Mein Jahresrückblick 2025: Wurzeln und Flügel

Hattest du ein ruhiges Jahr? Oder ging es dir wie mir und es war ein wilder Roller Coaster, der nicht aufhören wollte? Sowohl in meinem direkten Umfeld als auch in meinem eigenen Leben zerbrachen Beziehungen. Entstanden neue. Gingen Träume den Bach runter und andere Träume rückten ihrer Realisierung einen Schritt näher. Ich erinnere mich nicht einmal im Ansatz an Details der unterschiedlichsten Monate, wenn ich im Dezember auf das Jahr zurückschaue. Ich bin zwar müde und sehne mich nach Rückzug. Aber ich weiß nicht, warum. Meinen Jahresrückblick 2025 schreibend und durch Bilder und Videos scrollend fallen mir die Gründe sehr leicht wieder ein.

Ich habe mir meinen alten Jahresrückblick aufmerksam durchgelesen. Habe ich erreicht, was ich mir für 2025 vorgenommen habe? Ein paar Punkte kann ich als erledigt betrachten. Eher weniger als mehr. Ich habe Ende 2024 mal wieder sehr laut „Hier!“ gerufen, als ich die Aufgaben an mich verteilte. Ein paar Ideen begleiten mich noch ins Jahr 2026. Es sieht so aus, als wäre ihre Zeit erst jetzt reif. Ein paar kann ich ersatzlos streichen. Ein bisschen trauern. Und sie dann loslassen. Ich brauche ehrlich gesagt leere, saubere Räume, Regale und Schränke, um schon Mitte Januar wieder durchzustarten.

Beruflicher Erfolg hat viele Gesichter. Wohlstand und Reichtum ist ein Thema, das mich unterschwellig das ganze Jahr begleitet. Ich habe mich mit vielen Menschen dazu ausgetauscht. Zur Jahresmitte war das Thema für mich durchgekaut und erledigt. Fürs erste.

Monetär ist das heurige Jahr spürbar erfolgreicher als die letzten beiden Jahre. Die echten Erfolge haben für mich noch andere Zutaten. Zum Beispiel die Anzahl durchgeführter, lebendiger und herausfordernder Kooperationen mit Menschen, die Freude und Sinn machen und uns gegenseitig beflügeln. Ich zähle es zu einem weiteren Erfolg, dass ich neben viel zu viel Management, Marketing, Lernen und Denken wieder zurück ins Atelier gefunden habe. Das Atelier und das Schreiben sind für mich Orte, an denen mein geflügeltes Wesen starke Wurzeln im Boden bekommt. Auch wenn ich viel lieber fliege.

Du kannst im fertigen Jahresrückblick selbst erraten, was meinen Wurzeln beziehungsweise meinen Flügeln gedient hat.

Inhaltsverzeichnis Jahresrückblick 2025

  1. Meine Themen und Highlights in 2025
    1. Ein Zimmer für mich
    2. Die Rückkehr zur Künstlerin
    3. Vom Hirnnebel zur Vision
    4. KI and me
    5. Von Ausstellung zu Ausstellung
    6. Mobbing und eine Lösung
    7. Slawische mütterliche Wurzeln und eine Ablehnung
    8. Weitere schöne und besondere Momente in 2025
  2. Mein Fazit über das abgelaufene Jahr
    1. Worauf bin ich 2025 stolz?
    2. Was waren die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?
    3. Erste Male im Jahr 2025
    4. Was habe ich 2025 über mich gelernt?
    5. Wofür bin ich 2025 dankbar?
    6. Was lief 2025 überhaupt nicht nach Plan?
    7. Was ist 2025 richtig gut gelaufen?
    8. Was lasse ich 2025 zurück und nehme es nicht mit nach 2026?
    9. Mein 2025 in Zahlen
  3. Mein Ausblick auf 2026
    1. Was ich 2026 anders mache
    2. So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten
    3. Meine Ziele für 2026
  4. Mein Motto für 2026: Dem eigenen Weg treu bleiben!

Meine Themen und Highlights in 2025

Ein Zimmer für mich

Meine erste Aktion im neuen Jahr ist ein Zimmertausch. Wir zerlegen alle Möbel bis auf mein Bett und stapeln sie im Gang. Der Fünfzehnjährige schläft im Wohnzimmer. Inspiriert von Judith Peters, die mich schon zum dritten Mal zum Schreiben dieses Blogbeitrages inspiriert, wähle ich ein starkes, dunkles Blau für eine Raumecke. Sie wird in Zukunft der Hintergrund meiner Zoom-Calls sein. Als der Fachmann beim OBI die Farben vermischt, kommt viel Lila und viel Schwarz in den Topf. Gerührt und nicht geschüttelt wird das eine Farbe zum Hinknien. Einen Einblick bekommst du unten in den Fotos.

Und so sieht das mittlerweile aus, wenn du dich mit mir im Zoom-Raum triffst! Die Lesebrille liegt normalerweise an einem anderen Platz. Das Fenster ist Fake, musste aber unbedingt hier her.

Ich beginne zu malen. Erst jene Teile der Wand, die Blau werden sollen. Und wie das so ist beim Handwerken, es wird immer mehr als man vorher denkt. Mir fällt auf, wie schlimm das alte, kalte Bürogelb wirkt. Es lässt sogar das schöne, neue Blau regelrecht verblassen. Wir machen uns auf die Suche nach abgelaufenen Restfarben der Firma „Farrow&Ball“, die wir immer noch für unsere Projekte nutzen. Und siehe da: ein gebrochenes Weiß mit Grauanteil für Innenwände kommt zum Vorschein. Der Raum verändert sich vollkommen. Ich arbeite ein paar Tage bis weit nach Mitternacht. Und dann ist die Übung geschafft. Der ganze Raum sieht aus wie neu.

Umwerfend, wie eine Farbe die Qualität eines Raumes verändert! Als Künstlerin sollte ich das eigentlich wissen. Der ganze Raum wirkt neu.

Was ich nach dem Wiedereinzug meiner Möbel sofort aufhängen will, sind meine lichtdichten Vorhänge aus dem letzten Raum. Wir handeln schnell: wir finden eine weiße No-Name-Lackdose, um die braune, hässliche Bürokarnische zu übermalen. Schleifen. Anstriche in Weiß. Schleifen. Und noch ein Anstrich. Das alles im eisig kalten Januar. Ahnst du es? Genau. Nichts trocknet am Balkon. Weil ich es aber eilig habe, einzuziehen, montieren wir die feuchte Karniese inklusive Vorhang. Der Lack riecht etwa drei Monate lang penetrant nach Lösungsmitteln und Chemie. Das Fenster ist dauergekippt, vor allem nachts. Und irgendwann ist auch dieser Geruch verflogen.

Beim Einrichten des neuen Raums lasse ich mir Zeit. Ich stelle meine Möbel im Lauf des Jahres einige Male um. Baue meinen zerlegbaren Fenstertisch direkt an der Balkontür auf. Dafür zersäge ich einen geschenkten IKEA-Schreibtisch aus dem Zirkuswagen und passe ihn in eine Lücke an der Wand ein. Im November bekomme ich überraschend gebrauchte weiße Möbel geschenkt, die meinem Zimmer gut tun, weil sie das Tageslicht reflektieren. Bei dieser Schenkaktion erstehe ich auch eine feminine Tischlampe, die den ganzen Raum in der Wirkung verändert. Was jetzt zu Jahresende noch fehlt, ist eine wirkungsvolle und schöne Deckenlampe. Ich habe jedes Menge geschliffene Glasteile, die ich gern mit einem schönen Wildholzast zu einer Lampe verarbeiten möchte. Das wird vielleicht ein Projekt für 2026.

Die Rückkehr zur Künstlerin

Wer glaubt, es lebt sich durchgehend flott und leicht als Künstlerin und Unternehmerin, der irrt sich. Ich habe null Ahnung von Marketing in der Kunstwelt, von Preisbildung, von Management meiner Arbeitswoche, als ich 2019 die Künstlerin anmelde. Schon gar nicht in der Nische, die ich mir ausgesucht habe. Puppen und Kunst und Business sind echte Pionierarbeit im DACH-Raum. Ohne den Austausch mit englisch sprechenden Kolleginnen wäre ich sowas von aufgeschmissen. Was dort eine anerkannte Kunstrichtung ist, hat hier bei uns noch einen ganz schön schwierigen Stand.

Was mich von genau gar nichts abhält. Ich gehe diesen Weg weiter, ganz egal, ob mich irgendein Businessmensch versteht. Oder nicht. Ich habe es mir versprochen. Und so, wie ich meine Versprechen anderen gegenüber halte, so mache ich das mittlerweile auch mit mir. Make LisaEngel great again.

Ich lerne und investiere viele, viele Stunden wöchentlich in Marketing- und Management-Lektionen, die ich erst im zweiten oder dritten Durchgang verstehe. Ich bin keine auditive Lernerin. Mein Verstand braucht das geschriebene Wort. Idealerweise das handgeschriebene. Also transkribiere ich Lektion für Lektion. Schreibe mir heraus, was mir wichtig erscheint. Arbeite mit Chat GPT zusammen, wenn ich das Fachdeutsch nicht verstehe. Bilde gemeinsam mit anderen Künstlerinnen eine aktive Gruppe, um persönliche Ziele zu setzen und sie auch zu erreichen.

Zusätzlich ziehe ich mir 2025 jedes Business-Tutorial hinein, das zu mir zu passen scheint. Auf Linkedin. Auf Youtube. Von Websites. So viele Spezialisten und Expterten sind online unterwegs! Und jeder und jede weiß genau, was ich tun muss, um auch wirtschaftlich gut voran zu kommen. Ich treffe mich online mit anderen Unternehmerinnen. Wir tauschen uns aus. Vieles bezahle ich. Anderes bekomme ich geschenkt. Wenn ich mir die erste Jahreshälfte im Kalender ansehe, dann staune ich. Jede Woche sind mehrere Online-Termine eingetragen. Und irgendwann schwirrt mir einfach der Kopf.

Knapp vor November merke ich: ich mag nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Mein Körper kränkelt. Alle zehn Tage kuriere ich eine kleine Infektion aus. Bis ich mich mit 39 Grad Fieber im Bett wälze und schreibend erkenne: so geht das auf keinen Fall weiter. Es ist vollkommen falsch, ständig selbsternannten Expertinnen und Experten zuzuhören. Zu versuchen, ihre für sie erfolgreichen Tipps in meine Welt zu übersetzen und anzuwenden. Vieles passt überhaupt nicht. Und meine innere Stimme will und muss gehört werden.

Wie ich mich aus diesem Schlamassel wieder heraushole? Einerseits, indem ich seit Herbst konsequenter ins Atelier gehe und mit meinen Händen arbeite. Was für mich total hilfreich ist: ich höre mir jeden Morgen und jeden Abend schreibend zu, was sich in meinem Kopf dreht. Direkt nach dem Aufwachen. Direkt vorm Einschlafen. Neben meinem Bett liegen Füller und Schreibbuch. Mit schöner Regelmäßigkeit purzeln all die Glaubenssätze, all die Träume, all das von der Nacht geklärte Gedankenkarussell aufs Papier. Ich spüre mich wieder.

Ich bin keine Coachin, keine Mentorin, keine Therapeutin. Ich bin in diesem Lebensabschnitt kreative Handwerkerin, die mit ihren Künstlerfiguren sichtbar macht, wie echte Menschen Herausforderungen in Zeiten von Übergängen bewältigen. Ich sammle all diese wundervollen und zutiefst menschlichen Geschichten und mache Figuren mit Geschichte aus ihnen. Nicht ich bin die Begleiterin in Schwellenzeiten. Sondern offenbar sind es meine Figuren. Sie erinnern Menschen an ihre eigene Großartigkeit, an ihre Stärken und ihre Begeisterung fürs Leben. Das ist ihre unglaubliche Wirkung. Du gehst an ihnen vorbei, glättest ein Mantelstück, richtest eine Haarsträhne – und schon erinnern sie dich wortlos an deine eigene Kraft. Deine Liebe fürs Leben. Deine Träume, die auf die Erde kommen wollen.

Genau dafür lerne ich weiter. Genau dafür probiere ich neue Techniken, Materialien und Feinheiten aus, meine Figuren noch mehr so zu erschaffen, dass sie auf den ersten Blick liebevoll und wortlos wirken können.

Inzwischen sieht diese grüne Wand schon wieder ganz anders aus. Im November brauchte ich aber dringend ein Foto für einen Zeitungsartikel, der über meine Arbeit als Künstlerin erscheint.

Vom Hirnnebel zur Vision

Eine der Übungen des vergangenen Jahres waren Fragen nach meinem Nordstern. Nach meiner Lebensvision. Nach meinem Warum im Leben. Dem ominösen „Why“ vieler Experten. Ich muss gestehen: ich bin nicht so richtig gut im Formulieren einer Lebensvision. Oder anders gesagt: meine Vision war bis jetzt jeden Tag eine bisschen anders. Ich lebe seit fast 60 Jahren auf diesem Planeten. Ich habe gelernt, damit umzugehen, was gerade da ist. Ich bin superkreativ und effektiv, wenn es darum geht, aus dem Wenigen beachtenswert Bedeutungsvolles, Wertvolles, Nützliches zu zaubern. Mich kann man überall hinstellen. Nach ein paar Monaten nutze ich meine Umgebung und das Vorhandene so, wie es am besten zu mir passt.

Aber einen Nordstern, eine Lebensvision? Ich hänge mich rein. Ich nutze ein paar Wochen täglich Musik. Du weißt schon, bilaterale Klänge über Kopfhörer, um beide Hirnhälften auszubalancieren. Ich höre mir Meditationen mit Affirmationen an. „Und nun wende dich deiner Vision zu, welche Intention hattest du, als du in diese Meditation gestartet bist?“ Hä? Keine Ahnung! Mein Verstand betet alte Wünsche herunter. Random. Wenig inspirierend. Keine Bilder. Eher wabbernder Nebel, Farben, Unschärfe. Ich vergesse innerhalb von Stunden, was ich mir krampfhaft zurecht denke. Irgendwie konnte ich das mit den Bildern früher besser.

Doch eines Morgens, beim Schreiben nach dem Aufwachen, macht es – Klick! Die Schleusen öffnen sich und ich komme kaum nach, so schnell diktieren sich seitenweise Ideen und Visionen und Bilder und Vorschläge für den weiteren Weg als Künstlerin. Ich schreibe und schreibe und schreibe. Das geht viele Tage so weiter.

