderen Situation von anderen Freiberufler*Innen oder EPUs zu vergleichen ist. So viel wird gerade sichtbar. Es ist überhaupt nicht nur zum Lachen.

Was mich durch diese Tage trägt ist Musik. Bis zum Anschlag aufgedreht. Oder leise im Hintergrund. Allein im Studio singe ich so laut vor mich hin, dass ich nicht einmal meinen Mann höre, der mich zu den Mittagessen ruft. Der blitzeblankeblaue Himmel aus meiner Kindheit. Freundliche Wölkchen, keine Streifen. Genau. Freundlichkeit. Die Freundlichkeit der Menschen. Unser Teilzeit-Hippie-Auto ist arg beleidigt, weil es nur mehr von Stoberdorf zur Volksschule. Von Stoberdorf zur Post. Von Stoberdorf zu Billa und Hofer. Fahren darf. Es ist daran gewöhnt, am Wochenende Richtung Meer zu düsen. Uns in sich zu beherbergen. Und was tut ein beleidigtes Auto? Genau. Nicht mehr anspringen. Der junge gelbe Engel lacht. Wie viele Kilometer das Auto schon hätte? Waaaaaas? So viel? Und dann ist es Gott sei Dank doch nur eine leere Batterie. Und wir müssen eine halbe Stunde sinnlos durch die Gegend fahren, um sie wieder zu laden. Okay, lieber Gefährte, ab sofort werden wir einmal in der Woche ausfahren. Mal sehen, wem wir das unterwegs erklären müssen. Ist ja doch sowas wie ein Zwangsausflug, gell?

Freundliche Handytelefonate mit Video tun mir gut. Mitten drin im Alltag von Freund*innen. Und ich bekomme snail mail aus Wien. Von der geliebten Tochter und Enkeltochter, die auf zwanzig Quadratmeter in der Quarantäne hocken. Eine so tolle Zeichnung. Eine so tolle Kette. Quarantäneschmuck. Restelverwertung, weil für die Kinderküche Spielnahrungsmittel aus selber gemachtem Salzteig hergestellt wurde.

Ich habe gefühlt drei Wochen Nähen gelernt. Petra, meine Lehrerin, sie wäre stolz auf mich. Meine alte Nähmaschine kann viel mehr, als ich ihr zutraue. Vor allem finde ich die Einstellung der Nadel in der Mitte, links und rechts sehr hilfreich. Es tut einer Maschine gut, sie zu reinigen. Ihr ab und an einen Tropfen Öl ins Getriebe zu gönnen. Zu meiner Freude ist heute das Packerl mit den Stickfüßchen gekommen. Dem free motion embroidering steht nun nichts mehr im Weg. Doch wie immer ist das eine andere Geschichte…

Mund Nasen Schutz

Glücksflügler

Ich liebe sie, die bunten fliegenden Hunde aus upgecyceltem Strickwalk. Meine sind ungefährlich handwarm, kuschelig, gewaschen und liebevoll handgemacht. Ihr Eckzahn bewahrt vorbereitete Osternester vor vorzeitiger Plünderung. Sie passen in Handtaschen, Rucksäcke und Jackentaschen. Bandit und Co. sind bei längeren Wartezeiten ideale Spielgefährten.

PURZEL und HAPPY
HAPPY hat einen neuen Abhängplatz gefunden, Purzel darf noch zu dir fliegen!

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im September 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis à € 35,–
mit zwei Stück Wäscheklammern aus Holz und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

BANDIT
Bandit hat einen neuen Platz zum Abhängen gefunden, Bandit ist sold!

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im September 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis € 35,–
mit zwei Stück Wäscheklammern aus Holz und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

ROSINE (rosa, ganz rechts, die beiden anderen leisten ihr nur Gesellschaft und haben sich schon weiter oben vorgestellt)
ROSINE hat einen neuen Abhängplatz gefunden, she is sold!

