Der Herbst und eine Neuigkeit

Trommelwirbel! Ich habe dir heute ein Geschenk mitgebracht!

Ich möchte gar nicht nachzählen, wie viel Zeit ich gebraucht habe, um diese eine Sache fertig zu stellen, von der ich den ganzen Sommer geträumt habe. Am Ende des heutigen Newsletters erfährst du, worum es geht. Versprochen!

Du weißt ja aus meinen heuer äußerst spärlichen Blogbeiträgen, dass ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, als Künstlerin und als Mensch in der Onlinewelt und direkt bei den Menschen sichtbarer zu werden. Und das Ganze in Verbindung mit einem großen Schritt Richtung Professionalität und Struktur.

  1. Ein ikonisches Studium
  2. Sei endlich Künstlerin
  3. Quartal eins und zwei
  4. Quartal drei und ein Sommer
  5. Und nun ist er endlich da

Ein ikonisches Studium

Als im Jänner beginne, mir die ersten Lektionen meines Onlinestudiums in der Regensburger Ikonenschmiede zu Gemüte zu führen, denke ich – ein paar Wochen. Vielleicht drei Monate. Aber dann bin ich durch. Diese paar Lektionen. Ich bin sogar ein bisschen enttäuscht.

Selten in meinem Leben täusche ich mich so gründlich. Ich höre mir die Lektionen nicht nur einmal an. Sondern noch einmal und noch einmal. Ich bin mindestens zehn Mal drauf und dran, den Hut drauf zu hauen. Und zurück ins Alte zu kippen. In meiner Kunst zu schwelgen und nur das zu tun, was mich gerade begeistert.

Warum? Ich versuche, es dir zu erklären.

Sei endlich Künstlerin

So lange glaube ich daran, dass es in der Kunst in erster Linie darum geht, die eigene Handschrift zu entdecken. Spaß an der eigenen Freude zu haben. Dem nachzugehen, was in mir lebendig ist. Ständig inspiriert zu sein und zu erschaffen. Zu erschaffen. Und zu erschaffen. Dabei würde meine eigene Handschrift entstehen. Dann würde ich entdeckt. Die Galeristen reißen sich um mich. Und ich habe es geschafft.

Noch vor zwei Jahren ist es mir extrem wichtig, mit meiner Arbeit als Künstlerin ernst genommen zu werden. Ich strecke meine Fühler aus. Höre hier in Österreich, das sei eigentlich gar keine Kunst, die ich da mache. Sondern Kunsthandwerk. Viel zu freundlich, diese Wesen. Nicht abstrakt und schon gar nicht im Trend. Und was, ohne Studium? Ohweh. So wird das aber nichts werden mit der ernsthaften Kunst.

Quartal eins und zwei

Im Gegensatz zu den zwei vorangegangenen Jahren ist das heurige Jahr von Anfang an gut mit Aufgaben gefüllt. Innerfamiliär rutscht unser beinahe fünfzehnjähriger Mitbewohner still und heimlich in die verschärfte Pubertät. Wächst uns beiden jede Nacht ein bisschen mehr über den Kopf und das Leben mit ihm verändert sich vollkommen. Willkommen, du Puber-Tier, wir versuchen, nicht zu verzweifeln.

Bis in den frühen Sommer kämpfe ich mich durch die Lektionen des Studiums. Stelle nebenher Wesen her, die bei mir bestellt werden. Die praktische Arbeit an ihnen ist mir vertraut und tut mir im Herzen gut. Doch ich wende noch keine Information aus dem Studium an. Nebenbei wechsle ich die Social Media Plattform. Lerne LinkedIn kennen und schaue mich um, ob das eine besser zu mir passende Plattform werden könnte.

Und studiere weiter. Die Lektionen sind in sich logisch und zielführend. Das spüre ich. Ich bin es nicht gewohnt, so klar ausgerichtet und nüchtern an eine Serie heranzugehen, wie ich es dieses Mal machen soll. Doch ich beiße mich durch. Eine Ausstellung zwingt mich in ein Zeitfenster, das ich unbedingt einhalten will. Neun Figuren entstehen in drei Wochen. Ich arbeite manchmal Tag und Nacht. Schreibe meine Serienprotokolle mit. Befasse mich eingehend mit den Menschen, für die ich diese Figuren mache. Versuche, mich in ihr Leben zu versetzen. Die Wesen mit allem auszustatten, was ihnen gut tun könnte. Bereite mich auf die Ausstellung vor und führe in den zwei Tagen so viele Gespräche über meine Kunst, wie noch nie zuvor. Das Angreifen meiner Wesen macht etwas mit den Menschen. Die Geschichten dazu sowieso.

