Retreat und Wiederkehr

Wenn sogar meine eigene homepage mich nicht wieder erkennt, dann könnte das bedeuten, dass ich eine Weile nicht hier war. Ja, ich hatte einen wunderbaren fünfwöchigen Rückzug inklusive allen Schritten, die ich mir seit Beginn des Puppenmachens vor drei Jahren für mich wünschte. Danke liebe Johanna für deine feinsinnige, zurückhaltende und inspirierende Begleitung durch deinen e-mail-Workshop. Deine Lektionen werden ihre volle Wirkung entfalten, ein bisschen etwas ist schon zu spüren. Sich erfolgreich dagegen zu wehren, einen bestimmten Schritt zu machen, ist eine Sache. Und ihn dann zu machen, weil der Raum geschützt genug ist, eine andere. Das nenne ich dann Geschenke des Lebens.

Wenn frau sich auf den Tag genau am letzten Workshop-Tag einen Zehenknochen bricht, dann hat das auch etwas zu bedeuten. Geduld? Ja, aber flott. Das wäre meine Devise. Mein Körper sagt allerdings „autsch“ bei jedem Schritt zu viel und zwingt mich in eine Ruhe, die ich selten habe. Ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerade jetzt ganz viel zu schleppen hätte, um unser Haus aus- und für die nachfolgenden Besitzer*innen frei zu räumen. Hätte. Könnte. Würde. Ich habe aber hier zu sitzen und mich weiterhin in meinem Atelier meinen Wesen zu widmen. Den alten. Und den neuen. Und diesen Fuß hoch zu lagern, der das sonst schmerzhaft einfordert. Auch so ein kleines Knöchelchen hat seine Wichtigkeit in der großen Kunstform „Körper“.

Hier an meinem Arbeitsplatz steht Ricarda Rose und trällert und singt. Wir hatten heute schon intensive Gespräche wegen frierenden, schmalen Schultern. Sie erinnerte mich – seeehr vorwurfsvoller Blick unter dem Rand des riesigen Häkelhutes mit den Riesenblüten – an einen nassgefilzten Stoff, der eine Lampe hätte werden sollen. Der doch jetzt perfekt und wunderbar um ihre Schultern… Okay, so läuft das. Ich stelle mein Atelier auf den Kopf. Finde das Prachtstück. Grabe einen Schnitt der wunderbaren Jill Maas aus, der Ricarda Rose den Körper verleiht. Mache einen Bolero. Nähe einen riesigen Knopf an. Ich sehe aus den Augenwinkeln, dass sie murmelt und nickt und an den Blüten ihrer Gartenschürze herum zupft. Also passt es. Und seitdem – singt sie. Oder übt sie? Jedenfalls schmettert sie Arien. Mit den Kohlmeisen und dem Buntspecht um die Wette, die schon rund ums Vogelhäuschen fliegen. Es könnte ja schon was da sein für die Körndlspezialisten, n’est pas? Die schmale Ricarda Rose jubiliert. Vom Herbst, der jetzt ein bisschen arg schnell kommt. Vom Häuschen, das ich jetzt ein bisschen flott putzen soll – das mit der roten Eingangstür. Weil lang, lang kann sie nicht mehr „Bin im Garten“ an der Türe hängen haben. Die Nächte sind schon sehr kühl. Der Morgennebel ist sehr feucht. Und außerdem hat der kleine Tiger-Halbstarke Leo sie aufgestöbert und maunzt sie an, dass sie endlich mit ihm auf Mäusejagd gehen soll. Wo sie doch Veganerin ist. Sieht man an ihrer Hautfarbe. Schafgarben-Buchenblatt-Wegerich-Gün. Und nur Pflanzen und Tautropfen verträgt. Eijeijei. Ein strenger Blick trifft mich. Ob mir ihr Gesang vielleicht nicht gefalle? Sie könne auch gehen und ihre Musenqualtiät in den Gartenkorb packen. Zu den schönen letzten Lilien, die sie gepflückt hat. Weil pflanzen lasse sie sich nicht. Auch nicht von mir.

