Mein Jahr 2024 und seine beruflichen Änderungen

Schön, dass du heuer wieder dabei bist! Wie ein fernes Rauschen empfinde ich das heurige Weihnachten und den Jahreswechsel. Da. Und auch schon wieder vorbei. Im Spittaler Einkaufszentrum glitzern noch die Christbäume. Und von der Decke hängt plastikblumige Frühlingsdeko. Alles sehr strange. Alles sehr flott. Eines geht nahtlos ins Andere über. Alle Jahre wieder.

Ich hoffe, du konntest eine gute Zeit mit deinen Liebsten verbringen. Dich ein bisschen erholen und Schwung holen für das, was heuer kommt. Mein Jänner und mein Februar werden äußerlich scheinbar ruhig sein. Es gibt so viel für das heurige Jahr vorzubereiten. Diese Arbeit geschieht im Hintergrund und ist genauso wichtig wie die sichtbare. Liege ich ganz falsch wenn ich glaube, dass du das auch kennst?

Ich gebe dir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was heuer durch mich zu dir kommt. Und es ist ein Versprechen an mich selbst, die Dinge mit mehr Herz und Verstand anzugehen. Ich spüre echte Vorfreude und Herzklopfen! Und falls du meinen Jahresrückblick noch nicht gelesen hast, ich unterlege dir hier den Link.

  1. Monatlicher Newsletter
  2. Die Kunstunternehmerin
  3. Sichtbar werden
  4. Die Frau in der Gesellschaft
  5. Back to School
  6. Ausstellungen und Messen
  7. Ein blaues Wunder
  8. Mein Sommeratelier
  9. Film und Foto

Monatlicher Newsletter

Es ist endlich so weit. Mein WordPress-System sendet tapfer und regelmäßig Nachrichten aus, wenn ich einen Blog verfasst habe. Das kann als Newsletter durchgehen. Ist aber keiner. Der monatliche Newsletter scheiterte bis Jahresende am technischen und strukturellen Aufbau meines Verstandes, der rationale, logische Struktur nicht so richtig gut leiden kann. Und das System nicht lernte. Schon gar nicht auf Englisch. Damit ist heuer Schluss. Besser ein technisch ausbaufähiger Newsletter für dich als gar keiner. Dazu mehr, wenn du dich rechtzeitig eintragen magst. Sonst bist du eben im Februar dabei, wenn der nächste unperfekte Newsletter, mein sogenanntes Werkstattgeflüster, erscheint.

Die Kunstunternehmerin

Seit ich mich 2019 als Künstlerin angemeldet habe, denke ich darüber nach, wie ich mich als Künstlerin UND Unternehmerin professionell aufstelle. Ich führte dazu viele Gespräche. Im Grunde verstand niemand, was ich suchte. Höchstwahrscheinlich – auch ich nicht so ganz. Plus/Minus der beiden Ausfalljahre, die wir alle gemeinsam erlebt haben, war das ein Suchen, ein Ausprobieren, ein Spielen mit Möglichkeiten, mit Techniken und Materialien, mit Storywriting und Filmen und Fotografieren. Als Journalistin und Pressefotografin war ich damit erfolgreich. Rückblickend- ein grandioses Scheitern. Ich war eine begeisterte Hobbyunternehmerin. Ich habe durch die vielen Fails ein bisschen dazu gelernt. Und ich erkenne, alleine schaffe ich das nicht.

Mit dem Hobby ist heuer Schluss. Seit Dezember studiere ich. Mal wieder. Dieses Mal online an der jungen Akademie der Ikonenschmiede. Da passt so vieles zu mir, es ist sehr erstaunlich. Gemeinsam mit ein paar Hundert anderen Künstlerinnen und Künstlern aus der Bildenden Kunstszene widmen wir uns Kunst aus einer neuen Perspektive. Raus aus dem Elfenbeinturm oder wie in meinem Fall, heraus aus meinem Schneckenhaus. Hin zu den Wünschen und Sehnsüchten der Menschen. An meinen hochfliegenden, empörten Widerständen beim Studium erkenne ich, was ich nicht sehen wollte. Nicht sehen konnte. Jede und jeder von uns hat seine Biografie. Meine ist voller Widerstand gegen ein Geld- und Wirtschaftssystem, dass meinen Vater sterbenskrank gemacht hat. Das jede Freizeit im Keim erstickte. Das das Leben meiner Eltern nicht glücklich machte. Der frühe Tod meines Vaters war der endgültige Beweis für mich, dass meine Skepsis vollkommen angebracht sei. Und dass ich mir damit die Finger nicht schmutzig mache. Geschweige denn dieses System irgendwie unterstützen wollte. Meinen persönlichen Beitrag zu einer sanfteren und trotzdem effektiven Form des Wirtschaftens wollte ich nicht leisten. Ich wusste es besser. Wie arrogant und voller Angst das doch jetzt klingt…