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im September 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis € 35,–
mit zwei Stück Wäscheklammern und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

SCHLAFMÜTZE

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im Dezember 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis € 35,–
mit zwei Wäscheklammern aus Holz und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

BRÖSEL und LALILALA

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im September 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis à € 35,–
mit zwei Stück Wäscheklammern aus Holz und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

SAHNESCHNITTCHEN und SCHNITTLAUCH

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im September 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis à € 35,–
mit zwei Stück Wäscheklammern aus Holz und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

MIRACOLI und SNICKERS

Stoffwesen aus Upcyclingmaterial, handgemacht, eigenes Design
geboren im September 2019 in Stoberdorf/Österreich

Preis à € 35,–
mit zwei Stück Wäscheklammern aus Holz und Sisalschnur zum Abhängen, inklusive Versandkosten

Vorauskasse, Kontodaten werden auf e-mail Anfrage zugesendet, nach Bezahlung wird die Puppe versandfertig gemacht und zugeschickt

info@lisaengel.at
0043 650 9141271

Quarantäne und ein Selbstversuch

Gehörst du zu denen, die eine Nähmaschine bedienen, um die verpflichtende Mund-Nasen-Bedeckung selber zu nähen? Oder unterstützt du regionale Klein(st)betriebe, indem du sie kaufst? Holst du dir dein verpflichtendes Teil beim Supermarkt? Ich habe mich die letzten Tage neben breitest angelegter Online-Recherche zum Thema Coronavirus und Covid19 auch mit Schnittmustern für diese Masken auseinander gesetzt. Jeden Tag kommen neuere, bessere, sicherere Schnitte. Mit und ohne Metall, eingenäht. Mit und ohne Tunnel zum Einschieben des Pfeifenputzers. Was ist besser, zweilagig, dreilagig oder sogar vierlagig für den Kohlefilter? Mit Gummi oder mit Bändern? Oder mit Abnähern angepasst, unterschiedlichste Größen? In einer Woche sind wir alle Expert*innen, jetzt ist vieles trial and error. Nebenbei erhalte ich eine Überdosis Theorie für, gegen und überhaupt. Einiges schrecklich nahe am rechten Gedankengut. Da höre ich von „Finanzeliten“, von einer arischen Rasse, die geschützt werden muss vor den Dunkelmächten. Finale Kämpfe. Nein, nicht mit dunklen Masken. Die sind hier auf diesem Planeten voll im Trend. Sondern grundsätzlich. Das muss ich erst verdauen. Ich bin ein denkendes und ein spürendes Wesen. Und durchaus in der Lage, selbst zu denken, zu hinterfragen und mir meine eigene Meinung zu bilden. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Heute trage ich am Vormittag die beiden entzückenden, aus hellen Sommerstoffen genähten und gewölbten Ja-wie-nenne-ich-denn-die-rechtlich-richtig-Dinger zur Post. Eine große für meine Tochter. Eine kleinere für meine Enkelin. Niemand ist mit Maske unterwegs. Nicht vorm Postamt. Nicht drin. Die Schilder sind wie vorgestern. Abstand halten. Wie huste und niese ich korrekt. Hände waschen. Meine selbst genähte Dreifachmaske steckt in meiner Jackentasche. Die freundliche Postlerin schickt die beiden Dinger, aus denen ich ehrlich gesagt lieber was Anderes für Tochter und Enkelin genäht hätte, auf die Reise. Und ich beschließe einen ganz und gar freiwilligen Selbstversuch. Heute ist mein Tag dafür.

Mit der Maske in der Tasche und nicht vorm Gesicht betrete ich die Apotheke. Bloß nicht niesen, bloß nicht hüsteln. Starre Blicke von Kundinnen. Über der Wegwerfmaske. Nein, wohl fühle ich mich nicht. Ganz eindeutig, das wird nicht goutiert. Ich mache den Menschen Angst. Die Angestellte hinter ihrer deckenhohen Plexiglasabdeckung versteht mich nicht. Ich rufe meinen Bestellwunsch. Wir müssen beide lachen. Und ich bekomme meine Zeckenzange. Du, lieber Leser glaubst ja nicht, wer sich vorgestern in meiner Leiste einzugraben probierte. Der frühe Zeck fängt die Lisa.

