Wie nötig eine Pause (schon) ist, merke ich erst, wenn sie beginnt. Im Wochenrückblick liest sich das so easy. Der Anfang ist jetzt einige Tage her. Dass ich gut damit beschäftigt war und bin, mein Stresslevel zu senken, das erliest du dir im folgenden Beitrag. Du darfst gern von Herzen mitlachen. Mittlerweile geht es mir schon deutlich besser als vergangenen Dienstag.
Bitte nicht wundern, ich stelle meine Rückblicke auf das bewährte #reflectandlearn-System von Maren Martschenko um. Einerseits, weil es mir gut tut, mich mit tollen Frauen zu vernetzen und diese mit tollen Frauen aus meinem Netzwerk zu verbinden. Und außerdem, weil ich seit Jahresbeginn ohnehin handschriftlich in meinem Wochenjournaling damit arbeite. Manche Dinge muss frau sich nicht komplizierter machen, als sie sind. Ich habe außerdem Fragen für mich eingebunden, die ich dieses Jahr genauer betrachte und reflektiere. Vielleicht sprechen sie auch dich an?
And here we go:
- Mit wem fühle ich mich besonders verbunden?
- Was lerne ich gerade?
- Was gibt mir Energie?
- Mein #hurraderwoche?
- Was funktionierte nicht so gut?
- Was hat mich nachdenklich gemacht?
- Wofür bin ich dankbar?
- An welcher Stelle habe ich meiner Intuition mehr vertraut als dem Zweifel?
- Welchen Aspekt meiner neuen Freiheit als Queenager habe ich umgesetzt?
- Worauf ich mich nächste Woche freue?
Mit wem fühle ich mich besonders verbunden?

Vergangene Woche besonders mit meinem Sohn und seinem neuen Leben im neuen Land. Eigentlich planten wir im April eine Reise nach Portugal. Selbstverständlich betrifft auch uns und den Verbrennermotor der derzeitige Öl-Peak, der eine vernachlässigbare Folge dieses dummen Krieges ist. Wir checken, ob wir mit dem Zug reisen könnten. Könnten wir. Super umständlich und super teuer. Fliegen ist für mich keine Alternative.
Wirklich dankbar bin ich für die Angebote des Videotelefonierens. So überbrücken wir diese Woche die scheinbar endlose Entfernung von drei Reisetagen. Und spüren miteinander und jeder für sich die Trauer, weil es dieses Mal nicht klappt und die große Vorfreude ein Ende hat. Der Liebste und ich, wir starten jetzt die Reiseplanung per Zug im September, meiner nächsten geplanten Auszeit in diesem Jahr.
Was lerne ich gerade?

Hättest du das gewusst?
Ich lerne „Urlaub von Social Media“. Zu etwas 50 Prozent erfolgreich. Die ehrlichen anderen 50 Prozent meines Scheiterns will ich dir nicht vorenthalten.
Warum ich das mache? Weil mein Medienkonsum mein größter Stresstreiber und Zeitfresser geworden ist. Er hat Suchtstrukturen angenommen und ich bin soweit, mich dieser Herausforderung zu stellen.
Es war superklug, sofort am Montag Abend meine zwei am stärksten genutzten Apps am iPhone zu löschen – Instagram. Und Linkedin. Was für eine Erleichterung, nicht erreichbar sein zu wollen! Was mich nicht davon abhält, immer mal wieder „Nachschau zu halten“. Du weißt bestimmt, was ich meine.
Ich fahre in weiser Voraussicht ein Ersatzprogramm. Ich nutze seit Mittwoch das Buch „How to Live an Artful Life“ von Katy Hessel. 365 Inspirationen durch ausschließlich weibliche Künstlerinnen, wie wir wieder mehr Kreativität in unseren Alltag einladen können. Große Empfehlung. Neben den spannenden Reflexionsfragen lerne ich mir völlig unbekannte Künstlerinnen dieses Planeten kennen.
Was gibt mir Energie?

Ich mag diese Zeitumstellung so etwas von überhaupt nicht. Umso mehr schätze ich es, dass dieses Mal Osterferien des Schülers und, nach dem langen Schulprojekt, auch Ferien für mich sind. Was ich total genieße, sind meine Morgen mit Journaling-Buch und Füllfeder und Schreiben im Bett.
Hach, und dieser Frühling, er explodiert gerade! Nach dem kalten Wochenbeginn ist seit dem Wochenende der Sommer ausgebrochen. Jetzt fühlt sich die Stadtwohnung finster und eng an. Überall Wände! Im Zirkuswagen ist alles geöffnet und ich bin in vier langen Schritten draußen und mitten in der Natur. Wir haben heuer einige Umbauten geplant. Darüber berichte ich, wenn wir begonnen haben. Derzeit messe, zeichne und recherchiere ich die Bauwägen dieser Welt, wie sie idealerweise aufgeteilt sind.
Mein #hurraderwoche?

