Willkommen zum Wochenrückblick der 26ten Kalenderwoche. Halbzeit dieses Jahres. Knapp vorm Vollmond. Es fühlt sich hochsommerlich an.
Als ich heute den Rückweg zum Zirkuswagen einschlage, habe ich ganz starke Glücksgefühle. Heuer richte ich mich zum ersten Mal wirklich hier am Platz ein. Ich arbeite und schlafe seit zwei Wochen hier. Erlebe Wind und Wetter, Hitze und Abkühlung. Glühwürmchen, verfressene Schnecken und das tägliche Gartengießen. Frühstück auf der wundervollen Terrasse. Gut beschattet. Gut aashaltbar, sogar in diesen heißen Tagen.
Ich komme und komme nicht zum Filmen und Fotografieren des Innenausbaus, weil ständig etwas kleines Neues entsteht. Oder andere Dinge vorgehen. Vielleicht – vielleicht nächste Woche?
Hier gehts zum Wochenrückblick!
- Badenanzug oder Bikini?
- Absagen und Zusagen
- Inspiration durch Musik
- Durchbrüche und Einbrüche
- Hommage an die Künstlerin in mir
- Waldbaden und der Geruch von Walderde
- Dankbarkeit und ganz viel Seelengewisper
- Kein lila Hut
Badenanzug oder Bikini?
Maren Martschenko fragt diese Woche in ihrem #reflect&learn, ob wir etwas über uns dazu gelernt haben.
Und tatsächlich, habe ich. Nichts Weltbewegendes. Psst, rück näher. Ich. Bin. Keine. Badeanzugfrau. Nicht weitersagen. Ich mag dieses enge, nasse oder trockene Zeugs am Körper gar nicht. Ich suche seit zwei Jahren nach Bikinis, die sich meiner veränderten Figur anpassen. Tja, was soll ich sagen. Beim lächelnden Onlineversand werde ich vor einer Woche fündig. Und erleichtert schmeiße ich einerseits die alten, am Gummibund ausgeleierten und ausgebleichten Bikiniteile weg. Und verstaue die andererseits die altbackenen Badeanzüge wieder in hinten im Zirkuswagen.

Ich nenne das hier „Erdbeeren mit Schlag“. So perfekt fühle ich mich, wenn ich auch mit 60 noch mit Bikini herumdüse.
Absagen und Zusagen
Die Hitze hat mir erstaunlich wenig Energie gekostet. Dem Liebsten ein bisschen mehr. Dem Schüler am meisten. Die Schule kocht, hitzefrei scheint es in Österreich nicht mehr zu geben. Wir sind gewarnt. Können uns auf heiße Temperaturen einstellen. Ich lebe seit zwei Wochen durchgehend und sehr privilegiert im Zirkuswagen. Hier am See und mit den Bäumen ists einfach kühler als in der Stadt.
Was Energie gekostet hat, war die Absage eines Sommercamps für Kinder im August. Schweren Herzens, ich war schon in der Vorbereitung und freute mich darauf. Zwei Anmeldungen statt zehn oder mehr. Für mich ein bisschen überraschend. Es hat sich im Nachbarbundesland noch nicht herumgesprochen, wieviel Freude es Kindern bereitet, mit mir Figuren zu bauen. Ich mache das Projekt nun hier bei mir am Platz. Mit Jugendlichen, die für alles offen sind.
Und was soll ich sagen? Da kommt doch glatt ein Workshop daher, der mich als ewig Lernende interessiert. Und er hat auch mit Figuren und Papermaché zu tun. Ich werde berichten.
Inspiration durch Musik
- Ich lerne Jasmin beim 25-Jahr-Jubiläum des BPW Spittal kennen. Sie singt und fällt mir mit ihrer herausragend schönen Stimme auf. Wir kommen ins Gespräch und sie lädt mich ein. Ganz gemütliches Singen. Pop-Chor. Kein Auftrittsdruck. Einfach eine gute Zeit miteinander haben. Ein bisschen Atem- und Stimmtechnik. Und weil es an diesem Abend im Juni ein Jahr seit der Gründung ist, sitzen wir noch eine Weile zusammen. Und höre sehr jungen Frauen zu, wie sie ihr Leben meistern. Und sich einmal im Monat zum Singen treffen. Mal sehen, was wir im Herbst miteinander singen werden.
- Es ist Freitag Abend. Katharina Schaller vom jungen Verein „all aspects“ sendet eine Whatsapp-Erinnerung aus. Konzert auf der Burgruine Feldsberg in Pusarnitz. Mit einer Sängerin, die wir vor fast einem Jahr schon gehört haben und von der wir restlos begeistert sind. Agnes Milewski! Wir sind spontan, packen unser Campingsessel ein – you’l never know, wir hassen das Hocken auf Bierbänken – und fahren hin. Public Viewings, Veranstaltungen rundherum. Und doch versammelt sich eine Gruppe, um Agnes zuzuhören. Es gibt sogar gemütliche Sessel und wir werden auf unsere Campingsessel angeredet.
- Für meine Ohren hat Agnes Milewski qualitativ noch dazu gewonnen, das nächste Album steht vor dem Release. Sie ist Weltklasse, von ihr werden wir noch mehr hören. Wir freuen uns riesig über den wunderbaren Abend mit musikbegeisterten Menschen. Danke auch an den tollen Konzertveranstalter, dessen Namen ich nachreichen werde – danke für den tollen Austausch!
Bei einem Gespräch mit dem Liebsten am nächsten Tag bricht es aus mir heraus: ich möchte wieder mehr Musik machen. Singen, Musik, das war und ist so ein wichtiger Teil meines Lebens. Da halten ich und meine innere Künstlerin noch etwas zurück. Ich mache mich die Tage auf die Suche nach einem guten Kondensatormikrofon.

