Hattest du ein ruhiges Jahr? Oder ging es dir wie mir und es war ein wilder Roller Coaster, der nicht aufhören wollte? Sowohl in meinem direkten Umfeld als auch in meinem eigenen Leben zerbrachen Beziehungen. Entstanden neue. Gingen Träume den Bach runter und andere Träume rückten ihrer Realisierung einen Schritt näher. Ich erinnere mich nicht einmal im Ansatz an Details der unterschiedlichsten Monate, wenn ich im Dezember auf das Jahr zurückschaue. Ich bin zwar müde und sehne mich nach Rückzug. Aber ich weiß nicht, warum. Meinen Jahresrückblick 2025 schreibend und durch Bilder und Videos scrollend fallen mir die Gründe sehr leicht wieder ein.
Ich habe mir meinen alten Jahresrückblick aufmerksam durchgelesen. Habe ich erreicht, was ich mir für 2025 vorgenommen habe? Ein paar Punkte kann ich als erledigt betrachten. Eher weniger als mehr. Ich habe Ende 2024 mal wieder sehr laut „Hier!“ gerufen, als ich die Aufgaben an mich verteilte. Ein paar Ideen begleiten mich noch ins Jahr 2026. Es sieht so aus, als wäre ihre Zeit erst jetzt reif. Ein paar kann ich ersatzlos streichen. Ein bisschen trauern. Und sie dann loslassen. Ich brauche ehrlich gesagt leere, saubere Räume, Regale und Schränke, um schon Mitte Januar wieder durchzustarten.
Beruflicher Erfolg hat viele Gesichter. Wohlstand und Reichtum ist ein Thema, das mich unterschwellig das ganze Jahr begleitet. Ich habe mich mit vielen Menschen dazu ausgetauscht. Zur Jahresmitte war das Thema für mich durchgekaut und erledigt. Fürs erste.
Monetär ist das heurige Jahr spürbar erfolgreicher als die letzten beiden Jahre. Die echten Erfolge haben für mich noch andere Zutaten. Zum Beispiel die Anzahl durchgeführter, lebendiger und herausfordernder Kooperationen mit Menschen, die Freude und Sinn machen und uns gegenseitig beflügeln. Ich zähle es zu einem weiteren Erfolg, dass ich neben viel zu viel Management, Marketing, Lernen und Denken wieder zurück ins Atelier gefunden habe. Das Atelier und das Schreiben sind für mich Orte, an denen mein geflügeltes Wesen starke Wurzeln im Boden bekommt. Auch wenn ich viel lieber fliege.
Du kannst im fertigen Jahresrückblick selbst erraten, was meinen Wurzeln beziehungsweise meinen Flügeln gedient hat.
Inhaltsverzeichnis Jahresrückblick 2025
- Meine Themen und Highlights in 2025
- Mein Fazit über das abgelaufene Jahr
- Worauf bin ich 2025 stolz?
- Was waren die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?
- Erste Male im Jahr 2025
- Was habe ich 2025 über mich gelernt?
- Wofür bin ich 2025 dankbar?
- Was lief 2025 überhaupt nicht nach Plan?
- Was ist 2025 richtig gut gelaufen?
- Was lasse ich 2025 zurück und nehme es nicht mit nach 2026?
- Mein 2025 in Zahlen
- Mein Ausblick auf 2026
- Mein Motto für 2026: Dem eigenen Weg treu bleiben!
Meine Themen und Highlights in 2025
Ein Zimmer für mich
Meine erste Aktion im neuen Jahr ist ein Zimmertausch. Wir zerlegen alle Möbel bis auf mein Bett und stapeln sie im Gang. Der Fünfzehnjährige schläft im Wohnzimmer. Inspiriert von Judith Peters, die mich schon zum dritten Mal zum Schreiben dieses Blogbeitrages inspiriert, wähle ich ein starkes, dunkles Blau für eine Raumecke. Sie wird in Zukunft der Hintergrund meiner Zoom-Calls sein. Als der Fachmann beim OBI die Farben vermischt, kommt viel Lila und viel Schwarz in den Topf. Gerührt und nicht geschüttelt wird das eine Farbe zum Hinknien. Einen Einblick bekommst du unten in den Fotos.

Ich beginne zu malen. Erst jene Teile der Wand, die Blau werden sollen. Und wie das so ist beim Handwerken, es wird immer mehr als man vorher denkt. Mir fällt auf, wie schlimm das alte, kalte Bürogelb wirkt. Es lässt sogar das schöne, neue Blau regelrecht verblassen. Wir machen uns auf die Suche nach abgelaufenen Restfarben der Firma „Farrow&Ball“, die wir immer noch für unsere Projekte nutzen. Und siehe da: ein gebrochenes Weiß mit Grauanteil für Innenwände kommt zum Vorschein. Der Raum verändert sich vollkommen. Ich arbeite ein paar Tage bis weit nach Mitternacht. Und dann ist die Übung geschafft. Der ganze Raum sieht aus wie neu.