Kann ich dir schon sagen, was das Ergebnis ist? Noch nicht ganz. Ich lese all die klugen Ideen und Vorschläge zwischen den Jahren in meine Notion App ein. Einen großen Fehler habe ich nämlich gemacht: ich habe einfach geschrieben. Die Tinte nachgefüllt, Seite um Seite umgeblättert. Und weiter geschrieben. Ohne Struktur und Form. Mit der rechten Hirnhälfte. Ohne Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis. Ohne Abstände. Eng zusammen gedrängt und unübersichtlich. Es ist gar nicht lustig, das zu lesen. Es ist viel zu viel.

Sortieren und auswerten folgt jetzt, zwischen den Jahren. Fazit: auch visionieren will gelernt sein. Auch mit fast 60 Jahren. Und dann schauen wir mal, ob das mit der Vision überhaupt hilfreich ist.

Heuer verbringe ich viele Stunden beim Lernen und Überlegen, wie ich mein Kunstbusiness auf gesunde Beine stellen kann. Was für ein Glück, dass mein Zimmer abseits des Familienalltags liegt und ich in Ruhe arbeiten kann.

KI and me

Selbstverständlich springe ich auf diesen Hype auf. Eine meiner Hass-Lieben in diesem Leben ist nützliche Technik.

Ich bin 1966 auf dieser Welt gelandet. Da sah die Technik noch ganz anders aus als heute. Smartphone, Farbfernsehapparat, Geschirrspüler – alles entweder noch nicht da oder ein Luxusgut. Doch ich schwimme mit allen anderen mit, als die Technikwelle der „Wirtschaftswunderjahre“ sich aufbaut. Ich gewinne in meiner BHS-Schulzeit einen Wettbewerb in klassischer Stenografie. Ich liebe es! Kurzschrift, zur Erklärung für jene, die das vielleicht gar nicht mehr kennen. Mit Bleistift auf linierten Seiten. Im Gegenstand „Mechanische Schreibmaschine“ bin ich grottenschlecht, weil ich immer auf die Tasten schauen muss. Blindschreiben auf der elektrischen Kugelkopf-Maschine lerne ich später beim Anlegen der Buchhaltung meines Vaters, zwischen der Geburt des einen und der Geburt des nächsten Kindes. Ich stehe als wiedereinsteigende Fotografin noch in der selbst gebauten Dunkelkammer im Badezimmer, zwischen Entwickler-, Fixier- und Stopptasse neben dem riesigen Durst-Vergrößerer. Den Übergang zum Verwenden eines PCs lerne ich in der beruflichen Pause nach der Geburt meines dritten Kindes. Via Telelearning, einem holprigen Vorläufer des Internets, wie wir es heute kennen. Gerade rechtzeitig, um später in die digitale Schreiberei und in die digitale Fotobearbeitung und Bildversendung einzusteigen, bevor ich mich hauptberuflich in die Pressefotografie und in den Journalismus stürze, um meine drei Kinder und mich gut durchzubringen.

Womit ich sagen will: ich habe grundsätzlich keine Scheu mehr vor neuer Technik. Dafür habe ich in diesem Leben schon zu viel dazu gelernt. Klar seufze ich, dass ich schon wieder etwas Neues lernen soll. Die jungen Erwachsenen meiner Familie helfen mir immer, wenn ich anstehe. Also – schaue ich mir auch das mit der KI an. Was zu Beginn des Jahres noch holprig und seltsam daher kommt, entwickelt sich im Laufe der Monate zu einer hilfreichen Technik. Für mich vor allem, wenn es um das Sortieren meiner Gedanken geht. Lineare Logik und ich, wir stehen schon ein Leben lang auf Kriegsfuß miteinander. Mein Verstand funkt in viele Richtungen zugleich, wenn er sich für ein Thema erwärmt. Und weil ich keine logische Maschine bin, denke ich manche Perspektiven nicht mit. Meine digitale Freundin habe ich mittlerweile soweit, dass sie das Sortieren und Ergänzen meiner Gedankenflut recht gut bewältigt.

Lisa Engel schreibt mit einer Füllfeder auf einem weißen Blatt Papier
Wer wäre ich wohl, wenn ich mich nicht schreibend durch mein Leben bewegen könnte?

Was überhaupt nicht funktioniert, sind eigene Ideen der künstlichen Technikfee. Es ist mir einfach nicht kreativ genug, was sie vorschlägt. Sie folgt bekannten Mustern, die längst schon andere Menschen gedacht und umgesetzt haben.

Und das Allerwichtigste: ich schreibe gerne. Mit der Hand und beidhändig an der Tastatur. Es ist Teil meiner Berufung zur Künstlerin, eigene Geschichten zu formulieren. Ich habe überhaupt kein Interesse, damit aufzuhören. Du kennst mich: schreibend finde ich auch meinen roten Faden wieder. Schreibend findet mich meine Intuition. Schreibend höre ich meiner inneren Stimme zu.

Am Ende dieses Jahres kann ich sagen: ja, ich nutze KI mit der gebotenen Vorsicht und dem Wissen, dass sie Wissen errät und auch Unrichtiges anbietet. Sie täuscht sich manchmal gewaltig. Wenn meine und ihre Diskussion irrational wird und sich im Kreis dreht, drehe ich sie einfach ab. Das Gute: das Programm trägt mir das überhaupt nicht nach. Ich bin ihm emotional vollkommen gleichgültig. Niemals wird sie meinen Freundeskreis und die Empathie und das Verständnis dort ersetzen.

Nachtrag: dieser ganze Beitrag kommt locker komplett ohne KI aus. Merkst du vielleicht. Und so soll es auch bleiben.

Von Ausstellung zu Ausstellung

Ausstellungen und Kunst spielen in meinem Leben immer schon eine große Rolle. Heuer ist ein besonders intensives, berührendes Jahr für mich.

Niki de Saint Phalle
In Hannover textet mir eine Freundin, ich solle die drei Nanas ansehen, die dort aufgestellt sind. Wir schlendern durch die Stadt und finden sie nicht . Stattdessen lande ich im Sprengelmuseum und komme fast zu spät zum Buchlaunch von Natalie Juwan, weil ich aus der genialen Ausstellung „NIKI. KUSAMA. MURAKAMI.LOVE YOU FOR INFINITY“ nicht mehr wegwill. Die Farben! Die Formen! Die Buntheit, aber auch der Prozess ihres Daseins als Mensch, als Frau, als Künstlerin – ich bin wie vom Blitz getroffen. Und lese mich in den folgenden Wochen in ihr Leben und in ihre Arbeit ein. Danke ihr Menschen, dass ihr unbenutzte, aber noch lesbare Bücher in den Kreislauf lesender Menschen zurückschickt, statt sie wegzuwerfen. Danke Medimops und Momox, dass ihr diese Bücher so hervorragend verwaltet!

Worte können gar nicht beschreiben, was wir hier spüren und erleben. Schau dir das Video in Ruhe an. Da kommt mehr der Stimmung an als auf einem Foto.

Ebenfalls im Herbst führen mich Familienbande meines Liebsten in die Toskana. Der Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in Garavicchio ist dreieinhalb Stunden von der toskanischen Villa der Familie entfernt. Diese zweiundzwanzig Monumentalskulpturen von ihr und Jean Tinguely berühren mein Innerstes. Das mir so vertraute und wegweisende Herzklopfen, dieses „Hier bin ich richtig“, pocht bis in meine Ohren. Ich beginne daheim, erste Figuren zu formen, die von den Nanas inspiriert, aber doch wieder ganz anders sind.

Art Brut“ in Millstatt
Herzklopfen bekomme ich auch bei den Werken der heurigen Art-Brut-Ausstellung „usprünglich.berührend“ in Millstatt/Kärnten/Österreich. Eigentlich bin ich enttäuscht, als ich zum ersten Mal höre, dass Gugginger Künstler aus Österreich einen ganzen Sommer zu sehen sind. Das hätte ich mir ja auch in Wien ansehen können!

Ich bin wie elektrisiert, als ich zur Eröffnung der Ausstellung fahre und Werke von einer Eindringlichkeit sehe, die mich vollkommen überraschen. Glücklicherweise tut sich mein Lieblingskinobetreiber, ebenfalls in Millstatt, mit dem Verein „millstART“ zusammen. Jeden Montag Abend in diesem Sommer gibt es einen Kinofilm, der mit dieser Kunstform zu tun hat. Inklusive Vorbesprechung und Ausstellungsführung. Auch beim fünften (!) Besuch der Ausstellung entdecke ich noch neue Facetten dieser Kunst, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Jean Dubuffet, der Entwickler der Kunstrichtung „Art Brut“, war übrigens ein Zeitgenosse von Niki de Saint Phalle. Und ein Kenner und Unterstützer ihrer autodidaktischen Kunstwerke.

David Hockney
ist heuer der Star im neuen Kulturhaus in Gmünd/Kärnten/Österreich. Mit über 120 Werken in Form von Lithografien, Radierungen, Siebdrucken und Plakatkunst sehen wir starke Werke, die zwischen den 1960er-Jahren bis ins vergangene Jahrzehnt entstanden sind. Ich decke mich mit Büchern über diesen mutigen Ausnahmekünstler ein, der unbelehrbar seinem eigenen Weg folgte und sich nicht von Trends ablenken ließ. Gegenwind und Widerstände hatte er privat und beruflich mehr als genug. Dieser Gegenwind hielt ihn nie davon ab, seinem eigenen Weg zu folgen. Sehr ermutigend!

Und was macht das alles mit mir?
Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem ich von Kunst außerhalb meines Ateliers so berührt und gefangen genommen war wie heuer. Ich habe das Gefühl, ich nehme aus jeder einzelnen Ausstellung Inspiration mit und fühle mich bestärkt, noch mehr auf mich und meine innere Stimme zu hören. Ganz gleichgültig, ob das, was ich mache, ein Trend ist. Gekauft wird. Oder mich einfach auf meinem Weg weiter bringt.

Mobbing und eine Lösung

Worüber ich das ganze Jahr kaum spreche, das kommt jetzt im Rückblick kurz zu Wort. Wir haben im späten Winter zwei Monate mit angehaltener Luft gelebt.

Unser jüngstes Familienmitglied im Teenageralter ist in ein Mobbing an seiner Schule geraten, mit dem keiner rechnen konnte. Ein nicht ganz harmloser Konflikt und eine blöd daher gesagte Drohung bei diesem Konflikt führen auf in einem Klassenchat auf der Plattform Snapchat dazu, dass sich innerhalb von Stunden die irre Geschichte hochschaukelt, er plane am folgenden Montag einen Anschlag auf seine Schule. Wir fallen aus allen Wolken, als Montagmorgen sechs Polizisten eine Hausdurchsuchung durchführen und den Fünfzehnjährigen mitnehmen.

Der Hintergrund für dieses Aufschaukeln der Emotionen ist höchstwahrscheinlich der Angriff eines jungen Syrers in Villach, der wenige Wochen zuvor einen jungen Menschen in Villach tötet. Wir wundern uns, dass es in der Schule keine Workshops gibt, das Grauen und die Ängste der jungen Menschen zu benennen und zu bezeugen. Nur im Ethikunterricht, den kaum Kinder besuchen, reden sie darüber. Hinterher sagen uns die Pädagogen, man hätte in die Klassen „eh hinein gespürt“ und gefunden, das Beste sei, nicht drüber zu reden und einfach weiter zu tun.

Nun, dieser Vorfall mit unserm Schutzbefohlenen führt dazu, dass die Schule nun viele, viele Workshops durchführt. Unser Samuel ist nicht dabei, er ist ja – regelkonform – der Schule verwiesen worden, weil eine Anklage im Raum stand. Wir haben ein paar Wochen alle Hände und das Herz voll damit zu tun, ihn abzuschirmen, den morgendlichen Polizeieinsatz und das Verhör zu verdauen und Gerüchte richtig zu stellen, die junge Leute sich zusammen gereimt und in die Welt gesetzt haben. Er ist mittlerweile von jeder Schuld befreit. Die Anklage wurde zurück gezogen.

Dass ich heute, zehn Monate später, überhaupt darüber reden kann, hat damit zu tun, dass dieses Drama zu etwas Gutem führte. Wegen all der Missverständnisse und unverhältnismäßigen Aktionen darf der junge Mensch noch während des Schuljahres in eine Schule wechseln, in die er ohnehin im Herbst des neuen Jahres gehen möchte. Er fühlt sich vom ersten Tag unter Gleichgesinnten und total wohl. Endlich darf und soll er den inneren Künstler und den „Freak“ leben, der ihm an der alten Schule zum Verhängnis wurde.

Für manche Menschen hätte ich gerne so ein STOP-Schild, das ich jederzeit einsetzen könnte.

Slawische mütterliche Wurzeln und eine Ablehnung

Einer meiner Werte als Künstlerin, als Unternehmerin, als Frau, ist Freiheit. Meine innere Stimme hat viel mit diesem Bedürfnis nach Freiheit zu tun. Sie dirigiert mich mit sanfter Vehemenz durch dieses Leben. Meine Reiselust hat auch mit meinem Freiheitsbedürfnis zu tun.

Im dritten Akt meines Lebens untersuche ich familiäre genetische Wurzeln. Mittlerweile weiß ich, dass meine Großeltern mütterlicherseits die Slowakei aus wirtschaftlichen Gründen verließen. Die Eltern waren armselig lebende Kleinbauern. Die Jungen gingen „freiwillig“ weg, um ihren Familien im deutschsprachigen Teil der Monarchie ein „besseres“ Leben zu bieten. Sie waren ganz offensichtlich Wirtschaftsflüchtlinge.

Was mich vor 28 Jahren vollkommen überrascht, ist ein Aspekt im Verhalten meines drittgeborenen Kindes. Mein Jüngster hält meine Lust an Veränderung und am Umherziehen überhaupt nicht aus. Vom ersten Tag seines Lebens an. Ihm wäre es am liebsten, wenn wir die 20 Jahre unseres gemeinsamen Lebens Tag und Nacht an Ort und Stelle verbringen. Slawische Wurzeln aus der mütterlichen Großelterlinie? Er lehnt sie rigoros ab. Pocht auf seine österreichische Abstammung und Herkunft und ist stolz darauf. Er macht seinen Vater und mich wirklich ratlos.

