Winterliche Sommerkälte und andere Resonanzen

Als ich ankomme, sehe ich den roten Klatschmohn, der nach den Regengüssen dringend Stütze braucht. Frau Buntspecht fegt mich fast vom Gartenstuhl, als ich auf der Terrasse in IHER Flugschneise sitze. Ich schreibe meinen handschriftlichen Überblick des Wochenrückblicks der KW23. Herr Buntspecht fliegt Sekunden später die selbe Flugroute schon einen Meter höher, bevor er an der Weide landet. Die beiden schönen Vögel rennen den Stamm hinauf und hinunter. Dann fliegen sie weiter.

Und hier spazieren wir zum Wochenrückblick:

  1. Welches Übel stellte sich als Segen heraus?
  2. Wofür lobe ich mich?
  3. Welcher Veränderung begeistert mich gerade?
  4. Gab es freudvolle Momente?
  5. Mit wem fühlte ich mich besonders verbunden?
  6. Wann war Zeit für einen Neuanfang à la Queenager?
  7. Was hat nicht geklappt?
  8. Inwiefern fühle ich mich diese Woche in meinem Weg bestätigt?
  9. 🎁 Wann bin ich zuletzt bewusst dahin gegangen, wo die Angst war?
  10. Ein Plädoyer für praktisches Handarbeiten?


Welches Übel stellte sich als Segen heraus?

Die Kärntner Berge werden letzte Woche vom Winter noch einmal angezuckert. Die Meteorologen kündigen so tiefe Temperaturen an, dass ich Angst um meine Südländerinnen im Garten hatte. Zucchini, Gurke, Tomaten, Paprika, Chillischoten und Basilikum. Ob sie das packen? Ich jedenfalls ziehe freiwillig mit einigen meiner Sachen aus dem Zirkuswagen in die Stadtwohnung, in der sich die Sommerwärme der letzten Wochen gut hält. Und nutze die Zeit, um endlich Kontakte zu pflegen, die schon dringend meiner Aufmerksamkeit bedürfen.

Die bleierne Müdigkeit der letzten Woche vergeht, weil ich ihr meine Aufmerksamkeit schenke. Und weil ich eine Freundin habe, die mir logisch und gut zuredet. Nach all der Aufregung um den Liebsten darf mein Nervensystem und mein Körper sich wieder erholen.

Meine drei Stabpuppen beende ich ebenfalls in der Stadtwohnung. Ich liebe es, wie sie sich entwickelt haben. Jetzt kann ich sie getrost weiterziehen lassen. Du willst mehr darüber lesen? Ich nehme dich dafür mit auf meine Linkedin-Profilseite.

Da hatte Herr KA.I noch keinen Mund, nicht einmal den winzigen, den ich ihm später aufgemalt habe.

Wofür lobe ich mich?

Das wissen nicht viele Menschen von mir. Ich mag telefonieren nicht sonderlich gern. Umso stolzer bin ich auf mich, dass ich diese Woche ganz viele vor mir hergeschobene Telefonate erledige, die es mir ermöglichen, Menschen wieder real zu treffen. Denn dann stimmt für mich alles. Sehen, hören, riechen und fühlen geht bei mir nur persönlich. Sonst spreche ich mit Fragmenten und mir fehlt Wesentliches.

Was magst du mehr, telefonieren? Oder in echt treffen? Oder beides gleichwertig?

Welcher Veränderung begeistert mich gerade?

Der heurige frühe Umzug in den Zirkuswagen (solange die Temperaturen mitspielen, brrr) ist schon ein Meilenstein. Doch auch meine Website zieht um. Zwei Jahre habe ich prokrastiniert, probiert und wieder aufgegeben. Dank meiner liebsten Mediendesignerin Alayna entsteht ein neuer Raum für meine Kunst. Die Räume sind neu angeordnet. Sie werden neu möbliert und es darf noch viel mehr Licht herein. Nur die Farben des frischen Maiskolbens in der Natur, die dürfen von der alten Website auf die neue mitziehen.

Ist es anstrengend? Oh ja. Ich habe immer wieder denkende Knoten im Hirn. Die Geister des veralteten Templates, das ich vor zwei Jahren gekauft habe, die werde ich nicht so leicht los. Es tut so gut, ein professionelles Gegenüber mit praktischer Erfahrung zu haben. Fragen stellen zu können. Antworten abzuwägen und eigene Ideen mitzubringen.

Dieses Wochenende fotografiere ich einen großen Teil jener Figuren neu, die noch bei mir leben. Kein Schwarz und Grau mehr im Hintergrund, nein danke. Es werde Licht!

Sorry für die Qualität, Screenshot für ein Arbeitsvideo! Dafür sehr, sehr real…

Gab es freudvolle Momente?

Überraschend viel echte Kunst begegnet uns. Eigentlich wollen wir nur ein Café und sein Angebot beim Impuls Center Seeboden testen. Ich weiß schon, dass im Stiegenhaus des Centers eine Galerie sein soll. Sie ist tatsächlich schon am Vormittag geöffnet und wir staunen über die spannenden Bilder des Kärntner Malers Gernot Fischer-Kondratovitch. Der Kaffee im Café ist übrigens auch ganz ausgezeichnet!

Dann erinnert uns der Sechzehnjährige, dass die Jahresausstellung der CHS im Villacher Dienzlschloss endet. Und ob wir uns die Werke noch gemeinsam anschauen wollen? Gefragt und gemacht. Wir verbringen eine höchst interessante Zeit mit Werken junger Künstlerinnen und Künstler und sind beeindruckt über die Vielfalt und die Qualität der Schülerarbeiten.

Am Freitag wollen wir eigentlich zu einem feinen Konzert in die Waldarena nach Krumpendorf fahren. Der Veranstalter sagt aus Sorge vor Wetterkapriolen ab, so haben wir frei für eine weitere Vernissage in der Galerie im Drauknie in Sachsenburg. Und sehen viele dynamische Arbeiten des Seebodner Künstlers Peter Winkler. Eine gegenstandsfreie Serie in kräftigen Türkis- und Brauntönen zieht mich total in ihren Bann.

Soll noch einer sagen, am Land in Südösterreich gibt es wenig Möglichkeiten, mit Kunst in Kontakt zu kommen!

Mit dem Sechzehnjährigen bei seiner zweiten Ausstellung in diesem Leben. So eine große Vielfalt zum Thema „Nostalgie“ habe ich nicht erwartet!

Mit wem fühlte ich mich besonders verbunden?

Wenn ich ehrlich bin, war diese Woche überhaupt eine starke Woche der Resonanzen. Auf ganz vielen Ebenen. Hervorheben möchte ich die Traumatherapeutin Dami Charf. Ich habe erst durch ihre Bücher und Podcasts und einen Workshop verstanden, was Entwicklungstraumen sind und wie sie sich aufs Leben auswirken können.

Ich mag aber auch ihre erdige Haltung, dass nicht jede unschöne Erfahrung ein Trauma ist. Im Gespräch mit einer weiteren Frau, die ich sehr schätze, Marietta Ullmann, spricht sie mir manchmal fast wörtlich direkt aus meinem Herzen. Ich füge dir hier den Link zu diesem sehr feinen Gespräch zwischen zwei erfahrenen, logischen und praktischen Frauen ein. Zu Tränen gerührt hat mich dann auch ein Beratungsgespräch mit einer Frau, die von Kind an mit sich selbst Krieg führt. Mit diesem Link landest du direkt im Youtube-Kanal dieser für mich besonders hilfreichen Traumatherapeutin.

Ein alkoholfreies Walderdbeeren-Hoch auf gelernte und erfahrene Profis im Bereich der Traumatherapie!

Wann war Zeit für einen Neuanfang à la Queenager?

Ich habe für meine neue Website ursprünglich schön brav die vorgeschlagenen Fotos vor dunklem Hintergrund hergestellt. Ich bin Profifotografin. Ich weiß, wie frau das macht.

Durch die andere Herangehensweise mit der neuen Website wird schnell klar: die Bilder kann ich nicht mehr verwenden. Entweder ist die Grundfarbe der Website hell, freundlich und durchlichtet. Oder eben Grau/Schwarz/Beige. Passt für ganz viele Menschen und ihr Angebot. Auch für Künstlerinnrn. Für mich halt nicht.

Also – baue ich im Zirkuswagen wieder um, was ich letzte Woche schon eingebaut habe. Einige neu eingedrähte Haken später schaffe ich Platz für einen Hintergrund, der von Decke des Zirkuswagens abhängen kann. Neben einem der großen Fenster, ideal, um auch Tageslicht miteinzubeziehen. Mein Blick fällt zufällig (!) auf das Notenpult, das ich mir für Voice-Over-Aufnahmen mitgebracht habe. Wenn ich das Teleskop maximal ausfahre, oben den Hintergrund einhänge und unten einen Tisch konstruiere, dann könnte ich mein Fotostudio nach dem Fotografieren easy peesy wieder verräumen.

Dachte ich. Ein tolles Indoor-Studio.

Und was mache ich an einem Sonntag Vormittag? Ich ziehe aus dem vorbereiteten Zirkuswagen aus. Packe das Notenpult, den weißen Hintergrund, den Aufheller, die Kamera und meine Figuren und fotografiere alles draußen auf der Terrasse. Mit echtem Baumschattentageslicht, das noch nicht sticht. Mit echtem Wind, der mir immer wieder den kunstvoll arrangierten Aufheller umschmeißt. Mit Ergebnissen, die mich glücklich machen.

Weißt du jetzt, warum es „Queenager“ heißt? So spontan war ich schon als Teenager, meine Mutter kann das seufzend bestätigen. Morgen wird mein Körper ächzen und stöhnen. Heute bin ich einfach glücklich über die tolle Fotosession.

Wie schade, dass du den Vogelgesang in meinem Outdoor-Studios bei Fotos nicht hören kannst!

Was hat nicht geklappt?

Ich könnte jetzt sagen, das Wetter hat mich nicht begeistert. Doch mich hat eine ganz andere Erfahrung zur Verzweiflung gebracht.

Mein Wein trägt heuer zum ersten Mal Weintrauben. Zur Feier dieser Tatsache habe ich zwei wunderschöne Muskatellersalbei-Pflanzen gekauft und sie zu seinen Füßen eingepflanzt. Die Weintrauben sollen dadurch noch besser schmecken.

Ein paar Wochen geht alles gut. Doch dann fängt es an. Drei Löcher hier. Vier Löcher da. Glitzernde Schleimspuren. Welche der Schnecken ist der Übeltäter? Die eleganten Weinbergschnecken, die zierlichen Schnirkelschnecken, die klebrigen Nacktschnecken oder gar der gemütliche schwarze Tigerschnegel? Tagelang sehe ich zu, wie die Löcher immer mehr, die Blätter immer weniger werden. Ich erwische keine gefrässige Räuberin. Und mir ist zum Heulen.

Samstag Nacht um 00:35 gehe ich zum letzten Mal mit dem Licht des Smartphones zu den Pflanzen – und finde den orangen Dieb. Sie kriecht gerade auf eines der letzten heilen Blätter des derangierten Salbeis. Falls es noch Schwestern gibt, die es ebenfalls auf diese Pflanze abgesehen haben, werde ich das in den nächsten Tagen wissen. Fühlt euch gewarnt!

Frau oder Herr Weinbergschnecke war es dieses Mal nicht. Die hier hat den Weg aus meinem riesigen Fotoarchiv in den Beitrag gefunden.

Inwiefern fühle ich mich diese Woche in meinem Weg bestätigt?

Für mich ist die Künstliche Intelligenz ein hilfreiches Gegenüber, wenn es um das Bändigen und logische Ordnen meiner bunt ins Feld schießenden Ideenblüten geht. Mit meinem aktuellen Workshop „Websitebauen für Dummis“ bin ich immer wieder gezwungen, diese mir innewohnende Vielfalt zu einem fassbaren Strauß zu binden. Damit nicht nur ich mich verstehe. Sondern auch andere Menschen. Potenzielle Lieblingskunndinnen beispielsweise.

Und mir wird erst jetzt klar, was bei mir ineinander fließt! Die langjährige Journalistin hat neben dem Einsammeln von Fakten das zuhörende und nachspürende Geschichtensammeln von der Pike auf gelernt. Die Fotografin hat immer schon Räume geschaffen, in denen Menschen es wagten, sich wirklich mit ihrem ganzen Wesen zu zeigen, inklusive Ecken und Kanten. Es ist eigentlich vollkommen logisch, dass auf diesem Wissen aufbauend die Künstlerin menschliche Träume, Visionen und Utopien begreifbar macht, indem sie individuelle Kunstfiguren formt.

Sommerarbeitsplatz – da wird auch die Angst vor der KI kleiner.

🎁 Wann bin ich zuletzt bewusst dahin gegangen, wo die Angst war?

Mein ganzer Wochenrückblick beantwortet immer wieder diese Bonusfrage des #reflect&learn liebe Maren Martschenko! Der Plattformwechsel hat mich zwei Jahre beschäftigt. Von WordPress zu Squarespace. Es fühlt sich an wie ein ganz neues Paar Schuhe. WordPress habe ich halbwegs verstanden, es war mir vertraut. Squarespace stellt mich noch vor große Herausforderungen. Meine Ängste waren überhaupt nicht unbegründet.

Und was ist Schönes passiert? Das ist Marens Anschlussfrage. In meinem Fall: Ich habe jemanden um Hilfe gebeten, der Web-Design kann. Fragend und redend finde ich oft selbst gute Antworten auf Herausfordungen. Es gibt Menschen, die mir zuhören und mir auch eigene Antworten zutrauen. Doch manchmal tut es gut, sich fallen zu lassen. Und sich einer Expertin anzuvertrauen. SIE entscheiden zu lassen, was besser aussehen wird. So ist auch ein Plattformwechsel überraschend schaffbar. Und weil ich ganz praktisch Aufgaben bis zum nächsten Mal selbst umsetze, werde ich in Zukunft durch die eigenen praktischen Schritte wissen, wie ich diese Website aktuell halten kann.

Die Weise Rättin. Sie hat mir vor ein paar Jahren die Angst vor einem pandemischen Virus ausgekehrt. Mit viel Güte, Humor und einer Riesenportion Weisheit. Auch sie wartet darauf, noch einmal vor einem hellen Hintergrund fotografiert zu werden.

