Pflanzenwinter und Hausgärtnerin

Wie sie hier gelandet ist, kann sie nicht mehr genau sagen. Wohl aber, warum. Da war eine Anzeige in dieser Zeitung im Intercity. „Atelier zwecks Überwinterung im Süden zu vermieten. Holzofen vorhanden. Kühlschrank auch. Bis wir wieder kommen“. Ob die Hausbesitzer jetzt ein halbes Jahr unterwegs sind. Oder ein ganzes, oder zwei oder drei. Eigentlich spielt das keine Rolle für Donna Leila. Was sehr wohl eine Rolle spielt, ist die Kälte, die täglich mehr wird. Zwei fiebernde und hustende Durchgänge am neuen Platz hat sie schon hinter sich. Gut für die Stimme, sie klingt dann schön tief und rau. Schlecht für die Stimmbänder. Die braucht sie noch. Wirklich gewöhnen wird sie sich an diese Temperaturen nördlich des Äquators nie. Aber, so haben es ihr ihre Freundinnen erzählt, kalte Füße sind das kleinste Problem. Das kennen hier alle. Warm anziehen, der Körper wird sich umstellen. Die Wintersonnenwende herbei sehnen. Spüren, wie das Sonnenlicht zurück kehrt. Und viel spazieren gehen. Das sei das beste Mittel.

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