Richtig wohl fühle ich mich nur im Auto. Meine Bakterien, meine Viren, mein Staub. Nächster Versuch. Ein Lebensmitteldiskonter. Wesentlich mehr atemgeschützte Menschen. Sogar welche, die allein im Auto sitzen. Ich wage es. Gummihandschuhe. Aber keine Maske vorm Gesicht. In der Jackentasche. Mit begegnen Malermasken, Sprayermasken und die von social media bekannten grünlichen Einwegdinger mit den drei Falten, die offensichtlich wirklich verteilt werden. Keine einzige selbst genähte Maske. Beim Ansteuern eines Regals der erste Hakenschlager. Ja genau. Mann mit Maske sprintet davon. Meine Hand zuckt zur Jackentasche. Soll ich? Halte ich es noch aus? „Ma, ich seh nix, meine Brille“, höre ich hinter mir. Möglicherweise Mutter und Tochter. Mit Einwegmasken. Ich halte Abstand, warte, bis ich ans Regal komme. Die Tochter sieht noch immer durch einen Nebel. Eigenartig, wie schwer man Menschen einschätzten kann, wenn man nur die Augen sieht. Ich fühle mich super unwohl. Blicke, die mir nicht gut tun. Dazwischen Todesmutige wie ich, ohne Maske. Wir schauen uns nicht in die Augen. Soll ich abbrechen? Ich merke, dass ich durch die Gänge hetze. Ich will hier raus. Bodenmarkierungen an der Kasse. Das ist neu. Ich gehöre ein bisschen mehr dazu, weil ich mich an das Gelbschwarz halte. Endlich ein Schutz der atemgeschützten Dame an der Kasse, obwohl die Plexiglasscheibe nicht bis vor mich, die Kundin, reicht. Ein Kistenturm, der es mir nicht mehr erlaubt, ihr mit dem Wagen zu nahe zu kommen. Oder sie mir. Umständlich fädle ich mir einen Weg für die Bankomatkarte hinter die Plexiglasscheibe.

Erleichtert verlasse ich diesen Diskonter. Beim nächsten stülpe ich mir meine mit Pfeifenputzerdraht (die Brillen!) selbst genähte Maske über Nase und Mund. Muss herum ziehen und herum drücken, damit die Brille tatsächlich nicht beschlägt. Und siehe da! Erleichterung! Ich darf ans Regal, ohne dass jemand flüchtet. Es gibt wieder sowas wie Augenkontakt. Dreilagig ist nicht so ohne beim Atmen. Ich verstehe Kritiker, die den Sinn der Masken anzweifeln. Oben und unten ist alles gut dicht. Seitlich – ich weiß nicht. Ich nähe mir heute noch eine andere Maske. Einfach, um es auszuprobieren. Dieser Einkauf ist wesentlich entspannter für mich als die anderen. Ich, die Freiheitsliebende. Ich gestehe mir das ein. Am Weg zum Auto ziehe ich mir so schnell als möglich die Handschuhe von den Fingern und achte darauf, meine Maske nicht zu berühren. Ich lege sie zum Trocknen vor die Windschutzscheibe. Sicherheitshalber. Nein, noch ein Geschäft probiere ich heute nicht mehr. Mir reicht es.

Fazit: Was auch immer sich später als richtig oder falsch heraus stellen wird: ich fühle mich wohler mit meiner selbstgenähten Maske, die die Umwelt nicht belastet. Und offensichtlich meine eigenen und die Ängste anderer nicht füttert. Aus upgecyceltem Material, das ich nicht extra anschaffe. Und ich bin ehrlich froh, wenn diese Zeit der Angst vorbei ist. Inzwischen nähe ich halt auch Masken für jene, die das nicht selber wollen oder können. Auf Spendenbasis für unseren gemeinnützigen Verein DER.RAUM, damit wir im Sommer und im Herbst weiter tun können. Wird vielleicht nötig sein, wenn diese Wirtschaft wieder aufgebaut werden muss. Doch das ist eine andere Geschichte.

