So ein Theater!

Vergangene Woche habe ich das große Vergnügen, zwei vollkommen unterschiedliche Theaterstücke und Inszenierungen zu besuchen. Dazu liest du in meinem Wochenrückblick der Kalenderwoche 18 einen eigenen Beitrag. Dieses Wochenende läuft außerdem die letzte Woche meiner Social Media Absenz aus. Ganz untheatralisch. Dafür mit vielen starken Gefühlen.

Und hier gehts direkt zum knackigen Wochenrückblick!

  1. Was hat mir Energie gegeben?
  2. Was hat mich diese Woche inspiriert?
  3. Welchen freudvollen Moment nehme ich mit?
  4. Was habe ich gelernt?
  5. Was hat überhaupt nicht funktioniert?
  6. Was hat mich nachdenklich gemacht?
  7. Ein großes Lernen aus dieser Woche?
  8. Worauf freue ich mich nächste Woche?

Was hat mir Energie gegeben?

Ahorn- und Hainbuchenkeimlinge tun gemeinsam mit mir alles, um große, starke Bäume zu werden! Ich bin der Meinung, es ist im Leben niemals zu spät, Bäume zu setzen – selbst wenn ich in deren Schatten nicht mehr sitzen werde.
  • es regnet einen Abend, eine Nacht und einen ganzen Tag – wir atmen alle auf und durch
  • ich finde in Laubhäufen in einem Villacher Park Keimlinge von Ahorn und Hainbuche und errichte mit einigen dieser kräftigen Pflänzchen einen geschützten Pflanzenkindergarten vor dem Zirkuswagen
  • als ich meine von mir für tot erklärte Feige ausgrabe, erkenne ich staunend, dass sie zwar von Ameisennestern und Sauerampfer arg bedrängt wird, aber noch lebt – sie bekommt ein ausgiebiges Wasserbad, aufgelockerte Wurzeln und einen neuen Platz mit frischer Erde
  • unsere Naschhecke wird dank weiterer Pflanzungen deutlich größer, mittlerweile wachsen im Tiny Garden auch japanische Weinbeere und Stachelbeere kräftig heran

Was hat mich diese Woche inspiriert?

Endlich bekommt Anna ein Handy. Der Wolf aus dem Märchen braucht viel Geduld und ganz viel Liebe, damit Anna selbst erkennt, worum es im Leben wirklich geht.

Ich bin Gast in zwei Theateraufführungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Einerseits lädt mich Christoph Rabl zu einer Schulaufführung des Kindermusiktheaterstückes „Anna und der Wolf, Klick ins Herz“ für Volksschulkinder ein. Und ebenfalls diese Woche hat der Sechzehnjährige in meiner Familie in seiner Schule Premiere für das Theaterstück „Undine“.

Abgesehen davon, dass das Kindertheater für Kinder aufgeführt und das Jugendtheater VON Jugendlichen für Menschen aller Altersgruppen dargeboten wird, nehme ich für mich zwei wertvolle Impulse für die eigene Theaterarbeit mit Kindern mit.

Es macht etwas mit zuschauenden Kindern, wenn sie von der Bühne her um ihre Meinung gebeten oder um Hilfe gebeten werden. Christoph schafft es auf geniale Art, die „alten“ Erzählungen aus dem Märchenwald ins Jetzt des Alltags von Kindern zu holen, sie zu hinterfragen und aus den bekannten märchenhaften Narrativen eine Brücke in in die heutige Zeit zu bauen. So wird aus dem Spiegel der bösen Stiefmutter im Märchen ein Tablet auf dem Tabletstativ. Und der Gestiefelte Kater ist ein gefuchster Coach, der Fotos für den idealen Social Media Auftritt verscherbelt. Die vielen Kinder hören, dass es früher im Märchenwald genauso wild zuging wie heute auf Social Media. Und dass es darum geht, WIE wir mit unseren Möglkichkeiten umgehen.

Gesellschaft aus dem Stück „Undine“. Inszenierung Linda Haluschan-Springer und Karin Kerschbaumer. Ausstattung Karin und Jannika Kerschbaumer

Beim Stück „Undine“ der Jugendlichen entwickle ich viel Begeisterung für ein eindrucksvolles Bühnenbild mit tollen Stoffdrapierungen und einem gezielt gerichtetem Licht, dass Gefühltes sichtbar und noch beeindruckender macht. Schon unglaublich, wieviel Text junge Menschen mit viel Gefühl und schauspielerischer Grazie auf die Bühne bringen können. Ich kenne die Regisseurin Linda Haluschan-Springer aus beeindruckenden Theaterprojekten des Vitustheater St. Veit und freue mich sehr, dass sie mit jungen Menschen arbeitet und all ihr Wissen weitergibt.

Welchen freudvollen Moment nehme ich mit?

Den Moment, als ich Montag Abend, am Ende meiner Handgelenkskräfte, mit dem Akkuschrauber die 535te aller Schrauben in die Lärchenbretter drehe. Alleine hätte ich das niemals geschafft, zu zweit gings. Der Liebste erzählt mir, früher wären solche Projekte genagelt worden. Die Selbstschneiderschrauben und die unterstützende Maschine tragen wesentlich dazu bei, dass unsere neue Terrasse in insgesamt drei Arbeitstagen fertig ist.

Ich zeige dir in der Galerie, wie wir von einem welligen Boden zwischen den Tiny Houses zu einer formidablen und schönen Holzterrasse gekommen sind. Jetzt kann der Sommer und die geplanten Workshops im Freien kommen!

Was habe ich gelernt?

Wenn die Innere Königin NEIN zu Social Media sagt, dann meint sie das auch so!

Fünf Wochen Pause von Social Media. Was anfangs wirklich holperte und händeringend Auswege suchte, wurde von Woche zu Woche leichter und angenehmer. Mein Abstand von Social Media zeigt mir klar, wo ich Zeit verplempere. Und zwar so richtig. Einmal am Tag via PC online zu gehen reicht auch in Zukunft.

Fazit:

  • es bleibt dabei – keine Social-Media-Buttons auf dem Handy mehr
  • auch weiterhin keine aktivierten Nachrichtenmitteilungen auf dem Handy
  • ich bin einmal am Tag aktiv via PC, aber mit Zeitplan und einer Liste
  • ich lese Newsletter, die mich interessieren

Was hat überhaupt nicht funktioniert?

Dem Internet sei Dank gibt es digitale Möglichkeiten, in diesen Prachtbänden zu blättern…

Ich weiß nicht, ob ich darüber schon viel geschrieben habe – ich bin eine Leseratte. Versuche, so viele e-books als möglich zu lesen oder online auszuborgen. Doch bei Büchern mit Fotografie wird das kritisch. Ich möchte mir Zeit lassen. Sie auf mich wirken lassen. Also sause ich in die städtische Bibliothek, um mir die Bildbände von Sebastião Salgado auszuborgen, von dem ich schon vergangene Woche schwärme.

Tja. Die Bibliothekarin ist selbst nicht glücklich, als sie mir die Kunstabteilung zeigt. „Bastelbücher gehen deutlich besser, wir haben so wenig Nachfrage nach Kunst“, gesteht sie mir.

Wie ich mein Leben kenne, werden mir diese Bildbände des begnadeten Fotografen, der sie gemeinsam mit seiner Frau Lélia gestaltete, zufallen. Ich werde berichten!

Was hat mich nachdenklich gemacht?

Die stumme Undine, eine lästernde und wenig wohlmeinende Gesellschaft und ein verliebter Fürst

Diese alte Erzählung von Undine. Sie beschäftigt mich immer noch. Eine junge Frau erkennt, dass diese alte Welt nicht mehr zu ihr passt. Es sind klar patriarchale Systeme, aus denen sie ausbrechen will. Der Vater entscheidet, was die Töchter des Wassers zu wollen haben. Mutter gibt es keine. Der Fürst der ersehnten anderen Welt entscheidet, sie zu heiraten, obwohl sie für diesen Wechsel der Systeme ihre Stimme geopfert hat. Hier dargestellt durch den wenig mitfühlenden Pakt mit den drei Nornen, die als Hexen auftreten. Sie bekommt für den Verlust der Stimme einen Körper, der ins andere patriarchale System passt.

Undine und der Fürst, sie scheitern beide. Er stirbt, als er erkennt, dass er sie nie wirklich gesehen hat. Sie landet als Irrlicht mit anderen Irrlichtern in einer Zwischenwelt und wir erfahren als Zusehende nicht, ob dort eine neue Welt entsteht. Oder ob sie ein Zwischenreich – und alles beim Alten – bleibt.

Das kann Kunst (auch). Aufzeigen, was ist. Schmerzhaft hinweisen, wo wir nicht so gerne hinschauen. Zum Reden einladen. Und zum Handeln in der realen Welt. Für mich ist dieses Zwischenreich in diesen letzten Jahren stark spürbar. So viele bewegen sich dort, Frauen und Männer. Hinterfragen alte Konventionen und Schubladen. Organisieren sich. Entdecken Türen in eine neue Welt des Miteinanders, die schon lange einen Spalt geöffnet sind. Und treffen immer wieder schmerzhaft auf jene, die zurück ins alte „Normal“ wollen und diese Veränderungen ablehnen. Quo vadis?

Habe ich diese Woche etwas dazu gelernt?

Ein Sommer vor vielen Jahren in Italien. Ich nehme dieses Bild stellvertretend für fahrbare Untersätze dieser Welt – leider nicht meines!

Als ich an einem ganz normalen Vormittag zum Theaterstück ins Nachbartal aufbreche, bin ich so voller Vorfreude. Die erste Lektion dieses Tages erteilt mir eine riesige gelbe Baustellentafel. Zwölfunddreißig Zeilen soll ich heranbrausend lesen. Ich sehe nur das große STOP-Schild, ziemlich genau in der Mitte des vielen Gelb. Lege eine Vollbremsung ein und drehe um. Überlege mir schon einen anderen Weg als mir dämmert, dass irgendwo im unteren Drittel etwas von 4. Mai zu lesen war. Ich befinde mich im April. Also noch einmal wenden. In Ruhe das ganze Schild lesen. Stimmt. Ich kann heute noch passieren.

Ein Auto kommt mir in den engen Kurven auf meiner Seite entgegen. Ich muss ausweichen und fahre mit dem rechten Vorderrad voll gegen einen spitzen Steinbrocken, der auf der Straße liegt.

Himmel, was ist los? Was sind das für merkwürdige Begebnisse und Zeichen? Weil keine digitale Anzeige aufleuchtet, fahre ich weiter. Auch wenn die Baustelle erst in einer Woche losgehen wird, hindert das fleißige Menschen nicht daran, den Asphalt jetzt schon aufzuschneiden. Im Kriechgang fahren wir viele Male über scharfkantigen Schnittkanten des Asphalts. Ich entwickle Galgenhumor. Das Auto holpert brav weiter.

Ich komme nach einer Stunde fast pünktlich an, habe noch ein paar Minuten.
Kein Parkplatz.
Kein einziger.
Hätte ich mit dem Zug fahren sollen?
Gebe ich jetzt auf?

Ich erspähe bei meinen Kreiselfahrten zwei Parkplätze, schon etwas außerhalb des Zentrums. Eine alte Dame biegt unmittelbar vor mir ab und parkt ihr Auto mittig, genau auf diese beiden Parkplätze.

Hinter mir Autos, auf der gegenüberliegenden Seite Autos. Wir alle wollten diesen letzten Parkplatz. Ich aktiviere den Blinker, lasse den Motor laufen und steige aus. Als ich an die Autoscheibe klopfe und darum bitte, ob sie sich ein bisschen platzsparender hinstellen kann, damit wir beide Platz haben, macht das die weißhaarige Dame. Ein wenig Zentimeterarbeit unter großem Zeitdruck, und wir haben beide einen Platz. Und ich erfahre noch, dass ich jetzt 90 Minuten Parkdauer habe und nicht vergessen soll, die Parkuhr sichtbar ins Cockpit zu legen. Dass ich mein Handy im Auto vergesse und noch einmal zurück sausen muss, um es zu holen, das fällt dann schon unter „Was solls“. Ich sitze im Theatersaal, als die Spiele beginnen und habe einen der schönsten Vormittage seit langem.

Mein „Lörning“ aus diesem Prozess? Aufgeben ist manchmal eine gute Option. Aber eben nicht immer. Dieses Mal hat es sich offenbar ausgezahlt, dran zu bleiben!

Worauf freue ich mich nächste Woche?

Der Liebste sagt, jetzt ist der süße Kerl nicht mehr so nett. Soll er ja auch nicht sein. Das ist ein wilder Drache aus dem Millstätter See in Kärnten!!
  • ein Tagesausflug mit Wanderung zu slowenischen Seen und Bergen
  • mein Klappmaulpuppen-Drache bekommt noch Panzerung und Flügel, dann ist er besuchsfertig; hier gibt es zwei Mitbewohner in meiner Familie, die strikt dagegen sind, dass er uns verlässt…
  • ein Meeting mit tollen Frauen in Millstatt
  • Rückkehr in den Arbeitsprozess einer Künstlerin

Welches Theaterstück hat dich in letzter Zeit beeindruckt?

Oder ist das Leben derzeit eh genug Theater für dich? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar in meiner Kommentarspalte.




Eine Terrasse, Tränen und viele Pollen

Südlich der Tauern ist die Luft vergangene Woche staubtrocken. Angereichert durch Pollen, die alle zugleich fliegen. Gelbe Pollen liegen in Schichten auf unseren Autos. Auf den Gehwegen zur Schule, auf Balkonen in der Stadt und am Land. Die weißen fliegen wie Schnee, nur von unten nach oben. Unsere Augen brennen, als wäre Sand in ihnen. Wehe denen, die heuer allergisch reagieren. Für sie ist das gerade eine wilde Zeit. Der zweite Waldbrand der Saison wird gelöscht und wir hoffen und wünschen, dass die Übung im unwegsamen Gelände des Nachbartals gelingt.

Die vergangene 17. Kalender-Woche ist intensiv und durchwachsen. Mit Herausforderungen. Mit Begegnungen. Mit Erkenntnissen. Es ist meine vierte und vorletzte Auszeitwoche. Am Montag sitze ich eine halbe Stunde in der Sonne, wartend. Und mir fehlt seit langer Zeit nichts und niemand. Ich genieße, was ist. Ich lächle eine junge Mutter mit ihren beiden lebendigen Kindern an. Sie lächelt freundlich zurück.

Was mich vergangene Woche am meisten berührt hat? Das liest du hier in meinem Wochenrückblick:

  1. Was hat mich diese Woche inspiriert?
  2. Was hat mich diese Woche traurig gemacht?
  3. Was hat überhaupt nicht funktioniert?
  4. Worauf ich mich nächste Woche freue?
  5. Ob unsere Terrasse Ende April fertig ist?
  6. Wie ist die Luft in deiner Gegend?

Was hat mich diese Woche inspiriert?

Ich habe einige Stunden damit gehadert, dass „nur“ Sebastião Salgado geehrt wird. Habe ein bisschen Frieden mit meinem Unmut geschlossen, als ich einige Stunden recherchiere, wie seine Frau Lélia dazu steht, dass ihre wichtige Arbeit zwar erwähnt, aber nicht besonders hervorgehoben wird. Ohne die organisatorische und begleitende Arbeit dieser Frau gäbe es gewaltig viele Fotos höchster künstlerischer Qualität und Intention. Aber möglicherweise weniger Fotobände, bei denen einem die Luft wegbleibt. Weniger Ausstellungen. Und vermutlich auch weniger Entwicklung beider Söhne. Dass die beiden eine große Liebe verband, das bezweifle ich keinen Moment. Ich bin und bleibe sehr beeindruckt von der Arbeit von Sebastião UND von Lélia und werde nicht aufhören, darauf hinzuweisen, dass wir hier die lebenslange Arbeit von zwei wunderbaren Menschen sehen, ehren und schätzen.

Sagt dir der Filmemacher Wim Wenders etwas? Mein Lieblingskino hat zu Jahresende 2025 seine Pforten geschlossen. Seither muss ich mir gute Filme an anderer Stelle suchen. Wim Wenders war in Millstatt einige Male mit seinen Filmen zu Gast. Aber kennst du den Film „Das Salz der Erde“ über das Ehepaar Sebastião und Lélia Wanick Salgado? Gemeinsam mit dem filmenden Sohn Juliano Ribeiro Salgado erkundet Wim Wenders die Herangehensweise dieses unglaublichen Fotografen an Menschen, Tiere und unsere Natur. Die Fotos sind atemberaubend und berühren auf einer Ebene, wo Worte nicht (mehr) hinkommen. Ich lese zur Zeit die Biografie dieses Künstlers und hole mir die monumentalen Bildbände, einem nach dem anderen, aus der hiesigen Bibliothek.