Was ich nach dem Wiedereinzug meiner Möbel sofort aufhängen will, sind meine lichtdichten Vorhänge aus dem letzten Raum. Wir handeln schnell: wir finden eine weiße No-Name-Lackdose, um die braune, hässliche Bürokarnische zu übermalen. Schleifen. Anstriche in Weiß. Schleifen. Und noch ein Anstrich. Das alles im eisig kalten Januar. Ahnst du es? Genau. Nichts trocknet am Balkon. Weil ich es aber eilig habe, einzuziehen, montieren wir die feuchte Karniese inklusive Vorhang. Der Lack riecht etwa drei Monate lang penetrant nach Lösungsmitteln und Chemie. Das Fenster ist dauergekippt, vor allem nachts. Und irgendwann ist auch dieser Geruch verflogen.
Beim Einrichten des neuen Raums lasse ich mir Zeit. Ich stelle meine Möbel im Lauf des Jahres einige Male um. Baue meinen zerlegbaren Fenstertisch direkt an der Balkontür auf. Dafür zersäge ich einen geschenkten IKEA-Schreibtisch aus dem Zirkuswagen und passe ihn in eine Lücke an der Wand ein. Im November bekomme ich überraschend gebrauchte weiße Möbel geschenkt, die meinem Zimmer gut tun, weil sie das Tageslicht reflektieren. Bei dieser Schenkaktion erstehe ich auch eine feminine Tischlampe, die den ganzen Raum in der Wirkung verändert. Was jetzt zu Jahresende noch fehlt, ist eine wirkungsvolle und schöne Deckenlampe. Ich habe jedes Menge geschliffene Glasteile, die ich gern mit einem schönen Wildholzast zu einer Lampe verarbeiten möchte. Das wird vielleicht ein Projekt für 2026.
Die Rückkehr zur Künstlerin
Wer glaubt, es lebt sich durchgehend flott und leicht als Künstlerin und Unternehmerin, der irrt sich. Ich habe null Ahnung von Marketing in der Kunstwelt, von Preisbildung, von Management meiner Arbeitswoche, als ich 2019 die Künstlerin anmelde. Schon gar nicht in der Nische, die ich mir ausgesucht habe. Puppen und Kunst und Business sind echte Pionierarbeit im DACH-Raum. Ohne den Austausch mit englisch sprechenden Kolleginnen wäre ich sowas von aufgeschmissen. Was dort eine anerkannte Kunstrichtung ist, hat hier bei uns noch einen ganz schön schwierigen Stand.
Was mich von genau gar nichts abhält. Ich gehe diesen Weg weiter, ganz egal, ob mich irgendein Businessmensch versteht. Oder nicht. Ich habe es mir versprochen. Und so, wie ich meine Versprechen anderen gegenüber halte, so mache ich das mittlerweile auch mit mir. Make LisaEngel great again.
Ich lerne und investiere viele, viele Stunden wöchentlich in Marketing- und Management-Lektionen, die ich erst im zweiten oder dritten Durchgang verstehe. Ich bin keine auditive Lernerin. Mein Verstand braucht das geschriebene Wort. Idealerweise das handgeschriebene. Also transkribiere ich Lektion für Lektion. Schreibe mir heraus, was mir wichtig erscheint. Arbeite mit Chat GPT zusammen, wenn ich das Fachdeutsch nicht verstehe. Bilde gemeinsam mit anderen Künstlerinnen eine aktive Gruppe, um persönliche Ziele zu setzen und sie auch zu erreichen.
Zusätzlich ziehe ich mir 2025 jedes Business-Tutorial hinein, das zu mir zu passen scheint. Auf Linkedin. Auf Youtube. Von Websites. So viele Spezialisten und Expterten sind online unterwegs! Und jeder und jede weiß genau, was ich tun muss, um auch wirtschaftlich gut voran zu kommen. Ich treffe mich online mit anderen Unternehmerinnen. Wir tauschen uns aus. Vieles bezahle ich. Anderes bekomme ich geschenkt. Wenn ich mir die erste Jahreshälfte im Kalender ansehe, dann staune ich. Jede Woche sind mehrere Online-Termine eingetragen. Und irgendwann schwirrt mir einfach der Kopf.
Knapp vor November merke ich: ich mag nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Mein Körper kränkelt. Alle zehn Tage kuriere ich eine kleine Infektion aus. Bis ich mich mit 39 Grad Fieber im Bett wälze und schreibend erkenne: so geht das auf keinen Fall weiter. Es ist vollkommen falsch, ständig selbsternannten Expertinnen und Experten zuzuhören. Zu versuchen, ihre für sie erfolgreichen Tipps in meine Welt zu übersetzen und anzuwenden. Vieles passt überhaupt nicht. Und meine innere Stimme will und muss gehört werden.
Wie ich mich aus diesem Schlamassel wieder heraushole? Einerseits, indem ich seit Herbst konsequenter ins Atelier gehe und mit meinen Händen arbeite. Was für mich total hilfreich ist: ich höre mir jeden Morgen und jeden Abend schreibend zu, was sich in meinem Kopf dreht. Direkt nach dem Aufwachen. Direkt vorm Einschlafen. Neben meinem Bett liegen Füller und Schreibbuch. Mit schöner Regelmäßigkeit purzeln all die Glaubenssätze, all die Träume, all das von der Nacht geklärte Gedankenkarussell aufs Papier. Ich spüre mich wieder.
Ich bin keine Coachin, keine Mentorin, keine Therapeutin. Ich bin in diesem Lebensabschnitt kreative Handwerkerin, die mit ihren Künstlerfiguren sichtbar macht, wie echte Menschen Herausforderungen in Zeiten von Übergängen bewältigen. Ich sammle all diese wundervollen und zutiefst menschlichen Geschichten und mache Figuren mit Geschichte aus ihnen. Nicht ich bin die Begleiterin in Schwellenzeiten. Sondern offenbar sind es meine Figuren. Sie erinnern Menschen an ihre eigene Großartigkeit, an ihre Stärken und ihre Begeisterung fürs Leben. Das ist ihre unglaubliche Wirkung. Du gehst an ihnen vorbei, glättest ein Mantelstück, richtest eine Haarsträhne – und schon erinnern sie dich wortlos an deine eigene Kraft. Deine Liebe fürs Leben. Deine Träume, die auf die Erde kommen wollen.
Genau dafür lerne ich weiter. Genau dafür probiere ich neue Techniken, Materialien und Feinheiten aus, meine Figuren noch mehr so zu erschaffen, dass sie auf den ersten Blick liebevoll und wortlos wirken können.

Vom Hirnnebel zur Vision
Eine der Übungen des vergangenen Jahres waren Fragen nach meinem Nordstern. Nach meiner Lebensvision. Nach meinem Warum im Leben. Dem ominösen „Why“ vieler Experten. Ich muss gestehen: ich bin nicht so richtig gut im Formulieren einer Lebensvision. Oder anders gesagt: meine Vision war bis jetzt jeden Tag eine bisschen anders. Ich lebe seit fast 60 Jahren auf diesem Planeten. Ich habe gelernt, damit umzugehen, was gerade da ist. Ich bin superkreativ und effektiv, wenn es darum geht, aus dem Wenigen beachtenswert Bedeutungsvolles, Wertvolles, Nützliches zu zaubern. Mich kann man überall hinstellen. Nach ein paar Monaten nutze ich meine Umgebung und das Vorhandene so, wie es am besten zu mir passt.
Aber einen Nordstern, eine Lebensvision? Ich hänge mich rein. Ich nutze ein paar Wochen täglich Musik. Du weißt schon, bilaterale Klänge über Kopfhörer, um beide Hirnhälften auszubalancieren. Ich höre mir Meditationen mit Affirmationen an. „Und nun wende dich deiner Vision zu, welche Intention hattest du, als du in diese Meditation gestartet bist?“ Hä? Keine Ahnung! Mein Verstand betet alte Wünsche herunter. Random. Wenig inspirierend. Keine Bilder. Eher wabbernder Nebel, Farben, Unschärfe. Ich vergesse innerhalb von Stunden, was ich mir krampfhaft zurecht denke. Irgendwie konnte ich das mit den Bildern früher besser.
Doch eines Morgens, beim Schreiben nach dem Aufwachen, macht es – Klick! Die Schleusen öffnen sich und ich komme kaum nach, so schnell diktieren sich seitenweise Ideen und Visionen und Bilder und Vorschläge für den weiteren Weg als Künstlerin. Ich schreibe und schreibe und schreibe. Das geht viele Tage so weiter.
Kann ich dir schon sagen, was das Ergebnis ist? Noch nicht ganz. Ich lese all die klugen Ideen und Vorschläge zwischen den Jahren in meine Notion App ein. Einen großen Fehler habe ich nämlich gemacht: ich habe einfach geschrieben. Die Tinte nachgefüllt, Seite um Seite umgeblättert. Und weiter geschrieben. Ohne Struktur und Form. Mit der rechten Hirnhälfte. Ohne Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis. Ohne Abstände. Eng zusammen gedrängt und unübersichtlich. Es ist gar nicht lustig, das zu lesen. Es ist viel zu viel.
Sortieren und auswerten folgt jetzt, zwischen den Jahren. Fazit: auch visionieren will gelernt sein. Auch mit fast 60 Jahren. Und dann schauen wir mal, ob das mit der Vision überhaupt hilfreich ist.