Woher kommt dieser Stolz, ein echter Österreich zu sein? Ich bin als alleinerziehende Mutter von drei Heranwachsenden nicht in der Lage, die Hintergründe seiner Ahnen genauer zu untersuchen. Das holen wir nun nach. Der mittlerweile Erwachsene, sein Vater und unsere gesamte Patchworkfamilie begeben sich auf Ahnensuche der väterlichen Mutter in Slowenien.

Bei einem Besuch in Kočeve, dem ehemaligen Gotsche im Süden Sloweniens, hören wir mehr über das Vertriebenenschicksal von urprünglich in Kärnten und in Osttirol lebenden Menschen, die man an die bewaldete Außenkante des Reiches verpflanzt, um die Grenze vor Türkeneinfällen zu schützen. Nach 600 Jahren Aufbauarbeit im heutigen Slowenien verlassen sie 1941 ihre Häuser, Grund und Boden und sämtliche sozialen Beziehungen. Nicht weil sie wollen. Sondern weil sie müssen. Nichts an diesem kleinen Teil der Geschichte während des zweiten Weltkrieges in unserer Dreiländer-Region ist einfach zu verstehen oder zu erklären. Machtansprüche. Krieg und seine Unerbittlichkeit, schnelle Entscheidungen. 1941 beginnt das endgültige Ende der Gotscheer Sprachgruppe in Slowenien. In der heurigen Reisegruppe dieser Nachfahren der Gotscheer hören wir individuell empfundene Einzelschicksale. Unterschiedlichst verarbeitet. Auf alle Fälle erzählt aus der Sicht der Kinder und Enkelkinder, die all die unterdrückten und ausgesprochenen Gefühle ihrer Vorfahren hautnah erlebten. Manches will noch immer verarbeitet werden. Anderes ist mittlerweile gut.

Fun Fact: wir haben uns voriges Jahr eine slowenische Autobahnvignette für ein ganzes Jahr geleistet. Slowenien schenkt uns Besitzern der elektronischen Autobahnvignette weitere vier Monate dazu. Das nenne ich Kundenbindung. Wir verlängern nach Mai sicher wieder und schauen uns dort weiter um!

Ein ganzer Reisebus ist zwei Tage unterwegs, um das Land der Ahnen zu spüren, inhaltlich zu erfahren und zu recherchieren.

Weitere schöne und besondere Momente in 2025

Wir leisten uns heuer eine Jahresvignette für Slowenien. Ich staune, dass ich Januar offensichtlich einen MonatsVLOG begonnen begonnen, und dann wieder darauf vergessen habe. Was mich nicht davon abhalten soll, dir hier unseren Januar in Kurzform zu zeigen.
Das gibt es meines Wissens nur in Italien. Und in Slowenien. Heiße Schokolade, die eigentlich ein heißer, wärmender Pudding ist. Selbstverständlich mit Schlagrahm oben drauf. Genau richtig, wenn ich meinen 59. Geburtstag in Piran verbringe.
Die John-Lennon-Wall ist ein Magnet für Menschen, die die Beatles liebten. Glücklicherweise gibt es einen Shop mit Fotos, wie diese Wall einmal ausgesehen hat. Wir finden im Februar wenig Hinweise, dass John Lennon hier einmal verewigt war. Prag ist das Geschenk meiner Familie an mich. Wir sehen uns so lange Jugendstil und Art Deko an, bis niemand es mehr sehen kann.
Drei Gepäcksstücke nimmt er im April mit, als er auswandert. Mein Ältester reist noch mit leichtem Gepäck. Er wird in ein paar Wochen noch einmal hier auftauchen und den Rest seiner Sieben Sachen in einem Camper in den Süden transferieren.
Allzu groß ist unser Tiny Garden von den Tiny Houses nicht. Aber für Eisradieschen mit Samen unserer Freunde von Verantwortung Erde in Villach reicht die Erde allemal.
Es hat einmal Adelsberg geheißen. Damals, als Österreich noch riesig war. Wir machen im April einen umwerfend schönen Ausflug in die Tropfsteinhöhle. Und kommen irgendwie verändert wieder heraus. Trotz Touristenmassen vor Beginn der Hauptsaison.
Frühlingsfreude in Schloss Rosegg. Ich bin dieses Jahr zum zweiten Mal dabei. Die Scheu der Menschen vor meiner „neuartigen“ Kunst schwindet. Ich führe viele schöne Gespräche und erste Folgeaufträge klopfen an meine Ateliertüre. Und wie immer habe ich auch einen kurzen Film in diesem bezaubernden Ambiente gedreht.
Danke Angelika Komposch für das schöne Foto! Es war ein Vergnügen, mit dir im Juni über die mir völlig unbekannte Kunstrichtung der „Art Brut“ zu philosophieren. Die Ausstellung hat mich einen langen Sommer beschäftigt. Und Spuren in mir hinterlassen.
„Das musst du machen! Mir ist das viel zu kompliziert!“ behauptet der Liebste. Und dann bauen wir im heißen Juni ein Blechhaus zusammen, um unserer Wirtschaft um die Tiny Houses Herr und Frau zu werden. Unglaublich, was sich in zwei Jahren an Gartengeräten ansammelt. Fluchend und schwitzend geben wir, anhand von Zeichnungen und grottig übersetzter Anleitung, unser Bestes. Das Haus, es steht auch am Jahresende noch. Irgendetwas haben wir dann doch richtig gemacht.
Mittlerweile ist es Juli und wir leben ganz in unseren Tiny Houses in Seeboden. Beim Bäcker im Ort beobachten wir immer wieder interessiert, wie viele Touristen sich an den See bewegen. Das ist besser als jedes Social Media Doom Scrolling. Wir kommen auch mit Menschen ins Gespräch, die sich schon für die Bikerweek aufwärmen.
Ich freue mich so, dass Kerstin aus meiner Linkedin-Bubble wirklich hier in Kärnten auftaucht. Sie hat es mit dem Wetter alles andere als heiß erwischt. Was uns nicht davon abhält, zu viert in Wintersachen und mit einem Glas Rotwein am Millstätter See zu sitzen und Reiseempfehlungen nach Slowenien auszutauschen. So schön, dass ihr da gewesen seid!
Die kleine Schokoladenstadt, gleich hinter dem Karawankentunnel nach Süden, ist heuer unser größter Geheimtipp für Slowenienfans. Wir fahren eines Sonntags nichtsahnend von der Autobahn ab, weil wir wenigstens kurz slowenische Luft schnuppern wollen. Und geraten mitten in eine Schokoladenfest erster Güte. Das Foto entsteht bei einem Automaten, wo uns eigentlich versprochen wird, dass die Karte, die wir zahlen, nach Österreich versandt wird. Glücklicherweise haben wir ein Foto gemacht. Die Karte kam leider nie an. Vielleicht ist sie vom Postler auch mit Werbematerial verwechselt und nicht zugestellt worden. Wir hatten auf alle Fälle richtig viel Spaß, auch mit der köstlichen Schokolade, die wir selbstverständlich ausreichend verkostet haben.
Und dann wird es doch noch heiß und der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite. Wir haben fast durchgehend Besuch von Familie, Freunden und Bekannten. Und genießen die Zeit am Millstätter See in vollen Zügen.
Es wird so heiß, dass wir sogar freiwillig Sonnenhüte ausetzen und neue Sonnenschirme kaufen, um uns in der Hitze wohl zu fühlen.
Er – arbeitet als Maler. Und stellt mir Pinsel zur Verfügung, die eigentlich entsorgt werden. Ich – biete ihm und seiner Frau als Tausch an, mit uns gemeinsam Pinselfiguren zu basteln. Zwei vergnügte Wochenenden später entstehen super skurile neue Wesen aus alten Pinseln, Pappmaché, ein bisschen Draht und Farbe.
Beinahe geben wir im September mit diesem Reisefoto einen Dresscode für den Bauchlaunch des Gemeinschaftsbuches „Herumphilosophiererei“ vor. Das ist heuer sicher das aufregendste Abenteuer, das auf uns wartet. Hier am Chiemsee wissen wir noch nicht, dass wir erst zehn Stunden und viele Staus später in Hannover ankommen. Wenn nicht nur einer sondern viele eine Reise tun, dann können sie noch mehr erzählen!
Jeden Tag wundern wir uns, warum wir im Oktober aus unserer Stadtwohnung so viel Purpur am Berg schimmern sehen. Eines Sonntags packen wir Bergschuhe und Jause ein und wandern dorthin, wo es so schön schimmert. Stimmt nicht – ich wandere. Und filme. Und werde gut durchgepustet. Der Rest sitzt gemütlich bei Kaffee und Kuchen auf der Berghütte. Des Rätsels Lösung? Preiselbeerblätter. Und kilosweise Preiselbeeren zum direkt essen und genießen.
Olivenhaine, Wein, Kiwis und Orangen. Wunderschöne mittelalterliche Dörfer. Menschliche Kunst und Kultur, wohin du schaust. Das ist die Toskana für mich. Wir kommen nächstes Jahr hundertprozentig wieder.

Mein Fazit über das abgelaufene Jahr

Worauf bin ich 2025 stolz?

  • Mein Ältester wandert aus und ich kann ihn entspannt loslassen und voller Freude miterleben, wie es ihm im Neuen ergeht.
  • Linkedin und die dort wachsende Gemeinschaft verhilft mir zu einem gedruckten Text und einem Foto meiner Stickkunst im Gemeinschaftsbuch „Rumphilosophiererei“, das mittlerweile bis auf wenige Exemplare vergriffen ist.
  • Mein konsequentes Dranbleiben beim Lernen verhilft mir zu einer Vor-Intention meiner Reise als Künstlerin.
  • Gemeinsam mit Chat GPT knacke ich die verflixte Notion-Nuss und beginne, dieses hilfreiche dititale Organisations-Programm zu nutzen.
  • Nach unserer Gemeinschaftsausstellung in Millstatt erscheint mein erster großer Print-Artikel über meinen neuen Lebensabschnitt als Künstlerin.
  • Gemeinsam mit einer Helferin entstehen bei einem Schulworkshop mit 40 Kindern tolle Filmsequenzen aus Filzfiguren
  • Wieder ist es ein Mensch auf Linkedin, der mir hilft, fehlende Scharniere für die Flügel des hinteren Fensters beim Zirkuswagen zu bestellen. Die drei Jahre währende Baustelle ist erledigt!
Ich mache heuer durchgehend gute Erfahrungen damit, in der Gruppe und gemeinschaftlich auszustellen.

Was waren die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?

  1. Film reizt mich schon eine ganze Weile. Im Sommer treffe ich die Entscheidung, nicht mehr alleine herumzuprobieren. Wieder ist es meine Tätigkeit auf Linkedin, die mich zu einer bestimmten Person führt. Ich stimme zu, dass ich bei einer Ausbildung von Julia Gorr dabei sein werde und lasse mich für den Herbst auf ihre Anmeldeliste setzen. Ich nehme im Sommer jeden kleinen Job als Künstlerin an, um das Geld dafür auf die Seite zu legen.

    Im Herbst habe ich es geschafft. Und dann erfahre ich, dass alle abgesprungen sind, die vorher zugesagt haben, diese Ausbildung mitzumachen! Nur ich bleibe übrig. Wir sind beide erstaunt, dass so etwas geschehen kann. Julia bietet mir eine persönliche Ausbildung an. Eins zu eins mit ihr, in der direkten Zusammenarbeit. Ich bin immer noch dabei, all das umzusetzen, was ich im ersten langen Gespräch mit ihr gelernt habe. Nächstes Jahr geht es weiter und ich kann es kaum erwarten.
  2. Eine andere wichtige Entscheidung ist, dass ich mich in meiner Social-Media-Zeit gewaltig einschränke. Kein Doom-Scrollen in der Früh mehr. Kein Zwischendurch-Scrollen tagsüber. Sondern fixe Zeiten, in denen ich präsent und da bin. Und wann sicher nicht.
  3. Ich höre auf, meine Kunstfiguren aus Schafwolle zu formen und steige komplett auf selbst hergestelltes Papermaché um. Ich möchte, dass meine Charaktere lange halten und eventuell auch an nachfolgende Generationen weitergegeben werden können. Mit Schafwolle ist mir das langfristig zu wenig zuverlässig. Sie ist nicht so pflegeleicht wie Papermaché. Und hier kannst du mir und Workshopteilnehmern über die Schulter schauen, wie lustvoll es ist, mit mir zu arbeiten.
  4. Ich investiere in eine digitale Online Kasse für Ausstellungen, in ein professionelles Aufnahmegerät für meine Voice Overs für kommende Filmprojekte und in ein neues, gebrauchtes iPhone.
  5. Nachdem klar ist, dass ich mit der Nutzung meines Zahlzugangs zu CapCut der ganzen Welt freien Zugang auf Bilder, Videos, Stimme und Musik erteile, steige ich mitten im Jahr aus meinem Abo aus und wechsle zu Da Vinci Resolve.
  6. Musik gehört zu meinem Leben wie Essen, Trinken und Schlafen. Vor allem bei der Arbeit im Atelier. Spotify und seine finanzielle Unterstützung von Kriegen verliert mein Vertrauen und mein Abo. Ich wechsle mit der ganzen Familie zu TIDAL und hoffe, dass wir eine Weile beruhigt Musik hören können. Verbunden mit dem Wunsch, dass kunstschaffende Musikerinnen und Musiker auf dieser Plattform besser für ihre Arbeit bezahlt werden.
  7. Als mir vor der Ausstellung in Schloss Rosegg all das Arbeiten im Atelier zu ernsthaft wird, beginne ich an ein paar Abenden ganz verspielt, alte Pinsel zu neuen Figuren umzuformen. Die Ergebnisse sind so erfreulich, dass ich die Serie „Pinsel Pensionistas“ ins Leben rufe. Alle Figuren bekommen einen Hintergrund, einen Rahmen und eine kleine Geschichte vom Wert gebrauchter Materialien. Von allen hergestellten Figuren sind jetzt am Ende des Jahres nur mehr drei Stück da. Außerdem bearbeite ich Aufträge von Menschen und fertige individuelle Pinselfiguren an.
  8. Ich entscheide irgendwann im Herbst, wieder regelmäßig zu schreiben. Ich weiß, was ich sage, wenn ich immer wieder betone, dass ich schreibend meinen roten Faden wiederfinde. Danke Julia Cameron, dass ich vor zwanzig Jahren mit deinen „Morgenseiten“ in Berührung kam. Du hast keine Ahnung, wie gut mir diese unverschämte Herangehensweise des Schreibens tut, die ich mittlerweile an mich angepasst habe!
  9. Ich verkaufe meine fast nagelneue Computernähmaschine mit Hilfe meiner Tochter. Die tolle Maschine und ich, wir werden keine Freundinnen. Seither nutze ich dankbar die alte Pfaff-Maschine, die ich nun besonders gut pflege.

