Atelier und eine Pause

Statt emsiger Geschäftigkeit im Atelier totale Pause im Atelier. Stillstand. Quarantäne in der Quarantäne. Ich habe mit vielem gerechnet, nur damit nicht. Diese vielen Angebote online, auch das ist mir zu viel geworden. Und Leute, es tut mir gut. Inklusive Social Media Fasten. Meine Freundin Ingeborg schickt mir jeden Tag kurze Meditationen, die ich fast jeden Tag mache. Wenig konsequente Struktur im Hause Stoberdorf vulgo Leitgeb. Ein zehnjähriges Kind, das sowas von brav mitmacht beim homeschooling. Das erstaunliche Selbstentwicklungsschritte hinlegt, einfach so. Einfach jetzt. Die Biber, die unsere Neugier am Leben erhalten. Unerfreuliche Erlebnisse beim Wocheneinkauf im Supermarkt und beim privaten Bauern. Die Angst, die Übervorsicht und auch die Rücksichtslosigkeit sind da. Verständlich, vollkommen. Und trotzdem unangenehm. Nächstes Mal schütze ich mich besser. Und es wird reichen, den Einkauf vierzehntägig zu machen. Dann gibt es die Spaziergänger, die freundlich aus ihrem Respektabstand mit uns kommunizieren, erzählen, wie es ihnen geht. Uns zuhören, wie es uns geht. Voll das Leben. Seit gestern kehren die kreativen Lebensgeister zurück. Passend mit dem Wintereinbruch in Österreich, der uns hier Schnee in hohe Tallagen beschert. Und mit der heutigen Nacht vermutlich viel Erfrorenes, das drei Wochen zu früh den Frühling gespürt hat. Das Erdbeben in Zagreb, das heute Morgen auch hier messbar war, ist nur mehr ein Drüberstreuer.

Ich jammere noch immer auf hohem Niveau, habe ein Dach überm Kopf. Menschen sind da, die mich lieben und die ich liebe. Wir können ohne Probleme in die Natur gehen. Sie ist vor der Haustür. Es gibt smarte Medien, um mit Familie und Freund*innen in Verbindung zu bleiben. Nicht zu vergleichen mit dem Istzustand von geflüchteten Menschen, die an Europas’s Grenzen in Lagern hocken und nicht wissen, was sie heute essen, ob sie morgen noch leben und wohin es für sie geht. Ein Planet, der sich fühlbar reinigt, weil wir unsere Wirtschaftssysteme herunter fahren. Eh nicht lange. In China geht es schon wieder los.

Heute gehe ich schnitttechnisch und an der Nähmaschine das an, was sich seit Tagen in meinem Kopf formt. Danke ihr so besonderen Menschen, die JETZT bestellen, die JETZT für Sommer und Herbst planen und mich einbinden. Die mit ihrem Kauf und ihren Vorschlägen mein Weiterkommen auch wirtschaftlich unterstützen. Ich werde in diesem Leben kein Onlineprofi UND ich leiste meinen Beitrag, indem ich auf eure Wünsche und Bedürfnisse, mich und meine Wesen zu zeigen, eingehe. Neben mir knackst der sich erwärmende Ofen, der schon eine ganze Woche kalt bleiben konnte. #onwards! sagt die schreibenden Künstlerin Elizabeth Gilbert. Wir schaffen das, sagt die WKO. Ich habe keine Ahnung, sage ich. Und gehe einen Schritt nach dem anderen. In meinem Tempo. Mit dem vollen Bewusstsein, in einer besonderen Zeit zu leben und diese mitzugestalten.

2 Kommentare zu „Atelier und eine Pause

  1. Liebe Lisa!
    Hingabe, Mitfließen, ganz im Jetzt sein und alles darf sein…Du beschreibst Deinen inneren Zustand und ich erkenne mich sehr gut darin wieder – vermutlich geht es vielen Menschen ganz ähnlich…
    Lassen wir los, horchen wir in uns hinein und halten wir unsere Augen, Ohren und Herzen offen.
    Innige Umarmung,
    Christine

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    1. Liebe Christine, danke! Es tut gut zu hören, dass es anderen Menschen ähnlich geht. Und was für ein Segen und Geschenk, wenn mensch auf seine inneren und äußeren Bedürfnisse hören darf. Inniger Dank für dich und dein Sein, Lisa

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