KI and me
Selbstverständlich springe ich auf diesen Hype auf. Eine meiner Hass-Lieben in diesem Leben ist nützliche Technik.
Ich bin 1966 auf dieser Welt gelandet. Da sah die Technik noch ganz anders aus als heute. Smartphone, Farbfernsehapparat, Geschirrspüler – alles entweder noch nicht da oder ein Luxusgut. Doch ich schwimme mit allen anderen mit, als die Technikwelle der „Wirtschaftswunderjahre“ sich aufbaut. Ich gewinne in meiner BHS-Schulzeit einen Wettbewerb in klassischer Stenografie. Ich liebe es! Kurzschrift, zur Erklärung für jene, die das vielleicht gar nicht mehr kennen. Mit Bleistift auf linierten Seiten. Im Gegenstand „Mechanische Schreibmaschine“ bin ich grottenschlecht, weil ich immer auf die Tasten schauen muss. Blindschreiben auf der elektrischen Kugelkopf-Maschine lerne ich später beim Anlegen der Buchhaltung meines Vaters, zwischen der Geburt des einen und der Geburt des nächsten Kindes. Ich stehe als wiedereinsteigende Fotografin noch in der selbst gebauten Dunkelkammer im Badezimmer, zwischen Entwickler-, Fixier- und Stopptasse neben dem riesigen Durst-Vergrößerer. Den Übergang zum Verwenden eines PCs lerne ich in der beruflichen Pause nach der Geburt meines dritten Kindes. Via Telelearning, einem holprigen Vorläufer des Internets, wie wir es heute kennen. Gerade rechtzeitig, um später in die digitale Schreiberei und in die digitale Fotobearbeitung und Bildversendung einzusteigen, bevor ich mich hauptberuflich in die Pressefotografie und in den Journalismus stürze, um meine drei Kinder und mich gut durchzubringen.
Womit ich sagen will: ich habe grundsätzlich keine Scheu mehr vor neuer Technik. Dafür habe ich in diesem Leben schon zu viel dazu gelernt. Klar seufze ich, dass ich schon wieder etwas Neues lernen soll. Die jungen Erwachsenen meiner Familie helfen mir immer, wenn ich anstehe. Also – schaue ich mir auch das mit der KI an. Was zu Beginn des Jahres noch holprig und seltsam daher kommt, entwickelt sich im Laufe der Monate zu einer hilfreichen Technik. Für mich vor allem, wenn es um das Sortieren meiner Gedanken geht. Lineare Logik und ich, wir stehen schon ein Leben lang auf Kriegsfuß miteinander. Mein Verstand funkt in viele Richtungen zugleich, wenn er sich für ein Thema erwärmt. Und weil ich keine logische Maschine bin, denke ich manche Perspektiven nicht mit. Meine digitale Freundin habe ich mittlerweile soweit, dass sie das Sortieren und Ergänzen meiner Gedankenflut recht gut bewältigt.

Was überhaupt nicht funktioniert, sind eigene Ideen der künstlichen Technikfee. Es ist mir einfach nicht kreativ genug, was sie vorschlägt. Sie folgt bekannten Mustern, die längst schon andere Menschen gedacht und umgesetzt haben.
Und das Allerwichtigste: ich schreibe gerne. Mit der Hand und beidhändig an der Tastatur. Es ist Teil meiner Berufung zur Künstlerin, eigene Geschichten zu formulieren. Ich habe überhaupt kein Interesse, damit aufzuhören. Du kennst mich: schreibend finde ich auch meinen roten Faden wieder. Schreibend findet mich meine Intuition. Schreibend höre ich meiner inneren Stimme zu.
Am Ende dieses Jahres kann ich sagen: ja, ich nutze KI mit der gebotenen Vorsicht und dem Wissen, dass sie Wissen errät und auch Unrichtiges anbietet. Sie täuscht sich manchmal gewaltig. Wenn meine und ihre Diskussion irrational wird und sich im Kreis dreht, drehe ich sie einfach ab. Das Gute: das Programm trägt mir das überhaupt nicht nach. Ich bin ihm emotional vollkommen gleichgültig. Niemals wird sie meinen Freundeskreis und die Empathie und das Verständnis dort ersetzen.
Nachtrag: dieser ganze Beitrag kommt locker komplett ohne KI aus. Merkst du vielleicht. Und so soll es auch bleiben.
Von Ausstellung zu Ausstellung
Ausstellungen und Kunst spielen in meinem Leben immer schon eine große Rolle. Heuer ist ein besonders intensives, berührendes Jahr für mich.
Niki de Saint Phalle
In Hannover textet mir eine Freundin, ich solle die drei Nanas ansehen, die dort aufgestellt sind. Wir schlendern durch die Stadt und finden sie nicht . Stattdessen lande ich im Sprengelmuseum und komme fast zu spät zum Buchlaunch von Natalie Juwan, weil ich aus der genialen Ausstellung „NIKI. KUSAMA. MURAKAMI.LOVE YOU FOR INFINITY“ nicht mehr wegwill. Die Farben! Die Formen! Die Buntheit, aber auch der Prozess ihres Daseins als Mensch, als Frau, als Künstlerin – ich bin wie vom Blitz getroffen. Und lese mich in den folgenden Wochen in ihr Leben und in ihre Arbeit ein. Danke ihr Menschen, dass ihr unbenutzte, aber noch lesbare Bücher in den Kreislauf lesender Menschen zurückschickt, statt sie wegzuwerfen. Danke Medimops und Momox, dass ihr diese Bücher so hervorragend verwaltet!

