Jahresbegleiterinnen 2026

Wir sind mutig. Und ein bisschen kribbelig. Das stellen Korina Dielschneider und ich fest, als wir uns zum letzten Mal Online treffen. Zum letzten Mal? Ohja! Bevor wir uns in echt sehen. Wir starten das Jahr gemeinsam mit sieben anderen Frauen. Ob die Übung gelingt? Davon gibt es hier eine Menge nachzulesen.

  1. Was bisher geschah
  2. Wir sind ausgebucht!
  3. Die Vorfreude steigt
  4. Heidelberg ist jede Reise wert
  5. Lasset die Spiele beginnen
  6. Ein ganzer Tag mit der Jahresbegleiterin
  7. Und wie ist das Feedback der Teilnehmerinnen?

Was bisher geschah

Ich erzähle Korina in einem unserer Online-Kennenlern-Gespräche des Jahres 2025 von meinem Wunsch, reisend unterwegs zu sein. Und zu arbeiten. Ich habe viel praktisches und theoretisches Wissen rund um das Anfertigen von Figuren und Puppen gesammelt. Mir macht es große Freude, diese bei uns wenig bekannte Kunstform begreifbar zu machen. Und mein Wissen zu teilen. Ich weiß nach sechs Jahren, dass diese Art von Arbeit uns auch innen berührt. Und mir fehlt schlicht und ergreifend die Kompetenz, innere Prozesse zu begleiten. Ich mache das, was ich gut kann – handwerken. Und suche jemanden, der diesen Prozessen einen gesunden Rahmen gibt.

Im Herbst 2025 treffen wir uns mal wieder auf einen Austausch. Der Sommer war lang. Wir spüren beide unsere Ruhebedürftigkeit. Und einigen uns darauf, Workshop, jetzt? Eher nicht. Wir verschieben das.

Und dann geschieht etwas, das ich leider nicht aufgezeichnet habe. Ich zeige Korina, was ich geplant gehabt hätte. Konjunktiv. Eine Figur aus geschliffenem Flussholz, mit viel Blau und Türkis und Federn und einem Gesicht, das ich vorher gegossen und gestaltet habe. Als ich diese Twig Doll, die Astpuppe, in die Kamera halte, ändert sich die Energie im Zoom-Raum schlagartig. Am Ende des Meetings sind wir beide Feuer und Flamme und entscheiden, das wir in der zweiten Januarwoche einen Workshop für eine Jahresbegleiterin 2026 durchführen. Eveline Bareiß stimmt recht schnell zu, ihre Räume zur Verfügung zu stellen. Wir drucken Postkarten, um zu diesem Neujahrsevent einzuladen. Und vertrauen darauf, dass die richtigen Menschen sich angezogen fühlen und kommen werden.

Es braucht einige Treffen, bevor wir uns darüber klar sind, Korina und ich. Wir laden zu einem Workshop ein, bei dem Kunst und Coaching den Versuch wagen, sich zu verbinden. Wir sind gespannt, wie sich diese neue Workshopreihe entwickelt!

Wir sind ausgebucht!

Es wird Weihnachten. Silvester. Zwei Wochen vor dem geplanten Workshop überlege ich, ob ich auch für die vier Anmeldungen die lange Reise antrete. Oder den Workshop online anbiete für jene, die sich bereits angemeldet haben. Da setzt sich Korina hin und informiert noch einmal ihr ganzes Netzwerk. Und siehe da – wir sind übers Wochenende ausgebucht. Ich packe voller Vorfreude meine Kisten mit passendem Material weiter. Gieße sicherheitshalber deutlich mehr Gesichter, als wir brauchen werden. Grundiere sie in vier Durchgängen in hellen und dunkleren Hauttönen. Nur die Augenpartie bekommt nur weißes Gesso ab. Die Augen werden der Figur die Seele geben und müssen unbedingt selbst gestaltet werden.

Ich schreibe den ganzen geplanten Ablauf für meine Tätigkeiten genau zusammen, wie ich das immer mache. Und füge am Ende Korinas und meinen Plan zusammen. Drucke eine einfache Anleitung für unsere Teilnehmerinnen aus. Dotted Sheets für die Reflexionsrunden. Immer wieder fallen mir Materialien, Werkzeuge und Zubehör, das ich unbedingt und sicherheitshalber einpacke. Ich kenne den Raum überhaupt nicht. Sicher ist sicher.

Gegossene Köpfe. Hier ist noch alles möglich.

Die Vorfreude steigt

Ich trinke seit Tagen keinen koffeinhaltigen Kaffee. Wir gut mir das tut! Ich bestelle mir einen neuen Moleskine-Jahreskalender und mache erste Pläne für das neue Arbeitsjahr. Noch nix Konkretes. Doch auch ich stelle mich auf das neue Jahr ein. Obwohl ich täglich mit Packen beschäftigt bin, habe ich auch am letzten Tag noch ausreichend Arbeit. Ich kann keine einzige Kiste über Nacht ins Auto stellen. Es hat -26 Grad, das würden weder Acrylfarben noch Kleber oder Stifte gut vertragen.

Ob das Auto morgen früh anspringt? Es ist zwar eisig kalt. Doch der Motor schnurrt bald.

Google Maps schwafelt etwas von erhöhtem Verkehrsaufkommen und achteinhalb Stunden Fahrzeit. Ohne Pausen. Mir ist alles recht. Die Nomadin in mir freut sich aufs Unterwegssein. Musik von meiner Lieblingsplattform TIDAL, Dota Kehr begleitet mich eine ganze Weile via Autoradio. Ich tauche in den Hohen Tauern zum ersten Mal in dichte Schneewolken ein. Um München schneit es so stark, dass meine Scheibenwaschanlage bald leer ist. Habe ich vorgesorgt? Natürlich. Wie ein Profi fülle ich Scheibenwasser nach. Und bin am Parkplatz überhaupt nicht alleine mit dieser Arbeit.