Nun lerne ich mit wachsender Begeisterung, dass meine Art, Wesen für Menschen herzustellen, den Menschen dient. Nicht nur mir und meiner eigenen Entwicklung. Sondern eben auch anderen. Manche erinnern sich durch meine Wesen und ihre Botschaft überrascht an ihr Potenzial, das bisher seelig und unbemerkt ins Leben hinein schlummerte. Andere lieben den wesengewordenen Anker an schöne Erinnerungen und große Pläne, den solche Figuren verkörpern. Und es gibt Sammler, die sie einfach lieben, weil sie sind, wie sie sind. Und weil ihr Anblick so manches Herz weitet und wieder an die Liebe erinnert.

Niemals ohne Werkzeug! Niemals!

Mir kommt es vor wie damals mit dem Singen. Ich hatte, entwicklungsbedingt, panische Angst vor Auftritten als Jazz-Sängerin. Obwohl ich dieses Musizieren so sehr liebe. Es tut mir leidenschaftlich gut, mich in den Klang, in die Töne hineinzulegen. Diese Frequenzen am ganzen Körper zu spüren. Tatsächlich so etwas wie Energie zu bekommen und davon zu leben. Es ist ein bisschen schwer mit Worten zu beschreiben. Sängerinnen und Musikerinnen verstehen mein Ringen um die Worte für dieses Gefühl möglicherweise besser. Eines panikattackengeschüttelten Abends wird mir klar, dass es nicht um mich geht. Nicht um meinen Auftritt. Nicht um meine Perfektion als Musikerin. Sondern um das Geschenk, das ich anderen Menschen mit meiner Stimme mach. Die Panik verpufft. Von einem Moment zum anderen. Heute singe ich ein, zwei Lieder und meine Stimme ist gut eingesungen. Mit und ohne Publikum. Das Schenken geht weiter.

So soll das auch mit der Kunstunternehmerin in mir werden. Ich weiß aus den vielen Rückmeldungen meiner vorwiegend weiblichen Kundinnen, wie sehr sie diese Wesen lieben, denen sie ein Zuhause bei sich gegeben haben. Dass sie diese Wesen genauso lieben wie sie von mir geliebt wurden, als ich sie herstellte. Dass sie genau das ausstrahlen, was sie transportieren sollen. Ich entschuldige mich an dieser Stelle von Herzen für meine Unsichtbarkeit, meine Zurückhaltung der letzten Jahre. Ich war so unsicher, ob meine Arbeit mit „Diesen Puppen“ irgendeinen Sinn macht. Außer, dass ich liebe, was ich täglich mache. Und dass ich erfahren habe, wie sehr sie mir dabei helfen, die zu werden, die ich in diesemLeben sein will.

Auch hier der Hinweis auf den Newsletter. Bitte trag dich gerne ein, falls du ein bisschen mehr Information hinter den Kulissen bekommen willst, die es erst später auf die Homepage oder auf Social Media schafft. Im Newsletter werden ab Februar neue Wesen vorgestellt, die noch nicht öffentlich sichtbar waren. Und noch einiges mehr. Inhaltliches entsteht derzeit beim Studium. Und ich freue mich schon so sehr darauf, es mit dir zu teilen.

Sichtbar werden

Womit ich bei meinem Jahresmotto für dieses Jahr ankomme. Ich habe in meinem #jahresrückblog23 versprochen, heuer mein Schneckenhaus zu verlassen und sichtbarer zu werden. Für mich bedeutet das, dass ich in einem ersten Schritt mit meiner Freundin Milly ein Mini-Puppen-Theaterstück rund um unsere Geschichte des gemeinschaftlichen Wohnens aufnehme. Dass ich auf LinkedIn und Instagram sichtbarer werde. Facebook aus derzeitiger Sicht heuer auslaufen lasse. Und dafür meinen Youtube-Kanal mit mehr Leben fülle.

Gibt es etwas, das du dir von mir wünschst? Womit aus meinem Leben kann ich dir eine Freude machen? Magst du Vlog-Einblicke in mein Winteratelier sehen? Interessiert es dich, wie wir ab den wärmeren Monaten in unseren Tinyhouses leben? Interessierst du dich für mein biografisches Schreiben? Möchtest du mehr Details von meiner Arbeit sehen? Ich bin derzeit offen für alles. Das Jahr ist ja noch jung. Die Kommentarfunktion unter dem Blog kann es kaum erwarten, dass du sie mit Anfragen und Feedback füllst!