Wusstest du, dass er gemeinsam mit seiner Frau und vielen, vielen HelferInnen brasilianischen Urwald wieder aufgebaut hat, der nach Abholzung und Errosion verschwunden war? Sehr berührend, was aus der Idee von Lélia Wanick Salgado entstanden ist und was weiterhin entsteht, weil die beiden dafür gesorgt haben – ich lasse dir hier Institut Terra einen Link zu ihrem letzten gemeinsamen Projekt in Brasilien.

Wenn du wie ich weiter forschen willst, dann hör dir die Rede von Wim Wenders an, die er 2019 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gehalten hat.

„Es kann keinen Frieden ohne soziale Gerechtigkeit und ohne Arbeit geben.
Es kann keinen Frieden ohne Anerkennung der Menschenwürde geben und ohne die Beendigung der unnötigen Zustände von Armut und Hunger. Und es kann keinen Frieden geben, ohne dass wir die Schönheit und Heiligkeit unserer Erde achten“.

Zitat Wim Wenders in der Ehrung der Arbeit des Fotografen Sebastião Salgado, aus der Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2019

Was hat mich diese Woche traurig gemacht?

Ich fühle jedes Mal einen Stich im Herzen, wenn ich dieses Bild sehe. Im Schloss trug Stefanie manchmal einen schönen Hut und wanderte durch die Ausstellung, um zu sehen, ob alles gut läuft. Hier geht es zu ihrem vollständigen Nachruf der Kärntner Kleinen Zeitung.

Zwei Mal war ich als Teilnehmerin der „Frühlingsfreude“ in Schloss Rosegg dabei, weil mich die Veranstalterin, Stefanie Pirker, dabei haben wollte. Es kommt bisher in meinem Leben nicht so oft vor, dass jemand mit so viel Nachdruck dafür sorgt, dass meine Arbeit sichtbar wird. Heuer ist die Frühlingsfreude ausgefallen, weil Stefanie erkrankte.

Als wir vor wenigen Wochen telefonierten, insistierte sie, dass ich beim nächsten Mal mit meinen „neuen“ Figuren dabei sein müsse. Und ja, es gehe ihr schon viel besser. Ein bisschen noch, dann wäre sie wieder zurück und würde die nächste Veranstaltung vorbereiten.

Stefanie ist vor zwei Wochen verstorben. Übernächste Woche nutzen wir die Gelegenheit, uns so bunt von ihr zu verabschieden, wie sie ihr Leben gelebt hat. Stefanie, du hast einen festen Platz in meinem Herzen. Deine Zuversicht und Buntheit, deine Lebendigkeit und deine Herzlichkeit fehlt mir und sehr vielen anderen Menschen. Ruhe in Frieden oder bring die nächste Welt zum Tanzen und Singen, ganz wie es dir gefällt.

Was hat überhaupt nicht funktioniert?

Wie so oft wird das ein freundlicher Drache, der Herr Muats. Noch fehlen ihm die messerscharfen Zähne, die grüne Zunge und die Drachenklauen. Aber ob er so böse wird wie auf dem Titelfoto des zweisprachigen Kinderbuches, das kann ich einfach nicht garantieren…

Ich nehme mir zu Beginn der Woche fix vor, diesen Klappmaul-Puppen-Drachen fertig zu machen. Aber da habe ich die Rechnung ohne meinen Perfektionismus gemacht! Ich wache eines Wochentags auf und frage mich, ob ich eigentlich die Augen des Drachen richtig gesetzt habe. Also, örtlich, in seinem Drachenschädel. Ich habe sie schön seitlich angeordnet, wie das bei einem Drachen praktisch und logisch ist.

Als ich mit ungutem Vorgefühl das Fotobuch von Norman Schneider aufschlage, das er von seinen Figuren veröffentlicht, wird mir klar, was mein Unterbewusstsein mir in meinen Träume sortierte: Klappmaul-Puppen-Augen sind vermenschlicht und schauen kerzengerade und direkt nach vor zu ihrem Publikum. Sie verdrehen keine Köpfe, um mit einem Auge hinzusehen. Ich versuche mich, vor der Aufgabe zu drücken. Tröste mich. Das wird schon keinem auffallen. Ich fange an, die grünen Haare zu schneiden, die zu lang sind. Ich fertige den großen Körper aus Schaumstoff und überziehe ihn mit rotem Samt. Und immer sehen mich diese Augen an…

Du weißt Bescheid, oder? Genau. Zum x-ten Mal zerlege ich, was ich so schön mit stinkigem Kontaktkleber geklebt und angenäht habe. Nehme die Augen heraus, die mir jetzt deutlich zu klein vorkommen. Ersetze sie gegen Tischtennisbälle. Male einige Augenpaare, bis mir eines gefällt. Komme drauf, dass es absolut keine gute Idee ist, die Malerei mit Nagellack zu fixieren und dann noch einmal mit Acryl weiter zu arbeiten. Die nächste Schicht Lack verwischt nämlich dramatisch, was vorher schon so gut ausgesehen hat.

Bin ich mit der Figur fertig? Der Kopf ist ziemlich zufriedenstellend. Jetzt fehlt noch der samtige Hals. Und die Drachenarme, die mit schönen Drachenflügeln ausgestattet werden. Es kann sich nur mehr um Wochen handeln, bis dieser erste Prototyp von „Der Muats“ endlich fertig ist.

Worauf ich mich nächste Woche freue?

Unser sechzehnjähriger Mitbewohner hat die erste Theaterpremiere seines Lebens. Ich freue mich riesig darauf, als Zuschauerin im Publikum zu sitzen. Zu wissen, wieviel Arbeit dahinter steckt, mit Jugendlichen ein Theaterstück einzustudieren. Zu wissen, wie nervös alle sind und dass sie genau deshalb ihr Bestes geben werden. Unser Samuel wird seinen Steampunk-Hut, den wir an einem Wochenende aus Jux und Spaß an der Freude miteinander gebaut haben, aufsetzen. Er hat ihn seinen Theaterlehrerinnen gezeigt – und das gute Stück war sofort fürs heurige Theater einkassiert.

Der Sechzehnjährige sagt, er könne jetzt keine Aufträge annehmen. Es seien zu viele Schularbeiten, für die er gerade lernt. Im Sommer, da könne er eventuell wieder welche produzieren…

Ob unsere Terrasse Ende April fertig ist?

Das wird der Sonntag entscheiden. Heute mussten wir eine Hornisse daran hindern, unter dem Dach in meinen Zirkuswagen einzuziehen und dort eine Familie zu gründen. Das eilte. Möglicherweise war es der vorwitzige Specht, der unser Holz toll fand und deshalb ein Loch in die Folie unterm Dach hämmerte. Möglicherweise war es aber auch unser Unwille, mit einer langen Leiter eine äußerst anstrengende Arbeit abzuschließen, die schon seit zwei Jahren auf uns wartete. Die Aussicht auf ein Hornissennest in der Verkleidung hat uns auf alle Fälle Beine gemacht.

Außerdem war ich den ganzen Samstag-Nachmittag bei einem Tontechniker, der mir endlich mein tolles Zoom-Aufnahmegerät erklärt. Zu erkennen, dass sein wunderschönes Tiny House ein winziges, aber komplettes Tonstudio sein kann, war die andere Erkenntnis des Nachmittags. Da lebt man zwei Jahre nebeneinander und weiß trotzdem nicht, was Menschen in ihrer Freizeit machen!

Morgen bekommen wir die letzten Platten für die Unterkonstruktion unserer Terrasse geliefert. Ein echter Landregen ist bis Dienstag nicht in Sicht. Die Chancen stehen also gut, dass die Lärchenplanken und abschließend die Lärchenverbretterung demnächst montiert sind. Halte uns bitte die Daumen, falls du nicht gerade selbst in der Erde wühlst!

Wie ist die Luft in deiner Gegend?

Regnet es bei dir heuer manchmal oder sitzt du auch auf dem Trockenen wie wir hier in Kärnten? Wie geht es der Natur in deiner Region?


Zwischen Güte und Getriebensein

Ich schaue auf die dritte Woche meiner Social-Media-Auszeit zurück. Und bin sowas von dankbar für dieses Selbst-Experiment. Wieviel Zeit plötzlich für andere Dinge bleibt! Ich lade dich ein, schau mit mir gemeinsam zurück auf meine Woche und genieße diesen dritten Auszeit-Wochenrückblick.

Wochenrückblick Kalenderwoche 16

  1. Welche Freiheit habe ich mir gegönnt?
  2. Mit wem fühlte ich mich diese Woche besonders verbunden?
  3. Was war mein größter Erfolg?
  4. Worüber habe ich mich wirklich geärgert?
  5. Was hat mir Energie gegeben?
  6. Was macht mich nachdenklich?
  7. Was hat vergangene Woche überhaupt nicht funktioniert?

Welche Freiheit habe ich mir gegönnt?

Ganz ohne Ängste in die Welt der Zahlen einzutauchen, das gehört für mich mittlerweile zum Leben dazu.

Stell dir vor, du prokrastinierst seit zig Jahrzehnten die gleiche Arbeit. Widerstand. Verzweiflung. Ablehnung. Jahr um Jahr das Selbe. Und der gleiche unglückliche Prozess.

Aber heuer nicht.

Nicht nur trage ich vergangene Woche in einem Rutsch alle Ein- und Ausgaben eines halben Jahres ein und drucke sämtliche Belege aus und hefte sie chronologisch ab. Ich habe auch ausreichend geflucht, weil ich mir immer wieder den Kopf zerbrechen muss, für welche Ausgabe ein Beleg stehen könnte. Ein Jahr später erinnert sich mein zahlenlegasthenes Gehirn schwer daran, welcher berufliche Sinn hinter einer Zahl oder einem Kassenausdruck steht.

Sondern – ich entdecke endlich (!) auch, dass es wenig einfachere Tätigkeiten in meinem Leben gibt, als Zahlen in passende Spalten einzutragen. Weder muss ich mir bei Buchhaltung um ein ganzheitliches und zur Tätigkeit passendes Gesamtkonzept Gedanken machen. Noch frage ich mich bei Zahlen, ob ich empathischer, liebevoller, fordernder mit ihnen umgehen soll. Buchhaltung zählt zur unkreativste Arbeit meiner Laufbahn als Selbstständige. Und genau genommen ist sie die am wenigsten aufwändige.

Und noch eine Freiheit: alles Belege dieses fast neuen Jahres liegen bereits nach Datum geordnet in meiner Ablagemappe und werden kommende Woche in einem weiteren Rutsch eingetragen. Ab Mai mache ich einmal im Monat all die kleinen Eintragung- und Ablegeschritte für den abgelaufenen Monat. Warum ich als Kind von Steuerberatereltern für diese neue Haltung so lange brauchte, weiß ich. Mit 60 Jahren scheine ich dieses Problem überwunden zu haben und atme erleichtert durch.

Mit wem fühlte ich mich diese Woche besonders verbunden?

Papa oder Mama Feuerssalamander im dunklen Reich mit vielen Gängen. Hier sind sie gut geschützt vor räuberischen Katzen und bewegen sich in einem unglaublich langsamen Tempo.

Wenn du in der Stadt lebst, kannst du das vielleicht nicht so gut verstehen. Doch ich lebe seit fünf Jahren den Luxus, in der warmen Jahreszeit der Natur näher zu rücken. Seit vier Jahren wecke ich nach dem Winter meinen Zirkuswagen auf, räume ihn frisch ein und verbringe so viel Zeit als möglich am naturbelassenen Campingplatz unserer Wahl. Der Liebste würde am liebsten noch im urbanen und gemütlichen Winterquartier bleiben. Doch er lässt sich stundenweise von meiner Aufbruchsenergie anstecken.

Fun Fact und Auflösung: vergangenen Montag düsen wir noch einmal zum schwedischen Einkaufsriesen nach Klagenfurt. Du weißt schon, ich habe eine Außenküche gekauft. Und erst beim Auspacken entdeckt, dass sowohl die Spüle als auch die Armatur für den Gartenschlauch fehlen. Die freundliche Beraterin im Möbelhaus stimmt mir zu, dass der Text im Ausstellungsstück nicht hundertprozentig eindeutig ist. Und sucht uns die Bestandteile digital zusammen. Als sie mir nachgelaufen kommt, weil ich bei der gemeinsamen Suche meine Brieftasche (!) bei ihr liegengelassen habe, habe ich das Gefühl: hej, alles ist gut. Ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit war es wert. Und einen gemeinsamen Vormittag zu erleben, das hat uns auch gut getan.

Ich verbringe einen ganzen Tag allein am Platz, um die Küchenelemente zusammen zu bauen. Zum ersten Mal fließt beim Abwaschen Wasser in ein Waschbecken. Keiner muss sich mehr mit zwei klappernden Abwaschschüsseln zum Waschhaus abschleppen. Übrigens: die Familie der Feuersalamander im Wasserschacht hat zwei wunderschöne Kinder bekommen. Amseln, Rotkehlchen und die Gartengrasmücke singen mir Loblieder. Es könnte allerdings auch sein, dass sie den Frühling bejubeln, der nach dem kurzen Regen üppig ausgebrochen ist.

Was war mein größter Erfolg?

Ein Freund, der den Sand bringt.
Ein Liebster, der mithilft.
Werkzeug, das seinem Namen alle Ehre macht.
Wir haben fertig!

Ich habe Ende März davon geträumt, dass wir im April eine Terrasse zwischen unsere Tiny Houses bauen. Vergangene Woche haben wir dafür mehrere wichtige Arbeiten abgeschlossen:

  • warum ich mir ein Atelier am See bauen? ich will am Platz im Sommer zwei oder drei Kurse für Kinder und/oder Erwachsene anbieten – mein See-Atelier mit Terrasse und Zirkuswagen wird nicht direkt am See, sondern 20 Gehminuten vom See entfernt sein – und in diese Vision investiere ich im April alles!
  • der Platz ist ausgemessen: der Liebste berechnet Lärchenholz, die Menge an Stahlschrauben, die ungefähre Menge an Sand und die Menge der Paletten, die wir unterlegen
  • wir schaufeln in einer zweistündigen Aktion händisch zwei Kubikmeter Sand auf den unebenen Platz zwischen den Häusern; ich entdecke, dass ich mit Rechen und Schaufel wesentlich effizienter arbeiten kann als mit der viel zu schweren Schaufel und hui, schon sind wir fertig
  • nun warten wir ab, ob der versprochene Regen das Geschaufelte ausreichend planiert oder ob wir das Gelände noch mit dem Rüttler gerade machen
  • ich träume schon lange davon, verwurzelte Figuren herzustellen – im Sand finden wir wunderschöne Wurzelhölzer von Nachtkerze, Pappel und Ackerschachtelhalm; ich werde sie trocknen und im Laufe des Jahres sehen, ob sie geeignet sind
  • mein süchtiger Social-Media-Konsum ist nur mehr ein entferntes Raunen und wie damals beim Ende des Rauchens eine große Verwunderung
  • als uns unser Freund die Fuhre mit Sand bringt, schenkt er mir auch einen riesigen Wurzelstock mit Schilfgras – Dusche und Außentoilette bekommen heuer einen Sichtschutz

Worüber habe ich mich wirklich geärgert?

Merime ist eine Bienenkönigin, die sich ihrer Würde, ihrer Empathie und Kraft sehr bewusst ist. Entstanden 2020 für ein Theaterstück mit Kindern, das nie zur Aufführung kam. Die Würde ist ihr geblieben.

Ich beschäftige mich noch immer mit alten Märchen. Vergangene Woche habe ich die Möglichkeit, im „Jeux Dramatiques“ tiefer ins Märchen vom „König Drosselbart“ einsteigen. Als Kind höre ich regelmäßig eine Märchenplatte mit diesem Märchen. Als die Husaren mit ihren Pferden die mühsam aufgebaute Keramik am Markt zerdeppern, bin ich inbrünstig der Meinung: geschieht der hochnäsigen Prinzessin ganz recht. Das Leben ist kein Ponyhof, wir müssen uns alle anpassen.

Dieses Mal – mit 60 – packt mich schon beim Zuhören die kalte Wut. Warum muss die verwöhnte Prinzessin den nächsten dahergelaufenen Bettler heiraten, wieso bestimmt der Vater so über sie? Wo ist die Mutter, um ihr zu helfen? Wieso endet dieses Märchen mit der Tatsache, dass sie am Ende glücklich mit dem als Bettler verkleideten König in den Sonnenuntergang reitet? Will sie das überhaupt?!