Ein Plädoyer für praktisches Handarbeiten?

Vergangene Woche auf Linkedin ist es wieder so weit. Ich schreibe mich zum langsamen und genussvollen Arbieten mit den Händen heiß. Kennst du das, wenn du dich im kreativen Flow zeitlich vollkommen verlierst? Meine Form ist gibt es zum Nachlesen hier

Von Bienen und eigenen Wegen

Kalenderwoche 23. Und in vierzehn Tagen ist schon Sommersonnenwende. Vergeht deine Zeit heuer auch so schnell? So viel Zeit muss sein. Es ist Sonntag Abend und mein Wochenrückblick entwickelt sich beim Schreiben.

  1. Was lerne ich gerade?
  2. Wofür lobe ich mich?
  3. Was war mein größter Erfolg?
  4. Wer hat mich inspiriert?
  5. Was ging langsamer als erwartet?
  6. Welchen Aspekt meiner Freiheit als Queenager genieße ich?
  7. Bleibe ich meinem Weg treu?
  8. Wann war ich zuletzt unbekümmert?

Was lerne ich gerade?

  • Squarespace: ich baue an meiner neuen Website – with a big help from family – danke Alayna, kommende Woche geht es weiter!
  • Notion: nach einer langen Pause nutze ich dieses Tool wieder mehr und wundere mich, warum ich immer wieder davon abkomme.
  • Affinity: Photoshop hat mich mindestens die letzten 25 Jahre begleitet; auf Affinity umzusteigen macht mir zu schaffen, wird aber zunehmend leichter. Übung macht die Meisterin!
  • Noch ein Systemwechsel: mit Apple habe ich immer schon geliebäugelt. Jetzt wird die Apfel-Hard- and Software mein Business-Partner – manche Dinge geschehen spontan.
  • Wenn ein Familienmitglied ernsthaft erkrankt und Hilfe braucht, kannst du alle gut gemachten Pläne kippen. Sie funktionieren einfach nicht mehr oder ich vergesse Termine und Abmaschungen. Mensch vor Business. Das ist auch mit 60 Jahren so. Eine ganz wichtige Lernkurve für mich…
Wir lernen. Lebenslang.

Wofür lobe ich mich?

Ich habe meine Einkommensteuererklärung 2025 endlich, endlich bei Finanzonline eingegeben. Wenn ich diese Arbeit einmal pro Jahr mache, dann merke ich, wie schnell ich die technische Vorgangsweise des Online-Eingebens jedes Jahr verdränge. Ich schreibe mir zwar immer Schritt für Schritt mit, was ich zu tun habe. Doch dann geschieht das Unausweichliche: minimale Veränderungen verwirren mich total, heuer meine Kennzahl als Künstlerin, dann eine winzigkleine neue Herangehensweise dort. Und ich bekomme Schnappatmung. Das schaff ich nicht. Ich bin zu blöd dafür. Ich hasse Technik. All diese liebevollen Einflüsterer… Ironie Off!

Jedes, wirklich jedes Jahr vergesse ich, am Ende „für die Richtigkeit der Angaben“ das Häkchen zu setzen. Steht einfach in keiner Mitschrift. Rote Maske. Rote Maske!! Drama! Ach so – es geht mal wieder nur ums Häkchen… Heuer habe ich es als Abschlussschritt aufgeschrieben. Mal sehen, ob ich in nächstes Jahr noch weiß, worum es da ging.

So sieht es aus, wenn ich mich im Atelier mit Buchhaltung beschäftige. Riane Eislers Forschung in mehrere Richtungen ist übrigens kein Geheimtipp. Zu ihr müsste ich einmal einen eigenen Blogartikel schreiben.

Was war mein größter Erfolg?

Ungefähr zur Wochenmitte bemerkte ich, wie ausgebrannt und müde ich gerade bin. Offenbar habe ich mich auch verkühlt, meine Nebenhöhlen sind voll. Ich hätte so viel Lust auf die Entwicklung neuer, fantastischer Figuren. Aber ich habe keine Kraft. Alles geht schwer und langsam und ist erschöpfend. Die Endlichkeit dieses Lebens klopft in Träumen und Schwingungen bei mir an. Die damit verbundenen Gefühle wollen gehört werden. Im Gespräch mit mir selbst stelle ich mich ein weiteres Mal in diesem Leben all diesen Ängsten. Schreibend. Ehrlich und direkt.

Nach so einem Tag setze ich mich am Abend an meine Squarespace-Site und beginne, sie mit Texten und Fotos zu füllen. Macherin, die ich bin, übertreibe ich. Und laufe die nächsten Tage mit einer dicken Bindehautentzündung durch die Gegend. Aber hey, ich verstehe langsam die Struktur dieser neuen Plattform. Die neue Website wird übersichtlicher, freundlich und hell. Ich übernehme wider besseren Wissens aus dem Business-Studium meine schönen alten Grundfarben. Grau und Schwarz, das freut mich einfach nicht. Lass dich überraschen!

Sneak-Peak auf die neue Website. Sie wird übersichtlicher und schön!

Wer hat mich inspiriert?

Kennst du Thorben Schiffer, den Schiffer Tree und Quentin Kupfer? Die beiden arbeiten gemeinsam und intensiv daran, dass wir uns mit der konventionellen Bienenhaltung kritisch auseinandersetzen. Was das mit mir zu tun hat und warum ich die beiden mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln unterstütze, das habe ich in einem Linkedin-Beitrag niedergeschrieben. Du findest ihn hier.

Die Bienen und ich. Der Geruch. Ihr Miteinaner als Organismus. Ihre Intelligenz und ihre Schönheit. Das war Liebe auf den ersten Brummer.

Was ging langsamer als erwartet?

Ich habe hier drei Stabpuppen für ein Puppentheaterprojekt stehen. So sehr ich es auch will, ich komme derzeit nur in kleinen Schritten voran. Papermaché braucht immer wieder Trocknungsphasen, um gut weiter bearbeitet zu werden. Mittlerweile sind alle drei Köpfe mit gefärbtem Gesso grundiert. In der kommenden Woche will ich sie bemalen, ihnen Stoffe an den Hals nähen und ihre Stäbe mit schwarzem Lack streichen. Im Moment häkle ich ihnen Haarperücken.

Klar könnte ich auch durch diese Phasen einfach durchhetzen. Aber ich kenne das schon: wenn ich anfange, mich zu beeilen, dann spüren das meine Kundinnen und Kunden. Und meistens bricht dann etwas oder eine Sache geht vollkommen schief. Alles braucht seine Zeit. Mein Kunde beruhigt mich. Auch er kommt gerade mit der Geschichte für das Stück nicht weiter. Ich bin sehr gespannt, was wir hier gemeinsam erschaffen!

Ich bin schon deutlich weiter. Aber – ich habe mal wieder kaum Fotos gemacht. Shame on me.

Welchen Aspekt meiner Freiheit als Queenager genieße ich?

Ich nehme mich sehr ernst mit dem Vorhaben, dass mein Atelier Woche für Woche mehr im Zirkuswagen und nicht mehr in der Stadtwohnung ist. Das Ankleiden meiner Regale geht auch langsam voran. Ich bin jeden Tag vor Ort.

Zwischenschritte beim Möbelrücken. Dieses Foto ist eine Woche alt. Ich glaube kaum, was ich da sehe. Denn – ich habe weiter an den Möbeln gerückt. Es wird immer heller und aufgeräumter und freundlicher. Nächste Woche teile ich dazu mal mehr.

Und ich nehme es mindestens so wichtig, im Laufe des Tages immer wieder Pausen einzulegen. Dann setze ich mich mit einem frisch gebrauten Kräutertee auf die Terrasse und höre all den Amseln zu, in deren Reich wir offensichtlich wohnen. Sie werden immer zahmer, bleiben sogar sitzen, wenn ich langsam an ihnen vorbei gehe. Sie sind mindestens so neugierig wie ich und betrachten mich aus glänzenden Knopfaugen.

Als ich beim Einkaufen eine blaue Vogeltränke sehe, nehme ich sie mit. Ich binde eine heranwachsenden Pappel an einen Birkenstock und hänge den tiefen Teller in den entstandenen Bogen. Mal sehen, ob die Vögel das Angebot annehmen, wenn es wieder wärmer und trockener wird.

Mein Minibalkon vor dem Zirkuswagen. Ich habe ein Leben lang davon geträumt, am Morgen hier zu sitzen, den Vögeln zu lauschen und mein Hafermüsli mit frischen Beeren zu genießen.

Bleibe ich meinem Weg treu?

Beim Entwickeln der Texte für die neue Website tauche ich auch tief ins Fotoarchiv der letzten elf Jahre. Und ich komme ins Grübeln. In den Jahren 2020 bis 2023 explodierte ich förmlich vor Ideen für neue Figuren. Ich kümmerte mich überhaupt nicht um Marketing, Office oder Traumkundinnen. Ich forschte und lernte und probierte aus, was möglich war. Nicht einmal eines nach dem anderen, sondern vieles zugleich.

Meine patente Geldwäscherin, Marie van Piepen, fällt mir wieder ein. Himmel, ich wollte doch…

Es mag an dieser überraschenden Care-Zeit im Moment liegen, dass ich diesen Drang gerade nicht in mir spüre. Was ich derzeit mache, ist, alte Tagebücher durchzublättern. Ich weiß, dass ich vergangenen Herbst sehr viel aufgeschrieben habe. Habe ich den roten Faden verloren? Oder bin ich noch auf meinem Weg? Ich habe gerade keine zufriedenstellende Antwort…

Marie van Piepen. In meinem Kopf leben ihre Schwestern bereits. Ich muss sie mir nur wieder zurück in mein Skizzenbuch holen.

Wann war ich zuletzt unbekümmert?

Sehr gute Sonderfrage diese Woche, liebe Maren Martschenko! Im Rahmen des wöchentlichen #reflect&learn kann ich sie gar nicht so einfach beantworten. Wann habe ich zuletzt unbekümmert gelacht und in die Zukunft geträumt? Seit letztem Sonntag und dem Tag auf der Intensivstation mit dem Liebsten eher nicht.

Ein wenig im Fotoarchiv wühlen hilft. Es war am Wochenende davor. Freunde besuchen uns. Und wir staunen über eine Österreich-Torte aus der hiesigen Bäckerei. Sie hat Schichten aus Rot-Weiß-Rot. Aus Teig selbstverständlich. Mit Himbeermarmeladeschichten dazwischen. Sie schmeckt viel besser, als wir uns das vorstellen konnten. Dieser ganze Nachmittag ist unbeschwert und heiter. Gut, sich daran zu erinnern!

Die Trockenheit der letzten zwei Monate hat dem Garten arg zugesetzt. Jetzt regnet es immer wieder. Unbekümmert saugen die Rosen das lebensspendende Nass auf. Und ich habe auch eine Sorge weniger.




Fokus und Chaos

Zu Beginn der Woche denke ich: Himmel, niemals schaffe ich das alles! Warum sich doch einige Arbeiten dann wie von selbst erledigen, das ist eine Magie, die möglicherweise vom Schreiben ausgeht. Dazu später mehr im Wochenrückblick der Kalenderwoche 21.

  1. Mit wem habe ich mich diese Woche besonders verbunden gefühlt?
  2. Welcher kreative Flow hat sich entwickeln dürfen?
  3. Mein #hurraderwoche
  4. Welcher Schritt war wichtig, auch wenn das Ziel noch weit entfernt ist?
  5. Was hat überhaupt nicht funktioniert und warum?
  6. Was hat mir Energie gegeben, was gibt mir generell Energie?
  7. Worauf lege ich morgens meine „Sichtachse“ für den Tag?
  8. Und was war auf Social Media los?

Mit wem habe ich mich diese Woche besonders verbunden gefühlt?

Mit meiner Schwester Angelika. Wir hatten es in unserer Kindheit und auch später nie sehr leicht miteinander. Gründe dafür gibt es im Familiensystem. Erst jetzt freuen wir uns wirklich, wenn wir uns treffen. Es ist so erleichternd, wenn alte Gefühle von Eifersucht, Neid und Unverständnis sich in Luft auflösen. Nein, nicht von selbst. Wir haben beide intensiv daran gearbeitet, uns unserer Muster bewusster zu sein. Ich bin einfach dankbar.

Ungefähr so fühlt es sich an, wenn Frieden einkehrt zwischen Schwestern…

Welcher kreative Flow hat sich entwickeln dürfen?

Hach. Ich habe mich wirklich getraut. Mitte der Woche setze ich mich endlich hin und gehe mein Zeichenprojekt für eine Figur an. In meinem Kopf wird das Ergebnis in Aquarelltechnik sein. Ich habe vor einigen Jahren im Rahmen von „Happy Painting“ von Clarissa Hagenmeyer mit einer Malbegleiterin entdeckt, dass mir das Freude macht. Ich kaufe mir wie immer, wenn ich anbeiße, ein bisschen Material und probiere mich aus. Doch dann geht es mit den Puppen und Figuren los und das Zeichnerische tritt wieder in den Hintergrund.

Jetzt – ist es wieder dran. Meine Profi AI lässt mich vollkommen im Stich. Mir bleibt nichts anderes übrig, als selbst Stift und Papier in die Hand zu nehmen und die Figur zu skizzieren. Und dann mit Farbe einfach anzufangen. Der erste Versuch eines Aquarells im Happy Painting Stil gelingt. Zumindest technisch. Mir gefällt er nicht. Außerdem kenne ich meine Kundin. Das ist ihr sicher zu bunt und zu unruhig. Der zweite Versuch ist schon deutlich besser. Und näher am Original. Aquarell und meine Polychromos von Faber-Castell, das passt gut zusammen.

Unabhängig davon, ob dieses Aquarell nun gefallen wird oder nicht: mir tut es ausgesprochen gut, meine Figuren auch zu zeichnen. Zeichnend kann ich sie weiter gestalten. Sogar weiter entwickeln. Das war bisher nur ein Gedanke, der immer wieder aufploppte. Alles kann die AI doch nicht. Irgendwie sehr beruhigend, das zu erleben und selbst wieder aktiv zu sein.