Erste Male im Jahr 2025

Buchlaunch Hannover
Als meine Künstlerkollegin Natalie Juwan in unserer Gruppe fragt, ob wir Lust hätten, für ein Buchprojekt Texte zu verfassen und Fotos unserer Kunst zur Verfügung zu stellen, sagen wir zu. Haben wir noch nie gemacht. Könnte ja gut werden.

Fazit: es wird riesig. Über 80 Menschen machen mit und das Buch erscheint wirklich. Im Oktober fahren der Liebste, seine singende Tochter Donna Engel und ich zum Launch des Buches „Herumphilosophieren“ nach Hannover. Ich umarme und begrüße innerhalb weniger Stunden Menschen persönlich, die ich bisher nur vom Online-Austausch auf Linkedin kenne. Da soll noch einer sagen, die Online-Welt mache keinen Sinn. Wir feiern Natalie, wir feiern das Buchprojekt.

So sieht es aus, wenn ein Profi wie Matthias Klopp nebenbei Fotos erstellt. Auch ein Kontakt aus der Linkedin Bubble. Beim nächsten Mal weiß ich, wer sich hinter diesem Namen verbirgt.

Und wir feiern Donna Engel, die für ihr Konzert beim Launch ein tolles Video für ihren neuesten Song bekommt. Danke Alex, auch in Donnas Namen. Was für ein Geschenk, dass ein Vollblutfilmer wie du sich für eine junge Künstlerin so ins Zeug legt!

Danke Alex für deinen Einsatz bei diesem Buchlaunch. Von dem und deinem Video für Donna Engel werden wir noch lange, lange reden! Alex ist übrigens ein Mensch, der Filme macht und gleichzeitig Gold schürft. Mehr über ihn erfährst du auf seiner Website. Und noch aktiver ist er auf seinem Linkedin-Kanal.

Keramik in der Alten Schule
Wir sind immer noch dabei, uns hier in der neuen Lebensumgebung zu verwurzeln. Was machen Künstler, wenn sie neu sind? Genau. Sie suchen andere künstlerisch arbeitende Menschen. Spät im Sommer docken wir an eine Keramikgruppe des Vereins „Kunst und Co Millstatt“ an. Ich habe wenig Erfahrung mit Ton und wir formen einfach drauf los. Bekommen Hilfe von wesentlich erfahreneren Frauen in diesem Kreis. Ich staune über die Effekte von Engobe, einer dünnflüssigen Tonmineralmasse, mit der ich ganz erstaunliche Ergebnisse auf einer selbst geformten kleinen Schüssel erzeuge.

Wir lernen viele neue Menschen kennen. Manche von ihnen treffen wir nach Kursende am Sonntag Vormittag regelmäßig beim gemeinsamen Lieblingsbäcker in Millstatt. So erweitern sich Netzwerke ganz natürlich.

Interviews
Ich suche im Frühling Menschen, die Lust haben, sich mit mir über meine Kunst, unser Business und ihre eigenen Bedürfnisse als Unternehmerinnen auszutauschen. Du liest richtig. Es melden sich ausschließlich Frauen. Jedes Gespräch entwickelt eine andere Dynamik. Ich lerne viel dazu. Drei Figuren entstehen aufgrund dieser Gespräche. Figuren mit Geschichten, wie echte Menschen ihr Leben mit all seinen Herausforderungen leben. Ich höre sehr viel über Übergangszeiten, über Veränderung und ihre tiefen Prozesse. Dieser reiche Fundus reizt mich, weitere Figuren aus dem Erzählten herzustellen.

Lesung im Alten Theaterhaus im Klostergarten
Bei der Gemeinschaftsausstellung „In Resonanz“ entsteht der Wunsch, dass ich die von mir entwickelten Hintergrundgeschichten meiner drei neuen Figuren vorlese. Ulrike Kofler singt selbst entwickelte Lieder auf Deutsch und auf Französisch. Meine Figuren stehen auf einem Beistelltisch ganz nahe bei mir, als ich ihre Geschichten präsentiere.

Das Feedback ist viel herzlicher, als ich mir das in meiner Aufregung davor vorstellen konnte. Wieder eine Hürde geschafft! Ich werde auch in Zukunft in Ausstellungen meine selbst geschriebenen Geschichten zu den Figuren präsentieren, wenn der Rahmen passt.

Was habe ich 2025 über mich gelernt?

  • Marketing und Management sind in meinem Leben nicht mehr das Wichtigste. An erster Stelle bin ich Künstlerin, die mit den Händen arbeitet.
  • Kooperationen funktionieren nur mit Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und ihren Beitrag für unser Projekt verantwortungsbewusst einbringen.
  • Ich bin eine visuell Lernende, die regelmäßig Feedback aus einer wohlwollenden Gruppe braucht, um ihre Ziele zu erreichen.
  • Wenn mich meine Arbeit zu sehr begeistert, kippe ich in eine Form suchtartiger Selbstoptimierung, die meiner Kreativität immens schadet. Da helfen nur Pausen und Abstand und viel schreiben, um mich wieder gut in mir selbst zu verankern.
  • Es ist in diesem Lebensabschnitt wichtig und wertvoll, auf meine erfahrene innere Stimme und mein Bauchgefühl zu hören. Nicht jeder Ratschlag, nicht jedes Feedback passt wirklich zu meinem Weg.
Hier trägt eine Klappmaulfigur, ganz Work in Progress, ihre Arme noch im Maul. Eine Stunde später werden sie gut angenäht und mit Stäben bewegt werden können.

Wofür bin ich 2025 dankbar?

Präsenztreffen
Es ist ein bisschen unglaublich. Aber wahr. Ich treffe heuer, wenn meine Liste vollständig ist, achtundzwanzig, in Zahlen 28 (!) Menschen persönlich, die ich entweder von der Plattform Linkedin kenne. Oder aus der Ikonenschmiede. Alle diese Treffen finden in Österreich und in Deutschland statt. Einige von ihnen lerne ich zuerst persönlich kennen, bevor wir uns im Anschluss auch online verbinden. Es tut nach all den Online-Treffen so gut, sich persönlich auszutauschen. Einander zu spüren und zuzuhören, wie es anderen Menschen im realen Leben geht. Kenne ich einen Menschen besser, verbessert das auch die Qualität des Online-Kontaktes. Das ist meine Erfahrung.

Onlinetreffen
Ich treffe mich in Zoom-Räumen in ganz kleinen Gruppen oder im direkten Austausch im Laufe des Jahres mit etwa 26 Menschen. Ich zähle nicht all die großen Gruppen-Calls dazu, bei denen du mehr zuhörst als persönlich interagierst. Denn dann wäre ich bei weit über 200 Menschen. Magic, oder?

Queenager
Diesen Ausdruck lese ich zum ersten Mal bei Korina Dielschneider. Er betrifft Frauen in der zweiten Lebenshälfte. Im dritten Akt ihres Lebens. Auf jeden Fall ab ungefähr 50 gelebten Jahren. Der Begriff kommt aus England, wo sehr aktive Menschen sich regelmäßig versammeln, um sich gegenseitig im neuen Lebensabschnitt zu unterstützen. Beruflich und privat. Ich verlinke dich hier auch mit der Engländerin Eleanor Mills, die diesen Begriff und die Plattform „Noon“ ins Leben gerufen hat.

Gemeinschaftsausstellung „In Resonanz“
„Lisa, ich muss mich gleich entschuldigen. Wir haben dich schon aufs Plakat gesetzt. Könntest du dir vorstellten, mit Friederike und mir eine Ausstellung im November zu veranstalten?“ So eine Anfrage hatte ich auch noch nie. Die Literatin und Musikerin Ulrike Kofler kenne ich einerseits noch als kleine Schwester meiner Freundin aus Jugendzeiten. Und andererseits aus Jahren mit gemeinsamen Projekten in der Kärntner Zivilgesellschaft. Friederike Schmölzer-Jäger ist Malerin. An sechs Ausstellungsonntagen von Ende Oktober bis Ende November lernen wir einander besser kennen und genießen den Austausch und das Empfangen unserer Gäste aus nah und fern. Ich freue mich schon auf alles, was nächstes Jahr in den wunderschönen Räumlichkeiten des Alten Theaterhauses im Alten Klostergarten auf uns wartet!

Karsthöhlen in Slowenien
Warst du schon eimal in der Karsthöhle von Postoijna? Es ist eine gigantische Höhle mit den riesigen Felsskulpturen. Sie entstehen, weil Kalk durch Wasser gelöst wird und einerseits von der Decke „tropft“. Und andererseits unten am Boden gesammelt wird und ebenfalls zu gigantischen Skupturen heranwächst. Hier geht nichts schnell. Die Uhren dieser Höhlen haben eine ganz andere Zeitrechnung als wir. Grottenolme, kleine Minidrachen, leben in den unterirdischen Seen und Gewässern.

Wanderer, kommst du nach sLOVEnien, so verkünde dort, ich habe dir von dieser atemberaubenden Parallelwelt unter unscheinbaren und grasbedeckten Hügeln erzählt. Vielleicht treffen wir uns ja in einer der deutschsprachigen Führungen.

Was lief 2025 überhaupt nicht nach Plan?

  • Darf ich das hier überhaupt ungestraft schreiben? Ich habe mich heuer gegen das Bloggen und für Beiträge auf Social Media, in meinem Fall Linkedin, entschieden. Versuch macht kluch. Nächstes Jahr wird es beide Seiten geben.
  • Ich hatte die Idee, berufsbegleitend wieder als Fotografin zu arbeiten. Sie lebt noch, diese Idee. Braucht allerdings noch ein paar Diamantschliffe und Versuche, um sich aus der Deckung zu wagen.
  • Und noch einmal Fotos. Ich merke jetzt beim Jahresrückblick, das mir einfach Fotos für meine Beiträge fehlen. Ich habe unglaublich viel gefilmt. Und viel zu wenig fotografiert. Einfach vergessen. Also helfe ich mir mit Screenshots und der Tastenkombination Windows+Shift+s. Sehr empfehlenswert, falls du auch Screenshots ausschneiden musst.
  • Die neue Website! Was für ein unglaublicher Krampf! Ich komme nicht dazu, mich im neuen Programm einzulernen. Das schaffe ich erst im Dezember. Also könnte es gut sein, dass im Laufe des ersten Quartals die neue Website online geht. Bitte glaub an mich – ich tue es auch.
  • Wir erleben im Sommer rassistische Spannungen am Campingplatz, die unseren Aufenthalt in den geliebten Tiny Houses emotional belasten. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Lösungen sind selbstverständlich möglich, aber derzeit nicht in Sicht. Ich bin gespannt, wie sich das 2026 weiter entwickelt.
  • Ich will endlich Slowenisch lernen. Hier in meiner direkten Umgebung kommt einfach kein Kurs zustande. Ich suche weiter und finde hoffentlich im Jahr 2026 eine Gruppe, die miteinander lernt.
  • Tanzen. Ich will wieder richtig tanzen. Ohne App. Im richtigen Leben. Ohne Partner, der macht das nicht (mehr) mit. Vorschläge? Ich suche noch.
Die Vorderansicht eines Zirkuswagens und die Künstlerin Lisa Engel
Im heurigen Sommer wächst der Wein hoch hinauf am Zirkuswagen. Auch wenn der Juli eiskalt und verregnet war, im August holt das Wetter den versprochenen Sommer nach. Die Pflanzen sind glücklich über die viele Feuchtigkeit und blühen und wachsen so üppig wie noch nie.

Was ist 2025 richtig gut gelaufen?

Pinsel Pensionistas
Meine verspielte Serie der Pinsel Pensionistas hat sich verkauft wie warme Morgensemmeln am Campingplatz. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.

Das hier ist Clara. Die Superwoman aus einem gebrauchten Pinsel, Papermaché, Textilien und ganz viel Farbe. Du willst mehr über sie und ihre Geschwister erfahren? Dann bist du auf meiner Website über diese Serie gut aufgehoben. Clara ist eine der letzten drei Figuren, die noch adoptiert werden kann.

Rege Reisetätigkeit
Richtiger Urlaub war heuer nicht drin. Dafür viele kleine Reisen nach Slowenien und nach Italien. Und ein spätes, wunderschönes verlängertes Wochenende in der Toskana. Mit Aussicht auf einen interfamiliären Nana-Workshop im späten Frühling des kommenden Jahres. Zwischen Weingärten, Olivenhainen und sanften Hügeln.

Ausstellungen und Workshops
Ich stelle meine Figuren und ihre Geschichten heuer drei Mal aus: im Schloss Rosegg, im Villacher TART und im Alten Theaterhaus im Millstätter Klostergarten. Für Kinderworkshops packe ich heuer sechs mal viele Kisten zusammen. Einmal gestalte ich einen Kindergeburtstag, das ist eine Premiere und ruft nach Wiederholung!

Es ist einfach wunderschön, gemeinsam auszustellen. Jederzeit wieder, liebe Friederike und Ulrike!



Inneres Kind
Wenn es nicht so kompliziert und streng zertifiziert wäre, wie man im DACH-Raum Puppen für Kinder herstellt, würde ich das begleitend zu meiner künstlerischen Arbeit viel öfter machen. Umso mehr freue ich mich über ein Inneres Kind, das ich dieses Jahr für eine Erwachsene anfertigen darf. Ich habe den Prozess ein bisschen mitgefilmt. Danke für diesen besonderen Auftrag. Ich mache in Zukunft gerne mehr dieser bezaubernden Wesen!

Ich werde sofort wieder knieweich, wenn ich an diese Puppe denke, die ich heuer machen durfte. Ihre Haare mussten wild und ungeschnitten bleiben. Sie durfte auf keinen Fall stark lachen. Et voila, alles ist möglich, wenn du mit mir zusammen arbeitest.