Durchbrüche und Einbrüche
Ich arbeite an meiner Queenager-Serie mit tanzenden Frauen. Mache einen Fehler, den ich sehr bereue: Ein Standbein aus Aluminiumdraht bei einer tanzenden Figur, das klappt nicht. Und als ich sie nach dem Trocknen in den Zirkuswagen tragen will, stolpere ich über die wackelige Stiege zum Zirkuswagen… Der Knöchel der Tänzerin ist wieder ab und gebrochen…
Am nächsten Morgen habe ich eine Eingebung. Sie, die Tänzerin, bricht durch die Oberfläche. Wie ein Löwenzahn. Wie die Königskerze, die wir bei einer Vernissage in Millstatt bewundern. Durch den harten Asphalt hat sie sich einen festen Halt gebaut. Tief verwurzelt. Und im Wind tanzend.
Ich mache eine Verstärkung ans Bein. Klebe den galvanisierten Draht in die Holzplatte. Und gestalte einen neuen Boden. Es kommt, wie es immer kommt, wenn es zuerst schief geht. Jetzt hält die Sache richtig gut. Und sieht gleich viel besser aus. Der spannende Riss vor dem „Durchbruch“ darf bleiben. Nun geht es darum, wie ich den Kopf gestalte. Nächste Woche dann!

Hommage an die Künstlerin in mir
Es ist Sonntag Abend. Heute vor einer Woche. Gerade habe ich auf „senden“ gedrückt und mein Wochenrückblick ist online. Ich will noch einmal kurz auf Linkedin vorbei schauen. Und dann bleibt mir, vor Schreck, ein bisschen die Spucke weg.
Mein Videolehrerin Julia Gorr hat einen Beitrag veröffentlicht, den ich überhaupt nicht mitbekommen habe. Über mich und meine innere Künstlerin, die Figuren und Puppen erschafft. Über Videos, an die ich vor der Umsetzung allzu hohe Ansprüche stelle. Mit einer liebevollen Wärme in den Worten, dass ich sprachlos bin. So eine Außensicht, die tut ausgesprochen gut. Freundinnen sind deutlich freundlicher mit mir als ich mit mir selbst umgehe. Danke meine Liebe!
Ich teile dir den Beitrag mit einem Link unter dem Screenshot. Besuche mich gerne auf Linkedin!

