Diese Woche beginnt mit einem Kochunfall, der zu einem weiteren führt. Eine schräge Serie für einen Wochenrückblick. Die Hoppalas dominieren meine ganze Woche. Nun als Abschluss ein vorsichtiger Schritt nach dem anderen…
- Zwei Mal Sturm und ein Bogen
- Schwache Lektüre, toller Hinweis
- Heißes Öl und ein Stiegensturz
- Die Eichhörnchenarmada ist wieder da!
- Co-Working Website
- Frustrierende Turnpause und eine Erkenntnis
- Zimmerpflanzen in Gardenien
- #reflectandlearn und meine Bücher
- Worauf ich mich kommende Woche freue?
- Vergangene Woche auf Social Media
Zwei Mal Sturm und ein Bogen
Nach der zweiten Hitzewelle dieses Sommers ist vor der nächsten Hitzwelle. Doch zuerst gibt es eine wilde Abkühlung. Mit Sturmböen von Osten, was für unseren Platz hier höchst ungewöhnlich ist. Meine grünen Bohnen wachsen seit letztem Jahr auf einem dreiteiligen Tunnel mit Netz. Eine wilde Rose hat sich darauf ausgebreitet. Die Blütenpracht war atemberaubend. Das Gewicht auch. Die Blattmasse ist ideal für verspielte stürmische Winde. Wir schaffen es, den Tunnel zu zweit fünf Minuten festzuhalten, als er sich hinzulegen beginnt. Können aber anhand der dunkelgrauen Schwärze der Wolken leicht abschätzen, dass wir demnächst eiskalt geduscht werden. Also schneide ich kurzentschlossen die Rosenranken ab und wir legen den Tunnel hinter die Häuser.
Inzwischen ist der Bogen professionell an unseren Hochbeeten fixiert und hält hoffentlich zukünftigen Winden stand. Die grünen Bohnen brauchen Halt! Diese Reparaturarbeit führt zu weiteren. Rosen am Zirkuswagen und ein Schmetterlingsflieder bekommen ebenfalls ein improvisiertes Gerüst. Und der tiefhängende Wein mit den ersten Trauben seines Lebens hängt nun deutlich höher. Yeah!

Schwache Lektüre, toller Hinweis
Der Sechzehnjährige möchte, dass ich ein Buch lese, das ihm gut gefällt. Eine sehr, sehr nette Geschichte. Entweder mit Künstlicher Intelligenz überarbeitet oder vorher von ihr entwickelt, das weiß ich nicht. Es gibt zig wiederholte Erklärungen für Situationen, die jeder Lesende mit links auch nach dem ersten Mal verstanden hat. Ich habe das Gefühl, in einem Fan-Fiction-Roman von „Drachenzähmen leicht gemacht“ zu hängen.
Aber – es gibt eine sehr nette Stelle, die ich hervorheben will. So gut, das in einem Jugendbuch zu lesen. Die Protagonistin träumt schon als Kind davon, ein Café für Drachenbabies und seine menschliche Familie zu führen. Eine Gratwanderung, was das Wirtschaftliche betrifft. Denk an Grisu und du weißt warum. Als sie wieder einmal zweifelt, ob sie jemals damit erfolgreich sein wird, sagt ein junger Mann zu ihr: „Aber du bist doch schon erfolgreich, du hast dir deinen Traum verwirklicht! Selbst wenn du scheiterst, hast du doch jetzt schon Erfolg. Du betreibst ein Café für Drachenbabies“.
Diese amerikanische Sicht auf das Scheitern und aus Fehlern lernen, ich liebe sie.