Weihnachten im Millino

Die Frau in der Gesellschaft

Ich habe mir heuer auch ein Arbeitsthema verpasst, zu dem Wesen, Fotos und Filme entstehen werden. „Die Frau in der Gesellschaft“ wird meine erste Serie. Ein Spaziergang durch die künstlerischen Epochen der Menschheit. Mit geschärftem Blick darauf, wie es den Frauen damals erging. Und wie und was sich bis heute verändert hat. Ich lege heuer das Material Wolle und Nadelfilzen zur Seite und wende mich lufttrocknendem Ton zu. Es reizt mich, noch direkter mit meinen Fingern Gesichter, Hände und Füße zu gestalten. Und dem Design der Skulpturen und ihrer Präsentation mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Die Arbeit mit Airdrying Clay ist nicht so weit vom Nadelfilzen entfernt wie gedacht. Und wird vermutlich Auswirkungen auf eine Rückkehr zum Nadelfilzen haben.

Esmeralda. WIP. Noch auf meinem Werkstättentisch. Die letzte aus der Serie der gefiltzen Rättinnen. Demnächst im Shop!

Back to School

Ich freue mich riesig auf das Schreibwerkstatt- und Puppentheaterprojekt mit einer Mittelkärntner Volksschulklasse. Es taugt mir so, Kinder dabei zu begleiten, sich ehrlich und aufrichtig auszudrücken. Zu erfahren, wie sie Welt sehen und wie sie sich diese Welt, ihre Welt, wünschen. Welche Träume sie träumen. Und was sie immer schon sagen wollten. Diese begleitende Arbeit macht mich kreativ, weit und glücklich. Möglich wird das einmal mehr die Kulturinitiative des OeAD, die uns Künstlerinnen dabei unterstützt, unser Können und unser Wissen in Schulen zu tragen und mit Kindern zu teilen. Kinder, die nach uns in dieser Welt leben werden, in ihrer Wirkmächtigkeit zu unterstützen und einen guten Samen für ihre Zukunft zu säen. Dazu braucht es auch offene Pädagoginnen und Leiterinnen von Schulen, die diese Projekte an ihre Schulen holen. Falls du Lehrerin oder Lehrer bist – schau dich auf der Plattform um. Und sag mir, was ich noch anbieten kann, um nächstes Jahr an deine Schule zu kommen. Ich hätte da ein paar Ideen. Womöglich finden wir etwas Gemensames.

Nachwuchskünstlerinnen bei der kreativen Arbeit. Bitte nicht stören.

Ausstellungen und Messen

Viele Pläne habe für Ausstellungen ich noch nicht. Außer, jede Chance zu nutzen, die sich bietet. Das wird sich wahrscheinlich im Laufe des Jahres ändern. Spätestens, wenn ich meine erwachsenen Kinder in Wien besuche oder wir wieder auf Reisen sind. Fix ist für mich, dass ich Anfang Mai als Besucherin und Interessierte zur Stroke Art Fair nach München fahre. Dort gibt es auch ein Treffen mit Studienkolleginnen von der Ikonenschmiede Akademie.

Fix ist auch, dass ich Ende Mai zum ersten Mal als Ausstellerin an der „Frühlingsfreude“ im Schloss Rossegg teilnehme. Die Produktion dafür startet noch im Jänner und ich bin richtig aufgeregt, dir dort persönlich zu begegnen und dich kennen zu lernen. Meine Wesen sind aus Erfahrung viel gelassener als ich. Sie müssen ja auch nichts organisieren. Nur schön und lieb und nett sein und dein Herz berühren.

Ein blaues Wunder

Die Lust auf das Cyanotypieren steigt mit jedem Tag, an dem das Sonnenlicht stärker wird. Ich hoffe, dass wir es in kleinster Runde im April oder eben dann im Juni oder Juli schaffen, diese uralte Technik des Sonnenbelichtens auszuprobieren. Möglicherweise dann schon im Atelier im Zirkuswagen. Mich reizt die Möglichkeit, auf Stoff zu belichten und diese Stoffe für meine Wesen und ihre Hintergrundgestaltung zu verwenden. Darüber erzähle ich sicher noch mehr, wenn sich die Gruppe gebildet hat, die ich mir wünsche.

Magische Cyanotypie. Wir warten auf dich und deine Kraft, liebe Sonne!

Mein Sommeratelier

Sobald es möglich ist, bin ich wieder im Zirkuswagen. Die Hoffnung, dass der Winter ausfällt, hat sich nicht erfüllt. Obwohl – mein Amberbaum zwischen den Häuschen hat immer noch alle seine Blätter. Das Klima am Millstätter See und der geschützte Platz machen das möglich. Für mich als Mensch ist es ohne Feuer im Zirkuswagen zu eisig, ich bin halt doch keine Pflanze. Der Kamin wäre schon da, nur der Anschluss des Ofens, der zieht sich in die Länge. Ich bin zuversichtlich, dass das heuer klappt und ich die Saison im Zirkuswagen in den Frühling und Herbst verlängern kann. Schritt. Für Schritt. Für Schritt. In meine Zukunft im Zirkuswagen!