Ebenfalls im Herbst führen mich Familienbande meines Liebsten in die Toskana. Der Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in Garavicchio ist dreieinhalb Stunden von der toskanischen Villa der Familie entfernt. Diese zweiundzwanzig Monumentalskulpturen von ihr und Jean Tinguely berühren mein Innerstes. Das mir so vertraute und wegweisende Herzklopfen, dieses „Hier bin ich richtig“, pocht bis in meine Ohren. Ich beginne daheim, erste Figuren zu formen, die von den Nanas inspiriert, aber doch wieder ganz anders sind.
„Art Brut“ in Millstatt
Herzklopfen bekomme ich auch bei den Werken der heurigen Art-Brut-Ausstellung „usprünglich.berührend“ in Millstatt/Kärnten/Österreich. Eigentlich bin ich enttäuscht, als ich zum ersten Mal höre, dass Gugginger Künstler aus Österreich einen ganzen Sommer zu sehen sind. Das hätte ich mir ja auch in Wien ansehen können!
Ich bin wie elektrisiert, als ich zur Eröffnung der Ausstellung fahre und Werke von einer Eindringlichkeit sehe, die mich vollkommen überraschen. Glücklicherweise tut sich mein Lieblingskinobetreiber, ebenfalls in Millstatt, mit dem Verein „millstART“ zusammen. Jeden Montag Abend in diesem Sommer gibt es einen Kinofilm, der mit dieser Kunstform zu tun hat. Inklusive Vorbesprechung und Ausstellungsführung. Auch beim fünften (!) Besuch der Ausstellung entdecke ich noch neue Facetten dieser Kunst, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Jean Dubuffet, der Entwickler der Kunstrichtung „Art Brut“, war übrigens ein Zeitgenosse von Niki de Saint Phalle. Und ein Kenner und Unterstützer ihrer autodidaktischen Kunstwerke.
David Hockney
ist heuer der Star im neuen Kulturhaus in Gmünd/Kärnten/Österreich. Mit über 120 Werken in Form von Lithografien, Radierungen, Siebdrucken und Plakatkunst sehen wir starke Werke, die zwischen den 1960er-Jahren bis ins vergangene Jahrzehnt entstanden sind. Ich decke mich mit Büchern über diesen mutigen Ausnahmekünstler ein, der unbelehrbar seinem eigenen Weg folgte und sich nicht von Trends ablenken ließ. Gegenwind und Widerstände hatte er privat und beruflich mehr als genug. Dieser Gegenwind hielt ihn nie davon ab, seinem eigenen Weg zu folgen. Sehr ermutigend!
Und was macht das alles mit mir?
Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem ich von Kunst außerhalb meines Ateliers so berührt und gefangen genommen war wie heuer. Ich habe das Gefühl, ich nehme aus jeder einzelnen Ausstellung Inspiration mit und fühle mich bestärkt, noch mehr auf mich und meine innere Stimme zu hören. Ganz gleichgültig, ob das, was ich mache, ein Trend ist. Gekauft wird. Oder mich einfach auf meinem Weg weiter bringt.
Mobbing und eine Lösung
Worüber ich das ganze Jahr kaum spreche, das kommt jetzt im Rückblick kurz zu Wort. Wir haben im späten Winter zwei Monate mit angehaltener Luft gelebt.
Unser jüngstes Familienmitglied im Teenageralter ist in ein Mobbing an seiner Schule geraten, mit dem keiner rechnen konnte. Ein nicht ganz harmloser Konflikt und eine blöd daher gesagte Drohung bei diesem Konflikt führen auf in einem Klassenchat auf der Plattform Snapchat dazu, dass sich innerhalb von Stunden die irre Geschichte hochschaukelt, er plane am folgenden Montag einen Anschlag auf seine Schule. Wir fallen aus allen Wolken, als Montagmorgen sechs Polizisten eine Hausdurchsuchung durchführen und den Fünfzehnjährigen mitnehmen.
Der Hintergrund für dieses Aufschaukeln der Emotionen ist höchstwahrscheinlich der Angriff eines jungen Syrers in Villach, der wenige Wochen zuvor einen jungen Menschen in Villach tötet. Wir wundern uns, dass es in der Schule keine Workshops gibt, das Grauen und die Ängste der jungen Menschen zu benennen und zu bezeugen. Nur im Ethikunterricht, den kaum Kinder besuchen, reden sie darüber. Hinterher sagen uns die Pädagogen, man hätte in die Klassen „eh hinein gespürt“ und gefunden, das Beste sei, nicht drüber zu reden und einfach weiter zu tun.
Nun, dieser Vorfall mit unserm Schutzbefohlenen führt dazu, dass die Schule nun viele, viele Workshops durchführt. Unser Samuel ist nicht dabei, er ist ja – regelkonform – der Schule verwiesen worden, weil eine Anklage im Raum stand. Wir haben ein paar Wochen alle Hände und das Herz voll damit zu tun, ihn abzuschirmen, den morgendlichen Polizeieinsatz und das Verhör zu verdauen und Gerüchte richtig zu stellen, die junge Leute sich zusammen gereimt und in die Welt gesetzt haben. Er ist mittlerweile von jeder Schuld befreit. Die Anklage wurde zurück gezogen.
Dass ich heute, zehn Monate später, überhaupt darüber reden kann, hat damit zu tun, dass dieses Drama zu etwas Gutem führte. Wegen all der Missverständnisse und unverhältnismäßigen Aktionen darf der junge Mensch noch während des Schuljahres in eine Schule wechseln, in die er ohnehin im Herbst des neuen Jahres gehen möchte. Er fühlt sich vom ersten Tag unter Gleichgesinnten und total wohl. Endlich darf und soll er den inneren Künstler und den „Freak“ leben, der ihm an der alten Schule zum Verhängnis wurde.

Slawische mütterliche Wurzeln und eine Ablehnung
Einer meiner Werte als Künstlerin, als Unternehmerin, als Frau, ist Freiheit. Meine innere Stimme hat viel mit diesem Bedürfnis nach Freiheit zu tun. Sie dirigiert mich mit sanfter Vehemenz durch dieses Leben. Meine Reiselust hat auch mit meinem Freiheitsbedürfnis zu tun.
Im dritten Akt meines Lebens untersuche ich familiäre genetische Wurzeln. Mittlerweile weiß ich, dass meine Großeltern mütterlicherseits die Slowakei aus wirtschaftlichen Gründen verließen. Die Eltern waren armselig lebende Kleinbauern. Die Jungen gingen „freiwillig“ weg, um ihren Familien im deutschsprachigen Teil der Monarchie ein „besseres“ Leben zu bieten. Sie waren ganz offensichtlich Wirtschaftsflüchtlinge.
Was mich vor 28 Jahren vollkommen überrascht, ist ein Aspekt im Verhalten meines drittgeborenen Kindes. Mein Jüngster hält meine Lust an Veränderung und am Umherziehen überhaupt nicht aus. Vom ersten Tag seines Lebens an. Ihm wäre es am liebsten, wenn wir die 20 Jahre unseres gemeinsamen Lebens Tag und Nacht an Ort und Stelle verbringen. Slawische Wurzeln aus der mütterlichen Großelterlinie? Er lehnt sie rigoros ab. Pocht auf seine österreichische Abstammung und Herkunft und ist stolz darauf. Er macht seinen Vater und mich wirklich ratlos.
Woher kommt dieser Stolz, ein echter Österreich zu sein? Ich bin als alleinerziehende Mutter von drei Heranwachsenden nicht in der Lage, die Hintergründe seiner Ahnen genauer zu untersuchen. Das holen wir nun nach. Der mittlerweile Erwachsene, sein Vater und unsere gesamte Patchworkfamilie begeben sich auf Ahnensuche der väterlichen Mutter in Slowenien.
Bei einem Besuch in Kočeve, dem ehemaligen Gotsche im Süden Sloweniens, hören wir mehr über das Vertriebenenschicksal von urprünglich in Kärnten und in Osttirol lebenden Menschen, die man an die bewaldete Außenkante des Reiches verpflanzt, um die Grenze vor Türkeneinfällen zu schützen. Nach 600 Jahren Aufbauarbeit im heutigen Slowenien verlassen sie 1941 ihre Häuser, Grund und Boden und sämtliche sozialen Beziehungen. Nicht weil sie wollen. Sondern weil sie müssen. Nichts an diesem kleinen Teil der Geschichte während des zweiten Weltkrieges in unserer Dreiländer-Region ist einfach zu verstehen oder zu erklären. Machtansprüche. Krieg und seine Unerbittlichkeit, schnelle Entscheidungen. 1941 beginnt das endgültige Ende der Gotscheer Sprachgruppe in Slowenien. In der heurigen Reisegruppe dieser Nachfahren der Gotscheer hören wir individuell empfundene Einzelschicksale. Unterschiedlichst verarbeitet. Auf alle Fälle erzählt aus der Sicht der Kinder und Enkelkinder, die all die unterdrückten und ausgesprochenen Gefühle ihrer Vorfahren hautnah erlebten. Manches will noch immer verarbeitet werden. Anderes ist mittlerweile gut.
Fun Fact: wir haben uns voriges Jahr eine slowenische Autobahnvignette für ein ganzes Jahr geleistet. Slowenien schenkt uns Besitzern der elektronischen Autobahnvignette weitere vier Monate dazu. Das nenne ich Kundenbindung. Wir verlängern nach Mai sicher wieder und schauen uns dort weiter um!