Quartal drei und ein Sommer

Dann kommt dieser Jahrhundertsommer mit Hitzephasen, wie wir alle sie noch nie erlebt habe. Wir ziehen in unsere Tinyhouses am Campingplatz. Ich nehme mir Arbeit mit. Und arbeite tagelang auswärts mit Kindern einer Schule und später im Museum. Nebenbei entstehen Figuren für ein Kinderprojekt in einem weiteren Museum.

Die Tinyhouses werden heiß und immer heißer. Was für ein Glück, das wir uns vor zwei Jahren für den Stellplatz im Baumschatten einer großen Weide entschieden haben. Und was für ein Glück, das wir so nahe an einem wunderbaren See sind. Wenn es gegen Abend kühler wird, dann ist auch wieder an geistiges Arbeiten zu denken.

Das Studium? Es wächst mir über den Kopf. Im Tinyhouse packt der Lüfter des Computers die Tagestemperaturen sowieso nicht. Er stürzt schön regelmäßig ab. Das kann ich vergessen. Das Einzige, was mir wichtig bleibt, ist das Kapitel „Kunstkatalog“. Ich packe alles, was ich während der Herstellung der Serie mitgeschrieben und mitgedacht und mitgefühlt habe, zusammen. Und beginne mit meinem ersten Katalog. Auch hier gilt: strukturiertes Arbeiten. Mit viel Liebe für diese Wesen. Aber die Reihenfolge einhalten. Mich an Vorgaben halten. Gefühlt dauernd überarbeiten.

Mitten in diesen Sommer hinein fällt eine Ausstellung. Eine ernsthafte. Hach. Endlich. Ich darf endlich mit meiner Form von Kunst als Gast in eine Ausstellung. Wir drei, die ein Projekt umsetzen, passen gut zusammen. Und arbeiten gut zusammen.

Doch kennst du das, wenn Kollegen hinter deinem Rücken die Nase rümpfen? Zuerst bin ich beim Aufhängen der Werke irritiert. Alte Schmerzpunkte vibrieren. Und dann – setzt das innere Gelächter ein. Und Leichtigkeit. Wieso habe ich all die Jahre so verbissen geglaubt, ich muss in der Kunst irgendwo dazu gehören? Mir gefällt, was ich von Künstlerinnen und Künstlern in der Ausstellung sehe. Manches sogar besonders gut. Aber das bin nicht ich! Und zwar überhaupt nicht. Halleluja! Was für eine Befreiung, wenn du erkennst, alles ist gut mit dir. Es passt nur mit etwas anderem nicht zusammen. Und muss es ja auch nicht. Wege gehen in alle möglichen Richtungen. Und meiner geht woanders hin. Auf Wiedersehen!

Und nun ist er endlich da

Nach dem Schulbeginn in einer neuen Schule unseres jüngsten Familienmitglieds setze ich mich wieder zu meinem Katalogprojekt. Ich sollte dies noch ändern und das noch anders formulieren. Und daran denken und das noch einfügen. Und als ich große Lust bekomme, das Kapitel „Kunstkatalog“ aus meinem Leben und von der Festplatte zu löschen, halte ich inne.

Was mache ich denn schon wieder? Wie oft soll ich ihn noch überarbeiten? Wie perfekt muss so ein Katalog eigentlich sein, dass ich ihn dir zeige? Das hier bin ich. Das sind die liebenswürdigen und mir so vertrauten Wesen, die ich für ganz besondere Menschen geschaffen habe.

Hier ist der Kunstkatalog zur Serie „Weibliche Wirklichkeiten“ – ich füge dir den Link ein:

Falls eines meiner Wesen zu dir spricht und du es adoptieren möchtest, lass es mich wissen.

Und i c h freue mich über Feedback von dir, wie du diese Arbeit empfindest. Ob technisch alles einwandfrei war. Solche Kataloge wird es in Zukunft zu jeder neuen Serie geben.


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2 Einträge zu „Der Herbst und eine Neuigkeit

  • Liebe Lisa, herzlichen Glückwunsch zu deinem Kunstkatalog. Ich finde ihn sehr schön und ansprechend gestaltet. Insbesondere deine Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte sowie den Geschichten deiner Kunstwerke finde ich sehr ansprechend.

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    • Ganz herzlichen Dank liebe Heidi Maria!

      Ich mag es sehr, euch auch in Zukunft ein bisschen mehr Hintergrundinformationen zu liefern, warum ich als Künstlerin arbeite. Wie ich das angehe, was es in mir und meinen Kundinnen und Kunden auslöst. Freue mich sehr, dass dich der Inhalt des Kataloges erreicht hat!

      Grüße zu dir.

      Lisa

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