Missmutig wähle ich im „Jeux Dramatiques“ die Rolle der vier unterschiedlichen Handwerke, die ihr helfen sollen, von ihrem hohen Ross herunter zu kommen. Körbe weben, spinnen, das Haus rein halten und später in der Küche im Schloss des Königs arbeiten. Ich bin voller Widerstand, als ich spiele. Ein Handwerk nach dem anderen muss ich im Spiel der verzweifelten Prinzessin anbieten. Sie pendelt zwischen Weinen um das verlorene Paradies und trotzigem Widerstand gegen das Neue hin und her. Der als Bettler verkleidete König bleibt ruhig, erstaunlich gütig und wachsam an ihrer Seite und arbeitet im Spiel mit mir zusammen, um sie mit ihrem unfreiwilligen neuen Weg vertrauter zu machen. Erst in der abschließenden Gruppen-Reflexion beruhige ich mich, weil im Spiel eine Frau einen so gütigen jungen König spielt, der alles andere in den Hintergrund treten lässt. Jetzt wäre der Zeitpunkt, diese Geschichte neu weiter zu erzählen, darüber sind wir uns einig…

In meiner Rolle als „Handwerk“ lerne ich das Gefühl kennen, dass in solchen Lebensumbrüchen Sicherheit, Liebe und Güte eine wichtigere Rolle spielen als die völlig unbekannte Arbeit mit den Händen. Und dass es für mich ganz schön anstrengend ist, alles gut vorzubereiten, auch auf die Gefahr hin, dass es gar nicht erwünscht ist. Im Spiel tut es mir gut, zu beobachten, was geschieht und mich nicht allzu wichtig zu nehmen. Im Märchen wäre mein Angebot vielleicht nach dem sicheren Ritt in den Sonnenuntergang sinnvoller.

Ich bin immer noch empört, welche Rollen Frauen und Männer in der Zeit der Grimm’schen Märchen einnehmen. Mir ist inzwischen klar, dass Märchen das „Social Media“, das Fernsehen, die Filme oder Bild-Zeitungen unserer Zeit gewesen sein müssen: sie wurden erzählt, gelesen, aufgeführt und ganz bestimmt diskutiert. Es sind Spiegel und Wahrheiten einer alten Zeit. Und gerade jetzt, wo sich so viele wieder ins „alte Normal“ zurückwünschen, in diese EINE Form von Familie, von Mann- oder Frausein, stößt mir dieses Erkennen besonders auf.

Was hat mir Energie gegeben?

Ein kleiner, unscheinbarer Strauch am Hang. Keiner weiß, warum er hier wächst. Aus Knöpfchen werden dichte Büschel aus gelben Blättern. Sie leuchten mir beim Zirkuswagenfenster herein.
  • take action – und zwar freiwillig!
  • wir fahren immer öfter mit dem Zug und entdecken, dass in den letzten Jahren ein Paralleluniversum mit Menschen, Rollkoffern und Rucksäcken entstanden ist, das uns total anspricht
  • Danke an dieser Stelle an die Menschen unserer innerfamiliären nächsten Generation, die uns für neue Mobilitätswege zu begeistern versucht, auch wenn wir im trotzigen Widerstand sind
  • ich finde in einem Newsletter „zufällig“ eine Zwei- Tagesanleitung für eine Zugfahrt mit Nachtfahrt über Zürich und Barcelona nach Lissabon – die Planung für unser Septemberabenteuer per Zug nach Portugal hat begonnen
  • wieder in der Natur leben und den Frühling riechen, spüren und sehen
  • der Regen! endlich bekommt das ausgetrocknete Land wieder Regen – ich atme als Mensch ebenfalls auf!
  • alles draußen machen – kochen, abwaschen, nähen, zeichnen und ausruhen
  • Newsletter lesen, die mich interessieren und jene abbestellen, die ich nicht lese
  • Musik der 70er und 80er Jahre
  • der berührende Film „The Old Oak“ – herzwarme Empfehlung!
  • Video-Telefonate mit meinen Lieben in Portugal und meinem anderen Sohn in Kärnten und der Überraschungsbrunch mit meiner Tochter in Kärnten!
  • das ausgelassene Gelächter in der „Jeux Dramatiques“-Gruppe, als sich jede von uns als höchst an der Prinzessin interessierter Freier mit körperlich sichtbarer Unannehmlichkeit präsentieren muss

Was macht mich nachdenklich?

Hier entsteht aus Schaumstoff, Stoff und giftigem Kleber ein Unikat für eine Theaterproduktion.

Ich arbeite in diesem freien April gemütlich an meinem Klappmauldrachen „Der Muats“ weiter. Mache vieles zwei- oder drei Mal, weil ich aus meinen Fehlern lerne. Arbeite zum ersten Mal intensiv mit Schaumstoff und Kontaktkleber. Als ich eines Abends aus heiterem Himmel eine Magenkolik bekomme, empfiehlt mir der Liebste, ich solle Hafermilch mit einem Schuss Schlagobers trinken. Er kenne diese Magenreaktion von seinen giftigen Holzklebern und das würde ihm helfen. Ich habe eine Stunde lang vergessen, das Fenster zu kippen, als ich flächig Teile aneinanderklebe! Der angefertigte Kakao hilft augenblicklich.

Gemini macht mir bei der nachfolgenden Suche wenig Hoffnung, dass ich ungiftigeren Kleber für mein Arbeitsmaterial finde. Ein Freund lacht herzlich und sagt, andere würden wenigstens high von diesem Geruch! Der Fachmann im Geschäft verkauft mir fürsorglich eine teure Lackiermaske mit Aktivkohlefilter und klärt mich über den richtigen Umgang auf.

Will ich das? Will ich mit so giftigem Material weiterarbeiten? Ich trauere meiner Schafwollzeit hinterher. Wir cool wäre es, solche Klappmaulpuppen aus Schafwolle herzustellen. Ich kann sie mittlerweile locker so formen, wie ich das will. Ich könnte auch Hohlkörper im Nassfilzverfahren herstellen, sie füllen und weiter nadelmodellieren. Aber was mache ich bezüglich ihrer Haltbarkeit? Mein Ältester meint, es gäbe Installationswolle, die mit Salzen bearbeitet wurde, damit keine Motten einfielen.

Hast du eine Idee – zu weniger giftigen Klebern oder gute Haltbarkeitserfahrungen mit Schafwoll-Klappmaulpuppen?

Was hat vergangene Woche überhaupt nicht funktioniert?

Schreiben mit der Hand zählt für mich immer noch zu den wichtigsten Reflexionsmöglichkeiten. Das geeignete Schreibmaterial sind für mich Füllfeder, Bleistift oder Farbstifte.
  • ich komme auch in Woche 3 keinen Schritt mit meiner Website weiter – ich gebe auf und plane sie nächsten Arbeitsmonat in meine Wochenabläufe ein – jetzt ist Erholungszeit
  • ich habe meine neue Füllfeder verloren oder verlegt, also säubere ich den alten Federhalter meines Vaters und befülle sie mit stinknormaler blauer Tinte in der Hoffnung, dass sie nicht mehr so schnell verstopft
  • ich habe wieder eine tolle Episode mit Gemini und staune über das überschwängliche Geschwafel und Gerate, dass sie mir durchaus logisch vermittelt – nur stimmt es halt überhaupt nicht, was sie sich ausdenkt; sie sieht ihren Fehler schnell ein, entschuldigt sich freundlich und macht genauso schwafelig weiter

Wie war deine Woche?

Und sind dir vielleicht auf Social Media oder Dokumentationen Klappmaulfiguren untergekommen, die nicht aus Schaumstoff oder Styropor geformt wurden? Ich bin aus gutem Grund – siehe hier – dankbar für neue Sichtweisen in den Kommentaren!

Eine märchenhafte Woche

Vergangene Woche führen Treffen mit ganz unterschiedlichen Frauen dazu, dass ich meine Haltung zu Märchen verändere. Märchen und ich. Das ist eine spezielle Geschichte. Zwischen Liebe und Ablehnung ist bei mir ein ganz schmaler Grat. Und langsam weiß ich auch, warum. Lass dich überraschen, was beim Wochenrückblick der Kalenderwoche 15 auftaucht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Verbundenheit war vergangene Woche besonders für mich?
  2. Welche neue Freiheit habe ich mir gegönnt?
  3. Was ist mir vergangene Woche aufgefallen?
  4. Was habe ich gemacht, weil ich es kann, aber nicht muss?
  5. Was funktionierte überhaupt nicht?
  6. Was verlerne ich gerade, um etwas dazu zu lernen?
  7. Was gibt mir derzeit viel Energie?
  8. Was hat mich wirklich überrascht?
  9. Was ist oder war dein Lieblingsmärchen?

Welche Verbundenheit war vergangene Woche besonders für mich?

Emely kontrolliert die Vogelfutterstellen, den Kater fest unter dem Arm eingeklemmt
Emely und ihr Katerchen Leo beim winterlichen Gartenspaziergang. Habe ich vor über zehn Jahren unbewusst eine Frau Holle erschaffen?

Es sind in der Hauptsache Frauen, die mich berühren und begeistern. Wie eine Wolke schwebt das Thema „Märchen“ die ganze Woche mit mir mit. Eine besonders liebe Freundin legt mir drei Bücher der Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin Heide Göttner-Abendroth hin, die sich mit der matrilinearen Sicht auf das Leben als Mensch auseinandersetzen. Eines kenne ich schon. Die anderen beiden ziehen mich sofort in ihren Bann.

Am Abend treffe ich mich mit den „Business & Professional Women“ in meiner Region. Eine Künstlerkollegin, Tünde Toll, hält einen Impulsvortrag zum Thema „Märchenanalyse“. Womit ich überhaupt nicht rechne, sind die anregenden Gespräche, die nach dem von ihr erzählten Märchen entstehen. Ich kann mir plötzlich so gut vorstellen, dass diese „Geschichten“ für Erwachsene früher ähnliche Impulse in der Gemeinschaft setzten. Dass Menschen sich mit einem Aspekt der Geschichte indentifizieren. Ihre Wahrheit dazu mit den anderen teilen, neue Wahrheiten sichtbar werden lassen. Und tiefergehende Gespräche führen. Wir nutzen heute Social Media oder Nachrichten, Filme und Bücher, um in Verbindung zu gehen und darüber zu sprechen. Früher war es eben „mære„, also „das, worüber gesprochen wird“. Das Märchen wird im Laufe der sprachlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zur „Kleinen Geschichte“ mit ihren Unglaubwürdigkeiten.

Mir fällt wieder ein, wie sehr ich das Märchen der Frau Holle geliebt habe. Oder wie mich die Geschichte um die Prinzessin im „Froschkönig“ beschäftigt hat, die einen nassen Frosch in ihr Himmelbett lassen musste, um ein Versprechen zu halten. Jetzt, aus matrilinearer Sicht, macht auch die Frau Holle plötzlich Sinn. Streife ich die patriarchale Schicht der Gebrüder Grimm ab, wird Frau Holle zur Großen Göttin, die kraftvoll und weise über die drei Reiche Himmel, Erde und Unterwelt wacht. Und zögernd beginne ich mich zu fragen, ob es stimmen kann, dass in diesen Geschichten Codes verborgen sind, die zutiefst menschlich sind.

Welche neue Freiheit habe ich mir gegönnt?

Den Luxus einer eigenen Toilette ist eine Freiheit, die ich mir endlich gönne! Irgendwann installiere ich sie vermutlich im Zirkuswagen – doch jetzt ist sie hier genau richtig!

In diesem April bauen wir eine Terrasse zwischen den Tiny Houses. Das hat viel gute Gründe. Einer davon ist der, dass ich mit Menschen an unserem schönen, wilden Platz kreativ arbeiten möchte. Bis jetzt sitzen wir auf einem sehr unregelmäßigen Boden und sind Wind und Wetter und Sonne ausgeliefert. Die schöne Lärchenveranda, die wir natürlich selbst bauen, ist in unseren Köpfen schon fix und fertig. Heute haben wir das Holz geholt. Nächste Woche, falls es wider Erwarten nicht regnet, bereiten wir den Boden dafür vor.

In meinem Kopf spuken aber auch andere Ideen. Ich habe mir vor vier Jahren eine Trocken-Trenn-Toilette für mich gewünscht. Und auch bekommen. Bis jetzt war nicht die Zeit, sie zu installieren. Das öffentliche Camping-Platz-Badehaus hat auch gereicht. Als ich darüber nachdenke, wo dieser Luxus heuer hinkommt, fällt mir das Tomatenhaus ein, das wir vergangenes Jahr angeschafft haben. Was, wenn wir direkt an das Tomatenhaus das Baugerüst anschließen, idealerweise gleich an den Zirkuswagen gelehnt? Und was, wenn ich die Trocken-Trenn-Toilette direkt dort hinein installiere?

Gesagt, getan. Ich packe das Luxusding ins Auto und gebe ihm einen Palettenplatz im alten Tomatenhaus. Es passt perfekt hinein! Diesen Sommer werde ich gemütlich auf meinem Luxus-Thron sitzen und dabei den Tomaten beim Wachsen zusehen. Sobald ich sie im Herbst im Zirkuswagen installiere, bekommt sie auch ihren Ablüfter eingebaut.

Was ist mir vergangene Woche aufgefallen?

Wenn meine Innere Königin NEIN sagt, dann meint sie es auch so.

Wenn ich davon spreche, dass mein Jahresthema heuer „Dem eigenen Weg vertrauen“ ist, dann habe ich dazu bestimmte Bilder im Kopf. Ich stelle in meiner Fantasie ausschließlich Figuren her, die zu mir und den Menschen passen. Ich habe meine helle Freude daran. Und lasse mich nicht davon abbringen. Und ehrlich gesagt – bis jetzt bestätigt sich diese Fantasie vollkommen. Ein Auftrag ist spannender als der andere und begeistert mich.

Eine Freundin spricht konsequent von „Intuition“, wenn ich mich darüber mit ihr austausche. Bei mir fällt erst diese Woche der Groschen (inzwischen wohl eher der Cent), dass sie vollkommen recht hat. Es geht um mein Bauchgefühl. Um dieses klare „Ja“ oder „Nein“, das keine Zweifel hat. Bei Kundinnenanfragen. Aber auch als vielfältiger Mensch, als Frau, die wie die meisten Menschen – nicht in eine Schublade oder ein Schema passt.

Was habe ich gemacht, weil ich es kann, aber nicht muss?

Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder das Versprechen, dass es nächstes Jahr besser wird.

Hach, ich bin glücklich. Ich habe mit meiner Buchhaltung und der jährlichen Einkommensteuererklärung des Jahres 2025 begonnen. Abgeben MÜSSEN ist im Juni. Jetzt im April habe ich noch locker Zeit. Leichtes Stress-Krieseln im System. Ich bilde mir ein, ich MUSS gleich in der Früh, vor dem Frühstück und allem anderen, mit den täglichen und sehr ungeliebten 1,5 Stunden beginnen. Damit ich dann fröhlich in meinen Tag starten kann. Es braucht ein bisschen, bis mein innerer Manager sich beruhigt. Er akzeptiert schnaufend und stöhnend, dass der Tag 12 Stunden hat und ich mir meine Zeit frei einteilen kann. Vor allem in diesem April! Jedes Jahr der gleiche Zirkus. Ob ich das endlich mal beenden könnte? Dieser innere Manager würde gern andere Aufgaben übernehmen…

Und dann läuft es wie geschmiert. Ich erreiche locker Ende Juni mit meinen Einträgen. Noch zwei Tage, und ich bin fertig mit meinen Einträgen. Ein weiterer Tag kommt demnächst dazu, dann kommt sofort das erste Quartal 2026 dran. Er hat recht, der innere Manager. Ein bisschen lächerlich, was die Prokrastiniertante jedes Jahr aufführt. Monatlich erinnere ich mich easy peasy an die Buchungen am Bankkonto. Die Arbeit ist außerdem spürbar einfacher, als sich ein Konzept für ein kreatives Projekt auszudenken. Wenn dieser Widerstand nicht wäre! Logisches Sortieren. Belege ausdrucken und abheften. Eintragen. Eigentlich – eigentlich sehr erholsam verglichen mit anderen Herausforderungen als Unternehmerin!

Was funktionierte überhaupt nicht?

