Eine Woche der Entscheidungen

Wer mich kennt. weiß um meine Liebe zu Neuem. Ich liebe Herausforderungen. Neue Wege. Das Öffnen neuer Türen. Neu ist auf alle Fälle, dass mein heuriges Jahr unter einem Jahresmotto steht. „Meinem Weg vertrauen“. Ich habe es leicht vor mich hinformuliert. Und merke, dass mich dieses Thema herausfordert. Ein bisschen Einblick zu meinen Entscheidungen und wie sie fallen gebe ich dir in meinem Wochenrückblick.

  1. Körper-Proportionen sind nicht ohne
  2. Kleine Welt am Millstätter See
  3. Eigene und andere Wege
  4. Atelier am See
  5. Viele Kinder und ein Gong
  6. Nachrichten und andere Ärgernisse
  7. Nachrichten aus Mexico und Portugal

Körper-Proportionen sind nicht ohne

Jede Auftragskunst für eine Kundin oder einen Kunden ist für eine Figurenmacherin wie mich ein bisschen anders. Auch hinsichtlich der Proportionen der Figuren. Eine realistische Figur hat völlig andere Körperproportionen als beispielsweise eine Fantasyfigur oder ein Figur aus der Märchenwelt. Das Verhältinis des Kopfes zum restlichen Körper entscheidet stark über den Gesamteindruck, den eine Figur beim Betrachtenden hinterlässt. Das läuft auf einer unbewussten Ebene ab. Ich tüftle nun an einer Herangehensweise, wie ich das in Zukunft im Vorhinein gut sichtbar machen kann. Meine Skizee macht ein bisschen klarer, wovon ich rede.

Bei meiner Figur kamen wir über meine Zeichnung zu einer Entscheidung. Wohooo, herausfordernd. Und irgendwie genial, was mit Stift und Papier alles sichtbar gemacht werden kann. Merkst du den spürbaren Unterschied bei den unterschiedlichen Darstellungen?

Ein Körper. Drei verschiedene Proportionen. Welche spricht dich am meisten an?

Kleine Welt am Millstätter See

Was waren wir zu Silvester traurig, als wir im Lieblings-Kino-Kaffee mitgeholfen haben, Tische und Stühle, Bilder und Geschirr, Gläser und Küchenzubehör aus den Räumen zu schleppen. Mittlerweile treffen wir uns deutlich beengter, dafür kommunikativer im Café ein paar Türen weiter. Wir tauschen uns mit einem Adriano-Celenteno-Fan aus, der ein sehr besonderes Hotel am See leitet. Lachen uns kringelig über den Humor eines Oberkärntners, der in Wien lebt. Bekommen hautnah Einblick in das neue Thema und die heuer startende Jahresausstellung des Vereins millstART „DAS TIER. UND WIR“. Und freuen uns mit einer gebürtigen Schwäbin mit, als sie uns darüber aufklärt, dass sie die Großzügigkeit der Kärntner Bevölkerung so liebt.

Wir erleben alle gemeinsam mit, wie sich das Wetter an einem grauen Vormittag von Schneeregen in Dauerschneefall umstellt. Es ist heuer wirklich ein Winter wie früher. Große, dicke Flocken fallen vom Himmel. Zwanzig Zentimeter werden es am nächsten Tag in der Früh in der Stadt sein. Traumhaft schön. Beim Sonnenspaziergang durchs blendende Weiß wird allerdings klar: die Erde nähert sich wieder der Sonne. Sie ist jeden Tag eine Spur wärmer und länger spürbar.

Spaziergang im wunderschönen Skigebiet der Innerkrems, an der Grenze zwischen Kärnten und Salzburg.

Eigene und andere Wege

Es hätte mir heuer sehr viel Freude gemacht. Ich hatte es mir schon so schön ausgemalt und vorgestellt. Bei einer Besprechung fühlt sich Einiges unstimmig an. Mein innerer Motor will und will nicht anspringen. Und wenn er, ganz vorsichtig, in Bewegung kommt, wird er schnell gestoppt. Im Nachgang, beim gründlichen Reflektieren, wird mir erst klar, dass hier das Leben eingreift. In Form von Menschen, die andere Pläne haben. Die ganz wunderbar sind. Aber eben nicht zu meinem heurigen Jahr passen.