Ihr seht, immer was zu tun hier im Atelier. Oder ein paar Stengel grad zu biegen. Ich lasse euch noch ein paar Fotos hier von Ricarda Rose und von Marie Fitzgerald und ihren Freundinnen. Die beiden meiner englischen Damen haben mich ganz überraschend verlassen. Aber ich kann sie besuchen, sie sind in Kärnten geblieben. Danke Maria Regina und Melitta, dass ihr ihnen ein neues Zuhause gegeben habt. Und falls Marie Fitzgerald auch so viel singt – bringt sie raus in den Garten. Die nächste Gärtnerin schweigt vielleicht. Sag ich jetzt mal, so aus dem Bauch heraus. Wir werden dann eh sehen…

Gewohnheiten und neue Wege

Kennst du das? Du nimmst dir herzklopfend etwas Neues in deinem Leben vor. Du bist voller Begeisterung. Der Termin ist, dem Gott und der Göttin sei es gedankt, noch Mooonaaate weit entfernt. Alles erscheint dir möglich. Und dann schmelzen die Monate zu Wochenenden, zu Tagen, zu Stunden. Und du fängst an zu hoffen, dass dieser Kelch an dir vorüber geht. Möchtest wie in meinem Fall eigentlich mit einer Klappmaulpuppe anfangen, die dich schon ein Jahr lang reizt. Oder zumindest mit dem Aufräumen des ohnehin noch nicht angeräumten neuen Studios. Wenn du Glück hast, hast du dir in deinem Terminkalender rechtzeitig eingetragen, wann deine Vorbereitungsarbeiten für „DAS NEUE“ entspannt beginnen und enden sollen. Und du wehrst dich zwar innerlich. Siehe Klappmaulfigur. Ahnst aber, dass sich alles fein ausgehen, du optimal vorbereitet sein wirst, wenn du dich an den von dir selbst ausgedachten, selbst erstellten und optimalen Terminplan hältst. Und tust dann in den ersten Stunden murrend. Später zunehmend begeistert.

Schnitt. Großeinstellung auf erwachsene Kursteilnehmerinnen an der Volkshochschule Villach in Südösterreich. „DAS NEUE“ zeigt sich in konzentrierten Gesichtern. Puppenmacherinnen, die ihre halbfertigen Wesen anlächeln. Durchhalteprozessen, weil diese Art des kreativen Tuns gar nicht geläufig ist. Nicht nur mich, die Lehrende, vollkommen herausfordert. Menschen, die aus ihrem Nähkästchen plaudern. Ideen und Material teilen und zusammen helfen. Mein dreijähriges, praktisches Erfahrungswissen aufsaugen wie ein Schwamm. Und am Ende mit den entzückendsten und wie für sie gemachten Stoffpuppenwesen nach Hause gehen, die man sich vorstellen kann.

Ich kann es Stunden später noch immer kaum fassen. Ich, ich gebe auswärts Kurse für textile Wesen! Für Erwachsene, nicht für Kinder, mit denen es mir so leicht fällt. Nichts, aber auch gar nichts an vielschichtigstem Material aus ganz Europa fehlt. Die Vorbereitungsarbeiten sind genau richtig dosiert. Genießt die Fotos die dokumentieren, was geschieht, wenn Menschen ihre Gewohnheiten verlassen und sich allein oder mit anderen Menschen auf Neues einlassen. Und auf mich. Was Wundervolles entsteht, das sich unserer Kopfsteuerung entzieht, aus der Intuition und unserem kreativen Anteil kommt. Sorry, ich muss das jetzt sagen – sehr magisch das Ganze. Es wird garantiert wieder Kurse an der Volkshochschule geben, der nächste dieser Art ist Anfang März 2020 in Villach und Ende März 2020 in Hermagor, einfach im Programm nachschauen unter den Standorten und „Kreatives Gestalten/Ich nähe eine Stoffpuppe“. Und ich komme ab fünf Teilnehmer*innen auch gerne mobil an einen Ort deiner Wahl.