Waldbaden und der Geruch von Walderde
Eigentlich ist es viel zu heiß, um ins Auto zu steigen und zu einer Veranstaltung nach Villach zu fahren. Uneigentlich habe ich aber zugesagt, als es noch kühler war. Also fahre ich. Mich erwartet eine kleine Frauengruppe und Kathrin Sowa-Mörtl, die zum eineinhalbstündigen Waldbaden einlädt.
Meine Erkenntnisse:
- ich habe noch nie wirklich an Walderde gerochen. bis letzte Woche. sehr empfehlenswert!
- die Gruppe gibt mir die Sicherheit, dass ich mich um nichts als um mich und die Geräusche und Gerüche im Wald kümmern darf.
- mich juckt es x-mal in den Fingern, das iPhone herauszuholen und diesen gigantisch schönen Buchenblätterhimmel zu fotografieren. ich halte mich zurück – aber das eine Foto, das mache ich doch.
- als uns Kathrin einen Spiegel in Herzform in die Hand drückt, kommen mir fast die Tränen. so eine liebevolle Geste. ich spiele mit der spiegelnden Fläche und staune, was ich alles sehe – zusätzlich zum herzförmigen Ausschnitt meines Gesichtes
- ich trinke seither immer mal wieder Fichten- oder Tannennadeltee. probier mal – das schmeckt köstlich!
- sei nicht wie Lisa und nimm bei 35 Grad eine herkömmliche Yogamatte mit in den Wald. jedes Naturmaterial, jede alte Decke ist besser als Gummi.

Dankbarkeit und ganz viel Seelengewisper
Die Kombination gewachsener Baumschatten und der von einer Freundin geschenkte, gebrauchte orange Schirm machen, dass wir recht einfach durch diese Hitzewelle kommen. Die Solardusche spendet nicht nur eisig kaltes Wasser aus dem Schlauch sondern erfrischt nur herrlich. Darauf schaue ich diese Woche sehr dankbar zurück. Und die Hitzewelle soll ja noch ein paar Tage anhalten.
Ich bin so dankbar für die Unterstützung bei der Website! Darf dabei auch einen Menschen besser kennen lernen, der mir zunehmend ans Herz wächst. Und hey Leute, die Site wird luftig, freundlich und total schön. Niemals hätte ich das alleine so hinbekommen. Fühl dich gedrückt, du Herz auf zwei Beinen!
Die Glühwürmchen. Immer noch treiben sie mich Abend für Abend hinaus ins Dämmerlicht. Irgendwo in meinem Hinterkopf ist eine Erinnerung, dass Glühwürmchen und Schnecken symbiotisch sind. Und was soll ich sagen: Jetzt weiß ich endlich, warum heuer so unglaublich viel weniger Nacktschnecken am Platz sind. Die Larven der Glühwürmchen ernähren sich von ihnen! Grausliche Details erspare ich dir hier. Und ich erspare mir, allein auf weiter Flur der Feind dieser verfressenen Nacktschnecken zu sein.
Ich habe es übrigens hinbekommen, diese grün schimmernden Seelchen zu filmen. Mit echter filmischer Jagdlust, sie ist meiner Stimme anzuhören. Dazu müsstest du aber rüber auf meine Social Media Plattform des Vertrauens kommen. Den Link zum oft geklickten Beitrag lasse ich dir hier.

Kein lila Hut
Ich lese irgendwann als junge Mutter, dass wir uns trauen sollten, lila Hüte zu tragen. Nicht erst als alte Frauen, sondern auf der Stelle. Nun, ich erfülle mir diesen Wunsch erst jetzt. Und er ist auch nicht lila. Auf die Idee, mir nicht wie üblich ein knallbuntes Stück zu kaufen, bringt mich die stylische Margareta aus Gmünd. Nachdem ich alle Farben und Formen ausprobiert habe, die ihre Künstlerin anbietet, hält sie mir einen fast unscheinbaren hin.
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