Wochenrückblick auf die Kalenderwoche 28. Himmel, achtundzwanzig Wochen mal sieben Tage. 196 Tage ist dieses Jahr schon unterwegs. Und wir sind alle mitten drin. Eine Freundin staunt, dass ich immer noch einen Wochenrückblick schreibe. Ich kann konsequenter sein, als ich mir das selbst vorstelle…
- Mein Tag im Museum meines Lebens
- Zahlen und mein Leben
- Videos und andere Herausforderungen
- Queenager und Realität
- Freundinnen und Netzwerk
- Kreativität und Technik
- Meine Nana und ich
Mein Tag im Museum meines Lebens
Danke wie immer an dieser Stelle an Maren, die im Rahmen ihres #reflect&learn diese Woche fragt, welcher Tag für einen Rückblick ganz besonders geeignet wäre. Er hat direkt mit einem neuen Gefühl zu tun. Und mit einem Hängesessel. Wenn du Zeit und Lust hast, dann klick dich gern hinüber in meinen Linkedin-Kanal. Den Link findest du auch unter dem Beitragsbild.

Zahlen und mein Leben
Oder so. Es passiert mir heuer wirklich zum ersten Mal. Ich gratuliere meiner wundervollen Tochter einen Tag zu früh zu ihrem 35. Geburtstag. Und eine liebe Freundin gratuliert mir, ebenfalls diese Woche, zu meinem Februargeburtstag. Und dann erfahren wir wie nebenbei im Chaos der Falschgratulationen online, dass die jetzige Frau meines Bruders genau an diesem einen Tag vor meiner Tochter Geburtstag hat. Ich sorge mit meinem Zahlenchaos mal wieder für viel Heiterkeit.
Ich merke gerade, die Beschreibung klingt wie eine dieser horriblen Textaufgaben in Mathematik, vor der ich als Jugendliche mit Brett vorm Kopf und Nebel in den Hirnwindungen sitze. Die Welt der Zahlen eben.
Videos und andere Herausforderungen
Ich bin viele. Auch als Künstlerin. Deshalb habe ich mich 2019 ja auch als Künstlerin bei der Krankenkasse angemeldet. Keine Einschränkungen mehr, entweder die Tätigkeit nur als Journalistin oder nur als Pressefotografin. Sondern all in. Herausfinden, wie ich mich ausdrücken will. Film zählt eindeutig dazu. Ich liebe dieses Medium. Julia Gorr ist zur Zeit meine Lieblingspädagogin, wenn es um das Erlernen von Videoskills geht. Und hell yeah, ich will lernen, gute Videos zu drehen. Richtig gute, nicht nur so nebenbei. So perfekt wie AI werde ich sowieso nie. Aber ein bisschen schlüssig und professionell darf mein Auftritt trotzdem werden.
Jede Woche ein Videobeitrag, das nehme ich mir vor. Nicht alle werden das Licht der Öffentlichkeit erblicken.
Das Aufnehmen meiner Stimme ist dank Tipps das kleinste Problem. Allerdings ufert das Aufgenommene genauso aus wie das Geschriebene. Ich bin eine geborene Querdenkende, beziehe zugleich sehr viele Lebensfelder ein. Ich bin so gemacht. Schreibend geht das Konzentrieren schon recht gut. Gesprochen fällt mir spätestens beim technisch aufwändigen Schnitt ein, was ich alles weglassen hätte können.
Wie würde Julia sagen? Das brauchst du vielleicht für ein anderes Video…
Queenager und Realität
Meine Mutter verträgt den heurigen Sommer deutlich schlechter als Frühling, Herbst und Winter. Was bedeutet, dass wir gerade ein Netz entwickeln, damit sie in ihrem herausfordernden Alltag nicht verzweifelt. Der Liebste hat tägliche gesundheitliche Herausforderungen, die mich mehr besorgen als ihn. Irgendwie erschüttert die Zeit gerade sehr viele Menschen um mich herum, die mir wichtig sind. Da ist meine eingeschränkte Fortbewegung schon fast ein Klacks dagegen.
Große Freiheit? Derzeit eher viele offene Fragen und emotionaler Roller Coaster. UND der Versuch, trotzdem an dem dran zu bleiben, was mir Freude macht und auch gut tut. Ich entwickle eine neue Beweglichkeit für meine Figuren weiter, die sich an meiner Lieblingskünstlerin Kate Church orientieren. Wenn ich könnte, würde ich mir sofort einen Flug nach Canada buchen und bei ihr in einem ihrer raren Workshops sitzen. So tüftle ich selbst, wie sie Bewegung so einfriert, dass die Lebendigkeit erhalten bleibt.
Freundinnen und Netzwerk
Ohne mein Freundinnen-Netzwerk wäre ich derzeit kraft- und mutloser. Egal, ob es ein ermunternder Satz, ein Hinweis auf Social Media oder in der Accountability Gruppe oder echte Treffen an anderen Orten als daheim sind: es tut mir gut, einfach die zu sein, die ich bin. Mit Menschen, die das auch leben. Das ist Selfcare im besten Sinn für mich. Zuhören. Mitteilen. Das vertraute Feld verlassen. Neue Perspektiven und Wege sehen und hören. Weitergehen.
Vergangene Woche ganz überraschend auf einem Fest in St. Kanzian. Durchwegs junge Menschen, die diesen Vibe haben, den wir als junge Menschen früher bei Festivals ebenfalls lebten: wir finden und wir suchen Lösungen, wir teilen, wir benennen, wir gehen miteinander weiter. Und verbinden das ganz selbstverständlich mit Kunst. Danke Christine, dass du mich mitgenommen hast. Danke Cattalina für deinen berührenden Text über Geburten.

Kreativität und Technik
Gestern sind meine 1-mm-Federstahl-Stäbe gekommen. Kennst du nicht? Ich bisher auch nicht. Im Hin- und Herraten mit Gemini, wie ich meine Figuren so lange als möglich mobil halten kann, bevor das fixierende Paperclay die Bewegung einfriert, spuckt der Dialog dieses Wort in unsere Nachdenkrunde. Dünne Stäbe, die die Form behalten. Kein Alu, das sich in alle Richtungen biegt. Ersatzknochen für Körper, die in meinem Kopf herumspuken. Der frische Paperclay wartet schon im Kühlschrank auf seinen Einsatz.
Ich habe momentan das Gefühl, als Künstlerin in einem Trichter zu leben. So viele Ideen, so viele Möglichkeiten tauchen auf, wie ich etwas Neues gestalte. Und wenn ich mich umsehe, dann passt dieses Trichterdasein auch zu vielen anderen Menschen um mich herum. Ein Schelm, wer denkt, das könnte etwas mit der Zeitqualität zu tun haben?
Meine Nana und ich
Sie ist fertig. Viele, viele Details. Eine gefärbte Zeitungskrone mit Kupferschicht. Es war nicht einfach, dieses Material in unserer Kleinstatt zu ergattern. Ich bekomme die allerletzte (!) Tube eines Materials, das ich vor Jahren noch ganz einfach bei OBI kaufen konnte. Jetzt nicht mehr. Meine Nana bekommt keine Ausgestaltung des Gesichtes, sie ist bereits die, die sie ist. Eine Nana, die für alle Frauen auf diesem Planeten von Fülle, Freiheit, Lebendigkeit und wiegenden Hüften erzählt.

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