Danke Anita, dass du mich in diesen aufrüttelnden Monaten im Herbst 2015 wirklich gesehen und nun an die Volkshochschule geholt hast! Danke Fe, dass du mir begegnet bist, als ich ganz schön planlos in dieser auf 2015 folgenden Ehrenamtszeit in meinem Leben „Management für Ehrenamtliche“ bei dir und deinen Kolleginnen in Villach studiert habe. So schnell sehen wir uns wieder! Danke an diese fünf tollen Frauen, die so begeistert mitgemacht haben. Ihr ward einfach nur ein Geschenk! Und Danke Leben – du mein heraus forderndster Workshop. Dass du mich an meine Ängste führst, mir Werkzeuge gibst, genau die richtigen Menschen in mein Leben schupfst und mich durchaus lebendig begleitest. Auch ohne Samthandschuhe. Die Benutzung sturer und einseitiger elektronischer Türöffner und ihre Schlüsselpositionen habe ich mit der Hilfe meiner Kursteilnehmerinnen gemeistert. Jawohl. Da war der ganze Kurs ein Klacks dagegen.

Und weil wir grad dabei sind, ich hätte da noch eine Hürde, Leben. Eine weitere bequeme comfortzone, die ich ungern verlassen möchte obwohl ich sowas von weiß, dass dieser Schritt dran ist. Ich, die Profifotografin hinter der Kamera, mit der Macht des Gerätes, ohne je davor stehen zu müssen. Ich fürchte mich vor Live-Videos – vorm Aufnehmen, vorm Sichtbarsein, vor der Technik, vorm Versagen. Ob du wohl…?! Bitte, danke…

Kunst und Kreativität

Kennt ihr die Künstlerin Eva Hesse? Ich lese gerade ein Buch über sie, das mich sehr aufwühlt. Eine der letzten Skulpturen ihres künstlerischen und intensiven Lebens sind von der Decke hängende Tücher, mit Kunstharz und Material bearbeitet. Sie sagt von dieser Skulptur: „Das bin ich.“ Ohne sehr viel von ihr zu wissen glaube ich ihr. Uneingeschränkt. Der Kunstmarkt macht sie zu diesem Zeitpunkt zur Künstlerin. Sie erfährt die von ihr so ersehnte Anerkennung als sie dabei ist, diesen Planeten und ihren kranken Körper gezwungenermaßen für immer zu verlassen.

Die Kreative

Was ist das, Künstlerin, Künstler zu sein? Wir haben heute Morgen beim Frühstück lange darüber gesprochen. Sogar unser Neunjähriger bleibt sitzen, als sich unser intensives Gespräch um diese beiden Worte dreht, die in mir viel Altes triggern: was ist Kunst und was ist Kreativität? Für mich, nicht für andere Menschen. Ich habe viele Erklärungsversuche über beide Begrifflichkeiten gelesen und reflektiert. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich das tue, was ich gern tue. Es macht weiche Knie, rührt mich manchmal zu Tränen, macht alles weich und es fühlt sich einfach „richtig“ an, angekommen, dort, wo ich jetzt grade sein soll. Dieses Gefühl erleichtert mühsames Trennen von nicht gut angenähten Körperteilen der Puppen, die mich gerade beschäftigen. Es bringt beim Fotografieren neue Ideen, die vorher nicht da waren. Oder flüstert mir beim Schreiben die nächste Formulierung ein. Dieses Gefühl, diese Energie, die ich spüre, würde ich als kreative Energie, als meine Lebensenergie bezeichnen. Das ist mein innerer Motor, der mich morgens aufwachen und herzklopfend tun lässt.

Die Künstlerin

Und dann gibt es die Kunst. Und einen wirtschaftlich angetriebenen Kunstmarkt, der aus dem von Menschen geschaffenen Begriff „Kunst“, den KünstlerInnen und ihren Kunstwerken entstand. Wo es darum geht, Trends zu setzen, zu bedienen und Geld damit zu verdienen.

