Ein Wirtschaftsmärchen

Im ersten Semester dieses Schuljahres beschäftigen sich 30 Kinder der Volksschule Bad Kleinkirchheim (Kärnten/Österreich) mit grundlegendem Wirtschaftswissen. Sie gründen unter Anleitung der „Junior Mini Company“ eine Firma und lernen Marketing kennen. Als Direktorin Veronika Zeiner mich einlädt, mit den Kindern von Januar bis Ende März kreativ und künstlerisch zu arbeiten, denken wir diesen Wirtschaftsgedanken märchenhaft weiter. Was, wenn wir miteinander durchspielen, ob es in der Wirtschaft noch um andere Dinge als Geld geht? Wie sehen das Kinder?

Hier gehts zu einem turbulenten Rückblick:

  1. Wie es beginnt
  2. Die Techniken
  3. Jahreszeit Fasching
  4. Die weitere Handlung der Geschichte
  5. Musik, Musik
  6. Jeux Dramatiques, was ist das?
  7. Das hat mich überrascht
  8. Kompetenzen
  9. Finanzierung
  10. Statistik und Zahlen
  11. Warum mache ich das?

Wie es beginnt

Mit zwei Sagen aus dieser Region lande ich bei der Vorentwicklung der Geschichte rasch im Mittelalter. Es existiert geschichtlich eine „Adlerburg“, in der es einen Schatz geben soll. Ein „Golddrache“ ist also naheliegend, der seit Ewigkeiten diesen Schatz bewacht. Dem stinklangweilig und fad ist, weil sich keiner mehr für diesen Goldschatz interessiert, da es ja Geld und Banken gibt. Außerdem gibt es die Sage von der „Glücksfichte“, an deren Wurzeln ebenfalls ein Schatz liegen soll. Der gehörte angeblich einem geizigen Altbauern, der sein Geld vor seinen Erben im Wald vergrub. Ein Junge bringt eine weitere Geschichte mit ein – die vom Räuber Paul Zopf. Auch sie wird im Laufe des Spiels integriert.

Die Techniken

31 Klappmäuler, 31 Kopfzuschnitte, 62 Arme – das Wochenende vor dem Workshop verbringe ich an der Nähmaschine.

Wie (fast) immer übernehme ich mich gewaltig. Als ich in der Werkstatt 30 Grundfiguren plus eine Vorführfigur für Klappmaulpuppen zuschneide und zusammennähe wird mir rasch klar, dass Stoff alleine für den Kopf der Figur nicht reicht. Ich fertige Schaumstoffoberteile für die Pappe-Klapp-Mäuler, damit die Kopfform nicht in sich zusammenfällt. Ich nähe 62 Arme vor.

Zusätzlich bereite ich 30 Werkpakete in Säckchen mit bunten Filzresten für Iris und Pupille, Tischtennisbällen für die Augenkugeln, Filzbändern für Augenbrauen und Webreste für wilde Haare vor. So viel Einkauf wie nötig, so viel Upcycling als möglich. Die Arme aus Socken werden später an die Grundkörper der Handpuppen angenäht. Danke an dieser Stelle an die Werklehrerinnen für euren Einsatz. Alleine hätten wir das niemals geschafft! Heißkleber oder mein amerikanischer Tacky Glue sind das Hauptwerkzeug der Kinder, um die Utensilien miteinander zu fixieren.

Für die Weiterentwicklung der Geschichte arbeite ich wieder mit Mitteln des „Jeux Dramatiques“. Das erkläre ich weiter unten ein bisschen detaillierter.

Jahreszeit Fasching

Der rote Koffer mit den vielen Tüchern in allen Farben ist ein Magnet für die Kinder.

Weil wir uns mitten in der närrischen Zeit befinden, stürzen sich die Kinder auf meine Verkleidungsutensilien. Ich komme mit einem Koffer voller bunter Tücher. Und mit Hüten, Brillen, Krönchen und anderen Verkleidungmöglichkeiten. Der Funke springt über. Die Kinder bringen rasch eigene Kostüme von zu Hause mit. So haben wir bald zwei Katzen. Einen wilden Räuber und eine ebenbürtige Räuberin mit Köpfchen. Sechs magische Waldwesen. Eine Königin mit ihren vier Prinzessinnen-Töchtern. Nach ein paar Wochen stößt auch ein Ritter dazu. Jäger, Koch und Kellner samt Wirt und Rezeptionistin stellen sich ein. Einige Kinder möchten einfach Bäume sein, die sich im Wind wiegen und alles sehen und alles hören.

Die weitere Handlung der Geschichte

Der tiefe Schlaf der beiden Prinzessinnen. Zum Glück gibt es hilfsbereite magische Wesen, die alle Kräfte bündeln und die beiden Mädchen wieder aus ihrem Zauberschlaf erlösen.
  • der alte, einsame Golddrache klagt sein Leid, wie sehr es ihn langweilt, einen Schatz zu hüten, den niemand mehr interessiert
  • eine sehr konservative Königinmutter mit vier Töchtern lebt ein höfisches Leben im Schloss
  • die rebellische Königstochter Lea will raus aus dem Schloss und Abenteuer erleben, ihre Schwester Dajana schließt sich im Laufe der Spielrunden an, sie machen sich zu zweit auf die Suche nach dem sagenhaften Goldschatz
  • der Sohn des Bauern aus der alten Sage kann nichts mit dem Hof anfangen, verspielt alles und feiert lieber mit seinen Freunden im Wirtshaus
  • zwei Glücksfichten lassen sich nicht von Menschen umschneiden und bekommen Hilfe von magischen Waldwesen
  • der Wald und seine Bäume sind stetig da und bilden eine prächtige Kulisse für die Handlung
  • der gewitzte Räuber Paul Zopf und seine kluge Gefährtin Sarah können gut von sich selbst ablenken und stehlen, bis sie allen nur noch auf die Nerven gehen
  • ein stolzer Wirt, der sich vor allem für sich und seinen Reichtum begeistert, pocht auf seine Ordnung im Wirtshaus Trattlerhof
  • zwei kluge Katzen entdecken die gestohlenen Schätze und das Geld aus dem Wirtshaus und überreden die Königin und alle anderen Menschen, es an den Wald, seine Bewohner und an die Menschen in Bad Kleinkirchheim zu verschenken
  • der Golddrache bannt die beiden Räuber mit einem Bannspruch und gewinnt dadurch endlich Freunde

Musik, Musik

Michael Minnesänger und der Golddrache singen ein gewaltiges Duett. Unter dem Jubel der Besucherinnen und Besucher des Wirtshauses Trattlerhof.

Ein Junge will unbedingt den Star „Michael Minnesänger“ spielen. „Ich liebe es, zu singen, und anderen damit Freude zu machen!“, sagt er. Wir haben schon im Vorfeld besprochen, dass der Schulchor beim Projekt mitmacht. Kurz vor den Semesterferien bietet mir die Direktorin die musikalische Mitarbeit ihres Sohnes Peter Zeiner an. Wenn ich einen Liedtext schreibe, komponiert er uns einen Song. Und der Schulchor unter der kongenialen Leitung von Mathias Aschbacher lernt dieses und andere Lieder.

Gesagt, getan. Ich liefere meinen Text noch vor den Semesterferien. Ein schwungvoller Song, die Golddrachen-Ballade, entsteht durch Peter Zeiner. Der Musikpädagoge Mathias schreibt ihn so um, dass die Kinder die Ballade in vier Strophen singen können. Michael Minnesänger singt von Anfang an ein selbst ausgewähltes Lied, kräftig unterstützt von allen Kindern. Erst im letzten Drittel des Projektes höre ich, was die Kinder noch einstudiert haben. Da weiß ich noch nicht, dass unsere fast einstündige Präsentation der Szenen durch diese Musik so richtig stimmig wird.