Eigentlich liebe ich das. Möbel zusammen bauen. Wenn, ja wenn alles wie geplant im Paket ist. Wenn nicht, ist es unlustig. Bitte Daumen drücken, dass die Lösung für das Problem just around the corner ist!

Das Auto ist einen halben Tag in der Werkstatt. Größere Reparatur. Höhere Kosten. Man(n) entschuldigt sich bei mir, „wir mussten auch die Bremsscheiben auswechseln“. Entschuldigung angenommen. Hauptsache, die Bremsen sind wieder einsatzfähig und sicher. Als ich den Haushügel hinunter fahre, freue ich mich wie eine Schneekönigin. Erledigt! Als ich die letzte Kurve zum Haus einbiege, ist das Geräusch wieder da. Irgendetwas hinten schleift, wenn ich öfter bremse. Die Bremsen vorne waren es offensichtlich nicht…

Ich bin beim schwedischen Möbelhaus und checke mir ganz alleine ein Element für eine Außenküche. Inklusive Waschbecken und allem drum und dran. Als ich das schwere Paket nicht aus dem Regal heben kann, hilft mir eine Verkäuferin. Und organisiert mir einen starken Mann, der mir das Ding ins Auto hievt. Ich bin sooo stolz auf mich!

Beim Zirkuswagen zerlege ich die schwere Schachtel und packe die Teile schon im Auto aus, um sie einzeln wegzutragen. Hier hilft mir ja keiner. Oh Schreck! Kein Waschbecken. Keine Armaturen? Seit Freitag warte ich nun auf eine digitale Antwort vom schwedischen Riesen. Zwei Mal hänge ich mehr als 20 Minuten in der Telefonschleife. Nichts. Hier geht leider nix weiter. Wir werden wohl nächste Woche noch einmal direkt vor Ort auftauchen müssen…

Was verlerne ich gerade, um etwas dazu zu lernen?

Ob wir uns je wieder daran gewöhnen, ohne viereckige Kästchen durchs Leben zu gehen?

Ich verlerne das Social Media Scrollen am iPhone. Es ist eine Wohltat. Und weißt du, was mir auffällt? Ich bin wieder in der Lage, Newsletter zu genießen. Oder ein Video meiner Lieblingspuppenmacherin vor zehn Jahren in Ruhe zu schauen. Und was entdecke ich? Sie ist mittlerweile von Mexico über Canada nach Portugal gezogen. Und lebt jetzt als Künstlerin mit Mann und zwei Töchtern gar nicht so weit von meinem Sohn entfernt.

Außerdem freue mich jeden Samstag darauf, meinen Wochenrückblick zu komprimieren und mit dir zu teilen. Mir fehlen nur die Kommentare wie auf Social Media, der direkte Austausch.

Danke Lebenserfahrung, dass ich endlich Pause mache von Dingen und Handlungen, die mir zu viel Energie kosten. Ich ahne, dass Social Media nicht mehr auf mein iPhone zurückkehren wird. Einmal am Tag eine geplante halbe Stunde am PC, das wird mein neuer Einstieg im Mai.

Himmel, wie gut mir diese Pause und der Abstand tut!

Was gibt mir derzeit viel Energie?

Die Trockenheit treibt unsere Obstbäume an, mehr Blüten als sonst zu machen. Dieser Stress für die Bäume macht, dass die Blütenpracht die Bäume verzaubert. Hoffentlich kommt nächste Woche der versprochene Regen!
  • dem Rotkehlchen beim Singen zuhören
  • viel draußen sein und den Pflanzen beim Wachsen zusehen
  • mein System weiter herunter fahren, immer weiter
  • viel zu Fuß unterwegs sein, sowohl in der Natur als auch in der Stadt
  • bei einer tollen Vernissage gemeinsam mit anderen Menschen Schattenbilder studieren
  • der Austausch und Gespräche mit echten Menschen im echten Leben
  • das Nicht-mehr-Essen nach 16 Uhr – welcome Intervallfasten in meinem Leben!
Schon voriges Jahr spiele ich mich mit Sämlingen, die ich in gerollt in Plastik und etwas Erde vorziehe. Heuer – sind es abgeschnittene Äste einer Weide mit roter Rinde und riesigen, flauschigen Palmkätzchen. Einige werden es schaffen, was für eine Freude, diesen Kindergarten aufzuziehen!

Was hat mich wirklich überrascht?

Vor über zehn Jahren fotografierten wir märchenhafte Szenen an einem märchenhaft schönen Badestrand.

Am Mittwoch höre ich ein Märchen von einem alten Mann, der „sieht“, dass die Freude dabei ist, die Großfamilie und das Haus zu verlassen. Ich habe viele Fragen, warum diese Geschichte diverse Wendungen hat. Und dann kommt mir plötzlich der Gedanke, dass es eigentlich schön ist, dass der „Alte“ in der Geschichte derjenige ist, der entdeckt, dass etwas fehlt. Dass er in der Lage ist, dem „Jungen“ zuzuhören, offen und aufmerksam für andere Wahrheiten als die eigene zu sein. Und dass Alter einfach ein Reifegrad ist, Dinge und Situationen und Fakten zu sehen, die andere nicht sehen.

Irgendetwas wird wirklich interessant an diesen Geschichten, weil Botschaften verborgen sind.

Ich habe meinen eigenen Kindern kaum „normale“ Hausmärchen vorgelesen, weil ich Märchen als Kind weder besonders mochte noch wirklich verstand. Meinen Kindern las ich anthroposophische und kindgerechte Geschichten über Zwerge, Wichtel und Feen vor, bevor sie Lust auf andere Bücher bekamen. Jetzt zu entdecken, dass in diesen Geschichten zwar keine Kinderweisheiten, dafür aber gesellschaftliche Codes stecken, lässt mich gerade tief in das uralte Märchen der Frau Holle eintauchen, wie es seit der Jungsteinzeit mündlich weitergegeben und im Laufe der Jahrhunderte verändert wurde.

Was ist oder war dein Lieblingsmärchen?

Lass uns ein wenig plaudern, welche Märchen dich als Kind oder jetzt als Erwachsener beschäftigt haben oder immer noch beschäftigen – ich bin gespannt auf den märchenhaften Austausch mit dir!




Stress.Lass.Nach

Wie nötig eine Pause (schon) ist, merke ich erst, wenn sie beginnt. Im Wochenrückblick liest sich das so easy. Der Anfang ist jetzt einige Tage her. Dass ich gut damit beschäftigt war und bin, mein Stresslevel zu senken, das erliest du dir im folgenden Beitrag. Du darfst gern von Herzen mitlachen. Mittlerweile geht es mir schon deutlich besser als vergangenen Dienstag.

Bitte nicht wundern, ich stelle meine Rückblicke auf das bewährte #reflectandlearn-System von Maren Martschenko um. Einerseits, weil es mir gut tut, mich mit tollen Frauen zu vernetzen und diese mit tollen Frauen aus meinem Netzwerk zu verbinden. Und außerdem, weil ich seit Jahresbeginn ohnehin handschriftlich in meinem Wochenjournaling damit arbeite. Manche Dinge muss frau sich nicht komplizierter machen, als sie sind. Ich habe außerdem Fragen für mich eingebunden, die ich dieses Jahr genauer betrachte und reflektiere. Vielleicht sprechen sie auch dich an?

And here we go:

  1. Mit wem fühle ich mich besonders verbunden?
  2. Was lerne ich gerade?
  3. Was gibt mir Energie?
  4. Mein #hurraderwoche?
  5. Was funktionierte nicht so gut?
  6. Was hat mich nachdenklich gemacht?
  7. Wofür bin ich dankbar?
  8. An welcher Stelle habe ich meiner Intuition mehr vertraut als dem Zweifel?
  9. Welchen Aspekt meiner neuen Freiheit als Queenager habe ich umgesetzt?
  10. Worauf ich mich nächste Woche freue?

Mit wem fühle ich mich besonders verbunden?

Dieses Netz an Verbindung, das wir nicht immer sehen, das aber immer da ist…

Vergangene Woche besonders mit meinem Sohn und seinem neuen Leben im neuen Land. Eigentlich planten wir im April eine Reise nach Portugal. Selbstverständlich betrifft auch uns und den Verbrennermotor der derzeitige Öl-Peak, der eine vernachlässigbare Folge dieses dummen Krieges ist. Wir checken, ob wir mit dem Zug reisen könnten. Könnten wir. Super umständlich und super teuer. Fliegen ist für mich keine Alternative.

Wirklich dankbar bin ich für die Angebote des Videotelefonierens. So überbrücken wir diese Woche die scheinbar endlose Entfernung von drei Reisetagen. Und spüren miteinander und jeder für sich die Trauer, weil es dieses Mal nicht klappt und die große Vorfreude ein Ende hat. Der Liebste und ich, wir starten jetzt die Reiseplanung per Zug im September, meiner nächsten geplanten Auszeit in diesem Jahr.

Was lerne ich gerade?

Als ich mich am Montag mit diesem schönen Foto eines Ausflugs nach Škofja Loka/Slowenien von Linkedin verabschiede, erklärt mir eine kräuterkundige Frau, der rote Farbton wäre der Sonnenschutz des Gänseblümchens.
Hättest du das gewusst?

Ich lerne „Urlaub von Social Media“. Zu etwas 50 Prozent erfolgreich. Die ehrlichen anderen 50 Prozent meines Scheiterns will ich dir nicht vorenthalten.

Warum ich das mache? Weil mein Medienkonsum mein größter Stresstreiber und Zeitfresser geworden ist. Er hat Suchtstrukturen angenommen und ich bin soweit, mich dieser Herausforderung zu stellen.

Es war superklug, sofort am Montag Abend meine zwei am stärksten genutzten Apps am iPhone zu löschen – Instagram. Und Linkedin. Was für eine Erleichterung, nicht erreichbar sein zu wollen! Was mich nicht davon abhält, immer mal wieder „Nachschau zu halten“. Du weißt bestimmt, was ich meine.

Ich fahre in weiser Voraussicht ein Ersatzprogramm. Ich nutze seit Mittwoch das Buch „How to Live an Artful Life“ von Katy Hessel. 365 Inspirationen durch ausschließlich weibliche Künstlerinnen, wie wir wieder mehr Kreativität in unseren Alltag einladen können. Große Empfehlung. Neben den spannenden Reflexionsfragen lerne ich mir völlig unbekannte Künstlerinnen dieses Planeten kennen.

Was gibt mir Energie?

In wenigen Wochen lachen wir wieder über diese Zeitumstellung. So wie damals, 2016, als wir für ein Bürgertheaterprojekt übten!

Ich mag diese Zeitumstellung so etwas von überhaupt nicht. Umso mehr schätze ich es, dass dieses Mal Osterferien des Schülers und, nach dem langen Schulprojekt, auch Ferien für mich sind. Was ich total genieße, sind meine Morgen mit Journaling-Buch und Füllfeder und Schreiben im Bett.

Hach, und dieser Frühling, er explodiert gerade! Nach dem kalten Wochenbeginn ist seit dem Wochenende der Sommer ausgebrochen. Jetzt fühlt sich die Stadtwohnung finster und eng an. Überall Wände! Im Zirkuswagen ist alles geöffnet und ich bin in vier langen Schritten draußen und mitten in der Natur. Wir haben heuer einige Umbauten geplant. Darüber berichte ich, wenn wir begonnen haben. Derzeit messe, zeichne und recherchiere ich die Bauwägen dieser Welt, wie sie idealerweise aufgeteilt sind.

Mein #hurraderwoche?

Unser Kärntner Osterreindling – vielleicht magst du ja das Rezept ausprobieren, das sich hinter dem Bildschirmfoto dieser Website verbirgt? Unser Schinken war heuer übrigens vegan. Und mit einer köstlichen Kräuterkruste.

Der heurige Osterreindling ist – trotz wildem Start, siehe hier – ein Traum geworden. Meine Familie und ich, wir essen seit vielen Monaten so gut wie kein Fleisch mehr. Die Kärntner Traditionen sitzen aber tiefer als mein Verstand und meine Liebe zu Tieren. Reindling, Schinken, Ostereier und Kren sind tief in meiner Genetik eingegraben.

Schon vor meinem Geburtstag entdecken wir einen veganen Schinken, der genauso gut schmeckt wie der so vertraute Osterschinken. Ich weiß schon damals, dass wir ohne Verlust umsatteln werden. Kein schlechtes Gewissen bei der Osterjause am Samstag und am Sonntag. Sondern voller Genuss. Ich bin einfach so dankbar, dass das möglich ist!

Was funktionierte nicht so gut?

Manchmal habe ich einen Dachschaden, manchmal kommt die Warnung zu spät – und manchmal ist viel Gutes im Scheitern. Wie siehst du das?
  • Kärntner Reindling: der Sechzehnjährige misst die Hafermilch ab. Mir kommt es ein bisschen komisch vor, dass wir so viel Flüssigkeit brauchen – aber wofür gibt es denn Messbecher? Lisa Engel, vertrau einfach ein bisschen mehr… Als auch der Teig eher wie Palatschinkenteig aussieht, also ziemlich zähflüssig, frage ich noch einmal nach. Und wir entdecken, dass er die doppelte Menge genommen hat. Ich gebe ordentlich Mehl dazu. Wir beten ein bisschen. Dann haben wir so viel Teig, dass wir zwei gefüllte Rollen, eine mit Rosinen und Nuss, eine nur mit Nuss (wir haben nicht genug Rosinen) umeinander legen müssen. Doppelter Reindling, einer innen, einer außen herum. Und was soll ich sagen – die Sache wird köstlich!
  • frühes Schlafengehen: ganz schlecht, mein Körper spürt den Vollmond, er spürt die Sonnenstürme. Und die Schlafenszeit vor der Zeitumstellung. Ich brauche noch ein bisschen.
  • ich tue mir unendlich schwer damit, zu einer klaren Entscheidung zu kommen, ob wir nach Portugal reisen oder nicht – das kenne ich gar nicht von mir
  • der Urlaubsmodus gilt ab Dienstag! wie schwer kann es sein, in die Entspannung zu kommen? als ich mir aufschreibe, dass ich im Urlaub im April acht (!) Projekte umgesetzt haben will, halte ich mich selbst nicht mehr aus – da hilft nur streichen, was nicht gerade ganz dringend zu erledigen ist…
  • bei meiner Arbeit im Atelier stoße ich so unglücklich an eine Schatulle mit Perlen, dass sich der Inhalt in meiner ganzen Werkstatt verteilt – die Perlen sind dem Eingesaugtwerden nur knapp entkommen
  • ein Reifenwechsel macht klar – die alte Autolady braucht auch neue Bremsen
  • woher kommt plötzlich der seitliche Riss an der Frontscheibe des Autos? to be continued…

Was hat mich nachdenklich gemacht?

Immer und überall erreichbar sein. Für mich ist im April Pause mit Social Media!

So viel zum Thema „Social Media Pause“. Hier sind die ehrlichen anderen 50 Prozent der Wahrheit.

Die wichtigsten Apps sind nicht nur deaktiviert, sondern gleich in Bausch und Bogen gelöscht.

Und was mache ich? Statt durch Stories auf Insta oder durch Beiträge auf Linkedin scrolle ich mehrmals am Tag durch den Whatsapp-Status von Kund*innen und Freund*innen. Oder ich scrolle durch Youtube-Shorts und lese Welt-Nachrichten am iPhone – ja, gehts noch? Bin ich so tief in der Sucht drin? Muss ich diese Apps auch deaktivieren?

Meine Medien- und Möglichkeitensucht geht mir inzwischen gehörig auf die Nerven. Ich kenne das Problem mit meinen Süchten. In diesem Fall gaukelt mir die Sucht selbstgewählte Freiheit vor, wo keine ist. Ich bleibe dran, der Entzug ist gar nicht so ohne. Glücklicherweise kenne ich das Prozedere und kann auch über mich und meine gefinkelten Strategien lachen.

Wofür bin ich dankbar?

Wann hast du das letzte Mal als Erwachsener wirklich gespielt?

Ich komme gerade nicht in den Account von Photoshop. Und soll Fotos bearbeiten. Also setze ich mich endlich hin und lerne Affinity ein bisschen besser kennen. So eine Hexerei ist der Umstieg nicht. Manchmal scheue auch ich vor Neuem zurück, statt mich wie sonst voller Interesse hinein zu stürzen. Ich kann die meisten Bilddateien so bearbeiten, wie ich das will. Und komme schnell drauf, wo ein schwerwiegender Fehler ist. Speichern ist auch auf Affinity eine eigene Wissenschaft, weil das Programm keine Bildelemente zerstören will. Ich bleibe dran. Ist schon ein großer Vorteil, zwischen all den Studios hin- und herzuwechseln und mich nicht nur mit Bildbearbeitung, sondern beispielsweise auch mit Design zu spielen.