Ich habe meine eigene Geschichte dazu. Einerseits erlebe ich als Schülerin, dass ich zu feige bin, den Wechsel an eine Schule mit Internat in Graz umzusetzen, die mich gefördert hätte. Dann am eigenen Körper zu erleben wie es ist, als Kreative betrachtet und als Teilzeitkünstlerin fürs Wochenende und die Ferien eingeordnet zu werden. Und das zuzulassen. Parallel werde ich in einer angefangenen Ausbildung starr vor Schreck, als andere Frauen als „Hausfrauenkünstlerinnen“ ohne jedes Verständnis für Kunst abgewertet werden. Es tut mir heute noch leid, dass ich nicht in der Lage bin, einzugreifen. Die Angst, ebenfalls abgewertet zu werden, ist zu groß. Ich habe gerade erst entdeckt, dass ich nicht verrückt, sondern möglicherweise einfach „Künstlerin“ bin.

Ich habe in dieser Phase in Kursen und Unterweisungen gelernt, dass Kunst nicht gleich Kunst ist. Einige meinen gar, dass eigentlich nur als Kunst zu bezeichnen ist, wenn ihre Herstellung „weh tut“. Weiches Material zu bearbeiten sei keine Kunst, es müsse in der Bildhauerei also mindestens der härteste Granit oder Metall sein, damit Kunst entstehen könne. Es folgten viele Streitgespräche über diese Begrifflichkeiten und den Umgang mit der „Kunst“ im besonderen. Ich fange an, abstrakten Ausdruck von gegenständlichem Ausdruck zu unterscheiden, die Prozesse des Tuns mit dem eigenen Körper zu erleben und mich dabei zu beobachten und zu reflektieren. Und ich lerne durch Dozenten und eigene Recherche KünstlerInnen und ihre Biografien kennen, die mich begeistern und ermutigen.

Als ich eine Weile als Journalistin über regionale Kunst und ihre „Unterform“, das Kunsthandwerk, schreibe, erlebe ich, dass Menschen leichtfüßig auf diese Unterscheidung verzichten und mit ihrem handwerklichen Ausdruck nach außen zugehen und dazu Kunst zu sagen. Und wie verzweifelt es manche Menschen drängt, das Geschaffene auszustellen und als Künstler gesehen zu werden. Diese Verzweiflung kenne ich. Denn ich habe jahrzehntelang sicherheitshalber alles versteckt und vergessen, was in kreativen Prozessen auf vielen Ebenen entstand. So entging ich dem möglichen Ausgelachtwerden.

Dies und einiges Andere ist meine ganze persönliche Geschichte als Heranwachsende und Erwachsene. Diese Erfahrungen überschreibe ich jetzt in einer weiteren Runde mit genussvollen Erfahrungen. Weil ich dran bleibe, Puppen zu machen. Wobei die innere Kritikerin die böseste Feindin meiner Prozesse ist. Es ist eine Gratwanderung, ihr zuzuhören, wenn sie sich wie ein trotziges oder unsicheres Kind aufführt. Manchmal muss ich ihr den Mund stopfen, wenn sie massiv übergriffig wird und mich als Ganzes in Frage stellt und überwältigende Schamgefühle aktiviert und mir einredet, ich solle das lassen, das sei keine ernst zu nehmende Kunstform. Und dann gehts wieder ganz leicht und wir arbeiten wunderbar zusammen.

Die Puppen

Wozu schreibe ich das alles? Nun, kreatives Schreiben ist einerseits mein innerer roter Lebensfaden, der mir meinen Weg zeigt. Das Schreiben begleitet mich mein ganzes Leben, vom Tagebuch der Volksschülerin über die Morgenseiten oder die schriftlichen Reflexionen meines Lebens, wenn das Chaos groß ist. Als Journalistin war es ebenfalls sehr von Nutzen. Nein, keine großartige Literatur. Sondern ein kostbares tool, nicht aus den Schuhen zu kippen, wenn der Gegenwind stark wird.

Das Puppenmachen hat eine andere Qualität. Zur Herstellung einer Stoffpuppe ist viel weibliches Handwerk gefragt. Nähen, stricken, häkeln, sticken, filzen, malen, designen und entwerfen, weben, Färbepflanzen ziehen und ernten und anwenden, Stoffdruck, spinnen, Schnitte entwickeln, Prozesse fotografieren, darüber schreiben und sie digital teilen. Und eine Menge trial and error beim Ausprobieren. Ich bin in meinem Studio einfach glücklich, wenn ich tue. Die üblichen Aufs und Abs sind inklusive.