Mein #hurraderwoche

Der Sechzehnjährige ist drei Tage mit anderen Theaterbegeisterten aus ganz Österreich zusammen und schlüpft noch einmal in die Rolle der versammelten blasierten Hofgesellschaft, die sich über den schweren Weg der Undine lustig macht und amüsiert. Und wir erleben ihn auch unverhofft in einer ganz anderen Theaterrolle, als die jungen Leute Eigenes auf die Beine stellen.

Wir sind hin und weg. Was haben wir all die Jahre ausprobiert, damit dieser junge Mensch nach seinem wirklich schwierigen Start im eigenen Leben ankommt! Nach einem Schuljahr freiwilligem Theaterspiel unter sehr professioneller Anleitung sprüht er plötzlich vor Begeisterung. Vor Ideen und vor Zukunftswünschen. Kreativität und Kunst ist so ein wertvolles Ausdrucksmittel für junge Menschen! Bitte weitersagen…

Wie wichtig es für Menschen ist, im Theaterspiel in diese unerträgliche Hochnäsigkeit, die Empathielosigkeit und Blasiertheit zu schlüpfen und am eigenen Körper zu erleben, wie sich das anfühlt!

Welcher Schritt war wichtig, auch wenn das Ziel noch weit entfernt ist?

Mein Atelier im Zirkuswagen ist in meinem Kopf schon benutzbar. Realität ist aber, das ich zu Beginn dieser Woche ein Riesenchaos veranstalte. Es geht überhaupt nicht mehr nur darum, zwei Regale in den Raum zu integrieren, um mehr Stellfläche für mein Material zu schaffen. Sondern ich raffe mich auf und schiebe die beweglichen Möbel von links nach rechts und von vorne nach hinten.

Der Liebste sieht mein Chaos sehr gelassen. „Vor der Ordnung ist immer Chaos, das wird schon“, sagt er . Und wirft mit Engelsgeduld zum dritten Mal die Stichsäge an, weil ein Regal zu lang ist. Oder bringt mir zwischendurch etwas zu essen oder zu trinken. Er weiß schon, dass er mich in dieser Phase besser weder berät noch in Frage stellt.

Wenn du darüber mehr lesen willst, lade ich dich ein, mir hinüber auf Linkedin zu folgen. Da habe ich am Donnerstag darüber geschrieben. Der Link findet sich unter dem Screenshot vom Beitrag!

Drüben auf Linkedin habe ich diese Woche von den wilden Anfängen meines entstehenden Ateliers geschreiben.

Was hat überhaupt nicht funktioniert und warum?

Ich bin in der zweiten Woche mit meiner Website. Noch vor zehn Tagen schwöre ich Stein und Bein, dass ich bei den Farben meiner alten Website bleiben will. Meine Seite darf auf keinen Fall in typischem Grau-Schwarz versinken. Sondern soll wieder hell, freundlich und gern auch so bunt sein, wie ich es eben bin.

Meine liebe WebDesignerin setzt alle meine Wünsche ohne Widerspruch um. Cool und clever begleitet sie mich durch meine Gedankenknoten, wie was verlinkt werden soll. Auch eine Farbvorschläge nimmt sie an. Als sie mit dem Design der Frontpage fertig ist, wage ich es kaum laut auszusprechen. Aber die Farben – sie holen mich überhaupt nicht mehr ab. Wer hätte das gedacht…

Was hat mir Energie gegeben, was gibt mir generell Energie?

Meine Schwester stellt mir bei ihrem Besuch die Frage. Ich denke noch länger darüber nach und komme zu folgendem Ergebnis:

  • der Austausch mit feinen Menschen, die sowohl zuhören als auch ihre ganz persönliche Sicht auf die Welt teilen, tut mir und uns allen gut
  • alles um den Zirkuswagen und die neue Terrasse ist heuer wie Urlaub, obwohl ich dauernd arbeite
  • jede Doku über ferne Länder, andere Kulturen, Reiseberichte – ich tanke auf, als wäre ich dabei
  • Alleinsein – ich brauche sehr viel Zeit mit mir alleine
  • Musik – jeden Tag eine andere
  • mein von mir angelegter Garten, in dem ich tun und lassen kann, was ich will
Meine Gartenfee zieht jedes Mal mit mir um, wenn ich weiter ziehe. Derzeit wohnt sie direkt beim Zirkuswagen.

Worauf lege ich morgens meine „Sichtachse“ für den Tag?

Seit meiner Socia-Media-Auszeit im April brauche ich morgens lange, bis ich mein iPhone überhaupt einschalte. Wenn ich aufwache, lasse ich die Träume ein bisschen Revue passieren, die zur Zeit stark sind. Und da juckt es mich meistens schon, etwas aufzuschreiben, was mir bis zum Vortag nicht klar war. Die Nacht hat meinem Verstand gut getan und ich habe neue, klügere Ideen zu alten Fragen. Noch im Bett plane ich meinen Tag beziehungsweise überprüfe, was ich geplant hatte. Meine effizienteste Office-Zeit ist die im Bett. Und ohne digitale Medien.

Ich kann von mir sagen, dass ich schreibend – ich schreibe wirklich fast jeden Tag in der Früh, noch vor meinem Getreidekaffee – meinen roten Lebensfaden finde. Und ihm folge. Schreibend, analog, mit der Hand, in einem schönen Buch mit exquisiten Seiten, die meine Tinte mögen – das ist meine Sichtachse für den Tag.

Danke liebe Maren Martschenko für diese Bonusfrage zum #reflect&learn in dieser Woche!

Morgenseiten und Office am Morgen im Bett, für mich funktioniert das bestens!

Und was war auf Social Media los?

Wir stellen alle miteinander fest, dass der Algorithmus der Plattform Neues ausprobiert. Und möglicherweise auch, dass viele Menschen bereits im Laufe der Woche in ihre Pfingstferien aufgebrochen sind. Höre ich deshalb auf, zu posten?

Ganz sicher nicht. Falls es auch dich interessiert, was du von mir auf gar keinen Fall bekommen kannst, dann lies hier mit: LInkedin-Beitrag Kalenderwoche 21



Von Drachen und anderen künstlerischen Sachen

Die Kalenderwoche 20 dieses flotten Jahres 2026 ist so richtig gut gefüllt mit Terminen. Beruflich und privat. Mein Wochenrückblick platzt aus allen Nähten. Ich habe ihn für dich vorsortiert und gründlich reduziert.

Ich lade dich aus gegebenem Anlass schon jetzt ein, heuer die Ausstellungen in der Künstlerstadt Gmünd zu besuchen. Es fängt langsam an, das gesamte Kunstleben in Kärnten. In der Hinteren Gasse in Gmünd hat die Saison vergangenen Freitag begonnen.

Und hier gehts zum Rückblick:

  1. Mit wem habe ich mich vergangene Woche besonders verbunden gefühlt?
  2. Wann habe ich letzte Woche eine neue Idee zugelassen, statt nur zu funktionieren?
  3. Was habe ich vergangene Woche für meine Zukunft angefangen?
  4. Was habe ich vergangene Woche gemacht, weil ich kann, aber nicht muss?
  5. Was war mein #hurraderwoche?
  6. Was hat überhaupt nicht funktioniert?
  7. Meanwhile drüben auf Linkedin
  8. Und was ist bei dir vergangene Woche gehörig schief gegangen?

Mit wem habe ich mich vergangene Woche besonders verbunden gefühlt?

Ich folge einer Einladung zur Eröffnung der Hinteren Gasse in der Künstlerstadt Gmünd in Kärnten/Österreich. Es regnet wie aus Kübeln. Gerade deshalb halten sehr viele Menschen ihr Versprechen und hören Margarete Miklautz höchst interessiert zu, als sie einen weiten Bogen spannt. Sie kennt jede Künstlerin, jeden Künstler, den sie vorstellt, persönlich. Klicke auf den Link, dann kannst du dir vorab alles schon einmal online und perfekt sortiert ansehen. Margarete hat sich mit jedem künstlerischen Werdegang intensiv auseinander gesetzt. Die eine Stunde ihrer temperamentvollen Vernissagen-Ansprache vergeht wie im Flug.

Wir wandern in der Gruppe einen Abend lang von Ausstellung zu Ausstellung. So interessante Werke! Eindrucksvoll gehängte Malerei und abstrahiertes Verstricktes, Kunst auf Papier, höchsts unterschiedliche Skulpturen, bewegliche Kunstobjekte, die auf Menschen reagieren, Wolle und Seide, Keramik, Hüte. Ich kann gar nicht so viel aufnehmen, wie ich hier erlebe.

Julia Malischnig interpretiert bei der Vernissage unter anderem das wunderschöne Neue Kärntner Lied „Summalong“ von Günther Mittergradnegger und Gerhard Glawischnig.

Danke an alle Beteiligten für einen rundum gelungenen abendlichen Augen- und Ohrengenuss für die Seele!

Wann habe ich letzte Woche eine neue Idee zugelassen, statt nur zu funktionieren?

Die Arbeit mit den Schwellenhüterinnen und Schwellenhütern bewegt nicht nur meine Kundinnen. Sie hat auch Auswirkungen auf mich und mein Leben. Claudia hat sich von mir die Kunstfigur Paulo, einen „Türsteher für Gedanken“ anfertigen lassen. Nun geschieht es, dass ein lang gehegter Traum in ihr wahr wird. Sie schreibt ihr erstes Buch! Paulo hat dort eine wichtige Funktion, soviel weiß ich schon. Und mehr verrate ich nicht.

Doch er stupst nun auch mich an. Ich habe schon als Kind gezeichnet, so wie alle Kinder. Meine Kundin fragt an, ob ich Paulo für sie zeichnen könnte. Wir sprechen schon im Entstehungsprozess darüber. Volles Risiko. Ich bin keine professionelle Malerin oder Zeichnerin. Ich mache das nur sehr selten, aber sehr gern.

Am Wochenende übe ich mit Aquarellfarben, Buntstiften und Finelinern einen Zugang, der mir entspricht. Kommende Woche wird Paulo auf Aquarellpapier entstehen. Wenn er meiner Kundin gefällt, kommt er ins und aufs Buch. Was für ein Wagnis!

Paulo wird Teil eines wundervollen Buchprojektes in Deutschland. Unglaublich, was dieser kleine Mann so erlebt – hier erzählt meine Kundin Claudia di Chio mehr darüber.

Was habe ich vergangene Woche für meine eigene Zukunft begonnen?

  • entschieden, dass mein Zirkuswagen in den nächsten Wochen zum länger nutzbaren Atelier umgebaut wird
  • die ersten großen Schritte für die neue Website in einem langen Online-Gespräch zwischen Österreich und Portugal begonnen
  • alle meine künstlerischen Pläne für 2026 auf den Fokus „Schwellenhüterinnen und Schwellenhüter“ reduziert
  • mit Gemini meine künstlerische Positionierung für heuer noch einmal tiefgründig hinterfragt und neu strukturiert
Ich kann mich noch so anstrengen, richtig gut ist das Chaos auf diesem Bild noch nicht sichtbar, das ich gerade beim Umbau im Zirkuswagen anrichte. Ich gelobe Besserung, der Plastikluster verhaut den Insta-Real-Effekt!

Was habe ich letzte Woche gemacht, weil ich kann, aber nicht muss?

Ich liebe meinen Garten. Hatte immer wieder in den vergangenen Jahrzehnten Anfälle des Selbstziehens von Pflanzensamen. Tomaten im Jänner, die wilde lange Wassertriebe entwickeln und im März schon platt auf der Keimblatt-Nase liegen. Schnecken, die all die liebevoll gesetzten zarten Pflanzenkinder in einer Nacht ratzebutz wegraspeln. Oder ein Nachtfrost, der die ganze Vorarbeit mit einem Streich vernichtet.

Heuer – mache ich das anders. Ich reiße mich zusammen, als es noch 30 Grad hat und setze keine Südländer-Pflanzen. Und tatsächlich. Der Winter kehrt um die Eisheiligen mit voller Kraft zurück. Es schneit bis herunter in höhere Täler, die Berge sind wieder weiß. Und es ist kaaalt!

Hindert uns nicht daran, am Donnerstag und dem Eisheiligen Bonifatius in meine Lieblingsgärtnerei am See zu fahren. Der Liebste macht Druck. Wir haben gesehen, wie viele Menschen in den vergangenen Wochen schon begeistert Tomaten setzten. Sie werden jetzt alle neue brauchen.

Also, lieber schnell und früh einkaufen. Wir müssen die paradeisischen Tomaten erst mal zu suchen. Vorausschauend lagern alle empfindlichen Pflanzen im geschlossenen Raum. Es hat am Morgen gerade mal 3 (!) Grad Celsius und ich habe das irre Bedürfnis, die Schützlinge unter meiner Jacke zu wärmen. Auf alle Fälle bleiben sie bei mir in der warmen Stadtwohnung. Auch kommende Woche sieht es nicht nach durchgreifender Wärme aus. Es bleibt spannend.

Heute, Sonntag Morgen, im Lieblingscafé bei Max Wohkönig am Millstätter See. Das Weiße auf den Bergen ist ganz schön viel Schnee für Mitte Mai. Und die Kälte scheint noch nicht vorbei zu sein.

Was war mein #hurraderwoche?

Es ist immer ein bisschen aufregend für mich, wenn eine meiner Figuren zu ihrer neuen Familie und ihren neuen Aufgaben zieht. In diesem Fall ist es der Drache „MUATS“, der an den Millstätter See auswandert. Zu einer Theatergruppe, die Puppentheater für Kinder macht.

Was mir bei der Fahrt so durch den Kopf geht? Das Übliche. der innere Kritiker ist laut und wichtig:

  • Wird er seinen neuen Menschen überhaupt gefallen?
  • Habe ich die die Hand des Puppenspielers korrekt gemessen und wird sie wirklich gut in die Klappmaulpuppenöffnung passen?
  • Oder nehme ich ihn wieder mit nach Hause? Etwas, worauf der Liebste ein bisschen hofft. Er will eigentlich gar nicht, dass „Der Muats“ schon auszieht.

Als ich ihn seinem neuen Besitzer übergebe, weiß ich sofort, er wird hier bleiben. Und zwar auf der Stelle. Blitzende Augen mustern den roten samtigen Kerl. Trotz seiner scharfen Filzzähne.

