Kinder und Maria und Josef und Zwerge

Endlich. Endlich wieder mit kleinen Kindern arbeiten. Ich kann gar nicht sagen, wie gern ich das tue.

Heute erwartet mich die erste Ganztagesgruppe der Ebenthaler Volksschule meines Lebens. Sie sind laut. Sie sind fröhlich. Sie haben grade noch gelernt. Und sollen sich jetzt mit mir und meinen Ideen beschäftigen.

Wir lernen uns im Gespräch ein bisschen kennen. Die Kinder stammen aus der Umgebung. Ein paar schauen braun gebrannter aus als wir zu dieser Jahreszeit. Sind sicher näher am Äquator geboren. Namen kann ich mir nicht sowieso nicht merken. Nächstes Mal muss ich wieder meine Wäscheklammern für Namen mitbringen.

Sie sind ganz sicher, dass sie mit mir eine Krippe bauen müssen. Meine zwei Zwerge in der Landschaft werden sofort in diese Richtung gedeutet. Maria und Josef. Nicht? Erst nach und nach erinnern sie sich, dass sie von diesen Wesen gehört haben. Schneewittchen und die sieben Zwerge tauchen in der Fantasie auf. Heinzelmännchen? Nie gehört.

Mit Feuereifer zeichnen die Sechsjährigen Hintergründe. Alle zwölf. Glasfrontenhäuser und Steinschluchten. Verschneite Berge und Obstlandschaften. Pilze und Sonnen. Ob ich Sterne für den Hintergrund habe? Oh, die bringe ich nächstes Mal mit. Es fängt an zu schneien auf den Hintergründen. Bei immer mehr Kindern. Sie sind kaum zu stoppen. Halten locker durch. Mischen Farben und teilen sich die Farbtiegel und tupfen und malen und übermalen. Großartig.

Ob wir wieder kommen? Ja, natürlich!

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Nächste Woche ist die andere Gruppe dran. Größere Kinder dieses Mal. „Bis in zwei Wochen!“, ruft mir ein Mädchen hinterher. Oh ja. Ich freue mich schon sehr auf euch!

Approaches – Annäherungen

Wir haben unser Bürgertheaterprojekt abgeschlossen!

http://www.stadttheater-klagenfurt.at/de/produktionen/annaeherungen_approaches/

Von Mitte Februar bis Anfang Juni trafen wir uns wöchentlich zu Meetings, Erfahrungsaustausch, Kennenlernen, Ausflügen und dem Versuch, ein Stück zu erarbeiten. Die Proben betrafen vor allem die körperliche und seelische Arbeit eines Schauspielers, dem Gruppenzusammenführen und langsam aber sicher auch einer Stückentwicklung. Zwei Wochen vor der Premiere waren wir dann täglich zusammen, stundenlang. Eine Szene nach der anderen wurde entwickelt und verworfen, neu gestaltet und weiter entwickelt – total lebendig und auch sehr spannend, so ein Prozess. Johannes Flaschberger und Michael Kuglitsch verloren aus irgendeinem Grund nie die Nerven. Das babylonische Sprachgewirr war groß. Arabisch, Englisch, Kurdisch, Deutsch waren unsere Arbeitssprachen. Unendlich viel Übersetzung war nötig, damit auch wirklich jeder und jede verstand, worum es ging.

copyright Mohammad Al Khalili copyright Mohammad Al Khalili

Die Premiere auf der Wiesenbühne zwischen den zwei uralten Laubbäumen im Maria Saaler Tonhofgarten war ausverkauft, das Wetter spielte vollkommen mit – es war echt begeisternd. Für uns genauso wie für das Publikum. Die zweite Aufführung fand wetterbedingt im Stadel statt. Sie war wieder ausverkauft. Die Leute waren zu syrischem Essen vom Feinsten eingeladen. Und beim Essen war es auch leicht, sich mit ihnen zu unterhalten und anzufreunden.

Danke an alle, die zu diesem wertvollen Theaterevent beigetragen haben. Wir sind zu einer großen Theaterfamilie zusammengewachsen. Das Annähern ist mehr als gelungen. Ich bin schon gespannt, wohin wir eingeladen werden, dieses Stück wieder aufzuführen!

Völkermarkter Wörterschlangen

In der Völkermarkter Volksschule haben sich heute besonders begeisterte Kinder aus den Klassen 4a und 4b ausgetobt. Wir waren mit unserer mobilen LESundSCHREIBwerkSTATT im Rahmen des Pilotprojektes zum ersten Kärntner Lesetag vor Ort.

Eines müssen wir neidlos feststellen: Kreative Kinder können kaum „kenug“ kriegen, kunstvolle Kichersätze und krautige Kapriolen zu kreieren!

Eure Hingabe und eure ansteckende Fröhlichkeit werden uns noch lange begleiten 😀