Während ich diesen Wochenrückblick auf die siebente Kalenderwoche dieses Jahres schreibe, ist er mit der Veröffentlichung da. Der gefürchtete Sechziger. Punktgenau vor 60 Jahren habe ich mit vielen anderen Feuerpferdgeborenen ins Licht dieser Welt geblinzelt. Und nun wiederholt es sich. Ein neues Feuerpferdjahr beginnt. Täglich sehe ich Bilder für das Neue Jahr in China, mit all den roten Pferdedekorationen. Und den Hoffnungen, die Menschen in diese Energie setzen. Ich füge dir ein bisschen weiter unten im Beitrag zwei Links zum Thema ein.
Und falls du das Beitragbild siehst: ein bisschen Echtheit in der Online-Welt. Mein Arbeitsplatz am Fenster, selbst entworfen und vom Liebsten gebaut. Mit Blick in den Garten komme ich richtig gut durch die lichtarme Zeit unseres Winterdomizils.
Doch hier ist einmal der Rückblick auf die vergangene Woche:
- Marina Abramovic und die Passage
- Netzwerke, wohin ich schaue
- Auftragsarbeiten und Auftragsarbeiten
- Ein besonderer Anruf
- Was nicht so gut funktioniert hat
- Ein Plädoyer fürs Schreiben
- Feuerpferd, Social Media und China
Marina Abramović und die Passage
Meine Familie schenkt mir am Wochenende vor und zum heurigen Sechziger einen Besuch der Retrospektive der serbischen Performance-Künstlerin Marina Abramovic in Wien. „Der Körper war ihr Subjekt und zugleich ihr Medium. Indem sie sich Schmerz, totaler Erschöpfung und Gefahr aussetzte, testete sie ihre physischen und psychischen Grenzen aus, immer auf der Suche nach emotionaler und spiritueller Transformation“ lese ich über sie.
Diese Ausstellung fordert uns auch in der Familie heraus. Marina Abramović wünscht sich, dass die Menschen diese Ausstellung wie eine „Passage“ erleben. Das ist ihr auf alle Fälle gelungen. Die Meinungen über diese Form der Kunst sind auch in meiner kleinen Familie geteilt. Ihr Werk ist keine Kunst, die man sich zu Hause hinstellt. Sondern es ist die Dokumentation einer Kunst, die etwas in uns in Bewegung bringt. Die Live-Performances berühren unmittelbar. Ich brauche selbst einige Stunden und wohl noch Tage und Wochen, bis ich integriere, was ich an diesem Nachmittag sehe.
Und ja, mir gelingt tatsächlich eine Passage in eine neue Art, Kunst zu verstehen. Auch meine eigene unter einen neuen Blickwinkel zu stellen.
Kunst ist eben nicht nur das Schöne und Angreifbare, das Wohnungen unserer Käuferinnen und Käufer aufwertet. Worauf sie gerne hinschauen. Kunst macht auch sichtbar, wie wir diese Welt erfahren. „Wir sind Seismographen, die auf die Umgebung und unsere eigene Wahrnehmung reagieren“, versucht mein Mann, ebenfalls schon ein Leben lang Künstler, unsere gemischten Gefühle nach der Ausstellung in Worte zu kleiden. Künstlerische Werke sollen und dürfen dazu inspirieren, selbst und im eigenen Leben genauer hinzusehen. Zu spüren. Nachzuforschen, was nicht für alle Augen sichtbar ist. Und das Gefühlte und Gespürte für andere Menschen sichtbar zu machen.
Werde ich jetzt Performance-Künstlerin? Eher nicht. Wobei – wenn ich an die Riesenfiguren denke, die ich im heurigen Sommer machen werde…

Netzwerke, wohin ich schaue
Die vergangene Woche füllt sich mit vielen freudvollen Begegnungen. Sowohl online. Als auch im realen Leben. Face to Face.
Ich wünsche mir zu Weihnachten von meiner Tochter und den erwachsenen Söhnen, dass wir meinen kommenden Sechziger alle zusammen feiern. Meine Tochter organisiert das. Neben ihrer Lohn-Arbeit und dem frisch begonnenen Studium. Ich erfahre bis Freitag nicht, was sie geplant hat. Umso schöner ist es, dass alle da sind – aus Wien, aus Kärnten und über Prag auch aus Portugal. Sogar zwei von Alexanders Töchtern tauchen im Laufe des Samstags auf und schließen sich uns kurz an. Ich hab euch so lieb, ihr drei Großen und der Rest der Riesenfamilie!

Nach zwei Jahren und ein paar Wochen kann ich endlich sagen, dass ich meine Friseurin gefunden habe. Klar könnte ich meine Haare weiterhin selbst schneiden und gelegentlich schnitttechnisch verpfuschen. Ich empfinde es aber mittlerweile als absoluten und durchaus nötigen Luxus, mir mittlerweile alle paar Monate einen Termin bei ihr zu gönnen. Meine Figur staunt und möchte jetzt auch zu ihr.