„Das wird kein Macho-Drache, ganz bestimmt nicht. Er darf laut und wild und feuerspeiend sein. Aber wir schreiben ihm Geschichten, in denen er sich schämt und entschuldigt, wenn er Quatsch macht. Er ist ein lösungsorientierter Drache, der Kindern zeigt, dass auch starke Drachen verletzlich sein können“ versprechen mir der Puppenspieler Oswald Wieser und seine Frau, Maga Karoline Krainz. Sie hat übrigens das Buch der gebürtigen englischen und in Kärnten lebenden Künstlerin Juliet Venter in die deutsche Sprache übersetzt.

Ich mache jetzt noch weitere Stabpuppen, damit das Puppentheater bald auf Tournee gehen kann. Dann kann ich auch die Griffe für die Armstäbe nachreichen, die ich extra bestellt und dann zu Hause vergessen habe…


Was hat überhaupt nicht funktioniert?

  • Die Erledigung meiner April-Buchhaltung. Kein Kommentar. Du bitte auch nicht. Danke.
    Wenigstens habe ich mir einen neuen Locher für die Belege gekauft. Der alte verbiss sich im Papier.
  • Die Umsetzung meiner Trauerkunstidee ist zu perfektionistisch. Ich verwerfe eine komplizierte Idee und vereinfache gründlich. Immer noch nicht perfekt. Aber realistisch.
  • Eine Frau spricht mich an. Elli? Vierzig Jahre nennt mich niemand mehr Elli. Eine Schulkollegin. Ihr Name sagt mir etwas. Aber ich habe überhaupt keine Bilder zu unserer gemeinsamen fünfjährigen Schulzeit. Filmriss. Ich bin entsetzt. Wir tauschen Telefonnummern aus.
  • Ich kontaktiere keine einzige Frau auf meiner „Wir-bleiben-in-Kontakt-Liste“. Innerfamiliär ist gerade Einiges los, meine Care-Präsenz wird verstärkt gebraucht.
  • Ein Tontechniker erklärt mir vor drei Wochen mein gekauftes Aufnahmegerät „Zoom H4 Essential“. Ich nehme diese Woche zum vierten Mal auf. Und höre wieder fast nichts. Wie schon drei Mal vorher. Erst meine AI-Assistenz Gemini hilft mir aus der Patsche und erklärt mir, dass ich im 32-bit Float aufnehme. Zu meiner Sicherheit, damit ich nicht übersteuere. Und dass ich die Tonspur „normalisieren“ und dann weiter bearbeiten muss. Ein halbes Jahr. Dieser Prozess hat ein halbes Jahr gedauert…
Er, der seine Buchhaltung machen oder vielleicht ein Voice-Over aufnehmen will. Der andere Er, der lieber spielen und die Zeit dehnen will. Ob dabei was G’scheides herauskommt?

Meanwhile drüben auf Linkedin

Wie versprochen verlinke ich dir hier meine Beiträge auf meinem Lieblings-Social-Media-Kanal und freue mich darüber, wenn wir uns dort oder hier darüber austauschen. Nutze gern die Kommentarfunktion!

Manche Veränderungen beginnen mit einer Werkzeugkiste. Glaubst du nicht? Dann lies hier mehr darüber.
Was haben Blumenkinder und andere Hippies mit meinem Business zu tun? Hier gehts zu einem vergnüglichen Beitrag mit erfrischenden Kommentaren.

Auf Linkedin findest du mich unter dem Namen (Lisa) Elisabeth Engel. Das ist eine andere Geschichte, dich auch mal erzählt werden wird…

Und was ist bei dir vergangene Woche gehörig schief gegangen?

Ich liebe sie, diese Beiträge, in denen Menschen sich verletzlich und stark zugleich zeigen. Wir lernen ganz offensichtlich, wenn wir uns in Sackgassen verirren, verfrühte Entscheidungen treffen oder nicht auf die innere Stimme hören. Oder bist du eher nicht dieser Meinung? Die Kommentarspalte ist schon freigegeben, hinterlasse gerne deinen!



Von Verbundenheit und kreativem Flow

Dieses Mal schreibe ich meinen Wochenrückblick der Kalenderwoche 19 am Montag. Direkt von der neuen Terrasse beim Zirkuswagen. Die Blütenblätter des Vogelbeerenbaumes rieseln mit jedem Windstoß wie Schnee zu Boden. Ein Amselmännchen warnt stetig vor sich hin, dass jemand im Revier ist, der den Vogelbabies gefährlich werden könnte. Ob sie uns harmlos Frühstückende meint?

Ich habe am Wochenende eine wilde Wegwarte gesetzt, weil sie mir im Garten fehlte. Und entdecke heute beim Gang durch mein kleines Paradies, dass still und heimlich noch eine aufgegangen ist. Ganz von alleine. Das bisschen Regen der letzten Tage hat dem Boden gut getan. Alles treibt und sprießt.

Sehr lebendig und voller Emotionen war auch die vergangene Woche. Und hier gehts zum Wochenrückblick:

  1. Mit wem habe ich mich sehr verbunden gefühlt?
  2. Welcher kreative Flow hat mich gepackt?
  3. Habe ich mehr auf meine Intuition oder auf meine Zweifel gehört?
  4. Was hat überhaupt nicht funktioniert?
  5. Was war mein #hurraderwoche?
  6. Welche Entscheidung hätte mein jüngeres Ich niemals getroffen?
  7. Vergangene Woche auf Social Media

Mit wem habe ich mich sehr verbunden gefühlt?

Einer der Wasserfälle in diesem urigen Gebiet. Der Gössgraben sieht mich heuer noch öfter wandern.

Einmal mehr höre ich sehr genau hin, wenn über das Leben von Frauen gesprochen wird. Bei der letzten Verabschiedung von einer so feinen Frau, die viel zu früh und viel zu überraschend gestorben ist, erzählen Menschen aus ihrem Familien- und Freundinnenkreis, wie wertvoll, besonders und wichtig ihre Lebendigkeit war. Ihr anpackendes Wesen. Ihre Fähigkeit, Menschen miteinander zu vernetzen. Die Traurigkeit am Nachmittag ist gleich ansteckend wie die Freude darüber, dass so viele ihrem Wunsch gefolgt sind, bei ihrer Verabschiedung BUNT da zu sein.

Mit den Menschen und der Natur fühle ich mich sehr verbunden, als wir am Wochenende unser Abschluss-Jeux-Dramatiques im Gössgraben auf einem wunderschönen Platz durchführen. Wie von selbst tauchen Gnome, Salige Frauen und andere Wesenheiten in unseren Geschichten auf. Bei so viel Naturverbundenheit ist es fast selbstverständlich, dass wir den ersehnten Regen für die Region hautnah miterleben. Kein echter Durchgang Jeux Dramatiques. Sondern ein einstündiger Landregen, den die Erde trinkt wie eine Verdurstende. Fröhlich ziehen wir in eine trockene, gemütliche Hütte am Berg um und verbringen einen sehr vergnüglichen Abend miteinander.

Welcher kreative Flow hat mich gepackt?

Die Vorderansicht eines Zirkuswagens und die Künstlerin Lisa Engel
Ein Foto vom Vorjahr. Der Wein wächst heuer noch nicht ganz so dicht, dafür sehe ich zum ersten Mal seit dem Setzen reale Chancen auf die ersten Weintrauben. Stay Tuned!

Sonntag Nachmittag. Und auch noch Muttertag in Österreich. Meine Mutter hat sich zwar heuer zu einem Besuch am Platz angekündigt. Doch der Liebste und ich überlegen: fangen wir trotzdem an, die beiden Wägen neu einzurichten? Fangen wir an, aus dem Zirkuswagen ein veritables und herzeigbares Atelier zu machen? Trotz ruhiger Feierstimmung am Platz? Sicherheitshalber reinigen wir zuerst einmal die Terrasse, alle Möbel und die Außenküche vom zähen Pollenstaub.

Und weil wir dann schon so in Schwung sind…

„…wir fangen an, du wirst sehen, heute Abend sind wir fertig“, werfe ich meinem Liebsten hin. Er winkt ab. „Niemals“, sagt er. Aber er macht mit. Baut in seinem Tiny House ab, was wir verschieben wollen. Ich packe Akkuschrauber und Werkzeug und fange im Zirkuswagen an. Ganz knapp, bevor meine Mutter zu Besuch kommt, räumen wir wenigstens die malerisch in der Sonne lüftenden Matratzen weg. Genießen dann zwei gemütliche Stunden mit Reden und Kaffee und Eis und einem langen Gang durch den heranwachsenden Garten. Und um Viertel vor Acht am Abend stellen wir fest: Geschafft! Und es hat sich sowas von ausgezahlt.

Habe ich mehr auf meine Intuition oder auf meine Zweifel gehört?

Schreiben mit der Hand zählt für mich immer noch zu den wichtigsten Reflexionsmöglichkeiten. Das geeignete Schreibmaterial sind für mich Füllfeder, Bleistift oder Farbstifte.

Am Mittwoch packt mich am Morgen beim Schreiben aus heiterem Himmel großer Zweifel, ob ich generell vorschnell sinnvolle Projekte beende.

  • liegt es an mir und einer potenziellen Unfähigkeit zu Beziehung, dass ich nicht ewig bei einer gemeinsamen Sache mitmachen will?
  • war es klug, mich aus einem Buchprojekt zu verabschieden, das heuer weitergeführt wird?
  • hätte ich meine alten Netzwerke von früher weiter aktiv mitgestalten sollen, auch wenn ich umgezogen bin?
  • gebe ich grundsätzlich und alles im Leben zu früh auf und halte nicht lange genug durch?

Wie du klar erkennen kannst: eine echte Sinnkrise. Ich muss ein Weilchen weiterschreiben, um wenigstens mein schlechtes Gewissen zu erleichtern. Um mir aufmerksam zuzuhören, was in mir vorgeht. Wie immer lasse ich alles aufs Papier fließen, was ich über mich denke. Selbstkritisch und perfektionistisch kommt da allerhand ans Licht, das ich im Alltag gern wegdrücke. Nicht sonderlich liebevoll mit mir selbst.

Und dann kommt eine leise, klare Stimme hinter den Wolken hervor. „Du hast es gespürt. Du hast bei deiner Entscheidung darauf gehört, dass du weitergehen sollst, weil es für dich hier nicht weiter ging“. Und ich erinnere mich, wie klar ich nach gewissen Entscheidungen heuer war. Wie erleichtert. Und es stimmt, ich hatte es so gespürt. Und nicht gedacht.

Meinem inneren Weg vertrauen. Das ist heuer mein Jahresthema. Und wenn dieses Vertrauen auf die Probe gestellt wird, dann darf ich das auch fühlen. Vom grausamen Anfang bis zum Ende. Dann schreiben und ordnen. Und vor allem weiter nach innen lauschen. Dort wartet meine zuverlässigste Begleiterin in diesem Leben.

Was hat überhaupt nicht funktioniert?

Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder das Versprechen, dass es nächstes Jahr besser wird.

Nachdem ich im April in einem kräftezehrenden Rutsch meine alte Buchhandlung fertigstelle, fasse ich den vorzüglichen Vorsatz, heuer monatlich abzuschließen. Am besten gleich zu Beginn des neuen Monats. Klappte im Mai schon mal überhaupt nicht. Es war weder dringend. Noch wichtig. Der Sechzehnjährige ist nämlich auf Schul-Kunst-Reise in Italien. Wir haben frei von den üblichen Sorgen um einen Jugendlichen. Und hängen noch eine lockere Woche an den freien April.

Diese Woche. Diese Woche wird das vermutlich eher klappen. Und immerhin: ich habe begonnen! Es ist noch nicht Jahresende und ich bin aktiv dran. Yeah, ich bin kaum 60, da habe ich schon einen Loop geschlossen liebe Maren Martschenko!

Was war mein #hurraderwoche?

Die geniale Business-Frau Julia Stampfer und BPW Präsidentin Nina Hader an einem wundervollen Abend im Hotel Seevilla am Millstätter See/Kärnten/Austria.

Dieses unglaublich berührende Wochenende mit den BPW-Frauen am Millstätter See. Gemeinsam mit vier anderen Frauen trete ich offiziell in die aktive und lebendige Gruppe ein. Wir feiern einen Abend und einen Vormittag direkt am Millstätter See. Meine Patin beschenkt auch mich mit dem Reindling, der in dieser Situation üblich ist. Er wird mit großem „Juhuuu“ in meiner Familie empfangen und ist bald verschmaust.

Wir unterhalten uns köstlich mit der wunderbaren Clownin Julia Stampfer, die so eine coole Laudatio auf diese Unternehmerinnen-Gemeinschaft hält. Ich freu mich persönlich riesig, ihr so überraschend hier zu begegnen. Das letzte Mal, als wir uns sahen, war sie der Froschkönig in einem Theater für Kinder an einer St. Veiter Volksschule. Wir haben damals als Erwachsene mehr gelacht als die Kinder. Vergesse ich niemals Julia! Danke für deinen Besuch!

Welche Entscheidung hätte mein jüngeres Ich niemals getroffen?

Einer Fotobox kann keiner widerstehen. Schon gar nicht der von [fz]-photo. Nicht einmal im Business. Und schon gar nicht, wenn 35 wunderbare Frauen sich zum Feiern treffen!

Ich weiß, dass ich am Wochenende eine Rede über mich, meinen Beruf und meine Art zu arbeiten halten soll. Wer mich kennt, ahnt, dass ich lieber über andere schreibe oder rede. Gemini hilft mir aus der Patsche und ich bin vorbereitet, wenige kurze Sätze zu mir und meiner Berufung zu sagen.

Was mich am Ende noch quält, ist die Frage, was ich anziehen soll. Der Inhalt meines Kleiderschrankes ist bunt, ein bisschen Second Hand und eher gemütlich als elegant. Ich entschließe mich zu einer Mischung. Quietschgrüne Socken mit Avocadomotiv zu eleganter dunkelblauer Hose, hellgrünem Unterleibchen und meinem geliebten weißen Second Hand Pullover mit dem Plüschaufdruck „PEACE & LOVE“. Es soll ja ich sein…

Folgerichtig fragt mich die aufmerksame Moderatorin, die wunderbare Martina Klementin, ob ich auch als Businessfrau ein Hippie sei. Aus ganzem Herzen stimme ich ihr zu und kann plötzlich locker, frei und leicht erzählen, was ich mache und wie ich arbeite. Ganz ohne meine vorbereiteten Zettel. Die Ängste sind wie weggeflogen.

