Die Idee.
Geld regiert die Welt. Das neue Biedermeier verspricht Sicherheit in der heilen Welt von Haus und Garten. Die schnuckelige Alltagswelt ist eine Bubble, die uns vor der kollektiven Widersprüchlichkeit schützt, die täglich auf uns einprasselt. Die Bubble funktioniert nicht ohne Moneten, Kohle, Flieder und Piepen. Meine surrealen und allzu menschlichen Wesen durchbrechen die Membranen dieser Blasen. Sie lachen über sich selbst und machen Mut, neue Wege zu gehen, die vielleicht noch keiner gedacht hat. Geschweige denn je gegangen ist.
Das Verborgene.
Ständig wird über Geld geredet, indem nicht darüber geredet wird. Hoch emotional aufgeladen, weil man zu den Loosern dieser Gesellschaft gehört, wenn man es nicht hat. Die Angst vor Geldknappheit sitzt den meisten Menschen im Nacken. Das erzeugt Gier und Neid auf jene, die über Geld verfügen. Scheinbar ein Teufelskreis wie ein Perpetuum Mobile. Als gelernte Tochter von Steuerberatereltern schaue ich mir die Dynamiken rund um unser Heiligtum „Geld“ schon mein ganzes Erwachsenenleben genauer an. Ich erhalte Einblicke in unsere Geldkreisläufe, in unseren Analphabetismus bezogen auf Wirtschaft und in komplementäre Parallelwährungen. Als Künstlerin tauche ich noch einmal tief in diese unerschöpfliche Thematik rund um ein Tabuthema. In verborgene Gefühle, unterdrückte weibliche Archetypen, kollektive Verletzungen und allzu menschliche Muster rund ums Geld.
Die Technik.
Alle Wesen sind Unikate, mit biegsamer Draht-Armatur und in Mixed Media Technik hergestellt. Mit der Filznadel modelliere ich Kopf und Körper nach meinen eigenen Skizzen. Alle bekannten Handwerkstechniken kommen zum Zug, wenn es um Kleidung und Accessoires geht. Wie immer nutze ich vorhandene Textilien und Flohmarktfunde und gebe ihnen ein neues Leben. Die zur Idee passende Bühne entsteht in Zusammenarbeit mit meinem Mann.



MARIE VAN PIEPEN
Unikat
Höhe 45cm
2023
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