Kaffee-Ersatz und erste Vorsätze

Draußen rieselt leise der Schnee. Drinnen nippe ich an meinem koffeinfreien Warmgetränk. Schön bitter. Und schön heiß.

Kaffee, der keiner ist

Ich bin durch. Durch die Kaffeesucht. Was das bedeutet? Ich kann wieder ab und zu gemütlich einen Kaffee trinken. Brauche aber keinen zweiten. Und schon gar keinen am nächsten Tag. Eh‘ schon wissen. Die Tochter einer Freundin empfiehlt mir Lupinenkaffee aus dem Bioladen. Volltreffer! Das Bittere weckt meine Lebensgeister. Vor allem jetzt, wenn das Licht noch drei Wochen lang – immer weniger wird. Nur mehr drei Wochen. Hipp hipp, hurra!

Wie geht es dir um diese Jahreszeit? Machst du einfach mehr Licht an oder kommst du gut zurecht mit den frühen Abenden?

Der Sündenbock

Meine Sündenbockskulptur hat gute Arbeit an mir und meiner Entwicklung geleistet. Neben meiner lebensgroßen Bienenkönigin und ihrem Hofstaat ist sie die erste große Skulptur aus Stoffen, Stickerei und einer ganzen Menge Füllmaterial. Ende September begonnen. Immer wieder an ihr weiter gearbeitet. Mich gezwungen und durchgehalten, nicht Neues zu beginnen. Keine einfach Übung für mich. Und jetzt – präsentiert sie sich in stattlichen 1,50 mal gut einem Meter. Und erinnert mich jeden Tag, dass Veränderung in meinem Leben aus mir kommt. Altersvergesslichkeit gegen Sichtbarkeit und Erinnertwerden. Das kann Kunst nämlich auch.

Was die Herstellung und Auseinandersetzung mich gelehrt hat? Eine ganze Menge.

  1. Die Dissonanz mit meinem größten Trigger, der Verteilungsungerechtigkeit im SYSTEM, erstaunt mich. Das Bewusstwerden sturer Verhaltensmuster aktiviert in mir gesunde Wut. Ich bin kein Opfer. Ich lebe äußerst privilegiert.
  2. Ich bin es, die einen „System Change“, einen Wechsel ihrer Businessstrategien, durchführen muss. Ich bin die Veränderung, die ich mir in meinem Umfeld und auf diesem Planeten wünsche.
  3. Es kommt der Punkt, an dem ich erkenne, dass es mir und meinen Kundinnen und Kunden definitiv dient, die Künstlerin in mir ernst zu nehmen. Kunst ist mein Berufsfeld. Da komme ich her, da gehöre ich hin. Als Künstlerin kann ich in unserem System am besten mitreden. Kunst ist ein Berufsfeld wie jedes andere. Ich wurde vom Leben mit kreativem Denken, der Fähigkeit, Neues zu erschaffen und der Lust, mit meinen Händen Kunst zu schaffen, ausgestattet.
  4. Dass das anderen Menschen Freude, Reflexion und Umdenken bereitet, erzählen mir jene, die so ein Wesen adoptieren. Es ist für mich immer noch ein Traum, der wahr wird.
  5. Als Unternehmerin im Business Kunst darf ich selbstverständlich als Teil unseres gesellschaftlichen Systems davon leben. Wie, das werden die nächsten Monate zeigen. Systemwechsel auch hier.
  6. Ja, es gibt und es wird noch eine Weile diese veralteten Vorstellungen von Kunst geben, die wir hinlänglich kennen. Wenn berühmte Namen und erzielte Verkäufe mehr zählen als Inhalte, als Wirkung, als Unterstützung im Leben von anderen Menschen, dann dürfen wir uns nicht wundern. Mir war nicht bewusst, dass Kunst so viele Menschen abschreckt, weil sie abgehoben von menschlichen Bedürfnissen scheint. Und unbegreiflich bleibt.
  7. Ich bin den jungen Menschen sehr dankbar, die im Hintergrund die Kunstszene bereits gewaltig aufmischen. Es braucht Mut, ausreichend Verzweiflung und einen langen Atem, diesen verkrusteten Apparat wieder zum Glänzen zu bringen. Ich stelle mich sehr gerne zur Verfügung.
  8. Ich muss diesen Wechsel ins Neue nicht alleine schaffen. Ich lasse mich professionell von Menschen begleiten, die diesen Wechsel erfolgreich gemeistert haben.

Jahresende

Im Dezember schließe ich mich dem Jahresrückblog von Judith Peters an. Viele meiner Werke entstehen durch meine schriftliche Auseinandersetzung mit der Welt und mir. Derzeit bekommt das fast nur meine Online-Schreibgruppe zu lesen, in der ich seit dem heurigen Frühling wöchentlich und konsequent aktiv bin. Zwei meiner Schreibfreundinnen sind auch bei diesem schriftlichen Jahresrückblick dabei. Gemeinsam entsteht so viel mehr als einsam. Ich bin schon sehr gespannt auf die Magie dieser Gruppe.

Und vielleicht treffe ich dort auch dich? Es geht am 1. Dezember los!

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