Jeux Dramatiques, was ist das?

Endlich interessieren sich Menschen für den Drachen, und nicht so sehr für sein Gold. Ende gut. Alles gut.

Ich bin immer noch so dankbar, dass die Schulleitung Direktorin Veronika Zeiner und der Projektleiter Armin Kramer zugestimmt haben, kein „normales“ Theaterstück einzustudieren. Denn so arbeite ich nicht. Als ich in meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin das „Jeux Dramatiques“ kennenlerne, bin ich hellauf begeistert. Am besten erklärt das ein Schüler gleich zu Beginn unserer Arbeit: „Das ist ja wie im echten Leben!“, sagt er, als wir den Ablauf und die wenigen, dafür klaren Regeln festlegen. Freiwilligkeit ist ein wichtiger Bestandteil. Niemand wird gezwungen, etwas bestimmtes zu spielen. Aber alle suchen sich eine Rolle aus. Das darf auch Wind und Wetter sein. Oder ein Gefühl.

Die Kinder bereiten den Ort ihres Spieleinsatzes mit Tüchern und wenigen Utensilien vor. Auch sich selbst verkleiden sie mit passenden Tüchern und den mitgebrachten Requisiten. Dann lese ich die Geschichte vor, wie sie bis jetzt ist. Ein mitgebrachter Gong beginnt und beendet die Szenen und das Standbild, wenn Chaos ausbricht und wir den weiteren Ablauf klären müssen. Und dann – spielen die Kinder mit Mimik und Gestik weiter und ich begleite mit Worten, was ich sehe. Dabei entwickelt sich eine Handlung.

Für die Aufführung ersetzen die meisten Kinder zunehmend Mimik und Gestik durch Worte. Manche Kinder behalten lieber Mimik und Gestik bei und sind weiterhin auf diese Art beim Spiel dabei. Alles ist erlaubt und möglich.

Das hat mich überrascht

Ich biete den Kindern nach diesen mörderischen Spieldurchgängen neue Handlungsmöglichkeiten an. Sie nehmen sie (fast) ohne zu murren an.

Womit ich überhaupt nicht rechne, ist das begeisterte Töten durch Schießen und Köpfen im Spiel. So viel Aufgestautes in den Kindern wird in diesem Angebot zum offenen Spiel frei! In den ersten Runden liegen überhaupt nur tote Darsteller am Boden. Und Mädchen bedecken die Körper mit Tüchern und Plastikblumen und spielen Begräbnis.

Ich führe ein neue Regel ein. Statt zu töten gibt es neue Handlungsmöglichkeiten wie

  • einen Zaubertrank einsetzen, der in einen tiefen Schlaf mündet
  • verhandeln
  • tauschen
  • Hilfe holen
  • tricksen, ablenken
  • eine Aufgabe, zum Beispiel ein schwieriges Rätsel stellen

Wer tötet oder getötet wird, setzt eine Spielrunde aus. Dann führe ich noch den „Königlichen Rat“ ein. Die Königin kann gerufen werden, wenn sich Kinder im Spiel nicht einigen können. Und sie, die mächtigste Position im Spiel, entscheidet, wie das Spiel weitergeht.

Tatsächlich greifen die Kinder zum Zaubertrank, zum Tricksen und eine Baumwächterin stellt einer Mitspielerin ein kompliziertes Rätsel, damit das Spiel weitergeht. Genial. Ein Jäger wird bis zum letzten Aufführungstag säuerlich sagen: „Wenn ich schon kein Tier töten darf, dann will ich wenigstens mit meinen Freunden feiern“. Der köngliche Rat war für diese Altersgruppe zu kompliziert. Die Königin muss nie entscheiden, weil sie nie angerufen wird. Aber – sie steht zur Verfügung. Aus der leisen Königin der ersten Stunden wird dadurch sehr schnell eine königliche und würdevolle Mitspielende.

Kompetenzen

Eine Waldelfe, verzaubert von der selbst angefertigten Waldelfe.

Für mich ist es nicht so erstaunlich, wie sehr sich die Kinder als Menschen weiterentwickeln. Für meine Begleiterinnen und den Begleiter des Projektes schon.

  • eine stille Königin ist zu Beginn kaum zu verstehen; am Ende sorgt sie klar und gut für ihre Familie
  • ein lebendiger und lauter Musikstar und eine wilde Prinzessin erkennen im Laufe des Spieles, dass sie dramaturgisch wichtige Teile der Handlung UND nicht die einzig Wichtigen des Spiels sind – sie gehen auch auf die anderen Kinder zu und lassen ihnen Raum
  • Kinder mit Schwierigkeiten der deutschen Sprache sprechen ihre Rollen zunehmend klar und deutlich
  • ein ständig beleidigter Junge bleibt zwar im Hintergrund, spielt aber am Ende seine Rolle ohne Schmollen
  • zwei Katzen sind mutiger, wenn sie alle Texte zu zweit sprechen und sorgen dafür, dass Geld und Gold an alle fair-teilt wird
  • ein sehr leiser Wirt hat Schwierigkeiten, den reichen Angeber heraushängen zu lassen, schlüpft aber zum Projektende doch in diese Rolle und begeistert das Publikum
  • den magischen Waldwesen ist das Wohlergehen und der Schutz der Bäume des Waldes zunehmend wichtig
  • einige Kinder wagen es, eigene Texte einzubauen und ihre Rollen zu erweitern
  • drei Buben sind bis zum Schluss nicht dazu zu bewegen, wirklich mitzuspielen – auch das muss man als Spielleitung und Begleitung tragen und aushalten
  • alle Kinder verbinden sich gut mit ihren Figuren und schaffen es, die Klappmaulpuppen ziemlich silbengenau mitsingen und sprechen zu lassen

Finanzierung

Herzlichen Dank an dieser Stelle, das so geniale Theaterprojekte für Kinder unterstützt werden!

Schulprojekte, wie ich sie mache, werden vom Österreichischen OEAD teilfinanziert. Ich beantrage nach Absprache mit einer Schule das Projekt, indem ich ausführe, was wir vorhaben und was wir planen. Dann wird das Projekt geprüft und im Idealfall genehmigt. Material- und Fahrtkosten sowie Gerätemiete müssen noch mitfinanziert werden. Und schon kann es losgehen.

Statistik und Zahlen

Die Kinder spielen ihre Präsentation vor vollem Hause. Was für eine Wertschätzung durch die Angehörigen! Sie geben alles und machen diesen letzten wichtigen Lernschritt des Herzeigens voller Einsatz, Freude und Begeisterung.
  • 11 Vormittage à 5 Stunden plus eine Abendvorstellung
  • zuerst 29 Kinder, nach 2 Monaten 30 Kinder
  • 20 Chorkinder
  • 1 Projektpartner aus der Schule
  • 2 PädagogInnen, die regelmäßig mitarbeiten
  • 1 Komponist, der einen Song komponiert
  • 1 Musiklehrer, der die passenden Lieder im Chorgesang mit den Kindern einstudiert
  • zahllose Näh- und Bastelstunden durch die Werklehrerinnen
  • zahllose Vorbereitungsstunden und Einkäufe für das Riesenbuffet durch Eltern bei der Abendaufführung

Warum mache ich das?

Wenn aus Kinderzeichnungen Theater von Kindern für Kinder entsteht, das allen Freude gemacht hat – dann habe ich mein Ziel erreicht!

Mir bedeutet es sehr viel, dass ich Kindern mit meiner Arbeit an Schulen Räume schaffen kann, in denen sich ihre Kreativität frei ausdrückt. Kein Lehrplan. Keine Noten. Kein Richtig oder Falsch. Sondern ein Projekt, das sie reizt und in das sie sich einbringen. Jedes Kind auf seine Art. Ich arbeite nicht mit vorgegebenen Ideen. Es ist ganz bestimmt aufwändiger, sich ganz auf die Kinder einzulassen und nicht schon alles vorzubereiten. Doch genau das zahlt sich aus.