Zertifikate und Nummerierung
Seit Mai bekommen meine verkauften Künstlerpuppen ein gestempeltes und unterschriebenes Zertifikat mit, wenn sie in ihre neue Familie umziehen. Seit November sind sie auch mit einer Nummer in meinem Werksverzeichnis registriert und ich weiß, welche Figur wo lebt und welche noch adoptiert werden kann. Danke an meinen Liebsten, der ein so schönes Zertifikat gezeichnet hat – es ist ein gutes Gefühl, wenn ich meinen Wesen professionell Papiere mit auf ihre Reise geben kann.

Was lasse ich 2025 zurück und nehme es nicht mit nach 2026?

  • Spotify. Wir haben als Familie mit unserem Musikgenuss auf TIDAL gewechselt.
  • Meinen höchstpersönlichen Selbstoptimierungswahnsinn, was mein Kunstbusiness betrifft. Back To My Roots! Zurück zur Künstlerin!
  • Den Glauben, ich bräuchte nur kurze Pausen und keinen Urlaub, weil mir die Arbeit an meiner Kunst eh so viel Freude macht. Sorry, not sorry! Das wars!
  • Zu glauben, es liegt an meinem Alter, dass ich mir nichts merke, wenn ich mir Lektionen anhöre. Ich lerne ganz anders. Auch mit 60 macht lernen noch großen Spaß, wenn frau weiß, wie.
  • Social Media Beiträge und Interaktion als Nonplusultra für mein Kunstbusiness.
  • Den Glauben, die Herausforderungen für einen berührenden Film und brillante Foto seien ident.
  • Menschen, die mir „helfen“ wollen, ziemlich wenig spüren und sich nicht um ihre eigenen Herausforderungen und Ängste kümmern.
Augentrosttropfen und viel zu viel Computerlicht. So sieht mein heuriges Jahr ehrlicherweise aus. Im Hintergrund läuft gerade eine Nachschau des heurigen #jahresrückblog2025 mit Judith Peters. Meine Mitschrift ist schon recht gut gefüllt mit Ideen, worüber ich schreiben werde.

Mein 2025 in Zahlen

  • Aktueller Stand meiner Linkedin-Follower: 2097 Follower
  • Anzahl meiner Newsletter-Abonnenten: 96
  • 15 Kundenprojekte
  • 3 Gemeinschafts-Ausstellungen
  • 7 Workshops mit Kindern
  • 3 Länder auf Reisen erkundet: Deutschland, Slowenien, Italien

Mein Ausblick auf 2026

Was ich 2026 anders mache

  • Ich mache weniger Online-Kurse mit dem Ziel, mich und mein Business zu optimieren. Dafür höre ich weiterhin gezielt schreibend meiner inneren Stimme zu. Vor allem dann, wenn ich entscheide, welche Weiterbildung ich wirklich, wirklich brauche. Und welche überhaupt nicht.
  • Veränderung liebe ich einfach. Ergo lerne ich richtig gern dazu. Dass ich 2026 mit einer Ausrichtung auf ein bestimmtes Ziel nicht nur suche, sondern auch offen bin, etwas Hilfreiches in mir oder im Außen zu finden und anzuwenden, das schreibe ich mir auf meine Fahnen.
  • Ich plane heuer zum ersten mal drei Urlaube, bevor ich mich wieder mit beruflichen Terminen zupflastere. Und zwar vor den Arbeitsblöcken im neuen Jahr.
  • In einer Gruppe mit Austausch, Feedback und zuhören zu lernen bringt mir ganz viel. Deshalb lebt unsere Accountability-Gruppe seit Dezember wieder und wird im Jänner weitergeführt.
  • Ich suche und finde eine Improtheatergruppe und eine Möglichkeit, alleine mit anderen wild abzutanzen.
  • Noch im Jänner steige ich in eine bestehende, kontinuierliche Qi Gong Gruppe in Millstatt ein.
  • Der Jänner gehört neben zwei neuen Projekten der Reflexion, was im vergangenen Jahr erfolgreich und gut lief und warum. Und was ich ins Neue Jahr 2026 mitnehme und was ich zurücklasse.

So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten

First Things First
Ich bin am 9. und 10. Januar 2026 für das Puppenprojekt „Neues Jahr, Neues Glück“ in der Nähe von Heidelberg. Gemeinsam mit der Coachin Korina Dielschneider und mir entwickelst du deine persönliche Jahresbegleiterin für 2026. Ich verlinke dir hier weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten.

Es braucht einige Treffen, bevor wir uns darüber klar sind, Korina und ich. Wir laden zu einem Workshop ein, bei dem Kunst und Coaching den Versuch wagen, sich zu verbinden. Wir sind gespannt, wie sich diese neue Workshopreihe entwickelt!

Kunstfiguren mit Seele
Eine meiner Figuren und ihre Geschichte spricht dich an? Oder möchtest du lieber eine individuelle Figur in Auftrag geben, die dich durch eine anstehende Veränderung trägt? Meine Figuren sind Schwellenbeleiterinnen, die daran erinnern, wie viel Stärke, Wissen und Erfahrung du schon in dir trägst. Lass uns reden. Buche dir einen unverbindlichen Online-Termin oder triff mich im realen Leben. Dann schauen und spüren wir am besten, ob wir gut miteinander arbeiten können.

Kunst als Geschenk
Ihr beschenkt euch im Freundeskreis gern mit themenbezogenen Überraschungen und du willst unter meiner Anleitung einen kreativen Nachmittag gestalten? Ich unterstütze dich gerne. Übrigens auch für Kinder geeignet!

Kooperationen
Meine Offenheit für kreative Kooperationen ist mittlerweile bewiesen und bekannt. Träumst du von einer Zusammenarbeit in Form von Workshops, Mini-Ausstellungen und Veranstaltungen in deinen Geschäftsräumen oder anderen kreativen Initiativen, die im Einklang mit deinen Werten stehen? Ich stehe dir als Frau 50+, als lebenslang Lernende und als Künstlerin, die Veränderungen beherzt angeht für Podcasts, Gastartikel und ähnliches auch heuer gerne zur Verfügung.

Gemeinsam kreative Horizonte erkunden
Du möchtest schon lange allein oder gemeinsam mit anderen ein künstlerisches Projekt umsetzen und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Profitiere gerne von meinem vielseitigen handwerklichen Wissen.

Einfach zuhören
Du stehst vor einer großen beruflichen und privaten Veränderung und möchtest mit jemandem reden, der das in seinem Leben schon öfter gemeistert hat? Buche dir gerne einen Termin.

Schulprojekte
Du bist Pädagogin oder Schulleiterin und möchtest im Schuljahr 2026/27 ein künstlerisches Projekt wie Puppentheater, Herstellung von Pinselfiguren, Filz-Stop-Motion an deiner Schule mit mir gemeinsam umsetzen? Jahrzehntelange Erfahrung und die Zusammenarbeit mit dem Oead macht (in Österreich) ganz viel möglich.

Vierzig Kinder filzen und formen Figuren, mit denen sie einen Film drehen. Ein bisschen Stop-Motion, ein bisschen Herstellung und eine Geschichte, die ein neues Ende bekommt. Schön wars mit euch!

Kontaktmöglichkeiten:
– E-Mail: info@lisaengel.at
– Calendly: halbstündigen, unverbindlichen Interviewtermin auf meiner Buchungsseite reservieren
– schreibe mir eine PM über LinkedIn
– nutze die Kommentarfunktion dieses Beitrages

Meine Ziele für 2026

  • Ziel 1: Ich komme nach deiner Buchung mit meinem Auto in den DACH-Raum. Es ist vollgepackt mit Materialien und Werkzeug für die Herstellung von Puppen und Künstlerfiguren. Du erschaffst in der Gruppe unter meiner künstlerischen Anleitung deine ganz persönliche Figur. Dafür benötige ich einen hellen, freundlichen Raum mit Wasser und Strom und mindestens sechs TeilnehmerInnen.
  • Ziel 2: 2026 finden zwei Kinderprojekte mit Riesenfiguren statt. Eines in Millstatt in Kärnten. Eines in Aguntum bei Lienz in Osttirol. Damit erfülle ich mir und Kindern einen Traum, auf den ich seit fünf Jahren konsequent hinarbeite.
  • Ziel 3: Mein Sohn, der Tiny House Experte, unterstützt mich digitial, wenn ich meinen Zirkuswagen völlig neu ausbaue. Das wird im Sommer 2026 geschehen und ich bin gespannt, wie weit ich bis Herbst komme.
  • Ziel 4: Einer von drei geplanten längeren Urlauben findet nach Ostern in Portugal an der Westküste statt. Der zweite in der Toskana. Für den dritten suche und finde ich noch im Jänner ein Ziel – es könnte England oder Norwegen werden.
  • Ziel 5: Ich finde einen kleinen Camper mit Innenausbau für meine Workshops und Reisen. Ich freue mich schon so, damit unterwegs zu sein!
  • Ziel 6: Ein weiteres Gemeinschaftsbuch entsteht und ich freue mich auf den Launch in Hannover.
  • Ziel 7: Meine neue Website wird im ersten Quartal fertig und zeigt deutlich und klar, wofür meine Kunst steht. Und vor allem, wie DU mit mir zusammen arbeiten kannst.
  • Ziel 8: Ich suche und finde mein Atelier am See und kann dich dazu einladen, mich und meinen Showroom zu besuchen.

Mein Motto für 2026: Dem eigenen Weg treu bleiben!

Hast du vielleicht auch einen Jahresrückblick 2025 verfasst? Lass es mich wissen! Pack mir den Link in die Kommentare, ich komme gerne bei dir vorbei und lese, was bei dir im heurigen Jahr los war.


Jahresrückblick 2023: Mein Lebensfaden geht heuer durch viele Nadelöhre

Rückblickend haben wir heuer dicke Fäden durch kleine Nadelöhre gefädelt. Dazu wirst du im Jahresrückblick 2023 ein paar Stellen finden. Gut in eine Schublade einzuordnen ist unser Jahr 2023 nicht. Ich stelle klar und deutlich fest: Danke. Ist gut jetzt. Veränderungswelle ausgerollt. Die Sandkörner ordnen sich neu. Mein Körper, mein Verstand und mein Gefühl hinken hinterher. Der Boden unter unseren Füßen ist fast ganz neu. Nur wir sind noch wir. Mitten im Leben. Wir haben aus ganzem Herzen gelacht, bitter geweint und wütend getobt. Irgendwann haben wir uns beruhigt, Punkt für Punkt abgearbeitet und neu begonnen. Im Rückblick wirkt vieles schon wieder folgerichtig und logisch.

War für 2023 alles geplant? War es nicht. Rückblickend lässt sich eine Struktur erkennen.

Gemeinschaft: Auf die Form des Zusammenlebens kommt es an. Wir haben unsere noch nicht gefunden. Ob es sie überhaupt gibt? Ich möchte diese turbulente, beseelte und anstrengende Zeit in einem Gemeinschaftsprojekt in Mittelkärnten nicht missen, weil wir dazu gelernt haben. Nicht theoretisch, sondern mit Hirn und Herz.

Jahresreisepläne: Das war wohl nix. Tagesausflüge zu unseren südlichen Nachbarn in Italien und Slowenien haben einen überraschenden Charme.

Gemeinschaftsgalerie und Werkraum: Selten so krachend gescheitert. Autsch, das hat so knapp nach dem Auszug aus einer Gemeinschaft böse weh getan. Und wertvolle Erkenntnisse für mich gebracht. Ich freue mich auf deren Umsetzung 2024.

Ruhe nach dem Sturm: Gut. Wir haben heuer kein neues Haus gebaut. Nur die anderen ein bisschen weiter ausgebaut. Nicht mal eine Gartenhütte für die Tinyhäuser am neuen Platz war drin. Der Sommer war heiß und ruhig. Das restliche Jahr – bewegend.

Ausbildung Spiel- und Theaterpädagogin: Ich fühle mich ein bisschen unprofessionell ohne zertifizierte Ausbildung. Also mache ich endlich eine. Dazu muss ich viele Male nach Krems an der Donau fahren. Und freue mich jedes Mal, wenn ich bei meiner Tochter in Wien übernachten darf, die erwachsenen Kinder besuche und Zeit auf Augenhöhe mit ihnen verbringe.

  1. War für 2023 alles geplant? War es nicht. Rückblickend lässt sich eine Struktur erkennen.
    1. Mein peinlichster Moment und was ich daraus lerne
    2. Ein Zirkuswagen geht auf Reisen
    3. Leben in Gemeinschaft. Sind wir gemeinschaftsfähig?
    4. Tagesreisen in Italien und Slowenien
    5. Besuch der alten Dame. In der Kleinstadt meiner Kindheit.
    6. Cyanotypie und schreiben in Gemeinschaft
    7. Sag Theaterpädagogin zu mir!
    8. Rattenträume und andere Wahrheiten
    9. Ateliers. Eine Sache der Flexibilität.
    10. Musik. Singen verleiht meiner Seele Flügel.
    11. Wurzeln. Und eine künstlerische Heimat in Prag.
    12. Die Sache mit dem Geld

Mein peinlichster Moment und was ich daraus lerne

Als ich heuer im Mai an meinem Arbeitsfreitag in die Vereinsgalerie starte, bin ich frohen Mutes. Ich habe Kundinnen versprochen, dass sie einfache Stickereien aus Fotos oder Zeichnungen erschaffen können. Und nein, sie brauchen nichts mitbringen. Ich habe genug Material und versorge sie gern.

Effizient wie ich bin packe ich auch gleich das Arbeitsmaterial für die Kinder des Sockenhandpuppenworkshop für den darauffolgenden Tag ein. Da nie sicher ist, wo ich am Freitag parken kann, transportiere ich das Arbeitsmaterial in tragepraktischen RAPUNZEL-Plastiktaschen. Die Taschen sind schön groß, leuchtend grasgrün mit bunten Aufdrucken. Und nicht mehr ganz taufrisch.

Als ich die Galerie mit Armen voller Säcke betrete, stehe ich vollkommen überraschend in einer Fotogalerie. Staffeleien über Staffeleien mit Fotografien. Der Arbeitstisch ist ein nüchterner Verkaufsstand für einen Fotoband, Visitkarten, Sektgläsern. Alles sehr edel.

Auftritt des italienischen Fotografenkünstlers. Elegant. Und klar. Er hat den Raum zwei Tage gebucht. Ich kann keine Workshops abhalten. Ich möchte mit meinen grünen Plastiksäcken im Erdboden versinken. Ich sage meinen Interessentinnen ab. Es kommt zu einem emotionalen Dialogwechsel mit der Betreiberin. Zu einer wortreichen Entschuldigung wegen der Doppelbuchung und der fehlenden Kommunikation.