Vergangenen Freitag habe ich zum ersten Mal einen dreistündigen Puppenmacherkurs für Einsteiger im Rahmen unserer Vereinsarbeit angeleitet. Und voller Freude erlebt, dass die Herstellung einer kleinen, einfachen Stoffpuppe in anderen Menschen ähnliche Prozesse auslöst wie in mir. Als ich am Samstag bei einer spanischen Puppenmacherin sitze und sie mir zeigt, welche genialen Handgriffe sie sich im Laufe ihres Lebens als Puppenmacherei angeeignet hat, erzählt sie mir ihre sehr ähnliche Geschichte mit der Herstellung dieser Wesen. Uns eint erstaunlicherweise, dass wir die ausdrucksstarken Puppen der Kärntner Puppemacherin Elli Riehl verehren, die zu ihrer Zeit mit erstaunlich grobem Material so viel ausdrücken konnte.

Derzeit ist dieser Druck weg, ob ich Künstlerin oder Kreative bin. Ehrlich gesagt spielt es heute einfach keine Rolle. Einerseits steht das Wort Kunst für etwas. Und ist Kreativität das Wort für einen inneren, ganz natürlichen Prozess. Die Unterscheidung wird im beruflichen Kontext in Österreich vom Finanzamt, der Gewerbekammer oder der Sozialversicherungsanstalt gemacht. In England, in Skandinavien gibt es Puppenmacherzünfte und sind diese Menschen als Künstler anerkannt. Ich gehe meinen Weg einfach weiter.

Die Kraft der kreativen Energie fließt durch jeden Menschen. Schaue ich meiner Enkelin Jana zu, dann sehe ich das ganz deutlich. Es liegt an uns, ob wir diese in uns angelegte Kraft nutzen oder sie stauen und erfolgreich um uns herum umleiten. Ich war in Zweiterem jahrzehntelang äußerst kreativ und ausgesprochen erfolgreich. Ein viel anstrengender Weg als dem inneren Sehnen und Dehnen nachzugeben und das zu machen, was Herzklopfen erzeugt. Und einfach auch eine Möglichkeit, Erfahrungen zu machen.

Wenn ihr wollt, dann teile ich dieses Glück des Puppenmachens in Anfängerkursen mit euch und ihr könnt am eigenen Körper erleben, ob es zu euch passt oder nicht. Am 30. November gibt es um 15 Uhr in Klagenfurt die nächste Möglichkeit dazu.

Kinder und Upcycling

Werfen Sie noch weg oder machen Sie schon Kunst?

UPCYCLING IM SCHUL.RAUM

Wir kommen zu Ihnen an die Schule, trennen Ihren Müll und machen daraus Kunst.

Warum?
Täglich fallen in Österreich Berge von kostbaren Rohstoffen direkt in den Müllcontainer und werden kosten- und energieintensiv entsorgt. Wir kommen zu Ihnen an die Schule, nutzen diese Rohstoffe, trennen gemeinsam mit den Kindern/Jugendlichen den verwertbaren Müll und entwickeln miteinander passende Projekte, die auf ihre Schule zugeschnitten sind.

Partner
Eigentlich will niemand Verwertbares wegwerfen. Überflüssiges Papier, textile Stoffe, Plastik, Metall belasten die Gemeinschaft und den Planeten. Müllvermeidung geht nicht von heute auf morgen. Es hat sich herumgesprochen, wie wir seit drei Jahren mit Menschen und ihrem Wegwerfmaterial kreativ umgehen. Wir haben Partner, die uns kostbare Materialien anbieten, die sie nicht (mehr) entsorgen. Diesen Schatz bringen wir als Zusatzmaterial mit.

Forschen und Erfinden
Wir sprechen mit den jungen Menschen über die Notwendigkeit und den Hintergrund von Ressourcenschonung unseres Planeten in Form von Re- und Upcycling und über die 17 globalen Nachhhaltigkeitsziele der UNO (SDG), zu denen sich Österreich 2016 verpflichtet hat. Wir arbeiten mit ihnen und ermutigen sie, in ihrer direkten Umgebung zu forschen und neue Dinge zu erfinden. Nicht nur darüber zu reden sondern auch selbst aktiv zu tun. Wir vermitteln einfach zu erlernende Arbeitsschritte und erschaffen neue Objekte von Wert. Objekte, die nicht ungeliebt im Regal verstauben sondern das Leben Ihrer Schule und der Ihnen anvertrauten Kinder durch den kreativen Prozess bereichern.