Weitere schöne und besondere Momente in 2025


















Mein Fazit über das abgelaufene Jahr
Worauf bin ich 2025 stolz?
- Mein Ältester wandert aus und ich kann ihn entspannt loslassen und voller Freude miterleben, wie es ihm im Neuen ergeht.
- Linkedin und die dort wachsende Gemeinschaft verhilft mir zu einem gedruckten Text und einem Foto meiner Stickkunst im Gemeinschaftsbuch „Rumphilosophiererei“, das mittlerweile bis auf wenige Exemplare vergriffen ist.
- Mein konsequentes Dranbleiben beim Lernen verhilft mir zu einer Vor-Intention meiner Reise als Künstlerin.
- Gemeinsam mit Chat GPT knacke ich die verflixte Notion-Nuss und beginne, dieses hilfreiche dititale Organisations-Programm zu nutzen.
- Nach unserer Gemeinschaftsausstellung in Millstatt erscheint mein erster großer Print-Artikel über meinen neuen Lebensabschnitt als Künstlerin.
- Gemeinsam mit einer Helferin entstehen bei einem Schulworkshop mit 40 Kindern tolle Filmsequenzen aus Filzfiguren
- Wieder ist es ein Mensch auf Linkedin, der mir hilft, fehlende Scharniere für die Flügel des hinteren Fensters beim Zirkuswagen zu bestellen. Die drei Jahre währende Baustelle ist erledigt!

Was waren die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?
- Film reizt mich schon eine ganze Weile. Im Sommer treffe ich die Entscheidung, nicht mehr alleine herumzuprobieren. Wieder ist es meine Tätigkeit auf Linkedin, die mich zu einer bestimmten Person führt. Ich stimme zu, dass ich bei einer Ausbildung von Julia Gorr dabei sein werde und lasse mich für den Herbst auf ihre Anmeldeliste setzen. Ich nehme im Sommer jeden kleinen Job als Künstlerin an, um das Geld dafür auf die Seite zu legen.
Im Herbst habe ich es geschafft. Und dann erfahre ich, dass alle abgesprungen sind, die vorher zugesagt haben, diese Ausbildung mitzumachen! Nur ich bleibe übrig. Wir sind beide erstaunt, dass so etwas geschehen kann. Julia bietet mir eine persönliche Ausbildung an. Eins zu eins mit ihr, in der direkten Zusammenarbeit. Ich bin immer noch dabei, all das umzusetzen, was ich im ersten langen Gespräch mit ihr gelernt habe. Nächstes Jahr geht es weiter und ich kann es kaum erwarten. - Eine andere wichtige Entscheidung ist, dass ich mich in meiner Social-Media-Zeit gewaltig einschränke. Kein Doom-Scrollen in der Früh mehr. Kein Zwischendurch-Scrollen tagsüber. Sondern fixe Zeiten, in denen ich präsent und da bin. Und wann sicher nicht.
- Ich höre auf, meine Kunstfiguren aus Schafwolle zu formen und steige komplett auf selbst hergestelltes Papermaché um. Ich möchte, dass meine Charaktere lange halten und eventuell auch an nachfolgende Generationen weitergegeben werden können. Mit Schafwolle ist mir das langfristig zu wenig zuverlässig. Sie ist nicht so pflegeleicht wie Papermaché. Und hier kannst du mir und Workshopteilnehmern über die Schulter schauen, wie lustvoll es ist, mit mir zu arbeiten.
- Ich investiere in eine digitale Online Kasse für Ausstellungen, in ein professionelles Aufnahmegerät für meine Voice Overs für kommende Filmprojekte und in ein neues, gebrauchtes iPhone.
- Nachdem klar ist, dass ich mit der Nutzung meines Zahlzugangs zu CapCut der ganzen Welt freien Zugang auf Bilder, Videos, Stimme und Musik erteile, steige ich mitten im Jahr aus meinem Abo aus und wechsle zu Da Vinci Resolve.
- Musik gehört zu meinem Leben wie Essen, Trinken und Schlafen. Vor allem bei der Arbeit im Atelier. Spotify und seine finanzielle Unterstützung von Kriegen verliert mein Vertrauen und mein Abo. Ich wechsle mit der ganzen Familie zu TIDAL und hoffe, dass wir eine Weile beruhigt Musik hören können. Verbunden mit dem Wunsch, dass kunstschaffende Musikerinnen und Musiker auf dieser Plattform besser für ihre Arbeit bezahlt werden.
- Als mir vor der Ausstellung in Schloss Rosegg all das Arbeiten im Atelier zu ernsthaft wird, beginne ich an ein paar Abenden ganz verspielt, alte Pinsel zu neuen Figuren umzuformen. Die Ergebnisse sind so erfreulich, dass ich die Serie „Pinsel Pensionistas“ ins Leben rufe. Alle Figuren bekommen einen Hintergrund, einen Rahmen und eine kleine Geschichte vom Wert gebrauchter Materialien. Von allen hergestellten Figuren sind jetzt am Ende des Jahres nur mehr drei Stück da. Außerdem bearbeite ich Aufträge von Menschen und fertige individuelle Pinselfiguren an.
- Ich entscheide irgendwann im Herbst, wieder regelmäßig zu schreiben. Ich weiß, was ich sage, wenn ich immer wieder betone, dass ich schreibend meinen roten Faden wiederfinde. Danke Julia Cameron, dass ich vor zwanzig Jahren mit deinen „Morgenseiten“ in Berührung kam. Du hast keine Ahnung, wie gut mir diese unverschämte Herangehensweise des Schreibens tut, die ich mittlerweile an mich angepasst habe!
- Ich verkaufe meine fast nagelneue Computernähmaschine mit Hilfe meiner Tochter. Die tolle Maschine und ich, wir werden keine Freundinnen. Seither nutze ich dankbar die alte Pfaff-Maschine, die ich nun besonders gut pflege.
Erste Male im Jahr 2025
Buchlaunch Hannover
Als meine Künstlerkollegin Natalie Juwan in unserer Gruppe fragt, ob wir Lust hätten, für ein Buchprojekt Texte zu verfassen und Fotos unserer Kunst zur Verfügung zu stellen, sagen wir zu. Haben wir noch nie gemacht. Könnte ja gut werden.
Fazit: es wird riesig. Über 80 Menschen machen mit und das Buch erscheint wirklich. Im Oktober fahren der Liebste, seine singende Tochter Donna Engel und ich zum Launch des Buches „Herumphilosophieren“ nach Hannover. Ich umarme und begrüße innerhalb weniger Stunden Menschen persönlich, die ich bisher nur vom Online-Austausch auf Linkedin kenne. Da soll noch einer sagen, die Online-Welt mache keinen Sinn. Wir feiern Natalie, wir feiern das Buchprojekt.