Also lasse ich los. Ich bin ein paar Tage wirklich traurig. Frustriert. Suche den Fehler bei mir. Himmel, das kann ich immer wieder gut. Und entdecke täglich ein Stück mehr, dass es darum geht, mir treu zu sein. Passt dieser Weg wundervoller Menschen zu mir oder passt er nicht zu mir? Das in Ruhe zu kommunizieren, liebevoll und vor allem bei mir zu bleiben, ist ein großer Schritt gewesen. Kein Krieg. Kein „Meine Wahrheit ist wahrer“, kein „Wenn du nicht für mich bist, bist du dagegen“.

Was bleibt ist Dankbarkeit für das, was war. Und ganz viel Liebe. Und Weitergehen.

Atelier am See

Als ich in einem Interview für eine Wochenzeitung gefragt werde, was ich mir für das Jahr 2026 wünsche, ist ein Atelier am See einer meiner großen Wünsche. Wir informieren uns, wo es im Sommer Räumlichkeiten zu mieten gäbe. Und finden einige Möglichkeiten.

Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Mein Zirkuswagen! Ich will ihn heuer sowieso ausbauen. Warum nicht gleich ein Atelier draus machen? Atelier mit Schlafmöglichkeit. Atelier mit ganz viel Natur rundherum. Warum ist mir das nicht schon früher eingefallen?

Wir entscheiden spontan: wir bauen heuer endlich eine Terrasse zwischen die beiden mobilen Wohnräume. Sobald der Frost und die größte Nässe vorbei ist, wird der Boden mit Sand nivelliert. Wir bauen eine Unterkonstruktion und verlegen Lärchenbretter, die gut mit Feuchtigkeit umgehen können. Ein Dach soll diesen Raum regenfest machen. Von diesem überdachten Platz träumen wir, seit wir die Wägen hierher gezogen haben. Ich bekomme Herzklopfen, wenn ich nur daran denke.

Ringelblumen, ein Zirkuswagen und eine neue Terrasse: der Sommer darf kommen!

Viele Kinder und ein Gong

Theaterspiel ist Spiel. Auch die aufmerksamsten Kinder verlieren sich im Tun. Bis jetzt habe ich zuerst mit einem Glas und einem Löffel versucht, Pausen und das „Standbild“ auszurufen. Mit wenig Erfolg. Die Weihnachtsglocke ist viel zu hell und leise, die geht ebenfalls im lebendigen Spiel unter. Mein Liebster bestellt mir einen kleinen Gong. Und der – wirkt. Ich bin überrascht, wie schnell sich die Kinder am Klang orientieren und in ihr „Freeze“ (Stillstand, Abwarten, Schauen, Spüren) gehen. Diese Anschaffung hat sich wirklich gelohnt.

Ein äußerst gefährlicher Räuber entdeckt diese Woche: ich brauche keine Gewalt. Ich habe Köpfchen!

Nachrichten und andere Ärgernisse

Ich lösche vergangene Woche wieder Newsletter, die ich ohnehin nicht lese. Alles an Zeit am PC, die ich nicht vorsorglich regle, ufert bei mir sofort in einer oder zwei Stunden Online-Zeit aus. Dann erwische ich mich dabei, wie ich voller Abscheu Berichte über das Rundherum um die Epstein-Files oder die Brutalos der amerikanischen Heimattreuen lese und mich hilflos und ohnmächtig fühle. Also beschränke ich meinen Medienkonsum auf Nachrichtenportale meines Vertrauens. Idealerweise nicht abends vorm Zubettgehen, sondern irgendwann in der Tagesmitte. So habe ich eher Zeit, das Gehörte und Gelesene zu verdauen.

Nein, mir ist überhaupt nicht egal, was gerade passiert. Wenn die alten Systeme zerbrechen und sich noch einmal mächtig aufbäumen, führt das zu diesem Durcheinander. Das jetzt als Sechzigjährige mitzuerleben erschreckt mich. Weniger für mich als für die Generationen nach uns. Ich hätte noch vor wenigen Jahren so ein kriegerisches Durcheinander nicht für möglich gehalten. Falls es einen größeren Sinn dahinter gibt, werden wir ihn ohnehin erst rückwirkend erkennen.

