Mobilität und Nerven

Wir sind angekommen! Wir sind tatsächlich in der entstehenden Gemeinschaft in Ledenitzen gelandet!

Wo um Himmels Willen fange ich heute an… Vielleicht damit, dass ich ehrlicherweise müde bin. Die letzten Tage dieser letzten Juliwoche waren für mich persönlich reines Durchhalten. Mich auf der Baustelle dort einfügen, wo ich für die Abschlussarbeiten gebraucht werde. Sich selbst zersetzende Nervenenden beruhigen und sie dazu überreden, neue Verbindungen zu schaffen. Ansprechbar zu bleiben für Familie, Freunde, neue Menschen. Mehr oder weniger. Nicht dauernd auszuflippen, weil schon wieder irgendwas nicht möglich zu sein scheint. Obwohl es ausgemacht wird. Boooom! Scherben, Trümmer. Nach dem Sturm zu erkennen, es gibt eine andere Lösung. Vielleicht klappt ja die. Mal wirklich in den Prozess vertrauen, der uns schon so weit geführt hat. Die Tränen sitzen locker in diesen letzten Stunden in Stoberdorf. Viel Gestautes löst sich, vermutlich weil voraussichtlich ein Ende in Sicht ist. Ein Ende, auf das ich hoffe. Und nicht so recht glaube. Looooslassen. Meine Gefühle beobachten. Weiter atmen. Vertrauen. Und loslassen. Das Leben ist und bleibt der beste Workshop!

Fehlerkorrekturen für das Dach

Die Fertigstellung und der Transport des Tinyhouses hat uns in den letzten Tagen arg gefordert. Mir ist sowieso nur mehr übel beim Gedanken, wie wir diesen Koloss in der Halle jemals in einem Stück durch den nach oben meiner Meinung nach nicht weit entfernten Türrahmen der Halle bewegen werden. Ich bin nicht dabei, als der geniale Dachdecker von einer Minute auf die andere um genau das bittet, damit er das Flachdach decken kann. Die Männer entfernen die Stützen und lassen das Haus herunter. Das Tinyhouse steht auf seinen vier Rädern. Die nicht platzen. Kein Fenster knackt und bricht. Auch kippt das Haus nicht, eine meiner Alptraumvorstellungen. Es lässt sich am Betonboden sogar ganz leicht händisch auf den Vorplatz schieben. Schon dort wirkt es viel kleiner als in der Halle. Am Lastwagen Freitag Früh wirkt es fast zierlich. Der mehr als kompetente Fahrer sagt so kluge Dinge wie „In der Ruhe liegt die Kraft!“ und lässt sich von aufgescheuchten Hühnern und Hähnen im Siedelteam überhaupt nicht beeindrucken. Er macht seine Arbeit. Ich ziehe meinen Hut vor Menschen mit LKW-Führerschein. LKW und Tinyhouse mit so einer Leichtigkeit zu bewegen grenzt für mich an ein Wunder. Dass ich jemals so easy cheesy über diesen Transport schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Ganz, ganz langsam hole ich mich wieder herunter in den ganz normalen Alltag eines Lebens, das es gut mit uns meint.

Men at work

Da sind wir also. Alexander’s Tinyhouse steht an seinem voraussichtlichen Platz für diesen Winter. Voraussichtlich. Die Veränderungen in den letzten zweieinhalb Monaten haben klar gezeigt, dass Veränderung die einzige Konstante im Leben ist. Ich gehöre glücklicherweise zur Sorte Mensch, der Veränderung liebt. Keine Leistung, ich bin so geboren. Doch auch ich merke, dass der Schlaf nicht kommen will, obwohl ich ihn dringendst brauche. Dass ich zwischendurch einfach nur sitze und schaue und spüre. Ich keine klaren nächste Schritte sehe. Es tut gut, sich in so etwas wie den Alltag mit einer Gruppe fallen zu lassen. Ab kommender Woche übernehme ich kleinste erste Aufgaben in dieser Gruppe. Wenn nicht gerade Arbeit auf der Baustelle anfällt. Ein Siedlungsbus auszuräumen ist. Und wir uns generell einrichten und ein bisschen verwurzeln. Den glücklichen Sami suchen wir immer wieder in einer altersgemischten Gruppe von Kindern. Er ist heute ein bissel enttäuscht, dass das Baden im Teich ausfällt. Es fällt ausreichend Wasser vom Himmel. Die Dachrinne am Haus tut ihre Arbeit perfekt. Und hinterm Tinyhouse haben wir einen kleinen privaten Schotterteich, der hoffentlich bald wieder versickert. Danke Gabriele und Christian von der Firma Schöffmann – wir hätten uns keine bessere Fachberatung und keinen besseren Dachdecker wünschen können. Wir sehr wir uns darauf freuen, mit euch beim Richtfest des zweiten Hauses zu besprechen, wie ihr die nächste neue Herausforderung löst. Das Dach meines Zirkuswagens. Es tut so gut, Menschen kennen zu lernen, die sich der Verantwortung, also dem Finden von Antworten auf Fragen, stellen. Euer ruhiges und vorfreudiges Mitdenken. Die Vorschläge. Und dann so eine perfekte fachliche Arbeit am Dach abzuliefern. Inklusive Regenrinne 😀 Wir empfehlen euch und diese feine Kärntner Firma ruhigen Gewissens und von Herzen gern weiter!

Regenwasserabfluss

Nach zwei Nächten am neuen Platz, einem genialen Schwitzhüttenritual, das uns im wahrsten Sinne des Wortes zu-fällt und vielen ersten Besuchen im Tinyhouse fange ich langsam an zu glauben, dass die erste Hürde auf dem Weg zu unserem Traum geschafft ist. Wir sind da. Wir bauen in zehn Gehminuten Entfernung weiter. Wir siedeln den ganzen August unsere Wohnreste aus dem verkauften Haus. Verstauen, was wir für unsere künstlerische Arbeit noch nicht brauchen, in den Nebengebäuden. Und gehen weiter. Einen Schritt nach dem anderen. Mehr Enthusiasmus in meinen Worten geht grad nicht. Mein Herzklopfen, meine innere Vorfreude und so viele andere Eindrücke lassen sich noch nicht in Worte fassen. Aber du kennst mich ja. Das kommt noch.

Angekommen!

6 Einträge zu „Mobilität und Nerven

    • ja, komm gern vorbei! ich freu mich auf deinen Besuch! ich alleine habe ganz bestimmt gute Ideen. säckeweise 😀 sie umzusetzen erfordert mehr als mich. ohne die tatkräftige Hilfe und die räumliche Vorstellungsgabe von Alexander und Andreas und all der Menschen, die online ihr Wissen zur Verfügung stellen, wäre nichts davon real geworden. ich bin so unendlich dankbar!

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    • Liebe Maureen, du findest uns direkt beim ehemaligen Hotel Mittagskogel, Parkplatz ostseitig – unverkennbar! Oder irgendwo am Gelände – du als Kräuterfrau wirst deine Freude haben! Ruf bitte vorher kurz an, dann sind wir sicher da! ❤

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