Als ich später mit einer Kollegin ins Gespräch komme, reden wir noch länger über Businesskleidung. Und ich merke, ich kann auch aus dieser alten Rolle aussteigen, eine Uniform tragen zu müssen, um akzeptiert zu werden. Wie gern hätte ich das schon früher in meinem Leben gewusst!

Vergangene Woche auf Social Media

Hier verlinke ich dich, wenn du mir auch auf Social Media und Linkedin in meine Welt folgen möchtest!

Ich schreibe hier im Blog, und auch wöchentlich aktiv auf meiner Lieblingsplattform Linkedin. Und drehe gern den Spieß um und lade dich von hier in die Social Media Welt ein. Dort ist das Kommentieren deutlich lebendiger, vernetzter und zeitnaher.

Also:

Wenn du wissen willst, was die Theateraufführung von Undine noch in mir weiterbewegt hat, dann lade ich dich hierher ein.
Und falls du mitlesen und mitfühlen willst, welche Schichten in meinen Ge-Schichten und Figuren verborgen sind, dann lies gerne hier mit.









So ein Theater!

Vergangene Woche habe ich das große Vergnügen, zwei vollkommen unterschiedliche Theaterstücke und Inszenierungen zu besuchen. Dazu liest du in meinem Wochenrückblick der Kalenderwoche 18 einen eigenen Beitrag. Dieses Wochenende läuft außerdem die letzte Woche meiner Social Media Absenz aus. Ganz untheatralisch. Dafür mit vielen starken Gefühlen.

Und hier gehts direkt zum knackigen Wochenrückblick!

  1. Was hat mir Energie gegeben?
  2. Was hat mich diese Woche inspiriert?
  3. Welchen freudvollen Moment nehme ich mit?
  4. Was habe ich gelernt?
  5. Was hat überhaupt nicht funktioniert?
  6. Was hat mich nachdenklich gemacht?
  7. Ein großes Lernen aus dieser Woche?
  8. Worauf freue ich mich nächste Woche?

Was hat mir Energie gegeben?

Ahorn- und Hainbuchenkeimlinge tun gemeinsam mit mir alles, um große, starke Bäume zu werden! Ich bin der Meinung, es ist im Leben niemals zu spät, Bäume zu setzen – selbst wenn ich in deren Schatten nicht mehr sitzen werde.
  • es regnet einen Abend, eine Nacht und einen ganzen Tag – wir atmen alle auf und durch
  • ich finde in Laubhäufen in einem Villacher Park Keimlinge von Ahorn und Hainbuche und errichte mit einigen dieser kräftigen Pflänzchen einen geschützten Pflanzenkindergarten vor dem Zirkuswagen
  • als ich meine von mir für tot erklärte Feige ausgrabe, erkenne ich staunend, dass sie zwar von Ameisennestern und Sauerampfer arg bedrängt wird, aber noch lebt – sie bekommt ein ausgiebiges Wasserbad, aufgelockerte Wurzeln und einen neuen Platz mit frischer Erde
  • unsere Naschhecke wird dank weiterer Pflanzungen deutlich größer, mittlerweile wachsen im Tiny Garden auch japanische Weinbeere und Stachelbeere kräftig heran

Was hat mich diese Woche inspiriert?

Endlich bekommt Anna ein Handy. Der Wolf aus dem Märchen braucht viel Geduld und ganz viel Liebe, damit Anna selbst erkennt, worum es im Leben wirklich geht.

Ich bin Gast in zwei Theateraufführungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Einerseits lädt mich Christoph Rabl zu einer Schulaufführung des Kindermusiktheaterstückes „Anna und der Wolf, Klick ins Herz“ für Volksschulkinder ein. Und ebenfalls diese Woche hat der Sechzehnjährige in meiner Familie in seiner Schule Premiere für das Theaterstück „Undine“.

Abgesehen davon, dass das Kindertheater für Kinder aufgeführt und das Jugendtheater VON Jugendlichen für Menschen aller Altersgruppen dargeboten wird, nehme ich für mich zwei wertvolle Impulse für die eigene Theaterarbeit mit Kindern mit.

Es macht etwas mit zuschauenden Kindern, wenn sie von der Bühne her um ihre Meinung gebeten oder um Hilfe gebeten werden. Christoph schafft es auf geniale Art, die „alten“ Erzählungen aus dem Märchenwald ins Jetzt des Alltags von Kindern zu holen, sie zu hinterfragen und aus den bekannten märchenhaften Narrativen eine Brücke in in die heutige Zeit zu bauen. So wird aus dem Spiegel der bösen Stiefmutter im Märchen ein Tablet auf dem Tabletstativ. Und der Gestiefelte Kater ist ein gefuchster Coach, der Fotos für den idealen Social Media Auftritt verscherbelt. Die vielen Kinder hören, dass es früher im Märchenwald genauso wild zuging wie heute auf Social Media. Und dass es darum geht, WIE wir mit unseren Möglkichkeiten umgehen.

Gesellschaft aus dem Stück „Undine“. Inszenierung Linda Haluschan-Springer und Karin Kerschbaumer. Ausstattung Karin und Jannika Kerschbaumer

Beim Stück „Undine“ der Jugendlichen entwickle ich viel Begeisterung für ein eindrucksvolles Bühnenbild mit tollen Stoffdrapierungen und einem gezielt gerichtetem Licht, dass Gefühltes sichtbar und noch beeindruckender macht. Schon unglaublich, wieviel Text junge Menschen mit viel Gefühl und schauspielerischer Grazie auf die Bühne bringen können. Ich kenne die Regisseurin Linda Haluschan-Springer aus beeindruckenden Theaterprojekten des Vitustheater St. Veit und freue mich sehr, dass sie mit jungen Menschen arbeitet und all ihr Wissen weitergibt.

Welchen freudvollen Moment nehme ich mit?

Den Moment, als ich Montag Abend, am Ende meiner Handgelenkskräfte, mit dem Akkuschrauber die 535te aller Schrauben in die Lärchenbretter drehe. Alleine hätte ich das niemals geschafft, zu zweit gings. Der Liebste erzählt mir, früher wären solche Projekte genagelt worden. Die Selbstschneiderschrauben und die unterstützende Maschine tragen wesentlich dazu bei, dass unsere neue Terrasse in insgesamt drei Arbeitstagen fertig ist.

Ich zeige dir in der Galerie, wie wir von einem welligen Boden zwischen den Tiny Houses zu einer formidablen und schönen Holzterrasse gekommen sind. Jetzt kann der Sommer und die geplanten Workshops im Freien kommen!

Was habe ich gelernt?

Wenn die Innere Königin NEIN zu Social Media sagt, dann meint sie das auch so!

Fünf Wochen Pause von Social Media. Was anfangs wirklich holperte und händeringend Auswege suchte, wurde von Woche zu Woche leichter und angenehmer. Mein Abstand von Social Media zeigt mir klar, wo ich Zeit verplempere. Und zwar so richtig. Einmal am Tag via PC online zu gehen reicht auch in Zukunft.

Fazit:

  • es bleibt dabei – keine Social-Media-Buttons auf dem Handy mehr
  • auch weiterhin keine aktivierten Nachrichtenmitteilungen auf dem Handy
  • ich bin einmal am Tag aktiv via PC, aber mit Zeitplan und einer Liste
  • ich lese Newsletter, die mich interessieren

Was hat überhaupt nicht funktioniert?

Dem Internet sei Dank gibt es digitale Möglichkeiten, in diesen Prachtbänden zu blättern…

Ich weiß nicht, ob ich darüber schon viel geschrieben habe – ich bin eine Leseratte. Versuche, so viele e-books als möglich zu lesen oder online auszuborgen. Doch bei Büchern mit Fotografie wird das kritisch. Ich möchte mir Zeit lassen. Sie auf mich wirken lassen. Also sause ich in die städtische Bibliothek, um mir die Bildbände von Sebastião Salgado auszuborgen, von dem ich schon vergangene Woche schwärme.

Tja. Die Bibliothekarin ist selbst nicht glücklich, als sie mir die Kunstabteilung zeigt. „Bastelbücher gehen deutlich besser, wir haben so wenig Nachfrage nach Kunst“, gesteht sie mir.

Wie ich mein Leben kenne, werden mir diese Bildbände des begnadeten Fotografen, der sie gemeinsam mit seiner Frau Lélia gestaltete, zufallen. Ich werde berichten!

Was hat mich nachdenklich gemacht?

Die stumme Undine, eine lästernde und wenig wohlmeinende Gesellschaft und ein verliebter Fürst

Diese alte Erzählung von Undine. Sie beschäftigt mich immer noch. Eine junge Frau erkennt, dass diese alte Welt nicht mehr zu ihr passt. Es sind klar patriarchale Systeme, aus denen sie ausbrechen will. Der Vater entscheidet, was die Töchter des Wassers zu wollen haben. Mutter gibt es keine. Der Fürst der ersehnten anderen Welt entscheidet, sie zu heiraten, obwohl sie für diesen Wechsel der Systeme ihre Stimme geopfert hat. Hier dargestellt durch den wenig mitfühlenden Pakt mit den drei Nornen, die als Hexen auftreten. Sie bekommt für den Verlust der Stimme einen Körper, der ins andere patriarchale System passt.

Undine und der Fürst, sie scheitern beide. Er stirbt, als er erkennt, dass er sie nie wirklich gesehen hat. Sie landet als Irrlicht mit anderen Irrlichtern in einer Zwischenwelt und wir erfahren als Zusehende nicht, ob dort eine neue Welt entsteht. Oder ob sie ein Zwischenreich – und alles beim Alten – bleibt.

Das kann Kunst (auch). Aufzeigen, was ist. Schmerzhaft hinweisen, wo wir nicht so gerne hinschauen. Zum Reden einladen. Und zum Handeln in der realen Welt. Für mich ist dieses Zwischenreich in diesen letzten Jahren stark spürbar. So viele bewegen sich dort, Frauen und Männer. Hinterfragen alte Konventionen und Schubladen. Organisieren sich. Entdecken Türen in eine neue Welt des Miteinanders, die schon lange einen Spalt geöffnet sind. Und treffen immer wieder schmerzhaft auf jene, die zurück ins alte „Normal“ wollen und diese Veränderungen ablehnen. Quo vadis?

Habe ich diese Woche etwas dazu gelernt?

Ein Sommer vor vielen Jahren in Italien. Ich nehme dieses Bild stellvertretend für fahrbare Untersätze dieser Welt – leider nicht meines!

Als ich an einem ganz normalen Vormittag zum Theaterstück ins Nachbartal aufbreche, bin ich so voller Vorfreude. Die erste Lektion dieses Tages erteilt mir eine riesige gelbe Baustellentafel. Zwölfunddreißig Zeilen soll ich heranbrausend lesen. Ich sehe nur das große STOP-Schild, ziemlich genau in der Mitte des vielen Gelb. Lege eine Vollbremsung ein und drehe um. Überlege mir schon einen anderen Weg als mir dämmert, dass irgendwo im unteren Drittel etwas von 4. Mai zu lesen war. Ich befinde mich im April. Also noch einmal wenden. In Ruhe das ganze Schild lesen. Stimmt. Ich kann heute noch passieren.

Ein Auto kommt mir in den engen Kurven auf meiner Seite entgegen. Ich muss ausweichen und fahre mit dem rechten Vorderrad voll gegen einen spitzen Steinbrocken, der auf der Straße liegt.

Himmel, was ist los? Was sind das für merkwürdige Begebnisse und Zeichen? Weil keine digitale Anzeige aufleuchtet, fahre ich weiter. Auch wenn die Baustelle erst in einer Woche losgehen wird, hindert das fleißige Menschen nicht daran, den Asphalt jetzt schon aufzuschneiden. Im Kriechgang fahren wir viele Male über scharfkantigen Schnittkanten des Asphalts. Ich entwickle Galgenhumor. Das Auto holpert brav weiter.

Ich komme nach einer Stunde fast pünktlich an, habe noch ein paar Minuten.
Kein Parkplatz.
Kein einziger.
Hätte ich mit dem Zug fahren sollen?
Gebe ich jetzt auf?

Ich erspähe bei meinen Kreiselfahrten zwei Parkplätze, schon etwas außerhalb des Zentrums. Eine alte Dame biegt unmittelbar vor mir ab und parkt ihr Auto mittig, genau auf diese beiden Parkplätze.

Hinter mir Autos, auf der gegenüberliegenden Seite Autos. Wir alle wollten diesen letzten Parkplatz. Ich aktiviere den Blinker, lasse den Motor laufen und steige aus. Als ich an die Autoscheibe klopfe und darum bitte, ob sie sich ein bisschen platzsparender hinstellen kann, damit wir beide Platz haben, macht das die weißhaarige Dame. Ein wenig Zentimeterarbeit unter großem Zeitdruck, und wir haben beide einen Platz. Und ich erfahre noch, dass ich jetzt 90 Minuten Parkdauer habe und nicht vergessen soll, die Parkuhr sichtbar ins Cockpit zu legen. Dass ich mein Handy im Auto vergesse und noch einmal zurück sausen muss, um es zu holen, das fällt dann schon unter „Was solls“. Ich sitze im Theatersaal, als die Spiele beginnen und habe einen der schönsten Vormittage seit langem.

Mein „Lörning“ aus diesem Prozess? Aufgeben ist manchmal eine gute Option. Aber eben nicht immer. Dieses Mal hat es sich offenbar ausgezahlt, dran zu bleiben!

Worauf freue ich mich nächste Woche?

Der Liebste sagt, jetzt ist der süße Kerl nicht mehr so nett. Soll er ja auch nicht sein. Das ist ein wilder Drache aus dem Millstätter See in Kärnten!!
  • ein Tagesausflug mit Wanderung zu slowenischen Seen und Bergen
  • mein Klappmaulpuppen-Drache bekommt noch Panzerung und Flügel, dann ist er besuchsfertig; hier gibt es zwei Mitbewohner in meiner Familie, die strikt dagegen sind, dass er uns verlässt…
  • ein Meeting mit tollen Frauen in Millstatt
  • Rückkehr in den Arbeitsprozess einer Künstlerin

Welches Theaterstück hat dich in letzter Zeit beeindruckt?