Der heurige Osterreindling ist – trotz wildem Start, siehe hier – ein Traum geworden. Meine Familie und ich, wir essen seit vielen Monaten so gut wie kein Fleisch mehr. Die Kärntner Traditionen sitzen aber tiefer als mein Verstand und meine Liebe zu Tieren. Reindling, Schinken, Ostereier und Kren sind tief in meiner Genetik eingegraben.
Schon vor meinem Geburtstag entdecken wir einen veganen Schinken, der genauso gut schmeckt wie der so vertraute Osterschinken. Ich weiß schon damals, dass wir ohne Verlust umsatteln werden. Kein schlechtes Gewissen bei der Osterjause am Samstag und am Sonntag. Sondern voller Genuss. Ich bin einfach so dankbar, dass das möglich ist!
Was funktionierte nicht so gut?

- Kärntner Reindling: der Sechzehnjährige misst die Hafermilch ab. Mir kommt es ein bisschen komisch vor, dass wir so viel Flüssigkeit brauchen – aber wofür gibt es denn Messbecher? Lisa Engel, vertrau einfach ein bisschen mehr… Als auch der Teig eher wie Palatschinkenteig aussieht, also ziemlich zähflüssig, frage ich noch einmal nach. Und wir entdecken, dass er die doppelte Menge genommen hat. Ich gebe ordentlich Mehl dazu. Wir beten ein bisschen. Dann haben wir so viel Teig, dass wir zwei gefüllte Rollen, eine mit Rosinen und Nuss, eine nur mit Nuss (wir haben nicht genug Rosinen) umeinander legen müssen. Doppelter Reindling, einer innen, einer außen herum. Und was soll ich sagen – die Sache wird köstlich!
- frühes Schlafengehen: ganz schlecht, mein Körper spürt den Vollmond, er spürt die Sonnenstürme. Und die Schlafenszeit vor der Zeitumstellung. Ich brauche noch ein bisschen.
- ich tue mir unendlich schwer damit, zu einer klaren Entscheidung zu kommen, ob wir nach Portugal reisen oder nicht – das kenne ich gar nicht von mir
- der Urlaubsmodus gilt ab Dienstag! wie schwer kann es sein, in die Entspannung zu kommen? als ich mir aufschreibe, dass ich im Urlaub im April acht (!) Projekte umgesetzt haben will, halte ich mich selbst nicht mehr aus – da hilft nur streichen, was nicht gerade ganz dringend zu erledigen ist…
- bei meiner Arbeit im Atelier stoße ich so unglücklich an eine Schatulle mit Perlen, dass sich der Inhalt in meiner ganzen Werkstatt verteilt – die Perlen sind dem Eingesaugtwerden nur knapp entkommen
- ein Reifenwechsel macht klar – die alte Autolady braucht auch neue Bremsen
- woher kommt plötzlich der seitliche Riss an der Frontscheibe des Autos? to be continued…
Was hat mich nachdenklich gemacht?

So viel zum Thema „Social Media Pause“. Hier sind die ehrlichen anderen 50 Prozent der Wahrheit.
Die wichtigsten Apps sind nicht nur deaktiviert, sondern gleich in Bausch und Bogen gelöscht.
Und was mache ich? Statt durch Stories auf Insta oder durch Beiträge auf Linkedin scrolle ich mehrmals am Tag durch den Whatsapp-Status von Kund*innen und Freund*innen. Oder ich scrolle durch Youtube-Shorts und lese Welt-Nachrichten am iPhone – ja, gehts noch? Bin ich so tief in der Sucht drin? Muss ich diese Apps auch deaktivieren?
Meine Medien- und Möglichkeitensucht geht mir inzwischen gehörig auf die Nerven. Ich kenne das Problem mit meinen Süchten. In diesem Fall gaukelt mir die Sucht selbstgewählte Freiheit vor, wo keine ist. Ich bleibe dran, der Entzug ist gar nicht so ohne. Glücklicherweise kenne ich das Prozedere und kann auch über mich und meine gefinkelten Strategien lachen.
Wofür bin ich dankbar?