Meine Erkenntnis? So behandle ich die zarte Pflanze der Künstlerin in mir nicht. Ab sofort kümmere ich mich zuallererst um mein Künstlerinnen-Business. Und erst in einem zweiten Schritt um ein Netzwerk, das mein Wirken unterstützt und nicht unterschätzt. Lernen auf hohem Niveau.

Filmen lernen. Eine Mammutaufgabe 2023

Ein Zirkuswagen geht auf Reisen

Eigentlich sollte ein Zirkuswagen mit dem Traktor ganz leicht durch das Land zu ziehen sein. Liest mensch auf Social Media Plattformen. Als wir im Frühling den Vater einer Freundin bitten, das rollende Haus für uns zu transportieren, schaut er sich das Untergestell, den sogenannten Trailer, genauer an. Wird nachdenklich. Ich zeige ihm die Reifen, die sogar mir nicht ganz artgerecht vorkommen. Und erwähne dann, dass der Trailer im Zuge der Anfertigung keine Bremsen bekommen hat.

Ganz schnell ist klar: Wir brauchen einen Tieflader. Der Trailer ist viel zu zart gebaut. Die Gelenke sind nicht ausreichend belastbar. Wir sind als Unwissende bei dem Auftrag, uns einen Anhänger schweißen zu lassen, mächtig eingefahren. Jetzt wissen wir mehr. Meine schlaflosen Nächte vor dem Transport waren absolut angebracht. Und doch ist alles gut gegangen. Und wir werden dringend noch jemanden brauchen, der uns im Nachhinein hilft, einiges zu verstärken. Ende gut. Fürs Erste alles gut!

Hier siehst du das komplette Video einer großen Aufregung mit Happy End

Warum ich mir einen Zirkuswagen gewünscht habe? Bei mir hat das Lesen einer Geschichte über das Fahrende Volk als Kind nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Auf sehr vielen Ebenen. Ich bin tief in mir eine Nomadin, eine Reisende. Dieser Zirkuswagen, die Reduktion auf wenig und dafür mehr direkte Verbundenheit mit der Natur, in dem sich das rollende Haus befindet. Das passt gut zu meiner Art, das Leben zu leben. Es ist anders als in der Stadt, wenn ich den vielen Vögeln schon beim Aufwachen dabei zusehe, wie sie Samen von der Kanadischen Goldrute zupfen. Oder an den wild bewegten Haselsträuchern erkenne, wo die Eichhörnchen entlang flitzen. Im Sommer sitze ich morgens auf meiner Miniterrasse, beim ersten Kaffee, und beobachte, wie der Tag erwacht. Für mich ist das ein kleines Paradies.

Ein bisschen sind wir heuer in Sorge, wie sich das mit Sturm und Dauerregen ausgeht. Auch da zeigt sich, dass der intuitiv gewählte Platz ausreichend Schutz bietet. Wir sehen den Sturm, der von den Bergen ins Tal rast. Zumindest heuer waren wir kein einziges Mal betroffen. Überhaupt macht der Millstätter See mit den warmen Quellen ein Klima, das mich stark an den Gardasee erinnert. Das zu beobachten habe ich die nächsten Jahre noch ausreichend Zeit.

Wie klein so ein Zirkuswagen am Tieflader wirkt. Der Schein trügt. Sieben Meter Innenlänge sind eine stattliche Größe. Hier steht mein Häuschen, bevor es extrem steil hinunter an den neuen Platz geht. Ich bin dankbar, als dieses erlösende Bild während meiner Arbeit auf dem iPhone auftaucht. Geschafft! Nur noch ein Haus zu transportieren und dann…

Unser Sommer in den beiden Mobilen Häusern ist reine, pure Erholung. Dieses Mal steht der Zirkuswagen im Schatten einer uralten Weide. Keine Chance, dass sich das Haus tagsüber zum Backofen aufheizt. Ich bringe rechtzeitig Insektennetze an, damit ich in der Nacht durchlüften kann. Heuer benötige ich nicht einmal den Ventilator. Jeden Morgen, wenn ich die Türe öffne, räkelt sich Kater Leo auf der Fußmatte und bettelt um sein Frühstück.

Hoffentlich schaffen wir es nächstes Jahr, den Schiffsofen anzuschließen. Dann halte ich in der kalten Jahreszeit länger in meinem Mini-Paradies aus.

… und dann stehen sie wieder gemeinsam an einem Platz. Der Bach rauscht. Die Vögel zwitschern. Und wir sind glücklich und nervlich erleichtert, dass alles so gut ausgegangen ist.

Leben in Gemeinschaft. Sind wir gemeinschaftsfähig?

Als junge Mutter, alleinerziehend mit drei wunderbaren Kindern, in einer Wohnung mit all den Haushaltsgeräten, die eine kleine Familie braucht, bin ich hundertprozentig sicher, dass es eine Lösung für meine Erschöpfung von sechs Jobs und den unsäglichen Schulstundenplänen gibt. Das Leben in Gemeinschaft löst alle Probleme. Alle nutzen ein Gerät, eine Maschine, kochen miteinander, während andere frei haben. Teilen sich die Carearbeit mit den Kindern auf. Und das alles natürlich ganz in Liebe.

Ich recherchiere, sobald das online zu recherchieren ist. Besuche Gemeinschaftstreffen im gesamten deutschsprachigen Raum. Träume mich in diese Lösung hinein. Als wir im alten ehemaligen Gasthaus meines Mannes die Türen für Gemeinschaft öffnen, beziehen wir es auf das Haus und uns, dass es nicht klappt. Zu schlecht teilbar. Die falschen Menschen.

Wir beraten uns lange. Und verkaufen dieses Haus. Mobile Tinyhäuser sind unsere intuitive und verstandesmäßige Lösung, um wieder beweglich zu werden. Wir wissen noch nicht, wohin mit ihnen. Vertrauen voll auf den Prozess. Außerdem liebt mein Mann es, Häuser zu bauen. Mein Sohn springt überraschend ein, als ein Freund ausfällt. Und plötzlich hat das Leben einen Vorschlag für uns. Packt das erste fertige Tinyhouse, zieht es in ein entstehendes Gemeinschaftsprojekt mit geplanter Tinyhouse-Siedlung in Mittelkärnten. Und baut dort den Zirkuswagen weiter. Wir sind Feuer und Flamme und sagen nach anfänglichen Zweifeln zu. Zwei erfahrene Gemeinschaftscoaches aus Siebenlinden bieten ihre Dienste an. Könnte doch gut werden.

Eisschwimmer. Diese Gemeinschaftserfahrung fotografiere ich sicherheitshalber.

Eine sehr bewegte Zeit kommt auf uns zu. Wir lernen, was es wirklich heißt, in einer Gemeinschaft in einem alten Hotel zu leben. Es ist wunderbar und sehr liebevoll, miteinander zu feiern. Projekte umzusetzen. Es entstehen enge und tiefe Verbindungen. Wir verpflichten uns, zusätzlich zu Mietkosten 20 Stunden Gemeinschaftsarbeit einzubringen. Freiwillig. Dazu wöchentliche Gemeinschaftsprozesse, die das Unterste nach oben holen. Bei jeder und jedem. Es gibt Konflikte. Die sind nicht immer liebevoll, die Egos bäumen sich auf. Wir raufen uns zusammen. Es gibt Zeiten, in denen es wie geschmiert läuft. Und es gibt Zeiten, da braucht jeder von uns Rückzug. Menschen kommen. Menschen gehen. Wir bleiben. Wir halten durch.

Die Arbeit wird immer mehr. Vor allem, als wir die leerstehenden Räume im Hotel für Flüchtlinge anbieten. Gut gemeint ist nicht immer gut. Die Arbeit an der Gemeinschaft tritt in den Hintergrund. Von einer Tinyhouse-Siedlung zu träumen wird immer unrealistischer. Im Dezember 2022 ist es nach Grundsatzkonflikten sonnenklar: so wollen wir, so können wir nicht weiterleben. Dieses Projekt ist für etwas anderes als für unseren Traum von Gemeinschaft mit Tinyhouse-Siedlung gedacht. Die Ursprungsintention hinter dem Projekt wird sich nie ändern. Nur wir können etwas verändern. Wir verlassen, einer nach dem anderen, den Ort. Und die Menschen. Eine traurige, eine schwere Zeit.

Für Kinder ist das Leben in Gemeinschaften aufregend und spannend.

Mein Fazit? Nach einem erholsamen Sommer wissen wir rückblickend ganz praktisch, dass diese Gemeinschaftsform nicht zu uns passt. Co-Housing ist das Mindeste an Abstand, den wir benötigen, um unsere Wirkformen als Künstler umzusetzen. Umsetzbar zum Beispiel mit unserer Ursprungsidee des Tinyhouse-Dorfes. Gemeinschaft ist für mich derzeit ein erweiterter Begriff: Wir anerkennen unsere sozialen Netzwerke als Gemeinschaft. Unsere regionale Verbundenheit und Zusammenarbeit. So bleibt uns allen genug Luft zum Atmen.

Der Hausberg Mittagskogel in Saharakulisse

Und weißt du, was so erstaunlich ist? Wir treffen uns mit vielen Menschen aus diesen zwei Jahren. Durch den Gemeinschaftsprozess ist eine besondere Art von Nähe und Vertrautheit entstanden. Auch im Konflikt. Die schönen Erfahrungen sind ebenso präsent wie die überwältigend anstrengenden. Manchmal fühle ich bei solchen Treffen tiefe Wehmut über unser Scheitern. Und zugleich große Erleichterung. Ganz aufgegeben habe ich die Hoffnung auf ein Gemeinschaftsprojekt mit mehr persönlicher Freiheit noch nicht.

Viele Nationen. Viele soziale Schichten. Viele Rituale. Das Sitzen ums Feuer zählt zu meinen schönsten Gemeinschaftserinnerungen. Hier mit dem schönen Zirkuszelt und den Akteuren der Rote-Nasen-Clowndoctors Österreich.

Tagesreisen in Italien und Slowenien

Wir wollen 2023 endlich wieder nach England fahren. Das Geburtstagsfest einer Londoner Cousine meines Mannes steht am Programm. Der Besuch einer Künstlerkollegin ist der andere gute Grund. Wir sagen zu, wie immer mit dem Schlafauto zu kommen und uns vor der Heimfahrt der Geburtstagsgesellschaft anzuschließen. Doch es kommt anders. Unserer Körper und unser Geist ist schon zu Ostern, als wir eigentlich die Blütenpracht in Griechenland bewundern wollen, zu müde und erholungsbedürftig für ein längeres Unterwegssein. Wir wollen lieber ankommen, als schon wieder zu reisen. Wir hören auf unsere Bedürfnisse. Zwei geplatzte Träume. Und weniger Bedauern als befürchtet.

Statt dessen kaufen wir uns Nachschlagewerke, um abenteuerliche Tagesausflüge in die vielen kleinen Täler zu machen, die den Norden Sloweniens und Italiens auszeichnen. Kärnten liegt strategisch sehr günstig. In einer knappen halben Stunde sind wir über jeder Grenze. Und lassen uns in der romanischen oder slawischen Kultur treiben. Wir erkunden das pittoreske und nicht ganz so kleinen Soča-Tal und seine Tröge. Und finden an seinem slowenischen Ende, am Übergang nach Bella Italia, endlich die Colli Orientali wieder, die mein Mann regelmäßig und erfolglos suchte, wenn wir in Cividale sind. Was für eine südliche, mittelalterliche Pracht! Sanfte Hügel, kleine Dörfer und Klöster und Wein, wohin das Auge schaut.

Wir treffen Kärntner Freunde im italienischen Tarcento, die ebenfalls viele Täler kennen und ihre Erfahrungen mit uns teilen. Und wir forschen weiter. Per pedes. Und mit dem Auto. Nie vergesse ich die verwinkelten kleinen italienischen Tunnel, ohne Beleuchtung, mit 360 Grad Kurven im Berg. Die rauschenden türkisen Flüsse, in denen wir uns abkühlen. Die Klammen und Schluchten, in die wir kaum hinunterschauen können. Es geht Hunderte von Metern steil bergab. Die einsamen, autarken Ortschaften in absoluter Alleinlage, ganz oben in den Bergen. Den wunderbar wohlschmeckenden Kaffee in beiden Ländern. Das Gegenteil von verbrannt und sauer. Und viel günstiger als in Österreich. Die Myriaden von Moskitos nach all den Regenfällen. Und die genialste Musik- und Großpuppenveranstaltung, die Slowenien jedes Jahr in Snečnik, mit seinem Wasserschloss im Park, abhält.

Bilder sagen mehr als Worte. Die meisten sind von meinem Liebsten, ich habe heuer im Feuer des Filmens meistens auf Standbilder vergessen. Alexander ergänzt meine Sicht auf die Welt als Fotograf genauso gut wie im restlichen Leben. Enjoy!

Steinwesen im Soča-Tal/Slowenien
Türkises Wassser und Grünschattierungen im Land der 50 Shades of Green. Slowenien ist so voller Grüntöne wie kaum ein Land, das wir kennen. Hier an einem der Tröge und Klammen entlang der Soča.
Die Ortschaft Kanal an der sanften Soča, vermutlich müde nach all den Sprüngen und Schüben und dem Toben weiter im Norden.
Baden vor dem Vollangriff der italienischen Moskitos im eisigkalten italienischen Val Torre. Nur was für Eisschwimmer im Sommer. Und jede Menge Hunde.
Die kleinste Bergstadt, die ich je hoch oben in italienischen Bergen gesehen habe. Dordolla. Mit einem umwerfenden Rundumblick auf gigantische Berge.
Über den Wurzenpass und den Vršič Pass Richtung Slowenien. Und dann steht er dann. Der Gigant Mangart.
Die Russische Kapelle für russische Soldaten, die bei einem Lawinenabgang am Vršič Pass starben.
Riofreddo, bevor der Predilpass losgeht. Eine Baustelle. Wir steigen aus. Und finden uns in einem Ort mit gefühlt 100 kläffenden Hunden. Und fünf Besitzern.
Weil die Straße enger und enger wird, endet unsere Reise ins italienische Resia-Tal in Stolvizza. Und in einem Volkskundemuseum, in dem wir auf Deutsch über Ausgrabungen informiert werden, die geschichtsverändernd sind. Wir verbringen verhagelte zwei Stunden im Museum und werden mit Likör und süditalienischen Keksen vom Allerfeinsten bei Laune gehalten.