Heißes Öl und ein Stiegensturz
Der Montag ist noch voll heiß hier bei uns in Kärnten. Hunger? Eher nein. Wir einigen uns darauf, uns Wedges aus frischen Kartoffeln vom Lieblingsbauern zu machen. Garten-Backrohr mit Backpapier und Öl vorgeheizt. Kartoffeln geachtelt, frischen Gartenrosmarin geschnitten. Ich denke noch, ach blöd, wie bekomme ich das heiße Backblech aus dem Rohr, ich hätte alles kalt vorbereiten können. Hole das Backblech mit Schwung aus dem 220 Grad heißen Ofen und will es abstellen. Eine einzige starke Windböe und mir fliegt das Papier mit dem Öl…
Genau. Sofort eiskaltes Wasser auf den verbrannten Unterarm. Mindestens zwanzig Minuten sagt Frau Doktor Google. Und als der Schmerz ein bisschen nachlässt, google ich, welche Pflanzen jetzt helfen werden. Aloe Vera haben wir nicht. Aber Spitz- und Breitwegerich und Beinwell. Ich zerkleinere die Blätter mit der Kräuterwiege und pappe mir das ganze mit einem Verband auf die arg schmerzenden Stellen. Danke Natur, ich bin gerettet. Eine halbe Stunde nach dem Auflegen habe ich Sekunden ohne Schmerz. Und nach zwei Stunden ist er überhaupt weg.
Den restlichen Tag kann ich ziemlich knicken. Als ich mit weichen Knien die Treppe meines Zirkuswagens hinauf gehe, rutscht die Treppe unter mir weg und ich fliege nach oben. Ich kann mich irgendwie halten, doch offenbar bekommt mein Knie etwas ab. Also hinke ich nun auch. Rechter Unterarm, linkes Knie. Ich wäre so gern zu einer Almwanderung mit Frauen mitgegangen, doch ich muss absagen. Hmpft. Nächstes Mal hoffentlich!

Die Eichhörnchen-Armada ist wieder da!
Ich sitze an einem Morgen verschlafen auf meinem Prinzessinen-Kompost-Klo-Thron zwischen den Tomatenpflanzen. Nehme aus den Augenwinkeln Bewegung in den Bäumen rechts von mir wahr. Meine Güte, schwarze und braune Eichhörnchen mit weißen Bäuchlein sind schon munter und unterwegs! Die Amseln warnen durchdringend. Doch ich glaube, es ist eher eine erste Kontrolle von Samen. Haselnüsse und Walnüsse tragen heuer schwer an ihnen. Die pelzigen und schimmernden Freunde turnen von Ast zu Ast, stürzen zwischendurch fast ab, fangen sich wieder. Fliegen und klettern weiter. Mich ignorieren sie vollkommen, so vertieft sind sie.
Warum mich das so glücklich macht? Als unser freilebender Kater noch bei uns war, fing er ein Eichhörnchen nach dem anderen aus den Bäumen. Im Vorjahr sahen wir kein einziges. Jetzt dürfte sich die Population erholt haben. Ich bin nach den waaghalsigen Manövern hoch oben im Geäst recht sicher, das hier Jungtiere trainiert wurden.
Co-Working-Space Website
Mir tut es ausgesprochen gut, jeden Freitag im Website-Meeting zu sitzen und meiner Lieblingsdesignerin Bericht zu erstatten, was ich weitergebracht habe. Und woran ich scheitere. Auch wenn sie diese Woche wegen Fußball kurzfristig ausfällt, bereite ich mich vor. Ich frage meine AI, warum mich meine eigenen Texte überhaupt nicht emotional erreichen. Es stimmt alles mit ihnen. Aber sie berühren mich Null Komma Josef.
Die Antwort ist verblüffend. Mir wird „journalistischer Stil“ attestiert. Zu viel Abstand, zu viele Fakten, zu wenig fühlen, in der Sache sein, Nähe zulassen. Also schreibe ich Donnerstag Nacht und Freitag Vormittag alles komplett um. Keine Änderung an der Struktur, aber am Inhalt.
Und noch etwas schaffe ich diese Woche: ich setze mich eine Stunde an meinen alten PC in der Stadtwohnung und lade sämtliche Fotos, Videos und Dokumente auf eine externe Festplatte. Mein MacBook hat einen schwachen Arbeitsspeicher, mit ausgelagerten aber jederzeit greifbaren Daten will ich mir helfen. Auch das funktioniert nun endlich.