Film und Foto

Beim Schreiben des Jahresblogs 2023 fällt mir auf, wie wenig Standfotos ich gemacht habe. Unglaublich. Nicht nur am iPhone, sondern auch mit der Kamera. Mitte Dezember hat mir mein Liebster geholfen, in der Stadtwohnung ein mobiles Fotostudio zu bauen. Derzeit ist das Studio mit (s)einer bunten Weihnachtslandschaft vollkommen besetzt und ausgelastet. Sobald wir diese glitzernde, bewegte und rattige xmasflirrende Gaude gefilmt und fotografiert haben, verwandelt sich dieser Bereich zurück in mein Studio.

Auch mit dem Film geht es weiter. Auweia, ich sage es dir. So ein alterndes Hirn lernt anders als ein dreißig- oder vierzigjähriges. Wenn ich ein paar Tage nicht am Schneiden des Materials sitze, weiß ich die einfachsten Schritte nicht mehr. Oder der Anbieter hat mit bester Absicht Verbesserungen in die Software eingebaut. Und ich kann wieder von vorne anfangen. Doch du kennst mich. So schnell gebe ich nicht auf.

Wilde Narzisse, weiß, vor schwarzem Hintergrund
Pflanzenschönheit. Bei mir im Fotostudio.

in Arbeit…
Geschafft! Du bist eingetragen!

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2 Einträge zu „Mein Jahr 2024 und seine beruflichen Änderungen

  • Liebe Lisa ja ich habe deinen Jahresrückblick gelesen und mir gedacht wie mutig alles so offen zu legen. Gleichzeitig spüre ich immer Unsicherheit in deinem Tun und Schaffen obwohl du so vielseitig, kreativ und einzigartig bist. Frag nicht was wir wollen, wir uns wünschen. Mach was dir dein Kopf, Herz, Bauch sagt, was einzig und allein DIR Freude macht.
    Ich wünsche dir viel Spaß, Freude und Erfolg mit deinen Projekten und ein wunderbares 2024.
    Herzlichst
    Eva

    Gefällt 1 Person

  • Liebe Eva, spüre ich das richtig, dass du dir Sorgen um meine Selbstsicherheit machst? Das ist so lieb von dir, danke!

    Ich träume davon, dass der Beruf der Künstlerin eines Tages als das anerkannt wird, was er ist – ein ganz normaler Beruf. Ein ganz normales Handwerk. Von dem Menschen leben können, die diese Anlage in sich tragen. Und das sind gar nicht so wenige. Vielleicht schwingt diese Unsicherheit noch mit, dass so viele unser Wirken nicht sehen. Danke auf alle Fälle für deine Rückmeldung. Es wird in Übergangszeiten wohl ein bisschen dauern, bis die Sicherheit im Auftreten größer ist.

    Wenn es nach mir ginge, würde ich weiter so vor mich hin produzieren wie die letzten vier Jahre. L’art pour l’art, sozusagen. Kunst um ihrer selbst Willen. Nun ist es aber so, dass meine Wesen tatsächlich dazu beitragen können, dass es Menschen in ihrer Umgebung besser geht. Das war gar nie so geplant. Ich habe sie ausschießlich für mich gemacht. Und sie haben mir so geholfen, die zu werden, die ich heute bin. Und dann kommen erwachsene Menschen zu mir und fragen, ob sie den Wesen ein neues Zuhause geben können. Eben, weil sie spüren, dass etwas in ihnen sich regt. Dass sie Veränderungen anstoßen, die nur mehr diesen kleinen Schubser brauchen, um den ersten Schritt zu machen.

    Wenn meine Wesen also Menschen glücklich und lebendiger machen, dann brauche ich Feedback. Deshalb stelle ich meine Fragen. Mich immer nur im mich zu drehen, ist für mich auf Dauer nicht befriedigend. Zu sehen, wie Menschen feuchte Augen bekommen, wenn sie „ihr“ Wesen im Empfang nehmen. Wenn ich noch Jahre später Fotos und Rückmeldungen bekomme, wo die Figur jetzt wirken darf. Das ist das alles wert. Das macht mehr mit mir, als ich mit Worten ausdrücken kann.

    Hey, lass uns mal miteinander irgendwo einen Kaffee trinken und direkt reden. Ich würde mich von Herzen freuen. Alles Gute auch für dein Berufsjahr liebe Eva und vielleicht auf bald! Lisa

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