Besuch der alten Dame. In der Kleinstadt meiner Kindheit.

Das schöne Renaissanceschloss in Spittal an der Drau steht noch immer. Im Park meiner Mittagspausen wurden in der Zwischenzeit einige Bäume neu gepflanzt. Der Verkehr knattert, jault und rattert lauter als früher. Trotz Umfahrung. Trotz enger, niedriger und alter Stadttore. Trotz nagelneuer Kreisverkehre. Dies scheint immer noch der kürzeste Weg für viele zu sein. Spittal an der Drau. Oder am Millstätter See, wie mir seinerzeit in Frankreich schon erklärt wird. Der Millstätter See ist ein Stückchen entfernt. Dafür ergießen sich die Flüsse Lieser und Möll in die Drau. Mit Höchstständen, dass einem heuer Hören und Sehen vergeht.

Ich habe punktgenau am Ende unseres Umzuges eine große und überraschende Operation. Meine Ärztin empfiehlt mir ausdrücklich die Abteilung des hiesigen Krankenhauses. Und sie hat vollkommen recht. Alles läuft perfekt.

Danach nehme ich mir vor, diese Stadt unvoreingenommen mit den neugierigen Augen meines Liebsten zu betrachten. Sie mit ihm neu zu erkunden. Wir machen viele Spaziergänge. Freuen uns darüber, dass es einen Together Point für Gebrauchtes gibt. Dass im Schloss feine Kulturveranstaltungen stattfinden. Genießen das kärntnerische, slowenische und italienische Obst- und Gemüseangebot, jeden Donnerstag am Bauernmarkt. Das spürbare Pulsieren der Stadt durch die Studentinnen und Studenten der Fachhochschule. Neue Cafés, die es zu meiner Zeit noch gar nicht gab. Wir testen uns durch die Tassen.

Alexander geht viel spazieren und fotografiert alles, was ihm gefällt.

Das für mich noch immer neue Stadthaus meiner Eltern steht seit dem Tod meines Vaters vor 16 Jahren zur Hälfte leer. Mein Bruder nutzte es, um regelmäßig seine Kinder zu treffen. Wir wohnten als Familie ganz im Schatten des Goldecks, bevor wir nach Lendorf übersiedelten. Ich gestehe, dass ich in meiner Kindheit und Jugend von dieser Stadt nicht viel mehr gesehen habe als alles rund um meinen langen Schulweg. Bis auf eine Frau, mit der ich sogar diesen gemeinsamen Schulweg hatte, erkenne ich überhaupt niemanden wieder. Manchmal kommt mir eine weißhaarige Frau bekannter vor als sonst. Oder ein grauhaariger Mann. Es bleibt spannend. Alles neu. Und alles unverändert.

Das Zusammenleben mit meiner Mutter und ihrem süßen Hund Gina gestaltet sich einfacher als gedacht. Wir haben getrennte Küchen, getrennte Bäder, getrennte Wohn- und Lebensräume. Dadurch spießen sich unsere höchst unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung und Schönheit nicht allzu sehr. Unser Zusammenkommen ist freiwillig. Wir kommen einander nach all den Jahren wieder näher als zuvor. Und ich stelle beschämt fest, dass meine Mutter sehr oft einsam gewesen sein muss.

Alexander begeistert sich für eine Eisenbahnkonstruktion über der Lieser. Ich begeistere mich für die vielen Ahornbäume, die seit meiner Kindheit in der ganzen Stadt aufgegangen sind.

Cyanotypie und schreiben in Gemeinschaft

Ich weiß, welche Farbe sich Cyan nennt. Hey, ich bin ausgebildete Fotografin. Cyan ist für Fotografinnen eine Art von Blaugrün und im Farbkreis die Komplementärfarbe von Rot. Wie üblich überfliege ich den Text für diese Ausschreibung. Lese etwas von Blau. Und etwas von Druck. Und erwarte einen Blaudruck mit Indigo. Oder so.

Es ist mein ganz persönliches blaues Wunder, als ich mich in einer motivierten Gruppe von Menschen wiederfinde, die an einem Tag in die Technik der Cyanotypie tauchen. Eine Oberfläche wird mit einer Mischung, unter anderem aus lichtempfindlichen Blutlaugensalz, präpariert. Im Halbdunkel mit gepressten Naturschönheiten belegt. Zur Belichtung an die Sonne gebracht und dann gründlich in reinem Wasser ausgewaschen. Was dabei entsteht, ist umwerfend. Die weißen Formen vor unterschiedlichem Berlin-Blau sehen wunderschön aus. Vor allem auf Stoff. Ich bin so beeindruckt.

Gräser. Efeuranken. Und dieses prachtvolle Berlin-Blau. Schon sehr beeindruckend, was bei dieser natürlichen Entwicklung entsteht.
Mitten in der Altstadt von Krems belichten wir unsere Kompositionen. Sogar Regentropfen machen schöne Umrisse. Viele Interessierte bleiben stehen und wir tauschen uns über diese Form des Fotografierens aus.

Romy Pfyhl, unsere Dozentin, erwähnt in einem Nebensatz, dass sie gerne eine Online-Schreibgruppe zu biografischem Schreiben ins Leben rufen möchte. Schwärmt von einer vage Anleitung durch das Buch der Autorin Liane Dirks. Und hat mich am Haken. Wir sind fünf Künstlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum, als wir im Frühsommer starten. Wir sind noch immer fünf, jetzt im Dezember. Die neue Sicht auf meine Biografie ist erfrischend und erhellend. Vieles verwandelt sich rückblickend in Stärken. In Wegweiser. In sinnvolle Abschnitte, die mein Leben geformt haben. Schreibend komme ich an einige dunkle Orte. Schreibend komme ich auch wieder heraus. Die Gruppe ist so eine feine Hilfe. Einmal mehr komme ich im Leben drauf, dass mein Schicksal mit dem Schicksal von so vielen Frauen eng verbunden ist. Und so gehen wir einfach weiter, wir fünf.


Sag Theaterpädagogin zu mir!

Ich habe es geschafft! Meilenstein! Jubel! Abgeschlossen! Seit Herbst bin ich zertifizierte Spiel- und Theaterpädagogin. Die Ausbildung an der kreART in Krems ist kurzweilig. Vielschichtig. Und macht mir Lust auf mehr Praxis. Also schließe ich mich in Villach einer Angewandten Theatergruppe in den Schau.Räumen an. Einmal mehr wird für mich sichtbar, wie viele introvertierte Attitüden ich mit mir herumschleppe. Ich kann aus allem eine Geschichte machen. Mit der Unterstützung von Kindern ganz besonders. Handpuppen für die Hauptfiguren entwickeln. Dialoge schreiben. Hintergründe gestalten, Bühnen und Vordergründe. Doch bitte, wie sehr hindert mich mein Perfektionismus daran, drauflos zu quasseln? Draufloszuspielen, als würde keiner zuschauen? Diese Nuss möchte ich in den nächsten Jahren knacken. Ich freue mich schon auf das nächste Theaterprojekt mit meinen jungen Lehrerinnen und Lehrern, die Aufführungen in den allermeisten Fällen noch als Spiel betrachten.

Fingerpuppenköpfe aus Ton. Nicht nur Kinder hängen gebannt an den Augen dieser Figur, als sie gespielt wird.


Marionettenpuppenbau. Ein erster Einblick in die Bewegung der Gliedmaßen.

Sofort anwenden, was ich gelernt habe. Ich habe mindestens so viel Spaß am Spiel wie das mir anvertraute erste Kind, mit dem ich üben darf.

Rattenträume und andere Wahrheiten

Ich bin als Kind mit Hunden aufgewachsen. Die einzige Begegnung mit einer Ratte in meiner Kindheit war sehr aufregend. Die Dackelhunde versuchten, eine Ratte aufzustöbern, die sich unter der Holzverkleidung versteckt hatte. Sie fauchte. Sie spuckte. Und vertrieb die drei Musketiere erfolgreich. Was für eine Tapferkeit, was für ein Durchhaltevermögen!

Warum ich persönlich 2020 auf die Ratte gekommen bin, kannst du hier in meinem Blogartikel nachlesen. Ratten inspirieren mich nach wie vor. Sie werden in meinem Atelier immer leichtfüßiger. Fröhlicher. Und frecher.

Und heuer passiert etwas, womit ich selbst nicht gerechnet habe. Wer mir schon eine Weile folgt weiß, dass sich zwischen meinen Wesen und mir immer Geschichten entwickeln. So auch bei der Künstlerin Marianne. In Kürze zusammen gefasst sieht es so aus, dass Marianne nach London zu ihrer Rattenfreundin Sonja muss. Will. Was auch immer. Im Frühsommer erreicht mich der Anruf einer treuen Blogleserin. Marianne zu adoptieren würde ihr so große Freude machen. Wir treffen uns. Und dann erfahre ich, dass Marianne mit dem Ehepaar tatsächlich im Herbst nach St. Yves in Cornwall zieht. St. Yves. Die Künstlerstadt an der Westspitze dieser wunderbaren Insel. Ich bekomme im Winter Fotos von Marianne, wie sie in einem typisch englischen Ohrensessel thront und höchst vergnügt aus ihren Rattenaugen in die Kamera schaut. Sollte ich je daran gezweifelt haben dann wäre jetzt damit Schluss. Träume werden wahr. Sogar die meiner Wesen.

Marianne. Die jetzt in St. Yves in Cornwal/GB lebt.

Ateliers. Eine Sache der Flexibilität.

  • Mein bisher schönstes Atelier war ganz bestimmt das selbstgebaute Gartenatelier neben dem ehemaligen Gasthaus meines Mannes. Mit zwei Arbeitstischen, massig Fensterfronten für natürliches Licht. Einem knisternden Kaminofen, meinen Arbeitsbüchern und meinem Bett. Was für eine feine Erinnerung.
Mit unseren Händen aus einer Garagenbaustelle geschaffen. Jedes Brett selbst gestrichen. Mit herrlichem Tageslicht. Mein kuscheliges Gartenatelier, das ich nach dem Verkauf des Hauses am liebsten mit einem Hubschrauber mitgenommen hätte.
  • Wenn ich zu Kindern oder Erwachsenen fahre, um kreativ zu arbeiten, packe ich mein Krimskrams in durchsichtige Plastikkisten und gestalte Räume dort, wo ich gebraucht werde. Mittlerweile bin ich gut ausgerüstet und jederzeit einsatzbereit. Ich träume immer noch vom Mobilen Atelier im ausgebauten Bus. Und bin voller Hoffnung, das auch dieser Traum sich erfüllen wird.
Dieser Bus ist in den letzten drei Jahren vieles. Werkstatt und Lagerplatz für die Baumaterialien der Tinyhouses. Bauplatzatelier für den Jüngsten und mich, um nicht vom Glauben ans gute Leben abzufallen. Und nur einmal Reisebus. Im Frühling Umzugsfahrzeug. Und derzeit wieder Lager für den weiteren Ausbau der Tinyhouses. So kann es gehen. Den Traum vom ausgebauten Projektbus träume ich weiter.
  • In der Gemeinschaft ziehen wir drei Mal um, bis wir in dem Atelierraum landen, der für alle am stimmigsten ist. Eine Mitbewohnerin borgt mir ihre wunderschönen alten Holzmöbel. Mein riesiger Ahornholztisch ist viele Stunden in der Woche gut umrundet mit werkbegeisterten jungen und älteren Menschen.
Unendlich viele Stunden verbringen Kinder und Erwachsene im Textilbereich des Raum der Möglichkeiten in der Gemeinschaft. Meine Wesen lernen interessiert, wie Menschen miteinander umgehen, wenn der kreative Flow einsetzt.
  • Der Wirkraum mit dem feinen Arbeitstisch in Villach füllt sich heuer von Anfang an nicht so gut, wie ich mir das erhoffe. Mein mobiles Atelier im Nebenraum kommt nur ganz selten zum Einsatz. Mit dem Ende der Zusammenarbeit rückt der Zirkuswagen wieder in die Mitte meiner Betrachtungen. Diesen Sommer arbeite ich hauptsächlich an der frischen Luft. Freiluftatelier unter Sonnenschirm. Mein Material lagert wettersicher im Zirkuswagen, Platz ist mehr als genug. Im späten Herbst packe ich meine Sachen und richte mich in unserer neuen Stadtwohnung ein. Mein Schlafzimmer ist bis unters Dach voll mit Material.
Bunte Wolle. Filznadeln und Kissen. Und ein stabiler Tisch. Zutaten für glückliche Stunden in einem Wirk Raum in Villach.
  • Fazit: Ich kann überall arbeiten. Sogar in meinem Bett, wenn ich krank bin. Das beweise ich mir vor ein paar Tagen selbst, als mich 40 Grad Fieber k.o. gehen lassen. Am Jahresrückblick und am Laptop schreiben geht auch mit Polsterunterlage.
Sobald das Fieber sinkt, geht auch Business mit Bettdecke und Kopfpolster wieder. Wäre doch gelacht!

Musik. Singen verleiht meiner Seele Flügel.

Reibende Klänge, die sich wieder auflösen. Stimmen, die einander umtanzen. Ein Körper, der durch den Gesang von innen vibriert. Und das alles eingehüllt von einem Klangteppich, der jede Zelle erreicht und auflädt. Das ist Singen für mich. Es gibt eine Zeit in meinem Leben, da verweigere ich jeden familiären Gesang. Das hat seine Gründe. Mit meinen Kindern singe ich wieder. Nur ohne sie vorsingen zu lassen. Vor zwanzig Jahren erlebe ich mich verliebt und jazzsingend auf einer Bühne. So ins kalte Wasser geschmissen werde ich endlich meine Panik vor Auftritten los. Meine Stimme ist ein Geschenk. Es geht gar nicht darum, wie ich mich finde. Sondern ich schenke mich meinem Publikum und gestalte meinen Zuhörerinnen eine schöne Zeit.

In unserer Gemeinschaft der letzten beiden Jahren singen wir immer wieder. Am Feuer. Bei Veranstaltungen. Mehrsprachig. Einstimmig. Und mit den Kindern. Ganz besonders sind für mich die musikalischen Sommerabende mit den Roten-Nasen-Clowns am Feuerplatz der Gemeinschaft. Kurz vor unserem Auszug aus der Gemeinschaft finden wir uns zu sechst um ein Klavier und singen mehrstimmig in einem Ensemble. So richtig herausfordernd. Genau richtig für mich. Ich bin eine Gehörsängerin. Je öfter ich Noten mitlese, desto besser merke ich mir die Abstände der Töne am Papier. Diese Singstunden vermisse ich derzeit sehr. Mal sehen, wie es mit der neuen Singgruppe hier in unserer Nähe wird. Ich werde nächstes Jahr sicher darüber bloggen.