Kompetenz
Wir sind Künstler in den Bereichen Holz, Malerei, Textile Techniken und Fotografie. Drei Jahre lang haben wir gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen ausprobiert, was alles im Rahmen von Re- und Upcycling geht. Nun kommen wir mit unserer erworbenen Kompetenz an Schulen, um unser Wissen und unsere Erfahrungen an Kinder und Pädagogen weiter zu geben.

Wie?
Wir nutzen das derzeitige Überangebot an Grundmaterialien und stellen mit leicht erlernbarem künstlerischem Geschick neue Produkte her. In unseren Workshops können aus alten Zeitungen Figuren oder Objekte in Pappmaché-Technik entstehen. Leuchtende Windlichterketten aus alten Konservendosen. Fantasievolle Skulpturen aus PET-Flaschen. Oder wir gestalten überhaupt eine Wand oder altes Mobiliar in Ihrem Gebäude um, indem wir es gemeinsam bearbeiten. Gerne gehen wir auch auf Ihre Ideen ein und entwickeln ein gemeinsames Ziel.

Wer?
Verein DER.RAUM
Projekt UPCYCLING IM SCHUL.RAUM
Lisa Engel 0650 9141271
Alexander Engel 0680 1343971
foto@lisaengel.at

Kosten
250€ pro Tag
Projektpreis über längere Zeit oder Nachmittagsbetreuung auf Anfrage

Möglichkeit der Teilunterstützung im Rahmen des Schulkulturbudgets mit Kulturkontakt Austria bis 20.10.2018
https://www.kulturkontakt.or.at/html/D/wp.asp?pass=x&p_title=5787&rn=110976

Möglichkeit der Teilunterstützung eines Großprojektes im Rahmen von „culture connected“ bis Ende November 2018 (wird in den nächsten Wochen auf Kulturkontakt Austria ausgeschrieben)
https://www.culture-connected.at/home/

Möglichkeit der Teilunterstützung im Rahmen einer europaweiten Dialogveranstaltung mit Kulturkontakt Austria im laufenden Schuljahr https://www.kulturkontakt.or.at/html/D/wp.asp?pass=x&p_title=5291&rn=106560

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Zwerge, Nähcafé und Fotoanfänge

Am Mittwoch Nachmittag war wieder Zwergeln dran in der Nachmittagsgruppe der Sechsjährigen in Klagenfurt. Vor lauter Moos und Steinen und Tschurtschen und Sackerln herumschleppen vergaß ich endlich wieder etwas Wichtiges – meine heißgeliebte Klebepistole. Was echte Frauen sind, die wissen sich zu helfen. Betreuerin Elisabeth borgte mir ihr Werkzeug, die Rahmen gingen in die Endfertigung. Und dieses Mal war – nach dem Schreck über meine Vergesslichkeit – wieder alles ganz leicht und lustig und entspannt. Und ich muss echt sagen – diese Zwergenrahmen, die sind sehr persönlich geworden. Finstere Bergwerke und blühende Gärten mit Schneefall, von Sternen erleuchtete Nachtszenen und tiefe Höhlen, die Kinder waren sehr großzügig im Teilen ihrer Fantasie und Kreativität. Ich freue mich sehr mit euch über die schönen Ergebnisse!

Das dritte Nähcafé in Althofen wird zu einer lieben Routine. Schon erstaunlich, wie klug das Leben immer wieder Gruppen zusammenwürfelt. Dass wir interkulturell sind, freut mich besonders. Wir Österreicherinnen arbeiten mit einer englischen Lady und einem afghanischen Ehepaar. Und das geht – natürlich – ganz wunderbar. Liebes Christkind, ich wünsche mir bitte dringend eine vierfädige Overlockmaschine. Was für ein Segen die Technik sein kann… Mein erster Restelpullover ist schräg und witzig und bunt geworden. Jetzt habe ich eine Ahnung, wohin es mit dem KleidungsUpcycling gehen könnte.