Wenn ich in eine Klasse komme und die ersten Gesprächs- und Spielrunden mit den Kindern durchführe, dann zeigt sich recht schnell, wo die Talente und die Fähigkeiten sich schon voll zeigen. Und wo sie sich noch schlummernd verstecken. Wir treten alle gemeinsam als Gruppe, als Netzwerk an. Alle Kinder sind Teil des Projektes.

Es gibt klare Regeln, wie wir unser Miteinander gestalten. Innerhalb dieser Regeln kann Kreativität fließen. Die klaren Grenzen ermöglichen, dass sich auch die Kinder auf eine neue Art kennenlernen. Auch die klassenführenden PädagogInnen erfahren Neues über die ihnen anvertrauten Kinder.



Frühlingsbeginn und Aufwachen

Jetzt ist es soweit! Der Frühling zieht auch astronomisch ins Land herein. Pünktlich zum ersten Frühlings-Wochenende fühlt es sich hier in den Alpen wieder nach Schnee und Kälte an. Ich schaue im dieswöchigen Wochenrückblick der 12 Kalenderwoche auf eine starke Woche zurück.

Weiterlesen: Frühlingsbeginn und Aufwachen

Ich muss dir sicher nicht erzählen, dass zumindest im DACH-Raum endlich genug Feuer am Dach ist, was Frauenanliegen betrifft. Collien Fernandes gilt meine ganze Hochachtung für ihren Mut, mit ihrem digitalen Missbrauch an die Öffentlichkeit zu gehen. Gefühlt ist ihr Sichtbarwerden der Tropfen, der endlich das Fass zum Überlaufen bringt. Noch nie habe ich auf Linkedin so viele Beiträge von Männern gelesen, die ihre Bereitschaft signalisieren, auch in der eigenen Bubble und im eigenen Leben genauer auf strukturellen Sexismus zu achten. Ich möchte hier an dieser Stelle auf das Buch „Wenn die letzte Frau den Raum verlässt“ von Martin Speer und Vincent-Immanuel Herr verweisen. Es ist augenöffnend und unterstützt all das, was wir Frauen schon immer gefühlt, aber nicht immer zu hören bekommen haben. Und es bietet sehr gute Impulse an, die in den Alltag zu integrieren sind.

Auch ich frage mich, ob ich überhaupt noch irgendetwas Erfreuliches schreiben soll, wenn es in den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaften so zugeht wie gerade. Und entscheide mich. Ich mache weiter. Vielleicht ist es mein kleiner Beitrag, dass auch du ein paar Minuten abschalten kannst.

Wochenrückblick Kalenderwoche 12

  1. Freundinnen und Kommunikation
  2. Ich bin schon ich
  3. Paulo und seine Namensvettern
  4. Künstliche und menschliche Intelligenz
  5. Schulfotos vom Liebsten
  6. Wertvolles Fallen auf die Nase
  7. Und du?

    Freundinnen und Kommunikation

    Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Gehen miteinander durch dick und dünn. Meinen englischen Ladies geht der Gesprächsstoff grundsätzlich nie aus!

    Aus dem Human Design Feld höre ich immer wieder, eine meiner Stärken sei in meiner Kehle. Was soviel wie „du solltest mehr sprechen“ bedeutet. Nun habe ich grundsätzlich wenig Bedürfnis und Anlass, ZU Menschen zu sprechen. Außer in meinen raren Videos über meine Arbeit. Da verstecke ich mich gern hinter Voice Over und lasse meine Figuren sprechen. Was ich aber sehr liebe, ist der echte Austausch mit anderen Frauen und Männern. Gerade diese Woche wieder erlebt, wie unterschiedlich die Energie fließt. Wie sie sich vervielfacht und ausbreitet, wenn offenes, liebevolles und wertschätzendes Zuhören im Raum ist. Gemeinsam über Sätze zu lachen wie „Es fühlt sich nicht schwer an, also ist es keine Arbeit“. Aus dem tiefen Wissen, wie tief wir solche Sprüche verinnerlicht haben. Sie schallend gemeinsam auszulachen, die Sprüche. Wie gut wir sie kennen! Vom Lachen erleichtert gehen wir weiter in unseren Alltag.

    Mein zweiter Energiebooster diese Woche ist eines dieser Gespräche mit dem Liebsten, als ich ihm erzähle, dass ein Rahmen nicht genug Tiefe für wirkungsvolles Diorama hat. Ich beschreibe ihm in allen Details, was fehlt – und höre mich sagen: „Ein Spiegel. Ein Spiegel müsste an die Rückwand. Spiegelfolie, ich bestelle eine Spiegelfolie!“ Ich schwöre, die Lösung ist vorher nicht da. Sondern fällt mir einfach aus dem Mund. Wir lachen mittlerweile über meine regelmäßige und sehr akkurate „Lösungsfindung“, wenn mein Mann einfach zuhört. Kennst du das vielleicht auch?

    Ich bin schon ich

    Auch so ein „das war ja nur ein Schnappschuss“-Sager. Wer sagt, dass die richtigen Fotos zur rechten Zeit nicht wertvoll sind?

    Als ich vor zehn Jahren entscheide, diesen neuen Weg der Künstlerin in diesem Leben wirklich und echt zu gehen, habe ich einfach keine Ahnung. Da ist eine verschwommene Vorstellung von immerwährendem Glück, weil ich endlich tue, wovon ich immer träumte. Da ist die vage Vorstellung des Selbermachens. Und nicht mehr nur über Künstlerinnen und Künstler zu berichten. Sondern selbst in dieses Feld einzutauchen Und eine tiefe Sehnsucht, in mir anzukommen. Ein tiefes Wissen, was ich auf keinen Fall mehr machen will. Dafür steige ich in eine Hochschaubahn der Gefühle, wie ich sie vorher noch nie erlebt habe.

    Vergangene Woche sage ich zu einer guten Bekannten im Brustton der Überzeugung: „Ich bin schon ich. Ich suche nicht mehr.“ Ich erschrecke, was ich da ausspreche. Wann ist das geschehen? Seit wann suche ich nicht mehr? Wann habe ich diesen neuen Raum betreten? Der Unterschied zu 2016 ist – ich fühle diesen Satz in jeder Zelle meines Körpers. Seit Montag schwebe ich ein bisschen auf Wolke Sieben.

    Paulo und seine Namensvettern

    Schau gern einmal bei meiner Kundin Claudia di Chio vorbei. Sie ist als Herzschätzerin angetreten, um gesunde Arbeitskultur und Resilienz in Unternehmen zu fördern. An ihrer Seite ist ab sofort Paulo für die nonverbale Auseinandersetzung zuständig und unterstützt sie mit all seiner Klarheit und seiner Freundlichkeit!

    Nun ist es ganz offiziell: der von mir angefertigte Paulo mit den verschränkten Armen und dem freundlichen Lächeln darf jetzt ins Licht der Öffentlichkeit. Und sein Publikum als „Türsteher der Gedanken“ inspirieren und verzaubern. Er entsteht im März, parallel zur „Mini Me“ meiner Freundin Anita. Seine Entstehungsgeschichte läuft eher im Hintergrund ab. Bei mir heißt er eigentlich Max. Du weißt schon, das erzählt er mir im Prozess. Also ist das sein erster Arbeitsname.

    Schon während der Entstehung und im Austausch mit meiner Kundin schwebt der Name „Paolo“ oder „Paulo“ durch unseren Kopf. Paulo wohnt sehr kurz zur Probe bei seiner Auftraggeberin. Und als klar wird, dass er sich häuslich niederlässt, mache ich seine Reisepapiere fertig. Echtheitszertifikat. Seine Entstehungsgeschichte. Überall steht „Paulos“. Ja, ich kenne einen Paulos. Der begabteste afrikanische Trommler, der hier in Kärnten lebt. Wir kennen uns gut.

