Trauer und Wiedergeburt

Irgendwann 2020 witzelte jemand, dieses erste Lockdown-Jahr sei der Trailer für 2021. Doch nichts in diesem Jahr bereitete uns auf die letzten Wochen des aktuellen Jahres vor.

Diese letzten Wochen zählen zu den traurigsten meines bisherigen Lebens. Nach einem gewaltigen Schicksalsschlag ging gar nichts mehr. Nur mehr kleine Schritte im Alltag, um ihn zu bewältigen. Trauer ist mir nicht neu. Der Tod ist mir nicht unbekannt. Doch drei wunderbare Seelen in kurzer Zeit und hintereinander aus meinem Leben zu verabschieden, sie nicht mehr hier zu wissen, sie nie wieder persönlich zu sehen hat mich an meine Grenze gebracht. Langsam, ganz langsam fasse ich Hoffnung, dass das Leben in einer neuen Form weiter gehen kann. Schritt für Schritt, einen Atemzug nach dem anderen. Es gibt Wunden, die irgendwann heilen. Und es bleiben Narben, die daran erinnern, was geschehen ist. Das Leben ohne diese besonderen Menschen ist nicht mehr so wie es vorher war.

Ich möchte dich wissen lassen, dass ich noch da bin. Auch meine Wesen sind noch da und warten atemlos, wie es weiter geht. Die menschliche Gemeinschaft, in der wir leben, ist ein Segen und Halt und auch eine Herausforderung für mich und unsere Familie. Ich schaffe es derzeit nicht, meine innere dunkelgrauschwarze Welt künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Dafür arbeite ich mit Kindern und zeige ihnen, was sie mit Nadel und Faden, ein bisschen Stoff und Füllwatte herstellen können. In der Welt der Kinder ist es bunt und undogmatisch. Leicht und verspielt. Manchmal sitzt auch ein Erwachsener bei mir und wir plaudern und reden übers Leben und seine blitzartigen Wendungen und lassen unsere Finger über das Material gleiten. Ich empfinde es als Geschenk, durch den heuer früh gefallenen tiefen Schnee zu stapfen, die gute Luft im Wald zu atmen und den Schneeflocken bei ihrem eisigen Tanz zuzusehen. Ja, das Leben geht weiter.

Viele Worte habe ich gerade nicht. Unsere zwei Mobile Homes sind winterfest, mehr haben wir heuer im November nicht mehr geschafft. Genau genommen haben wir, das Bau- und Versorgungsteam, in diesem Jahr gigantisch viel geschafft. Es war ein riesiger Kraftakt, der ohne meinen ältesten Sohn und meinen Liebsten gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Nächstes Jahr, sobald es wärmer ist, starten wir den Innenausbau. Und bauen die wunderschönen mobilen Räume so um, dass wir sowohl in der warmen als auch in der kalten Jahreszeit ein gutes Wohngefühl haben. Heuer sieht es so aus, als würde ich die eiskalten Wintermonate von Jänner bis März im Haupthaus verbringen. Was all den menschlichen Gruppenprozessen gut tut, die gerade stattfinden. Ich erwarte wie jedes Jahr voller Sehnsucht die Wintersonnenwende am 21. Dezember und die Rückkehr des Lichtes auf diesen Teil des Planeten. Und viel meiner Zeit lausche ich nach innen und versuche zu erspüren, wohin dieser eingeschlagene Weg mich und meine Familie und unser warmes menschliches Netzwerk führen will.

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