Und wir feiern Donna Engel, die für ihr Konzert beim Launch ein tolles Video für ihren neuesten Song bekommt. Danke Alex, auch in Donnas Namen. Was für ein Geschenk, dass ein Vollblutfilmer wie du sich für eine junge Künstlerin so ins Zeug legt!

Keramik in der Alten Schule
Wir sind immer noch dabei, uns hier in der neuen Lebensumgebung zu verwurzeln. Was machen Künstler, wenn sie neu sind? Genau. Sie suchen andere künstlerisch arbeitende Menschen. Spät im Sommer docken wir an eine Keramikgruppe des Vereins „Kunst und Co Millstatt“ an. Ich habe wenig Erfahrung mit Ton und wir formen einfach drauf los. Bekommen Hilfe von wesentlich erfahreneren Frauen in diesem Kreis. Ich staune über die Effekte von Engobe, einer dünnflüssigen Tonmineralmasse, mit der ich ganz erstaunliche Ergebnisse auf einer selbst geformten kleinen Schüssel erzeuge.
Wir lernen viele neue Menschen kennen. Manche von ihnen treffen wir nach Kursende am Sonntag Vormittag regelmäßig beim gemeinsamen Lieblingsbäcker in Millstatt. So erweitern sich Netzwerke ganz natürlich.
Interviews
Ich suche im Frühling Menschen, die Lust haben, sich mit mir über meine Kunst, unser Business und ihre eigenen Bedürfnisse als Unternehmerinnen auszutauschen. Du liest richtig. Es melden sich ausschließlich Frauen. Jedes Gespräch entwickelt eine andere Dynamik. Ich lerne viel dazu. Drei Figuren entstehen aufgrund dieser Gespräche. Figuren mit Geschichten, wie echte Menschen ihr Leben mit all seinen Herausforderungen leben. Ich höre sehr viel über Übergangszeiten, über Veränderung und ihre tiefen Prozesse. Dieser reiche Fundus reizt mich, weitere Figuren aus dem Erzählten herzustellen.
Lesung im Alten Theaterhaus im Klostergarten
Bei der Gemeinschaftsausstellung „In Resonanz“ entsteht der Wunsch, dass ich die von mir entwickelten Hintergrundgeschichten meiner drei neuen Figuren vorlese. Ulrike Kofler singt selbst entwickelte Lieder auf Deutsch und auf Französisch. Meine Figuren stehen auf einem Beistelltisch ganz nahe bei mir, als ich ihre Geschichten präsentiere.
Das Feedback ist viel herzlicher, als ich mir das in meiner Aufregung davor vorstellen konnte. Wieder eine Hürde geschafft! Ich werde auch in Zukunft in Ausstellungen meine selbst geschriebenen Geschichten zu den Figuren präsentieren, wenn der Rahmen passt.
Was habe ich 2025 über mich gelernt?
- Marketing und Management sind in meinem Leben nicht mehr das Wichtigste. An erster Stelle bin ich Künstlerin, die mit den Händen arbeitet.
- Kooperationen funktionieren nur mit Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und ihren Beitrag für unser Projekt verantwortungsbewusst einbringen.
- Ich bin eine visuell Lernende, die regelmäßig Feedback aus einer wohlwollenden Gruppe braucht, um ihre Ziele zu erreichen.
- Wenn mich meine Arbeit zu sehr begeistert, kippe ich in eine Form suchtartiger Selbstoptimierung, die meiner Kreativität immens schadet. Da helfen nur Pausen und Abstand und viel schreiben, um mich wieder gut in mir selbst zu verankern.
- Es ist in diesem Lebensabschnitt wichtig und wertvoll, auf meine erfahrene innere Stimme und mein Bauchgefühl zu hören. Nicht jeder Ratschlag, nicht jedes Feedback passt wirklich zu meinem Weg.