Sechs Stunden Fahrzeit und etwa eine Stunde Pause später rufe ich von unterwegs an, weil ich schon fast da bin. Korina und Ralf empfangen mich mit einem warmen Essen. Ich verstaue meine Kisten im Workshopraum von Eveline. Und dann schlafe ich wie eine Königin in meinem feinen Bett im Extrazimmer.

Heidelberg ist jede Reise wert

Korina erfüllt mir den Wunsch, einen Abstecher nach Heidelberg zu machen. Ich habe Schwierigkeiten, mir den Namen zu merken. Es ist nicht die Heidelbeere, sondern Heidelberg. So herum wird ein Schuh draus. Auch Reilingen merke ich mir nur langsam, den bezaubernden kleinen Ort unseres Workshops. Mit der genialsten Töpferei von Eveline. Wie frühlingshaft warm es in dieser Region ist! Und wie schön diese Universitätsstadt ist. Darüber könnte ich einen eigenen Beitrag verfassen. Lieber lasse ich dir hier ein paar Fotos, damit du im Bilde bist.

Lasset die Spiele beginnen

Alle Teilnehmerinnen sind pünktlich da. Wir hüpfen und tanzen, um alle miteinander gut im Raum anzukommen. Der Abend ist herzlich, voller Vorfreude. Unsere Teilnehmerinnen machen sich intensiv Gedanken. Und gestalten im Anschluss sowohl das „Rückgrat“ für ihre Figur, als auch die ersten Körperformen. Sie wählen den grundierten Kopf, der sie am meisten anspricht. Das Materialbuffet wird eingehend betrachtet.

Ein ganzer Tag mit der Jahresbegleiterin

Am nächsten Tag in der Früh machen wir noch einmal ganz klar, wie viel Zeit wir für kreative Prozesse geplant haben. Dass wir eine gemeinsame Mittagspause mit selbstgekochter Suppe verbringen. Und ab wann wir am Nachmittag in die Reflexionsrunden gehen. Es ist so ein Vergnügen, mitzuerleben, wie die Frauen in den kreativen und in den reflektierenden Prozess eintauchen. Immer wieder beantworte ich Fragen zum Handwerk, Korina steht für alles andere zur Verfügung. Und ich sehe voller Begeisterung , wie diese individuellen Wesen entstehen, von denen wir geträumt haben.

Ich fotografiere und filme, so gut ich dazu komme. Der Ofen heizt uns ordentlich ein. Das warme Wetter hat sich verändert, es schneit und regnet vor sich hin. Genau richtig für so einen Samstag am gemeinsamen Arbeitstisch. Ich bekomme von den Gesprächen zwischen den Teilnehmerinnen nur wenig mit. Und entschließe mich, mir das Feedback hinterher und online einzuholen. Alle Figuren erzählen eine Geschichte. Und wenn eine Teilnehmerin Lust hat, kann sie im Laufe des Jahres noch an ihrer Figur weiter arbeiten.

Und wie ist das Feedback der Teilnehmerinnen?

Einige sagen, wie sehr sie es genossen haben, in der Gruppe mit anderen Frauen zu arbeiten. Andere erinnern sich wieder daran, wie gern sie mit den Händen arbeiten. Wir werden sehr bestärkt in unserer Intention, kreatives Handwerk und Austausch zu verbinden.

„Ich bin sehr offen in den Workshop gegangen – und war dann wirklich angenehm überrascht, wie kraftvoll aus Zweigen, Wolle und Stoff eine echte „Jahresbegleiterin“ entstehen kann. In der heimeligen Atmosphäre mit prasselndem Kaminfeuer und wertschätzendem Austausch unter kreativen Frauen ist etwas entstanden, das mich dieses Jahr vermutlich tragen wird.“

Andrea R.

„Ich bin sehr neugierig in das Kurswochenende gestartet. Überrascht darüber, dass eine sich unbekannte Gruppe so schnell zu einem „Gemeinsam“ zusammenwachsen kann. Das war ein Balsam-für-die-Seele Workshop. Dank der wunderbaren Anleitung und Begleitung von Lisa und Korina ist eine mich sehr berührende Puppe entstanden, die mich in meinem Kreativraum schon sehr oft zum Zwiegespräch eingeladen hat.“

Eveline B.

„Ein sehr inspirierender Workshop, bei dem man auch mal von sich selbst überrascht wird.“

Anita F.

„Ich hatte gar keine Erwartungen, sondern war offen. Ich war überrascht, wie begeistert ich vom Prozess und Outcome war. Vertrauensvolle und offene Atmosphäre. Der Workshop hat mein Inneres nach Außen transportiert und wirkt jeden Tag kraftvoll nach.

Susanne S.

Hier werden ganz neue Techniken ausprobiert.

Alle hätten gut und gerne noch ein bisschen mehr Zeit mit uns und ihren Figuren verbracht.
Wir werden sehen. Vielleicht hängen wir das nächste Mal noch einen halben Tag an.

Hättest du Lust, in die Kunst des Puppenmachens einzutauchen? Ich meine das ernst, ich komme gerne, sobald sich eine Mindestteilnehmerzahl Interessierter findet. Sprich mich gerne an und lass uns ein Event in deiner Nähe planen!