    Ich bin erschüttert, als ich erfahre, dass die Reisepapiere schlicht und ergreifend einen falschen Vornamen tragen. Mittlerweile sind die neuen Papiere unterwegs. Fünf Mal korrekturgelesen. Wenn ich mir irgendwann Bürohilfe leisten kann, dann wird das nicht nur eine Buchhalterin, sondern auch eine Lektorin sein!

    Künstliche und menschliche Intelligenz

    Diese Zeichnung hat der Liebste angefertigt. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Tanzend!

    Done. Erledigt. Geschafft. Chat GPT ist nicht mehr Teil meines Lebens. Nach Facebook, Spotify und CapCut verabschiede ich mich wieder von einer vertrauten Plattform. Ich trauere meiner Handvoll digitaler Prompts nach, die ich mir irgendwann einmal geleistet habe. Und viel zu selten angewandt habe. Jetzt sind sie im Datennirwana verschwunden. Gemini muss mich erst kennenlernen und wird wieder als Suchmaschine trainiert. Also füttere ich sie mit meinen eigenen Texten und lasse sie eventuell Vergessenes dazu fantasieren. Ich bin AI-müde. Die Plattform macht definitiv schönere Bilder als Chat GPT. So viel kann ich jetzt einmal positiv zu ihr sagen.

    Ganz ohne KI weiß ich, dass die Bremsen der Familienkutsche schleifen und ich höre, dass mindestens ein Stoßdämpfer die winterlichen Fahrbahnen und die heurige Kälte nicht so gut verkraftet hat. Kommende Woche hat das Auto Reifenwechseltermin. Ganz analog und händisch. Und dann schauen wir einmal, wie lange es die nun schon in die Jahre gekommene Dame noch mit uns aushält.

    Schulfotos vom Liebsten

    Alexander kommt am Dienstag mit in die Schule. Ich möchte den letzten Tag im lichtdurchfluteten Musikzimmer noch einmal nutzen, dass wir Fotos von Kindern in Aktion machen. Ich lasse dir hier ein paar Juwelen. Kommende Woche ziehen wir um und proben nur mehr im Festsaal neben der Schule. Donnerstag ist unsere Abschlussveranstaltung. Die Kinder sind schon ganz schön aufgeregt und eifrig dabei, die Nerven der Erwachsenen mit kinderkrankheitsbedingten Ausfällen stark zu beanspruchen. Ich werde berichten!

    Wertvolles Fallen auf die Nase

    Meine Ratten und Rättinnen gehörten zu den mutigsten Figuren meiner bisherigen Laufbahn. Sie haben großen Ekel ausgelöst und große Liebe. Sie waren jeden Handgriff wert!

    Maren Martschenko und Anna Koschinkski tauschen sich auf dem „Verbindung schaffen“-Podcast über „Magnetismus, Bademäntel und naked blogging“ aus. Sowas von hörenswert, große Emfpehlung. Und Maren fragt im Rahmen ihres klugen #reflectandlearn diese Woche: Was ist es wert zu tun, auch wenn ich damit vollkommen auf die Nase falle?“ Rückblickend ist das definitiv meine Entscheidung gewesen, diesen neuen Weg der Künstlerin vor zehn Jahren wenig kompromissbereits einzuschlagen. Aktuell sind es die Riesenfiguren, die ich im Sommer bauen will. Kann sein, dass das komplett in die Hose geht. Wir werden sehen – mich zieht es schon so lange zu dieser Erfahrung des Machens. Wir werden sehen, was und ob wir etwas sehen!

    Und du?

    Was riskierst du heuer oder eben und gerade, auch wenn du dabei auf die Nase fallen könntest?








    Familienfotos und Pappexperimente

    Beim Blick in den Kalender vergangene Woche bin ich zuerst erleichtet.

    Weiterlesen: Familienfotos und Pappexperimente

    Dann ruft eine Freundin an, ob ich unseren Termin vergessen habe. Habe ich, aber wie! Und dann dreht sich das Rad wieder rasanter. Willkommen beim Wochenrückblick der Kalenderwoche 11 dieses jungen Jahres. Heute mit einer Buchempfehlung ohne Affiliate-Link. Selbst und freiwillig gekauft. Für unglaublich gut befunden. Und deshalb hier in den Rückblick aufgenommen.

    Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis:

    1. Gemeinsam gehts leichter
    2. Trotzdem Zuhause
    3. Klappmaulpuppen lernen singen
    4. Gesunde Intervalle und ich
    5. Diorama und Pappe
    6. 26 Jahre digitale Fotos
    7. Wie machst du das mit deinen Familienfotos?

    Gemeinsam gehts leichter

    Gemeinsam zu arbeiten ist gut gegen Prokrastinieren. Bei mir auf alle Fälle!

    In meinem Kopf schwirren so viele Ideen umher, dass ich froh bin, jeden Dienstag Abend in meiner Accountability Gruppe einzutauchen und mich mit anderen Künstlerinnen zu besprechen, was gerade wirklich ansteht. Dieser nächste wichtige Schritt, um an einer Sache dran zu bleiben. Die regelmäßige Gruppe ist gut gegen Prokrastinieren. Danke ihr wunderbaren Frauen!

    Ebenso dankbar bin ich für die monatlichen Treffen der Spittaler BPW. Vergangene Woche war wieder eines. So viele kreative Inputs an einem Abend. So gute und bestärkende Gespräche. So oft das Gefühl, wir alle kennen die typischen Herausforderungen. Jede einzelne. Warum ich sechzig Jahre alt werden musste, um so eine Gruppe zu finden, das weiß der Himmel.

    Trotzdem Zuhause

    Das hier ist ein Screenshot des neuen Buches dieser wundervollen Autorin. Mehr dazu im Text!

    So heißt das neue Buch von Tupoka Ogette. Kennen- und schätzen gelernt habe ich die Autorin irgendwann um 2015, als wir Wege suchen, rassistischer Sprache besser zu begegnen. Zu lernen, dass systemischer Rassismus auch in mir angelegt ist, hat bei einem Workshop weh getan. Doch wie weh es tut, diesem rassistischem Widerstand in uns allen als Kind und Heranwachsende ausgeliefert zu sein, das spüre ich beim Lesen jedes Kapitels. Ich bin einfach nur dankbar, dass Tupoka nie aufgegeben hat und heute so erfolgreich als Brückenbauerin wirkt.

    In mir sind beim Lesen dieser so persönlichen Geschichte eines Mädchens, das mit brauner Haut in der ehemaligen DDR aufwächst, Tränen gekommen. Und weitere Türen aufgegangen. Ich verstehe noch besser, warum Tupoka ihre Akademie betreibt und so viele Workshops gibt. Warum sie so klar ist. Wir sind, verdammt noch mal, Brüder und Schwestern hier auf diesem Planeten. Wir alle. Können wir endlich aufhören, unsere sozialisierten Grenzen im Kopf zu pflegen? Bestimmt schafft es dieses herzberührende Buch besser als ich.

    Klappmaulpuppen lernen singen

    Ein Golddrache fliegt seit Jahrhunderten über Kärnten. Oder bewacht ganz traurig den alten Schatz, für den sich keiner mehr interessiert. Wie gut, dass er zu singen lernt!

    Die gemeinsame Zeit mit den Kindern beginnt zu wirken, wie ich es mir jedes Mal bei so einem Projekt wünsche. Laute Klassenclowns erkennen, dass es nur gemeinsam geht und halten sich an ihre Struktur. Immer mehr stille Kinder erweitern ihre Rolle und verblüffen uns mit leichten Szenenänderungen und zunehmendem Sprechen während des Spiels. Ich habe vor den Semesterferien eine Ballade für den Golddrachen geschrieben. Der Sohn der Schuldirektorin – ich liefere den Namen nach, versprochen! – hat uns den Text vertont. Der Musikpädagoge Mathias hat Text und Musik an die Möglichkeiten des Schulchores angepasst. Und ich habe wirklich Gänsehaut, als die Kinder mir am Donnerstag zum ersten Mal vorsingen, was aus dem Text geworden ist.