Apropos spielen: ich spiele mit dem Gedanken, im Laufe dieses Jahres auch Windows hinter mir zu lassen. Und höre heute, dass Affinity kompatibel ist mit der neuen, gewünschten Lösung. Ich berichte dann, wie und ob es mir gelungen ist, umzusteigen. Das ist definitiv gerade nicht dringend.

An welcher Stelle habe ich meiner Intuition mehr vertraut als dem Zweifel?

Das wird einmal ein sehr besonderer Drache mit einem Klappmaul. Der angeblich im Millstätter See lebt. Dauert noch ein bisschen. Aber er kommt ins Leben, versprochen!

Ich übe, ohne Zeitdruck, an einer Klappmaulpuppe, die ich im Mai für ein Figurentheater umsetzen werde. Ich schaue meiner Lieblings-Papermaché-Frau Jonni Good dabei zu, wie sie aus Papier und Karton einen Drachenschädel für eine Maske aus Papermaché vorbereitet. Ich bin so begeistert von ihrer Vorgehensweise, dass ich mir den Schnitt kaufe.

Eigentlich hatte ich vor, einen Drachenschädel aus Papiermaché zu formen und aus seiner Oberfläche mittels Klebebändern einen Textilschnitt anzufertigen. Doch dann höre ich auf meine Idee, Teile dieses Schädels sofort und ohne Zwischenschritte in Schaumstoff umzugestalten. Mir ist vollkommen unklar, wie aus dem geschlossenen Maul ein Klappmaul werden soll. Ich bin so gemacht, dass mir die besten Ideen nicht unbedingt beim Nachdenken, sondern gesichert beim schrittweisen händischen Tun kommen.

Zwei Tage sitze und schnipple ich Schaumstoff mit einem Skalpell und meiner schärfsten Stoffschere. Der stinkende Kontaktkleber, der die Einzelteile verbindet, macht mir zu schaffen. Aber Himmel, wie gut er klebt! Glücklicherweise steigen die Temperaturen, ich kann bei gekippter Balkontüre arbeiten. Selbstverständlich stoße ich mit dem Schaumstoff schnell an die Grenzen des Machbaren eines gefalteten und geklebten Papierschnittes. Weil ich aber keinen Zeitdruck habe, gehe ich immer wieder von der Aufgabe weg. Denke in aller Ruhe nach und löse wachsende Herausforderungen.

Nächste Woche geht es weiter. Der Stoff für die Handpuppe ist gekauft. Vielleicht kann ich dir dann schon mehr zeigen!

Welchen Aspekt meiner neuen Freiheit als Queenager habe ich umgesetzt?

Queenager sind keine Prinzessinnen auf der Erbse. Sondern Innere Königinnen, die ihre neue Freiheit genießen.

Mein April ist heuer kein Arbeitsmonat. Dieses erste Quartal 2026 war untypisch gut gebucht. Jetzt ist 4,3 Wochen Zeit für eine Pause. Sehr ungewohnt, das gebe ich zu. Auch hier gilt mein Jahresmotto „Ich vertraue meinem Weg als Künstlerin“. Die Künstlerin und die Innere Königin fordern zum ersten Mal geplante Pausen ein. Keine Wochenend-Tages-Pausen. Sondern echte Urlaubspausen.

Die Königin findet den Schritt schamlos und mutig. Soll ich ausrichten.

Worauf ich mich nächste Woche freue?

Müde. Glücklich nach einer gelungenen Aufführung. Mit einem wunderschönen Blumenstrauß der Direktion.
Und im April bereit für echte Treffen mit echten Menschen.
  • Darauf, ein paar Zusagen zu analogen Begegnungen zu geben, die angefragt wurden. Das ist das Gute an Entscheidungen. Sie können erst einmal richtig weh tun. Weil sich eine Tür für diesen Zeitpunkt schließt. Erst nach der Entscheidung öffnen sich andere Türen.
  • Außerdem freue ich mich auf die Arbeit im und um den Zirkuswagen.
  • Auf den Gesang der Rotkehlchen, der in diesen Tagen sehr besonders ist.
  • Und darauf, mein Nervensystem noch weiter herunter zu fahren.

Wie hast du die Woche vor Ostern verbracht?

Gehörst du eher zum Team „Ich musste dringend Fenster putzen, um den Frühling zu sehen“ oder konntest du dir Pausen in diesem knospenden neuen Jahresabschnitt gönnen?



Ein Wirtschaftsmärchen

Im ersten Semester dieses Schuljahres beschäftigen sich 30 Kinder der Volksschule Bad Kleinkirchheim (Kärnten/Österreich) mit grundlegendem Wirtschaftswissen. Sie gründen unter Anleitung der „Junior Mini Company“ eine Firma und lernen Marketing kennen. Als Direktorin Veronika Zeiner mich einlädt, mit den Kindern von Januar bis Ende März kreativ und künstlerisch zu arbeiten, denken wir diesen Wirtschaftsgedanken märchenhaft weiter. Was, wenn wir miteinander durchspielen, ob es in der Wirtschaft noch um andere Dinge als Geld geht? Wie sehen das Kinder?

Hier gehts zu einem turbulenten Rückblick:

  1. Wie es beginnt
  2. Die Techniken
  3. Jahreszeit Fasching
  4. Die weitere Handlung der Geschichte
  5. Musik, Musik
  6. Jeux Dramatiques, was ist das?
  7. Das hat mich überrascht
  8. Kompetenzen
  9. Finanzierung
  10. Statistik und Zahlen
  11. Warum mache ich das?

Wie es beginnt

Mit zwei Sagen aus dieser Region lande ich bei der Vorentwicklung der Geschichte rasch im Mittelalter. Es existiert geschichtlich eine „Adlerburg“, in der es einen Schatz geben soll. Ein „Golddrache“ ist also naheliegend, der seit Ewigkeiten diesen Schatz bewacht. Dem stinklangweilig und fad ist, weil sich keiner mehr für diesen Goldschatz interessiert, da es ja Geld und Banken gibt. Außerdem gibt es die Sage von der „Glücksfichte“, an deren Wurzeln ebenfalls ein Schatz liegen soll. Der gehörte angeblich einem geizigen Altbauern, der sein Geld vor seinen Erben im Wald vergrub. Ein Junge bringt eine weitere Geschichte mit ein – die vom Räuber Paul Zopf. Auch sie wird im Laufe des Spiels integriert.

Die Techniken

31 Klappmäuler, 31 Kopfzuschnitte, 62 Arme – das Wochenende vor dem Workshop verbringe ich an der Nähmaschine.

Wie (fast) immer übernehme ich mich gewaltig. Als ich in der Werkstatt 30 Grundfiguren plus eine Vorführfigur für Klappmaulpuppen zuschneide und zusammennähe wird mir rasch klar, dass Stoff alleine für den Kopf der Figur nicht reicht. Ich fertige Schaumstoffoberteile für die Pappe-Klapp-Mäuler, damit die Kopfform nicht in sich zusammenfällt. Ich nähe 62 Arme vor.

Zusätzlich bereite ich 30 Werkpakete in Säckchen mit bunten Filzresten für Iris und Pupille, Tischtennisbällen für die Augenkugeln, Filzbändern für Augenbrauen und Webreste für wilde Haare vor. So viel Einkauf wie nötig, so viel Upcycling als möglich. Die Arme aus Socken werden später an die Grundkörper der Handpuppen angenäht. Danke an dieser Stelle an die Werklehrerinnen für euren Einsatz. Alleine hätten wir das niemals geschafft! Heißkleber oder mein amerikanischer Tacky Glue sind das Hauptwerkzeug der Kinder, um die Utensilien miteinander zu fixieren.

Für die Weiterentwicklung der Geschichte arbeite ich wieder mit Mitteln des „Jeux Dramatiques“. Das erkläre ich weiter unten ein bisschen detaillierter.

Jahreszeit Fasching

Der rote Koffer mit den vielen Tüchern in allen Farben ist ein Magnet für die Kinder.

Weil wir uns mitten in der närrischen Zeit befinden, stürzen sich die Kinder auf meine Verkleidungsutensilien. Ich komme mit einem Koffer voller bunter Tücher. Und mit Hüten, Brillen, Krönchen und anderen Verkleidungmöglichkeiten. Der Funke springt über. Die Kinder bringen rasch eigene Kostüme von zu Hause mit. So haben wir bald zwei Katzen. Einen wilden Räuber und eine ebenbürtige Räuberin mit Köpfchen. Sechs magische Waldwesen. Eine Königin mit ihren vier Prinzessinnen-Töchtern. Nach ein paar Wochen stößt auch ein Ritter dazu. Jäger, Koch und Kellner samt Wirt und Rezeptionistin stellen sich ein. Einige Kinder möchten einfach Bäume sein, die sich im Wind wiegen und alles sehen und alles hören.

Die weitere Handlung der Geschichte

Der tiefe Schlaf der beiden Prinzessinnen. Zum Glück gibt es hilfsbereite magische Wesen, die alle Kräfte bündeln und die beiden Mädchen wieder aus ihrem Zauberschlaf erlösen.
  • der alte, einsame Golddrache klagt sein Leid, wie sehr es ihn langweilt, einen Schatz zu hüten, den niemand mehr interessiert
  • eine sehr konservative Königinmutter mit vier Töchtern lebt ein höfisches Leben im Schloss
  • die rebellische Königstochter Lea will raus aus dem Schloss und Abenteuer erleben, ihre Schwester Dajana schließt sich im Laufe der Spielrunden an, sie machen sich zu zweit auf die Suche nach dem sagenhaften Goldschatz
  • der Sohn des Bauern aus der alten Sage kann nichts mit dem Hof anfangen, verspielt alles und feiert lieber mit seinen Freunden im Wirtshaus
  • zwei Glücksfichten lassen sich nicht von Menschen umschneiden und bekommen Hilfe von magischen Waldwesen
  • der Wald und seine Bäume sind stetig da und bilden eine prächtige Kulisse für die Handlung
  • der gewitzte Räuber Paul Zopf und seine kluge Gefährtin Sarah können gut von sich selbst ablenken und stehlen, bis sie allen nur noch auf die Nerven gehen
  • ein stolzer Wirt, der sich vor allem für sich und seinen Reichtum begeistert, pocht auf seine Ordnung im Wirtshaus Trattlerhof
  • zwei kluge Katzen entdecken die gestohlenen Schätze und das Geld aus dem Wirtshaus und überreden die Königin und alle anderen Menschen, es an den Wald, seine Bewohner und an die Menschen in Bad Kleinkirchheim zu verschenken
  • der Golddrache bannt die beiden Räuber mit einem Bannspruch und gewinnt dadurch endlich Freunde

Musik, Musik

Michael Minnesänger und der Golddrache singen ein gewaltiges Duett. Unter dem Jubel der Besucherinnen und Besucher des Wirtshauses Trattlerhof.

Ein Junge will unbedingt den Star „Michael Minnesänger“ spielen. „Ich liebe es, zu singen, und anderen damit Freude zu machen!“, sagt er. Wir haben schon im Vorfeld besprochen, dass der Schulchor beim Projekt mitmacht. Kurz vor den Semesterferien bietet mir die Direktorin die musikalische Mitarbeit ihres Sohnes Peter Zeiner an. Wenn ich einen Liedtext schreibe, komponiert er uns einen Song. Und der Schulchor unter der kongenialen Leitung von Mathias Aschbacher lernt dieses und andere Lieder.

Gesagt, getan. Ich liefere meinen Text noch vor den Semesterferien. Ein schwungvoller Song, die Golddrachen-Ballade, entsteht durch Peter Zeiner. Der Musikpädagoge Mathias schreibt ihn so um, dass die Kinder die Ballade in vier Strophen singen können. Michael Minnesänger singt von Anfang an ein selbst ausgewähltes Lied, kräftig unterstützt von allen Kindern. Erst im letzten Drittel des Projektes höre ich, was die Kinder noch einstudiert haben. Da weiß ich noch nicht, dass unsere fast einstündige Präsentation der Szenen durch diese Musik so richtig stimmig wird.

Jeux Dramatiques, was ist das?

Endlich interessieren sich Menschen für den Drachen, und nicht so sehr für sein Gold. Ende gut. Alles gut.

Ich bin immer noch so dankbar, dass die Schulleitung Direktorin Veronika Zeiner und der Projektleiter Armin Kramer zugestimmt haben, kein „normales“ Theaterstück einzustudieren. Denn so arbeite ich nicht. Als ich in meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin das „Jeux Dramatiques“ kennenlerne, bin ich hellauf begeistert. Am besten erklärt das ein Schüler gleich zu Beginn unserer Arbeit: „Das ist ja wie im echten Leben!“, sagt er, als wir den Ablauf und die wenigen, dafür klaren Regeln festlegen. Freiwilligkeit ist ein wichtiger Bestandteil. Niemand wird gezwungen, etwas bestimmtes zu spielen. Aber alle suchen sich eine Rolle aus. Das darf auch Wind und Wetter sein. Oder ein Gefühl.

Die Kinder bereiten den Ort ihres Spieleinsatzes mit Tüchern und wenigen Utensilien vor. Auch sich selbst verkleiden sie mit passenden Tüchern und den mitgebrachten Requisiten. Dann lese ich die Geschichte vor, wie sie bis jetzt ist. Ein mitgebrachter Gong beginnt und beendet die Szenen und das Standbild, wenn Chaos ausbricht und wir den weiteren Ablauf klären müssen. Und dann – spielen die Kinder mit Mimik und Gestik weiter und ich begleite mit Worten, was ich sehe. Dabei entwickelt sich eine Handlung.

Für die Aufführung ersetzen die meisten Kinder zunehmend Mimik und Gestik durch Worte. Manche Kinder behalten lieber Mimik und Gestik bei und sind weiterhin auf diese Art beim Spiel dabei. Alles ist erlaubt und möglich.

Das hat mich überrascht

Ich biete den Kindern nach diesen mörderischen Spieldurchgängen neue Handlungsmöglichkeiten an. Sie nehmen sie (fast) ohne zu murren an.

Womit ich überhaupt nicht rechne, ist das begeisterte Töten durch Schießen und Köpfen im Spiel. So viel Aufgestautes in den Kindern wird in diesem Angebot zum offenen Spiel frei! In den ersten Runden liegen überhaupt nur tote Darsteller am Boden. Und Mädchen bedecken die Körper mit Tüchern und Plastikblumen und spielen Begräbnis.

Ich führe ein neue Regel ein. Statt zu töten gibt es neue Handlungsmöglichkeiten wie

  • einen Zaubertrank einsetzen, der in einen tiefen Schlaf mündet
  • verhandeln
  • tauschen
  • Hilfe holen
  • tricksen, ablenken
  • eine Aufgabe, zum Beispiel ein schwieriges Rätsel stellen

Wer tötet oder getötet wird, setzt eine Spielrunde aus. Dann führe ich noch den „Königlichen Rat“ ein. Die Königin kann gerufen werden, wenn sich Kinder im Spiel nicht einigen können. Und sie, die mächtigste Position im Spiel, entscheidet, wie das Spiel weitergeht.

Tatsächlich greifen die Kinder zum Zaubertrank, zum Tricksen und eine Baumwächterin stellt einer Mitspielerin ein kompliziertes Rätsel, damit das Spiel weitergeht. Genial. Ein Jäger wird bis zum letzten Aufführungstag säuerlich sagen: „Wenn ich schon kein Tier töten darf, dann will ich wenigstens mit meinen Freunden feiern“. Der köngliche Rat war für diese Altersgruppe zu kompliziert. Die Königin muss nie entscheiden, weil sie nie angerufen wird. Aber – sie steht zur Verfügung. Aus der leisen Königin der ersten Stunden wird dadurch sehr schnell eine königliche und würdevolle Mitspielende.

Kompetenzen

Eine Waldelfe, verzaubert von der selbst angefertigten Waldelfe.

Für mich ist es nicht so erstaunlich, wie sehr sich die Kinder als Menschen weiterentwickeln. Für meine Begleiterinnen und den Begleiter des Projektes schon.