„Vive la Reine“ heißt das Online-Format mit der Künstlerin und Kreativ-Coachin Claudia Rogge, die mittlerweile Vollzeit in der Provence lebt und arbeitet. Wir tauschen uns über Carneval, Fasching & Co in den versammelten Regionen aus. Als ich gefragt werde, ob ich diese närrische Zeit liebe oder nicht, bin ich noch der Meinung, dass ich eher ein Faschingsmuffel bin. Erst hinterher fällt mir ein, wie sehr ich es liebe, in dieser Zeit zu fotografieren. Meine persönliche Sicht auf Verkleidung, Masken und Masken im Alltag beizutragen. Das führt dazu, dass ich in alten Ordnern stöbere und Fotos ans Licht hole, die dieses Gefühl so perfekt wiedergeben. Und zu einem Linkedin-Beitrag, der deutlich mehr Zugriffe hat als üblicherweise.

Einmal im Monat treffen sich die Business- und Professional Women aus dem Spittaler Raum zum Austausch. „Vom Glück reden“ ist dieses Mal der abendliche Impuls. Ich bin sehr berührt von den offenen Worten der vier Frauen, die sich dieses Thema ausgesucht haben. Der Grundtenor: was geschieht, wenn wir nicht nur unsere Businesserfolge wertschätzen und als Glück empfinden, sondern auch die stillen Momente. Allein. Und mit anderen Menschen. Als ich heimkomme, schreibe ich eine ganze Weile darüber, was ich als Glück empfinde. Abgesehen vom Glück, endlich aktive Frauen vor Ort kennen zu lernen. Ich schätze das sehr!

Auftragsarbeiten und Auftragsarbeiten
Derzeit arbeite ich an zwei Figuren, die Aufträge sind. Bei einer bin ich vollkommen frei und darf mich in ganze neue Bereiche meines Schaffens ausdehnen. Bei der anderen gibt es klare Vorgaben, wie die Figur am Ende idealerweise aussieht.
Mag ich einen Prozess mehr als den anderen? Kann ich verneinen. Es ist ganz anders. Die beiden Prozesse bei der Erschaffung fließen ineinander. Vice & Versa. Und ich lerne so viel dazu!
Eine der Figuren wird bei der Villacher Ausnahmekünstlerin Anita Wiegele wohnen. Direkt vor einer ihrer besonderen Affreschi-Wände mit ihren persönlichen Kompositionen. Ich freue mich schon so sehr auf den Moment der Übergabe liebe Anita! Das wird eine Figur, wie sie mir seit der Ausstellung von Niki de Saint Phalle in Hannover und später im Tarot-Garten in der Toskana im Kopf herum geht. Diese Figur entsteht aus Draht, altem Zeitungspapier und selbst gekochtem Pappmaché.
Die andere hat ebenfalls Draht als Rückgrat und bei den Gliedmaßen intus, aber auch Schafwolle. Außerdem ist sie überzogen mit amerikanischem, synthetischem Puppentrikot. Beide Figuren sind die Startfiguren von Serien, die heuer entstehen. Und die ich im Herbst launche. Manchmal passt alles perfekt zusammen.

