Abkühlung. Oder?

28 Grad. Eigentlich ist das Abkühlung. Wir messen 38 Grad, als wir vor ein paar Tagen unterwegs sind. Die Luftfeuchtigkeit ist nach den Gewittern der letzten Tage hoch. Hochsommer wie früher, würde ich sagen. Wir hier atmen erleichtert durch. Eine volle 32. Kalenderwoche liegt hinter mir. Ich nehme dich wieder mit.

Wochenrückblick KW 32

  1. Handpuppen in der Frauengruppe
  2. Sommer und Urlaub
  3. Ein Loop schließt sich
  4. Fleisch und eine Lektion
  5. Cosmea und mein Vater
  6. Sommer und Social Media
  7. Motivation, um weiter zu tun

Handpuppen in der Frauengruppe

Seit 2019 suche ich Gruppen, in denen vor Ort Figuren, Puppen und Skulpturen gemacht werden. Es sieht so aus, als hätte ich nach sieben Jahren die erste und einzige gefunden. Was ich am Wochenende in der „Villa Marienheim“ in der Künstlerstadt Gmünd erlebe, ist die Erfüllung meiner Träume als Puppenmacherin. Eine Kleingruppe. Tolle Anleitung einer erfahrenen Frau. Ein erfrischendes und fantasievolles Thema für ein Wochenende. Pappmaché. Ton. Und ganz viel Lachen, Lernen und Ausprobieren.

Ich baue eine Apfel-Buchhalterin. Haha. Ausgerechnet ich. Die, die Buchhaltung liebt. Ich habe Lust darauf, mich mit dem Buchhaltungsthema auf meine Art auseinander zu setzen. Sowohl diese Figur, als auch die „Villa Marienheim“ sind etwas, worüber ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben werde. Demnächst auf der neuen Website.

Matilda. Sie weiß alles über ihre Äpfel an den Apfelbäumen. Weil sie Buch führt. Listen erstellt. Und dir gaaanz genau auf die Finger schaut, wenn du ihr im Garten hilfst.

Sommer und Urlaub

Auf den Straßen hat sich das Bild verändert. Die Blechlawine rollt nicht mehr nur nach Süden. Sondern sie rollt nach Süden u n d nach Norden. Tag und Nacht. Wir nutzen unsere Landesstraßen, weil der Stress auf der Autobahn viel zu viel ist.

Ich habe sowieso das Gefühl, mit meinem Auto gerade an in einem sechsspurigem Kreisverkehr im Kreis zu fahren. Und die Ausfahrt nicht zu finden. Sechs (!) Wege funkeln und verlocken zum Weitergehen. Ich bin ehrlich unschlüssig, ob ich wie früher einfach jenen im Sturm erobern soll, bei mein Herz am wildesten klopft. Oder doch warte. Oder gar keinen nehme?

Zu meiner Vision passen alle Ausfahrten. Ich erzähle meinem Liebsten davon. „Was, wenn du den restlichen Sommer dazu nutzt, einfach alle sechs auszuprobieren und mit ihnen noch ausgiebig zu spielen und sie auszuprobieren?“, fragt der Klügste von allen. Das war genau die Antwort, die meinen inneren Stress verpuffen lässt. Spielen, ausprobieren und dann im Oktober weitersehen.

Karl Valentin. Er hatte so oft so recht. Hängt in der Küche der Villa Marienheim in Gmünd. Könnte nicht mehr stimmen.

Ein Loop schließt sich

Als mein Vater vor drei Jahrzehnten vorschlägt, ich solle nach Gmünd ziehen, lehne ich bestimmt ab. Nun, als Queenager, Spätzünderin und endlich auf dem in mir angelegten Weg, sehe ich die Vorteile, in so einem Künstlerumfeld zu leben. Jetzt nutze ich das sehr bewusst und bin einigermaßen erstaunt, dass mein Vater so hellsichtig war. Wie gern ich ihm das in unserer gemeinsamen Zeit gesagt hätte…

Schon bei meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin vor ein paar Jahren empfinde ich herzklopfend, dass es mich in dieses Feld des Theaterspiels mit Puppen zieht. Die Ausbildung war ein Hineingustieren in die Möglichkeiten, ein Kratzen an der Oberfläche, um einen Überblick zu bekommen. Mittlerweile bekomme ich das Wissen im Kopf mehr in den Körper. Jeux Dramatiques mit einer erfahrenen Übungsgruppe. Jetzt lerne ich auch noch eine begnadete Puppenspielerin und Puppenbauerin kennen. Allein, wie sie die Figuren angreift, führt und ihre jeweiligen Geschichten erzählt, ist zum Hinknien berührend. So wenig ist nötig, um beim zuschauenden Menschen Gefühle zu erzeugen. Ich zeige ihr zwei meiner aktuellen Figuren. Und sie sagt, dass man sie spielen könnte. Sie haben genug Charakter.

Der alte Traum erwacht wieder zum Leben. Leicht ist genau nichts beim Spiel mit Handpuppen. Persönlich scheitere ich gerade auf ganzer Linie. Hier wird nichts erzählt, hier wird gespielt. Und angedeutet. Ich habe wackelige Knie, das ist sowas von neu für mich. Von der höchst motivierten und ein bisschen erfahrenen Puppenmacherin nun also zur Puppenspielerin. Ich werde berichten.