Nachrichten aus Mexico und Portugal

Ich schließe meinen Kalenderwoche-06-Rückblick mit guten Nachrichten: zwei meiner Puppenfiguren wurden direkt in Mexico versteigert, um ein wirksames Frauenprojekt zu unterstützen. Ich freue mich darauf, der Projektleiterin Professorin Doktorin Katrin Feldmann bald in echt zu begegnen und mehr zu erfahren. Zum Glück gibt es Social Media und ich kann hier von Kärnten aus sehen, wie aktiv sie vor Ort ist.

Mein Ältester in Portugal erlebt seinen ersten durchgehenden Winter in Portugal. „Es sind Jahrhundertereignisse“, berichtet er mir schön regelmäßig am Telefon, wenn wir wieder ganz aufgeregt anrufen, ob dieses Mal der Sturm, der Regen, die Unwetter Schaden angerichtet haben. Die Schäden sind mittlerweile enorm und wir hoffen alle, dass mit dem Frühling wieder ein bisschen mehr Ruhe für die Menschen in Portugal, Spanien und Marokko einkehrt.


Eine meiner Figuren, die nun in Mexico eine neue Heimat gefunden hat und mit ihrer Anwesenheit ein Frauenprojekt unterstützt.
Ich verspreche, mehr darüber zu berichten, sobald es mir möglich ist!

Was machst du, um nicht zu sehr von Social Media und schlechten Nachrichten erdrückt zu werden? Oder kannst du ganz leicht damit umgehen? Bin sehr dankbar für Tipps und Techniken.




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6 Einträge zu „Eine Woche der Entscheidungen

  • Liebe Lisa,

    si schön, an deinen Gedanken und Erlebnissen teilzuhaben. Die Idee mit denm Zirkuswagen ist grandios!

    Ich wünsche dir immer mehr Vertrauen in dich und deinen Weg.

    Herzlichst, Korina

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  • Ja, wirklich eine tolle Idee mit dem Circuswagen.

    zu den negativen Nachrichten und Social Media. Da habe ich auch immer meine Probleme. Für mich hilft da nur, immer wieder die Null Variante. Aussteigen und abschalten. Durchatmen, auf mich selbst zentrieren. Mir sagen, dass ich das aussen nicht verändern kann, nur mich selbst. Ich schaue dann, dass die Energie bei mir bleibt. Mit Abstand gelingt es.

    Ich glaube, unsere Generation ist diese Überladen Werden von Informationen überhaupt nicht gewohnt. Wir hatten mehr Stille, mehr Einsamkeit, mehr Natur, mehr Langeweile. Heute gehe ich da wieder mehr zurück, weil ich es muss. Des inneren Friedens wegen.

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    • Liebe Karin,

      ich danke dir für deine Überlegungen!

      Habe mir heute zwei deiner Videos auf Linkedin angesehen, die du geteilt hast. Selten etwas so Beruhigendes, Nährendes gesehen in letzter Zeit. Und ich stimme dir zu – komplett runter drehen ist manchmal das Allerbeste. Laut aktueller Hirnforschung wird langsam bei ganz jungen Kindern sichtbar, dass es Schäden vom Medienkonsum gibt.

      Und ja, das kann ich bestätigen. Wir hatten als kleine Kinder nicht mal Fernsehen. Und als es dann langsam kam, war das Angebot minimal. Da war das Draußensein ohnehin spannender. Wir werden ein bisschen miterleben, wohin sich all das entwickelt.

      Grüße von Werkstatt zu Werkstatt – hier ist auch viel Erholung möglich!

      Lisa

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      • Das freut mich, dass meine Videos so ankommen. Habe ich bewusst so gestaltet. Danke dir.

        Ja die Werkstatt ist geistige Erholung pur. Meditation sogar zeitweise. Körperlich nicht unanstrengend. Und macht viel Spaß.

        Bin gespannt wie es bei dir weitergeht.

        Liebe Grüße

        Karin

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      • Ich kann das nur bestätigen – abgesehen davon, dass der Kopf frei wird von sinnlosen Grübeleien kommen durch die Arbeit mit den Händen Ideen daher, die wie Lichtblicke wirken.

        Wir lesen und hören voneinander!

        Lisa

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