Zweites Highlight heute: ein gut vorbereiteter Fotoschüler platzt fast vor Wissensdurst und Sofort-ausprobieren-Wollen. Die Fotos, die er in den letzten Tagen auf die Plattform Foto.Raum gestellt hat, zeigen deutlich, wie begabt er beim Sehen ist. Da will jemand ganz viel ausprobieren. Wie ansteckend das ist, brauche ich eh niemandem zu erklären. Wir haben uns wegfotografiert heute Nachmittag. Uns gegenseitig so viel gezeigt und gleichzeitig so viel gesehen, dass es eine Freude war. Und seine Fotos sind schon wieder hochgeladen. Er ist so schnell! So macht das tiefe Freude. Danke einmal mehr, wundervolles Leben!

Während wir drei Fotojunkies mit Licht spielten, arbeiteten zwei weitere Jungs aus Pöckstein an den alten Möbeln im Holz.Raum. Sie stellen sich so geschickt an. Alexander ist heute ebenso glücklich wie ich. Morgen haben wir endlich den Termin wegen der Berufsvolontariate und Arbeitspraktika. Jetzt können wir aus Erfahrung sprechen und Wege für die zuwandernden Menschen suchen.

Sehr zufriedenstellend verläuft auch die Integration der zugewanderten Stadtkatze Haru, die meiner Tochter voller Protest mehrmals am Tag in die Wohnung pinkelte. Einmal Draußenkatze, nie mehr Drinkatze. So ist das. Sie spaziert heute das erste Mal hüpfend und hopsend mit uns mit, verträgt sich mit den alten Hauskatzen und findet glaube ich nur das Futter not amusing. Macht nix, es gibt noch genug Mäuse. Wir freuen uns, wenn wir sie nicht im Haus fangen und mühsam weit weg transportieren müssen. Uns lieben alle Tiere. Doch das, das ist eine andere Geschichte…

 

Danke für diesen wunderwunderbaren Tag. Für ein paar Stunden habe ich all das Morden und Kriegführen und Wegschauen unserer macht- und geldgierigen Systemmanipulierer vergessen….

 

Foto Volontariat

Yeeeeiiiih, die interkulturelle Foto-Gruppe kommt zustande! Danke Leben, dass Hussein aus dem Irak von „Lisa“ gehört hat, die „in Althofen Menschen bei ihren Hobbys unterstützt“. Wer auch immer Hussein das erzählt hat, er fühle sich umarmt! An zwei Terminen vor Weihnachten werden wir uns mit der Kamera vertraut  machen. Hussein will eine Lehrstelle als Fotograf suchen, sobald er seinen Bescheid hat. Und bis dahin üben wir. In den Weihnachtsferien rücken wir öfter gemeinsam aus, weil er nicht zur Schule muss. Hussein hat bereits ein bisschen Photoshop Wissen und möchte außerdem auch Film ausprobieren. Es wird das passieren, was ich am meisten liebe – wir werden uns gegenseitig unterrichten. Und miteinander Neues ausprobieren.

Liebe ÖsterreicherInnen, wenn ihr euch fürs Fotografieren interessiert, noch Anfänger seid – dann kommt dazu. Meldet euch bei mir. Auch Jugendliche ab 15 Jahren sind willkommen. Die Erfahrung der letzten 15 Monate hat so eindrucksvoll gezeigt, dass im gemeinsamen Tun Ängste thematisiert und verbalisiert werden können. Dass es einen Riesenspaß macht, die vielen unterschiedlichen Perspektiven beim Tun auszuprobieren. Miteinander die Ergebnisse zu betrachten. Voneinander zu lernen. Sich gegenseitig zu unterstützen. Miteinander ganz Neues zu schaffen. Diese Foto-Gruppe bleibt eine offene Gruppe, bis erste Grundkenntnisse erworben sind. Dann schließen wir sie, um gemeinsam weiter zu gehen. Das wird voraussichtlich im Frühling der Fall sein. Die nächsten Termine können direkt bei mir erfragt werden, bitte einfach Kontakt aufnehmen!