Struktur und Quarantäne

Ja, es ist Struktur eingekehrt. Still. Heimlich. Aus der Stille, aus der Ruhe. Mit einem über die Jahre gewachsenen Freund*innen und familiären Netzwerk, das wie ich seine Fäden spinnt und mit mir diese Phase durchgeht. Mit den üblichen Aufs und Abs. Mit Gesprächen, Überlegungen, Mutzusprüchen. Und mit Videos, über die ich mich schlapp lachen kann.

Ganz gesund bin ich nicht in diesen Tagen. Ob es meine Empathie mit Menschen oder mein vorausschauender Umgang mit möglichen Symptomen ist kann ich nicht so recht beurteilen. Atemnot habe ich schon ein Leben lang, seit ich als Neunjährige eine saftige Lungenentzündung hatte. Von meiner Anämie will ich da jetzt gar nicht anfangen. Und ich huste seit November, derzeit wieder ein bisschen mehr. Mir fehlt es, im Garten zu sein. Und so wie es aussieht, gibt der Winter ein spätes Debut. Wir heizen wieder und alles spielt sich mehr im Hausinneren ab. Vielleicht raffe ich mich heute trotz allem auf und gehe mal wieder an den Fluss. Meinen Bronchien tut das sicher gut.

Meine Tage verlaufen relativ systematisch. Gemeinsames Frühstück mit meinen beiden Männern. Der Zehnjährige strahlt vor sich hin wie die Sonne. Und erzählt, was er von den Arbeitsaufträgen schon im Pyjama erledigt hat. Und dass er sich noch ein Video mit Turnübungen anschauen will. Aber er turnt herinnen. Weil, draußen ist es einfach zu grau und zu trüb. Zuhören, als mein Mann erzählt, dass in der WG einer seiner Töchter ein junger Mann Symptome hat. Quarantäne, nun auch außerhalb unserer vier Wände. Durchatmen. Einatmen. Ausatmen. Es war klar, dass auch solche Nachrichten kommen werden. Dass mein Sohn heute Morgen seinen angekündigten und frei gewählten Milizdienst im Kosovo antritt habe ich als liebende Mutter zu akzeptieren. Meine persönlichen Gefühle sind meine Gefühle und werden auch wieder vergehen.

Einheizen in meinem freundlichen Atelier, aufräumen, wegräumen. Zusammen räumen, was vom Vortag liegen geblieben ist. Mich daran hindern, schon wieder zu googeln, wie es in Spanien und in Italien, in den USA und speziell in London aussieht. Wie es den Kindern und Eltern in den Flüchtlingslagern zwischen Griechenland und der Türkei geht. Weiterhin Zurückhaltung auf Facebook, sonst sitze ich zwei Stunden später noch immer da. Die Töne am Handy ausschalten, auch das Vibrieren. Dauernd neue Meldungen. Sie sind auch ohne mich da. Ich schaue mir die Pressekonferenzen täglich auszugsweise an. Ich freue mich heute besonders darüber, dass wir als Stammkunden des Mittelkärntner Bioboten weiterhin versorgt werden. Sabine und Irmgard, ihr wisst gar nicht, wie gut uns eure Donnerstagskisten vor der Tür tun, psychisch und physisch. Hinterher wird Zeit sein, euch zu drücken.

Während ich handwerklich in irgendeine meiner vielen fantastischen Figuren eintauche und dran weiter arbeite, kehren meine Lebensgeister langsam zurück in meinen Körper. Beginne ich mich zu freuen, dass meine Enkelin und Tochter in Wien demnächst per whatsapp live mit mir sein werden. Dann darf ich wieder Bücher mitlesen und verstecken spielen. Meiner Enkelin aus 350 Kilometer Entfernung dabei zuschauen, wie sie auf abenteuerlich aufgeschichteten Matratzen in den engen zwanzig Quadratmetern einer Wohnungsquarantäne Purzelbäume und Rutschpartien veranstaltet oder mit dem Kindergarten telefoniert, weil der Hase dringend abgeholt werden muss. Wie schnell sie sich umgestellt hat! Mein jüngster Sohn ruft regelmäßig an. Nun gibt es auch positive Testungen in seiner Firma und die Dinge ändern sich. Wir werden uns der Armatur in der Küche widmen, da ist irgendwas so locker, dass der Hahn herauszufallen droht. Was gut ist (hoffentlich!), weil wir dann vielleicht auch den Fehler finden, warum unser Geschirrspüler partout nicht abpumpen will. Abenteuer Installation. Und wir als Laien werden vermutlich eine Menge dazu lernen. Und zu schätzen wissen dass es eine Zeit gibt, in der man einfach einen Installateur anruft und hofft, dass er Zeit hat.