  • eine stille Königin ist zu Beginn kaum zu verstehen; am Ende sorgt sie klar und gut für ihre Familie
  • ein lebendiger und lauter Musikstar und eine wilde Prinzessin erkennen im Laufe des Spieles, dass sie dramaturgisch wichtige Teile der Handlung UND nicht die einzig Wichtigen des Spiels sind – sie gehen auch auf die anderen Kinder zu und lassen ihnen Raum
  • Kinder mit Schwierigkeiten der deutschen Sprache sprechen ihre Rollen zunehmend klar und deutlich
  • ein ständig beleidigter Junge bleibt zwar im Hintergrund, spielt aber am Ende seine Rolle ohne Schmollen
  • zwei Katzen sind mutiger, wenn sie alle Texte zu zweit sprechen und sorgen dafür, dass Geld und Gold an alle fair-teilt wird
  • ein sehr leiser Wirt hat Schwierigkeiten, den reichen Angeber heraushängen zu lassen, schlüpft aber zum Projektende doch in diese Rolle und begeistert das Publikum
  • den magischen Waldwesen ist das Wohlergehen und der Schutz der Bäume des Waldes zunehmend wichtig
  • einige Kinder wagen es, eigene Texte einzubauen und ihre Rollen zu erweitern
  • drei Buben sind bis zum Schluss nicht dazu zu bewegen, wirklich mitzuspielen – auch das muss man als Spielleitung und Begleitung tragen und aushalten
  • alle Kinder verbinden sich gut mit ihren Figuren und schaffen es, die Klappmaulpuppen ziemlich silbengenau mitsingen und sprechen zu lassen

Finanzierung

Herzlichen Dank an dieser Stelle, das so geniale Theaterprojekte für Kinder unterstützt werden!

Schulprojekte, wie ich sie mache, werden vom Österreichischen OEAD teilfinanziert. Ich beantrage nach Absprache mit einer Schule das Projekt, indem ich ausführe, was wir vorhaben und was wir planen. Dann wird das Projekt geprüft und im Idealfall genehmigt. Material- und Fahrtkosten sowie Gerätemiete müssen noch mitfinanziert werden. Und schon kann es losgehen.

Statistik und Zahlen

Die Kinder spielen ihre Präsentation vor vollem Hause. Was für eine Wertschätzung durch die Angehörigen! Sie geben alles und machen diesen letzten wichtigen Lernschritt des Herzeigens voller Einsatz, Freude und Begeisterung.
  • 11 Vormittage à 5 Stunden plus eine Abendvorstellung
  • zuerst 29 Kinder, nach 2 Monaten 30 Kinder
  • 20 Chorkinder
  • 1 Projektpartner aus der Schule
  • 2 PädagogInnen, die regelmäßig mitarbeiten
  • 1 Komponist, der einen Song komponiert
  • 1 Musiklehrer, der die passenden Lieder im Chorgesang mit den Kindern einstudiert
  • zahllose Näh- und Bastelstunden durch die Werklehrerinnen
  • zahllose Vorbereitungsstunden und Einkäufe für das Riesenbuffet durch Eltern bei der Abendaufführung

Warum mache ich das?

Wenn aus Kinderzeichnungen Theater von Kindern für Kinder entsteht, das allen Freude gemacht hat – dann habe ich mein Ziel erreicht!

Mir bedeutet es sehr viel, dass ich Kindern mit meiner Arbeit an Schulen Räume schaffen kann, in denen sich ihre Kreativität frei ausdrückt. Kein Lehrplan. Keine Noten. Kein Richtig oder Falsch. Sondern ein Projekt, das sie reizt und in das sie sich einbringen. Jedes Kind auf seine Art. Ich arbeite nicht mit vorgegebenen Ideen. Es ist ganz bestimmt aufwändiger, sich ganz auf die Kinder einzulassen und nicht schon alles vorzubereiten. Doch genau das zahlt sich aus.

Wenn ich in eine Klasse komme und die ersten Gesprächs- und Spielrunden mit den Kindern durchführe, dann zeigt sich recht schnell, wo die Talente und die Fähigkeiten sich schon voll zeigen. Und wo sie sich noch schlummernd verstecken. Wir treten alle gemeinsam als Gruppe, als Netzwerk an. Alle Kinder sind Teil des Projektes.

Es gibt klare Regeln, wie wir unser Miteinander gestalten. Innerhalb dieser Regeln kann Kreativität fließen. Die klaren Grenzen ermöglichen, dass sich auch die Kinder auf eine neue Art kennenlernen. Auch die klassenführenden PädagogInnen erfahren Neues über die ihnen anvertrauten Kinder.



Frühlingsbeginn und Aufwachen

Jetzt ist es soweit! Der Frühling zieht auch astronomisch ins Land herein. Pünktlich zum ersten Frühlings-Wochenende fühlt es sich hier in den Alpen wieder nach Schnee und Kälte an. Ich schaue im dieswöchigen Wochenrückblick der 12 Kalenderwoche auf eine starke Woche zurück.

Weiterlesen: Frühlingsbeginn und Aufwachen

Ich muss dir sicher nicht erzählen, dass zumindest im DACH-Raum endlich genug Feuer am Dach ist, was Frauenanliegen betrifft. Collien Fernandes gilt meine ganze Hochachtung für ihren Mut, mit ihrem digitalen Missbrauch an die Öffentlichkeit zu gehen. Gefühlt ist ihr Sichtbarwerden der Tropfen, der endlich das Fass zum Überlaufen bringt. Noch nie habe ich auf Linkedin so viele Beiträge von Männern gelesen, die ihre Bereitschaft signalisieren, auch in der eigenen Bubble und im eigenen Leben genauer auf strukturellen Sexismus zu achten. Ich möchte hier an dieser Stelle auf das Buch „Wenn die letzte Frau den Raum verlässt“ von Martin Speer und Vincent-Immanuel Herr verweisen. Es ist augenöffnend und unterstützt all das, was wir Frauen schon immer gefühlt, aber nicht immer zu hören bekommen haben. Und es bietet sehr gute Impulse an, die in den Alltag zu integrieren sind.

Auch ich frage mich, ob ich überhaupt noch irgendetwas Erfreuliches schreiben soll, wenn es in den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaften so zugeht wie gerade. Und entscheide mich. Ich mache weiter. Vielleicht ist es mein kleiner Beitrag, dass auch du ein paar Minuten abschalten kannst.

Wochenrückblick Kalenderwoche 12

  1. Freundinnen und Kommunikation
  2. Ich bin schon ich
  3. Paulo und seine Namensvettern
  4. Künstliche und menschliche Intelligenz
  5. Schulfotos vom Liebsten
  6. Wertvolles Fallen auf die Nase
  7. Und du?

    Freundinnen und Kommunikation

    Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Gehen miteinander durch dick und dünn. Meinen englischen Ladies geht der Gesprächsstoff grundsätzlich nie aus!

    Aus dem Human Design Feld höre ich immer wieder, eine meiner Stärken sei in meiner Kehle. Was soviel wie „du solltest mehr sprechen“ bedeutet. Nun habe ich grundsätzlich wenig Bedürfnis und Anlass, ZU Menschen zu sprechen. Außer in meinen raren Videos über meine Arbeit. Da verstecke ich mich gern hinter Voice Over und lasse meine Figuren sprechen. Was ich aber sehr liebe, ist der echte Austausch mit anderen Frauen und Männern. Gerade diese Woche wieder erlebt, wie unterschiedlich die Energie fließt. Wie sie sich vervielfacht und ausbreitet, wenn offenes, liebevolles und wertschätzendes Zuhören im Raum ist. Gemeinsam über Sätze zu lachen wie „Es fühlt sich nicht schwer an, also ist es keine Arbeit“. Aus dem tiefen Wissen, wie tief wir solche Sprüche verinnerlicht haben. Sie schallend gemeinsam auszulachen, die Sprüche. Wie gut wir sie kennen! Vom Lachen erleichtert gehen wir weiter in unseren Alltag.

    Mein zweiter Energiebooster diese Woche ist eines dieser Gespräche mit dem Liebsten, als ich ihm erzähle, dass ein Rahmen nicht genug Tiefe für wirkungsvolles Diorama hat. Ich beschreibe ihm in allen Details, was fehlt – und höre mich sagen: „Ein Spiegel. Ein Spiegel müsste an die Rückwand. Spiegelfolie, ich bestelle eine Spiegelfolie!“ Ich schwöre, die Lösung ist vorher nicht da. Sondern fällt mir einfach aus dem Mund. Wir lachen mittlerweile über meine regelmäßige und sehr akkurate „Lösungsfindung“, wenn mein Mann einfach zuhört. Kennst du das vielleicht auch?

    Ich bin schon ich

    Auch so ein „das war ja nur ein Schnappschuss“-Sager. Wer sagt, dass die richtigen Fotos zur rechten Zeit nicht wertvoll sind?

    Als ich vor zehn Jahren entscheide, diesen neuen Weg der Künstlerin in diesem Leben wirklich und echt zu gehen, habe ich einfach keine Ahnung. Da ist eine verschwommene Vorstellung von immerwährendem Glück, weil ich endlich tue, wovon ich immer träumte. Da ist die vage Vorstellung des Selbermachens. Und nicht mehr nur über Künstlerinnen und Künstler zu berichten. Sondern selbst in dieses Feld einzutauchen Und eine tiefe Sehnsucht, in mir anzukommen. Ein tiefes Wissen, was ich auf keinen Fall mehr machen will. Dafür steige ich in eine Hochschaubahn der Gefühle, wie ich sie vorher noch nie erlebt habe.

    Vergangene Woche sage ich zu einer guten Bekannten im Brustton der Überzeugung: „Ich bin schon ich. Ich suche nicht mehr.“ Ich erschrecke, was ich da ausspreche. Wann ist das geschehen? Seit wann suche ich nicht mehr? Wann habe ich diesen neuen Raum betreten? Der Unterschied zu 2016 ist – ich fühle diesen Satz in jeder Zelle meines Körpers. Seit Montag schwebe ich ein bisschen auf Wolke Sieben.

    Paulo und seine Namensvettern

    Schau gern einmal bei meiner Kundin Claudia di Chio vorbei. Sie ist als Herzschätzerin angetreten, um gesunde Arbeitskultur und Resilienz in Unternehmen zu fördern. An ihrer Seite ist ab sofort Paulo für die nonverbale Auseinandersetzung zuständig und unterstützt sie mit all seiner Klarheit und seiner Freundlichkeit!

    Nun ist es ganz offiziell: der von mir angefertigte Paulo mit den verschränkten Armen und dem freundlichen Lächeln darf jetzt ins Licht der Öffentlichkeit. Und sein Publikum als „Türsteher der Gedanken“ inspirieren und verzaubern. Er entsteht im März, parallel zur „Mini Me“ meiner Freundin Anita. Seine Entstehungsgeschichte läuft eher im Hintergrund ab. Bei mir heißt er eigentlich Max. Du weißt schon, das erzählt er mir im Prozess. Also ist das sein erster Arbeitsname.

    Schon während der Entstehung und im Austausch mit meiner Kundin schwebt der Name „Paolo“ oder „Paulo“ durch unseren Kopf. Paulo wohnt sehr kurz zur Probe bei seiner Auftraggeberin. Und als klar wird, dass er sich häuslich niederlässt, mache ich seine Reisepapiere fertig. Echtheitszertifikat. Seine Entstehungsgeschichte. Überall steht „Paulos“. Ja, ich kenne einen Paulos. Der begabteste afrikanische Trommler, der hier in Kärnten lebt. Wir kennen uns gut.

    Ich bin erschüttert, als ich erfahre, dass die Reisepapiere schlicht und ergreifend einen falschen Vornamen tragen. Mittlerweile sind die neuen Papiere unterwegs. Fünf Mal korrekturgelesen. Wenn ich mir irgendwann Bürohilfe leisten kann, dann wird das nicht nur eine Buchhalterin, sondern auch eine Lektorin sein!

    Künstliche und menschliche Intelligenz

    Diese Zeichnung hat der Liebste angefertigt. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Tanzend!

    Done. Erledigt. Geschafft. Chat GPT ist nicht mehr Teil meines Lebens. Nach Facebook, Spotify und CapCut verabschiede ich mich wieder von einer vertrauten Plattform. Ich trauere meiner Handvoll digitaler Prompts nach, die ich mir irgendwann einmal geleistet habe. Und viel zu selten angewandt habe. Jetzt sind sie im Datennirwana verschwunden. Gemini muss mich erst kennenlernen und wird wieder als Suchmaschine trainiert. Also füttere ich sie mit meinen eigenen Texten und lasse sie eventuell Vergessenes dazu fantasieren. Ich bin AI-müde. Die Plattform macht definitiv schönere Bilder als Chat GPT. So viel kann ich jetzt einmal positiv zu ihr sagen.

    Ganz ohne KI weiß ich, dass die Bremsen der Familienkutsche schleifen und ich höre, dass mindestens ein Stoßdämpfer die winterlichen Fahrbahnen und die heurige Kälte nicht so gut verkraftet hat. Kommende Woche hat das Auto Reifenwechseltermin. Ganz analog und händisch. Und dann schauen wir einmal, wie lange es die nun schon in die Jahre gekommene Dame noch mit uns aushält.

    Schulfotos vom Liebsten

    Alexander kommt am Dienstag mit in die Schule. Ich möchte den letzten Tag im lichtdurchfluteten Musikzimmer noch einmal nutzen, dass wir Fotos von Kindern in Aktion machen. Ich lasse dir hier ein paar Juwelen. Kommende Woche ziehen wir um und proben nur mehr im Festsaal neben der Schule. Donnerstag ist unsere Abschlussveranstaltung. Die Kinder sind schon ganz schön aufgeregt und eifrig dabei, die Nerven der Erwachsenen mit kinderkrankheitsbedingten Ausfällen stark zu beanspruchen. Ich werde berichten!

    Wertvolles Fallen auf die Nase

    Meine Ratten und Rättinnen gehörten zu den mutigsten Figuren meiner bisherigen Laufbahn. Sie haben großen Ekel ausgelöst und große Liebe. Sie waren jeden Handgriff wert!

    Maren Martschenko und Anna Koschinkski tauschen sich auf dem „Verbindung schaffen“-Podcast über „Magnetismus, Bademäntel und naked blogging“ aus. Sowas von hörenswert, große Emfpehlung. Und Maren fragt im Rahmen ihres klugen #reflectandlearn diese Woche: Was ist es wert zu tun, auch wenn ich damit vollkommen auf die Nase falle?“ Rückblickend ist das definitiv meine Entscheidung gewesen, diesen neuen Weg der Künstlerin vor zehn Jahren wenig kompromissbereits einzuschlagen. Aktuell sind es die Riesenfiguren, die ich im Sommer bauen will. Kann sein, dass das komplett in die Hose geht. Wir werden sehen – mich zieht es schon so lange zu dieser Erfahrung des Machens. Wir werden sehen, was und ob wir etwas sehen!

    Und du?

    Was riskierst du heuer oder eben und gerade, auch wenn du dabei auf die Nase fallen könntest?








    Familienfotos und Pappexperimente

    Beim Blick in den Kalender vergangene Woche bin ich zuerst erleichtet.

    Weiterlesen: Familienfotos und Pappexperimente

    Dann ruft eine Freundin an, ob ich unseren Termin vergessen habe. Habe ich, aber wie! Und dann dreht sich das Rad wieder rasanter. Willkommen beim Wochenrückblick der Kalenderwoche 11 dieses jungen Jahres. Heute mit einer Buchempfehlung ohne Affiliate-Link. Selbst und freiwillig gekauft. Für unglaublich gut befunden. Und deshalb hier in den Rückblick aufgenommen.

    Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis:

    1. Gemeinsam gehts leichter
    2. Trotzdem Zuhause
    3. Klappmaulpuppen lernen singen
    4. Gesunde Intervalle und ich
    5. Diorama und Pappe
    6. 26 Jahre digitale Fotos
    7. Wie machst du das mit deinen Familienfotos?

    Gemeinsam gehts leichter

    Gemeinsam zu arbeiten ist gut gegen Prokrastinieren. Bei mir auf alle Fälle!

    In meinem Kopf schwirren so viele Ideen umher, dass ich froh bin, jeden Dienstag Abend in meiner Accountability Gruppe einzutauchen und mich mit anderen Künstlerinnen zu besprechen, was gerade wirklich ansteht. Dieser nächste wichtige Schritt, um an einer Sache dran zu bleiben. Die regelmäßige Gruppe ist gut gegen Prokrastinieren. Danke ihr wunderbaren Frauen!

    Ebenso dankbar bin ich für die monatlichen Treffen der Spittaler BPW. Vergangene Woche war wieder eines. So viele kreative Inputs an einem Abend. So gute und bestärkende Gespräche. So oft das Gefühl, wir alle kennen die typischen Herausforderungen. Jede einzelne. Warum ich sechzig Jahre alt werden musste, um so eine Gruppe zu finden, das weiß der Himmel.