    Nun lernen auch die Klappmaulpuppen, dass sie Vokale mit offenem Mund und silbenkonform mitgestalten sollten, damit es echt aussieht. In zwei Wochen führen sie das Stück auf. Ich freue mich schon sehr!

    Gesunde Intervalle und ich

    Egal, ob Getreidekaffee oder Kaffee mit oder ohne Coffein – Hauptsache, wir halten unsere Pausen ein!

    Nicht nur, dass ich endlich wieder meinen Magen ab 16 Uhr ausruhen lasse. Außerdem verpasse ich mir eine andere Arbeitsstruktur. Ich bin zwei Tage in der Woche ausschließlich für mich und meine Kunstprojekte im Atelier. Auftragsarbeiten mache ich an zwei anderen Tagen. Einen Tag reserviere ich für all das, was Unternehmerinnen wie wir eben auch noch so machen müssen. Management. Marketing. Verkauf und Kunden. Pausen sind nicht (mehr) verhandelbar.

    Diorama und Scheitern mit Pappe

    „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ wusste schon Hermann Hesse.

    Ich habe es mir echt so schön vorgestellt. Ein tiefer Rahmen für die dreidimensionalen Szenen. Bemal- oder beklebbar. Zwei bis drei Ebenen aus Pappe, auf einen u-förmigen Einschubkarton montiert. Ganz easy zu machen. Ganz elegant eingeschoben. Dann noch eine Lichterkette montiert – und fertig.

    So ist die Realität.

    Die geschnittene Pappe sieht an den Rändern unschön aus. Glücklicherweise verwende ich in meinem Fall von diesem Menschen getragene Textilien. Also einmal über die unschöne Kante geschlagen und die Kante ist verdeckt. Ich verwende Tapetenkleister, um die Textilien zu fixieren. Ganz weit hinten in der Erinnerung meldet sich eine Stimme. War da nicht schon mal was?

    Die Pappe weicht – wieder, wie bei den Pinselfiguren im ersten Durchgang – vollkommen auf. Zieht sich beim Trocknen zusammen. Schnell pappe ich auf die Rückseite ebenfalls reichlich Tapetenkleister. Und beschwere das Ganze mit schweren Büchern. Die Bücher verhindern, dass am nächsten Tag der Kleister getrocknet ist. Also weg damit. Ein paar Stunden später ist alles trocken. Und dramatisch gebogen. Also Bücher wieder drauf!

    Kleine Schweißausbrüche, wenn ich an den Workshop denke. Fehler, Denkfehler! Das muss ich anders machen. Der Liebste sagt: nimm Weißleim dazu! Dann hält das besser! Ich glaube eher, ich verwende das nächste Mal Sprühkleber. Oder ein anderes Basismaterial als Pappe. Nächste Woche gehts weiter mit der Forschungsarbeit in der Praxis.

    Mein Diorama rund um einen Trauerfall in der Familie ist übrigens am Wochenende fertig geworden. Endlich. Irgendwas in meinem System hält nicht mehr die Luft an. Sondern atmet durch. Nächste Woche gestalten wir die Familienwand, von der wir schon so lange reden. Dieses Diorama macht den Anfang und wird ein sehr geliebter Teil davon sein.

    26 Jahre digitale Fotos

    Fotografieren – will auch frühzeitig gelernt werden. Darf ich vorstellen? Meine jüngste interessierte Schülerin!

    Die Zahl müsste stimmen. 26 bis 30 Jahre. Als ich erleichtert auf die Digitalkamera umsteige, ahne ich noch nicht, wieviele Daten das irgendwann einmal sind. Ich mache nebenbei weiter mit dem digitalen und ganz privaten Frühlingsputz meiner Fotos. Ordner für Ordner. Manches ist doppelt, dreifach und vierfach auf der externen Festplatte gesichert. Sicher – ist sicher, nicht wahr?

    Nun geht es darum, was kann weg? Was bleibt gespeichert? Derzeit gehen die Bilder zurück bis ins Jahr 2000. Ich weiß, dass ich noch gebrannte CDs in einer Schublade habe, die vor den Festplatten waren. Irgendwann gehen wir auch diese technische Herausforderung an.

    Und weißt du, was richtig gut ist? Ich kann die Ordner mit meinen erwachsenen Kindern teilen. Wir greifen auf unsere gemeinsame Vergangenheit zu. Mit einer Mutter, die Fotografin war, ist das eine spezielle Herausforderung…

    Und wie machst du das mit deinen Familienfotos?

    Früher haben wir gesagt – im Winter, im Winter ist Zeit. Dann kleben wir all die Papierfotos ins Album. Ich habe bis heute kein Album.
    Wie löst du das?

    Von Frauen und von Männern

    Diese Woche ist gespickt mit Abschlüssen. Ein Mann. Und eine Frau. Sie ziehen aus dem Atelier aus und weiter in ihre neuen Familien. Dieser Wochenrückblick ist voller Abschiede. Komm mit und lies selbst.

    Weiterlesen: Von Frauen und von Männern

    Und hier gehts zum Inhaltsverzeichnis dieses Wochenrückblicks:

    1. Abschied von Maschinen
    2. Abschied von zwei Figuren
    3. Abschied von einer Weide
    4. Theater, wir kommen!
    5. Hoppalas
    6. Worauf ich mich freue
    7. Ein neuer Blickwinkel

    Abschied von Maschinen

    Wie klein und putzig dieses riesige Paket aussieht! Gute Reise, ihr lieben Maschinen, ihr werdet schon sehnsüchtig in Portugal erwartet.

    Er war im innerfamiliären Bauteam, als wir unsere Tiny Houses auf Rädern bauten. Und jetzt baut er selbst. Nicht hier vor Ort. Sondern in seiner neuen Heimat, in Portugal. Die Rede ist von meinem erstgeborenen Sohn. Der Bruder kommt am Sonntag vorbei und wir packen essentielle Baumaschinen auf eine Euro-Palette. Er und der Liebste kommen ganz schön ins Denken und ins Schwitzen, wie sie die sperrigen Teile so übereinanderstapeln, dass nichts kaputt geht. Sie filmen und fotografieren, wie sie die Maschinen zerlegen. Schrauben werden in Plastiksackerln einsortiert, beschriftet und an die richtige Stelle geklebt. Nichts darf über die Palette nach außen ragen. Nach dreieinhalb Stunden wickeln sie stolz die extra angeschaffte, klebrige Plastikfolie um das Kunstwerk à la Christo. Nur durchsichtiger. Versehen mit unseren allerbesten Wünschen, die wir auf die Folie zeichnen.

    „I warat in zwei Minuten da“, ruft der Fahrer zwei Tage später ins Telefon, als wir noch überlegen, ob wir einen Termin vereinbaren sollen. Und dann gehts ganz schnell. Eine vorübergehende Straßenblockade. Leichte Schwierigkeiten, mit den langen Eisenstangen unter die Palette zu kommen. Kreative Lösung finden. Einladen. Losfahren. Und jetzt ist das Paket unterwegs zu seiner neuen Bestimmung!

    Abschied von zwei Figuren

    Paulos kommt wie gerufen in mein Leben. Er geht einer Serie von Figuren voraus, die im Herbst das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden. Lass dich überraschen!