Ich komme gerade nicht in den Account von Photoshop. Und soll Fotos bearbeiten. Also setze ich mich endlich hin und lerne Affinity ein bisschen besser kennen. So eine Hexerei ist der Umstieg nicht. Manchmal scheue auch ich vor Neuem zurück, statt mich wie sonst voller Interesse hinein zu stürzen. Ich kann die meisten Bilddateien so bearbeiten, wie ich das will. Und komme schnell drauf, wo ein schwerwiegender Fehler ist. Speichern ist auch auf Affinity eine eigene Wissenschaft, weil das Programm keine Bildelemente zerstören will. Ich bleibe dran. Ist schon ein großer Vorteil, zwischen all den Studios hin- und herzuwechseln und mich nicht nur mit Bildbearbeitung, sondern beispielsweise auch mit Design zu spielen.
Apropos spielen: ich spiele mit dem Gedanken, im Laufe dieses Jahres auch Windows hinter mir zu lassen. Und höre heute, dass Affinity kompatibel ist mit der neuen, gewünschten Lösung. Ich berichte dann, wie und ob es mir gelungen ist, umzusteigen. Das ist definitiv gerade nicht dringend.
An welcher Stelle habe ich meiner Intuition mehr vertraut als dem Zweifel?

Ich übe, ohne Zeitdruck, an einer Klappmaulpuppe, die ich im Mai für ein Figurentheater umsetzen werde. Ich schaue meiner Lieblings-Papermaché-Frau Jonni Good dabei zu, wie sie aus Papier und Karton einen Drachenschädel für eine Maske aus Papermaché vorbereitet. Ich bin so begeistert von ihrer Vorgehensweise, dass ich mir den Schnitt kaufe.
Eigentlich hatte ich vor, einen Drachenschädel aus Papiermache zu formen und aus seiner Oberfläche mittels Klebebändern einen Textilschnitt anzufertigen. Doch dann höre ich auf meine Idee, Teile dieses Schädels sofort und ohne Zwischenschritte in Schaumstoff umzugestalten. Mir ist vollkommen unklar, wie aus dem geschlossenen Maul ein Klappmaul werden soll. Ich bin so gemacht, dass mir die besten Ideen nicht unbedingt beim Nachdenken, sondern gesichert beim schrittweisen händischen Tun kommen.
Zwei Tage sitze und schnipple ich Schaumstoff mit einem Skalpell und meiner schärfsten Stoffschere. Der stinkende Kontaktkleber, der die Einzelteile verbindet, macht mir zu schaffen. Aber Himmel, wie gut er klebt! Glücklicherweise steigen die Temperaturen, ich kann bei gekippter Balkontüre arbeiten. Selbstverständlich stoße ich mit dem Schaumstoff schnell an die Grenzen des Machbaren eines gefalteten und geklebten Papierschnittes. Weil ich aber keinen Zeitdruck habe, gehe ich immer wieder von der Aufgabe weg. Denke in aller Ruhe nach und löse wachsende Herausforderungen.
Nächste Woche geht es weiter. Der Stoff für die Handpuppe ist gekauft. Vielleicht kann ich dir dann schon mehr zeigen!
Welchen Aspekt meiner neuen Freiheit als Queenager habe ich umgesetzt?

Mein April ist heuer kein Arbeitsmonat. Dieses erste Quartal 2026 war untypisch gut gebucht. Jetzt ist 4,3 Wochen Zeit für eine Pause. Sehr ungewohnt, das gebe ich zu. Auch hier gilt mein Jahresmotto „Ich vertraue meinem Weg als Künstlerin“. Die Künstlerin und die Innere Königin fordern zum ersten Mal geplante Pausen ein. Keine Wochenend-Tages-Pausen. Sondern echte Urlaubspausen.
Die Königin findet den Schritt schamlos und mutig. Soll ich ausrichten.
Worauf ich mich nächste Woche freue?

Und im April bereit für echte Treffen mit echten Menschen.
- Darauf, ein paar Zusagen zu analogen Begegnungen zu geben, die angefragt wurden. Das ist das Gute an Entscheidungen. Sie können erst einmal richtig weh tun. Weil sich eine Tür für diesen Zeitpunkt schließt. Erst nach der Entscheidung öffnen sich andere Türen.
- Außerdem freue ich mich auf die Arbeit im und um den Zirkuswagen.
- Auf den Gesang der Rotkehlchen, der in diesen Tagen sehr besonders ist.
- Und darauf, mein Nervensystem noch weiter herunter zu fahren.
Wie hast du die Woche vor Ostern verbracht?
Gehörst du eher zum Team „Ich musste dringend Fenster putzen, um den Frühling zu sehen“ oder konntest du dir Pausen in diesem knospenden neuen Jahresabschnitt gönnen?
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