Matilda nascht offensichtlich von den Keksen, wenn keiner hinschaut…

Fleisch und eine Lektion

Wir essen seit Monaten so gut wie kein Fleisch. Das Angebot an Ersatzprodukten aus Erbsen, Hafer oder Soja wird immer besser. Fleisch schmeckt auch nur, wenn es gut gewürzt ist. Das genau Gleiche gilt für vegetarisch-vegane Produkte.

Und was mache ich?

Wir sind eingeladen. Zum Grillen. Und klar esse ich mit, worauf wir eingeladen sind und was köstlich duftet und wunderbar schmeckt. Wir verbringen einen sehr erfreulichen und schönen Nachmittag im familiären Kreis und es scheint, dass mein Stoffwechsel das Gegessene ganz gut hinbekommt. Doch etwas ist anders. Ich bin angerührt wegen Kleinigkeiten. Zornig und aufbrausend wegen Nichtigkeiten. Zwei Tage lang nerve ich alle in der Familie. Ob das am Fleisch liegt oder am Sonnensturm, dem Neumond oder dem Wechsel – ich kehre auf alle Fälle freiwillig und gerne zurück in unsere bevorzugte Form der Ernährung.

Paradeiser und Zucchini und Bohnen aus dem Garten. Im Sommer ist der Tisch immer prächtigst gedeckt und die Teller sind rasch leer.

Cosmea und mein Vater

Vor zwei Jahrzehnten ist mein Vater nach kurzer, heftiger Krankheit verstorben. Seine Lieblingsblume war die Bauernblume Cosmea. Er bettelte ihre Samen einer alten Frau im Kärntner Bodental ab, Und seither wächst sie in all unseren Familiengärten. Auch an seiner Gedenkstätte.

Diese Cosmea hat sich heuer ganz besonders prächtig versät. Weil sie alle anderen Pflanzen im kleinen Hochbeet zurückdrängt, entscheide ich: Du darfst gern bei mir wachsen. Aber so geht das nicht weiter.

Meine Intuition, mein Vater oder mein grüner Daumen reden mir zu, die Pflanzen trotz Hitzewelle jetzt sofort aus der ohnehin staubtrockenen Erde zu ziehen und sie umzusetzen. Ein Platz hinter dem Zirkuswagen am Abhang scheint mir der richtige zu sein. Ich setze sie wie Geschwister in zwei große Gruben, baue ihnen ein Gerüst und gieße ein paar Tage ausgiebig. Es geht gut, sie wachsen an!

Als ich am Mittwoch meine Morgenseiten schreibe, fällt mein Blick aus dem Fenster auf diese Blumen meines Vaters. Sie wiegen sich im Wind. Dunkelrosa, hellrosa und weiß. Distelfinken nutzen die langen, elastischen Halme, um besser an die Samen der Kanadischen Goldrute zu kommen, die ebenfalls hier wächst.

Cosmea oder Schmuckkörbchen. Als ob mein sensibler Vater von der anderen Seite des Weges zu mir herein winken würde.

Sommer und Social Media

Ich bin selbst überrascht. Vergangene Woche entsteht kein einziger Linkedin-Beitrag. Die Hitze macht mir zum ersten Mal gesundheitlich zu schaffen. Außerdem habe ich gerade überhaupt nichts berufliches oder privates zu sagen. So viele aus meiner Bubble sind sowieso noch urlaubend unterwegs. Ein paar persönliche Nachrichten gehen immer im Hintergrund hin und her. Mehr nicht.

Rundherum brummt das echte Leben. Reale Treffen. Ausstellungen und Vernissagen. Einladungen. Fantastische Workshops an allen Ecken und Enden. Ein Sechzehnjähriger mit Sommerferien. Besucherinnen und Besucher. Die neue Website. Ich könnte mich echt zerreißen, so viele kulturelle Angebote gibt es gerade. Bevor uns der jährliche Winterschlaf in Südösterreich wieder übermannt und die Rollläden am See überall wieder hochgezogen werden.

Auszeit von Social Media. Und ganz da sein im Moment. Viel zu schnell ist so ein Sommer wieder um.

Motivation, um weiter zu tun

Maren Martschenko fragt in ihrem #reflectandleaarn zusätzlich, was uns motiviert hat, Geplantes zu erledigen. Viele Erledigungen waren das vergangene Woche nicht. Oder doch. Ich habe keinen einzigen der vielen Termine verpasst, vergessen oder verschoben, weil alle in meinem digitalen Kalender eingetragen waren. Also – hat mein Kalender ein Motivationssternchen verdient.

Das zweite Sternchen bekommt meine wunderbare Webdesignerin in Portugal und unser ebenfalls eingetragener und geplanter WochenCall am Freitag. Das Ziel ist klar professionelles Feedback für eine Website und das Ausfassen neuer, abschließender Aufgaben. Doch die Freude am privaten Austausch, am Zuhören und Mitfühlen, überwiegt bei uns beiden eindeutig.

Schließlich war ich vergangene Woche äußerst motiviert, Familienwäsche zu waschen. Ein weiteres Sternchen für die uralte Waschmaschine, die zuverlässig einweicht und auch wieder schleudert. Irgendwann ist trotz Sommer und wenig Kleidungsbedarf Schluss mit sauberer Wäsche. Jetzt sind unsere Laden und Kästen wieder eine Weile gut gefüllt.

Auch Bär und Puppe brauchen einmal einen Waschtag!





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