Hitze und trotzdem ein Wochenrückblick

Heiß. Heißer. Am heißesten. Ich quetsche mir trotzdem einen Wochenrückblick der KW 31 aus meinem ausgetrockneten System.

Offensichtlich kommen die Hundstage im Süden Österreichs heuer zwei Wochen früher. Irgendwann im Lauf dieser heißen Tage wird mir bewusst – knapp vier Wochen noch. Und dann ist dieser Sommer schon wieder fast vorüber. Abends ist es bereits deutlich früher dunkel als noch vor vier Wochen. Also nichts wie genießen. Der Herbst kommt noch früh genug!

Und hier gehts zum 31. Wochenrückblick dieses Jahres:

  1. #hurraderwoche
  2. #was lerne ich gerade?
  3. #was hat gar nicht geklappt?
  4. #was hat mir Energie gegeben?
  5. #mit wem fühle ich mich besonders verbunden?
  6. #welches Spiel tut mir gerade besonders gut?
  7. #welcher Umweg führte zum jetzigen Ziel?

#hurraderwoche

Größtes Hurra: meine wundervolle Tochter ist bei uns zu Besuch. Wir versuchen, die heißen Stunden zu ruhen und in den kühleren Stunden etwas miteinander zu unternehmen.

Zum Beispiel frühstücken zu gehen in der Villa Verdin in Millstatt am Millstätter See. Den Betreiber lernen wir im Winter beim gemütlichen Kaffeeplausch in der Lieblingskonditorei von Max Wohlkönig kennen. Thomas lädt uns ein, im Sommer vorbeizuschauen. Ein Traumhaus in Traumlage am See, mit Buffet auch für verwöhnte Veganer-Gaumen. Aber auch für Marmeladenfeinspitze, Caffè-Gourmets und Genießer des traumhaften Seeblicks aus der Kiwi-Wein-Glyzinien-überwuchterten Außenterrasse.

Im Blätterschatten den heißesten Monat des Jahres genießen. Leben! Können wir.

#was lerne ich gerade?

Ich rühre und knete mir mein Paperclay selbst zusammen. Und entdecke: Nicht jedes Stärkemehl verhält sich wie Maisstärke. Tapioka fühlt sich trocken zwar ähnlich an, ist aber mit allen Paperclayzutaten vermischt deutlich klebriger und weniger bindend als die Maisschwester. Fazit: will ich die Masse nur spachteln, leistet Tapioka auch gute Dienste. Will ich Paperclay formen, greife ich in Zukunft wieder dankbar auf Maisstärke zurück. Wieder etwas dazu gelernt!

#was hat gar nicht geklappt?

Mein natürliches Paperclay hält im Kühlschrank nicht einmal mehr zwei Wochen (!) durch. Nicht bei diesen Außentemperaturen. Ich entsorge den zweiten verschimmelten Teig dieses Monats, dieses Mal schon deutlich wütender auf mich selbst. Fazit: machen und tagesaktuell anwenden. Oder später machen, von vornherein, wenn ich sicher arbeiten werde. Schade um die kostbaren Zutaten…

#was hat mir Energie gegeben?

  • Regen nach Hitzetagen, die kühle Luft, die durch den Zirkuswagen weht und mich frösteln lässt
  • ein wunderschönes Konzert der Kärntner Formation „Cornucopia“ auf der Burgruine Feldsberg im Lurnfeld
  • wir richten meiner Tochter ein gemütliches Außenzelt mit Matratze, Bettzeug, Teppich und Nachtkästchen ein und freuen uns diebisch, wie schön das aussieht – und wie fein es sich im Gästezelt anfühlt
Nach dem Regen ist vor der nächsten Hitzewelle. Juli und August 2026 eben.

#mit wem fühle ich mich besonders verbunden?

Diese Woche ist besonders, was meine Herkunftsfamilie betrifft. Irgendein alter Widerstand zwischen meiner Mutter und mir löst sich wie aus dem Nichts in Liebe auf. Was jahrzehntelang immer wieder schwer war, ist plötzlich leicht. Ich bin traurig, dass es so lange gedauert hat. Und zugleich dankbar, dass es jetzt geschieht. Noch haben wir in diesem Leben Zeit, die wir miteinander verbringen und in der wir unser Miteinander spüren können.

#welches Spiel tut mir gerade besonders gut?

Ich liebe es, meine Figuren zuerst geistig zu entwickeln, sie dann zu formen und mit der passenden Geschichte fertig zu stellen. Und – das ist mit intensiver Arbeit verbunden. Für intensive Arbeit ist es gerade zu heiß. Vielleicht erinnerst du dich, was ich letztes Jahr um diese Zeit gemacht habe? Ich ging diesem alten Wunsch nach, mir eine Häuserzeile aus Altholz zu bauen. Sie landete schlussendlich über dem Eingang meines Zirkuswagens.

Heuer reizt mich etwas ganz anderes. Riesenfiguren. Ich fange mit einem Hut an, auf dem ein Riesenfisch, walartig oder fantastisch, thronen soll. Und wieder taucht diese alte Idee in mir auf, dass Häuser auf dem Rücken des Riesenfisches sein werden. Haha, du hättest mich sehen sollen! Ich ufere mal wieder vollkommen aus. Der Fisch aus Karton und Paperclay wird r i e ß i g und der Hut ist auch ohne all die geplanten Häuschen schon viel zu schwer. Ich gebe die Idee natürlich nicht auf. Schneide kommende Woche das Kopfteil zurecht, damit der Fisch weiterschwimmen kann. Zwar nicht auf meinem Kopf, sondern auf dem runden Gerüst. Und aus einem geplanten Hut wird einfach ein viel zu große Skulptur für den Zirkuswagen. Und die darf mit auf die nächste Ausstellung.

Und der Hut? Stay connected. So schnell gebe ich nicht auf!

#welcher Umweg führte zum jetzigen Ziel?

Ich weiß, dass ich im Leben schon viele Umwege und Sackgassen genommen habe. Doch der größte Umweg aus heutiger Sicht war vermutlich dieser:

Ich wollte schon als Jugendliche mit etwa 15 Jahren eine Lehre zur Silberschmiedin machen und künstlerisch aktiv werden. Weil ich mich nicht mit ganzer Kraft gegen den Willen meines Vaters durchsetzte, schlug ich nach der Matura statt dem geplanten Studium der Germanisitk und Publizistik den Weg der Fotografin und später der bildbegleitenden Journalistin ein.

Ich durfte gegen Ende immer mehr Künstlerinnen und Künstler interviewen und sprachlich und bildlich portraitieren. Dadurch landete ich bei meinem zukünftigen künstlerischen Mentor Luka Anticevic Und der stellte damals die ersten Weichen, dass ich mich dem endlich widmen konnte. Ich verdanke ihm und anderen Helfern in meinem Leben, dass ich seit meinem fünzigsten Geburstag die Künstlerin lebe.

Ich höre noch seine Stimme, erinnere mich noch an so viele gemeinsame Stunden. Diesem Menschen werde ich für immer dankbar sein, dass er MICH gesehen hat. Nicht nur die interviewende Journalistin und Fotografin.

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