Wofür bin ich 2025 dankbar?
Präsenztreffen
Es ist ein bisschen unglaublich. Aber wahr. Ich treffe heuer, wenn meine Liste vollständig ist, achtundzwanzig, in Zahlen 28 (!) Menschen persönlich, die ich entweder von der Plattform Linkedin kenne. Oder aus der Ikonenschmiede. Alle diese Treffen finden in Österreich und in Deutschland statt. Einige von ihnen lerne ich zuerst persönlich kennen, bevor wir uns im Anschluss auch online verbinden. Es tut nach all den Online-Treffen so gut, sich persönlich auszutauschen. Einander zu spüren und zuzuhören, wie es anderen Menschen im realen Leben geht. Kenne ich einen Menschen besser, verbessert das auch die Qualität des Online-Kontaktes. Das ist meine Erfahrung.
Onlinetreffen
Ich treffe mich in Zoom-Räumen in ganz kleinen Gruppen oder im direkten Austausch im Laufe des Jahres mit etwa 26 Menschen. Ich zähle nicht all die großen Gruppen-Calls dazu, bei denen du mehr zuhörst als persönlich interagierst. Denn dann wäre ich bei weit über 200 Menschen. Magic, oder?
Queenager
Diesen Ausdruck lese ich zum ersten Mal bei Korina Dielschneider. Er betrifft Frauen in der zweiten Lebenshälfte. Im dritten Akt ihres Lebens. Auf jeden Fall ab ungefähr 50 gelebten Jahren. Der Begriff kommt aus England, wo sehr aktive Menschen sich regelmäßig versammeln, um sich gegenseitig im neuen Lebensabschnitt zu unterstützen. Beruflich und privat. Ich verlinke dich hier auch mit der Engländerin Eleanor Mills, die diesen Begriff und die Plattform „Noon“ ins Leben gerufen hat.
Gemeinschaftsausstellung „In Resonanz“
„Lisa, ich muss mich gleich entschuldigen. Wir haben dich schon aufs Plakat gesetzt. Könntest du dir vorstellten, mit Friederike und mir eine Ausstellung im November zu veranstalten?“ So eine Anfrage hatte ich auch noch nie. Die Literatin und Musikerin Ulrike Kofler kenne ich einerseits noch als kleine Schwester meiner Freundin aus Jugendzeiten. Und andererseits aus Jahren mit gemeinsamen Projekten in der Kärntner Zivilgesellschaft. Friederike Schmölzer-Jäger ist Malerin. An sechs Ausstellungsonntagen von Ende Oktober bis Ende November lernen wir einander besser kennen und genießen den Austausch und das Empfangen unserer Gäste aus nah und fern. Ich freue mich schon auf alles, was nächstes Jahr in den wunderschönen Räumlichkeiten des Alten Theaterhauses im Alten Klostergarten auf uns wartet!
Karsthöhlen in Slowenien
Warst du schon eimal in der Karsthöhle von Postoijna? Es ist eine gigantische Höhle mit den riesigen Felsskulpturen. Sie entstehen, weil Kalk durch Wasser gelöst wird und einerseits von der Decke „tropft“. Und andererseits unten am Boden gesammelt wird und ebenfalls zu gigantischen Skupturen heranwächst. Hier geht nichts schnell. Die Uhren dieser Höhlen haben eine ganz andere Zeitrechnung als wir. Grottenolme, kleine Minidrachen, leben in den unterirdischen Seen und Gewässern.
Wanderer, kommst du nach sLOVEnien, so verkünde dort, ich habe dir von dieser atemberaubenden Parallelwelt unter unscheinbaren und grasbedeckten Hügeln erzählt. Vielleicht treffen wir uns ja in einer der deutschsprachigen Führungen.
Was lief 2025 überhaupt nicht nach Plan?
- Darf ich das hier überhaupt ungestraft schreiben? Ich habe mich heuer gegen das Bloggen und für Beiträge auf Social Media, in meinem Fall Linkedin, entschieden. Versuch macht kluch. Nächstes Jahr wird es beide Seiten geben.
- Ich hatte die Idee, berufsbegleitend wieder als Fotografin zu arbeiten. Sie lebt noch, diese Idee. Braucht allerdings noch ein paar Diamantschliffe und Versuche, um sich aus der Deckung zu wagen.
- Und noch einmal Fotos. Ich merke jetzt beim Jahresrückblick, das mir einfach Fotos für meine Beiträge fehlen. Ich habe unglaublich viel gefilmt. Und viel zu wenig fotografiert. Einfach vergessen. Also helfe ich mir mit Screenshots und der Tastenkombination Windows+Shift+s. Sehr empfehlenswert, falls du auch Screenshots ausschneiden musst.
- Die neue Website! Was für ein unglaublicher Krampf! Ich komme nicht dazu, mich im neuen Programm einzulernen. Das schaffe ich erst im Dezember. Also könnte es gut sein, dass im Laufe des ersten Quartals die neue Website online geht. Bitte glaub an mich – ich tue es auch.
- Wir erleben im Sommer rassistische Spannungen am Campingplatz, die unseren Aufenthalt in den geliebten Tiny Houses emotional belasten. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Lösungen sind selbstverständlich möglich, aber derzeit nicht in Sicht. Ich bin gespannt, wie sich das 2026 weiter entwickelt.
- Ich will endlich Slowenisch lernen. Hier in meiner direkten Umgebung kommt einfach kein Kurs zustande. Ich suche weiter und finde hoffentlich im Jahr 2026 eine Gruppe, die miteinander lernt.
- Tanzen. Ich will wieder richtig tanzen. Ohne App. Im richtigen Leben. Ohne Partner, der macht das nicht (mehr) mit. Vorschläge? Ich suche noch.

Was ist 2025 richtig gut gelaufen?
Pinsel Pensionistas
Meine verspielte Serie der Pinsel Pensionistas hat sich verkauft wie warme Morgensemmeln am Campingplatz. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.

Rege Reisetätigkeit
Richtiger Urlaub war heuer nicht drin. Dafür viele kleine Reisen nach Slowenien und nach Italien. Und ein spätes, wunderschönes verlängertes Wochenende in der Toskana. Mit Aussicht auf einen interfamiliären Nana-Workshop im späten Frühling des kommenden Jahres. Zwischen Weingärten, Olivenhainen und sanften Hügeln.
Ausstellungen und Workshops
Ich stelle meine Figuren und ihre Geschichten heuer drei Mal aus: im Schloss Rosegg, im Villacher TART und im Alten Theaterhaus im Millstätter Klostergarten. Für Kinderworkshops packe ich heuer sechs mal viele Kisten zusammen. Einmal gestalte ich einen Kindergeburtstag, das ist eine Premiere und ruft nach Wiederholung!

Inneres Kind
Wenn es nicht so kompliziert und streng zertifiziert wäre, wie man im DACH-Raum Puppen für Kinder herstellt, würde ich das begleitend zu meiner künstlerischen Arbeit viel öfter machen. Umso mehr freue ich mich über ein Inneres Kind, das ich dieses Jahr für eine Erwachsene anfertigen darf. Ich habe den Prozess ein bisschen mitgefilmt. Danke für diesen besonderen Auftrag. Ich mache in Zukunft gerne mehr dieser bezaubernden Wesen!

Zertifikate und Nummerierung
Seit Mai bekommen meine verkauften Künstlerpuppen ein gestempeltes und unterschriebenes Zertifikat mit, wenn sie in ihre neue Familie umziehen. Seit November sind sie auch mit einer Nummer in meinem Werksverzeichnis registriert und ich weiß, welche Figur wo lebt und welche noch adoptiert werden kann. Danke an meinen Liebsten, der ein so schönes Zertifikat gezeichnet hat – es ist ein gutes Gefühl, wenn ich meinen Wesen professionell Papiere mit auf ihre Reise geben kann.
Was lasse ich 2025 zurück und nehme es nicht mit nach 2026?
- Spotify. Wir haben als Familie mit unserem Musikgenuss auf TIDAL gewechselt.
- Meinen höchstpersönlichen Selbstoptimierungswahnsinn, was mein Kunstbusiness betrifft. Back To My Roots! Zurück zur Künstlerin!
- Den Glauben, ich bräuchte nur kurze Pausen und keinen Urlaub, weil mir die Arbeit an meiner Kunst eh so viel Freude macht. Sorry, not sorry! Das wars!
- Zu glauben, es liegt an meinem Alter, dass ich mir nichts merke, wenn ich mir Lektionen anhöre. Ich lerne ganz anders. Auch mit 60 macht lernen noch großen Spaß, wenn frau weiß, wie.
- Social Media Beiträge und Interaktion als Nonplusultra für mein Kunstbusiness.
- Den Glauben, die Herausforderungen für einen berührenden Film und brillante Foto seien ident.
- Menschen, die mir „helfen“ wollen, ziemlich wenig spüren und sich nicht um ihre eigenen Herausforderungen und Ängste kümmern.