    Trotzdem Zuhause

    Das hier ist ein Screenshot des neuen Buches dieser wundervollen Autorin. Mehr dazu im Text!

    So heißt das neue Buch von Tupoka Ogette. Kennen- und schätzen gelernt habe ich die Autorin irgendwann um 2015, als wir Wege suchen, rassistischer Sprache besser zu begegnen. Zu lernen, dass systemischer Rassismus auch in mir angelegt ist, hat bei einem Workshop weh getan. Doch wie weh es tut, diesem rassistischem Widerstand in uns allen als Kind und Heranwachsende ausgeliefert zu sein, das spüre ich beim Lesen jedes Kapitels. Ich bin einfach nur dankbar, dass Tupoka nie aufgegeben hat und heute so erfolgreich als Brückenbauerin wirkt.

    In mir sind beim Lesen dieser so persönlichen Geschichte eines Mädchens, das mit brauner Haut in der ehemaligen DDR aufwächst, Tränen gekommen. Und weitere Türen aufgegangen. Ich verstehe noch besser, warum Tupoka ihre Akademie betreibt und so viele Workshops gibt. Warum sie so klar ist. Wir sind, verdammt noch mal, Brüder und Schwestern hier auf diesem Planeten. Wir alle. Können wir endlich aufhören, unsere sozialisierten Grenzen im Kopf zu pflegen? Bestimmt schafft es dieses herzberührende Buch besser als ich.

    Klappmaulpuppen lernen singen

    Ein Golddrache fliegt seit Jahrhunderten über Kärnten. Oder bewacht ganz traurig den alten Schatz, für den sich keiner mehr interessiert. Wie gut, dass er zu singen lernt!

    Die gemeinsame Zeit mit den Kindern beginnt zu wirken, wie ich es mir jedes Mal bei so einem Projekt wünsche. Laute Klassenclowns erkennen, dass es nur gemeinsam geht und halten sich an ihre Struktur. Immer mehr stille Kinder erweitern ihre Rolle und verblüffen uns mit leichten Szenenänderungen und zunehmendem Sprechen während des Spiels. Ich habe vor den Semesterferien eine Ballade für den Golddrachen geschrieben. Der Sohn der Schuldirektorin – ich liefere den Namen nach, versprochen! – hat uns den Text vertont. Der Musikpädagoge Mathias hat Text und Musik an die Möglichkeiten des Schulchores angepasst. Und ich habe wirklich Gänsehaut, als die Kinder mir am Donnerstag zum ersten Mal vorsingen, was aus dem Text geworden ist.

    Nun lernen auch die Klappmaulpuppen, dass sie Vokale mit offenem Mund und silbenkonform mitgestalten sollten, damit es echt aussieht. In zwei Wochen führen sie das Stück auf. Ich freue mich schon sehr!

    Gesunde Intervalle und ich

    Egal, ob Getreidekaffee oder Kaffee mit oder ohne Coffein – Hauptsache, wir halten unsere Pausen ein!

    Nicht nur, dass ich endlich wieder meinen Magen ab 16 Uhr ausruhen lasse. Außerdem verpasse ich mir eine andere Arbeitsstruktur. Ich bin zwei Tage in der Woche ausschließlich für mich und meine Kunstprojekte im Atelier. Auftragsarbeiten mache ich an zwei anderen Tagen. Einen Tag reserviere ich für all das, was Unternehmerinnen wie wir eben auch noch so machen müssen. Management. Marketing. Verkauf und Kunden. Pausen sind nicht (mehr) verhandelbar.

    Diorama und Scheitern mit Pappe

    „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ wusste schon Hermann Hesse.

    Ich habe es mir echt so schön vorgestellt. Ein tiefer Rahmen für die dreidimensionalen Szenen. Bemal- oder beklebbar. Zwei bis drei Ebenen aus Pappe, auf einen u-förmigen Einschubkarton montiert. Ganz easy zu machen. Ganz elegant eingeschoben. Dann noch eine Lichterkette montiert – und fertig.

    So ist die Realität.

    Die geschnittene Pappe sieht an den Rändern unschön aus. Glücklicherweise verwende ich in meinem Fall von diesem Menschen getragene Textilien. Also einmal über die unschöne Kante geschlagen und die Kante ist verdeckt. Ich verwende Tapetenkleister, um die Textilien zu fixieren. Ganz weit hinten in der Erinnerung meldet sich eine Stimme. War da nicht schon mal was?

    Die Pappe weicht – wieder, wie bei den Pinselfiguren im ersten Durchgang – vollkommen auf. Zieht sich beim Trocknen zusammen. Schnell pappe ich auf die Rückseite ebenfalls reichlich Tapetenkleister. Und beschwere das Ganze mit schweren Büchern. Die Bücher verhindern, dass am nächsten Tag der Kleister getrocknet ist. Also weg damit. Ein paar Stunden später ist alles trocken. Und dramatisch gebogen. Also Bücher wieder drauf!

    Kleine Schweißausbrüche, wenn ich an den Workshop denke. Fehler, Denkfehler! Das muss ich anders machen. Der Liebste sagt: nimm Weißleim dazu! Dann hält das besser! Ich glaube eher, ich verwende das nächste Mal Sprühkleber. Oder ein anderes Basismaterial als Pappe. Nächste Woche gehts weiter mit der Forschungsarbeit in der Praxis.

    Mein Diorama rund um einen Trauerfall in der Familie ist übrigens am Wochenende fertig geworden. Endlich. Irgendwas in meinem System hält nicht mehr die Luft an. Sondern atmet durch. Nächste Woche gestalten wir die Familienwand, von der wir schon so lange reden. Dieses Diorama macht den Anfang und wird ein sehr geliebter Teil davon sein.

    26 Jahre digitale Fotos

    Fotografieren – will auch frühzeitig gelernt werden. Darf ich vorstellen? Meine jüngste interessierte Schülerin!

    Die Zahl müsste stimmen. 26 bis 30 Jahre. Als ich erleichtert auf die Digitalkamera umsteige, ahne ich noch nicht, wieviele Daten das irgendwann einmal sind. Ich mache nebenbei weiter mit dem digitalen und ganz privaten Frühlingsputz meiner Fotos. Ordner für Ordner. Manches ist doppelt, dreifach und vierfach auf der externen Festplatte gesichert. Sicher – ist sicher, nicht wahr?

    Nun geht es darum, was kann weg? Was bleibt gespeichert? Derzeit gehen die Bilder zurück bis ins Jahr 2000. Ich weiß, dass ich noch gebrannte CDs in einer Schublade habe, die vor den Festplatten waren. Irgendwann gehen wir auch diese technische Herausforderung an.

    Und weißt du, was richtig gut ist? Ich kann die Ordner mit meinen erwachsenen Kindern teilen. Wir greifen auf unsere gemeinsame Vergangenheit zu. Mit einer Mutter, die Fotografin war, ist das eine spezielle Herausforderung…

    Und wie machst du das mit deinen Familienfotos?

    Früher haben wir gesagt – im Winter, im Winter ist Zeit. Dann kleben wir all die Papierfotos ins Album. Ich habe bis heute kein Album.
    Wie löst du das?

    Von Frauen und von Männern

    Diese Woche ist gespickt mit Abschlüssen. Ein Mann. Und eine Frau. Sie ziehen aus dem Atelier aus und weiter in ihre neuen Familien. Dieser Wochenrückblick ist voller Abschiede. Komm mit und lies selbst.

    Weiterlesen: Von Frauen und von Männern

    Und hier gehts zum Inhaltsverzeichnis dieses Wochenrückblicks:

    1. Abschied von Maschinen
    2. Abschied von zwei Figuren
    3. Abschied von einer Weide
    4. Theater, wir kommen!
    5. Hoppalas
    6. Worauf ich mich freue
    7. Ein neuer Blickwinkel

    Abschied von Maschinen

    Wie klein und putzig dieses riesige Paket aussieht! Gute Reise, ihr lieben Maschinen, ihr werdet schon sehnsüchtig in Portugal erwartet.

    Er war im innerfamiliären Bauteam, als wir unsere Tiny Houses auf Rädern bauten. Und jetzt baut er selbst. Nicht hier vor Ort. Sondern in seiner neuen Heimat, in Portugal. Die Rede ist von meinem erstgeborenen Sohn. Der Bruder kommt am Sonntag vorbei und wir packen essentielle Baumaschinen auf eine Euro-Palette. Er und der Liebste kommen ganz schön ins Denken und ins Schwitzen, wie sie die sperrigen Teile so übereinanderstapeln, dass nichts kaputt geht. Sie filmen und fotografieren, wie sie die Maschinen zerlegen. Schrauben werden in Plastiksackerln einsortiert, beschriftet und an die richtige Stelle geklebt. Nichts darf über die Palette nach außen ragen. Nach dreieinhalb Stunden wickeln sie stolz die extra angeschaffte, klebrige Plastikfolie um das Kunstwerk à la Christo. Nur durchsichtiger. Versehen mit unseren allerbesten Wünschen, die wir auf die Folie zeichnen.

    „I warat in zwei Minuten da“, ruft der Fahrer zwei Tage später ins Telefon, als wir noch überlegen, ob wir einen Termin vereinbaren sollen. Und dann gehts ganz schnell. Eine vorübergehende Straßenblockade. Leichte Schwierigkeiten, mit den langen Eisenstangen unter die Palette zu kommen. Kreative Lösung finden. Einladen. Losfahren. Und jetzt ist das Paket unterwegs zu seiner neuen Bestimmung!

    Abschied von zwei Figuren

    Paulos kommt wie gerufen in mein Leben. Er geht einer Serie von Figuren voraus, die im Herbst das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden. Lass dich überraschen!

    Ich habe in meiner Künstlerinnenlaufbahn bis jetzt nur zwei Männer geformt. Einer war ein Zwerg. Und einer war der Gefährte einer weiblichen Filzfigur. Als jetzt eine zauberhafte Auftraggeberin anklopft und fragt, ob ich ihr eine ganz bestimmte Figur für ihre Arbeit mit Menschen anfertigen kann, wissen wir beide: das MUSS eine männliche Figur werden. Wir brauchen genau diese zielstrebige, durchsetzende und logisch-rationale Energie.

    Paulos verlässt mich vergangene Woche und kommt bereits am Montag in seinem neuen Zuhause an. Als ich am Abend ein Unpacking-Video bekomme, darf ich spüren, wie sehr sich eine Frau über eine Figur freut, deren Entstehung sie zwar in den letzten Wochen online verfolgen konnte. Echt ist dann doch anders.

    Ja, ich teile bei Auftragsarbeiten auf Wunsch auch Überlegungen, Fotos und Videos! Am Ende, zum Verabschieden, schaute der junge Mann noch einmal bei mir in einem Fotoshooting vorbei. Viel Erfolg bei deiner wichtigen Arbeit, geschätzter Paulos!

    Verbunden. Mit sich. Mit der Welt. Mit Allem-was-Ist. Auf Social Media verbindet sie vergangene Woche Menschen im Austausch.

    Einen Tag später darf ich die zweite Figur des Februars persönlich in ihr neues Zuhause chauffieren. Es ist Winter 2025, als ich mit dieser Art von Künstlerfiguren beginne. Ich stehe noch sehr unter dem Eindruck der Kunst und Biografie von Niki de Saint Phalle. Und ich weiß, künstlerisch geht es in diese Richtung weiter. Gefühle ausdrücken. Mich vom Prozess leiten lassen. Weiblichkeit, Spüren und Frausein im Mittelpunkt meines Schaffens.

    Als ich den Auftrag einer lieben Freundin bekomme, ihr eine Figur zu machen, die zu ihr passt, weiß ich tief drinnen, dass es genau diese Art von Figur sein könnte. Ich zeige ihr einen Prototypen, mit dem ich noch nicht ganz zufrieden bin. Die begeisterte Reaktion gibt mir recht. Nach unserem intensiven Gespräch weiß ich noch ein bisschen besser, wovon sie träumt, was sie als Mensch und als Künstlerin ausmacht. Und dann ist auch diese Figur fertig, die von mir den Titel „VERBUNDEN“ erhält.

    Drüben, auf Social Media und Linkedin, wurde die Figur sehr gut aufgenommen. Unter dem Foto ist ein Link, falls du dort nachlesen willst, was den Menschen durch den Kopf ging.

    P.S. Eine Veranstalterin meldet sich und fragt an, ob ich nächstes Jahr mit einer Serie solcher Figuren bei einer Ausstellung dabei sein könnte. Einmal mehr fühle ich mich so bestärkt, auf meine innere Stimme zu hören!

    Abschied von einer Weide

    Nun ist Großmutter Weide viele morsche Äste leichter geworden!

    Aber nicht ganz!

    Als wir vor fast drei Jahren (!) den Zirkuswagen vor einer Weide abstellen, ist es der Schatten am hitzigen Pfingstwochenende, der uns magisch anzieht. Wir standen vorher mit den Tiny Houses in der prallen Sonne und wenn es eines gibt, das im Tiny House unangenehm ist, dann ist das Hitze im Sommer. Vor allem Nachts, wenn frau gerne schlafen würde.

    Drei Jahre später ist dieser alte Baum kräftig weitergewachsen. Seine dicken Äste klopfen bei starkem Wind an das Dach. Irgendein neues, klebriges Insekt nistet im Sommer an den Blättern und es tropft unentwegt. Naja, und es ist nicht mehr schattig, sondern finster im Zirkuswagen. Von den Gelsen und Tigermücken, die den feuchten Schatten lieben, will ich gar nicht reden.

    Nun bin ich so gemacht, dass ich lieber zehn Mal überlege, ob eine Pflanze ausgerissen oder ein Baum umgeschnitten wird. Bei der Weide war klar: sie ist teilweise morsch. Gefahr in Verzug. Und – wir kappen ungefähr ein Drittel.

    In einem gemeinsamen und doch stundenlangen Ho-Ruck, zwei Männer, eine Frau, eine Akku-Motorsäge und viel Glück und Können, ist der Raum vor und im Zirkuswagen nun deutlich heller und zugänglicher. Die gekappten Äste werden in den nächsten Tagen zu Hackschnitzeln verarbeitet. Und lichter Schatten wird uns den Sommer versüßen.

    Und Leute, es hat 19 Grad, als wir am frühen Abend matt und fertig in den Stühlen hängen und uns zu diesem Schritt gratulieren! Neunzehn Grad! Der Frühling nimmt gerade voll Fahrt auf.

    Theater, wir kommen!

    Bis jetzt haben die Kinder ihre Geschichte verkleidet aufgeführt. Ab nun kommen ihre selbst angefertigten Klappmaulpuppen dazu. Wie sie sich darauf gefreut haben – die Kinder, und die Figuren!

    Als ich mich am Mittwoch für den Theaterdonnerstag in der Volksschule vorbereite, bin ich erstaunlich entspannt. Schon vergangene Woche war mir schrittweise klar, wie ich mit dieser großen Gruppe besser weiter arbeiten kann. Und dass es jetzt zielgerichtet auf die Aufführung kurz vor den Osterferien zugeht.

    Was ich mir dieses Mal bei der Anfahrt erlaube, ist hilfreich: ich höre keine aktuellen Nachrichten. Bekomme ich mit, was in der Welt los ist? Aber sicher, ich lebe ja nicht im Elfenbeinturm. Ich will entspannt und ohne Sorgenenergien mit den Kindern sein. Also höre ich meinen geliebten Sting und sein Musical „The Last Ship“. Solltest du so ein Musikfan sein wie ich, dann könnte dir das vielleicht auch gefallen.

    Als mir die ersten Mädchen entgegen purzeln, als ich vor der Schule vorfahre, weiß ich: so mache ich das in Zukunft immer. Ich komme entspannt, egal, wie sich Erwachsene da draußen in der Welt benehmen. Für fünf Stunden sind es die Kinder, ihre beiden pädagogischen Begleiter, ihr selbst entwickeltes Stück, ihre Figuren – und ich. Und sonst gar nichts.

    Wir sind so vertieft in zwei Durchgänge Theater, dass ich aufs Fotografieren vollkommen vergesse. Nun sind auch alle Erwachsenen wieder zuversichtlich und entspannt. Die Kinder haben die Geschichte in meiner krankheitsbedingten Abwesenheit tiefer integriert als angenommen.