Oder ist das Leben derzeit eh genug Theater für dich? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar in meiner Kommentarspalte.




Eine Terrasse, Tränen und viele Pollen

Südlich der Tauern ist die Luft vergangene Woche staubtrocken. Angereichert durch Pollen, die alle zugleich fliegen. Gelbe Pollen liegen in Schichten auf unseren Autos. Auf den Gehwegen zur Schule, auf Balkonen in der Stadt und am Land. Die weißen fliegen wie Schnee, nur von unten nach oben. Unsere Augen brennen, als wäre Sand in ihnen. Wehe denen, die heuer allergisch reagieren. Für sie ist das gerade eine wilde Zeit. Der zweite Waldbrand der Saison wird gelöscht und wir hoffen und wünschen, dass die Übung im unwegsamen Gelände des Nachbartals gelingt.

Die vergangene 17. Kalender-Woche ist intensiv und durchwachsen. Mit Herausforderungen. Mit Begegnungen. Mit Erkenntnissen. Es ist meine vierte und vorletzte Auszeitwoche. Am Montag sitze ich eine halbe Stunde in der Sonne, wartend. Und mir fehlt seit langer Zeit nichts und niemand. Ich genieße, was ist. Ich lächle eine junge Mutter mit ihren beiden lebendigen Kindern an. Sie lächelt freundlich zurück.

Was mich vergangene Woche am meisten berührt hat? Das liest du hier in meinem Wochenrückblick:

  1. Was hat mich diese Woche inspiriert?
  2. Was hat mich diese Woche traurig gemacht?
  3. Was hat überhaupt nicht funktioniert?
  4. Worauf ich mich nächste Woche freue?
  5. Ob unsere Terrasse Ende April fertig ist?
  6. Wie ist die Luft in deiner Gegend?

Was hat mich diese Woche inspiriert?

Ich habe einige Stunden damit gehadert, dass „nur“ Sebastião Salgado geehrt wird. Habe ein bisschen Frieden mit meinem Unmut geschlossen, als ich einige Stunden recherchiere, wie seine Frau Lélia dazu steht, dass ihre wichtige Arbeit zwar erwähnt, aber nicht besonders hervorgehoben wird. Ohne die organisatorische und begleitende Arbeit dieser Frau gäbe es gewaltig viele Fotos höchster künstlerischer Qualität und Intention. Aber möglicherweise weniger Fotobände, bei denen einem die Luft wegbleibt. Weniger Ausstellungen. Und vermutlich auch weniger Entwicklung beider Söhne. Dass die beiden eine große Liebe verband, das bezweifle ich keinen Moment. Ich bin und bleibe sehr beeindruckt von der Arbeit von Sebastião UND von Lélia und werde nicht aufhören, darauf hinzuweisen, dass wir hier die lebenslange Arbeit von zwei wunderbaren Menschen sehen, ehren und schätzen.

Sagt dir der Filmemacher Wim Wenders etwas? Mein Lieblingskino hat zu Jahresende 2025 seine Pforten geschlossen. Seither muss ich mir gute Filme an anderer Stelle suchen. Wim Wenders war in Millstatt einige Male mit seinen Filmen zu Gast. Aber kennst du den Film „Das Salz der Erde“ über das Ehepaar Sebastião und Lélia Wanick Salgado? Gemeinsam mit dem filmenden Sohn Juliano Ribeiro Salgado erkundet Wim Wenders die Herangehensweise dieses unglaublichen Fotografen an Menschen, Tiere und unsere Natur. Die Fotos sind atemberaubend und berühren auf einer Ebene, wo Worte nicht (mehr) hinkommen. Ich lese zur Zeit die Biografie dieses Künstlers und hole mir die monumentalen Bildbände, einem nach dem anderen, aus der hiesigen Bibliothek.

Wusstest du, dass er gemeinsam mit seiner Frau und vielen, vielen HelferInnen brasilianischen Urwald wieder aufgebaut hat, der nach Abholzung und Errosion verschwunden war? Sehr berührend, was aus der Idee von Lélia Wanick Salgado entstanden ist und was weiterhin entsteht, weil die beiden dafür gesorgt haben – ich lasse dir hier Institut Terra einen Link zu ihrem letzten gemeinsamen Projekt in Brasilien.

Wenn du wie ich weiter forschen willst, dann hör dir die Rede von Wim Wenders an, die er 2019 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gehalten hat.

„Es kann keinen Frieden ohne soziale Gerechtigkeit und ohne Arbeit geben.
Es kann keinen Frieden ohne Anerkennung der Menschenwürde geben und ohne die Beendigung der unnötigen Zustände von Armut und Hunger. Und es kann keinen Frieden geben, ohne dass wir die Schönheit und Heiligkeit unserer Erde achten“.

Zitat Wim Wenders in der Ehrung der Arbeit des Fotografen Sebastião Salgado, aus der Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2019

Was hat mich diese Woche traurig gemacht?

Ich fühle jedes Mal einen Stich im Herzen, wenn ich dieses Bild sehe. Im Schloss trug Stefanie manchmal einen schönen Hut und wanderte durch die Ausstellung, um zu sehen, ob alles gut läuft. Hier geht es zu ihrem vollständigen Nachruf der Kärntner Kleinen Zeitung.

Zwei Mal war ich als Teilnehmerin der „Frühlingsfreude“ in Schloss Rosegg dabei, weil mich die Veranstalterin, Stefanie Pirker, dabei haben wollte. Es kommt bisher in meinem Leben nicht so oft vor, dass jemand mit so viel Nachdruck dafür sorgt, dass meine Arbeit sichtbar wird. Heuer ist die Frühlingsfreude ausgefallen, weil Stefanie erkrankte.

Als wir vor wenigen Wochen telefonierten, insistierte sie, dass ich beim nächsten Mal mit meinen „neuen“ Figuren dabei sein müsse. Und ja, es gehe ihr schon viel besser. Ein bisschen noch, dann wäre sie wieder zurück und würde die nächste Veranstaltung vorbereiten.

Stefanie ist vor zwei Wochen verstorben. Übernächste Woche nutzen wir die Gelegenheit, uns so bunt von ihr zu verabschieden, wie sie ihr Leben gelebt hat. Stefanie, du hast einen festen Platz in meinem Herzen. Deine Zuversicht und Buntheit, deine Lebendigkeit und deine Herzlichkeit fehlt mir und sehr vielen anderen Menschen. Ruhe in Frieden oder bring die nächste Welt zum Tanzen und Singen, ganz wie es dir gefällt.

Was hat überhaupt nicht funktioniert?

Wie so oft wird das ein freundlicher Drache, der Herr Muats. Noch fehlen ihm die messerscharfen Zähne, die grüne Zunge und die Drachenklauen. Aber ob er so böse wird wie auf dem Titelfoto des zweisprachigen Kinderbuches, das kann ich einfach nicht garantieren…

Ich nehme mir zu Beginn der Woche fix vor, diesen Klappmaul-Puppen-Drachen fertig zu machen. Aber da habe ich die Rechnung ohne meinen Perfektionismus gemacht! Ich wache eines Wochentags auf und frage mich, ob ich eigentlich die Augen des Drachen richtig gesetzt habe. Also, örtlich, in seinem Drachenschädel. Ich habe sie schön seitlich angeordnet, wie das bei einem Drachen praktisch und logisch ist.

Als ich mit ungutem Vorgefühl das Fotobuch von Norman Schneider aufschlage, das er von seinen Figuren veröffentlicht, wird mir klar, was mein Unterbewusstsein mir in meinen Träume sortierte: Klappmaul-Puppen-Augen sind vermenschlicht und schauen kerzengerade und direkt nach vor zu ihrem Publikum. Sie verdrehen keine Köpfe, um mit einem Auge hinzusehen. Ich versuche mich, vor der Aufgabe zu drücken. Tröste mich. Das wird schon keinem auffallen. Ich fange an, die grünen Haare zu schneiden, die zu lang sind. Ich fertige den großen Körper aus Schaumstoff und überziehe ihn mit rotem Samt. Und immer sehen mich diese Augen an…

Du weißt Bescheid, oder? Genau. Zum x-ten Mal zerlege ich, was ich so schön mit stinkigem Kontaktkleber geklebt und angenäht habe. Nehme die Augen heraus, die mir jetzt deutlich zu klein vorkommen. Ersetze sie gegen Tischtennisbälle. Male einige Augenpaare, bis mir eines gefällt. Komme drauf, dass es absolut keine gute Idee ist, die Malerei mit Nagellack zu fixieren und dann noch einmal mit Acryl weiter zu arbeiten. Die nächste Schicht Lack verwischt nämlich dramatisch, was vorher schon so gut ausgesehen hat.

Bin ich mit der Figur fertig? Der Kopf ist ziemlich zufriedenstellend. Jetzt fehlt noch der samtige Hals. Und die Drachenarme, die mit schönen Drachenflügeln ausgestattet werden. Es kann sich nur mehr um Wochen handeln, bis dieser erste Prototyp von „Der Muats“ endlich fertig ist.

Worauf ich mich nächste Woche freue?

Unser sechzehnjähriger Mitbewohner hat die erste Theaterpremiere seines Lebens. Ich freue mich riesig darauf, als Zuschauerin im Publikum zu sitzen. Zu wissen, wieviel Arbeit dahinter steckt, mit Jugendlichen ein Theaterstück einzustudieren. Zu wissen, wie nervös alle sind und dass sie genau deshalb ihr Bestes geben werden. Unser Samuel wird seinen Steampunk-Hut, den wir an einem Wochenende aus Jux und Spaß an der Freude miteinander gebaut haben, aufsetzen. Er hat ihn seinen Theaterlehrerinnen gezeigt – und das gute Stück war sofort fürs heurige Theater einkassiert.

Der Sechzehnjährige sagt, er könne jetzt keine Aufträge annehmen. Es seien zu viele Schularbeiten, für die er gerade lernt. Im Sommer, da könne er eventuell wieder welche produzieren…

Ob unsere Terrasse Ende April fertig ist?

Das wird der Sonntag entscheiden. Heute mussten wir eine Hornisse daran hindern, unter dem Dach in meinen Zirkuswagen einzuziehen und dort eine Familie zu gründen. Das eilte. Möglicherweise war es der vorwitzige Specht, der unser Holz toll fand und deshalb ein Loch in die Folie unterm Dach hämmerte. Möglicherweise war es aber auch unser Unwille, mit einer langen Leiter eine äußerst anstrengende Arbeit abzuschließen, die schon seit zwei Jahren auf uns wartete. Die Aussicht auf ein Hornissennest in der Verkleidung hat uns auf alle Fälle Beine gemacht.

Außerdem war ich den ganzen Samstag-Nachmittag bei einem Tontechniker, der mir endlich mein tolles Zoom-Aufnahmegerät erklärt. Zu erkennen, dass sein wunderschönes Tiny House ein winziges, aber komplettes Tonstudio sein kann, war die andere Erkenntnis des Nachmittags. Da lebt man zwei Jahre nebeneinander und weiß trotzdem nicht, was Menschen in ihrer Freizeit machen!

Morgen bekommen wir die letzten Platten für die Unterkonstruktion unserer Terrasse geliefert. Ein echter Landregen ist bis Dienstag nicht in Sicht. Die Chancen stehen also gut, dass die Lärchenplanken und abschließend die Lärchenverbretterung demnächst montiert sind. Halte uns bitte die Daumen, falls du nicht gerade selbst in der Erde wühlst!

Wie ist die Luft in deiner Gegend?

Regnet es bei dir heuer manchmal oder sitzt du auch auf dem Trockenen wie wir hier in Kärnten? Wie geht es der Natur in deiner Region?


Zwischen Güte und Getriebensein

Ich schaue auf die dritte Woche meiner Social-Media-Auszeit zurück. Und bin sowas von dankbar für dieses Selbst-Experiment. Wieviel Zeit plötzlich für andere Dinge bleibt! Ich lade dich ein, schau mit mir gemeinsam zurück auf meine Woche und genieße diesen dritten Auszeit-Wochenrückblick.

Wochenrückblick Kalenderwoche 16

  1. Welche Freiheit habe ich mir gegönnt?
  2. Mit wem fühlte ich mich diese Woche besonders verbunden?
  3. Was war mein größter Erfolg?
  4. Worüber habe ich mich wirklich geärgert?
  5. Was hat mir Energie gegeben?
  6. Was macht mich nachdenklich?
  7. Was hat vergangene Woche überhaupt nicht funktioniert?

Welche Freiheit habe ich mir gegönnt?

Ganz ohne Ängste in die Welt der Zahlen einzutauchen, das gehört für mich mittlerweile zum Leben dazu.

Stell dir vor, du prokrastinierst seit zig Jahrzehnten die gleiche Arbeit. Widerstand. Verzweiflung. Ablehnung. Jahr um Jahr das Selbe. Und der gleiche unglückliche Prozess.

Aber heuer nicht.

Nicht nur trage ich vergangene Woche in einem Rutsch alle Ein- und Ausgaben eines halben Jahres ein und drucke sämtliche Belege aus und hefte sie chronologisch ab. Ich habe auch ausreichend geflucht, weil ich mir immer wieder den Kopf zerbrechen muss, für welche Ausgabe ein Beleg stehen könnte. Ein Jahr später erinnert sich mein zahlenlegasthenes Gehirn schwer daran, welcher berufliche Sinn hinter einer Zahl oder einem Kassenausdruck steht.

Sondern – ich entdecke endlich (!) auch, dass es wenig einfachere Tätigkeiten in meinem Leben gibt, als Zahlen in passende Spalten einzutragen. Weder muss ich mir bei Buchhaltung um ein ganzheitliches und zur Tätigkeit passendes Gesamtkonzept Gedanken machen. Noch frage ich mich bei Zahlen, ob ich empathischer, liebevoller, fordernder mit ihnen umgehen soll. Buchhaltung zählt zur unkreativste Arbeit meiner Laufbahn als Selbstständige. Und genau genommen ist sie die am wenigsten aufwändige.