Morgen treffen wir Puppenmacherinnen uns zum ersten Mal auf Zoom. Ein globales Treffen. Und der erste Termin seit zwei Wochen, an den ich mich halte. Ich bin sehr gespannt, wie das sein wird. Unser Make Along auf Facebook ist einer der Lebensfäden mit der Außenwelt, der mich beruflich nährt und wärmt.

Tag 14 unserer Quarantäne. Ein Zwischenbericht. Ich schicke meine herzlichen Grüße hinaus an euch alle!

Atelier und eine Pause

Statt emsiger Geschäftigkeit im Atelier totale Pause im Atelier. Stillstand. Quarantäne in der Quarantäne. Ich habe mit vielem gerechnet, nur damit nicht. Diese vielen Angebote online, auch das ist mir zu viel geworden. Und Leute, es tut mir gut. Inklusive Social Media Fasten. Meine Freundin Ingeborg schickt mir jeden Tag kurze Meditationen, die ich fast jeden Tag mache. Wenig konsequente Struktur im Hause Stoberdorf vulgo Leitgeb. Ein zehnjähriges Kind, das sowas von brav mitmacht beim homeschooling. Das erstaunliche Selbstentwicklungsschritte hinlegt, einfach so. Einfach jetzt. Die Biber, die unsere Neugier am Leben erhalten. Unerfreuliche Erlebnisse beim Wocheneinkauf im Supermarkt und beim privaten Bauern. Die Angst, die Übervorsicht und auch die Rücksichtslosigkeit sind da. Verständlich, vollkommen. Und trotzdem unangenehm. Nächstes Mal schütze ich mich besser. Und es wird reichen, den Einkauf vierzehntägig zu machen. Dann gibt es die Spaziergänger, die freundlich aus ihrem Respektabstand mit uns kommunizieren, erzählen, wie es ihnen geht. Uns zuhören, wie es uns geht. Voll das Leben. Seit gestern kehren die kreativen Lebensgeister zurück. Passend mit dem Wintereinbruch in Österreich, der uns hier Schnee in hohe Tallagen beschert. Und mit der heutigen Nacht vermutlich viel Erfrorenes, das drei Wochen zu früh den Frühling gespürt hat. Das Erdbeben in Zagreb, das heute Morgen auch hier messbar war, ist nur mehr ein Drüberstreuer.

Ich jammere noch immer auf hohem Niveau, habe ein Dach überm Kopf. Menschen sind da, die mich lieben und die ich liebe. Wir können ohne Probleme in die Natur gehen. Sie ist vor der Haustür. Es gibt smarte Medien, um mit Familie und Freund*innen in Verbindung zu bleiben. Nicht zu vergleichen mit dem Istzustand von geflüchteten Menschen, die an Europas’s Grenzen in Lagern hocken und nicht wissen, was sie heute essen, ob sie morgen noch leben und wohin es für sie geht. Ein Planet, der sich fühlbar reinigt, weil wir unsere Wirtschaftssysteme herunter fahren. Eh nicht lange. In China geht es schon wieder los.