Eine Welt ohne Musik ist für mich unvorstellbar. Der eigene Körper als Klangraum ist eine ganz besondere Erfahrung.

Wurzeln. Und eine künstlerische Heimat in Prag.

Im Sommer lese ich eine Ankündigung der internationalen Puppenmachergilde NIADA, dass sie zur Ausstellung „Doll Prague Exhibition 2023“ mit Vertreterinnen anreisen. Das goldene Prag. Ich war noch nie in Prag. Meine slowakischen Wurzeln beginnen zu vibrieren. Prag ist für mich das Zentrum einer Region, aus der meine slowakischen Ahnen vor drei Generationen nach Wien und Kärnten einwanderten.

Wir stellen es uns Anfang November so schön vor, von der österreichischen Grenze der Moldau entlang nach Prag zu tuckern. Auch noch das Autobahnpickerl zu sparen und lieber in Prag einen Kaffee mehr zu genießen. Bis Krumau in Tschechien ist die Fahrt ein Traum. Wunderschön verfärbte Herbstbäume. Krumau fast touristenfrei. Und dann auch noch eine spannende Ausstellung.

Dann wird es eintöniger. Frau Googlemaps holt uns folgerichtig rechtzeitig von den Bundesstraßen, sobald sie bemautet sind. Ganz wie in Österreich. Dann durchfahren wir in endlosen Schleifen und auf Nebenstrecken kleine Dörfer. Immer auf Sicht zur schnurgeraden Autobahn. Wir sehen viel Industrie. Abgeerntete Stoppelfelder. Und pechchwarze Regenwolken, die auf uns zukommen.

Illusion Art Museum Prague. Ein zufälliger Volltreffer. Diese Kunstform steht im Zusammenhang mit dem Prager Golem. Alles ziemlich mystisch und spannend.

Dann endlich, nach vielen Stunden, Prag by Night. Mehrspuriger Großstadtverkehr. Ich komme mir vor wie am Gürtel in Wien. Trotz aller Internetreservierung muss Alexander im Hotel noch einmal die ganze Buchung händisch eintragen. Ich bete draußen im Auto, dass ich mit meiner Parkerei am Gehsteig nicht in Konflikt mit der tschechischen Polizei komme. Es gibt keinen einzigen Parkplatz weit und breit. Wie gut, dass wir den im Parkhaus dazu gebucht haben.

Hundemüde trotten wir noch in die Altstadt. Keine fünfzehn Minuten entfernt. Es regnet und regnet. Der Zufall führt uns direkt zum Palais Lucerna. Dort findet am nächsten Tag die Doll Prague Exhibition 2023 statt. Darüber, und was wir noch in Prag erlebt haben, kannst du hier nachlesen.

Jugendstil, wohin das Auge reicht. Ob in Wien auch so viele Jugendstilgebäude so blitzsauber restauriert werden?
David Černý ist der Urheber vieler skurriler Hängefiguren in Prag. Das hier ist angeblich die Figur des Siegmund Freud.
Das Werk „Pferd“ hängt von der Decke der Passage „Lucerna“, nur ein paar hundert Meter von Myslbeks ikonischem Denkmal des Heiligen Wenzel, an das es auf seine Art anschließt. Černýs Wenzel sitzt zwar auch auf dem Pferd, aber auf seinem Bauch. Das tote Pferd, das an seinen zusammengebundenen Hufen aufgehängt ist und dessen Zunge heraushängt, unmittelbar vor dem Eingang zur Doll Prague Exhibition 2023.
An der wunderschönen Moldau. Mit der Erkenntnis, wir können nach eineinhalb Tagen Fußmarsch bei Regen und Sonne keinen einzigen Schritt mehr über Kopfsteinpflaster gehen. Nächstes Mal erwandere ich die Stadt mit Turnschuhen, nicht mit Barfußschuhen.

Die Sache mit dem Geld

Wie man mit fast 58 Jahren noch einmal aus Glaubenskonzepten rund ums Geld aussteigen kann, ohne den Blick auf die Verteilungsungerechtigkeit zu verlieren? Treten Sie näher, treten Sie ein in einen Prozess des Auflösens von steinharten Glaubenskonzepten, tandarradei:

Eigentlich denke ich im Spätsommer über den Archetypen „Scapegoat“ der Kunstpuppenmacherin Barb Kobe nach. Ich kann mit der Inneren Heilerin etwas anfangen, mit der Hüterin. Mit der Güte und dem Talisman. Aber ein Sündenbock? Weder fühle ich, wie es einem Sündenbock in mir selbst geht. Noch kann ich mir vorstellen, wie er oder sie aussieht. Ich kann nicht einmal ein Wesen zeichnen, das einem Sündenbock ähnlich wäre. 

Es dauert Jahre, bis jemand zu mir sagt: „Naja, wem gibst du denn die Schuld für dein Unsichtbarsein als Künstlerin?“ Und da bäumt es sich plötzlich vor mir auf. Zuerst in Form der Erziehung durch Eltern und Lehrerinnen. Doch das reicht nicht. Es ist das männlich dominierte System, unter dem alle leiden, Männer und Frauen. Mit seinem Leistungs- und Wachstumszwang. Mit seinem Konkurrenzdenken. Und mit dem verteilungsungerechten Geldsystem.

Ich lege sofort los. Gerechter Zorn. Na warte, Sündenbock, jetzt führe ich dich vor! Zuerst entstehen nur die Buchstaben des Wortes SYSTEM. Während eines Theaterprojektes im Herbst lerne ich weibliche Symbole aus allen möglichen gesellschaftlichen Schichten kennen. Ich sticke und nähe sie an die Buchstaben. Sie sollen ihre ganze Symbolkraft auf das Wort übertragen. Auch die Symbole der queeren Szene, der neueste Zankapfel im System, kommt dazu. Weil das Ganze viel zu sauber und adrett aussieht, beginne ich damit, die Oberfläche der Textilien mit Sandpapier und harten Gegenständen zu bearbeiten. Dabei kommt eine ganze Menge gestauter Wut in mir an die Oberfläche. Ich schreibe mich in diesen Wochen durch einige Prozesse durch.

Immer noch ist alles nicht zu meiner inneren Zufriedenheit. Also schütte ich erdige und graue Aquarellfarben über die Stickereien auf der textilen Oberfläche. So passt das jetzt. Sagt meine innere Stimme. Wir weiblichen Wesen bringen unsere Liebe, unsere Kraft, unsere Weiblichkeit zum Ausdruck. Und alles wird beschmutzt und in den Dreck gezogen. Bei einem Flohmarkt finde ich mit Mühe einen Spielzeugpanzer und große Autos. Auch die nähe ich an die Buchstaben.

Empowerment, weiblich. Und divers.

Ich hänge die Buchstabenfigur an den Wohnzimmertisch, um weitere Informationen und Ideen einzusammeln, die auftauchen. So kommen zwei weibliche Wesen dazu, die mit einem Transparent aus den Buchstaben hängen: „CHANGE“ steht auf dem Transparent. Aus Angst vor dem „SYSTEM“ wird „SYSTEM CHANGE“. Ich komme einer Lösung für mich näher. Zwei nicht näher definierte menschliche Wesen, eine biologische Frau und ein biologischer Mann, klettern an dicken Seilen von unten nach oben. Sie sind das Neue. Sie kommen von unten, nicht von oben. Wie die Graswurzelbewegungen dieser Welt, die mehr und mehr sichtbar werden und wachsen.

Mein Sündenbock. Ein so wichtiger Schritt am Weg zu mir selbst. In unserer amerikansichen Doll Healing Gruppe sagen nach der Veröffentlichung viele Frauen, dass ich dieses Projekt nicht für mich, sondern für uns alle umgesetzt habe.

Seit dem Beenden dieses Sündenbocks bleibt in meinem Leben kein Stein auf dem anderen. Ich werfe rasch hintereinander Glaubenssätze rund um das Geld und das männliches System aus meinem Leben, die mich blockieren und handlungsunfähig machen, seit ich denken kann. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich habe derzeit keine Ahnung, wohin mich diese Kraft führen wird. Ich habe große Lust, meine eigene Wirkmächtigkeit als Teil dieser Gesellschaft einzusetzen. Sicher nicht alleine, sondern gemeinsam mit all jenen, die sich bereits auf diesem Weg befinden. 2024, wir kommen!


Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres


Mein Jahr 2023 in Zahlen

  • 970 Follower auf Instagram
  • 829 Facebook-Fans
  • 18 veröffentlichte Blogartikel

Was 2023 sonst noch los war

Geburtstag in Graz. Mit der Tochter meines Mannes. Und jeder Menge Ausstellungen.
Am Tag nach dem Geburtstag in Trieste. Ohne Meer ist das kein Geburtstag. Alle Jahre wieder!
ArtWalk in Villach. Wenn aus einer Handwerkergasse eine Kunstmeile wird. Bitte mehr solche Projekte in Kärnten!
Der Maler und seine Träume. Früher Frühling in Piran/Slowenien.
Am Carnevale in Venezia/Italien. Mitten im Leben. Auf der Suche nach Masken.
In den Colli Orientali, entweder aus dem Sočatal kommend aus Slowenien. Oder von Cividale kommend aus Italien. Den sanften Hügeln und schönen mittelalterlichen Dörfchen in den Weinbergen ist es egal, wo die menschlichen Grenzen verlaufen. Sie sind damit beschäftigt, einen Hauch Toskana im Norden zu verbreiten.
Gehäkelte Wesen und andere Kreaturen in einer öffentlichen Ausstellung im Zentrum für zeitgenössische Kunst in Graz. Volltreffer. Mitten ins Künstlerinnenherz. So viel Inspiration ist das größte Geschenk für mich.
Einer dieser Zufallsfunde, weil wir Autobahnen vermeiden, wenn wir unterwegs sind. Ceconi Castle in Vito d’Asia. Völlig überrumpelte Kellner servieren uns einen Drink, obwohl das Schloss nicht öffentlich ist. An der Außenfassade der Nachbau von Figuren wie Dante Alighieri, Francesco Petrarca, Ludovico Ariosto und Torquato Tasso. Innen offenbar Fotostudio und Ausstellungsmöglichkeiten.
Es gibt für alles ein erstes Mal. Zum Beispiel einen Tonkopf mit Anleitung anfertigen. Ulli Mertel ist ein geduldiger Lehrer. Ich lerne eine Menge über das Modellieren mit diesem Material.
Familiengespräche. Immer und immer wieder. Nächstes Jahr hoffentlich noch mehr davon.
Silvester in Piran. Zu diesem Zeitpunkt glauben wir noch, dass wir heuer viele Vereinsreisen unternehmen werden. Es bleibt bei dieser einen. Die allerdings ist wunderschön.
Sundowner in Piran/Slowenien. Was für Farben!

Meine Ziele für 2024

  • Jahresthema meiner textilen Kunst: Die Frau in der Gesellschaft. Heute. Gestern. Und vielleicht auch morgen.
  • Kunst-Unternehmerin: Ich freue mich auf mein Online-Studium mit und bei den Menschen der Ikonenschmiede. Ich finde für mich 2024 einen ausbaubaren Weg, meine Kunst und meine Traumkunden zusammenzubringen.
  • Puppentheater: Einer Miniproduktion habe ich für 2024 bereits zugestimmt. Mit weichen Knien.
  • Schule: 2024 gehts zurück zur kreativen Arbeit mit Schulkindern. Es wird wieder eine Schreibwerkstatt und eine Theaterwerkstatt für Neun- und Zehnjährige stattfinden. Ich bin optimistisch, dass uns dieses Jahr kein Virus einen Strich durch Produktionen und Aufführungen macht. Folge mir hier gerne, wenn du zeitnah davon erfahren willst. Ich starte voraussichtlich im Mai.
  • Biografiearbeit: Wir schreiben als Kleingruppe von fünf Künstlerinnen weiter. Ich bin gespannt, was noch auf uns wartet. Vorfreude!
  • Singen: Ich bin auf der Suche nach einem entstehenden oder bestehenden Vokalensemble in meiner Region. Und ich singe endlich wieder.
  • Tanzen: Es gibt keine Sportart, die mich reizt. Außer Tanzen. Auch wenn es derzeit nicht so aussieht, ich finde kommendes Jahr eine Möglichkeit, regelmäßig zu tanzen.
  • Cyanotypie: Zwei Freundinnen und ich wagen uns ans blaue Wunder, sobald die Sonne zu Mittag ordentlich Leistung bringt. Ich lese mich im Winter noch tiefer in diese Zauberei ein.
  • Reisen: England steht so etwas von auf unserer Bucketlist. Und offenbar die Türkei, um eine ausgewanderte Freundin zu besuchen. Wenn das Floating Castle Festival in Snečnik/SLO wieder stattfindet, sind wir dabei. Vier Tage lang.
  • Campingplatz: Ich biete Kindern an, in den Ferien mit mir am Campingplatz kreativ zu arbeiten und dabei sich und ihrem Potenzial zu begegnen. Es könnte sein, dass wir dazu unseren ausgedienten Bus zu einem Kindermagneten umbauen.
  • Fotografieren: Das Filmen war heuer so ansprechend, dass ich kaum Fotos gemacht habe. Sie fehlen mir eindeutig. Zum Beispiel beim Jahresrückblick. Das wird nächstes Jahr wieder anders.
  • Zirkuswagen: Ich schaffe es heuer vor der kalten Jahreszeit Ende Oktober, den Schiffsofen anzuschließen. Der Innenausbau meines Zirkuswagens beginnt. Unsere Trocken-Trenn-Kompost-Toilette und eine Solardusche werden im Freien installiert.
  • Ausstellungen: Egal ob in Austria, in Germany, in Italy oder Slovenia, England oder Turkey – ich besuche Ausstellungen und lasse mich inspirieren.
  • Familie: Ich nehme mir mehr Zeit für meine engste Familie. Ich plane das heuer im Kalender ein.

  • Mein Motto für 2024: Ich verlasse mein gemütliches Schneckenhaus immer öfter und werde sichtbar.

Wird verarbeitet …
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