Und noch eine Freiheit: alles Belege dieses fast neuen Jahres liegen bereits nach Datum geordnet in meiner Ablagemappe und werden kommende Woche in einem weiteren Rutsch eingetragen. Ab Mai mache ich einmal im Monat all die kleinen Eintragung- und Ablegeschritte für den abgelaufenen Monat. Warum ich als Kind von Steuerberatereltern für diese neue Haltung so lange brauchte, weiß ich. Mit 60 Jahren scheine ich dieses Problem überwunden zu haben und atme erleichtert durch.

Mit wem fühlte ich mich diese Woche besonders verbunden?

Papa oder Mama Feuerssalamander im dunklen Reich mit vielen Gängen. Hier sind sie gut geschützt vor räuberischen Katzen und bewegen sich in einem unglaublich langsamen Tempo.

Wenn du in der Stadt lebst, kannst du das vielleicht nicht so gut verstehen. Doch ich lebe seit fünf Jahren den Luxus, in der warmen Jahreszeit der Natur näher zu rücken. Seit vier Jahren wecke ich nach dem Winter meinen Zirkuswagen auf, räume ihn frisch ein und verbringe so viel Zeit als möglich am naturbelassenen Campingplatz unserer Wahl. Der Liebste würde am liebsten noch im urbanen und gemütlichen Winterquartier bleiben. Doch er lässt sich stundenweise von meiner Aufbruchsenergie anstecken.

Fun Fact und Auflösung: vergangenen Montag düsen wir noch einmal zum schwedischen Einkaufsriesen nach Klagenfurt. Du weißt schon, ich habe eine Außenküche gekauft. Und erst beim Auspacken entdeckt, dass sowohl die Spüle als auch die Armatur für den Gartenschlauch fehlen. Die freundliche Beraterin im Möbelhaus stimmt mir zu, dass der Text im Ausstellungsstück nicht hundertprozentig eindeutig ist. Und sucht uns die Bestandteile digital zusammen. Als sie mir nachgelaufen kommt, weil ich bei der gemeinsamen Suche meine Brieftasche (!) bei ihr liegengelassen habe, habe ich das Gefühl: hej, alles ist gut. Ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit war es wert. Und einen gemeinsamen Vormittag zu erleben, das hat uns auch gut getan.

Ich verbringe einen ganzen Tag allein am Platz, um die Küchenelemente zusammen zu bauen. Zum ersten Mal fließt beim Abwaschen Wasser in ein Waschbecken. Keiner muss sich mehr mit zwei klappernden Abwaschschüsseln zum Waschhaus abschleppen. Übrigens: die Familie der Feuersalamander im Wasserschacht hat zwei wunderschöne Kinder bekommen. Amseln, Rotkehlchen und die Gartengrasmücke singen mir Loblieder. Es könnte allerdings auch sein, dass sie den Frühling bejubeln, der nach dem kurzen Regen üppig ausgebrochen ist.

Was war mein größter Erfolg?

Ein Freund, der den Sand bringt.
Ein Liebster, der mithilft.
Werkzeug, das seinem Namen alle Ehre macht.
Wir haben fertig!

Ich habe Ende März davon geträumt, dass wir im April eine Terrasse zwischen unsere Tiny Houses bauen. Vergangene Woche haben wir dafür mehrere wichtige Arbeiten abgeschlossen:

  • warum ich mir ein Atelier am See bauen? ich will am Platz im Sommer zwei oder drei Kurse für Kinder und/oder Erwachsene anbieten – mein See-Atelier mit Terrasse und Zirkuswagen wird nicht direkt am See, sondern 20 Gehminuten vom See entfernt sein – und in diese Vision investiere ich im April alles!
  • der Platz ist ausgemessen: der Liebste berechnet Lärchenholz, die Menge an Stahlschrauben, die ungefähre Menge an Sand und die Menge der Paletten, die wir unterlegen
  • wir schaufeln in einer zweistündigen Aktion händisch zwei Kubikmeter Sand auf den unebenen Platz zwischen den Häusern; ich entdecke, dass ich mit Rechen und Schaufel wesentlich effizienter arbeiten kann als mit der viel zu schweren Schaufel und hui, schon sind wir fertig
  • nun warten wir ab, ob der versprochene Regen das Geschaufelte ausreichend planiert oder ob wir das Gelände noch mit dem Rüttler gerade machen
  • ich träume schon lange davon, verwurzelte Figuren herzustellen – im Sand finden wir wunderschöne Wurzelhölzer von Nachtkerze, Pappel und Ackerschachtelhalm; ich werde sie trocknen und im Laufe des Jahres sehen, ob sie geeignet sind
  • mein süchtiger Social-Media-Konsum ist nur mehr ein entferntes Raunen und wie damals beim Ende des Rauchens eine große Verwunderung
  • als uns unser Freund die Fuhre mit Sand bringt, schenkt er mir auch einen riesigen Wurzelstock mit Schilfgras – Dusche und Außentoilette bekommen heuer einen Sichtschutz

Worüber habe ich mich wirklich geärgert?

Merime ist eine Bienenkönigin, die sich ihrer Würde, ihrer Empathie und Kraft sehr bewusst ist. Entstanden 2020 für ein Theaterstück mit Kindern, das nie zur Aufführung kam. Die Würde ist ihr geblieben.

Ich beschäftige mich noch immer mit alten Märchen. Vergangene Woche habe ich die Möglichkeit, im „Jeux Dramatiques“ tiefer ins Märchen vom „König Drosselbart“ einsteigen. Als Kind höre ich regelmäßig eine Märchenplatte mit diesem Märchen. Als die Husaren mit ihren Pferden die mühsam aufgebaute Keramik am Markt zerdeppern, bin ich inbrünstig der Meinung: geschieht der hochnäsigen Prinzessin ganz recht. Das Leben ist kein Ponyhof, wir müssen uns alle anpassen.

Dieses Mal – mit 60 – packt mich schon beim Zuhören die kalte Wut. Warum muss die verwöhnte Prinzessin den nächsten dahergelaufenen Bettler heiraten, wieso bestimmt der Vater so über sie? Wo ist die Mutter, um ihr zu helfen? Wieso endet dieses Märchen mit der Tatsache, dass sie am Ende glücklich mit dem als Bettler verkleideten König in den Sonnenuntergang reitet? Will sie das überhaupt?!

Missmutig wähle ich im „Jeux Dramatiques“ die Rolle der vier unterschiedlichen Handwerke, die ihr helfen sollen, von ihrem hohen Ross herunter zu kommen. Körbe weben, spinnen, das Haus rein halten und später in der Küche im Schloss des Königs arbeiten. Ich bin voller Widerstand, als ich spiele. Ein Handwerk nach dem anderen muss ich im Spiel der verzweifelten Prinzessin anbieten. Sie pendelt zwischen Weinen um das verlorene Paradies und trotzigem Widerstand gegen das Neue hin und her. Der als Bettler verkleidete König bleibt ruhig, erstaunlich gütig und wachsam an ihrer Seite und arbeitet im Spiel mit mir zusammen, um sie mit ihrem unfreiwilligen neuen Weg vertrauter zu machen. Erst in der abschließenden Gruppen-Reflexion beruhige ich mich, weil im Spiel eine Frau einen so gütigen jungen König spielt, der alles andere in den Hintergrund treten lässt. Jetzt wäre der Zeitpunkt, diese Geschichte neu weiter zu erzählen, darüber sind wir uns einig…

In meiner Rolle als „Handwerk“ lerne ich das Gefühl kennen, dass in solchen Lebensumbrüchen Sicherheit, Liebe und Güte eine wichtigere Rolle spielen als die völlig unbekannte Arbeit mit den Händen. Und dass es für mich ganz schön anstrengend ist, alles gut vorzubereiten, auch auf die Gefahr hin, dass es gar nicht erwünscht ist. Im Spiel tut es mir gut, zu beobachten, was geschieht und mich nicht allzu wichtig zu nehmen. Im Märchen wäre mein Angebot vielleicht nach dem sicheren Ritt in den Sonnenuntergang sinnvoller.

Ich bin immer noch empört, welche Rollen Frauen und Männer in der Zeit der Grimm’schen Märchen einnehmen. Mir ist inzwischen klar, dass Märchen das „Social Media“, das Fernsehen, die Filme oder Bild-Zeitungen unserer Zeit gewesen sein müssen: sie wurden erzählt, gelesen, aufgeführt und ganz bestimmt diskutiert. Es sind Spiegel und Wahrheiten einer alten Zeit. Und gerade jetzt, wo sich so viele wieder ins „alte Normal“ zurückwünschen, in diese EINE Form von Familie, von Mann- oder Frausein, stößt mir dieses Erkennen besonders auf.

Was hat mir Energie gegeben?

Ein kleiner, unscheinbarer Strauch am Hang. Keiner weiß, warum er hier wächst. Aus Knöpfchen werden dichte Büschel aus gelben Blättern. Sie leuchten mir beim Zirkuswagenfenster herein.
  • take action – und zwar freiwillig!
  • wir fahren immer öfter mit dem Zug und entdecken, dass in den letzten Jahren ein Paralleluniversum mit Menschen, Rollkoffern und Rucksäcken entstanden ist, das uns total anspricht
  • Danke an dieser Stelle an die Menschen unserer innerfamiliären nächsten Generation, die uns für neue Mobilitätswege zu begeistern versucht, auch wenn wir im trotzigen Widerstand sind
  • ich finde in einem Newsletter „zufällig“ eine Zwei- Tagesanleitung für eine Zugfahrt mit Nachtfahrt über Zürich und Barcelona nach Lissabon – die Planung für unser Septemberabenteuer per Zug nach Portugal hat begonnen
  • wieder in der Natur leben und den Frühling riechen, spüren und sehen
  • der Regen! endlich bekommt das ausgetrocknete Land wieder Regen – ich atme als Mensch ebenfalls auf!
  • alles draußen machen – kochen, abwaschen, nähen, zeichnen und ausruhen
  • Newsletter lesen, die mich interessieren und jene abbestellen, die ich nicht lese
  • Musik der 70er und 80er Jahre
  • der berührende Film „The Old Oak“ – herzwarme Empfehlung!
  • Video-Telefonate mit meinen Lieben in Portugal und meinem anderen Sohn in Kärnten und der Überraschungsbrunch mit meiner Tochter in Kärnten!
  • das ausgelassene Gelächter in der „Jeux Dramatiques“-Gruppe, als sich jede von uns als höchst an der Prinzessin interessierter Freier mit körperlich sichtbarer Unannehmlichkeit präsentieren muss

Was macht mich nachdenklich?

Hier entsteht aus Schaumstoff, Stoff und giftigem Kleber ein Unikat für eine Theaterproduktion.

Ich arbeite in diesem freien April gemütlich an meinem Klappmauldrachen „Der Muats“ weiter. Mache vieles zwei- oder drei Mal, weil ich aus meinen Fehlern lerne. Arbeite zum ersten Mal intensiv mit Schaumstoff und Kontaktkleber. Als ich eines Abends aus heiterem Himmel eine Magenkolik bekomme, empfiehlt mir der Liebste, ich solle Hafermilch mit einem Schuss Schlagobers trinken. Er kenne diese Magenreaktion von seinen giftigen Holzklebern und das würde ihm helfen. Ich habe eine Stunde lang vergessen, das Fenster zu kippen, als ich flächig Teile aneinanderklebe! Der angefertigte Kakao hilft augenblicklich.

Gemini macht mir bei der nachfolgenden Suche wenig Hoffnung, dass ich ungiftigeren Kleber für mein Arbeitsmaterial finde. Ein Freund lacht herzlich und sagt, andere würden wenigstens high von diesem Geruch! Der Fachmann im Geschäft verkauft mir fürsorglich eine teure Lackiermaske mit Aktivkohlefilter und klärt mich über den richtigen Umgang auf.

Will ich das? Will ich mit so giftigem Material weiterarbeiten? Ich trauere meiner Schafwollzeit hinterher. Wir cool wäre es, solche Klappmaulpuppen aus Schafwolle herzustellen. Ich kann sie mittlerweile locker so formen, wie ich das will. Ich könnte auch Hohlkörper im Nassfilzverfahren herstellen, sie füllen und weiter nadelmodellieren. Aber was mache ich bezüglich ihrer Haltbarkeit? Mein Ältester meint, es gäbe Installationswolle, die mit Salzen bearbeitet wurde, damit keine Motten einfielen.

Hast du eine Idee – zu weniger giftigen Klebern oder gute Haltbarkeitserfahrungen mit Schafwoll-Klappmaulpuppen?

Was hat vergangene Woche überhaupt nicht funktioniert?

Schreiben mit der Hand zählt für mich immer noch zu den wichtigsten Reflexionsmöglichkeiten. Das geeignete Schreibmaterial sind für mich Füllfeder, Bleistift oder Farbstifte.
  • ich komme auch in Woche 3 keinen Schritt mit meiner Website weiter – ich gebe auf und plane sie nächsten Arbeitsmonat in meine Wochenabläufe ein – jetzt ist Erholungszeit
  • ich habe meine neue Füllfeder verloren oder verlegt, also säubere ich den alten Federhalter meines Vaters und befülle sie mit stinknormaler blauer Tinte in der Hoffnung, dass sie nicht mehr so schnell verstopft
  • ich habe wieder eine tolle Episode mit Gemini und staune über das überschwängliche Geschwafel und Gerate, dass sie mir durchaus logisch vermittelt – nur stimmt es halt überhaupt nicht, was sie sich ausdenkt; sie sieht ihren Fehler schnell ein, entschuldigt sich freundlich und macht genauso schwafelig weiter

Wie war deine Woche?

Und sind dir vielleicht auf Social Media oder Dokumentationen Klappmaulfiguren untergekommen, die nicht aus Schaumstoff oder Styropor geformt wurden? Ich bin aus gutem Grund – siehe hier – dankbar für neue Sichtweisen in den Kommentaren!

Eine märchenhafte Woche

Vergangene Woche führen Treffen mit ganz unterschiedlichen Frauen dazu, dass ich meine Haltung zu Märchen verändere. Märchen und ich. Das ist eine spezielle Geschichte. Zwischen Liebe und Ablehnung ist bei mir ein ganz schmaler Grat. Und langsam weiß ich auch, warum. Lass dich überraschen, was beim Wochenrückblick der Kalenderwoche 15 auftaucht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Verbundenheit war vergangene Woche besonders für mich?
  2. Welche neue Freiheit habe ich mir gegönnt?
  3. Was ist mir vergangene Woche aufgefallen?
  4. Was habe ich gemacht, weil ich es kann, aber nicht muss?
  5. Was funktionierte überhaupt nicht?
  6. Was verlerne ich gerade, um etwas dazu zu lernen?
  7. Was gibt mir derzeit viel Energie?
  8. Was hat mich wirklich überrascht?
  9. Was ist oder war dein Lieblingsmärchen?