Heute gehe ich schnitttechnisch und an der Nähmaschine das an, was sich seit Tagen in meinem Kopf formt. Danke ihr so besonderen Menschen, die JETZT bestellen, die JETZT für Sommer und Herbst planen und mich einbinden. Die mit ihrem Kauf und ihren Vorschlägen mein Weiterkommen auch wirtschaftlich unterstützen. Ich werde in diesem Leben kein Onlineprofi UND ich leiste meinen Beitrag, indem ich auf eure Wünsche und Bedürfnisse, mich und meine Wesen zu zeigen, eingehe. Neben mir knackst der sich erwärmende Ofen, der schon eine ganze Woche kalt bleiben konnte. #onwards! sagt die schreibenden Künstlerin Elizabeth Gilbert. Wir schaffen das, sagt die WKO. Ich habe keine Ahnung, sage ich. Und gehe einen Schritt nach dem anderen. In meinem Tempo. Mit dem vollen Bewusstsein, in einer besonderen Zeit zu leben und diese mitzugestalten.

Rückzug und Forschung

Ja. Stimmt vollkommen. Wir sind begünstigt. Wir leben relativ einsam am Land, neben einem Wald. Oberhalb eines plätschernden Flusses. Mit wildem Garten, in dem schon wegen der Bienen alles so sein darf wie es die Natur will. Und wir Menschen, wir dürfen jederzeit und immer hinaus. Auch jetzt in einer Zeit, wo die Vorsichtsmaßnahmen um einen Corona Virus Menschen dazu anhalten, drinnen und daheim zu bleiben.

Ich möchte dir – und vielleicht auch deinem Kind – etwas erzählen und auf diesem Weg mit dir teilen. So hast auch du etwas von unserem Ausflug. Wir haben heute nämlich etwas entdeckt. Da hüpft mein Herz, obwohl ich mehr ahne als ich weiß. Link am Ende des Artikels.

Doch schön der Reihe nach. Mein Mann, unser Sami und ich, wir werden jetzt jeden Tag in den Wald gehen. Teil dieser Quarantäne-Struktur, die zu uns passt und niemandem schadet. Und gut für uns winterliche Werkstatthocker. Weil Sami so vertieft in seine Schularbeiten ist, machen wir unseren ersten Ausflug mit Katze(n) und Sammelsack. Es könnte ja sein. Altholz und Wurzeln. Du kennst uns. Sammlerin und Sammler, notorisch und unbelehrbar. Wir gehen hinunter an die Gurk, einen ganz anderen Weg als sonst. Und dann sehe ich es von weitem. Biberspuren. Aber nicht so kleine, vorsichtige. Sondern dieser Biber nagt ordentlich. Dicke Späne liegen rund um eine sehr dicke Weide. Ich schätze, in ein paar Tagen ist der Stamm durchgenagt. Flussabwärts hat er sich scheinbar die Zähne ausgebissen an einer Doppelweide und bei der Hälfte aufgegeben. Flussaufwärts finden wir nicht nur ein Flussholzparadies an einer Wassertränke für die Sommerkühe. Ich träume davon, dass das auch die Biberburg ist. Ich finde überall Elfenkrokusse im weichen, angespülten Sand. So sagt Frau Google zu diesen Schönheiten. Ausgewilderte, zarte Wesen mit hauchdünnen lila Blütenblättern. Dieses Novemberhochwasser hat ein kleines Paradies hinterlassen.

Natürlich sehen wir keinen Biber weit und breit. Nachtaktiv sind diese Wesen, das habe ich schon gehört. Kommen nur in der Dämmerung und dann in der Nacht. Es lässt uns nicht los. Und wir schauen gemeinsam mit Sami, was es online über Biber zu finden gibt. Und das ist die Krönung des heutigen Tages. Eine geniale Dokumentation aus Frankreich. Mit so ähnlich Biberbegeisterten wie wir es sind. Prädikat: unbedingt anschauen. Und dein Kind weiter über Biber forschen lassen. Ich hoffe, der Landbesitzer entdeckt die hiesigen Spuren nicht so schnell und der Biber kann hier leben. Und wir können weiter forschen. Und noch mehr hoffe ich, diesen bezaubernden Wesen irgendwann mal in echt zu begegnen. Hast du Biber in deiner Nähe? Und durftest du sie schon beobachten! Bitte erzähl mir davon!

SERIE „UPCYLING DOLLs“

Interkulturelle Wesen aus einer interkulturellen Initiative. Unikate, Handarbeit, Upcycling und Recycling von vorhandenen Rohstoffen und Materialien.

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SOREYA

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