    Ich habe in meiner Künstlerinnenlaufbahn bis jetzt nur zwei Männer geformt. Einer war ein Zwerg. Und einer war der Gefährte einer weiblichen Filzfigur. Als jetzt eine zauberhafte Auftraggeberin anklopft und fragt, ob ich ihr eine ganz bestimmte Figur für ihre Arbeit mit Menschen anfertigen kann, wissen wir beide: das MUSS eine männliche Figur werden. Wir brauchen genau diese zielstrebige, durchsetzende und logisch-rationale Energie.

    Paulos verlässt mich vergangene Woche und kommt bereits am Montag in seinem neuen Zuhause an. Als ich am Abend ein Unpacking-Video bekomme, darf ich spüren, wie sehr sich eine Frau über eine Figur freut, deren Entstehung sie zwar in den letzten Wochen online verfolgen konnte. Echt ist dann doch anders.

    Ja, ich teile bei Auftragsarbeiten auf Wunsch auch Überlegungen, Fotos und Videos! Am Ende, zum Verabschieden, schaute der junge Mann noch einmal bei mir in einem Fotoshooting vorbei. Viel Erfolg bei deiner wichtigen Arbeit, geschätzter Paulos!

    Verbunden. Mit sich. Mit der Welt. Mit Allem-was-Ist. Auf Social Media verbindet sie vergangene Woche Menschen im Austausch.

    Einen Tag später darf ich die zweite Figur des Februars persönlich in ihr neues Zuhause chauffieren. Es ist Winter 2025, als ich mit dieser Art von Künstlerfiguren beginne. Ich stehe noch sehr unter dem Eindruck der Kunst und Biografie von Niki de Saint Phalle. Und ich weiß, künstlerisch geht es in diese Richtung weiter. Gefühle ausdrücken. Mich vom Prozess leiten lassen. Weiblichkeit, Spüren und Frausein im Mittelpunkt meines Schaffens.

    Als ich den Auftrag einer lieben Freundin bekomme, ihr eine Figur zu machen, die zu ihr passt, weiß ich tief drinnen, dass es genau diese Art von Figur sein könnte. Ich zeige ihr einen Prototypen, mit dem ich noch nicht ganz zufrieden bin. Die begeisterte Reaktion gibt mir recht. Nach unserem intensiven Gespräch weiß ich noch ein bisschen besser, wovon sie träumt, was sie als Mensch und als Künstlerin ausmacht. Und dann ist auch diese Figur fertig, die von mir den Titel „VERBUNDEN“ erhält.

    Drüben, auf Social Media und Linkedin, wurde die Figur sehr gut aufgenommen. Unter dem Foto ist ein Link, falls du dort nachlesen willst, was den Menschen durch den Kopf ging.

    P.S. Eine Veranstalterin meldet sich und fragt an, ob ich nächstes Jahr mit einer Serie solcher Figuren bei einer Ausstellung dabei sein könnte. Einmal mehr fühle ich mich so bestärkt, auf meine innere Stimme zu hören!

    Abschied von einer Weide

    Nun ist Großmutter Weide viele morsche Äste leichter geworden!

    Aber nicht ganz!

    Als wir vor fast drei Jahren (!) den Zirkuswagen vor einer Weide abstellen, ist es der Schatten am hitzigen Pfingstwochenende, der uns magisch anzieht. Wir standen vorher mit den Tiny Houses in der prallen Sonne und wenn es eines gibt, das im Tiny House unangenehm ist, dann ist das Hitze im Sommer. Vor allem Nachts, wenn frau gerne schlafen würde.

    Drei Jahre später ist dieser alte Baum kräftig weitergewachsen. Seine dicken Äste klopfen bei starkem Wind an das Dach. Irgendein neues, klebriges Insekt nistet im Sommer an den Blättern und es tropft unentwegt. Naja, und es ist nicht mehr schattig, sondern finster im Zirkuswagen. Von den Gelsen und Tigermücken, die den feuchten Schatten lieben, will ich gar nicht reden.

    Nun bin ich so gemacht, dass ich lieber zehn Mal überlege, ob eine Pflanze ausgerissen oder ein Baum umgeschnitten wird. Bei der Weide war klar: sie ist teilweise morsch. Gefahr in Verzug. Und – wir kappen ungefähr ein Drittel.

    In einem gemeinsamen und doch stundenlangen Ho-Ruck, zwei Männer, eine Frau, eine Akku-Motorsäge und viel Glück und Können, ist der Raum vor und im Zirkuswagen nun deutlich heller und zugänglicher. Die gekappten Äste werden in den nächsten Tagen zu Hackschnitzeln verarbeitet. Und lichter Schatten wird uns den Sommer versüßen.

    Und Leute, es hat 19 Grad, als wir am frühen Abend matt und fertig in den Stühlen hängen und uns zu diesem Schritt gratulieren! Neunzehn Grad! Der Frühling nimmt gerade voll Fahrt auf.

    Theater, wir kommen!

    Bis jetzt haben die Kinder ihre Geschichte verkleidet aufgeführt. Ab nun kommen ihre selbst angefertigten Klappmaulpuppen dazu. Wie sie sich darauf gefreut haben – die Kinder, und die Figuren!

    Als ich mich am Mittwoch für den Theaterdonnerstag in der Volksschule vorbereite, bin ich erstaunlich entspannt. Schon vergangene Woche war mir schrittweise klar, wie ich mit dieser großen Gruppe besser weiter arbeiten kann. Und dass es jetzt zielgerichtet auf die Aufführung kurz vor den Osterferien zugeht.

    Was ich mir dieses Mal bei der Anfahrt erlaube, ist hilfreich: ich höre keine aktuellen Nachrichten. Bekomme ich mit, was in der Welt los ist? Aber sicher, ich lebe ja nicht im Elfenbeinturm. Ich will entspannt und ohne Sorgenenergien mit den Kindern sein. Also höre ich meinen geliebten Sting und sein Musical „The Last Ship“. Solltest du so ein Musikfan sein wie ich, dann könnte dir das vielleicht auch gefallen.

    Als mir die ersten Mädchen entgegen purzeln, als ich vor der Schule vorfahre, weiß ich: so mache ich das in Zukunft immer. Ich komme entspannt, egal, wie sich Erwachsene da draußen in der Welt benehmen. Für fünf Stunden sind es die Kinder, ihre beiden pädagogischen Begleiter, ihr selbst entwickeltes Stück, ihre Figuren – und ich. Und sonst gar nichts.

    Wir sind so vertieft in zwei Durchgänge Theater, dass ich aufs Fotografieren vollkommen vergesse. Nun sind auch alle Erwachsenen wieder zuversichtlich und entspannt. Die Kinder haben die Geschichte in meiner krankheitsbedingten Abwesenheit tiefer integriert als angenommen.

    Hoppalas

    Diese Woche muss ich ein bisschen schärfer nachdenken, ob auch etwas schiefgegangen ist. Aber klar – hier ist ein technischer Fail, der mich die nächsten Wochen beschäftigen wird. Ich habe schon eine Weile im Hinterkopf, dass ich meine Online-Zugänge besser absichern sollte. Dieses Mal geht es um die Passwörter. Ich führe ein Heft, handschriftlich. Seit einigen Jahren. Meine Kinder schlagen jedes Mal die Hände überm Kopf zusammen …

    „Alles ganz easy“, sagt der jüngste Sohn. „Wirst sehen, das geht ganz leicht mit der Umstellung auf einen Passwortmanager“. Du kennst mich. Triggerwarnung. Alarm. Alaaaarm! Was kommt da wieder auf mich zu?

    Dass ich derzeit Umwege gehen muss, damit ich meine e-banking-Geschäfte machen kann, das nehme ich einfach zur Kenntnis. Ich halt wieder. Fakt ist – es ist kompliziert, jeden Zugang neu einzustellen. Klar werde ich das machen. Aber schön einen Schritt nach dem anderen. Die Expertin bei der Bank und ich, wir lachen, als ich ihr erkläre, was ich bis jetzt unternommen habe, um wieder ein „Normal“ herzustellen. Einfach – ist einfach anders! Da sind wir uns einig.