Frustrierende Turnpause und eine Erkenntnis
Mein Knie lässt diese Woche überhaupt keine hüpfende oder drehende Bewegung zu. Der Liebste rät mir, sanft mit mir umzugehen nach diesen zwei Unfällen. Und vermutlich auch nach der Anspannung nach seinen drei Krankenhausterminen. Körper sind nicht endlos belastbar. Unsere Zellen merken sich alles. Und er hat recht. Ich lege mich täglich zwei Mal hin und schlafe tief und lange. Meine Kundin Sabine erzählt mir noch, dass das ihre beste Strategie nach solchen Vorfällen ist. Und ich merke, sie hat recht! Ich schlafe mich gesund, halte immer noch Siesta…
Als ich an einem Nachmittag auf Instagram bin, wird mir wieder ein flotter Chinese mit Tai Chi Übungen in die Timeline gespült. Und ich staune. Es sind im Grunde genau meine Übungen. Nur deutlich langsamer. Mit wesentlich mehr Spannung und Ruhe in der Bewegung. Ich probiere ein bisschen und stelle erstaunt fest, wie gut mir das Langsame tut. Anspannen. Entspannen. Atmen. Das Anhalten nach einer Bewegung, das Nachspüren. Ich schreibe meine Übungen um. Sobald es wieder leichter geht, wird das mein morgendliches Training sein.
Zimmerpflanzen in Gardenien
Alle meine Zimmerpflanzen leben mittlerweile bei mir in den Schattenbereichen unseres Paradieses. Einer habe ich die fünf Meter langen Ranken geschnitten, weil sie einfach nicht mehr gesund aussah. Und die abgeschnittenen Ranken in ein Wassergefäß gesetzt. Was soll ich sagen: nach drei Wochen wurzeln die Abgepeltzen. Und heute Morgen beim Gießen sehe ich, dass die beschnittene Pflanze in jeder Achse neue Austriebe hat. Halleluja!
#reflectandlearn und meine Bücher
Maren fragt diese Woche um ungelesene Bücher, die sich bei mir stapeln. Ja, es gibt welche. Aber die liegen in der Stadtwohnung. Ratgeberbücher. Auf die habe ich gerade überhaupt keine Lust. Liebe Maren, lieber erzähle ich dir hier, was ich gerade parallel lese:
- den guten alten John Steinbeck und seine Nomadengeschichte „Meine Reise mit Charley“
- die fantastisch Wissen Zusammentragende Leonie Schöler und ihr beklemmendes Werk „Beklaute Frauen“
- und zwischendurch seitenweise Mary Norton „Die Borger“
Ein eigensinniges und ziemlich schamloses Durcheinander, ich weiß. Wen wunderts? Dir liebe Maren viel Freude mit dem Salzpfad, ich fand das Buch noch besser als den tollen Film!
NANAs to go
Schon im Frühling erfahre ich, dass es heuer in Seeboden einen Nana-Workshop unter der Anleitung der wunderbaren Jutta Berger geben wird. Wir sind schon sehr lange miteinander verbunden. Singend. Malend. Freundschaftlich. Und teilen die Liebe für die Kunst von Niki de Saint Phalle. Dieses Wochenende sehen wir uns nach ganz langer Pause wieder. Im Impulscenter Seeboden, in der kühlen Werkstatt im Souterrain. Fünf Frauen formen Frauenkörper, wie es ihnen gefällt.
Keine der Figuren gleicht der anderen. Und jede Figur passt so punktgenau zu der Frau, die sie hergestellt hat. Ich bin natürlich nicht ganz fertig geworden. Freue mich darauf, nächste Woche noch einmal an der Figur zu arbeiten.



Worauf ich mich kommende Woche freue?
Der Sechzehnjährige hat ab Freitag neun Wochen Sommerferien. Was für mich bedeutet, meine beiden Männer leben hier bei mir und müssen nicht mehr in der Früh geholt und Abends zurück in die Stadt gebracht werden. Ich kann endlich wieder ausschlafen und muss mir nicht allzu viele Gedanken um Termine machen.
Wenn es wieder so heiß wird – in Frankreich, Spanien und Portugal kochen die Temperaturen bereits – dann mache ich im Juli ungeplante Hitzeferien.
Vergangene Woche auf Social Media
Es gibt einen aktuellen Unfallbeitrag und andere Versagen zu lesen. Und einen Beitrag über meinen stylischen Filzhut, den ich mir in der Künstlerstadt Gmünd geleistet habe. Viel Vergnügen auf meinem Profil auf Linkedin!
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