Ein besonderer Anruf
Es gibt Freundschaften, die überdauern die Jahre. So eine besondere Freundin ruft mich vergangene Woche an. Und gratuliert mir. Nein, nicht zum bevorstehenden Geburtstag. Sondern zu meinem Erfolg als Künstlerin. Sie lässt keinerlei Einwände von mir gelten, die instant versuchen, alles ein bisschen klein zu reden. Eine Freundin eben. Sie kennt mich besser als ich mich selbst.
„Du bist dir und deinem Weg treu geblieben. Aus winzig kleinen Schrittchen als Künstlerin vor 15 Jahren sind große, sichere Schritte geworden“, wischt sie meine Einwände vom Tisch. „Und das nennt man in unserer Welt einen Erfolg. Ich gratuliere dir.“
Das sitzt. Ich bekomme Herzklopfen. Und fühle Freude im ganzen Körper. Sie hat vollkommen Recht.
Mir fällt eine Geschichte ein, die Gerald Hüther immer wieder gern erzählt. Von einem Jungen in wirklich schwierigen Verhältnissen, dem ein einziges Mal in seinem Leben in den Slums gesagt wurde, welches große Talent er hätte. Der sich an dieser kurzen Begegnung festhält, sich aus dem Feld heraus arbeitet und tatsächlich ein erfolgreiches Leben aufbaut.
Es ist eigentlich nicht so schwer, Menschen in unserem Leben Mut zu machen, indem wir ihr Talent und ihre Fähigkeiten aufrichtig und ehrlich bezeugen, oder?
Technik und Struktur im Kunstbusiness
- Ich stelle gerade fest, dass mein so toll und schön bunt aufgestellter Wochenplan „for the fishes“ ist. Er funktioniert überhaupt nicht so, wie ich mir das im Dezember ausgemalt habe. Eigentlich schon seit Silvester nicht. Und doch halte ich krampfhaft an seiner Struktur fest. Hey, das war so viel Kopfzerbrechen und Mühe – und jetzt kann ich ihn wegschmeißen. Doch Halt! Wenn ich nächste Woche noch einmal darüber schreibe, dass ich unbedingt die Struktur ändern MUSS, weise mich bitte darauf hin. Dann habe ich es nämlich wieder verschoben. Falls wir uns heuer treffen, in echt, lade ich dich auf einen Kaffee ein. Fürs Erinnern!
- Ich bin mir äußerst unklar, ob es klug ist, den Wochenrückblick am Montag zu schreiben. Das fühlt sich weder stimmig noch besonders effizient an. Machst du dir diese Arbeit und was bewährt sich bei dir? Samstag oder Sonntag oder doch an einem Werktag? Ich habe gerade keine gute Lösung.
- Und – die neue Website. Himmel, diese Website. Schon deshalb muss ich meine Struktur ändern. Damit ich entspannt zwei Tagesblöcke nur in diese Website investieren kann, weil ich mir Platz dafür eingeräumt habe. Und nicht schon wieder an meinen Figuren sitzen soll. Kunst ist nicht nur Atelierzeit. Leider oder zum Glück, das weiß ich manchmal selbst nicht so genau. Mein Kunstbusiness funktioniert bei mir nur, wenn es „streng“ organisiert und geregelt ist. Sonst habe ich dauerhaft schlechtes Gewissen, im Atelier und im Office. Und das ist echte Zeitverschwendung.
- Auch wenn der Wochenplan nicht dran schuld ist: ich habe Zeit verschleudert, als ich in alten Ordnern auf dem externen Server nach Fotos suche. Frau Prokrastinieren hat mich einen ganzen Abend lang in ihren Klauen gehabt, statt mich ins Bett zu schicken. Dafür weiß ich jetzt, dass ich 2009 alle meine Fotos, auch die privaten, drei Mal gesichert habe. Unstrukturiert, das konnte ich immer schon am besten. Dafür habe ich jetzt viele Bytes gelöscht und die Festplatte des Servers erleichtert.

Ein Plädoyer fürs Schreiben
Ich zähle es zu den Sternstunden meines Lebens, dass ich als sehr junges Mädchen das Schreiben für mich entdeckt habe. Mit etwa 40 Jahren kommen die Morgenseiten als Technik in mein Leben. Das dazupassende Buch „Der Weg der Künstlerin“ von Julia Cameron rettet mich, die Vielbeschäftigte. Das Leben hat zu dieser Zeit völlig andere Prioritäten. Schreibend erschaffe ich mir im größten Trubel ausreichend Raum, dass die Flamme meiner Kreativität als Künstlerin nicht erlischt. Und das reflektierende Schreiben hilft mir, mich immer wieder neu zu sortieren, zu ordnen und auf meinem Weg auszurichten. Ohne Camerons Übungen, dem Künstlertreffpunkt mit mir selbst, den Morgenseiten und ab und an auch dem Spaziergang mit einer speziellen Frage wäre ich heute nicht da, wo ich nun unterwegs bin.
Schreibe ich noch regelmäßig Morgenseiten? Für mich hat es sich als sehr sinnvoll herausgestellt, sofort morgens nach dem Aufwachen zu schreiben. Es vergehen wenige Tage, an denen ich das nicht mache. Mittlerweile habe ich meine eigene Form entwickelt und fülle nicht mehr automatisch Seite um Seite. Ich nutze Elemente des Journaling genauso wie Wochen- und Quartalsreflexionen, was meinen beruflichen Weg betrifft. Mein Privatleben fließt ebenfalls in diese Reflexionen und bleibt privat.

Feuerpferd, Social Media und China
Wie versprochen füge ich dir hier noch Links zu diesem Detail des Jahres 2026 ein, das in unserer achten Kalenderwoche in China beginnt. 17. Februar 2026. Da gibt es zum Einen einen interessanten Instagram-Beitrag mit praktischen und kurzen Details und möglichen To-Dos für dieses Jahr: Lori Haberkorn. Und hier ist noch ein kurzer Beitrag unmittelbar vor Mitternacht, zwischen der Holzschlange und dem Feuerpferd, viel Vergnügen!
Was meinst du, wird uns das chinesische Feuerpferd global befeuern oder wirkt es sich ohnehin nur in China aus, weil dort mehr Menschen davon wissen?
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Herzlichen Glückwunsch, liebe Lisa, zu deinem Ehrentag!
Liebe Grüße, Heidi
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Herzlichen Dank liebe Heidi!
Lisa
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Gerne, liebe Lisa!
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