    Worauf ich mich freue

    Nächste Woche treffe ich einerseits einen Puppenspieler, der von mir drei Figuren gemacht haben will. Und ich beginne ein neues Projekt, das mich fordert: ich baue Dioramas für einen Workshop. Gemeinsam mit einer professionellen Begleiterin entsteht ein neues Projekt, in dem Menschen erleben, wie hilfreich und heilsam Kreativität ist. Auch oder besonders in stark herausfordernden Zeiten.

    Mehr dazu in den nächsten Wochen, versprochen!

    Ein neuer Blickwinkel

    Ich bin dem Oead wirklich dankbar, dass er Menschen wie mich und Schulen finanziell dabei unterstützt, kreative Freiräume zu ermöglichen.

    Die Bonusfrage von Maren Martschenko diese Woche beantworte ich gerne. Ich weiß, warum ich in diesem Leben nicht Lehrerin geworden bin. Ich hätte sehr gerne mit Kindern gearbeitet. Meine Schulzeit war entmutigend und ich verabschiedete mich noch als Schülerin von dieser Idee. Aber sie lässt mich nicht los. Seit zwanzig Jahren gehe ich als Außenstehende an Schulen und biete unterschiedlichste kreative Workshops an.

    Vergangene Woche tausche ich mich mit einem Pädagogen über meine Beobachtungen und Veränderungen im Umgang mit den Kindern heute aus. Und er erzählt mir, wie wenig Zeit bleibt für Zeiten, wie ich sie den Kindern anbieten kann. In denen sie wirklich spielen, sich und ihren Platz in der Gemeinschaft besser kennenlernen. In denen sie Rollen ausprobieren, für die im Schulalltag schlicht und ergreifend kein Raum ist. Wieder höre ich, wie stark die Bürokratie in der Schule zugenommen hat. Testungen, die das System herausfordern. Und dass wenig Zeit bleibt, all die Gewalt, die damit verbundenen Ängste, Sorgen und Fantasien, die durch die Kinder- und Schulzimmer schwappen, zu benennen und zu besprechen.

    Mir ist bewusst, dass meine Arbeit ein wertvoller, aber eben nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Und ich merke, ich werde geduldiger und verständnisvoller mit Pädagoginnen und Pädagogen, die, jeder und jede auf seine Art, ihr Bestes geben.

    Und du?

    Hast auch du dich vergangene Woche verstärkt von Umständen, Situationen oder Menschen verabschiedet?








    Virenschleuder und Aufträge

    Wir befinden uns in der neunten Kalenderwoche dieses Jahres. Ich bewege mich zwischen Kranksein und Atelier hin und her. Willkommen zu einem Wochenrückblick aus der Sicht einer etwas angeschlagenen Kunstschaffenden.

    Inhaltsangabe zur Kalenderwoche 09:

    1. Verbundenheit mit Arbeitsprozessen und Gesundheit
    2. Auftragsarbeiten und Erkenntnisse
    3. Mein Weg als Künstlerin
    4. Druck erzeugt Widerstand
    5. Sechs Jahrzehnte in Fotos
    6. Technik & Me
    7. Das war wohl nix
    8. Kreativität & Me
    9. Vorfreude und Planung

    Verbundenheit mit Arbeitsprozessen und Gesundheit

    Die letzte Woche meiner Auftragsarbeiten rauscht herbei. Mich legt am Sonntag vollkommen überraschend ein Virus flach. „Leg dich hin und kurier dich aus“, sagt der Liebste. Ich bleibe einen Tag lang brav liegen. Wohl wissend, dass die kommende Woche mir Einiges abverlangt. Das Fieber sinkt. Ich niese und schlafe mich durch den Tag. Am Montag Morgen fühle ich mich besser. Und stürze mich in den Tag. Der Körper einer Auftragsfigur bekommt seine Kleidung. Die andere Figur soll geschliffen, grundiert, bemalt und beklebt werden.

    Hier entsteht ein Körper aufgrund einer Zeichnung und einer Idee


    Mir ist es eine große Freude, dass ich nur über wenige Holprigkeiten stolpere, ich komme gut voran. Genau so, wie ich es mir vorgenommen habe. Weil es erwünscht ist, versende ich während des Arbeitsprozesses Fotos und Videos. Der Technik sei Dank. Dieses Entgegenkommen hilft allen Beteiligten, wenn sie nicht zu mir ins Atelier kommen können.

    Papermachéfigur mit Fühlern in die Welt

    In der Mitte der Woche beginnt das Fieber wieder zu steigen. Was zuerst nur die rechte Stirnhöhle betrifft, wandert nun auch in die linke. Meine Bronchien und die Lunge senden morgens Signale von Beklemmung und Überlastung. Hatte meine Freundin also doch recht, der ich bereits absagte – ich bekomme eine Bronchitis? Jetzt wird mir mulmig. Also – stundenweise zurück in die liegende Position. Literweise Yogi-Tee zum Aufheizen, Badewanne, Hustensaft und Einschmieren.

    Diese Woche gibt es Regelunterricht an der Schule der Kinder. Nächste Woche starten wir dann wieder durch.

    Und ich sage den Schultermin mit sehr schlechtem Gefühl ab. Ich bin ganz schön wackelig und fiebere noch. Und anstecken will ich niemanden. Bekomme die Rückmeldung, dass in der Schule sehr viele Kinder krank sind. Das verschafft mir Zeit, mich um meine Gesundheit zu kümmern. Irgendwie werde ich diesen Vormittag in den nächsten vier Wochen wieder einarbeiten.

    Auftragsarbeiten und Erkenntnisse

    Handgemachte, winzige Schuhe brauchen viele Handgriffe, damit sie echt aussehen.

    Mir hat es die letzen zehn Jahre riesige Freude gemacht, für mich und meine Themen künstlerisch tätig zu sein. Diese Freude an der Auseinandersetzung wird nie enden. Nur bin ich, wie wahrscheinlich die meisten Menschen auf diesem Planeten, ein sehr soziales Wesen. Ich liebe den Austausch, das Zuhören, das Beisteuern eigener Erfahrungen. Gruppe ist Magie und sowas von hilfreich!

    Wenn ich ausstelle oder meine Figuren herzeige, erfahre ich Resonanz von anderen Menschen. Immer wieder höre ich, wie sehr diese Figuren berühren. Und ob ich auch Auftragsfiguren herstelle. Ganz individuell. Ganz auf einen Menschen zugeschnitten und maßgeschneidert. Wie sagt meine Freundin Pippi: „Das habe ich noch nie gemacht, also kann es nur gut werden!“ Mit dem mir eigenen Mut zu Neuem biete ich das seit 2025 an.

    Dieser Februar beschert mir zwei Auftragsarbeiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Figur soll eine Idee verwandeln, mit der sich sogar die Künstliche Intelligenz auseinander gesetzt hat. Was für mich vollkommen neu ist. Die andere Figur soll mein Spüren einer Person darstellen, ihre Essenz, ihre Seelenanteile, ihr Wirken in der Welt.

    Mit den Figuren erlebe ich zwei sich ergänzende Seiten von Auftragsarbeit. Totale Freiheit auf der einen, klare Vorgabe auf der anderen. Es passt zu mir, dass beides zugleich da ist. Dass dieser scheinbare Widerspruch eine geniale Ergänzung ist. Ich glaube nämlich höchst selten an Schwarz oder Weiß im Leben. Mich interessiert das Feld dazwischen. Schwarz und Weiß machen dieses Feld klarer, sichtbarer. Ich ziehe es sowieso vor, Situationen und Menschen von vielen Seiten und Perspektiven zu betrachten und auf mich wirken zu lassen.