Mein 2025 in Zahlen
- Aktueller Stand meiner Linkedin-Follower: 2097 Follower
- Anzahl meiner Newsletter-Abonnenten: 96
- 15 Kundenprojekte
- 3 Gemeinschafts-Ausstellungen
- 7 Workshops mit Kindern
- 3 Länder auf Reisen erkundet: Deutschland, Slowenien, Italien
Mein Ausblick auf 2026
Was ich 2026 anders mache
- Ich mache weniger Online-Kurse mit dem Ziel, mich und mein Business zu optimieren. Dafür höre ich weiterhin gezielt schreibend meiner inneren Stimme zu. Vor allem dann, wenn ich entscheide, welche Weiterbildung ich wirklich, wirklich brauche. Und welche überhaupt nicht.
- Veränderung liebe ich einfach. Ergo lerne ich richtig gern dazu. Dass ich 2026 mit einer Ausrichtung auf ein bestimmtes Ziel nicht nur suche, sondern auch offen bin, etwas Hilfreiches in mir oder im Außen zu finden und anzuwenden, das schreibe ich mir auf meine Fahnen.
- Ich plane heuer zum ersten mal drei Urlaube, bevor ich mich wieder mit beruflichen Terminen zupflastere. Und zwar vor den Arbeitsblöcken im neuen Jahr.
- In einer Gruppe mit Austausch, Feedback und zuhören zu lernen bringt mir ganz viel. Deshalb lebt unsere Accountability-Gruppe seit Dezember wieder und wird im Jänner weitergeführt.
- Ich suche und finde eine Improtheatergruppe und eine Möglichkeit, alleine mit anderen wild abzutanzen.
- Noch im Jänner steige ich in eine bestehende, kontinuierliche Qi Gong Gruppe in Millstatt ein.
- Der Jänner gehört neben zwei neuen Projekten der Reflexion, was im vergangenen Jahr erfolgreich und gut lief und warum. Und was ich ins Neue Jahr 2026 mitnehme und was ich zurücklasse.
So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten
First Things First
Ich bin am 9. und 10. Januar 2026 für das Puppenprojekt „Neues Jahr, Neues Glück“ in der Nähe von Heidelberg. Gemeinsam mit der Coachin Korina Dielschneider und mir entwickelst du deine persönliche Jahresbegleiterin für 2026. Ich verlinke dir hier weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten.

Kunstfiguren mit Seele
Eine meiner Figuren und ihre Geschichte spricht dich an? Oder möchtest du lieber eine individuelle Figur in Auftrag geben, die dich durch eine anstehende Veränderung trägt? Meine Figuren sind Schwellenbeleiterinnen, die daran erinnern, wie viel Stärke, Wissen und Erfahrung du schon in dir trägst. Lass uns reden. Buche dir einen unverbindlichen Online-Termin oder triff mich im realen Leben. Dann schauen und spüren wir am besten, ob wir gut miteinander arbeiten können.
Kunst als Geschenk
Ihr beschenkt euch im Freundeskreis gern mit themenbezogenen Überraschungen und du willst unter meiner Anleitung einen kreativen Nachmittag gestalten? Ich unterstütze dich gerne. Übrigens auch für Kinder geeignet!
Kooperationen
Meine Offenheit für kreative Kooperationen ist mittlerweile bewiesen und bekannt. Träumst du von einer Zusammenarbeit in Form von Workshops, Mini-Ausstellungen und Veranstaltungen in deinen Geschäftsräumen oder anderen kreativen Initiativen, die im Einklang mit deinen Werten stehen? Ich stehe dir als Frau 50+, als lebenslang Lernende und als Künstlerin, die Veränderungen beherzt angeht für Podcasts, Gastartikel und ähnliches auch heuer gerne zur Verfügung.
Gemeinsam kreative Horizonte erkunden
Du möchtest schon lange allein oder gemeinsam mit anderen ein künstlerisches Projekt umsetzen und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Profitiere gerne von meinem vielseitigen handwerklichen Wissen.
Einfach zuhören
Du stehst vor einer großen beruflichen und privaten Veränderung und möchtest mit jemandem reden, der das in seinem Leben schon öfter gemeistert hat? Buche dir gerne einen Termin.
Schulprojekte
Du bist Pädagogin oder Schulleiterin und möchtest im Schuljahr 2026/27 ein künstlerisches Projekt wie Puppentheater, Herstellung von Pinselfiguren, Filz-Stop-Motion an deiner Schule mit mir gemeinsam umsetzen? Jahrzehntelange Erfahrung und die Zusammenarbeit mit dem Oead macht (in Österreich) ganz viel möglich.

Kontaktmöglichkeiten:
– E-Mail: info@lisaengel.at
– Calendly: halbstündigen, unverbindlichen Interviewtermin auf meiner Buchungsseite reservieren
– schreibe mir eine PM über LinkedIn
– nutze die Kommentarfunktion dieses Beitrages
Meine Ziele für 2026
- Ziel 1: Ich komme nach deiner Buchung mit meinem Auto in den DACH-Raum. Es ist vollgepackt mit Materialien und Werkzeug für die Herstellung von Puppen und Künstlerfiguren. Du erschaffst in der Gruppe unter meiner künstlerischen Anleitung deine ganz persönliche Figur. Dafür benötige ich einen hellen, freundlichen Raum mit Wasser und Strom und mindestens sechs TeilnehmerInnen.
- Ziel 2: 2026 finden zwei Kinderprojekte mit Riesenfiguren statt. Eines in Millstatt in Kärnten. Eines in Aguntum bei Lienz in Osttirol. Damit erfülle ich mir und Kindern einen Traum, auf den ich seit fünf Jahren konsequent hinarbeite.
- Ziel 3: Mein Sohn, der Tiny House Experte, unterstützt mich digitial, wenn ich meinen Zirkuswagen völlig neu ausbaue. Das wird im Sommer 2026 geschehen und ich bin gespannt, wie weit ich bis Herbst komme.
- Ziel 4: Einer von drei geplanten längeren Urlauben findet nach Ostern in Portugal an der Westküste statt. Der zweite in der Toskana. Für den dritten suche und finde ich noch im Jänner ein Ziel – es könnte England oder Norwegen werden.
- Ziel 5: Ich finde einen kleinen Camper mit Innenausbau für meine Workshops und Reisen. Ich freue mich schon so, damit unterwegs zu sein!
- Ziel 6: Ein weiteres Gemeinschaftsbuch entsteht und ich freue mich auf den Launch in Hannover.
- Ziel 7: Meine neue Website wird im ersten Quartal fertig und zeigt deutlich und klar, wofür meine Kunst steht. Und vor allem, wie DU mit mir zusammen arbeiten kannst.
- Ziel 8: Ich suche und finde mein Atelier am See und kann dich dazu einladen, mich und meinen Showroom zu besuchen.
Mein Motto für 2026: Dem eigenen Weg treu bleiben!
Hast du vielleicht auch einen Jahresrückblick 2025 verfasst? Lass es mich wissen! Pack mir den Link in die Kommentare, ich komme gerne bei dir vorbei und lese, was bei dir im heurigen Jahr los war.