Welche Verbundenheit war vergangene Woche besonders für mich?

Emely kontrolliert die Vogelfutterstellen, den Kater fest unter dem Arm eingeklemmt
Emely und ihr Katerchen Leo beim winterlichen Gartenspaziergang. Habe ich vor über zehn Jahren unbewusst eine Frau Holle erschaffen?

Es sind in der Hauptsache Frauen, die mich berühren und begeistern. Wie eine Wolke schwebt das Thema „Märchen“ die ganze Woche mit mir mit. Eine besonders liebe Freundin legt mir drei Bücher der Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin Heide Göttner-Abendroth hin, die sich mit der matrilinearen Sicht auf das Leben als Mensch auseinandersetzen. Eines kenne ich schon. Die anderen beiden ziehen mich sofort in ihren Bann.

Am Abend treffe ich mich mit den „Business & Professional Women“ in meiner Region. Eine Künstlerkollegin, Tünde Toll, hält einen Impulsvortrag zum Thema „Märchenanalyse“. Womit ich überhaupt nicht rechne, sind die anregenden Gespräche, die nach dem von ihr erzählten Märchen entstehen. Ich kann mir plötzlich so gut vorstellen, dass diese „Geschichten“ für Erwachsene früher ähnliche Impulse in der Gemeinschaft setzten. Dass Menschen sich mit einem Aspekt der Geschichte indentifizieren. Ihre Wahrheit dazu mit den anderen teilen, neue Wahrheiten sichtbar werden lassen. Und tiefergehende Gespräche führen. Wir nutzen heute Social Media oder Nachrichten, Filme und Bücher, um in Verbindung zu gehen und darüber zu sprechen. Früher war es eben „mære„, also „das, worüber gesprochen wird“. Das Märchen wird im Laufe der sprachlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zur „Kleinen Geschichte“ mit ihren Unglaubwürdigkeiten.

Mir fällt wieder ein, wie sehr ich das Märchen der Frau Holle geliebt habe. Oder wie mich die Geschichte um die Prinzessin im „Froschkönig“ beschäftigt hat, die einen nassen Frosch in ihr Himmelbett lassen musste, um ein Versprechen zu halten. Jetzt, aus matrilinearer Sicht, macht auch die Frau Holle plötzlich Sinn. Streife ich die patriarchale Schicht der Gebrüder Grimm ab, wird Frau Holle zur Großen Göttin, die kraftvoll und weise über die drei Reiche Himmel, Erde und Unterwelt wacht. Und zögernd beginne ich mich zu fragen, ob es stimmen kann, dass in diesen Geschichten Codes verborgen sind, die zutiefst menschlich sind.

Welche neue Freiheit habe ich mir gegönnt?

Den Luxus einer eigenen Toilette ist eine Freiheit, die ich mir endlich gönne! Irgendwann installiere ich sie vermutlich im Zirkuswagen – doch jetzt ist sie hier genau richtig!

In diesem April bauen wir eine Terrasse zwischen den Tiny Houses. Das hat viel gute Gründe. Einer davon ist der, dass ich mit Menschen an unserem schönen, wilden Platz kreativ arbeiten möchte. Bis jetzt sitzen wir auf einem sehr unregelmäßigen Boden und sind Wind und Wetter und Sonne ausgeliefert. Die schöne Lärchenveranda, die wir natürlich selbst bauen, ist in unseren Köpfen schon fix und fertig. Heute haben wir das Holz geholt. Nächste Woche, falls es wider Erwarten nicht regnet, bereiten wir den Boden dafür vor.

In meinem Kopf spuken aber auch andere Ideen. Ich habe mir vor vier Jahren eine Trocken-Trenn-Toilette für mich gewünscht. Und auch bekommen. Bis jetzt war nicht die Zeit, sie zu installieren. Das öffentliche Camping-Platz-Badehaus hat auch gereicht. Als ich darüber nachdenke, wo dieser Luxus heuer hinkommt, fällt mir das Tomatenhaus ein, das wir vergangenes Jahr angeschafft haben. Was, wenn wir direkt an das Tomatenhaus das Baugerüst anschließen, idealerweise gleich an den Zirkuswagen gelehnt? Und was, wenn ich die Trocken-Trenn-Toilette direkt dort hinein installiere?

Gesagt, getan. Ich packe das Luxusding ins Auto und gebe ihm einen Palettenplatz im alten Tomatenhaus. Es passt perfekt hinein! Diesen Sommer werde ich gemütlich auf meinem Luxus-Thron sitzen und dabei den Tomaten beim Wachsen zusehen. Sobald ich sie im Herbst im Zirkuswagen installiere, bekommt sie auch ihren Ablüfter eingebaut.

Was ist mir vergangene Woche aufgefallen?

Wenn meine Innere Königin NEIN sagt, dann meint sie es auch so.

Wenn ich davon spreche, dass mein Jahresthema heuer „Dem eigenen Weg vertrauen“ ist, dann habe ich dazu bestimmte Bilder im Kopf. Ich stelle in meiner Fantasie ausschließlich Figuren her, die zu mir und den Menschen passen. Ich habe meine helle Freude daran. Und lasse mich nicht davon abbringen. Und ehrlich gesagt – bis jetzt bestätigt sich diese Fantasie vollkommen. Ein Auftrag ist spannender als der andere und begeistert mich.

Eine Freundin spricht konsequent von „Intuition“, wenn ich mich darüber mit ihr austausche. Bei mir fällt erst diese Woche der Groschen (inzwischen wohl eher der Cent), dass sie vollkommen recht hat. Es geht um mein Bauchgefühl. Um dieses klare „Ja“ oder „Nein“, das keine Zweifel hat. Bei Kundinnenanfragen. Aber auch als vielfältiger Mensch, als Frau, die wie die meisten Menschen – nicht in eine Schublade oder ein Schema passt.

Was habe ich gemacht, weil ich es kann, aber nicht muss?

Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder das Versprechen, dass es nächstes Jahr besser wird.

Hach, ich bin glücklich. Ich habe mit meiner Buchhaltung und der jährlichen Einkommensteuererklärung des Jahres 2025 begonnen. Abgeben MÜSSEN ist im Juni. Jetzt im April habe ich noch locker Zeit. Leichtes Stress-Krieseln im System. Ich bilde mir ein, ich MUSS gleich in der Früh, vor dem Frühstück und allem anderen, mit den täglichen und sehr ungeliebten 1,5 Stunden beginnen. Damit ich dann fröhlich in meinen Tag starten kann. Es braucht ein bisschen, bis mein innerer Manager sich beruhigt. Er akzeptiert schnaufend und stöhnend, dass der Tag 12 Stunden hat und ich mir meine Zeit frei einteilen kann. Vor allem in diesem April! Jedes Jahr der gleiche Zirkus. Ob ich das endlich mal beenden könnte? Dieser innere Manager würde gern andere Aufgaben übernehmen…

Und dann läuft es wie geschmiert. Ich erreiche locker Ende Juni mit meinen Einträgen. Noch zwei Tage, und ich bin fertig mit meinen Einträgen. Ein weiterer Tag kommt demnächst dazu, dann kommt sofort das erste Quartal 2026 dran. Er hat recht, der innere Manager. Ein bisschen lächerlich, was die Prokrastiniertante jedes Jahr aufführt. Monatlich erinnere ich mich easy peasy an die Buchungen am Bankkonto. Die Arbeit ist außerdem spürbar einfacher, als sich ein Konzept für ein kreatives Projekt auszudenken. Wenn dieser Widerstand nicht wäre! Logisches Sortieren. Belege ausdrucken und abheften. Eintragen. Eigentlich – eigentlich sehr erholsam verglichen mit anderen Herausforderungen als Unternehmerin!

Was funktionierte überhaupt nicht?

Eigentlich liebe ich das. Möbel zusammen bauen. Wenn, ja wenn alles wie geplant im Paket ist. Wenn nicht, ist es unlustig. Bitte Daumen drücken, dass die Lösung für das Problem just around the corner ist!

Das Auto ist einen halben Tag in der Werkstatt. Größere Reparatur. Höhere Kosten. Man(n) entschuldigt sich bei mir, „wir mussten auch die Bremsscheiben auswechseln“. Entschuldigung angenommen. Hauptsache, die Bremsen sind wieder einsatzfähig und sicher. Als ich den Haushügel hinunter fahre, freue ich mich wie eine Schneekönigin. Erledigt! Als ich die letzte Kurve zum Haus einbiege, ist das Geräusch wieder da. Irgendetwas hinten schleift, wenn ich öfter bremse. Die Bremsen vorne waren es offensichtlich nicht…

Ich bin beim schwedischen Möbelhaus und checke mir ganz alleine ein Element für eine Außenküche. Inklusive Waschbecken und allem drum und dran. Als ich das schwere Paket nicht aus dem Regal heben kann, hilft mir eine Verkäuferin. Und organisiert mir einen starken Mann, der mir das Ding ins Auto hievt. Ich bin sooo stolz auf mich!

Beim Zirkuswagen zerlege ich die schwere Schachtel und packe die Teile schon im Auto aus, um sie einzeln wegzutragen. Hier hilft mir ja keiner. Oh Schreck! Kein Waschbecken. Keine Armaturen? Seit Freitag warte ich nun auf eine digitale Antwort vom schwedischen Riesen. Zwei Mal hänge ich mehr als 20 Minuten in der Telefonschleife. Nichts. Hier geht leider nix weiter. Wir werden wohl nächste Woche noch einmal direkt vor Ort auftauchen müssen…

Was verlerne ich gerade, um etwas dazu zu lernen?

Ob wir uns je wieder daran gewöhnen, ohne viereckige Kästchen durchs Leben zu gehen?

Ich verlerne das Social Media Scrollen am iPhone. Es ist eine Wohltat. Und weißt du, was mir auffällt? Ich bin wieder in der Lage, Newsletter zu genießen. Oder ein Video meiner Lieblingspuppenmacherin vor zehn Jahren in Ruhe zu schauen. Und was entdecke ich? Sie ist mittlerweile von Mexico über Canada nach Portugal gezogen. Und lebt jetzt als Künstlerin mit Mann und zwei Töchtern gar nicht so weit von meinem Sohn entfernt.

Außerdem freue mich jeden Samstag darauf, meinen Wochenrückblick zu komprimieren und mit dir zu teilen. Mir fehlen nur die Kommentare wie auf Social Media, der direkte Austausch.

Danke Lebenserfahrung, dass ich endlich Pause mache von Dingen und Handlungen, die mir zu viel Energie kosten. Ich ahne, dass Social Media nicht mehr auf mein iPhone zurückkehren wird. Einmal am Tag eine geplante halbe Stunde am PC, das wird mein neuer Einstieg im Mai.

Himmel, wie gut mir diese Pause und der Abstand tut!

Was gibt mir derzeit viel Energie?

Die Trockenheit treibt unsere Obstbäume an, mehr Blüten als sonst zu machen. Dieser Stress für die Bäume macht, dass die Blütenpracht die Bäume verzaubert. Hoffentlich kommt nächste Woche der versprochene Regen!
  • dem Rotkehlchen beim Singen zuhören
  • viel draußen sein und den Pflanzen beim Wachsen zusehen
  • mein System weiter herunter fahren, immer weiter
  • viel zu Fuß unterwegs sein, sowohl in der Natur als auch in der Stadt
  • bei einer tollen Vernissage gemeinsam mit anderen Menschen Schattenbilder studieren
  • der Austausch und Gespräche mit echten Menschen im echten Leben
  • das Nicht-mehr-Essen nach 16 Uhr – welcome Intervallfasten in meinem Leben!
Schon voriges Jahr spiele ich mich mit Sämlingen, die ich in gerollt in Plastik und etwas Erde vorziehe. Heuer – sind es abgeschnittene Äste einer Weide mit roter Rinde und riesigen, flauschigen Palmkätzchen. Einige werden es schaffen, was für eine Freude, diesen Kindergarten aufzuziehen!

Was hat mich wirklich überrascht?

Vor über zehn Jahren fotografierten wir märchenhafte Szenen an einem märchenhaft schönen Badestrand.

Am Mittwoch höre ich ein Märchen von einem alten Mann, der „sieht“, dass die Freude dabei ist, die Großfamilie und das Haus zu verlassen. Ich habe viele Fragen, warum diese Geschichte diverse Wendungen hat. Und dann kommt mir plötzlich der Gedanke, dass es eigentlich schön ist, dass der „Alte“ in der Geschichte derjenige ist, der entdeckt, dass etwas fehlt. Dass er in der Lage ist, dem „Jungen“ zuzuhören, offen und aufmerksam für andere Wahrheiten als die eigene zu sein. Und dass Alter einfach ein Reifegrad ist, Dinge und Situationen und Fakten zu sehen, die andere nicht sehen.

Irgendetwas wird wirklich interessant an diesen Geschichten, weil Botschaften verborgen sind.

Ich habe meinen eigenen Kindern kaum „normale“ Hausmärchen vorgelesen, weil ich Märchen als Kind weder besonders mochte noch wirklich verstand. Meinen Kindern las ich anthroposophische und kindgerechte Geschichten über Zwerge, Wichtel und Feen vor, bevor sie Lust auf andere Bücher bekamen. Jetzt zu entdecken, dass in diesen Geschichten zwar keine Kinderweisheiten, dafür aber gesellschaftliche Codes stecken, lässt mich gerade tief in das uralte Märchen der Frau Holle eintauchen, wie es seit der Jungsteinzeit mündlich weitergegeben und im Laufe der Jahrhunderte verändert wurde.

Was ist oder war dein Lieblingsmärchen?

Lass uns ein wenig plaudern, welche Märchen dich als Kind oder jetzt als Erwachsener beschäftigt haben oder immer noch beschäftigen – ich bin gespannt auf den märchenhaften Austausch mit dir!