    Nun sind beide Figuren fertig. Ich habe so viel dazu gelernt wie lange nicht mehr. Handwerklich. Menschlich. Und kreativ. Es sind Türen für mich aufgegangen, die ich vorher nicht einmal gesehen habe. Danke für euer Vertrauen in mein Tun, ihr beiden Frauen!

    Mein Weg als Künstlerin

    Das Jahresthema für 2026 kommt im November zu mir, als mein Körper mich drei Mal zur Ruhe und zum Reflektieren verdonnert. Mein heuriges Jahresthema ist kein Leitwort, sondern ein Leitsatz: „Meinem Weg als Künstlerin vertrauen“. Wie gut, dass Korina mich inspiriert und online zu einer Blogparade über Jahresthemen einlädt. Der Link zum Beitrag ist auch unter dem Beitragsbild zu finden!

    Druck erzeugt Widerstand

    Wenn sich das Netz an Erwartungen über dich wirft, wie reagierst du darauf?

    Druck in Form künstlicher Verknappung beleidigt meine Intelligenz. Spoiler und Warnung: in diesem Abschnitt wird geschimpft.

    Gerade und speziell auf Social Media erhöht sich in diesen Monaten die Dichte dieser Angebote. Mir ist klar, dass wir vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Wir alle. Das macht Existenzängste und kratzt am Selbstwert. Doch es ist eine Entscheidung, diese Ängste in Schafspelze verpackt weiter zu geben. Oder sich ihnen in einer stillen Stunde zu stellen und sie zu fragen, was sie zu sagen haben.

    Ich wollte das einfach einmal aufgeschrieben und ausgesprochen haben. Ich lese das. Entfolge dich nach dem dritten Nein und vergesse dein Angebot sofort.

    Auch mein Spam-Ordner quillt derzeit über vor Drohungen, mein Konto oder meine Fotos (!) zu löschen. Vor der Erinnerung, nicht bestellte Paketen zurückzusenden, vor unnötigen Angeboten und Last Minute Checks. „Ich habe nur mehr x Plätze frei, besser, du buchst heute noch“ oder „Einen Monat bekommst du meine Dienstleistung noch um diesen Preis, dann verdoppelt sich der Beitrag“. Ich staune, dass irgend jemand überhaupt darauf reagiert. Also, wozu dieser künstliche Hustle?

    Nachdem ich gestern Nacht sämtliche Kontolöschungen und diverse andere Drohungen gelöscht habe, ist heute Morgen mein SPAM-Ordner schon wieder gut gefüllt.


    Das ist so durchschaubar! Bei mir greift Werbung nicht, wenn wir keine Beziehung entwickelt haben. Wenn ich den Sinn für dein Angebot nicht spüre oder sehe. Und wenn ich gar nicht auf der Suche bin! Ich bin bekannt dafür, dass ich alle Hebel in Bewegung setze, wenn ich etwas für mich oder für andere ermöglichen will. Wenn ich es wirklich, wirklich brauche. Da kann ich all meine Kreativität einsetzen. Mir muss niemand eine saftige Karotte vor die Nase hängen!

    • Der Termin passt gerade nicht?
    • Ich habe das Geld dafür nicht?
    • Was solls!
    • Wenn es diese Zusammenarbeit, diese Ausbildung nicht zustande kommt, dann kommt eben die nächste.
    • Womöglich sogar die, die besser zu mir und zu meiner Situation passt. Und das Gleiche gilt für dich.
    • Enspann dich!

    Fotos und eine Reise durch die Jahrzehnte

    Geschwister. Erkennst du mich?

    Meine Familie schenkt mir zum Geburtstag, zum runden, ein Fotobuch. Hach. Da fließen Tränen. Kindheitsfotos. Dann wenige Fotos aus den Zwischenzeiten einer jungen Mutter, weil ich die Fotografierende bin. Und seit zwanzig Jahren wieder mehr Fotos, weil auch andere fotografieren. Und weil Fotos der mobilen Telefone druckbar werden.

    Mein jüngster Sohn speichert Familienfotos und Videos auf einem extra angeschafften und aufgesetzten Server. Immer wieder zieht es mich dorthin. Schon berührend, auf so eine lange Zeitspanne mit Familie, Herausforderungen und den vielen beruflichen Aufträgen zurückzuschauen. Ich staune, wieviele Fotos ich vergessen habe. Sie kommen jetzt nach und nach hier auf der Website zum Vorschein.

    Technik & Me

    So fotografiere ich mir im Leben kleine Helferleins herbei …

    Diese Woche gibt es, krankheitsbedingt, weniger Herausforderungen im Office als sonst. Die Nähmaschine schnurrt zuverlässig vor sich hin und bekommt demnächst ein Service, damit das auch so bleibt. Das Filmschneideprogramm Da Vinci Resolve kann frau sang- und klanglos verlernen, wenn sie wochenlang nicht damit arbeitet und dann auch noch ein Riesen-Update herunterlädt.

    Die Notizenfunktion in meinem Pocket-Book entdecke ich erst jetzt. Ich lese zum zweiten Mal ein Buch über Nicki du Saint Phalle . In ihrer Anfangszeit als junge Mutter und Künstlerin begeistert sie sich sehr für den spanischen Gaudi-Garten. Jetzt aber, das will ich nicht wieder vergessen! Mir erschließt sich das Angebot des Markers im Notizenbereich nicht, weil es so spartanisch und zeitverzögert angelegt ist. Wohl aber das Lesezeichen. Das scheint später im Inhaltsverzeichnis wieder auf.

    Das war wohl nix

    Hier hat wohl jemand vergessen, die Wand zu verputzen?

    Mein größtes Hoppala! diese Woche:

    Für die Zukunft bitte merken: wenn der Körper sagt, du bist krank, dann meint er das so. Und will sich auskurieren. Wie schon Mutter immer sagte, einen Tag fieberfrei sein, bevor er und sie sich wieder ins Getümmel schmeißt. Sonst dauert der Prozess länger als erwartet. Und vermutlich auch länger als notwendig. So ein Rückfall ist anstrengend und unlustig.

    Kreativität & Me

    So schaut es momentan bei mir auf #linkedin aus. Ich freue mich, wenn du mir auch hier folgst!

    Was liegend immer möglich ist, sind geschriebene Beiträge. Ich lade dich herzlich ein, mir auch auf Linkedin, meiner favorisierten Social Media Plattform, zu folgen. Dort gibt es regen Austausch unter meinen Artikeln und ich komme direkt mit dir ins Gespräch.

    Einerseits habe ich diese Woche einen Beitrag zur Stecknadel veröffentlicht. Und außerdem einen VLOG über meine praktische Arbeit im Atelier.

    Vorfreude und Planung

    Danke liebe Maren Martschenko für dein unermüdliches Zurverfügungstellen von Reflexionsfragen. Sie sind immer die Vorstufe zu meinen Wochenrückblicken. Für diese Woche geht es um das Thema Vorfreude. Selbstverständlich finde ich schnell einen Grund.

    Während wir dieses Wochenende die Maschinen des Liebsten zusammenpacken, damit sie nächste Woche mit der Spedition nach Portugal in die neue Werkstatt meines Sohnes gefahren werden, freue ich mich schon wie verrückt. Wir reisen den Maschinen Ende April, Anfang Mai für einen Urlaub nach. Dann sind sie dort schon in Verwendung.

    Portugal kenne ich noch überhaupt nicht. Ich freue mich auf eine Reise durch Frankreich und Spanien und ins neue Lebensumfeld meines Ältesten.

    Vor einem Jahr packt er nach einem Urlaub seine sieben Sachen und wandert voller Vorfreude aus. Man beachte den Kärntner Kren in der Außentasche. Der durfte in Portugal zu Ostern nicht fehlen.

    Ein Jahr später entsteht ein neues Leben mit neuen Menschen und neuen Aufgaben.
    That’s Life!

    Und wie hast du diese letzte Woche im Februar erlebt?