    Hoppalas

    Diese Woche muss ich ein bisschen schärfer nachdenken, ob auch etwas schiefgegangen ist. Aber klar – hier ist ein technischer Fail, der mich die nächsten Wochen beschäftigen wird. Ich habe schon eine Weile im Hinterkopf, dass ich meine Online-Zugänge besser absichern sollte. Dieses Mal geht es um die Passwörter. Ich führe ein Heft, handschriftlich. Seit einigen Jahren. Meine Kinder schlagen jedes Mal die Hände überm Kopf zusammen …

    „Alles ganz easy“, sagt der jüngste Sohn. „Wirst sehen, das geht ganz leicht mit der Umstellung auf einen Passwortmanager“. Du kennst mich. Triggerwarnung. Alarm. Alaaaarm! Was kommt da wieder auf mich zu?

    Dass ich derzeit Umwege gehen muss, damit ich meine e-banking-Geschäfte machen kann, das nehme ich einfach zur Kenntnis. Ich halt wieder. Fakt ist – es ist kompliziert, jeden Zugang neu einzustellen. Klar werde ich das machen. Aber schön einen Schritt nach dem anderen. Die Expertin bei der Bank und ich, wir lachen, als ich ihr erkläre, was ich bis jetzt unternommen habe, um wieder ein „Normal“ herzustellen. Einfach – ist einfach anders! Da sind wir uns einig.

    Worauf ich mich freue

    Nächste Woche treffe ich einerseits einen Puppenspieler, der von mir drei Figuren gemacht haben will. Und ich beginne ein neues Projekt, das mich fordert: ich baue Dioramas für einen Workshop. Gemeinsam mit einer professionellen Begleiterin entsteht ein neues Projekt, in dem Menschen erleben, wie hilfreich und heilsam Kreativität ist. Auch oder besonders in stark herausfordernden Zeiten.

    Mehr dazu in den nächsten Wochen, versprochen!

    Ein neuer Blickwinkel

    Ich bin dem Oead wirklich dankbar, dass er Menschen wie mich und Schulen finanziell dabei unterstützt, kreative Freiräume zu ermöglichen.

    Die Bonusfrage von Maren Martschenko diese Woche beantworte ich gerne. Ich weiß, warum ich in diesem Leben nicht Lehrerin geworden bin. Ich hätte sehr gerne mit Kindern gearbeitet. Meine Schulzeit war entmutigend und ich verabschiedete mich noch als Schülerin von dieser Idee. Aber sie lässt mich nicht los. Seit zwanzig Jahren gehe ich als Außenstehende an Schulen und biete unterschiedlichste kreative Workshops an.

    Vergangene Woche tausche ich mich mit einem Pädagogen über meine Beobachtungen und Veränderungen im Umgang mit den Kindern heute aus. Und er erzählt mir, wie wenig Zeit bleibt für Zeiten, wie ich sie den Kindern anbieten kann. In denen sie wirklich spielen, sich und ihren Platz in der Gemeinschaft besser kennenlernen. In denen sie Rollen ausprobieren, für die im Schulalltag schlicht und ergreifend kein Raum ist. Wieder höre ich, wie stark die Bürokratie in der Schule zugenommen hat. Testungen, die das System herausfordern. Und dass wenig Zeit bleibt, all die Gewalt, die damit verbundenen Ängste, Sorgen und Fantasien, die durch die Kinder- und Schulzimmer schwappen, zu benennen und zu besprechen.

    Mir ist bewusst, dass meine Arbeit ein wertvoller, aber eben nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Und ich merke, ich werde geduldiger und verständnisvoller mit Pädagoginnen und Pädagogen, die, jeder und jede auf seine Art, ihr Bestes geben.

    Und du?

    Hast auch du dich vergangene Woche verstärkt von Umständen, Situationen oder Menschen verabschiedet?








    Virenschleuder und Aufträge

    Wir befinden uns in der neunten Kalenderwoche dieses Jahres. Ich bewege mich zwischen Kranksein und Atelier hin und her. Willkommen zu einem Wochenrückblick aus der Sicht einer etwas angeschlagenen Kunstschaffenden.

    Inhaltsangabe zur Kalenderwoche 09:

    1. Verbundenheit mit Arbeitsprozessen und Gesundheit
    2. Auftragsarbeiten und Erkenntnisse
    3. Mein Weg als Künstlerin
    4. Druck erzeugt Widerstand
    5. Sechs Jahrzehnte in Fotos
    6. Technik & Me
    7. Das war wohl nix
    8. Kreativität & Me
    9. Vorfreude und Planung

    Verbundenheit mit Arbeitsprozessen und Gesundheit

    Die letzte Woche meiner Auftragsarbeiten rauscht herbei. Mich legt am Sonntag vollkommen überraschend ein Virus flach. „Leg dich hin und kurier dich aus“, sagt der Liebste. Ich bleibe einen Tag lang brav liegen. Wohl wissend, dass die kommende Woche mir Einiges abverlangt. Das Fieber sinkt. Ich niese und schlafe mich durch den Tag. Am Montag Morgen fühle ich mich besser. Und stürze mich in den Tag. Der Körper einer Auftragsfigur bekommt seine Kleidung. Die andere Figur soll geschliffen, grundiert, bemalt und beklebt werden.

    Hier entsteht ein Körper aufgrund einer Zeichnung und einer Idee


    Mir ist es eine große Freude, dass ich nur über wenige Holprigkeiten stolpere, ich komme gut voran. Genau so, wie ich es mir vorgenommen habe. Weil es erwünscht ist, versende ich während des Arbeitsprozesses Fotos und Videos. Der Technik sei Dank. Dieses Entgegenkommen hilft allen Beteiligten, wenn sie nicht zu mir ins Atelier kommen können.

    Papermachéfigur mit Fühlern in die Welt

    In der Mitte der Woche beginnt das Fieber wieder zu steigen. Was zuerst nur die rechte Stirnhöhle betrifft, wandert nun auch in die linke. Meine Bronchien und die Lunge senden morgens Signale von Beklemmung und Überlastung. Hatte meine Freundin also doch recht, der ich bereits absagte – ich bekomme eine Bronchitis? Jetzt wird mir mulmig. Also – stundenweise zurück in die liegende Position. Literweise Yogi-Tee zum Aufheizen, Badewanne, Hustensaft und Einschmieren.

    Diese Woche gibt es Regelunterricht an der Schule der Kinder. Nächste Woche starten wir dann wieder durch.

    Und ich sage den Schultermin mit sehr schlechtem Gefühl ab. Ich bin ganz schön wackelig und fiebere noch. Und anstecken will ich niemanden. Bekomme die Rückmeldung, dass in der Schule sehr viele Kinder krank sind. Das verschafft mir Zeit, mich um meine Gesundheit zu kümmern. Irgendwie werde ich diesen Vormittag in den nächsten vier Wochen wieder einarbeiten.

    Auftragsarbeiten und Erkenntnisse

    Handgemachte, winzige Schuhe brauchen viele Handgriffe, damit sie echt aussehen.

    Mir hat es die letzen zehn Jahre riesige Freude gemacht, für mich und meine Themen künstlerisch tätig zu sein. Diese Freude an der Auseinandersetzung wird nie enden. Nur bin ich, wie wahrscheinlich die meisten Menschen auf diesem Planeten, ein sehr soziales Wesen. Ich liebe den Austausch, das Zuhören, das Beisteuern eigener Erfahrungen. Gruppe ist Magie und sowas von hilfreich!

    Wenn ich ausstelle oder meine Figuren herzeige, erfahre ich Resonanz von anderen Menschen. Immer wieder höre ich, wie sehr diese Figuren berühren. Und ob ich auch Auftragsfiguren herstelle. Ganz individuell. Ganz auf einen Menschen zugeschnitten und maßgeschneidert. Wie sagt meine Freundin Pippi: „Das habe ich noch nie gemacht, also kann es nur gut werden!“ Mit dem mir eigenen Mut zu Neuem biete ich das seit 2025 an.

    Dieser Februar beschert mir zwei Auftragsarbeiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Figur soll eine Idee verwandeln, mit der sich sogar die Künstliche Intelligenz auseinander gesetzt hat. Was für mich vollkommen neu ist. Die andere Figur soll mein Spüren einer Person darstellen, ihre Essenz, ihre Seelenanteile, ihr Wirken in der Welt.

    Mit den Figuren erlebe ich zwei sich ergänzende Seiten von Auftragsarbeit. Totale Freiheit auf der einen, klare Vorgabe auf der anderen. Es passt zu mir, dass beides zugleich da ist. Dass dieser scheinbare Widerspruch eine geniale Ergänzung ist. Ich glaube nämlich höchst selten an Schwarz oder Weiß im Leben. Mich interessiert das Feld dazwischen. Schwarz und Weiß machen dieses Feld klarer, sichtbarer. Ich ziehe es sowieso vor, Situationen und Menschen von vielen Seiten und Perspektiven zu betrachten und auf mich wirken zu lassen.

    Nun sind beide Figuren fertig. Ich habe so viel dazu gelernt wie lange nicht mehr. Handwerklich. Menschlich. Und kreativ. Es sind Türen für mich aufgegangen, die ich vorher nicht einmal gesehen habe. Danke für euer Vertrauen in mein Tun, ihr beiden Frauen!

    Mein Weg als Künstlerin

    Das Jahresthema für 2026 kommt im November zu mir, als mein Körper mich drei Mal zur Ruhe und zum Reflektieren verdonnert. Mein heuriges Jahresthema ist kein Leitwort, sondern ein Leitsatz: „Meinem Weg als Künstlerin vertrauen“. Wie gut, dass Korina mich inspiriert und online zu einer Blogparade über Jahresthemen einlädt. Der Link zum Beitrag ist auch unter dem Beitragsbild zu finden!

    Druck erzeugt Widerstand

    Wenn sich das Netz an Erwartungen über dich wirft, wie reagierst du darauf?

    Druck in Form künstlicher Verknappung beleidigt meine Intelligenz. Spoiler und Warnung: in diesem Abschnitt wird geschimpft.

    Gerade und speziell auf Social Media erhöht sich in diesen Monaten die Dichte dieser Angebote. Mir ist klar, dass wir vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Wir alle. Das macht Existenzängste und kratzt am Selbstwert. Doch es ist eine Entscheidung, diese Ängste in Schafspelze verpackt weiter zu geben. Oder sich ihnen in einer stillen Stunde zu stellen und sie zu fragen, was sie zu sagen haben.

    Ich wollte das einfach einmal aufgeschrieben und ausgesprochen haben. Ich lese das. Entfolge dich nach dem dritten Nein und vergesse dein Angebot sofort.

    Auch mein Spam-Ordner quillt derzeit über vor Drohungen, mein Konto oder meine Fotos (!) zu löschen. Vor der Erinnerung, nicht bestellte Paketen zurückzusenden, vor unnötigen Angeboten und Last Minute Checks. „Ich habe nur mehr x Plätze frei, besser, du buchst heute noch“ oder „Einen Monat bekommst du meine Dienstleistung noch um diesen Preis, dann verdoppelt sich der Beitrag“. Ich staune, dass irgend jemand überhaupt darauf reagiert. Also, wozu dieser künstliche Hustle?

    Nachdem ich gestern Nacht sämtliche Kontolöschungen und diverse andere Drohungen gelöscht habe, ist heute Morgen mein SPAM-Ordner schon wieder gut gefüllt.


    Das ist so durchschaubar! Bei mir greift Werbung nicht, wenn wir keine Beziehung entwickelt haben. Wenn ich den Sinn für dein Angebot nicht spüre oder sehe. Und wenn ich gar nicht auf der Suche bin! Ich bin bekannt dafür, dass ich alle Hebel in Bewegung setze, wenn ich etwas für mich oder für andere ermöglichen will. Wenn ich es wirklich, wirklich brauche. Da kann ich all meine Kreativität einsetzen. Mir muss niemand eine saftige Karotte vor die Nase hängen!

    • Der Termin passt gerade nicht?
    • Ich habe das Geld dafür nicht?
    • Was solls!
    • Wenn es diese Zusammenarbeit, diese Ausbildung nicht zustande kommt, dann kommt eben die nächste.
    • Womöglich sogar die, die besser zu mir und zu meiner Situation passt. Und das Gleiche gilt für dich.
    • Enspann dich!

    Fotos und eine Reise durch die Jahrzehnte

    Geschwister. Erkennst du mich?

    Meine Familie schenkt mir zum Geburtstag, zum runden, ein Fotobuch. Hach. Da fließen Tränen. Kindheitsfotos. Dann wenige Fotos aus den Zwischenzeiten einer jungen Mutter, weil ich die Fotografierende bin. Und seit zwanzig Jahren wieder mehr Fotos, weil auch andere fotografieren. Und weil Fotos der mobilen Telefone druckbar werden.

    Mein jüngster Sohn speichert Familienfotos und Videos auf einem extra angeschafften und aufgesetzten Server. Immer wieder zieht es mich dorthin. Schon berührend, auf so eine lange Zeitspanne mit Familie, Herausforderungen und den vielen beruflichen Aufträgen zurückzuschauen. Ich staune, wieviele Fotos ich vergessen habe. Sie kommen jetzt nach und nach hier auf der Website zum Vorschein.

    Technik & Me

    So fotografiere ich mir im Leben kleine Helferleins herbei …

    Diese Woche gibt es, krankheitsbedingt, weniger Herausforderungen im Office als sonst. Die Nähmaschine schnurrt zuverlässig vor sich hin und bekommt demnächst ein Service, damit das auch so bleibt. Das Filmschneideprogramm Da Vinci Resolve kann frau sang- und klanglos verlernen, wenn sie wochenlang nicht damit arbeitet und dann auch noch ein Riesen-Update herunterlädt.

    Die Notizenfunktion in meinem Pocket-Book entdecke ich erst jetzt. Ich lese zum zweiten Mal ein Buch über Nicki du Saint Phalle . In ihrer Anfangszeit als junge Mutter und Künstlerin begeistert sie sich sehr für den spanischen Gaudi-Garten. Jetzt aber, das will ich nicht wieder vergessen! Mir erschließt sich das Angebot des Markers im Notizenbereich nicht, weil es so spartanisch und zeitverzögert angelegt ist. Wohl aber das Lesezeichen. Das scheint später im Inhaltsverzeichnis wieder auf.

    Das war wohl nix

    Hier hat wohl jemand vergessen, die Wand zu verputzen?

    Mein größtes Hoppala! diese Woche:

    Für die Zukunft bitte merken: wenn der Körper sagt, du bist krank, dann meint er das so. Und will sich auskurieren. Wie schon Mutter immer sagte, einen Tag fieberfrei sein, bevor er und sie sich wieder ins Getümmel schmeißt. Sonst dauert der Prozess länger als erwartet. Und vermutlich auch länger als notwendig. So ein Rückfall ist anstrengend und unlustig.

    Kreativität & Me

    So schaut es momentan bei mir auf #linkedin aus. Ich freue mich, wenn du mir auch hier folgst!

    Was liegend immer möglich ist, sind geschriebene Beiträge. Ich lade dich herzlich ein, mir auch auf Linkedin, meiner favorisierten Social Media Plattform, zu folgen. Dort gibt es regen Austausch unter meinen Artikeln und ich komme direkt mit dir ins Gespräch.

    Einerseits habe ich diese Woche einen Beitrag zur Stecknadel veröffentlicht. Und außerdem einen VLOG über meine praktische Arbeit im Atelier.

    Vorfreude und Planung

    Danke liebe Maren Martschenko für dein unermüdliches Zurverfügungstellen von Reflexionsfragen. Sie sind immer die Vorstufe zu meinen Wochenrückblicken. Für diese Woche geht es um das Thema Vorfreude. Selbstverständlich finde ich schnell einen Grund.

    Während wir dieses Wochenende die Maschinen des Liebsten zusammenpacken, damit sie nächste Woche mit der Spedition nach Portugal in die neue Werkstatt meines Sohnes gefahren werden, freue ich mich schon wie verrückt. Wir reisen den Maschinen Ende April, Anfang Mai für einen Urlaub nach. Dann sind sie dort schon in Verwendung.

    Portugal kenne ich noch überhaupt nicht. Ich freue mich auf eine Reise durch Frankreich und Spanien und ins neue Lebensumfeld meines Ältesten.

    Vor einem Jahr packt er nach einem Urlaub seine sieben Sachen und wandert voller Vorfreude aus. Man beachte den Kärntner Kren in der Außentasche. Der durfte in Portugal zu Ostern nicht fehlen.

    Ein Jahr später entsteht ein neues Leben mit neuen Menschen und neuen Aufgaben.
    That’s Life!

    Und wie hast du diese letzte Woche im Februar erlebt?